Barbara Sichtermann

 4,2 Sterne bei 54 Bewertungen
Autor von Paare, 50 Klassiker - Romane vor 1900 und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Barbara Sichtermann

Barbara Sichtermann ist Schriftstellerin und Journalistin, geboren 1943 in Erfurt, nach dem Abitur erfolgte der Besuch einer Schauspielschule in Bochum. Theaterpraxis im Ruhrgebiet 1965 bis 1968, danach Aufnahme eines Studiums der Sozialwissenschaften an der FU Berlin. Diplom in Volkswirtschaftslehre, Tätigkeit als freie Autorin seit 1978, Themen: Frauenpolitik, Leben mit Kindern, Geschlechterbeziehung, Literatur, Medien. Von 1987 bis 2002 Fernsehkritikerin mit wöchentlicher Kolumne bei der ZEIT. Barbara Sichtermann lebt heute in Berlin.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Der blaue Vorhang (ISBN: 9783955102609)

Der blaue Vorhang

Neu erschienen am 28.09.2021 als Hardcover bei Osburg Verlag.
Cover des Buches Weltenretterinnen (ISBN: 9783737411783)

Weltenretterinnen

Neu erschienen am 21.09.2021 als Hardcover bei marix Verlag ein Imprint von Verlagshaus Römerweg.

Alle Bücher von Barbara Sichtermann

Cover des Buches Paare (ISBN: 9783806725117)

Paare

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Cover des Buches 50 Klassiker - Romane vor 1900 (ISBN: 9783806725285)

50 Klassiker - Romane vor 1900

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Erschienen am 01.02.2002
Cover des Buches Augen, die im Dunkeln leuchten (ISBN: 9783218012256)

Augen, die im Dunkeln leuchten

 (6)
Erschienen am 17.08.2020
Cover des Buches Frauen (ISBN: 9783806725179)

Frauen

 (4)
Cover des Buches Kurze Geschichte der Frauenemanzipation (ISBN: 9783941087385)

Kurze Geschichte der Frauenemanzipation

 (3)
Erschienen am 06.03.2009
Cover des Buches 50 Klassiker - Lyrik (ISBN: 9783806725445)

50 Klassiker - Lyrik

 (3)
Erschienen am 01.02.2004
Cover des Buches Agatha Christie (ISBN: 9783955102159)

Agatha Christie

 (2)
Erschienen am 10.03.2020
Cover des Buches Frauen einfach genial (ISBN: 9783868731170)

Frauen einfach genial

 (2)
Erschienen am 24.02.2010

Neue Rezensionen zu Barbara Sichtermann

Cover des Buches Augen, die im Dunkeln leuchten (ISBN: 9783218012256)wandablues avatar

Rezension zu "Augen, die im Dunkeln leuchten" von Ingo Rose

Energie. Egoismus. Erfolg.
wandabluevor 10 Monaten

Helena Rubinstein (1870 bis 1965) gründete, aufgebaut auf ein paar aus der polnischen Heimat mitgebrachten Tigelchen Salbe ein Weltimperium.

Rose und Sichtermann, die Autoren, zeichnen den Weg dieser außergewöhnlichen Frau aus dem 19. Jahrhundert mit für eine Biografie erstaunlich leichter Feder nach. Das Buch liest sich runter wie ein guter Roman. Sie müssen manchmal verkürzen, die Historie tritt ein wenig zu sehr in den Hintergrund, sie haben den Fokus fast ausschließlich auf den Werdegang gelegt.

Dafür lernt man Helena so gut kennen wie es eben möglich ist, aus der Ferne. Sie muss eine energiegeladene Person gewesen sein und brauchte wenig Schlaf. Sie bricht aus den engen Verhältnisse aus, in denen sie geboren ist, verweigert die vorgesehene Ehe und wandert nach Australien aus. Dort arbeitet sie hart und erinnert sich an die Tigelchen, die sie mitgebracht hat. Schließlich baut sie quasi aus dem Nichts ihr Imperium auf und aus, zuerst in Australien, dann in London, Paris, New York, überall. Sie ist nun steinreich.

