Barbara Vinken

 3.9 Sterne bei 10 Bewertungen
Autor von Angezogen, Die nackte Wahrheit und weiteren Büchern.

Neue Bücher

Thomas Bernhard Hab & Gut

Erscheint am 28.01.2019 als Hardcover bei Brandstätter Verlag.

Liebe, Lust und Leidenschaft in der Literatur

Erscheint am 11.02.2019 als Hardcover bei Komplett-Media.

Alle Bücher von Barbara Vinken

Sortieren:
Buchformat:
Angezogen

Angezogen

 (8)
Erschienen am 21.02.2015
Die Blumen der Mode

Die Blumen der Mode

 (1)
Erschienen am 12.11.2016
Du Bellay und Petrarca

Du Bellay und Petrarca

 (0)
Erschienen am 01.01.2001
Translatio Babylonis

Translatio Babylonis

 (0)
Erschienen am 31.12.2014
Arsen bis Zucker

Arsen bis Zucker

 (0)
Erschienen am 01.12.2010
Die deutsche Mutter

Die deutsche Mutter

 (0)
Erschienen am 19.04.2007
Dekonstruktiver Feminismus

Dekonstruktiver Feminismus

 (0)
Erschienen am 18.01.1995
Thomas Bernhard Hab & Gut

Thomas Bernhard Hab & Gut

 (0)
Erschienen am 28.01.2019

Neue Rezensionen zu Barbara Vinken

Neu
M

Rezension zu "Die Blumen der Mode" von Barbara Vinken

Innere Deutung und Geschichte der Mode
michael_lehmann-papevor 2 Jahren

Innere Deutung und Geschichte der Mode

Ende des 20. Jahrhunderts kam sie „in Mode“. Die in Schnitte umgesetzten „erotischen Fantasien“, bei Versace, Montane, Gaultier und anderen wichtigen Modeschöpfern.

„Inspirieren lassen sie sich von oftmals bizarr anmutenden Obsessionen“. Höchste Absätze, Schnürkorsetts, Lackleder. Und nehmen damit auf, was „Trend“ ist im „wahren Leben“.

Was nur ein, sehr prägnantes, Beispiel dafür ist, wie die Mode und das Design der Mode immer und immer wieder empathisch es verstanden haben (und verstehen), gesellschaftliche Entwicklungen, Nischen, Neuausrichtungen bereits im Vorfeld zu erspüren und Trends zu setzen, bevor überhaupt jene Nische „Mainstream“ geworden war.

Nicht nur an dieser Stelle gehen Mode und zunächst kleinere, individuelle Entwicklungen Hand in Hand und machen hoffähig, was zu Beginn eher Aufbegehren darstellte oder einer Absonderung vom Mainstream diente.

Die Swinging Sixties, die Zeit des Punk, eben jene erwähnte Phase des „Fetish“ (zu der Valerie Steel eine überaus treffende Modetheorie von „Fetisch. Mode. Sex. Macht“ im Buch beisteuert.

Ebenso, wie mit den Einsichten und Einblicken von Pierre Bourdieu und Yvette Desault zugleich Zeitgeschichte in der Betrachtung der konkreten Mode der konkreten Zeit aufgedeckt wird. Wie sich die Aufspaltung der „Szene“ in eine Avantgarde (rive gauche) und des weiterhin starken exklusiven Klassizismus etablierter Häuser (rive droite) sichtbarer Ausdruck der „Teilung der herrschenden Klasse in eine alte und eine neue Bourgeoisie“ vollzog.

Da, wo der Körperkult begann und die Ummantelung des Körpers nur mehr dazu diente, diesen bestmöglich zu präsentieren. „Der Körper und nicht mehr das Kleid wird…zum gesellschaftlichen Distinktionsmerkmal schlechthin“. Dem entsprach der Trend des Designs, den Körper als „natürlichen“ zu zeigen und nicht mehr, wie zuvor, das Kleid als solches in den Mittelpunkt zu stellen, um den Körper teils auch bestmöglich zu kaschieren.

Vor allem nun eben wurde Mode genutzt, um den „Werte des Trägers / Trägerin“ durch die Kleidung herauszustellen. Ein Wert, der für eine bestimmte Schicht nun eher darin lag, das herauszustellen, was Zeit, Kraft und Geld gekostet hat, der eigene, natürliche, schlanke und in jedem Alter jugendlich wirkende Körper.

Zwei Einblicke in das, was Barbara Vinken mit der sehr lebendigen und in sich durchaus aus verschiedenen Perspektiven kommenden Beiträgen in diesem Werk geleistet hat.

Die Mode quasi „vom Bügel“ zu nehmen und die tieferen Bezüge der Mode zum gesellschaftlichen Leben, zum Selbstverständnis der Menschen in der konkreten Zeit aufzuzeigen und die Reaktionen von Literaten, Soziologen, Philosophen, Modetheoretikern und vielen mehr daraufhin aufzunehmen.

Metrosexualität, Kunst und Krieg, Mode und Armee, Anzug und Eros und Dutzende mehr an teils sehr konkreten, teils eher abstrakten Zuwendungen zur Mode und deren Bedeutung sind die Themen, die vielfach im Buch versammelt sind.

Texte, so unterschiedlich sie sind, denen doch in der Zusammenschau im Buch gelingt, das Ziel, das sich Vinken gesetzt hat, zu erfüllen.

„Die Mode in ein anderes als gewohntes“ Licht zu rücken und anders über diesen „schönen Schein“, der oft als Avantgarde soziologische Entwicklungen begleitete und beförderte, diesen zumindest immer einen sichtbaren Ausdruck verschaffen hat, zu denken.

