Barbara Yelin Irmina

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Inhaltsangabe zu „Irmina“ von Barbara Yelin

Die ehrgeizige Irmina reist Mitte der 1930er Jahre nach London, um eine Ausbildung zur Fremdsprachensekretärin zu beginnen. Dort lernt sie Howard aus der Karibik kennen, dem sie sich im Streben nach einem selbstbestimmten Leben verbunden fühlt. Durch den klugen und zielstrebigen Oxfordstudenten beginnt Irmina ihren Blick auf die Welt zu öffnen. Doch findet ihre Beziehung ein jähes Ende, als Irmina, bedrängt durch die politische Situation, nach Berlin zurückkehrt. Im nationalsozialistischen Deutschland steht sie vor der Möglichkeit, den erstrebten Wohlstand endlich zu erlangen, wenn sie dafür die verbrecherische Ideologie des Regimes nicht infrage stellt. Und die politischen Ereignisse eskalieren weiter und weiter… Mit "Irmina" legt Barbara Yelin ihr Glanzstück vor: ein packendes Drama um die Entscheidung zwischen persönlicher Freiheit und dem Drang nach gesellschaftlichem Aufstieg. Basierend auf einer wahren Geschichte, erzählt sie in atmosphärisch dichten Bildern einen Werdegang voller Brüche, der aber auch exemplarisch für die Mitschuld durch Wegsehen und Vorteilsnahme vieler im Nationalsozialismus stehen kann. Mit einem Nachwort von Dr. Alexander Korb.

Eine überwältigende Geschichte einer faszinierenden Frau, ein grandioser Zeichenstil, eine wunderbare Graphic Novel!

— pantaubooks
pantaubooks

Irmina ist ein Zeitzeugnis der anderen Art

— sweetpiglet
sweetpiglet

Ein eindringliches Graphic Novel, dass versucht die Abgründe des 3. Reiches zu ergründen. Ein wichtiges Werk!

— Orisha
Orisha

Eine Bereicherung für jedes Bücherregal

— Ein LovelyBooks-Nutzer
Ein LovelyBooks-Nutzer

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  • Eine überwältigende Geschichte einer faszinierenden Frau

