Barbara Vinken

 3,9 Sterne bei 10 Bewertungen
Autor von Angezogen, Die nackte Wahrheit und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Barbara Vinken

Barbara Vinken ist Professorin für Allgemeine  Literaturwissenschaft und Romanische Philologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München und unterrichtete zuletzt in New York, Paris und Chicago. Sie schreibt für »DIE ZEIT«, »NZZ« und »CICERO« und ist häufig im Fernsehen zu Gast. 2013 wurde ihr Buch »Angezogen« für den Preis derLeipziger Buchmesse nominiert.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Barbara Vinken

Cover des Buches Angezogen (ISBN: 9783608948967)

Angezogen

 (8)
Erschienen am 21.02.2015
Cover des Buches Die Blumen der Mode (ISBN: 9783608949100)

Die Blumen der Mode

 (1)
Erschienen am 10.10.2016
Cover des Buches Thomas Bernhard Hab & Gut (ISBN: 9783710603105)

Thomas Bernhard Hab & Gut

 (1)
Erschienen am 28.01.2019
Cover des Buches Ratzinger-Funktion (ISBN: 9783518124666)

Ratzinger-Funktion

 (1)
Erschienen am 22.05.2006
Cover des Buches Bestien (ISBN: 9783883962986)

Bestien

 (0)
Erschienen am 15.03.2011
Cover des Buches Du Bellay und Petrarca (ISBN: 9783484550377)

Du Bellay und Petrarca

 (0)
Erschienen am 01.01.2001
Cover des Buches Flaubert (ISBN: 9783596370504)

Flaubert

 (0)
Erschienen am 30.09.2015

Neue Rezensionen zu Barbara Vinken

Cover des Buches Thomas Bernhard Hab & Gut (ISBN: 9783710603105)M

Rezension zu "Thomas Bernhard Hab & Gut" von André Heller

Unverzichtbar für alle Anhänger von Thomas Bernhard
mapefuevor 2 Jahren

Zum 30. Todestag ( 12. Februar 1989) von THOMAS BERNHARD hat André Heller einen Band zusammengestellt, der sich mit dem Hab & Gut des „Erregungshochleistungsvirtuosen“ beschäftigt.


BERNHARDS STIL


AUSNAHMEWESEN. Am 12. Februar, drei Monate nachdem die Uraufführung seines Stückes „Heldenplatz“ am Burgtheater ganz Österreich auf den Kopf gestellt hatte, starb Thomas Bernhard. Rechtzeitig zu seinem 30. Todestag (an den auch im Akademietheater zwischen 11. Und 20. 2. mit einem Leseprogramm erinnert wird) bringt der Brandstätter Verlag einen sehr feinen Band zu ,,Hab und Gut" und Stilbewusstsein des ewigen Provokateurs auf den Markt. Initiiert und zusammengestellt hat ihn André Heller, nachdem er den sorgfältig inszenierten Privatkosmos im ehemaligen Wohnhaus des Autors in Ohlsdorf betreten hatte. Beeindruckt von diesem durchkomponierten Haus hat Heller dann Experten versammelt, um sich mit den Wohnstätten Bernhards zwischen Obernathal und Ottnang zu beschäftigen. So schreibt u. a. Dietmar Steiner als Architekturexperte über die Häuser und Räume und die Modehistorikerin Barbara Vinken über Bernhard als ,,Dandy im Hause Österreichs“, der die Krachlederne als sein ländliches Verkleidungsritual schätzte. Die Fotos aufgenommen von Hertha Hurnaus.

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Cover des Buches Die Blumen der Mode (ISBN: 9783608949100)M

Rezension zu "Die Blumen der Mode" von Barbara Vinken

Innere Deutung und Geschichte der Mode
michael_lehmann-papevor 5 Jahren

Innere Deutung und Geschichte der Mode

Ende des 20. Jahrhunderts kam sie „in Mode“. Die in Schnitte umgesetzten „erotischen Fantasien“, bei Versace, Montane, Gaultier und anderen wichtigen Modeschöpfern.

„Inspirieren lassen sie sich von oftmals bizarr anmutenden Obsessionen“. Höchste Absätze, Schnürkorsetts, Lackleder. Und nehmen damit auf, was „Trend“ ist im „wahren Leben“.

Was nur ein, sehr prägnantes, Beispiel dafür ist, wie die Mode und das Design der Mode immer und immer wieder empathisch es verstanden haben (und verstehen), gesellschaftliche Entwicklungen, Nischen, Neuausrichtungen bereits im Vorfeld zu erspüren und Trends zu setzen, bevor überhaupt jene Nische „Mainstream“ geworden war.

