Barbara Streidl

 4,2 Sterne bei 12 Bewertungen
Autorin von Kann ich gleich zurückrufen?, Feminismus. 100 Seiten und weiteren Büchern.
Autorenbild von Barbara Streidl (© Random House / Stephanie Fuessenich)

Lebenslauf von Barbara Streidl

Barbara Streidl wir im Jahr 1972 in der Landeshauptstadt Bayerns, in München geboren. Sie absolvierte ein Studium der Germanistik und Komparatistik. Sie arbeitete mit Medien wie der Süddeutschen Zeitung und dem Bayerischen Rundfunk zusammen. Außerdem ist Streidl Gründerin des Blogs der feministischen Initiative "Frau Lila" Sie war außerdem als Co Autorin am Buch "Wir Alphamädchen - Warum Feminismus das Leben schöner macht." beteiligt.

Alle Bücher von Barbara Streidl

Cover des Buches Kann ich gleich zurückrufen? (ISBN: 9783442379378)

Kann ich gleich zurückrufen?

 (8)
Erschienen am 08.06.2012
Cover des Buches Feminismus. 100 Seiten (ISBN: 9783150205419)

Feminismus. 100 Seiten

 (2)
Erschienen am 25.09.2019
Cover des Buches Gier (ISBN: 9783777629667)

Gier

 (1)
Erschienen am 16.03.2022
Cover des Buches Kann ich gleich zurückrufen? (ISBN: 9783641073039)

Kann ich gleich zurückrufen?

 (1)
Erschienen am 08.06.2012
Cover des Buches Ich mach das jetzt! (ISBN: 9783945543856)

Ich mach das jetzt!

 (0)
Erschienen am 07.03.2021

Neue Rezensionen zu Barbara Streidl

Cover des Buches Gier (ISBN: 9783777629667)dietrich_pukass avatar

Rezension zu "Gier" von Barbara Streidl

Eine Todsünde: GIER – Aufklärung und Überwindung
dietrich_pukasvor 4 Monaten

Barbara Streidl

GIER - Wenn Genug nicht Genug ist 

Stuttgart 2022 

Rezension von Dietrich Pukas 21.05.2022 

 

Gier gehört zum Menschsein und sie steckt als Todsünde mehr oder weniger ausgeprägt in uns allen. Über sie wurde auch schon frühzeitig nachgedacht: sowohl in der griechischen Antike als ebenfalls in der christlichen Dogmatik. Und sie beherrscht als grundlegende Problematik unser Leben heute mehr denn je, sodass Aufklärung zu ihrer Überwindung geboten erscheint, was Barbara Streidl in ihrem lesenswerten Buch anschaulich und gründlich besorgt. 

 

Gier, Habsucht, Geiz als Antrieb der Menschen: Wir wollen immer mehr ohne Ende und selbst dann, wenn es auf Kosten und zum erheblichen Nachteil Anderer geht. Wir tun es, da es in unserer Wachstums-, Konsum- und Überfluss-Gesellschaft normal und weit verbreitet ist, viel zu haben und trotzdem noch mehr zu wollen. Das gilt im Großen wie im Kleinen: ob ausbeuterische Unternehmer, „Heuschrecken“-Investoren, Miethaie, bestechliche Staatsdiener, Börsenspekulanten, Steuerbetrüger, Sozialhilfe-Mogler, skrupellose Schnäppchenjäger – sie wollen in ihrer Habgier den eigenen Vorteil ohne Rücksicht auf die Mitmenschen oder das Allgemeinwohl. Die Autorin erläutert die Gier in uns: woher sie kommt, wo wir ihr begegnen, wie sie uns ergreift und prägt, auf welche Weise wir sie bezwingen könnten, wenn wir überhaupt bereit werden, uns entsprechend zu ändern. 

 

Wie Geiz und Gier in unserer Gesellschaft verankert sind, schildert Barbara Streidl aktuell an markanten Beispielen und aus vielfältigen Perspektiven wie einem illegalen Hausabriss in München angeblich aus „Versehen“, der gerichtlich bislang nicht geahndet werden konnte, oder exemplarisch mit einem riesigen Pflegebetrug, der im bayrischen Gesundheitssystem stattfand, nicht zuletzt durch Ausbeutung und Bereicherung in Leiharbeiter- und Erntehelfer-Skandalen. Aber sie spürt der „neuen Habsucht“ auch in Werbeslogans oder Popsongs nach und zeigt „berühmte Maßlosigkeit“ etwa bei Popstars wie Elvis Presley und Madonna, jedoch ebenfalls bei bekannten Schauspielerinnen, Politikern oder anderen Spitzenpersönlichkeiten auf. Gleichfalls verfolgt sie „Habgier in der Bibel“ und beschreibt Auseinandersetzungen um Habsucht, Gemeinwohl und Nächstenliebe im Alten und Neuen Testament. Obwohl die Grenzen des Wachstums (Club of Rome) bereits vor 50 Jahren sichtbar waren, entwickelte sich unser Gesundheitswesen infolge von Profitgier und Trickmöglichkeiten in Teilen zum „Schlaraffenland für Kriminelle“. Angebahnt bzw. gerechtfertigt werden die zugrunde liegenden unmoralischen „Gierschlund“-Einstellungen und Verhaltensweisen durch ein ungelöstes Problem der Einkommensverteilung wegen Begünstigung der Superreichen und Machtelite. In der Trivial- und Comic-Literatur erweist sich der in Geld badende „Dagobert Duck“ als weltberühmter Vorzeige-Kapitalist und Muster für maßlosen Profit, wobei die Autorin eine Beziehung zu Donald Trump herstellt, während sie andererseits eine diesbezügliche Enthaltsamkeit moderner Moralphilosophie feststellt. 

