„Wer mordet schon am Rhein?“ ist eine Krimikurzgeschichtensammlung von Barbara Saladin, Nadine Buranaseda und Anne Grießer. Versammelt sind hier elf Geschichten, die am Rhein spielen: beginnend in Calanda, endend bei Duisburg, mit Zwischenhalten am Rheinfall, in Basel, Breisach, Strasbourg, Mannheim, Mainz, der Loreley, Bonn und Köln. Jedem Ort ist eine Kurzgeschichte gewidmet, verbunden werden die Geschichten durch ein Kreuzfahrtschiff, das jeden Ort ansteuert (dementsprechend erkennt man in späteren Geschichten auch einige alte Bekannte aus früheren wieder) – prinzipiell eine interessante Herangehensweise, die viel Lokalkolorit verspricht. Allerdings ist die Umsetzung eher durchwachsen. Teilweise – wie bei der Loreley, Bonn oder Strasbourg – sind die Orte eher Kulissen; Strasbourg z. B. wird gar nicht betreten, die Geschichte spielt ausschließlich auf dem Kreuzfahrtschiff. Andere Orte hingegen (Köln, Mainz oder Mannheim) werden dreidimensional beschrieben und die Figuren interagieren mit/in den Städten. Die Kriminalgeschichten sind meist humorvoll gehalten: Sie leben von ungewöhnlich handelnden Protagonisten, wodurch am Ende meist ein Twist erfolgt (dieser war für mich aber häufig recht vorhersehbar). Durch den Fokus auf den Humor kam für mich leider oft die Spannung zu kurz. Meine Highlights waren dementsprechend die Krimis, die eher spannungsgeladen waren: „Dunkle Wolken“, in der ein Mann schrittweise die Erinnerung an die letzten erlebten Stunden wiedergewinnt; „Herr Kloppstock sucht das Glück“, in der der titelgebende Protagonist (ungewollt) ein Verbrechen aufklärt, sowie „Die Taschen-Leserin“, in der eine Frau einer Serienmörderin auf der Spur ist. Jeder Kurzgeschichte sind Freizeitttipps nachgestellt, die fundiert recherchiert sind. Insgesamt ist „Wer mordet schon am Rhein?“ eine Kurzkrimisammlung, die sich besonders für Fans von humorigen Kriminalgeschichten eignet.
Barbara Saladin
Lebenslauf
Quelle: Verlag / vlb
Alle Bücher von Barbara Saladin
Die Möwenhochzeit und andere tierische Inselgeschichten
Sieben Inseln - Sieben Krimis
Wer mordet schon am Rhein?
Brennende Fragen in Basel
Ein Hauch von Meer und Mord
Baselbieter Fluch
111 Orte im Kanton Solothurn, die man gesehen haben muss
Neue Rezensionen zu Barbara Saladin
Warum es am Rhein so schön ist? Die Antwort weiß jeder, der schon einmal eine Flusskreuzfahrt von Basel bis Amsterdam unternommen hat, oder zumindest einige der beliebten (und fast schon zu beliebten) Tourismusziele vom Rheinfall bis zum Rheingau und darüber hinaus besucht hat.
Die andere Seite der Medaille entwerfen die drei Autorinnen Barbara Saladin, Nadine Buranaseda und Anne Griesser mit ihren Geschichten, die sich jenseits aller Rheinromantik bewegen. Dies tun sie durchaus breit gefächert, denn von einem Fragezeichen, welches beispielsweise nach der Lektüre von "Peter und die Wölfe" bleibt, bis zur Auslösung von spontanen Lachanfällen in "Von Göttern und Kameraden" haben sie für Leserinnen und Leser auf ihrer Kreuzfahrt von Calanda bis Amsterdam einiges zu bieten.
Auch völlig unerwartete Überraschungen bieten ihre kriminalistischen Konzentrate, indem sie zum Beispiel eine völlige Umkehr der Erzählperspektive zulassen und vorführen, was eine ebenso weise wie "tierische" Bescheidenheit ausmacht. Grenzwertig werden allerdings Geschichten, in der die "MS Rheinperle" knapp an einer Katastrophe vorbeischrammt ("Herr Kloppstock sucht das Glück") und die Tragödie um "Emma".
In jedem Fall legen sie Wert auf eine genaue geografische Zuordnung ihrer Schauplätze und unterstreichen dies mit einer Zeichnung im Inhaltsverzeichnis sowie mit den genauen Angaben der jeweiligen Rheinkilometer in den Überschriften. Doch das ist nicht die einzige Zugabe dieser Kurzgeschichtensammlung, denn wie üblich befinden sich neben den 11 Kriminalgeschichten auch wieder 125 Freizeittipps, die in dieser Ausgabe erfreulich umfangreich gestaltet wurden.
Das motiviert nicht nur zur Teilnahme an einer entsprechenden Kreuzfahrt, sondern auch zur Mitnahme von "Wer mordet schon am Rhein?" und der Lektüre des mörderischen Freizeitführers auf einem sonnigen Oberdeck oder in einer gemütlichen Kabine. Das mag allemal unterhaltsamer sein, als die Teilnahme an einem "Captain's Dinner". Es sei denn, jemand lockert die gut bürgerliche Atmosphäre mit ein paar knackigen Chuck-Norris-Witzen auf ...
Man sollte einfach diese "Kurzkrimis" nicht lesen. Es bringt nichts, auf 10-15 Seiten einen Krimi zu verpacken. Spannung kann da gar nicht entstehen, allenfalls eine kleine vielleicht auch manchmal lustige Geschichte. Das ist jetzt der dritte und wohl letzte Reinfall bei mir.
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