Der Klappentext und der häufig aufkommende Vergleich mit Jane Austen lassen an einen Liebesroman denken. Wer nach einem solchen sucht, wird hier aber nicht fündig. Stattdessen gibt es hier einen Einblick in die damalige britisch Gesellschaft und die Formen von Ehe und zwischenmenschlichen Beziehungen in dieser, garniert von einem feinen Humor.
Mildred Lathbury, ihres Zeichens nur halbtags arbeitende Pfarrerstochter, ist als alte Jungfer von über 30 Jahren eigentlich auch ohne Mann glücklich. Sie hilft in der Kirchengemeinde und hat sich dort ihren Freundeskreis aufgebaut. Mit dem Einzug eines Ehepaares in die Wohnung unter ihr beginnen einige Veränderungen. Nicht nur wird sie erst in das Leben und dann in die Ehekrise ihrer neuen Nachbarn hineingezogen, auch ihr Pfarrer, der eigentlich nie heiraten wollte, hat sich in eine junge Witwe verliebt, der seine bei ihm lebende Schwester ein Dorn im Auge ist. Auch hier wird Mildred ungewollt in die Sache verwickelt.
Würde man aus diesem Buch einen originalgetreuen Film machen, käme eine einfache Komödie dabei heraus, keine romantische. Ich finde es eigentlich ganz erfrischend, dass man hier auch mal einen Roman hat, bei dem es nicht nur darum geht, dass eine Außenseiterin die große Liebe findet. Wer mit einem relativ offenen Ende leben kann, wird hier jedenfalls gut unterhalten.
Das Buch hat mir durchaus gefallen, aber für die vom Klappentext und dem darunterstehenen Vergleich mit Jane Austen geweckten falschen Erwartungen gibt es einen kleinen Punktabzug. Wer sich daran nicht stört, kann noch einen Stern drauf rechnen.















