Barbara Yelin

 4.6 Sterne bei 25 Bewertungen

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Die Unheimlichen: Das Wassergespenst von Harrowby Hall
Erscheint am 30.10.2018 als Hardcover bei Carlsen.

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Barbara YelinIrmina
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Irmina
Irmina
 (25)
Erschienen am 08.10.2014
Barbara YelinDie Unheimlichen: Das Wassergespenst von Harrowby Hall
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Die Unheimlichen: Das Wassergespenst von Harrowby Hall
Barbara YelinRiekes Notizen
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Riekes Notizen
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Erschienen am 01.05.2013
Barbara YelinVor allem eins: Dir selbst sei treu
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Vor allem eins: Dir selbst sei treu
Vor allem eins: Dir selbst sei treu
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Erschienen am 01.09.2016

Neue Rezensionen zu Barbara Yelin

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MilaWs avatar

Rezension zu "Irmina" von Barbara Yelin

Ein Rädchen im System
MilaWvor 10 Monaten

Irmina macht in London eine Ausbildung als Fremdsprachensekretärin. Als Deutsche hat sie es nicht leicht und wird immer wieder mit der Politik der Nationalsozialisten in Verbindung gebracht, die gerade in Deutschland die Macht übernommen haben. Auf einer Party lernt sie Howard kennen, der aus Barbados kommt und der als Student in Oxford auch eine Außenseiterrolle hat. Doch während die ehrgeizige Irmina sich wütend und lautstark wehrt, zieht Howard es vor, sich still anzupassen. Die beiden kommen sich näher bis Irmina nach Deutschland zurückkehren muss und ein strenges Regime vorfindet, dass ein Vorankommen nur durch Anpassung zu erlauben scheint.

 

Meine Meinung:

Die Zeichungen sind eher grob, von zurückhaltender Farbigkeit, wirken teilweise skizzenhaft und gewinnen dadurch eine eigene Dynamik, die so typisch für Barbara Yelins Arbeiten ist.

Die Handlung zeigt einen Blick auf ein alltägliches Schicksal: eine Frau, die vom Nationalsozialismus nicht überzeugt ist, aber durch ihr Nichtstun das System stützt und vor Entscheidungen, die sie in Konflikte stürzen würden, letztlich immer zurückschreckt.

Irmina will zunächst aufsteigen, dann nur noch überleben. Der Preis dafür ist ihre persönliche Freiheit. Sie verschließt die Augen vor den Geschehnissen um sich herum, um sich selbst weiterzubringen. An sich ist das eine sehr wichtige (auf wahren Fakten beruhend)e Geschichte, aber Irminas Wandel kam mir doch etwas zu unvermittelt nach einem Zeitsprung und wurde zu wenig erklärt. Das konnte ich nicht recht nachvollziehen und nachfühlen.

Ein großer Pluspunkt ist das Nachwort des Historikers Dr. Korb, der Irminas Lebensgeschichte in einen größeren Kontext stellt und auch Anregungen zur weiteren Lektüre gibt.

Auf jeden Fall eine sehr lohnende Geschichte, die der Frage nachgeht wie es möglich ist, dass unvorstellbare Grausamkeiten direkt vor den Augen einer Bevölkerung stattfinden, die sich nicht verantwortlich fühlt. Sie macht verständlich, dass das Streben nach persönlicher Sicherheit und Erfüllung der Plicht, das an sich nicht schlecht ist, doch zu einer Katastrophe führen kann.

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pantaubookss avatar

Rezension zu "Irmina" von Barbara Yelin

Eine überwältigende Geschichte einer faszinierenden Frau
pantaubooksvor einem Jahr

Die Graphic Novel Irmina ist mir das erste Mal auf einem anderen Buchblog begegnet und hat meine Aufmerksamkeit erregt, weil sie als Lesehighlight bezeichnet wurde. Die auf wahren Begebenheiten beruhende Geschichte einer deutschen jungen Frau zu Zeiten des Zweiten Weltkrieges, hat sofort mein Interesse geweckt. Umso mehr freue ich mich, dass mich Irminas Geschichte genauso sehr begeistern konnte und ihre Geschichte nicht nur einzigartig, sondern auch tief berührend ist.