In einem der stärksten „Signalbereiche“ des Menschen, bei dem gilt: Mode war nicht und ist bis heute nicht konsensuell.

Ein gerade aufgrund der Vielfalt der Stimmen und der Vielfalt der Richtungen, aus denen diese Stimmen kommen und wessen sie sich annehmen sehr interessantes und aufschlussreiches Buch über Sinn, Zweck und Entwicklungen der Mode.

Kommentieren0
7
Teilen
M

Rezension zu "Angezogen" von Barbara Vinken

Mode als „Zeichensystem“ im historischen Wandel
michael_lehmann-papevor 5 Jahren


 

Wie wir uns kleiden und vor allem, warum wir uns zu Zeiten genauso kleiden, wie wir es tun, dass ist das Thema dieses Buches von Barbara Vinken.

 

Dass die Mode nicht wahllos ist, nicht „aus dem Blauen“ heraus als wankelmütige „Tyrannei der Mode“ quasi vom Himmel fällt, sondern durchaus erkennbaren Regeln und „Grundabsichten“ folgt, all das legt Vinken detailliert vor.

 

Wobei sie von Beginn an der sichtbaren Unterscheidung zwischen Männer- und Damenmode folgt. Zwar zeigen Männer zunehmend im letzten Jahrzehnt auch „Bein“ (durch möglichst schmal geschnittene Hosen), in der Regel aber ist die „männliche Silhouette“ seit fast 200 Jahren „zeitlos“. Während sich das äußere Erscheinungsbild der Frauen in periodischer Veränderung zeigt. Vinken benennt dies als „historisches Recycling“, denn diese Mode für Frauen bedient sich beständig historischer Zitate, „entrümpelt“ somit in stetem Wechsel den „Dachboden abgelegter Moden“. Und das nicht ohne Grund.

 

Denn  das, was da wahllos erscheint als Recycling ist mitnichten zufällig. Mode kann man „denken“, wie Vinken behauptet, wenn man die Gesetzmäßigkeiten erkennt. Die modische Entwicklung ist dabei nicht völlig vorhersehbar, vollzieht sich aber im Rahmen feststehender Muster. Modewandel hat allgemein „System“.

 

Um diesem System auf die Spur zu kommen, greift Vinken in allerdings oft stark assoziativer Weise auf die Entwicklungsgeschichte der Mode zurück und führt den Leser in die Kleidung des Empire und der Entwicklung nach der französischen Revolution hin.

 

Sehr interessant zu lesen ist der historische „Knackpunkt“ der Differenzierung in Männer- und Frauenmode, der „Erotisierung des Weiblichen“ durch die Kleidung, den Vinken einerseits an Marie-Antoinette (auf letzten Pomp folgten einfachere, „bürgerliche“ Stoffe und Schnitte, welche die Silhouette des Weiblichen in den Mittelpunkt setzen und nicht mehr die Repräsentation der „Oberen“ durch „funkelnde Kleidung“. Nicht mehr der „Stand“, sondern die „Weiblichkeit“ wird durch die Kleidung repräsentiert und unterstrichen) festmacht und andererseits am „Erfinder des Anzugs“, Philippe Egalite („dressing down“, Unterbindung von Kleidung als Mittelpunkt der Betrachtung und Konzentration allein auf das Gesicht) spiegelt.

 

„Gesichtsmode“ bei Männern und „Körpermode“ bei Frauen sind somit die grundlegenden Strukturelemente der Mode, die Vinken aus der Historie für die Gegenwart immer noch geltend ableitet und die sich in immer wieder sich wiederholenden „Zitaten“ Ausdruck verleiht, da eben immer „das gleiche“ in den Mittelpunkt gerückt werden soll.

Hier ist das Kapitel über „Dandys. Antimode.“ aufschlussreich, in dem der Leser am Durchbrechen der „klassischen Männermode“ sowohl den Zweck der Handlung (Glänzen wie ein Pfau), als auch deren Unsinnigkeit (zu große Ablenkung vom eigentlich individuellen Kern) vor Augen geführt bekommt.

 

Seite für Seite schält sich mehr heraus, was der eigentliche Sinn von Mode ist, dass diese beim Mann durch „Nicht Ablenkung vom Eigentlichen“ gekennzeichnet ist und bei der Frau der Moderne eher von der individuellen Sexualmoral denn vom gesellschaftlichen oder beruflichen Stand bestimmt wird (Hinführung zum „Eigentlichen“, dem „erotisch Weiblichen“). Was allerdings keine weltbewegend neuen Erkenntnisse darstellen.

 

Insgesamt erläutert Vinken sehr differenziert und leider auf manches Mal sehr holprigen und sprunghaften  die Wege einzelner Moden, deren Entstehung und deren hintergründiger Botschaft und Sinn. Dabei verliert sich das Buch hier und da doch in unvermittelten Einzelbetrachtungen philosophischer Haltungen und modischer „Schnitte“ („wo der Orient winkt“), die es dem Leser dann schwer machen, dem roten Faden durchgehend zu folgen.

 

Dennoch, viel über Mode ist durchaus im Buch zu erfahren.

Woher was kommt und warum was zu bestimmten Zeiten dann wiederkommt lässt sich in den grundlegenden Strömungen beantworten.

Ebenso, wie der konkrete Sinn der Mode allgemein dargestellt wird.

 

Glamour steht in diesem Buch nicht im Mittelpunkt, ebenso wenig, wie eine individuelle Modeberatung für den Leser. Der Leser findet dafür hier eine Vielzahl von Hinweisen über die Geschichte der Mode und deren symbolischer Bedeutung.

Kommentieren0
4
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Community-Statistik

in 20 Bibliotheken

auf 3 Wunschlisten

von 1 Lesern aktuell gelesen

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks