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bpeveling

vor 3 Monaten

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„Mein Bruder Rachid ist ins Meer gegangen“ – mit diesen Worten beginnt Karims Geschichte. Und gespannt bin ich mit welchen Worten deine Rezension zu meinem Buch beginnen wird!

Karim und Rachid sind in Marseille aufgewachsen. Tunesien, die Heimat ihrer Eltern, kannten sie gar nicht oder kaum. Ihr Zuhause war vor allem die Straße. Jetzt, zehn Jahre später, wird Karim durch eine deutsche Journalistin mit seiner gewaltvollen Vergangenheit konfrontiert. Eine große Erzählung, von Liebe, Freundschaft und die Rolle der Erinnerung, aufwühlend, unerwartet und meisterhaft verknüpft mit den aktuellen dramatischen Ereignissen in Frankreich.

Karim ist mittlerweile ein erfolgreicher Werbedesigner in Paris. Das Interview mit der attraktiven Journalistin Paula bringt seinen Alltag aus dem Gleichgewicht. Er wird mit seiner Vergangenheit als jugendliches Mitglied der Marseiller Guerilla konfrontiert. Karim berichtet von seinem Bruder Rachid, ihrer Bande und ihren gewalttätigen Aktionen während der Unruhen 2005. Nach dieser Zeit verschwand Rachid, worauf die Familie zerbrach. Seine Erzählung führt ihn und die Journalistin in die Wirklichkeit einer gespaltenen Gesellschaft. Und Karim muss erkennen, dass er trotz aller Anstrengungen, immer auf der falschen Seite zu stehen scheint. Je länger Karim Paula von seiner verdrängten Vergangenheit erzählt, umso mehr löst sich sein mühsam errungener Lebensentwurf langsam aber sicher auf. Vor dem Hintergrund des komplizierten Schicksals jungendlicher Migranten erzählt Barbara Peveling eine spannende, erschütternde und überraschende Geschichte über die Macht der Erinnerung und die Gespenster der Gegenwart.

Ich freue mich sehr auf interessierte Leser, die sich eingeladen fühlen dürfen, den Roman ausführlich zu kommentieren.

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Autor: Barbara Peveling
Buch: Rachid
1 Foto

NiciBookdragon

vor 3 Monaten

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Hört sich sehr tragisch ein... Das Leid der Menschen wird immer schlimmer. Finde ich total intressant. Es wär mir eine große Freude diese Geschichte mitlesen zu dürfen.

Ein LovelyBooks-Nutzer

vor 3 Monaten

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Das Thema interessiert mich und ich kenne die Autorin persönlich

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TeleTabi1

vor 1 Monat

21. bis 25. Kapitel, von Paris nach Marseille, 17. November 2015

Liebe Barbara,

anbei der Link zu meiner Rezension:
https://www.lovelybooks.de/autor/Barbara-Peveling/Rachid-1435516419-w/rezension/1473606227/
Auf Amazon habe ich die Rezi ebenfalls veröffentlicht - und zwar unter dem Nickname "Tabjoan".
Vielen lieben Dank nochmals, dass ich dein Buch lesen dufte! Es hat mir sehr gut gefallen und es freut mich, dass ich bei der Leserunde dabei sein durfte! =)

Viele liebe Grüße,
Tabea

Capricorn013

vor 2 Wochen

1. bis 5. Kapitel, 16. bis 22. Oktober 2015/ Sommer 2005 bis zu den Schnecken

Inzwischen habe ich das Buch auch gelesen, hatte es im Urlaub dabei. Nun, wo ich wieder zurück bin, möchte ich noch meine Eindrücke zusammenfassen.

Der Einstieg ist unglaublich intensiv und eindringlich. Den ersten Abschnitt habe ich viele Male lesen müssen. Für mich haben die Worte eine Musikalität, die die Verzweiflung Karims nachvollziebar und spürbar macht. Ein paar Zeilen später heisst es ja auch von Karim, dem Ich-Erzähler, dass er sich seit jener Nacht, in der sein Bruder Rachid verschwand, wie ein "Aufziehmännchen fühlt.

Danach folgen Rückblicke in das Leben der beiden Brüder, ihrer Eltern und ihrer Freunde und Bekannten im Marseille von 2005. Vieles finde ich sehr gut getroffen, z.B. die Beschreibung der Eltern und ihrer Hoffnungen als Gastarbeiter in Frankreich. Das Scheitern ihrer Träume manifestiert sich darin, dass sie Franzosen werden -und sich fortan als gebrochene Menschen zweiter Klasse fühlen. In ihrer Situation scheinen sie unfähig, Schritte nach vorn bzw. zurück zu tun. Rückkehr nach Tunesien ist keine Option. Ein wirkliches Ankommen in Frankreich ebensowenig. Mir scheint, sie driften heimatlos von Tag zu Tag und die Sinn- und Ziellosigkeit überträgt sich auf ihre Söhne.
Aus den inneren Monologen von Karim kann man entnehmen, dass wirklich sehr Gravierendes geschehen musste, dass es zum Bruch in seiner persönlichen Geschichte gekommen ist. Er lebt heute weit weg in Paris.
Mir scheint, dass sein Chef Michel nun den verschwundenen Bruder Rachid als wichtigste Bezugsperson abgelöst hat.