    Irmina
    pantaubooks

    pantaubooks

    01. August 2017 um 20:10

    Die Graphic Novel Irmina ist mir das erste Mal auf einem anderen Buchblog begegnet und hat meine Aufmerksamkeit erregt, weil sie als Lesehighlight bezeichnet wurde. Die auf wahren Begebenheiten beruhende Geschichte einer deutschen jungen Frau zu Zeiten des Zweiten Weltkrieges, hat sofort mein Interesse geweckt. Umso mehr freue ich mich, dass mich Irminas Geschichte genauso sehr begeistern konnte und ihre Geschichte nicht nur einzigartig, sondern auch tief berührend ist. „Was finden Sie bloß an den ganzen Büchern?“ – „Na, sie unterhalten und bilden. Aber vor allem kann ich damit in jedes Land der Erde reisen. Im Kopf.“ (S. 255) Irmina ist eine starke junge Frau, denn sie weiß, was sie in ihrem Leben erreichen möchte. Für ihre Träume und Ziele blendet sie die steigende Bedrohung, die von ihrem Heimatland Deutschland für die restliche Welt ausgeht, weitestgehend aus. Mich hat Irminas Figur sehr beeindruckt. Ihr Mut und ihre Furchtlosigkeit allein in England zu bleiben, ist bewundernswert, obwohl sie mehr und mehr als Deutsche für die Geschehnisse in ihrer Heimat zur Rede gestellt und von der englischen Gesellschaft dazu gezwungen wird, die Machenschaften der Nazis zu rechtfertigen. Die politischen Verhältnisse in Deutschland interessieren Irmina im fernen England aber eher weniger. Erst als sie Howard kennenlernt, erfährt sie, was Rassismus wirklich bedeutet. Mehr und mehr werden ihr die Ungerechtigkeiten gegen Minderheiten, die auch in Deutschland Fahrt aufnehmen, bewusst. Besonders schön fand ich zu sehen, wie Irmina für Howard und dessen Rechte in der Gesellschaft eintritt und die Diskriminierung ihm gegenüber verabscheut. Lange kann es also nicht mehr dauern bis ich nach London zurückkomme. Ein wenig muss ich wohl noch Geduld haben, doch dann werde ich wieder über den Kanal setzen! Auf bald also Howard! Und vergiss nicht mir zu schreiben! (S.125) Die zarte Liebe, die Irmina und Howard füreinander empfinden, als sie gemeinsam in England sind, ist für den Leser sehr berührend. Als Irmina zurück nach Deutschland muss und es ihr nicht möglich ist zu Howard zurückzukehren, entwickelt sich die Geschichte mit Beginn des Krieges zu einem Drama. Mich haben vor allem Irminas Erlebnisse in den Kriegsjahren sehr mitgenommen, denn obwohl sie die Judenverfolgung in Berlin mit eigenen Augen sieht, will sie nicht das Unrecht daran erkennen. Im zweiten Teil des Graphic Novels kann man Irminas Beweggründe für ihre Entscheidung deshalb nicht mehr gut nachvollziehen, trotzdem ist man so nah an ihrer Figur und an ihrem Leben, dass man es mit angehaltenem Atem verfolgt und auf ein Happy End hofft. Ich hause in einer kuriosen Herberge mit einem bunt gemischten Haufen von Leuten die alle aus den unterschiedlichsten Gründen hier sind. Hier in der Hauptstadt merkt man viel deutlicher, wie viel sich in Deutschland verändert hat. (S.116f.) Die Geschichte hat mich aufgewühlt und hat mich traurig gemacht, aber mir gleichzeitig auch Hoffnung gegeben. Hoffnung darauf, dass das Leben zwar kurz ist, aber nie so endgültig ist, wie es oft scheint. Der Krieg, und damit das düsterste Kapitel in der deutschen Geschichte, spricht aus nahezu jedem Panel des Graphic Novels. Barbara Yelin ist es gelungen, in einem einzigartigen Zeichenstil und einer überwiegend dunklen Farbgebung, eine melancholische Atmosphäre zu schaffen, die den Erzählton der Geschichte sehr schön untermalt. Da die Panels nicht viel Text beinhalten, hatte ich den Graphic Novel sehr schnell gelesen, umso länger habe ich aber gebraucht, um die Geschichte um Irmina zu verarbeiten. Fazit & Bewertung Barbara Yelin hat sich bei der Aufbereitung der Geschichte ihrer Großmutter meiner Meinung nach übertroffen! Irminas dramatisches Leben ist packend und aufwühlend, lässt Fragen offen und lässt den Leser vor allen Dingen lange nicht los. Eine überwältigende Geschichte einer faszinierenden Frau, ein grandioser Zeichenstil, eine wunderbare Graphic Novel!

