Barbara Yelin

 4.7 Sterne bei 28 Bewertungen

Neue Bücher

Die Unheimlichen: Das Wassergespenst von Harrowby Hall

 (2)
Neu erschienen am 30.10.2018 als Hardcover bei Carlsen.

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Irmina

Irmina

 (26)
Erschienen am 08.10.2014
Riekes Notizen

Riekes Notizen

 (0)
Erschienen am 01.05.2013
Vor allem eins: Dir selbst sei treu

Vor allem eins: Dir selbst sei treu

 (0)
Erschienen am 01.09.2016

Neue Rezensionen zu Barbara Yelin

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Rezension zu "Die Unheimlichen: Das Wassergespenst von Harrowby Hall" von Barbara Yelin

Dieses ist ein witzig-grusliges Jugendbuch, bzw. Comic
Gwhynwhyfarvor 14 Tagen

Dieses witzig-gruslige Jugendbuch, bzw., schlicht Comic, nimmt eine über 100 Jahre alten Geschichte von John Kendrick Bangs auf. Die Comic-Zeichnerin Barbara Yelini interpretiert die Story neu mit wundervollen Wasserbildern. Worum geht es? Harrowby Hall, der Familiensitz der gut situierten Familie Oglethorpe war fertig erbaut, zum Einzug bereit, das Zimmer der Tochter gelb-rosa gestrichen. Das gefiel ihr gar nicht und sie rebellierte. Der Vater stellte sie vor die Wahl, draußen zu schlafen oder einzuziehen. Sie ging zum See hinunter, stürzte aus Versehen hinein, ertrank und erscheint nun jedes Weihnachten, um ihr verhasstes Zimmer unter Wasser zu setzen. Heue ein Gästezimmer, zieht sich dort jeder unter Wasser gesetzte Gast eine schwere Erkältung zu, ganz ab von dem Schrecken.

Sir Oglethorpe , beschließt, das Zimmer einfach leerstehen zu lassen. Nun erscheint an Weihnachten das Gespenst in seinem Zimmer. Er erfährt, dass es auch nichts nützen würde, das Haus leerstehen zu lassen, denn das Gespenst würde dem Besitzer des Anwesens über die ganze Welt folgen, um an Weihnachten seine Wasserfälle abzulassen. Die Erkältung, die sich der Mann zuführt, überlebt er nicht.

»Man stelle sich vor, jeder würde so einkaufen.«

Der nachfolgende Sir Oglethorpe beschließt, das Gespenst auszutricksen. Er bestellt sich einen Taucheranzug, der per Post geliefert wird. Ja wenn das jeder machen würde, bekommt er vom Personal zu hören. Eine wundervolle Stelle. Klar, der Trick, den er ersinnt, funktioniert nicht und dieses exzentrische Jammergeschöpf sieht es gar nicht ein, sein Gespuk zu beenden. Eine neue Idee muss her.

Gezeichnet ist das Ganze in Schwarz-Grau-Tönen im Cartoonstil. Gespenst und Wasser sind aquamarinblau hinterlegt. Das Gespenst selbst ist im Skizzenstil dargestellt. Zeichnung und Farbstil im Einklang hinterlassen einen Gruselcharakter. Das Ende ist überraschend, typisch schwarzer, englischer Humor. Mir hat das Buch gefallen. Eine unverkennbare Wintergeschichte, die es einen unter der Wolldecke zittern lässt.

Die Altersangabe des Verlags liegt bei 14. Ich denke, ab 12 kann man das Buch sicher lesen. Klein, aber mein, im Pocketformat ist dies sicher ein nettes Mitbringsel für Jugendliche, die nicht gern lesen.