 

Streidl trägt noch mehr Fälle vor, wie der Wohlstand der Einen den Übelstand der Anderen erzeugt und die Gier ins Grenzenlose treibt wie Billigkonsum und Kaufwahn zum Einen und menschenunwürdige Produktion zum Anderen, etwa bei der Kleiderherstellung in Niedriglohnländern und Wegwerfmentalität oder Fresswelle mittels Supermarkt-Strategien. Die vorgestellten Befunde der Psychologie zu Kaufsucht, Auswüchsen der Gier und Konsumverzicht fallen indes eher dürftig aus. Aber die Autorin beschäftigt sich ausführlicher mit dem Ende der Habsucht, der gesellschaftlichen Akzeptanz, das Begehren zu verändern in Richtung auf die soziale Befriedigung von Bedürfnissen für ein erfülltes, glückliches Leben. Denn viel Geld schafft nicht große Zufriedenheit: „Kein Gegenstand kann die Hohlstellen in einem Menschen auffüllen – nur der Mensch selbst.“ So möchten die Hochvermögenden lieber mehr spenden, als höhere Steuern zahlen. Das „Commons-Prinzip“ stellt eine Möglichkeit dar, durch Gemeingut wie die Weltmeere oder das Teilen von Besitz wie das Sharing von Autos, Fahrrädern, teuren Werkzeugen und Maschinen unter Nachbarn innerhalb einer Gesellschaft ein bereicherndes „Gefühl von genug“ herzustellen und unersättliche Gier zu überwinden. Soziale Ungerechtigkeit berechtigt jedenfalls Zukurzgekommene nicht, etwas zu stehlen und den anderen einfach wegzunehmen. Schließlich gewinnt das Nachhaltigkeitsverständnis angesichts der Klimakatastrophe an Zuspruch und Einsicht, auf Statusobjekte zu verzichten, den Überkonsum von Ressourcen global zu beenden und materiellen Fortschritt in eine sozial-ökologisch gestaltete Zukunft zu überführen. Um dieses Zieles willen ist die Lektüre dieses Buches möglichst allen zu empfehlen. 

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Cover des Buches Kann ich gleich zurückrufen? (ISBN: 9783442379378)Natalie77s avatar

Rezension zu "Kann ich gleich zurückrufen?" von Barbara Streidl

Der Spagat zwischen Beruf und Familie
Natalie77vor 9 Jahren

Inhalt:
Sie ist eine berufstätige Mutter mit einem dreijährigen Sohn und versucht trotz aller Widrigkeiten Kind und Beruf unter einen hut zu bringen. Trotz kranker Mutter, streikenden Erzieherinnen und dem ganz normalen Alltag.

Meine Meinung:
Welche berufstätige Mutter kennt das nicht: Das Kind möchte nicht immer so wie es muss. Der Chef beschwert sich und sieht einen nur als Arbeitstier und nicht die Mutter. Die das schlechte GEwissen plagt weil sie mit ihrem Kind zu wenig Zeit hat und es einen Tag nach dem Fieber wieder in den Kindergarten schicken muss.

Genauso geht es dieser Mutter hier. Mir Gott sei Dank nicht, denn ich arbeite nur teilzeit. Trotzdem bekam ich schon dumme Kommentare zu hören. Als mein Sohn fast zwei Jahre alt war fing ich an Taxi zu fahren. Es gab ja genug Verwandtschaft die sich bereit erklärte aufzupassen und am Wochenende war da ja auch der Papa. Dann kam das Angebot den Zwerg in den Kindergarten zu schicken bevor er drei wird und ich hab es angenommen und weiß noch das ich als Rabenmutter beschimpft wurde. Das werde ich wohl auch nicht vergessen. Dabei musste ich mit arbeiten ohne diesen kleinen Nebenverdienst ging es gar nicht und wir hatten gewiss keine Luxusvorstellungen. Geht man allerdings nicht arbeiten und ist "nur" Hausfrau und Mutter wird man für faul gehalten. Deswegen Hut ab vor den Müttern die Beides hin bekommen.

So wie auch die Mutter aus diesem Buch. Auch wenn nicht immer alles nach Plan läuft meistert sie Job, Kind und Mann doch sehr gut. Man wächst mit seinen Aufgaben. Dabei ist dieses Buch keine reine Unterhaltungsliteratur, sondern ist sozialkritisch. Sehr interessant ohne dabei langweilig zu sein. Gespickt mit Fakten die am Ende auch durch Fußnoten belegt werden. Ein Sachbuch was auch unterhaltsam ist und zeigt was Mütter heute teilweise leisten müssen. Wie sie den Spagat versuchen und dabei egal was sie tun anecken.

