Barbara Sichtermann Vorsicht Kind

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Inhaltsangabe zu „Vorsicht Kind“ von Barbara Sichtermann

Worin bestehen die Veränderungen und Belastungen durch ein Kind wirklich? Wie kann man die überflüssigen meiden, die notwendigen hinnehmen und sie allesamt teilen? Was bedeutet der Alltag mit einem Kind für die Mutter, für ihre Entwicklung? Wie kommt es, daß die "wahre Mutterliebe" kaum jemals das richtige Maß findet und entweder zu wenig oder zu viel gibt? Welche Bedeutung hat die völlig neue Zeiterfahrung für eine Frau, die es gewohnt ist, selbständig zu arbeiten, ihre Zeit selbst einzuteilen, Angefangenes zu Ende zu führen? Mit einem neuen Vorwort von Barbara Sichtermann.§

Wer die selig imaginierte Dyade mit einem Kleinkind manchmal auch als Herausforderung erlebt, findet in diesem Buch ein Echo.

— buecherlenz
buecherlenz

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  • Schlachtszenen im Kinderzimmer

    Vorsicht Kind
    buecherlenz

    buecherlenz

    15. October 2014 um 15:34

    Wenn Paare Eltern werden, träumen sie oft von unvergleichlichem Glück und nie gekannter Liebe. Wie hart die Träumenden auf dem Boden der Realität aufprallen können, verrät die Autorin Barbara Sichtermann in ihrem Buch „Vorsicht Kind". Tage voller Trivialität sagt die Autorin werdenden Eltern hier auf über 200 Seiten voraus. In keinem vorigen Jahrhundert, so Sichtermann, sei die Kindererziehung einem einzigen Menschen zugemutet worden. Im 19. Jahrhundert hätten wohlhabendere Schichten lieber ihr Tafelsilber versetzt, als auf ein Kindermädchen zu verzichten. „Niemand verlangte damals von den Frauen (…) grobe Plackerei wie das Beseitigen von Scheiße und das Umherkriechen auf dem Boden oder den puren Nervenkrieg, wie ihn die disparaten Zeiterlebniswelten von Erwachsenen und Kindern unausweichlich hervortreiben, als einen heiligen Beruf anzusehen“. Erst im 20. Jahrhundert sei Kinderaufzucht plötzlich als ein vermeintliches Idyll erschienen, in das sich meistens die glückliche junge Mutter zurückziehen sollte. Sichtermann weist damit auf ein modernes, bis heute existierendes Tabu hin: „Man zog einen Vorhang aus Mull und Euphemismus vor die Schlachtszenen im Kinderzimmer“. Schreibend zieht ihn Sichtermann wieder auf. Wie zum süßen Kuschelbody die Kehrseite der stinkenden Windel gehört, so zeigt die Autorin in jedem Kapitel den Abgrund aus Anstrengung und Langeweile, der hinter dem Mythos „Elternglück“ lauert. Die Schlüsse zu denen Sichtermann kommt, sind nicht unbedingt neu: Väter müssen sich mehr beteiligen, um die Belastungen auf mehrere Schultern zu verteilen. Das Elterngeld muss drei Jahre lang gezahlt werden, um den Eltern die Möglichkeit zu geben, auch in der schwierigen Kleinkindzeit noch flexibel für ihr Kind da zu sein und wechselhafte Berufsbiographien dürfen nicht länger die Ausnahme, sondern die Regel sein. Man muss zugeben: an einigen Stellen merkt man dem Buch auch seinen Ursprung in den 80er Jahren an. Sichtermann webt immer wieder einen Feminismus alter Schule ein, gespeist aus der latenten Wut als Frau immer noch wie selbstverständlich in die Mutterrolle gedrängt zu werden. Doch gerade vor dem Hintergrund der Debatte um neue „Väter“, die sich zwischen Beruf und Kind ebenso überfordert fühlen wie Frauen, setzt das Buch neue Akzente. Denn eines wird ganz deutlich: Elternzeit ist nicht nur, wie meist kinderlose Kolleginnen und Kollegen vielleicht gerne unterstellen, eine nette Urlaubspause, in der man entspannt und überglücklich seine Zeit mit einem wunderbaren Wesen verbringt. Das Versorgen eines Babys, auch des eigenen, ist nervenaufreibend, frustrierend und nach erwachsenen Maßstäben angelegt, unbefriedigend, geistig unterfordernd und langweilig. Kurz: harte Arbeit ohne Lohn. Wer an der Isolation der so selig imaginierten und manches Mal so unselig erfahrenen Dyade mit einem Kleinkind zu knabbern hat, findet in Sichtermanns Buch ein Echo. Dass eine alleinerziehende Mutter oder ein Vater ohne Kontakte und Unterstützung ihr Kind bald hassen würden, dahinter steckt laut Sichtermann vor allem ein Grund: die alleinige Verteilung der Kinderpflichten auf eine Person, lasse die dringend benötigte Liebe verkümmern. Heilsam wirke da nur die gemeinsame Betreuung, die auf mindestens zwei, wenn nicht drei Bezugspersonen verteilt werden müsse. Denn Menschen zeugen ein Kind nicht nur im Kollektiv, sondern freuen und ärgern sich über den Nachwuchs ebenfalls am besten auf diese Weise.

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