Die Münchnerin Barbara Yelin ist als Comiczeichnerin sehr bekannt. Sie studierte Illustration an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg. Als Comiczeichnerin ist sie vor allem in Frankreich durch die Bände »Le visiteur« und »Le retard« bekannt geworden. Mit »Gift«, der Geschichte eines historischen Kriminalfalls nach einem Szenario von Peer Meter, ist 2010 der erste umfangreiche Comic von Barbara Yelin bei Reprodukt in Deutschland erschienen, weitere folgten. Sie zeichnete Comicstrips für die Frankfurter Rundschau (“Riekes Notizen”) und den Tagesspiegel und reiste als Workshopleiterin und Reportage-Zeichnerin an Orte wie Kairo, Bali, New Delhi, Tel Aviv und Pristina. 2015 erhielt sie den Bayerischen Kunstförderpreis für Literatur und 2016 den renommierten Max-und-Moritz-Preis als beste deutschsprachige Comic-Künstlerin.

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Rezension zu "Irmina" von Barbara Yelin

Ein Rädchen im System
MilaWvor einem Jahr

Irmina macht in London eine Ausbildung als Fremdsprachensekretärin. Als Deutsche hat sie es nicht leicht und wird immer wieder mit der Politik der Nationalsozialisten in Verbindung gebracht, die gerade in Deutschland die Macht übernommen haben. Auf einer Party lernt sie Howard kennen, der aus Barbados kommt und der als Student in Oxford auch eine Außenseiterrolle hat. Doch während die ehrgeizige Irmina sich wütend und lautstark wehrt, zieht Howard es vor, sich still anzupassen. Die beiden kommen sich näher bis Irmina nach Deutschland zurückkehren muss und ein strenges Regime vorfindet, dass ein Vorankommen nur durch Anpassung zu erlauben scheint.

 

Meine Meinung:

Die Zeichungen sind eher grob, von zurückhaltender Farbigkeit, wirken teilweise skizzenhaft und gewinnen dadurch eine eigene Dynamik, die so typisch für Barbara Yelins Arbeiten ist.

Die Handlung zeigt einen Blick auf ein alltägliches Schicksal: eine Frau, die vom Nationalsozialismus nicht überzeugt ist, aber durch ihr Nichtstun das System stützt und vor Entscheidungen, die sie in Konflikte stürzen würden, letztlich immer zurückschreckt.

Irmina will zunächst aufsteigen, dann nur noch überleben. Der Preis dafür ist ihre persönliche Freiheit. Sie verschließt die Augen vor den Geschehnissen um sich herum, um sich selbst weiterzubringen. An sich ist das eine sehr wichtige (auf wahren Fakten beruhend)e Geschichte, aber Irminas Wandel kam mir doch etwas zu unvermittelt nach einem Zeitsprung und wurde zu wenig erklärt. Das konnte ich nicht recht nachvollziehen und nachfühlen.

Ein großer Pluspunkt ist das Nachwort des Historikers Dr. Korb, der Irminas Lebensgeschichte in einen größeren Kontext stellt und auch Anregungen zur weiteren Lektüre gibt.

Auf jeden Fall eine sehr lohnende Geschichte, die der Frage nachgeht wie es möglich ist, dass unvorstellbare Grausamkeiten direkt vor den Augen einer Bevölkerung stattfinden, die sich nicht verantwortlich fühlt. Sie macht verständlich, dass das Streben nach persönlicher Sicherheit und Erfüllung der Plicht, das an sich nicht schlecht ist, doch zu einer Katastrophe führen kann.

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Rezension zu "Irmina" von Barbara Yelin

Eine überwältigende Geschichte einer faszinierenden Frau
pantaubooksvor einem Jahr

Die Graphic Novel Irmina ist mir das erste Mal auf einem anderen Buchblog begegnet und hat meine Aufmerksamkeit erregt, weil sie als Lesehighlight bezeichnet wurde. Die auf wahren Begebenheiten beruhende Geschichte einer deutschen jungen Frau zu Zeiten des Zweiten Weltkrieges, hat sofort mein Interesse geweckt. Umso mehr freue ich mich, dass mich Irminas Geschichte genauso sehr begeistern konnte und ihre Geschichte nicht nur einzigartig, sondern auch tief berührend ist.

