Barbara Streidl

 4.1 Sterne bei 10 Bewertungen
Autorin von Kann ich gleich zurückrufen?, Feminismus. 100 Seiten und weiteren Büchern.
Autorenbild von Barbara Streidl (© Random House / Stephanie Fuessenich)

Lebenslauf von Barbara Streidl

Barbara Streidl wir im Jahr 1972 in der Landeshauptstadt Bayerns, in München geboren. Sie absolvierte ein Studium der Germanistik und Komparatistik. Sie arbeitete mit Medien wie der Süddeutschen Zeitung und dem Bayerischen Rundfunk zusammen. Außerdem ist Streidl Gründerin des Blogs der feministischen Initiative "Frau Lila" Sie war außerdem als Co Autorin am Buch "Wir Alphamädchen - Warum Feminismus das Leben schöner macht." beteiligt.

Alle Bücher von Barbara Streidl

Cover des Buches Kann ich gleich zurückrufen?9783442379378

Kann ich gleich zurückrufen?

 (8)
Erschienen am 08.06.2012
Cover des Buches Feminismus. 100 Seiten9783150205419

Feminismus. 100 Seiten

 (1)
Erschienen am 25.09.2019
Cover des Buches Kann ich gleich zurückrufen?9783641073039

Kann ich gleich zurückrufen?

 (1)
Erschienen am 08.06.2012
Cover des Buches Langeweile. 100 Seiten9783150204535

Langeweile. 100 Seiten

 (0)
Erschienen am 20.07.2018

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Rezension zu "Kann ich gleich zurückrufen?" von Barbara Streidl

Der Spagat zwischen Beruf und Familie
Natalie77vor 7 Jahren

Inhalt:
Sie ist eine berufstätige Mutter mit einem dreijährigen Sohn und versucht trotz aller Widrigkeiten Kind und Beruf unter einen hut zu bringen. Trotz kranker Mutter, streikenden Erzieherinnen und dem ganz normalen Alltag.

Meine Meinung:
Welche berufstätige Mutter kennt das nicht: Das Kind möchte nicht immer so wie es muss. Der Chef beschwert sich und sieht einen nur als Arbeitstier und nicht die Mutter. Die das schlechte GEwissen plagt weil sie mit ihrem Kind zu wenig Zeit hat und es einen Tag nach dem Fieber wieder in den Kindergarten schicken muss.

Genauso geht es dieser Mutter hier. Mir Gott sei Dank nicht, denn ich arbeite nur teilzeit. Trotzdem bekam ich schon dumme Kommentare zu hören. Als mein Sohn fast zwei Jahre alt war fing ich an Taxi zu fahren. Es gab ja genug Verwandtschaft die sich bereit erklärte aufzupassen und am Wochenende war da ja auch der Papa. Dann kam das Angebot den Zwerg in den Kindergarten zu schicken bevor er drei wird und ich hab es angenommen und weiß noch das ich als Rabenmutter beschimpft wurde. Das werde ich wohl auch nicht vergessen. Dabei musste ich mit arbeiten ohne diesen kleinen Nebenverdienst ging es gar nicht und wir hatten gewiss keine Luxusvorstellungen. Geht man allerdings nicht arbeiten und ist "nur" Hausfrau und Mutter wird man für faul gehalten. Deswegen Hut ab vor den Müttern die Beides hin bekommen.

So wie auch die Mutter aus diesem Buch. Auch wenn nicht immer alles nach Plan läuft meistert sie Job, Kind und Mann doch sehr gut. Man wächst mit seinen Aufgaben. Dabei ist dieses Buch keine reine Unterhaltungsliteratur, sondern ist sozialkritisch. Sehr interessant ohne dabei langweilig zu sein. Gespickt mit Fakten die am Ende auch durch Fußnoten belegt werden. Ein Sachbuch was auch unterhaltsam ist und zeigt was Mütter heute teilweise leisten müssen. Wie sie den Spagat versuchen und dabei egal was sie tun anecken.

Es bleibt zu hoffen das der ein oder andere Chef und Politiker dieses Buch liest und mal darüber nachdenkt bevor er das nächste Mal handelt.

