Barbara Vine

 3.9 Sterne bei 287 Bewertungen

Lebenslauf von Barbara Vine

Barbara Vine - zusammengesetzt aus ihrem zweiten Vornamen und dem Mädchennamen ihrer Urgroßmutter - ist ein Pseudonym von Ruth Rendell, einer britischen Thriller- und Kriminalautorin, geboren 1930 in London. Sie ging in Englands Hauptsadt zur Schule und arbeitete danach als Journalistin für eine kleine Wochenzeitung. Sie bekam früh einen Sohn und widmete sich der Kindererziehung, bis sie anfing, Krimis zu schreiben. Vines erster Roman erschien 1964. Seitdem erschienen über 40 Romane, die in 23 Sprachen übersetzt und mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet wurden. Neben P.D. James ist sie einer der bedeutendsten Krimiautoren des 20. Jahrhunderts. Heute lebt Rendell in London.

Neue Bücher

Die im Dunkeln sieht man doch

 (34)
Neu erschienen am 24.10.2018 als Taschenbuch bei Diogenes.

Alle Bücher von Barbara Vine

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Es scheint die Sonne noch so schön

Es scheint die Sonne noch so schön

 (42)
Erschienen am 28.10.2015
Die im Dunkeln sieht man doch

Die im Dunkeln sieht man doch

 (34)
Erschienen am 24.10.2018
Astas Tagebuch

Astas Tagebuch

 (26)
Erschienen am 01.01.1995
Schwefelhochzeit

Schwefelhochzeit

 (25)
Erschienen am 17.12.2008
Der schwarze Falter

Der schwarze Falter

 (25)
Erschienen am 01.12.2000
Heuschrecken

Heuschrecken

 (20)
Erschienen am 01.01.2003
Das Haus der Stufen

Das Haus der Stufen

 (17)
Erschienen am 22.02.2017
Aus der Welt

Aus der Welt

 (16)
Erschienen am 25.11.2008

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Neue Rezensionen zu Barbara Vine

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awogflis avatar

Rezension zu "Es scheint die Sonne noch so schön" von Barbara Vine

Die Vergangenheit holt uns ein
awogflivor 2 Monaten

Oh wie liebe ich diese A-Z Autorinnenchallenge. Beim Buchstaben V habe ich erneut eine für mich komplett neue Schriftstellerin entdeckt, die mir sehr gut gefallen hat.

Barbara Vine kann wahnsinnig gut fabulieren, die akuraten Landschaftsbeschreibungen, die atmosphärische Dichte des Plots und die intensiven Figurenentwicklungen fallen zuerst ins Auge. Sehr schnell war ich als Leserin gemeinsam mit dieser Kommune auf diesem geerbten Landsitz in der Nähe von London.

Die Story weist eine sehr spannende Konstellation auf. In einem Haus werden zufällig die Knochen einer Frauenleiche und anschließend auch noch eines Babies entdeckt. Dieser Roman ist nun vordergründig die Geschichte jener fünf Personen, die mehr oder weniger gut mit dem Trauma der Vergangenheit, das dem Leser erst nach und nach enthüllt wird (Mord Totschlag Unfall), zurechtkommen. Die Handlung springt sehr schnell und unvermittelt permanent zwischen Gegenwart und Vergangenheit, was ein bisschen herausfordernd zu lesen aber punktgenau konzipiert ist, denn die drei männlichen Protagonisten haben dieses mehr als zehn Jahre alte Trauma noch nicht wirklich verarbeitet, das schlechte Gewissen und die Selbstvorwürfe holen sie immer wieder ein, trotz aller Vertuschugnen gelangen die Wahrheit und alle verdrängten Fakten allmählich an die Oberfläche des Bewusstseins. Das ist auch psychologisch sehr gut konzipiert, durch den Fortschritt der polizeilichen Ermittlungen werden die Herren der damaligen Kommune allmählich nach und nach nervös, weichgeklopft und offenbaren sich selbst und dem Leser das Geständnis, die Beichte, was wirklich passiert ist.

Auch beim Kriminalplot wurde ich am Ende des Romans noch einmal gehörig überrascht, was mir sehr viel Vergnügen bereitet hat, denn ich werde sehr gerne ein bisschen and der Nase herumgeführt.

Fazit: Ein psychologisch klug konziperter, sprachlich und inhaltlich anspruchsvoller Roman mit einem spannenden Krimiplot. Warum ich nun speziell bei diesem Buch nur 4 Sterne vergebe (eigentlich sollten es 4,5 sein), weiß ich auch nicht so genau, aber es könnte daran liegen, dass sich die Geschichte zu Beginn ein bisschen zu gemächlich entwickelt. Vielleicht liegt es aber auch wahrscheinlich daran, dass ich zusätzlich 2 Bücher von der Autorin gekauft habe, die möglicherweise auch noch viel besser sind.

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Stephanuss avatar

Rezension zu "Die im Dunkeln sieht man doch" von Barbara Vine

Ungewöhnlich aufgebauter Krimi - Spannungsarm
Stephanusvor 6 Monaten

Im England der 1930er Jahre zieht Vera Hillyard, nach dem Tod der Eltern, ihre jüngere Schwester Eden sowie ihren Sohn in einem kleinen englischen Dorf auf. Eden und Vera scheinen sehr vertraut und nichts scheint sie trennen zu können, bis plötzlich der 2. Weltkrieg alles ändert und Eden zum Militär geht. Vera bleibt zurück und bekommt scheinbar noch ein Kind, auf fas danach Eden Anspruch erhebt. Ein Kleinkrieg entzündet sich, an dessen Ende Eden von Vera getötet und diese dafür hingerichtet wird.

