Barbara Sichtermann

 4.2 Sterne bei 39 Bewertungen
Autor von 50 Klassiker - Romane vor 1900, Paare und weiteren Büchern.

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Barbara Sichtermann50 Klassiker - Romane vor 1900
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50 Klassiker - Romane vor 1900
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 (7)
Erschienen am 01.02.2002
Barbara SichtermannPaare
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Paare
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 (6)
Barbara SichtermannFrauen
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Frauen
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 (4)
Barbara SichtermannKurze Geschichte der Frauenemanzipation
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Kurze Geschichte der Frauenemanzipation
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 (3)
Erschienen am 06.03.2009
Barbara Sichtermann50 Klassiker - Lyrik
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50 Klassiker - Lyrik
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 (3)
Erschienen am 01.02.2004
Barbara SichtermannLeben mit einem Neugeborenen
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Leben mit einem Neugeborenen
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 (2)
Erschienen am 01.03.1981
Barbara SichtermannPubertät - Not und Versprechen
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Pubertät - Not und Versprechen
Pubertät - Not und Versprechen
 (2)
Erschienen am 03.04.2008
Barbara Sichtermann50 Klassiker Frauen. Die berühmtesten Frauen der Geschichte
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50 Klassiker Frauen. Die berühmtesten Frauen der Geschichte

Neue Rezensionen zu Barbara Sichtermann

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Sommerregens avatar

Rezension zu "Das ist unser Haus" von Barbara Sichtermann

Lässt mich schwer beeindruckt zurück!
Sommerregenvor einem Jahr

"Einen Mieter schmeißt man raus, fünfzig nehmen sich ein Haus"

Seit den 1970er Jahren tobte in immer Städten der Häuserkampf. In diesem Buch wird der Fokus auf Berlin, Frankfurt, Hamburg, Köln, Freiburg, Tübingen, München, Monheim, Hannover und Göttingen gelegt, aber auch die DDR und Ostberlin sowie dem nahen Ausland in Form von Dänemark, den Niederlanden, der Schweiz und Österreich wird Beachtung geschenkt.
Nachdem die von den gegen die Pantoffelrepublik ihrer Eltern fröhlichen Widerstand leistenden Studenten geforderte Revolution ausblieb, Wohnungsnot und ein Leerstand, der "nicht aubleiben [konnte], wenn die Entmietungsstrategien der Spekulanten mit dem Planungswirrwarr der Bürokratien und unsicheren Finanzierungsaussichten zusammenstießen"(S.14) prägend für die Zeit waren, verfolgte eine ganze Generation, heterogen wie sie nur sein kann, das Ziel nach Autonomie - man wollte zusammen leben und arbeiten.
"Ihr habt eure Baupläne ohne uns gemacht" (Wandparole in Berlin, S.260) Eigentum verpflichtet und das Grundrecht auf Wohnraum besteht, so heißt es, doch fand sukzessive eine fatale Gentrifizierung statt und Spekulanten ließen wertvollen Wohnraum verfallen. Doch ihrer zahlreichen Gegner und Widersacher zum Trotz wuchs die Hausbesetzerbewegung und gewann an an Einfluss. "Im Laufe des Jahres 1981 kam es in 153 Städten zu 595 Besetzungen durch 12900 Menschen." (S.298) Die Taten der Besetzerszene zogen immer größere Kreise und haben ihre Auswirkungen bis in die heutige Zeit. Beispielsweise wurden viele Zweckbauten, Fabrikanlagen und öffentliche Einrichtungen aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert wie die Rote Flora von den Häuserkämpfern "vor der Abrissbirne bewahrt" (S.16) - der Grundstein für den Denkmalschutz, wie wir ihn mittlerweile für selbstverständlich halten, wurde gesetzt.
"Das Private sollte als politisch verstanden werden und das Politische als Sache eines jeden." (S.15)
Aufgrund der Unterschiedlichkeit der Beteiligten kam es zu einer großen Bandbreite von Vorstellungen und Zielsetzungen, auch die Frage nach Gewaltlegitimation kam auf. "Legal - illegal - scheißegal" Und so entstanden verschiedene Strömungen in der Besetzerszene. Beim Engagement der Besetzter kam es dabei zu einer ständigen Spannung zwischen utopisch und praktisch, denn es gab stets viel zu organisieren oder bei Instandsetzungen zu reparieren und zu improsieren, dennoch brauchte es eine gemeinsame Utopie um Zusammenhalt zu gewähreisten. Besonders, wenn auch unpolitisch motivierte zu den Besetzern stießen oder Gegner und Widersacher gegen die Besetzerszene anzugehen versuchten. Dabei ließ sich, so überraschend dies auf den ersten Blick auch scheinen mag, ein gewisser Wertekonservativismus der Stadteroberer bezüglich Ausrufen wie "kämpfen und bleiben" feststellen.
"Die Revolution ist großartig. Alles andere ist Quark. - Rosa Luxemburg" (S.256)
Beeindruckenderweise haben sich einige der selbstverwalteten und autonomen, besetzten Häuser bis heute gehalten - auch wenn sie mittlerweile nicht mehr als besetzt bezeichnet werden - und gehen gemeinnützigen Zielen nach.