„Was finden Sie bloß an den ganzen Büchern?“ – „Na, sie unterhalten und bilden. Aber vor allem kann ich damit in jedes Land der Erde reisen. Im Kopf.“ (S. 255)

Irmina ist eine starke junge Frau, denn sie weiß, was sie in ihrem Leben erreichen möchte. Für ihre Träume und Ziele blendet sie die steigende Bedrohung, die von ihrem Heimatland Deutschland für die restliche Welt ausgeht, weitestgehend aus. Mich hat Irminas Figur sehr beeindruckt. Ihr Mut und ihre Furchtlosigkeit allein in England zu bleiben, ist bewundernswert, obwohl sie mehr und mehr als Deutsche für die Geschehnisse in ihrer Heimat zur Rede gestellt und von der englischen Gesellschaft dazu gezwungen wird, die Machenschaften der Nazis zu rechtfertigen. Die politischen Verhältnisse in Deutschland interessieren Irmina im fernen England aber eher weniger. Erst als sie Howard kennenlernt, erfährt sie, was Rassismus wirklich bedeutet. Mehr und mehr werden ihr die Ungerechtigkeiten gegen Minderheiten, die auch in Deutschland Fahrt aufnehmen, bewusst. Besonders schön fand ich zu sehen, wie Irmina für Howard und dessen Rechte in der Gesellschaft eintritt und die Diskriminierung ihm gegenüber verabscheut.

Lange kann es also nicht mehr dauern bis ich nach London zurückkomme. Ein wenig muss ich wohl noch Geduld haben, doch dann werde ich wieder über den Kanal setzen! Auf bald also Howard! Und vergiss nicht mir zu schreiben! (S.125)

Die zarte Liebe, die Irmina und Howard füreinander empfinden, als sie gemeinsam in England sind, ist für den Leser sehr berührend. Als Irmina zurück nach Deutschland muss und es ihr nicht möglich ist zu Howard zurückzukehren, entwickelt sich die Geschichte mit Beginn des Krieges zu einem Drama. Mich haben vor allem Irminas Erlebnisse in den Kriegsjahren sehr mitgenommen, denn obwohl sie die Judenverfolgung in Berlin mit eigenen Augen sieht, will sie nicht das Unrecht daran erkennen. Im zweiten Teil des Graphic Novels kann man Irminas Beweggründe für ihre Entscheidung deshalb nicht mehr gut nachvollziehen, trotzdem ist man so nah an ihrer Figur und an ihrem Leben, dass man es mit angehaltenem Atem verfolgt und auf ein Happy End hofft.

Ich hause in einer kuriosen Herberge mit einem bunt gemischten Haufen von Leuten die alle aus den unterschiedlichsten Gründen hier sind. Hier in der Hauptstadt merkt man viel deutlicher, wie viel sich in Deutschland verändert hat. (S.116f.)

Die Geschichte hat mich aufgewühlt und hat mich traurig gemacht, aber mir gleichzeitig auch Hoffnung gegeben. Hoffnung darauf, dass das Leben zwar kurz ist, aber nie so endgültig ist, wie es oft scheint.

Der Krieg, und damit das düsterste Kapitel in der deutschen Geschichte, spricht aus nahezu jedem Panel des Graphic Novels. Barbara Yelin ist es gelungen, in einem einzigartigen Zeichenstil und einer überwiegend dunklen Farbgebung, eine melancholische Atmosphäre zu schaffen, die den Erzählton der Geschichte sehr schön untermalt. Da die Panels nicht viel Text beinhalten, hatte ich den Graphic Novel sehr schnell gelesen, umso länger habe ich aber gebraucht, um die Geschichte um Irmina zu verarbeiten.

Fazit & Bewertung

Barbara Yelin hat sich bei der Aufbereitung der Geschichte ihrer Großmutter meiner Meinung nach übertroffen! Irminas dramatisches Leben ist packend und aufwühlend, lässt Fragen offen und lässt den Leser vor allen Dingen lange nicht los. Eine überwältigende Geschichte einer faszinierenden Frau, ein grandioser Zeichenstil, eine wunderbare Graphic Novel!

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