Barbara Vine, alias Ruth Rendell, wagt mit diesem Buch ein Experiment und schreibt einen Krimi aus einer völlig ungewöhnlichen Erzählperspektive. Mit dem Aufhänger, dass ein Buch über Vera Hillyard und ihren Mord geschrieben werden soll wird die Handlung aus der Sicht einer nahen Verwandten geschildert. Dabei ist von der ersten Seite des Buches klar, dass Vera gemordet hat und dafür gehängt wurde. Es wird quasi rückwärts erzählt, wie es dazu kommen konnte. Mit einer klaren und stilistisch sehr facettenreichen Sprache schafft die Autorin eine dichte Atmosphäre und legt großen Wert auf die Hauptcharaktere und deren detailgenauer Beschreibung. Immer mehr kommt das Motiv für die Tat von Vera ans Licht und die Welt der Familie erscheint nicht mehr ganz so heil. Der Einstieg ins Buch ist mir sehr schwergefallen wegen der ungewöhnlichen Erzählkonstruktion und dem völlig untypischen für einen Krimi, die fehlende Spannung. Die erste 2/3 des Buches bringen nur sehr kleine Fortschritte und  Tatmotive von Vera bleiben noch im Dunkeln. Erst am Ende des Buches werden diese klar. Ein ungewöhnlicher Aufbau eines Krimis, der mich nicht überzeugt hat.

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Herbstroses avatar

Rezension zu "Der schwarze Falter" von Barbara Vine

Unterdrückte Gefühle …
Herbstrosevor 8 Monaten

Ziemlich verstört kommt Gerald Candless von einem Spaziergang zu einem nahegelegenen Hotel zurück, zu dem er Freunde begleitete – kurze Zeit später stirbt der 71jährige beliebte Schriftsteller an einer Herzattacke. Ein Schock für seine beiden Töchter Sarah und Hope, zu denen er ein inniges Verhältnis hatte – eine Befreiung für seine Ehefrau Ursula, die jahrzehntelang unter seiner Lieblosigkeit und Kälte leiden musste. Kurze Zeit nach der Beerdigung schlägt der langjährige Verleger der Familie vor, eine Biographie über Gerald Candless zu schreiben. Mit dem Gedanken, eine Lobeshymne auf den geliebten Vater zu verfassen, erklärt sich die ältere Tochter Sarah dazu bereit. Doch mit Bestürzung muss sie bald feststellen, dass im Lebenslauf des berühmten Autors einiges nicht stimmt. Er hat weder an der Universität studiert, noch als Reporter bei der Zeitung gearbeitet, wie er früher seinen Mädchen erzählt hatte. Weitere Recherchen ergeben, dass Gerald Candless bereits im Alter von sieben Jahren verstorben ist. Sarah ist fassungslos. Wer war ihr Vater wirklich? Was hatte er zu verbergen, dass er mit sechsundzwanzig Jahren eine völlig neue Identität angenommen hatte? Anhaltspunkte kann sie eventuell in seinen Büchern finden, in denen er Etappen seines Lebens verarbeitet hat und die alle auf dem Cover einen schwarzen Falter als Erkennungszeichen tragen …

Die Autorin Barbara Vine, die eigentlich Ruth Rendell hieß und unter diesem Namen über 30 Bücher, hauptsächlich Kriminalromane, veröffentlichte, wurde 1930 in South Woodford geboren und starb am 2. Mai 2015 in London. Unter dem Pseudonym Barbara Vine schrieb sie überwiegend Thriller mit psychologischem Hintergrund. Sie war bekannt für ihre elegante Dichtkunst und wurde mit zahlreichen angesehenen Literaturpreisen ausgezeichnet.

„Der schwarze Falter“ überrascht den Leser schon zu Beginn mit einer hintergründigen Spannung, die bis zum Ende durchhält. Dabei ist es kein Kriminalroman oder Thriller nach gewohntem Muster, sondern eher eine Detektivgeschichte, in der Tochter Sarah die Ermittlungen leitet. Zwar kann man schon verhältnismäßig früh ahnen, warum Gerald Candless seine Identität gewechselt hatte, doch die auslösenden Umstände erfährt man erst zum Schluss. Dann erst wird man der ganzen Tragweite des Ereignisses bewusst und kann dem Protagonisten und seinem Handeln ein gewisses Verständnis entgegenbringen.

Mehrere Handlungsstränge beleben das Geschehen und werden am Ende perfekt zusammen geführt: die Geschichte einer lieblosen Ehe, die erleichterte Witwe und ihr allmähliches Antasten an ein neues Leben, die Beziehungsunfähigkeit der beiden Töchter und ihre langsame Annäherung an ihre Mutter, Sarahs spannende Nachforschungen über ihre Familie und nicht zuletzt die Entdeckung des sorgsam gehüteten Geheimnisses aus Geralds Vergangenheit. Sehr lebendig und verschiedenartig sind die Charaktere, jeder für sich besticht durch Individualität. Man empfindet ihre Emotionen und erlebt diese als Leser hautnah mit, fühlt Trauer über ihre geplatzten Träume, ist wütend über ein Netz von Lügen und blickt in Abgründe der menschlichen Seele.

Fazit: Ein gut durchdachtes, stimmiges Psycho-Drama mit beklemmendem Ende. Empfehlenswert für Leser, die eher die leisen Töne lieben!

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Zusätzliche Informationen

Barbara Vine wurde am 17. Februar 1930 in South Woodford, London (Großbritannien) geboren.

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von 2 Lesern aktuell gelesen

von 8 Lesern gefolgt

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