Gemeinsam mit seiner Schwester Barbara Sichtermann besucht Kai Sichtermann, Gründungsmitglied der legendären Band Ton Steine Scherben, zahlreiche Beteiligte, sodass Hausbesetzer selber die Geschichte des Häuserkampfes beschreiben und erklären können. So handelt es sich bei "Das ist unser Haus" um ein Lese-, Bilder- und Geschichtsbuch mit bemerkenswertem inhaltlichen Umfang. Erzählt wird auf abwechslungsreiche, informative, äußerst spannende und sehr beeindruckende Weise von verschiedenen Entwicklungen, Projekten, Ereignissen, Perspektiven und Zusammenhängen.
Beeindruckend sind nicht nur die vielen verschiedenen Textformate und Bildquellen, die einen tiefen Blick in die damalige Zeitgeschichte gewähren, sondern auch die Verknüpfung verschiedener Erfahrungen mit Theorien, Forderungen, Einstellungen, Ansichten oder Beobachtungen von Soziologen, Anwälten oder anderen Fachleuten.
Aus verschiedenen Blickwinkeln werden die Erfahrungen der Hausbesetzer gekonnt mit dem Zeitgeist und geschichtlichen Geschehen in Verbindung gesetzt, sodass man Stück für Stück an Zeitverständnis gewinnen kann.
Erwähnenswert finde ich zudem, dass viele unterschiedliche Quellen verwendet werden - so zum Besipiel Fotografien, Zeitungsausschnitte, Liedtexte oder aus Angst vor Unruhen nicht ausgestrahlte Radiobeiträge. Für mich gab es in dem Buch so viel zu entdecken - und ich bin schwer beeindruckt davon, wie viel Material in dieses Werk eingeflossen ist. Das ermöglicht auch das Weiterlesen, Recherchieren und Einlesen in verschiedene Bereiche. Auf diese Weise bin ich auf Bücher, die ich unbedingt noch lesen muss, Soziologen, mit denen ich mich nun genauer befassen möchte, Filme, welche ich anzuschauen habe und Lieder, die ich zur Zeit rauf und runter höre, gestoßen. Darüber hinaus finden derart viele Gebäude, Initiativen und Organisationen Erwähnung, dass man sich mit diesen und den von ihnen vertretenen Wertevorstellungen über das Buch hinaus noch eingänglicher zu befassen vermag.
Dennoch ist, sofern einen solche weiterführenden Recherchen nicht reizen können, genug Erklärung gegeben als das man das Gelesene auch so verstünde.
Sehr ansprechend ist für mein Empfinden darüber hinaus, dass die Thematik so umfassend behandelt wird. Es bildet sich ein stimmiges Gesamtbild und man kann sehr gut in das Buch abtauchen.
Fasziniert haben mich die vielen verschiedenen Ansatzpunkte, erwähnte Fachliteratur und sehr wissenschaftliche Argumentationsweisen. So wird der Leser ebenfalls für die Gegenwart sensibilisiert - denn das "Recht auf Stadt - Henri Lefebvre" (S. 294) ist heute noch immer ein Thema angesichts steigender Mietpreise und Ähnlichem. Des Weiteren gibt "Das ist unser Haus" wertvolle Denkanstöße zur Verhältnismäßigkeit der Mittel und anderen Themengebieten.