 Helena Rubinstein ist spätestens im Alter eine Exzentrikerin. Erfolgsversessen ist sie, eine Workaholikerin, die von ihren Angestellten selbstlosen Einsatz verlangt und sie dafür schlecht bezahlt, sie setzt ein Leben lang neue Ideen um und ihr Ehrgeiz geht ins Unermessliche, ein wenig Größenwahn ist wohl mit dabei. Sie besitzt Familiensinn, besetzt Führungspositionen mit Familienmitgliedern und ist gleichzeitig eine gefürchtete, fordernde Despotin. Sie ist von Anfang an eine hervorragende Geschäftsfrau, knallhart und kann sich durchsetzen, sie ist verschwenderisch und gleichzeitig geizig, sie liebt es, Leute für sich springen zu lassen und hat Null Verständnis für die Bedürfnisse anderer.

Sie kann immens großzügig sein, verliert dabei aber nie ihr Eigeninteresse aus den Augen. Sie liebt Kunst und verachtet die Künstler. Von Schriftstellern hält sie nichts und schläft selbst bei einer Lesung Hemingways ein. Sie kennt Gott und die Welt. Sie ist in der High Society zuhause. Und ißt immer noch gerne Kartoffelsuppe und Krakauer.

Aber das Beste was man von ihr sagen kann, ist, dass sie im Verlauf des Zweiten Weltkriegs vielen Menschen das Leben rettet, indem sie Schiffspassagen bezahlt und bei Existenzgründungen hilft. Wenn sie sich auch sonst nicht für Politik interessiert und ihre Interessen sich nie weit von ihrem Imperium entfernen, so sieht sie doch an diesem wichtigen und entscheidenden Punkt der Weltgeschichte nicht weg. Deshalb kann man ihr Vieles verzeihen. Sie verhilft Dalí zu einem Neustart in der Neuen Welt

 

Was man den Autoren von "Augen, die im Dunkeln leuchten", allenfalls ein wenig verübeln könnte, ist, dass sie sprachlich ständig zwischen Präsens und Imperfekt wechseln. Man hätte sich entscheiden müssen.

Fazit: Die Autoren haben ihren Job im Großen und Ganzen großartig gemacht und eine Frau sehr plastisch porträtiert, die exzentrisch war, diszipliniert und tüchtig, in persönlicher Hinsicht jedoch eng gestrickt, hart und kleinlich. Das ist spannend in Szene gesetzt worden!

Was jedoch zur Gänze fehlt, ist die Auseinandersetzung mit der Ethik, beziehungsweise deren Abwesenheit, in der Kosmetikbranche. Das Wort Tierversuche habe ich nicht ein einziges Mal gelesen. Nicht einmal eine Andeutung in diese Richtung gehend fiel. Dafür gibt es Punktabzug. Denn die Biografie einer Queen im Kosmetikbereich kommt nicht ohne eine solche Auseinandersetzung aus.

Kategorie: Biografie
Verlag: Kremayr & Scheriau, 2020

 

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Cover des Buches Agatha Christie (ISBN: 9783955102159)patrick2804s avatar

Rezension zu "Agatha Christie" von Barbara Sichtermann

Mehr als Miss Marple und Hercule Poirot
patrick2804vor 10 Monaten

Sie ist die meistübersetzte und meistverkaufte Autorin der Literaturgeschichte. Ihre Bücher haben eine Weltauflage von zwei Milliarden erreicht und seit 1952 läuft ihr Theaterstück "Die Mausefalle" ununterbrochen Abend für Abend. Die Superlative gehen einem aus, wenn man über Agatha Christie spricht. Doch wer war die Frau Agatha Christie? Wie war ihre Kindheit? Wie verliefen ihre Ehen und wie war ihre Einstellung zum täglichen Leben? Die Autorin Barbara Sichtermann geht diesen Fragen nach und entdeckt eine Frau, die immer an sich gearbeitet hat.

Barbara Sichtermann erzählt von einer glücklichen Kindheit, vom Verhältnis zur Mutter, deren Tod Agatha Christie sehr zu schaffen gemacht hat, von ihren zwei Ehen und von ihrem Werk; dabei lässt sie weder das zehntägige Verschwinden 1926 außen vor, noch die Tatsache, dass die Schöpferin von Miss Marple und Hercule Poirot nie professionelle Autorin werden wollte. Sie wollte schreiben, aber zu ihrem Vergnügen und nur finanzielle Nöte machten aus ihr die Autorin, die wir kennen. Sichtermann verbindet fiktive Gespräche mit Zitaten aus Christies Autobiographie und schafft so eine informative und durchaus spannende Sicht auf die Autorin, deren Ziel es immer war, mit der Zeit zu gehen. Denn sie kam aus einer Zeit, in der Frauen in erster Linie Mütter waren und niemand auch nur von "MeToo" geträumt hat. Aber in ihren Werken tauchen im Laufe der Jahre auch junge Frauen auf, die Karriere machen möchten. Auch da hat sie sich angepasst und neue Entwicklungen hinterfragt:

"Ich sehe da eine große Dummheit von Frauen, ihre durch jahrhundertelange Zivilisation erreichte privilegierte Postion aufzugeben. Die Frauen der Naturvölker unterziehen sich einer unablässigen harten Plackerei. Wir scheinen entschlossen, zu diesem Zustand freiwillig - oder indem wir uns dazu überreden lassen - zurückzukehren."

Ich habe Agatha Christie über 85 Jahre begleitet. Begleitet bei ihrer Trauer über das Scheitern der ersten Ehe, ihrer Liebe zu ihrem zweiten Mann Max und ich durfte erleben, nicht nur wie Krimis entstehen, sondern auch wie Figuren entstanden sind, die jeder, egal ob aus Buch oder Film, kennt. Die Reisen in den Irak und nach Syrien, die sie genauso inspiriert haben wie die Menschen, denen sie täglich begegnet ist, ich war immer dabei. Dazu muss ich sagen, wenn man die Biographie liest, sollte man die Hauptwerke der Autorin schon kennen, denn Sichtermann spoilert an mancher Stelle absolut skrupellos.

Ich kann die Biographie auf jeden Fall empfehlen. Barbara Sichtermann transportiert die Lebenslust und die Neugier der Agatha Christie zu einer spannenden Unterhaltung. Sie ermöglicht einen Blick auf die Autorin und auch hinter die Kulissen, und sie hat mein Wissen über Agatha Christie erweitert. 

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Cover des Buches Augen, die im Dunkeln leuchten (ISBN: 9783218012256)sursulapitschis avatar

Rezension zu "Augen, die im Dunkeln leuchten" von Ingo Rose

Die Erfindung des Glamour
sursulapitschivor 10 Monaten

Den Namen Helena Rubinstein hat jeder schon mal gehört. Wer sie tatsächlich war, weiß man eher nicht. Höchste Zeit, ihr ein Buch zu widmen.

Chaja Rubinstein nannte sich plötzlich Helena, als sie 1896 nach Australien auswanderte. Sie war 26 Jahre alt, wollte nicht heiraten und suchte ein alternatives Lebensmodell, das zuhause in Krakau nicht denkbar war. Im Koffer hatte sie ein paar Tiegel von Dr. Lykuskis Spezialcreme, das Geheimnis ihrer eigenen zarten Haut.

Mit dieser Creme, die sie erst importierte und später selbst produzierte gründete sie ein Kosmetik-Imperium. Zu einer Zeit, wo Kosmetik als frivol galt, schaffte es diese 1,48m große Powerfrau den Gesundheitsaspekt herauszustreichen und es als Luxus zu etablieren, sein Äußeres zu pflegen.

Helena Rubinstein hat mit ihrer Kosmetik die Welt bereist und erobert, Millionen verdient, Frauen mehr Selbstbewusstsein verschafft und die Mode beeinflusst. Sie mauserte sich zur Grande Dame, die mit Künstlern und Berühmtheiten befreundet war, bis ins hohe Alter ihr Imperium ausbaute und ihr Personal schikanierte. Sie schaffte es, ihrem Namen mit Exklusivität zu verbinden und zwar so gründlich, dass man für ihre Cremes sogar heute noch um die 250 Euro zahlt.

Diese schön bebilderte Biografie stellt anschaulich ihr ganzes Leben dar und setzt ihr damit ein Denkmal. Sie war kein einfacher Mensch, aber das sind Visionäre selten. Sie hat nicht nur Cremes verkauft, sondern eigentlich den Glamour erfunden und gelebt. 

Ihre schillernde Persönlichkeit ist hier wunderbar herausgearbeitet. Ab und an hätte ich mir ein klein wenig mehr Einbindung in das historische Umfeld gewünscht, aber wer wissen möchte, wer diese sagenhafte Frau tatsächlich war, wird mit diesem Buch bestens bedient.

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