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Rezension zu "Kann ich gleich zurückrufen?" von Barbara Streidl

Rezension zu "Kann ich gleich zurückrufen?" von Barbara Streidl
Brina1983vor 7 Jahren

Kurzbeschreibung lt. amazon:
Ihr Kind hat beim Frühstück getrödelt. Deshalb kommt sie zu spät ins Büro – und entschuldigt sich mit einem davongefahrenen Bus. Eine junge Mutter wie so viele andere, in der Rushhour des Lebens zwischen Kind und Karriere. Eine Woche lang begleitet dieses Buch sie durch den Alltag – der genau durchgeplant ist, um Muttersein, Job und Beziehung unter einen Hut zu bringen. Muss das Leben einer Frau, die weder auf ein Kind noch auf ihren Job verzichten will, noch immer an Wahnsinn grenzen?
Die Wahrheit über den Alltag der berufstätigen Mutter von heute.
*
Erster Satz:
Ich werde den Bus nicht mehr erwischen, egal, wie schnell ich renne.
*
Meine Meinung:
Eine interessante Lektüre, die mal auf die Lebensweise einer Mutter hinweist. Es ist in der Tat so, dass ich mich in einigen, von der Autorin beschriebenen, Situationen wiedergefunden habe.
*
Zitat:
“Mit meiner Schwangerschaft bin ich vom uninteressanten Individuum zum Gesprächsgegenstand geworden…
…Völlig Fremde mischen sich in die Kindererziehung ein oder beurteilen meine Entscheidungen, kritisieren mich willkürlich als Rabenmutter oder als Latte-macchiato-Mutter.“
Seite 130
*
Das Problem ist, dass die Gruppe einmischender Personen einfach gar keine Ahnung hat. Ein Beispiel aus meinem Leben: Ich gehe mit meinen Kindern einkaufen. Bzw. damals hatte ich nur ein Kind und noch nicht drei. ;) Meine Tochter wagte es tatsächlich im Einkaufsladen zu schreien und nicht mehr weiterlaufen zu wollen. Ich kaufte weiter fleißig im Laden ein und ließ sie an Ort und Stelle stehen. Oh, wurde ich mit bösen Blicken bestraft…Aber wisst ihr was? Meine Tochter beruhigte sich irgendwann und hat es nie wieder getan. Wenn es aber nach den Fremden gegangen wäre, hätte ich zu meiner Tochter laufen sollen, sie trösten sollen, und am besten noch nachgeben. Aber da kann ich euch sagen, dann wäre es nicht bei diesem einem Mal geblieben. So viel zum Thema Erziehung. Aber es gibt auch die positiven und wissenden Blicke von anderen Eltern, die einem dann doch die Bestätigung geben und sich damit auskennen.
*
Ja, als Mutter ist man ein öffentliches Gut, dass kann ich bestätigen. In Situationen wie oben ist es sehr nervig und ich kann auch sehr gut nachvollziehen, dass die Autorin das kritisiert und sich darüber den Kopf zerbricht.

Insgesamt habe ich mich auch in einigen anderen Situationen wiedergefunden. Zum Beispiel, dass man ganz schön oft abgehetzt wirkt, zwischen Beruf und Kind/Kindern. Manchmal war es mir aber ein wenig zu viel Gehetze und zuuu viele verschiedene Probleme. Meinen Haushalt bekomme ich mit Kindern und Beruf auch noch ganz gut selbst geregelt. Ich habe zwar kein Problem damit, dass man sich eine Putzfrau holt. Eigentlich ist das sogar eine tolle Sache, aber ich möchte lieber allein mit meiner To-Do Liste klarkommen.
*
Was ich noch als sehr interessant empfunden habe; war das Thema im Umgang mit Kollegen. Auch das kenne ich heute noch. Viele kinderlose Kolleginnen haben kein Verständnis dafür, dass man pünktlich Feierabend machen muss…(Das spricht doch Bände. In der heutigen Gesellschaft sollte das nicht mehr so sein). Und der Irrsinn daran ist, man hat tatsächlich ein schlechtes Gewissen. Aber das versuche ich mir abzugewöhnen. Die Zeit brauche ich für meine Kinder und ich möchte mich nicht dafür entschuldigen müssen, dass ich Mutter bin. Wo kommen wir denn dahin…
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Also sage ich: Das Buch sollten auch Leute lesen, die keine Kinder haben. Vielleicht können sie sich da einfühlen?! I don’t know…
*
Eigentlich hatte ich mir das Buch auch ganz anders vorgestellt. Etwas witziger vielleicht. Aber eigentlich ist der Autorin ein sehr gutes und einfach wahres Werk gelungen.
*
Und daher vergebe ich 4 Bücher!