Nicht nur an dieser Stelle gehen Mode und zunächst kleinere, individuelle Entwicklungen Hand in Hand und machen hoffähig, was zu Beginn eher Aufbegehren darstellte oder einer Absonderung vom Mainstream diente.

Die Swinging Sixties, die Zeit des Punk, eben jene erwähnte Phase des „Fetish“ (zu der Valerie Steel eine überaus treffende Modetheorie von „Fetisch. Mode. Sex. Macht“ im Buch beisteuert.

Ebenso, wie mit den Einsichten und Einblicken von Pierre Bourdieu und Yvette Desault zugleich Zeitgeschichte in der Betrachtung der konkreten Mode der konkreten Zeit aufgedeckt wird. Wie sich die Aufspaltung der „Szene“ in eine Avantgarde (rive gauche) und des weiterhin starken exklusiven Klassizismus etablierter Häuser (rive droite) sichtbarer Ausdruck der „Teilung der herrschenden Klasse in eine alte und eine neue Bourgeoisie“ vollzog.

Da, wo der Körperkult begann und die Ummantelung des Körpers nur mehr dazu diente, diesen bestmöglich zu präsentieren. „Der Körper und nicht mehr das Kleid wird…zum gesellschaftlichen Distinktionsmerkmal schlechthin“. Dem entsprach der Trend des Designs, den Körper als „natürlichen“ zu zeigen und nicht mehr, wie zuvor, das Kleid als solches in den Mittelpunkt zu stellen, um den Körper teils auch bestmöglich zu kaschieren.

Vor allem nun eben wurde Mode genutzt, um den „Werte des Trägers / Trägerin“ durch die Kleidung herauszustellen. Ein Wert, der für eine bestimmte Schicht nun eher darin lag, das herauszustellen, was Zeit, Kraft und Geld gekostet hat, der eigene, natürliche, schlanke und in jedem Alter jugendlich wirkende Körper.

Zwei Einblicke in das, was Barbara Vinken mit der sehr lebendigen und in sich durchaus aus verschiedenen Perspektiven kommenden Beiträgen in diesem Werk geleistet hat.

Die Mode quasi „vom Bügel“ zu nehmen und die tieferen Bezüge der Mode zum gesellschaftlichen Leben, zum Selbstverständnis der Menschen in der konkreten Zeit aufzuzeigen und die Reaktionen von Literaten, Soziologen, Philosophen, Modetheoretikern und vielen mehr daraufhin aufzunehmen.

Metrosexualität, Kunst und Krieg, Mode und Armee, Anzug und Eros und Dutzende mehr an teils sehr konkreten, teils eher abstrakten Zuwendungen zur Mode und deren Bedeutung sind die Themen, die vielfach im Buch versammelt sind.

Texte, so unterschiedlich sie sind, denen doch in der Zusammenschau im Buch gelingt, das Ziel, das sich Vinken gesetzt hat, zu erfüllen.

„Die Mode in ein anderes als gewohntes“ Licht zu rücken und anders über diesen „schönen Schein“, der oft als Avantgarde soziologische Entwicklungen begleitete und beförderte, diesen zumindest immer einen sichtbaren Ausdruck verschaffen hat, zu denken.

In einem der stärksten „Signalbereiche“ des Menschen, bei dem gilt: Mode war nicht und ist bis heute nicht konsensuell.

Ein gerade aufgrund der Vielfalt der Stimmen und der Vielfalt der Richtungen, aus denen diese Stimmen kommen und wessen sie sich annehmen sehr interessantes und aufschlussreiches Buch über Sinn, Zweck und Entwicklungen der Mode.

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Cover des Buches Angezogen (ISBN: 9783608946253)M

Rezension zu "Angezogen" von Barbara Vinken

Mode als „Zeichensystem“ im historischen Wandel
michael_lehmann-papevor 8 Jahren


 

Wie wir uns kleiden und vor allem, warum wir uns zu Zeiten genauso kleiden, wie wir es tun, dass ist das Thema dieses Buches von Barbara Vinken.

 

Dass die Mode nicht wahllos ist, nicht „aus dem Blauen“ heraus als wankelmütige „Tyrannei der Mode“ quasi vom Himmel fällt, sondern durchaus erkennbaren Regeln und „Grundabsichten“ folgt, all das legt Vinken detailliert vor.