Es bleibt zu hoffen das der ein oder andere Chef und Politiker dieses Buch liest und mal darüber nachdenkt bevor er das nächste Mal handelt.

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Cover des Buches Kann ich gleich zurückrufen? (ISBN: 9783442379378)Brina1983s avatar

Rezension zu "Kann ich gleich zurückrufen?" von Barbara Streidl

Rezension zu "Kann ich gleich zurückrufen?" von Barbara Streidl
Brina1983vor 10 Jahren

Kurzbeschreibung lt. amazon:
Ihr Kind hat beim Frühstück getrödelt. Deshalb kommt sie zu spät ins Büro – und entschuldigt sich mit einem davongefahrenen Bus. Eine junge Mutter wie so viele andere, in der Rushhour des Lebens zwischen Kind und Karriere. Eine Woche lang begleitet dieses Buch sie durch den Alltag – der genau durchgeplant ist, um Muttersein, Job und Beziehung unter einen Hut zu bringen. Muss das Leben einer Frau, die weder auf ein Kind noch auf ihren Job verzichten will, noch immer an Wahnsinn grenzen?
Die Wahrheit über den Alltag der berufstätigen Mutter von heute.
*
Erster Satz:
Ich werde den Bus nicht mehr erwischen, egal, wie schnell ich renne.
*
Meine Meinung:
Eine interessante Lektüre, die mal auf die Lebensweise einer Mutter hinweist. Es ist in der Tat so, dass ich mich in einigen, von der Autorin beschriebenen, Situationen wiedergefunden habe.
*
Zitat:
“Mit meiner Schwangerschaft bin ich vom uninteressanten Individuum zum Gesprächsgegenstand geworden…
…Völlig Fremde mischen sich in die Kindererziehung ein oder beurteilen meine Entscheidungen, kritisieren mich willkürlich als Rabenmutter oder als Latte-macchiato-Mutter.“
Seite 130
*
Das Problem ist, dass die Gruppe einmischender Personen einfach gar keine Ahnung hat. Ein Beispiel aus meinem Leben: Ich gehe mit meinen Kindern einkaufen. Bzw. damals hatte ich nur ein Kind und noch nicht drei. ;) Meine Tochter wagte es tatsächlich im Einkaufsladen zu schreien und nicht mehr weiterlaufen zu wollen. Ich kaufte weiter fleißig im Laden ein und ließ sie an Ort und Stelle stehen. Oh, wurde ich mit bösen Blicken bestraft…Aber wisst ihr was? Meine Tochter beruhigte sich irgendwann und hat es nie wieder getan. Wenn es aber nach den Fremden gegangen wäre, hätte ich zu meiner Tochter laufen sollen, sie trösten sollen, und am besten noch nachgeben. Aber da kann ich euch sagen, dann wäre es nicht bei diesem einem Mal geblieben. So viel zum Thema Erziehung. Aber es gibt auch die positiven und wissenden Blicke von anderen Eltern, die einem dann doch die Bestätigung geben und sich damit auskennen.
*
Ja, als Mutter ist man ein öffentliches Gut, dass kann ich bestätigen. In Situationen wie oben ist es sehr nervig und ich kann auch sehr gut nachvollziehen, dass die Autorin das kritisiert und sich darüber den Kopf zerbricht.

Insgesamt habe ich mich auch in einigen anderen Situationen wiedergefunden. Zum Beispiel, dass man ganz schön oft abgehetzt wirkt, zwischen Beruf und Kind/Kindern. Manchmal war es mir aber ein wenig zu viel Gehetze und zuuu viele verschiedene Probleme. Meinen Haushalt bekomme ich mit Kindern und Beruf auch noch ganz gut selbst geregelt. Ich habe zwar kein Problem damit, dass man sich eine Putzfrau holt. Eigentlich ist das sogar eine tolle Sache, aber ich möchte lieber allein mit meiner To-Do Liste klarkommen.
*
Was ich noch als sehr interessant empfunden habe; war das Thema im Umgang mit Kollegen. Auch das kenne ich heute noch. Viele kinderlose Kolleginnen haben kein Verständnis dafür, dass man pünktlich Feierabend machen muss…(Das spricht doch Bände. In der heutigen Gesellschaft sollte das nicht mehr so sein). Und der Irrsinn daran ist, man hat tatsächlich ein schlechtes Gewissen. Aber das versuche ich mir abzugewöhnen. Die Zeit brauche ich für meine Kinder und ich möchte mich nicht dafür entschuldigen müssen, dass ich Mutter bin. Wo kommen wir denn dahin…
*
Also sage ich: Das Buch sollten auch Leute lesen, die keine Kinder haben. Vielleicht können sie sich da einfühlen?! I don’t know…
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Eigentlich hatte ich mir das Buch auch ganz anders vorgestellt. Etwas witziger vielleicht. Aber eigentlich ist der Autorin ein sehr gutes und einfach wahres Werk gelungen.
*
Und daher vergebe ich 4 Bücher!

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