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Rezension zu "Kann ich gleich zurückrufen?" von Barbara Streidl

Rezension zu "Kann ich gleich zurückrufen?" von Barbara Streidl
Ativor 7 Jahren

Die 1972 in München geborene und heute dort lebende Barbara Streidl beschäftigt sich nicht nur als Gründerin und auf ihrem Blog www.fraulila.de mit dem Thema Feminismus. Bereits 2008 wurden sie und die Mitbetreiber des Webblogs maedchenmannschaft.net mit dem Preis Best German Blog ausgezeichnet. Streidl studierte Germanistik und Komparatistik, arbeitet als Musikerin, Journalistin und Autorin. Aus ihrer Feder stammen die bei blanvalet erschienenen Bücher Wir Alphamädchen – Warum Feminismus das Leben schöner macht und das gerade vor mir liegende KANN ICH GLEICH ZURÜCKRUFEN? Der alltägliche Wahnsinn einer berufstätigen Mutter.

Beide Bücher würde ich, da mir kein anderes Genre dazu einfällt, in die Kategorie Nonfiction sortieren, obwohl Streidl ihre LeserInnen in KANN ICH GLEICH ZURÜCKRUFEN? Der alltägliche Wahnsinn einer berufstätigen Mutter an acht Tagen aus dem Leben einer fiktiven Mutter, aktuell und von eben dieser Mutter selbst erzählt, teilnehmen lässt.

Das Cover, soviel gleich vorab, vermittelte mir einen etwas falschen Eindruck. Das gelbe Piktogramm einer weiblichen Gestalt, der der Kopf zu summen scheint, mit klingelndem Handy in der einen und einem Kinderwagen an der anderen Hand, scheint zusammen mit dem Titel zunächst auf einen heiteren Roman für Frauen hinzudeuten. Auch die Inhaltsangabe erweckt, flüchtig gelesen, diesen Eindruck. Die gewählte Farbe (Dunkelmagenta) für den Bucheinband an sich verstärkte dann meine heiter-fröhliche Erwartungshaltung an das Buch zusätzlich. Lediglich ein Satz von Andrea Nahles, in dem Sie das Buch als leidenschaftliches Plädoyer für eine Arbeitswelt bezeichnet, in der man sich nicht für seine Kinder entschuldigen muss, weckte in mir den Verdacht, dass es sich dann doch um etwas anderes handeln könnte.

Und tatsächlich las ich dann eine eher sachlich-ernste Schilderung von acht Tagen im Leben einer jungen Frau. Sie ist verheiratet mit einem verständnisvollen und so erfolgreichen Mann, dass sie gar nicht arbeiten muss. Sie haben ein gemeinsames Kind. Besagtes Kind geht in die Kita. Es gibt eine Oma, die ebenfalls darauf aufpasst. Es gibt eine Putzfrau, die im Haushalt hilft. Es gibt Elternzeit, Elterngeld sowie Kindergeld. Eigentlich alles also, um glücklich zu sein. Wenn da nicht das wäre, wovon jede Mutter ein Lied singen kann - und zwar nicht nur die Berufstätigen, wobei die natürlich eventuell in verschärfter Form. Ständiger Druck bestimmt den Alltag der jungen Frau, die gerne arbeitet und so schnell wie möglich in ihren Beruf zurückgekehrt ist, um den Anschluss nicht zu verlieren. Dieser Druck wird von der Angst zu versagen ausgelöst. Nicht nur weil das Muttersein beim ersten Kind eben noch neu ist, auch weil das Organisationstalent permanent auf die Probe gestellt wird, wenig zeitlicher Spielraum bleibt und die Schere zwischen Plan und Realität bisweilen zu sehr auseinanderklafft. Der Druck wird auch ausgelöst durch Wut und schlechtes Gewissen. Gegenüber dem Kind (weil es da ist?), dem Arbeitgeber, den Kollegen, dem Mann, der Oma, den Kita-Angestellten (weil sie sich von allen irgendwo, irgendwie, irgendwann im Stich gelassen oder angegriffen fühlt?) Das eine bedingt das andere und umgekehrt. Ganz kritisch wird es, als die Oma von heute auf morgen aus gesundheitsbedingten Gründen ausfällt und selbst zu einem Problem wird.