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  • Irmina

    Irmina
    liberiarium

    liberiarium

    21. July 2017 um 10:22

    PLOTIrmina reist von Deutschland nach London, um in den 1930er Jahren eine Ausbildung dort zu beginnen. Sie trifft auf den Oxford-Studenten Howard, zu dem sie eine besondere Beziehung aufbaut. Genau wie sie weiß er, wie es ist, sich als Außenseiter zu fühlen. Als sich die politische Situation zuspitzt, entschließt sich Irmina jedoch zurück nach Berlin zu gehen. In dem Glauben, die richtige Entscheidung gefällt zu haben, bemerkt sie allerdings, dass sich durch das nationalsozialistische Deutschland einiges verändert hat. Irmina wird sich bewusst, dass sie ihren bisherigen Lebensstil nicht länger fortführen kann.MEINUNGAls ich mehr über das Werk von Barbara Yelin erfuhr, war mir nach dem Lesen des Klappentextes von Irmina sehr schnell klar: diesen Comic möchte ich lesen! Der Titel wirkte auf mich bereits von der Aufmachung im Großformat, dem Cover und vor allem wegen der erzählten Geschichte sehr ansprechend. Mit fast 300 Seiten ist Irmina auch wirklich ein dickes Buch geworden. Durch das Großformat hat die Geschichte genügend Platz erhalten und kann sich daher frei entfalten. Ich war anfänglich über das ungewöhnliche Format und den Seitenumfang erstaunt, doch für mich stellte sich heraus, dass der Titel genau so viel Raum benötigt, um entsprechend auf den Leser zu wirken zu können. Irmina ist die gleichnamige Titelfigur des Comics. Sie wird als starke und feministische Figur eingeführt, die vor allem eins möchte: ernstgenommen werden. Als Frau und dann auch noch als Ausländerin macht ihr Umfeld es ihr wirklich nicht leicht. Noch schwieriger wird es für sie, wenn die politische Situation eskaliert. Es ist spannend zu sehen, wie sich die Verhältnisse verschieben und Irmina sich selbst dazu gedrängt fühlt, Dinge zu verändern, aber auch Dinge schlichtweg anzunehmen. Der Leser begleitet Irmina bis hin in ein hohes Alter und erlebt sozusagen einen Großteil ihres Lebens. Mir brach es manchmal das Herz, wenn ich die Entscheidungen dieser jungen und manchmal mehr und manchmal weniger mutigen Frau las. Akzeptanz in einem anderen Land, das ist auch für Howard nicht gerade ein Zuckerschlecken. Tagtäglich hat er es mit rassistischen Äußerungen zu tun und fürchtet jederzeit, seine Stellung an der Universität zu verlieren, obwohl er ein kluger Kopf ist. Nicht nur Irmina, auch Howard wuchs mir sehr schnell ans Herz. Insbesondere die Interaktion beider Charaktere macht die Geschichte sehr lebendig und charmant. Man könnte meinen, ein Titel mit so vielen historischen Bezügen ist vielleicht etwas steif und schwierig, doch Irmina brachte mich auch sehr oft zum Lachen. Im Fokus stehen trotz der politischen Umstände schließlich die Figuren, die mich auf vielen Ebenen emotional berührten. Dass ich ständig das Gefühl hatte, die Erzählung fühle sich so real an, liegt vermutlich auch daran, dass sie auf einer wahren Begebenheit beruht. Barbara Yelin fand Briefe und Tagebücher ihrer Großmutter, die sie zu dem Titel inspirierten. Gerade diese Tatsache bewegte mich noch mehr als es der Comic sowieso schon tat. Der Zeichenstil erschien mir recht ungewohnt. Die Panels haben keinen festen Rahmen, sodass die Bilder für sich stehen können. Das sorgt für eine entsprechende Dynamik beim Lesen: Das Auge gleitet dadurch ohne Unterbrechung von Panel zu Panel, weshalb es mir leicht fiel, den Comic in einem Zug auszulesen. Die Strichführung wirkt oft unsauber, trägt allerdings zur Atmosphäre der Geschichte bei. Die Bleistiftlinien wurden nicht entfernt, weshalb die Illustrationen skizzenhaft wirken. Mir gefiel dieser Stil sehr, da ich ihn als sehr unterstützend für die Erzählung fand: ein zu sauberer Duktus hätte einfach nicht hineingepasst.Auch die Farben tragen perfekt zur Stimmung bei. Sie sind gedeckt und eher düster. Vor allem die graublauen Nuancen dominieren und werden nur an wenigen Stellen von braunen Farbtönen untermalt. FAZITIrmina war für mich regelrecht ein absolut begeisterndes Leseerlebnis. Ich wurde schon nach wenigen Seiten von der Geschichte überzeugt und fieberte dadurch bei jedem Kapitel immer mehr mit der Protagonistin mit. Für mich ist es unvorstellbar, wie sich Irmina in der Zeit des politischen Umbruchs gefühlt haben muss und was sie alles erlebt haben mag. Barbara Yelin präsentiert einen emotionalen Comic, der mich nicht nur zeichnerisch, sondern auch erzählerisch überzeugte. Als ich das Buch zuschlug, war ich zu Tränen gerührt. Für Irmina von Barbara Yelin vergebe ich daher fünf von fünf möglichen Lesebrillen.