Das empfindliche Gefüge gerät ins Wanken, als Paula, die deutsche Journalistin auf der Bildfläche erscheint. Ich lese es so, dass ihr Interesse neuerlich einen Sog kreiert, der, entgegen ihrer Absicht, langsam aber unaufhaltsam zu Karims Untergang führen wird.

Capricorn013

vor 2 Wochen

6. bis 10. Kapitel, bis zum 28. Oktober 2015

Dieser Leseabschnitt ist wirklich sehr traurig, wie ja schon Tabea ausführlich geschrieben hat. Die Eltern, die sich mehr und mehr in sich selbst zurückziehen, die Söhne, die orientierungslos sind.
Die Autorin schreibt sehr einfühlsam und macht die Entwicklung und Zuspitzung der Ereignisse für mich nachempfindbar.
Trotzdem frage ich mich, ob die geschilderte Zwangsläufigkeit der Ereignisse nicht etwas zu konstruiert ist? In Karims Rückschau sind die Unruhe von Anfang an zum Scheitern verurteilt (Beginn Kap. 9) und parallel dazu der Anfang vom Ende von Rachids Leben.
Paula stellt sich ein paar Seiten weiter (S. 107) dieselbe Frage: "Aber wieso dann diese immer zunehmende Radikalisierung?... und ist die fehlende Perspektive nicht eine zu oberflächliche Antwort?"

Capricorn013

vor 2 Wochen

11. bis 15. Kapitel, bis zum 1. November 2015 und bis zum Mädchen 2005

Auch mir ging es so, dass mir die zunehmende Gewalt sehr unangenehm aufgefallen ist. Gleichzeitig finde ich es ein schriftstellerisches Kunststück, dass ich beim Lesen Karim als positive Person wahrnehme. Die Andeutungen, dass nun auch sein zweites Leben Risse bekommt, sind fast ebenso schwer zu ertragen wie die Exzesse aus Marseille 10 Jahre früher.

Für mich war auf S. 113 das Bild von Paulas rot lackierten Fingernägeln, die Sprünge bekommen haben, ein Bild dafür, dass Karim nach Rachid auch diese Frau wieder verlieren wird. Eine neuerliche Tragödie kündigt sich an.

Capricorn013

vor 2 Wochen

16. bis 20. Kapitel, vom Wind bis zur Weltmeisterschaft 2006 und bis zum 6. November 2015

Abgesehen von den Parallelen Lea-Rachid und Paula-Karim, die ja schon beschrieben worden sind, fand ich die neuerliche Beschreibung der Eltern (und ihres Schmerzes) sehr einprägsam. Z.B. in Kapitel 19, S. 168 die Mutter: "Meine Mutter schrubbte alles um sich herum... " Und anschliessend der Vater: "Wenn Gott mir seinen Sohn nimmt, obwohl ich seine Gesetze halte..."
Ausserdem fand ich treffend, wie Zinedine Zidane als Idol der arabisch-stämmigen Jugendlichen beschrieben wird. Ich kann mich erinnern, dass tunesische Freunde von mir, auch speziell Zidane angefeuert haben.

Capricorn013

vor 2 Wochen

21. bis 25. Kapitel, von Paris nach Marseille, 17. November 2015

Das Buch fand ich wirklich sehr gehaltvoll und einfühlsam, mit viel Herzblut geschrieben. Auch die Beschreibung der Lebensumstände in Marseille 2005 hat mich überzeugt.

Bezüglich der letzten Kapitel:
Für mich hat sich schon seit einigen Kapiteln abgezeichnet, dass Karim sein Leben in Paris nicht weiterführen können wird wie vorher.
Etwas zu konstruiert fand ich die neuerlichen Parallelen in diesem letzten Abschnitt:
- Rachid- Zidane (rote Karte, S. 187)
-Rachid- Karim (letzte Seite)

Am Ende des Buchs sind wir wieder am Anfang. Der Kreis schliesst sich.
Obwohl alle Hinweise und Handlungsstränge auf ein schlimmes Ende hindeuten bzw. zulaufen, fand ich bei Karim die Ausweglosigkeit viel weniger plausibel als bei Rachid.
Für mich wäre es eine ebenso überzeugende Alternative gewesen, wenn Karim sich vom Vergangenen emanzipiert hätte und neu anfangen könnte - zB. nach dem Vorbild von Zidane...

bpeveling

vor 1 Woche

1. bis 5. Kapitel, 16. bis 22. Oktober 2015/ Sommer 2005 bis zu den Schnecken

@Capricorn013 Ich bin beeindruckt mit welcher Feinfühligkeit Du den Roman gelesen hast!

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