„Was finden Sie bloß an den ganzen Büchern?“ – „Na, sie unterhalten und bilden. Aber vor allem kann ich damit in jedes Land der Erde reisen. Im Kopf.“ (S. 255)

Irmina ist eine starke junge Frau, denn sie weiß, was sie in ihrem Leben erreichen möchte. Für ihre Träume und Ziele blendet sie die steigende Bedrohung, die von ihrem Heimatland Deutschland für die restliche Welt ausgeht, weitestgehend aus. Mich hat Irminas Figur sehr beeindruckt. Ihr Mut und ihre Furchtlosigkeit allein in England zu bleiben, ist bewundernswert, obwohl sie mehr und mehr als Deutsche für die Geschehnisse in ihrer Heimat zur Rede gestellt und von der englischen Gesellschaft dazu gezwungen wird, die Machenschaften der Nazis zu rechtfertigen. Die politischen Verhältnisse in Deutschland interessieren Irmina im fernen England aber eher weniger. Erst als sie Howard kennenlernt, erfährt sie, was Rassismus wirklich bedeutet. Mehr und mehr werden ihr die Ungerechtigkeiten gegen Minderheiten, die auch in Deutschland Fahrt aufnehmen, bewusst. Besonders schön fand ich zu sehen, wie Irmina für Howard und dessen Rechte in der Gesellschaft eintritt und die Diskriminierung ihm gegenüber verabscheut.

Lange kann es also nicht mehr dauern bis ich nach London zurückkomme. Ein wenig muss ich wohl noch Geduld haben, doch dann werde ich wieder über den Kanal setzen! Auf bald also Howard! Und vergiss nicht mir zu schreiben! (S.125)

Die zarte Liebe, die Irmina und Howard füreinander empfinden, als sie gemeinsam in England sind, ist für den Leser sehr berührend. Als Irmina zurück nach Deutschland muss und es ihr nicht möglich ist zu Howard zurückzukehren, entwickelt sich die Geschichte mit Beginn des Krieges zu einem Drama. Mich haben vor allem Irminas Erlebnisse in den Kriegsjahren sehr mitgenommen, denn obwohl sie die Judenverfolgung in Berlin mit eigenen Augen sieht, will sie nicht das Unrecht daran erkennen. Im zweiten Teil des Graphic Novels kann man Irminas Beweggründe für ihre Entscheidung deshalb nicht mehr gut nachvollziehen, trotzdem ist man so nah an ihrer Figur und an ihrem Leben, dass man es mit angehaltenem Atem verfolgt und auf ein Happy End hofft.

Ich hause in einer kuriosen Herberge mit einem bunt gemischten Haufen von Leuten die alle aus den unterschiedlichsten Gründen hier sind. Hier in der Hauptstadt merkt man viel deutlicher, wie viel sich in Deutschland verändert hat. (S.116f.)

Die Geschichte hat mich aufgewühlt und hat mich traurig gemacht, aber mir gleichzeitig auch Hoffnung gegeben. Hoffnung darauf, dass das Leben zwar kurz ist, aber nie so endgültig ist, wie es oft scheint.

Der Krieg, und damit das düsterste Kapitel in der deutschen Geschichte, spricht aus nahezu jedem Panel des Graphic Novels. Barbara Yelin ist es gelungen, in einem einzigartigen Zeichenstil und einer überwiegend dunklen Farbgebung, eine melancholische Atmosphäre zu schaffen, die den Erzählton der Geschichte sehr schön untermalt. Da die Panels nicht viel Text beinhalten, hatte ich den Graphic Novel sehr schnell gelesen, umso länger habe ich aber gebraucht, um die Geschichte um Irmina zu verarbeiten.

Fazit & Bewertung

Barbara Yelin hat sich bei der Aufbereitung der Geschichte ihrer Großmutter meiner Meinung nach übertroffen! Irminas dramatisches Leben ist packend und aufwühlend, lässt Fragen offen und lässt den Leser vor allen Dingen lange nicht los. Eine überwältigende Geschichte einer faszinierenden Frau, ein grandioser Zeichenstil, eine wunderbare Graphic Novel!

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liberiariums avatar

Rezension zu "Irmina" von Barbara Yelin

Irmina
liberiariumvor einem Jahr

PLOT


Irmina reist von Deutschland nach London, um in den 1930er Jahren eine Ausbildung dort zu beginnen. Sie trifft auf den Oxford-Studenten Howard, zu dem sie eine besondere Beziehung aufbaut. Genau wie sie weiß er, wie es ist, sich als Außenseiter zu fühlen. Als sich die politische Situation zuspitzt, entschließt sich Irmina jedoch zurück nach Berlin zu gehen. In dem Glauben, die richtige Entscheidung gefällt zu haben, bemerkt sie allerdings, dass sich durch das nationalsozialistische Deutschland einiges verändert hat. Irmina wird sich bewusst, dass sie ihren bisherigen Lebensstil nicht länger fortführen kann.