Diese Probleme haben sich - mal Hand aufs Herz - nicht allzu sehr geändert in den letzten Jahren. Kindererziehung und Pflege von Angehörigen ist etwas, das nach wie vor eher Frauen als Männer stemmen. Wer aus einer wirtschaftlich sicheren Situation als Mutter arbeiten geht, wird auch heutzutage noch schnell als karrieregeil und eigensüchtig verschrien. Die Mütter, die aus wirtschaftlicher Not heraus berufstätig sind, müssen einfach funktionieren und froh um ihren Arbeitsplatz sein. Kita, Kindergeld, Elterngeld, Erziehungsurlaub, Arbeitsplatzgarantie - all das haben die Mütter vor einigen Jahrzehnten nicht oder kaum gekannt und in Anspruch nehmen können. Trotzdem ist mit Einführung all dieser wunderbaren Errungenschaften das Leben für sie nicht zwingend leichter geworden, weil die Ansprüche gestiegen sind.

Die Bildungschancen und Karrieremöglichkeiten der Frauen haben sich verbessert, in der beruflichen Perspektive werden Kinder jedoch immer noch als eine Art Hemmschuh betrachtet. Gleichzeitig verschärfen sich unabhängig davon die Bedingungen wieder. Wenn man etwa die brandaktuelle Entwicklung im Rentenbereich betrachtet, scheint es für alle künftigen Rentenempfängerinnen eindeutig ratsam, schnell wieder ins Arbeitsleben einzusteigen.

Streidl lässt ihr fiktives Elternpaar über diese Probleme diskutieren, bindet dabei die Ergebnisse diverser Studien ein. Die beiden kritisieren zusammen oder getrennt arbeitspolitische Fragen (von der eigenen Tätigkeit, im Bezug auf ihre eigene Putzfrau oder anlässlich der unterbezahlten Erzieherinnen in der Kita ihres Sohnes), führen mehr oder weniger konstruktive Gespräche. Spätestens hier wird unabhängig von den ständigen Beteuerungen (gar nicht arbeiten zu müssen) der erzählenden Hauptfigur klar, dass Streidls Hauptfigur keineswegs für alle berufstätigen Mütter steht, sondern eher gut gebildete, finanziell abgesicherte Mütter in stabilen sozialen Verhältnissen betrifft.

Mehr als eine (reale) Mutter wird sich in Streidls fiktiver Gestalt und den auf acht Tagen komprimierten Erlebnissen und Emotionen wiedererkennen. Bedauerlicherweise wird keine von ihnen einen ungefähren Lösungsansatz für die breit gefächerten, gut recherchierten aber sehr trocken dargestellte Problemstellungen finden. Obwohl die innere Zerrissenheit der Hauptfigur sehr gut dargestellt fand und diese auch durchaus sich durchaus selbstkritisch betrachtet, empfand ich sie zeitgleich fast bis zum Schluss als jemand, der auf hohem Niveau zu jammern gelernt hat.

Mit der beschriebenen Erkrankung der Oma und den daraus resultierenden Folgen deutet sich letztlich ein Wechsel an. Erst danach wird der jungen Mutter scheinbar bewusst, dass der meiste Druck von ihr selbst erzeugt wird und nur sie etwas ändern kann. Gleichzeitig deutet genau dieser Wechsel aber auch an, dass sie in gewisser Weise resigniert und sich den gesellschaftlichen Strukturen unterwirft, indem sie zurücksteckt. Das empfindet sie glücklicher- und sympathischerweise nicht als Verlust oder Versagen. Doch auch wenn mich das mit dem übrigen Buchinhalt an sich irgendwie versöhnt, frage ich mich doch unwillkürlich, was eine Autorin wie Streidl, die sich vorwiegend mit Feminismus beschäftigt, damit ausdrücken möchte.

Fazit:

Mit KANN ICH GLEICH ZURÜCKRUFEN? Der alltägliche Wahnsinn einer berufstätigen Mutter bietet Streidl einen Einblick in den täglichen Spagat zwischen Wollen und Können, zwischen Müssen und Dürfen. Kind und Karriere, beides ist auch heute noch schwer vereinbar. Eine romanähnliche gehaltene Darstellung dieser Thematik offenbar auch, denn die eher trocken-analytische Beschreibung Streidls hebelt eben diesen Versuch aus. Insgesamt frage ich mich nach Beendigung des Buches nach der eigentlichen Intention der Autorin, bietet sie doch nur eine Auflistung von gleichermaßen bekannten wie gesellschaftlich gerne ignorierten Problemen ohne Lösungsmodelle oder auch nur andeutungsweise Lösungsansätze. Trotz der guten und kritischen Recherche möchte ich deshalb nur drei von fünf Punkten dafür vergeben.

Copyright ©, 2013 Antje Jürgens (AJ)

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