 

Wobei sie von Beginn an der sichtbaren Unterscheidung zwischen Männer- und Damenmode folgt. Zwar zeigen Männer zunehmend im letzten Jahrzehnt auch „Bein“ (durch möglichst schmal geschnittene Hosen), in der Regel aber ist die „männliche Silhouette“ seit fast 200 Jahren „zeitlos“. Während sich das äußere Erscheinungsbild der Frauen in periodischer Veränderung zeigt. Vinken benennt dies als „historisches Recycling“, denn diese Mode für Frauen bedient sich beständig historischer Zitate, „entrümpelt“ somit in stetem Wechsel den „Dachboden abgelegter Moden“. Und das nicht ohne Grund.

 

Denn  das, was da wahllos erscheint als Recycling ist mitnichten zufällig. Mode kann man „denken“, wie Vinken behauptet, wenn man die Gesetzmäßigkeiten erkennt. Die modische Entwicklung ist dabei nicht völlig vorhersehbar, vollzieht sich aber im Rahmen feststehender Muster. Modewandel hat allgemein „System“.

 

Um diesem System auf die Spur zu kommen, greift Vinken in allerdings oft stark assoziativer Weise auf die Entwicklungsgeschichte der Mode zurück und führt den Leser in die Kleidung des Empire und der Entwicklung nach der französischen Revolution hin.

 

Sehr interessant zu lesen ist der historische „Knackpunkt“ der Differenzierung in Männer- und Frauenmode, der „Erotisierung des Weiblichen“ durch die Kleidung, den Vinken einerseits an Marie-Antoinette (auf letzten Pomp folgten einfachere, „bürgerliche“ Stoffe und Schnitte, welche die Silhouette des Weiblichen in den Mittelpunkt setzen und nicht mehr die Repräsentation der „Oberen“ durch „funkelnde Kleidung“. Nicht mehr der „Stand“, sondern die „Weiblichkeit“ wird durch die Kleidung repräsentiert und unterstrichen) festmacht und andererseits am „Erfinder des Anzugs“, Philippe Egalite („dressing down“, Unterbindung von Kleidung als Mittelpunkt der Betrachtung und Konzentration allein auf das Gesicht) spiegelt.

 

„Gesichtsmode“ bei Männern und „Körpermode“ bei Frauen sind somit die grundlegenden Strukturelemente der Mode, die Vinken aus der Historie für die Gegenwart immer noch geltend ableitet und die sich in immer wieder sich wiederholenden „Zitaten“ Ausdruck verleiht, da eben immer „das gleiche“ in den Mittelpunkt gerückt werden soll.

Hier ist das Kapitel über „Dandys. Antimode.“ aufschlussreich, in dem der Leser am Durchbrechen der „klassischen Männermode“ sowohl den Zweck der Handlung (Glänzen wie ein Pfau), als auch deren Unsinnigkeit (zu große Ablenkung vom eigentlich individuellen Kern) vor Augen geführt bekommt.

 

Seite für Seite schält sich mehr heraus, was der eigentliche Sinn von Mode ist, dass diese beim Mann durch „Nicht Ablenkung vom Eigentlichen“ gekennzeichnet ist und bei der Frau der Moderne eher von der individuellen Sexualmoral denn vom gesellschaftlichen oder beruflichen Stand bestimmt wird (Hinführung zum „Eigentlichen“, dem „erotisch Weiblichen“). Was allerdings keine weltbewegend neuen Erkenntnisse darstellen.

 

Insgesamt erläutert Vinken sehr differenziert und leider auf manches Mal sehr holprigen und sprunghaften  die Wege einzelner Moden, deren Entstehung und deren hintergründiger Botschaft und Sinn. Dabei verliert sich das Buch hier und da doch in unvermittelten Einzelbetrachtungen philosophischer Haltungen und modischer „Schnitte“ („wo der Orient winkt“), die es dem Leser dann schwer machen, dem roten Faden durchgehend zu folgen.

 

Dennoch, viel über Mode ist durchaus im Buch zu erfahren.

Woher was kommt und warum was zu bestimmten Zeiten dann wiederkommt lässt sich in den grundlegenden Strömungen beantworten.

Ebenso, wie der konkrete Sinn der Mode allgemein dargestellt wird.

 

Glamour steht in diesem Buch nicht im Mittelpunkt, ebenso wenig, wie eine individuelle Modeberatung für den Leser. Der Leser findet dafür hier eine Vielzahl von Hinweisen über die Geschichte der Mode und deren symbolischer Bedeutung.

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