Alles in allem bin ich von diesem 300 Seiten umfassenden Buch mehr als begeistert. Es ist äußerst abwechslunsreich, informativ, spannend, anschaulich, strukturiert, gut recherchiert und verknüpft, sodass es einen tiefen Einblick in die Geschichte der Hausbesetzung - die bis heute andauert - bietet. Von mir gibt es daher eine klare Leseempfehlung und volle 5 Sterne!

Kommentare: 6
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B

Rezension zu "Vorsicht Kind" von Barbara Sichtermann

Schlachtszenen im Kinderzimmer
buecherlenzvor 4 Jahren

Wenn Paare Eltern werden, träumen sie oft von unvergleichlichem Glück und nie gekannter Liebe. Wie hart die Träumenden auf dem Boden der Realität aufprallen können, verrät die Autorin Barbara Sichtermann in ihrem Buch „Vorsicht Kind".

Tage voller Trivialität sagt die Autorin werdenden Eltern hier auf über 200 Seiten voraus. In keinem vorigen Jahrhundert, so Sichtermann, sei die Kindererziehung einem einzigen Menschen zugemutet worden. Im 19. Jahrhundert hätten wohlhabendere Schichten lieber ihr Tafelsilber versetzt, als auf ein Kindermädchen zu verzichten. „Niemand verlangte damals von den Frauen (…) grobe Plackerei wie das Beseitigen von Scheiße und das Umherkriechen auf dem Boden oder den puren Nervenkrieg, wie ihn die disparaten Zeiterlebniswelten von Erwachsenen und Kindern unausweichlich hervortreiben, als einen heiligen Beruf anzusehen“. Erst im 20. Jahrhundert sei Kinderaufzucht plötzlich als ein vermeintliches Idyll erschienen, in das sich meistens die glückliche junge Mutter zurückziehen sollte. Sichtermann weist damit auf ein modernes, bis heute existierendes Tabu hin: „Man zog einen Vorhang aus Mull und Euphemismus vor die Schlachtszenen im Kinderzimmer“. Schreibend zieht ihn Sichtermann wieder auf. Wie zum süßen Kuschelbody die Kehrseite der stinkenden Windel gehört, so zeigt die Autorin in jedem Kapitel den Abgrund aus Anstrengung und Langeweile, der hinter dem Mythos „Elternglück“ lauert.

Die Schlüsse zu denen Sichtermann kommt, sind nicht unbedingt neu: Väter müssen sich mehr beteiligen, um die Belastungen auf mehrere Schultern zu verteilen. Das Elterngeld muss drei Jahre lang gezahlt werden, um den Eltern die Möglichkeit zu geben, auch in der schwierigen Kleinkindzeit noch flexibel für ihr Kind da zu sein und wechselhafte Berufsbiographien dürfen nicht länger die Ausnahme, sondern die Regel sein.

Man muss zugeben: an einigen Stellen merkt man dem Buch auch seinen Ursprung in den 80er Jahren an. Sichtermann webt immer wieder einen Feminismus alter Schule ein, gespeist aus der latenten Wut als Frau immer noch wie selbstverständlich in die Mutterrolle gedrängt zu werden.