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  • Irmina

    Irmina
    sweetpiglet

    sweetpiglet

    21. July 2016 um 11:06

    Meine Meinung:Diese Graphic Novel habe ich bewusst wegen des Themas, welches darin behandelt wird, gelesen. Aber zunächst zur Aufmachung. Die Zeichnungen sind farblich und detailreich. Man hat immer das Gefühl, man kann in Irminas Kopf schauen und so die Geschichte nochmal erleben als Zuschauer, die Autorin hat hier eindeutig nicht an Menge gespart. Die Geschichte zeigt das Leben einer jungen Frau vor dem zweiten Weltkrieg, mitten drin und das Leben danach. Hier bei ist die Protagonistin eine "ganz normale junge Frau", sie gehört weder einer Minderheit an, noch fällt sie negativ auf im "System". Dennoch ist ihre Lebensgeschichte für mich grade deshalb interessant gewesen, denn wie er ging es wohl den Frauen zu jener Zeit? Was waren die Perspektiven und die Lebensumstände?Ich fand die Protagonistin wundervoll, vor allem weil sie realistisch wirkt. Ist sie zunächst noch voller Elan in London, aus ihrem Leben etwas zu machen, holt sie die Realität in Deutschland schnell wieder ein, und sie muss resgnieren und mit Trauer zurück schauen. Hierbei sind es vor allem die Zeichnungen die die Gefühle wudnerbar übermitteln.Das Buch unterteilt sich in mehrere Bereiche, die sich bestimmten Themen und Lebensabschnitten widmen. Ein besonderes Thema war dabei die unglückliche Liebe aus Irminas Zeit in London, die sie auch nach Jahren nicht vergessen kann, und deren Ende uns alle überraschen wird. Ganz allgemein schafft es Barabara Yelin ein realistisches und eben anhand von Aufzeichnungen genaues Leben nachzuzeichnen, und uns somit ein Blickwinkel auf das Leben dieser besonderen Frau zu geben.Fazit:Eine Graphic Novel die sich einem ernstem Thema widmet, und dennoch nicht an Liebe und Zeichenvielfalt spart. Die Protagonistin war wunderbar und realistisch gezeichnet, ich konnte mich immer wieder in sie hinein versetzen. Wer gern mehr über das Leben einer Frau zu Zeiten des zweiten Weltkrieges erleben will, sollte zu dieser Graphic Novel greifen.

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  • Alltag und passive Unterstützung im nationalsozialistischen Deutschland

    Irmina
    Orisha

    Orisha

    Das dritte Reich. Der zweite Weltkrieg. Verfolgung und Unterdrückung. Bis heute fragt man sich, wie das eigentlich passieren konnte? Und was wusste die deutsche Bevölkerung wirklich über die Verfolgung der Juden und deren Ermordung in den zahlreichen Konzentrationslagern? Irmina von Barbara Yelin versucht ein paar Antworten auf diese Fragen zu geben.  Irmina ist jung als die nationalsozialistische Herrschaft beginnt. Sie ist privilegiert, denn ihre Geschichte beginnt im London der 1930er Jahre, wo Irmina eine Lehre als Fremdsprachenkorrespondentin macht. In England lernt sie Howard kennen, einen jungen Schwarzen aus Barbados und beide verlieben sich. Als sich jedoch die Herrschaftsverhältnisse in Deutschland ändern und Irminas Eltern ihr die Ausbildung nicht mehr finanzieren können, muss sie zurück nach Deutschland. Dort plant sie von Beginn an ihre Rückkehr nach London, zurück zu Howard. Doch als sie ihn nicht mehr erreicht, zerschlagen sich ihre Pläne und Irmina gibt sich ihrem deutschen Alltag hin. In drei Zeitsprüngen erzählt Yelin Irminas Geschichte und zeigt auf, wie wahrscheinlich die breite Bevölkerung die nationalsozialistische Macht wahrgenommen hat. Dabei fokussiert Irmina nur sich selbst, will das große Ganze nicht wahrhaben oder sehen. Immer wieder zeigt Yelin eindrücklich in ihren Zeichnungen, wie sie zur Mitläuferin und passiven Unterstützerin des Regimes avanciert. Die mutige, toughe Irmina vom Beginn des Buches, verkommt zu einer Frau, die in ihrem Hamsterrad gefangen ist und ihre vermeintlich schlechte soziale Stellung als Begründung sucht, um andere dafür verantwortlich zu machen. Zwar handelt sie nicht selbst gegen die Juden - verrät sie, greift sie verbal oder körperlich an - doch ihre Ignoranz gegenüber den täglichen Unterdrückungen aller, die nicht ins Regime der Nationalsozialisten passen, fördert selbiges und machte es zu dem, was es war. Ein eindringliches Graphic Novel, dass versucht die Abgründe des 3. Reiches zu ergründen und damit ein wichtiges Werk darstellt, um diese Zeit besser zu verstehen. Auch wenn Irmina es mir als Leserin schwer gemacht hat, ihre Beweggründe - die sie selbst sicherlich nicht hinterfragt hat - nachzuvollziehen, bringt das Buch dem Leser diesen Abschnitt deutscher Geschichte etwas näher. Fazit: Pflichtlektüre, vor allem für Schulen. Lesenswert und sehr anschaulich!