MEINUNG


Als ich mehr über das Werk von Barbara Yelin erfuhr, war mir nach dem Lesen des Klappentextes von Irmina sehr schnell klar: diesen Comic möchte ich lesen! Der Titel wirkte auf mich bereits von der Aufmachung im Großformat, dem Cover und vor allem wegen der erzählten Geschichte sehr ansprechend. 

Mit fast 300 Seiten ist Irmina auch wirklich ein dickes Buch geworden. Durch das Großformat hat die Geschichte genügend Platz erhalten und kann sich daher frei entfalten. Ich war anfänglich über das ungewöhnliche Format und den Seitenumfang erstaunt, doch für mich stellte sich heraus, dass der Titel genau so viel Raum benötigt, um entsprechend auf den Leser zu wirken zu können. 

Irmina ist die gleichnamige Titelfigur des Comics. Sie wird als starke und feministische Figur eingeführt, die vor allem eins möchte: ernstgenommen werden. Als Frau und dann auch noch als Ausländerin macht ihr Umfeld es ihr wirklich nicht leicht. Noch schwieriger wird es für sie, wenn die politische Situation eskaliert. Es ist spannend zu sehen, wie sich die Verhältnisse verschieben und Irmina sich selbst dazu gedrängt fühlt, Dinge zu verändern, aber auch Dinge schlichtweg anzunehmen. Der Leser begleitet Irmina bis hin in ein hohes Alter und erlebt sozusagen einen Großteil ihres Lebens. Mir brach es manchmal das Herz, wenn ich die Entscheidungen dieser jungen und manchmal mehr und manchmal weniger mutigen Frau las. 

Akzeptanz in einem anderen Land, das ist auch für Howard nicht gerade ein Zuckerschlecken. Tagtäglich hat er es mit rassistischen Äußerungen zu tun und fürchtet jederzeit, seine Stellung an der Universität zu verlieren, obwohl er ein kluger Kopf ist. Nicht nur Irmina, auch Howard wuchs mir sehr schnell ans Herz. Insbesondere die Interaktion beider Charaktere macht die Geschichte sehr lebendig und charmant. 

Man könnte meinen, ein Titel mit so vielen historischen Bezügen ist vielleicht etwas steif und schwierig, doch Irmina brachte mich auch sehr oft zum Lachen. Im Fokus stehen trotz der politischen Umstände schließlich die Figuren, die mich auf vielen Ebenen emotional berührten. 
Dass ich ständig das Gefühl hatte, die Erzählung fühle sich so real an, liegt vermutlich auch daran, dass sie auf einer wahren Begebenheit beruht. Barbara Yelin fand Briefe und Tagebücher ihrer Großmutter, die sie zu dem Titel inspirierten. Gerade diese Tatsache bewegte mich noch mehr als es der Comic sowieso schon tat. 

Der Zeichenstil erschien mir recht ungewohnt. Die Panels haben keinen festen Rahmen, sodass die Bilder für sich stehen können. Das sorgt für eine entsprechende Dynamik beim Lesen: Das Auge gleitet dadurch ohne Unterbrechung von Panel zu Panel, weshalb es mir leicht fiel, den Comic in einem Zug auszulesen. 
Die Strichführung wirkt oft unsauber, trägt allerdings zur Atmosphäre der Geschichte bei. Die Bleistiftlinien wurden nicht entfernt, weshalb die Illustrationen skizzenhaft wirken. Mir gefiel dieser Stil sehr, da ich ihn als sehr unterstützend für die Erzählung fand: ein zu sauberer Duktus hätte einfach nicht hineingepasst.
Auch die Farben tragen perfekt zur Stimmung bei. Sie sind gedeckt und eher düster. Vor allem die graublauen Nuancen dominieren und werden nur an wenigen Stellen von braunen Farbtönen untermalt. 


FAZIT


Irmina war für mich regelrecht ein absolut begeisterndes Leseerlebnis. Ich wurde schon nach wenigen Seiten von der Geschichte überzeugt und fieberte dadurch bei jedem Kapitel immer mehr mit der Protagonistin mit. Für mich ist es unvorstellbar, wie sich Irmina in der Zeit des politischen Umbruchs gefühlt haben muss und was sie alles erlebt haben mag. Barbara Yelin präsentiert einen emotionalen Comic, der mich nicht nur zeichnerisch, sondern auch erzählerisch überzeugte. Als ich das Buch zuschlug, war ich zu Tränen gerührt. Für Irmina von Barbara Yelin vergebe ich daher fünf von fünf möglichen Lesebrillen.

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