Barbara Otto-Treutmann

 3.6 Sterne bei 5 Bewertungen

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Barbara Otto-TreutmannIn Tschador und Flipflops
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In Tschador und Flipflops
In Tschador und Flipflops
 (5)
Erschienen am 29.07.2008

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Rezension zu "In Tschador und Flipflops" von Barbara Otto-Treutmann

"In Tschador und Flipflops" - interessanter Einblick in eine andere Kultur
Ein LovelyBooks-Nutzervor 4 Jahren

Barbara Otto-Treutmann ist eine expat. Trotz ihrer eigenen Ausbildung und des guten Jobs, den sie in Deutschland hat, macht sie sich die Aufgabe der “begleitenden Ehefrau” zum Ziel und begleitet ihren Mann zunächst nach Südkorea und später in den Iran. Von letzterem erlebnisreichen Jahr berichtet sie. Von den Menschen, die sie kennenlernen durfte. Von den Regionen, Gebieten und Sehenswürdigkeiten, die sie mit Freunden und Familie besucht hat. Von dem Leben in Teheran und im Iran allgemein. Von der Gemeinde deutschsprachiger Frauen in der Metropole. Aber auch von der Geschichte des Landes und berühmter Persönlichkeiten.

 

Und wieder so ein Buch, das schon ewig im Schrank steht und das ich noch nicht einmal in der Hand hatte. Zum Glück gibt es den SuB-Abbau, denn auch hier war es wieder der Fall, dass ich das Buch für die Challenge gelesen habe.

Grundsätzlich ist das Buch in Ordnung, es hat meiner Meinung nur einige entscheidende Probleme, die mir mehr und mehr aufgefallen sind:

(1) Sie wiederholt sich so unsäglich oft, was wahrscheinlich deswegen passiert ist, dass sie keinen chronologischen “Reisebericht” geschrieben, sondern ihre Erlebnisse thematisch gegliedert vorgebracht hat. Jedes Mal, wenn sie von ihren Freundinnen erzählt hat man das Gefühl, dass sie von Neuem erklärt, wie sie diese und jene kennengelernt hat. Reisen in unterschiedliche Städte werden wiederholt aufgegriffen, Details ebenfalls. Und am Ende habe ich mir immer wieder gedacht: “ähm, hat sie das nicht vor ein paar Seiten erst geschrieben…?”. Es begegnen einem immer wieder die gleichen Geschichten. Oft genug hätte ich am liebsten einen Teil übersprungen oder nur überflogen, weil ich irgendwann die Erzählungen nicht mehr lesen konnte. Da wäre mir eine chronologische Abfolge wohl doch lieber gewesen, da hätte man so vieles einbauen können, ohne dass sich allzu viel wiederholt hätte.

(2) Was sie nicht wiederholt, sind solche Geschichten, die sich kein Mensch merken kann. Die Geschichte des Iran ist zwar unglaublich interessant, das glaube ich ihr, und auch die Lebensdaten berühmter Persönlichkeiten und Legenden, die sich um Orte und wichtige Sehenswürdigkeiten spinnen. Aber es kann sich einfach kein Mensch merken. Also da habe ich irgendwie nicht sehr viel daraus mitnehmen können.

(3) Ich fand sehr schade, dass in dem Buch so unglaublich viele orthographische Fehler vorhanden waren. Und nicht nur die, auch mit der Formatierung schien es immer mal wieder Probleme zu geben. Teilweise fehlten bei Wörtern Buchstaben, teilweise waren zu viele vorhanden. Es kam vor, dass man ganze Wörter nicht verstanden hat, weil es so kurios aussah. Grammatikalisch waren manche Sätze unglaublich seltsam aufgebaut, dass sich der Sinn erst nach mehrmaligem Lesen erschlossen hatte, wenn nicht gerade Wörter gefehlt haben oder der Satzaufbau einfach nur fehlerhaft war. Auch sehr beliebt waren Satzzeichen und Klammern, die mitten in Sätzen oder doppelt auftraten, aber auf jeden Fall teilweise einfach nicht an der Stelle waren, wo sie hingehört haben. Und dann waren in einem Kapitel diverse Unterüberschriften nicht gekennzeichnet, wie sie es in anderen Abschnitten waren oder Satzteile waren auf einmal kursiv geschrieben… Das hat mich schon sehr verwundert und oft total aus dem Konzept gebracht.

Also schon eine ganze Palette an Dingen, die nicht sehr besonders war. Schade fand ich dazu noch, dass eigentlich keinerlei Bilder zu sehen waren, das wäre glaube noch richtig toll gewesen und hätte einen besseren Einblick gegeben. So hat man irgendwie einen sehr distanzierten Blick auf etwas, das sie mit größter Begeisterung beschreibt. Irgendwo macht es neugierig, aber es ist eben auch traurig, vor allem, weil sie immer wieder gesagt hat, dass sie so viel fotografiert hätten. Da wären so ein paar Bilder glaube schon ganz schön gewesen. Aber das ist weniger dramatisch, zur Not muss man sich eben im Internet selbst ein bisschen durchstöbern.

Ganz abgesehen von diesen Mängeln, die ich feststellen musste, war das Buch eigentlich schon eine Bereicherung. Die Erfahrungen und Erlebnisse haben schon ein bisschen zum Nachdenken angeregt und vor allem die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft ist so stark hervorgetreten, dass man irgendwie auch einen anderen Blick auf ein Land zu erhaschen, von dem man eigentlich nicht viel Gutes hört. Ich selbst habe mich immer zu den Leuten gezählt, die der felsenfesten Überzeugung waren, dass ich nie in ein Land gehen würde, wo man zum Tragen des Kopftuchs verpflichtet ist, aber nach ihren Bericht hat sich meine Meinung da schon ein bisschen geändert. Die Kultur hat mich neugierig gemacht, aber auch die Menschen. Ob man wirklich an jeder Ecke gefragt wird, von wo man ist und ob man helfen könne…? Eine witzige Vorstellung, zumal es das hier eben wirklich so nicht kenn – eigentlich schade!

 

Auch wenn ich wirklich viel an dem Buch zu bemängeln hatte und kaum ein gutes Haar lassen konnte, muss ich doch sagen, dass mich das Buch irgendwie fasziniert hat. Es hat einen kleinen Funken in mir entfacht für eine Kultur, eine Religion und eine Gruppe von Menschen, an die ich entweder kaum Gedanken verschwendet oder zumindest jeden Gedanken daran getilgt habe. Auch wenn der Bericht als solcher praktisch katastrophal umgesetzt war, konnte man daraus doch etwas lernen und für sich gewinnen, nämlich, dass es ein gutes Gefühl ist, wenn man Menschen um sich herum hat, die liebenswürdig, gutmütig und hiflsbereit sind. Die ihre Neugierde nicht im Zaum halten, sondern sich einfach in ein Gespräch verwickeln können. Dieser Hintergrund hat dem Buch praktisch den Hals gerettet, auch wenn ich mich mit der Bewertung unheimlich schwer tue.

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abuelitas avatar

Rezension zu "In Tschador und Flipflops" von Barbara Otto-Treutmann

Rezension zu "In Tschador und Flipflops" von Barbara Otto-Treutmann
abuelitavor 8 Jahren

Was führt eine deutsche Frau, Mitte fünfzig, nach Teheran? Neugier, Abenteuerlust, ihre Arbeit, die Arbeit des Ehemanns...
Im Fall der Autorin war der Auslösesr letzteres - ihr Mann hatte sich entschieden, für seinen Arbeitgeber für mindestens ein Jahr in den Iran zu gehen.

Die Autorin erzählt nun also in diesem Buch, wie das so ist, wenn man den gewohnten Kulturkreis verlässt. Sie berichtet, wie sie ihr Leben in der Fremde organisiert, wie sie Kontakte knüpft, von Land und Leuten und ihren meist nur guten Erfahrungen.
Wer kennt schon den Iran und seine Menschen dort - was wir wissen, kommt aus den Medien und ist meist negativ geprägt.
Von daher hat mir das Buch sehr gut gefallen, hab ich doch jetzt ein besseres und anderes Bild von dieser "fremden Welt".

Trotzdem kann ich die volle "Sternchen" Zahl nicht geben- der Stil von Frau Treutmann erinnert gelinde gesagt oft an einen Schüleraufsatz; vor allem wenn es um die Ausflüge geht "wir gingen dahin, wir machten dies, dann haben wir...."
Manches ist auch viel zu ausführlich und penibel genau beschrieben, leider wird es dadurch eher langweilig. Und viele Dinge wiederholen sich öfters, das hat dem Buch auch nicht sonderlich gut getan.

Trotzdem, wer sich davon nicht abschrecken lässt, bekommt einen guten Überblick und erfährt interessante Dinge, muss wohl auch so manches Vorurteil ablegen und bekommt ein anderes Verständnis für den Iran.

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Birkhennes avatar

Rezension zu "In Tschador und Flipflops" von Barbara Otto-Treutmann

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Birkhennevor 9 Jahren

Im November 2003 habe ich für 3 Wochen den Iran besucht. Es war gerade der Fastenmonat. Ich bin allein von Hamburg nach Teheran mit Iran Air geflogen, um eine Internetfreundin in Tabriz zu besuchen und mit ihr eine Iranrundreise zu starten. Sie hatte im Vorfeld alles organisiert. Ein Jahr zuvor hatte ich das Buch von Bruni Prasske "Mögen deine Hände niemals schmerzen" gelesen. Schon zu diesem Zeitpunkt erwachte in mir das Verlangen einmal in den Iran zu reisen. Was Bücher so bewirken können !
"In Tschador und Flipflops" war für mich die schönste Reiseerinnerung, denn vieles von dem was Barbara Otto-Treutmann in ihrem Buch beschreibt, habe ich ähnlich erlebt und empfunden.
Ich kann dieses Buch jedem empfehlen, der sich für Land und Leute interessiert und sich nicht von Vorurteilen leiten lässt. Man ist von der Gastfreundschaft in diesem Land so überwältigt, dass die Kleidervorschriften mich nicht gestört haben. Man wird trotzdem sofort als Ausländer erkannt.
Interessante Reiseliteratur, kann ich nur empfehlen !!!

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