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    • 3
    PaulTemple

    PaulTemple

    23. March 2016 um 18:33
  • Challenge: Literarische Weltreise 2016

    Euphoria
    Ginevra

    Ginevra

        Liebe Lovelybookerinnen und –booker, habt Ihr Lust, im Jahr 2016 auf Weltreise zu gehen – literarisch gesehen? Dann begleitet mich durch 20 verschiedene Lese- Regionen! Die Aufgabe besteht darin... -  12 Bücher in einem Jahr zu lesen;-   Mindestens 10 verschiedene Regionen auszuwählen (zwei Regionen dürfen also doppelt vorkommen);-   Autor und/oder Schauplatz und/oder eine bzw. mehrere der Hauptfiguren müssen zu dieser Region passen.-   Bitte postet Eure Rezensionen und Beiträge bei den passenden Regionen;-   Auch Buchtipps ohne Rezension sind jederzeit willkommen;-   Am Ende des Jahres zählen Eure 12 Rezensionen - bis zu zwei Kurzmeinungen sind erlaubt!-   Eure Beiträge werde ich verlinken;-   Einstieg und Ausstieg sind natürlich jederzeit möglich;-   Genre und Erscheinungsjahr sind egal:-   Hörbücher, Graphic Novels, Biographien, Krimis, Literatur – bei dieser Challenge ist alles erlaubt!Gut geeignet sind z.B. die Bücher verschiedener Literaturpreise oder Empfehlungslisten (Booker- Preis, Preis des Nordischen Rats, ZEIT- Liste zur Neuen Weltliteratur, usw.).Diese Challenge eignet sich also auch hervorragend dazu, den SuB abzubauen, oder um andere Challenges damit zu kombinieren.Unter den TeilnehmerInnen, die die Challenge erfolgreich beenden, verlose ich am Ende des Jahres drei Bücher aus meinen Beständen - natürlich passend zum Thema!Ich freue mich sehr auf Eure Beiträge und werde zu jeder Region ein Unterthema erstellen, so dass es etwas übersichtlicher wird. Einige Tipps und Empfehlungen werde ich schon mal vorab anhängen - Ihr müsst davon natürlich nichts lesen. Dann wünsche ich uns allen...Bon voyage – Buon viaggio - Have a nice trip - Tenha uma boa viagem - Приятной поездкиСчастливого пути - ¡Qué tengas un buen viaje! -旅途愉快!- すばらしい旅行をなさって下さい。-Gute Reise! TeilnehmerInnen:abaAberRushAmayaRoseAriettaArizonaarunban-aislingeachBellastellaBellisPerennisBibliomaniablack_horseBonniereadsbooksBuchraettinBücherwurmBuchinaCaroasCode-between-linesConnyMc CorsicanaCosmoKramerDaniB83DieBertaDunkelblauElkeelmidiGelindeGinevraGingkoGruenentegstGwendolinahannelore259hexepankiInsider2199IraWirajasbrjeanne1302kopikrimielseKruemelGizmoleiraseleneleseratteneuleseleaLeonoraVonToffiefeelesebiene27leucoryxLexi216189lieberlesen21LibriHollylittleowllouella2209MaritaGrimkeMinnaMminorimiss_mesmerizedmozireadnaninkaNightflowerOannikiOrishapardenPetrisPMelittaMPostboteRyffysameaSchlehenfeeschokolokoserendipity3012Sikalsnowi81StefanieFreigerichtstefanie_skysursulapitschiSvanvitheTalathielTanyBeeTatjana89Thaliomeevielleser18wandablueWanderdueneWedmawerderanerWollywunderfitz

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    • 1702
  • Wundervoller Zeichenstil, langatmige Story