Doch gerade vor dem Hintergrund der Debatte um neue „Väter“, die sich zwischen Beruf und Kind ebenso überfordert fühlen wie Frauen, setzt das Buch neue Akzente. Denn eines wird ganz deutlich: Elternzeit ist nicht nur, wie meist kinderlose Kolleginnen und Kollegen vielleicht gerne unterstellen, eine nette Urlaubspause, in der man entspannt und überglücklich seine Zeit mit einem wunderbaren Wesen verbringt. Das Versorgen eines Babys, auch des eigenen, ist nervenaufreibend, frustrierend und nach erwachsenen Maßstäben angelegt, unbefriedigend, geistig unterfordernd und langweilig. Kurz: harte Arbeit ohne Lohn.

Wer an der Isolation der so selig imaginierten und manches Mal so unselig erfahrenen Dyade mit einem Kleinkind zu knabbern hat, findet in Sichtermanns Buch ein Echo. Dass eine alleinerziehende Mutter oder ein Vater ohne Kontakte und Unterstützung ihr Kind bald hassen würden, dahinter steckt laut Sichtermann vor allem ein Grund: die alleinige Verteilung der Kinderpflichten auf eine Person, lasse die dringend benötigte Liebe verkümmern. Heilsam wirke da nur die gemeinsame Betreuung, die auf mindestens zwei, wenn nicht drei Bezugspersonen verteilt werden müsse. Denn Menschen zeugen ein Kind nicht nur im Kollektiv, sondern freuen und ärgern sich über den Nachwuchs ebenfalls am besten auf diese Weise.

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-Lesemaus-s avatar

Rezension zu "Die Erste" von Barbara Sichtermann

Ehrgeiz und Durchhaltevermögen lohnen sich!
-Lesemaus-vor 5 Jahren

In der heutigen Welt ist es so gut wie selbstverständlich, Ehrgeiz zu zeigen und für seine Ziele zu kämpfen.
Dies gilt für Männer wie für Frauen. Bestimmt jeder weiß jedoch, dass es nicht immer so war.
Frauen wurden unterdrückt, ihre Ziele für Träumereien erklärt und sie hatten meist keine Chance, gegen die starke Männerfront anzukommen.

Doch auch wenn es so aussieht, als ob es keinen Ausweg gäbe: Einige Frauen haben es geschafft!
Sie haben die Zähne zusammengebissen und einen schwierigen Weg auf sich genommen, nur um ihre Interessen und Forderungen auch durchzusetzen.

Ein spannendes Thema, denn es ist noch nicht allzu lange her, dass Christine Lagarde die erste Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IWF) geworden ist oder Virginia Rometty die Führung bei IBM übernommen hat. Doch auch vor längerer Zeit gab es bereits Frauen, die "die Ersten waren".
So zum Beispiel Alexandra Kollontai, die erste Ministerin und erste Botschafterin eines Staates weltweit.

Diese bewundernswerte Frauen waren großartige Vorbilder für kommende Generationen. Ganz besonders hat mir gefallen, aus welch unterschiedlichen Bereichen die Geschichten der Frauen stammen.
So ist die eine Ärztin, die andere Kampfpilotin und die Dritte Landesbischöfin.

Das Buch überzeugt zu Beginn gleich mit seiner Aufmachung. Der Einband ist sehr hochwertig, so auch die verstärkten Seiten und farbigen Fotos.

Kaum hatte ich auch nur das Vorwort gelesen, wusste ich, dass ich dieses Buch nicht mehr so schnell wieder aus der Hand legen kann. Und siehe da: Erst Stunden später musste ich mal eine Pause im Lesen einlegen.
Und das wirklich nur allzu ungern, denn diese Biographien sind unvorstellbar fesselnd!
Wie oft habe ich den Kopf geschüttelt über diese verstaubten Ansichten mancher Männer und wie oft habe ich den Kampfesgeist der "Ersten" bewundert!

Fazit: Ein wirklich grandioses Buch, dass ich jedem herzlichst empfehlen kann!

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