    Irmina
    Bücherkrähe

    Bücherkrähe

    26. February 2016 um 07:10

    Inhalt Irmina erzählt das Leben von Irmina von Behdinger in drei Lebensphasen. In der ersten begleitet der/die LeserIn durch ihr holpriges Leben in London 1934. Irmina will unabhängig sein, lässt sich am Communications College ausbilden und fällt vor allem durch ihre Naivität auf. Was in ihrer Heimat Deutschland passiert interessiert sie nicht sehr, und sie mag es überhaupt nicht, wenn sie für die Geschehnisse zu Hause verantwortlich gemacht wird. Sie lernt Howard, einen Jurastudenten aus Barbados kennen und verliebt sich in ihn. Doch so sehr sich die beiden zugetan sind, es gibt auch immer wieder Streitpunkte, die nicht immer aus der Welt geräumt werden. Als Irmina die finanzielle Unterstützung von ihren Eltern versagt wird und sie zeitgleich auch ihr Zimmer zugunsten einer geflüchteten Jüdin aufgeben muss, bleibt ihr nichts anderes übrig, als Nach Deutschland zurückzukehren. In Deutschland angekommen plant Irmina, so schnell es geht nach London zurückzukehren. Sie arbeitet im Kriegsministerium, wo man ihr eine Auslandsstelle in London in Aussicht stellt. Begeistert schreibt sie Howard davon. Gleichzeitig lernt sie den SS-Mann Meinrich kennen, den sie zunächst auf Distanz hält. Er hält nicht viel von Irminas Drang nach Unabhängigkeit und einem Leben im Ausland. Er ist durch und durch Nationalsozialist. Als sie die Stelle in London wegen der internationalen Entwicklungen zwischen Deutschland und England nicht antreten darf, und zudem auch Briefe von Howard als unzustellbar zurück kommen, gibt Irmina schließlich dem Werben von Meinrich nach und heiratet ihn. In der Ehe scheint Irmina alles andere als glücklich, das Ehepaar ist vergleichsweise arm und wartet auf den großen Auftrag für Meinrich, der Architekt ist und hinter Speer zurückstehen muss. Trotz allem darf Irmina nicht arbeiten, sondern soll sich auf das Gebären eines Kindes konzentrieren. In ihrem Alltag bekommt Irmina immer mehr die Unterdrückung und Verfolgung der Juden in unmittelbarer Nähe mit, und es wird klar, dass ihr Mann damit zu tun hat. Sie selbst passt sich immer mehr dem Nationalsozialismus an, stellt nichts mehr in Frage und wird auch mit der Geburt ihres Sohnes zu einer Vorzeigefrau im Sinne des Nationalsozialismus. Als ihr Ehemann fällt, flüchtet sie mit ihrem Sohn aufs Land und bleibt dort bis Kriegsende. Der dritte Abschnitt zeigt Irmina als alte Frau kurz vor der Rente. Sie ist Sekretärin an einer Schule und gilt als ernst, streng, aber zuverlässig und diszipliniert. Howard macht sie ausfindig und lädt sie nach Barbados ein. Bei Irmina flammen offensichtlich alte Gefühle auf, doch Howard ist glücklich verheiratet und hat eine Familie. Er ist Governeur von Barbados und hat viel für die Bevölkerung getan, was ihn sehr beliebt macht. Im Vergleich zu ihm sieht Irmina, dass sie ihre jugendlichen Träume und Ideale aufgegeben, dass sie resigniert hat und ihr Leben an ihr vorbeizog. Meinung Ehrlich gesagt konnte ich mich mit der Protagonistin nie richtig anfreunden. Irmina war mir zu kalt, bisweilen zu selbstgerecht und zu farblos. Es gibt im Grunde keine Höhepunkte in dieser Graphic Novel, nur einzelne Stationen, die Irmina von ihrem Traum von einem unabhängigen, selbstbestimmten Leben entfernen. Irmina als Charakter wird oft als typisch deutsch beschrieben: zuverlässig, arbeitsam, ernst, zuweilen streng. Tatsächlich sieht man Irmina selten lächeln oder glücklich aussehen, besonders nicht in Deutschland. Nur in Gegenwart von Howard scheint etwas Lebensfreunde durch, was die Graphic Novel insgesamt sehr drückend macht. Das mag zum Thema passen, hält einen aber auch auf Distanz. So konnte ich z.B. nicht mit Irminas Schock fühlen, als ihre Jugendliebe Howard ihr erzählt, dass er verheiratet ist. Farblich ist die Graphic Novel in gedeckten Farben gehalten. Obwohl die Bilder durchgängig farbig sind, dominieren vor allem Grautöne und Blau, was zu der drückenden, tristen Atmosphäre beiträgt. Gut gefallen haben mir allerdings die zweiseitigen Panoramabilder, die einen guten Eindruck der jeweiligen Situation vermittelten. Auch der Zeichenstil sagte mir sehr zu, da er wie ein koloriertes Sketchbook wirkt. Vor allem deswegen, aber auch wegen der Geschichte einer Frau in der nationalsozialistischen Zeit, die nur knapp über die Runden kommt und mehr aus Resignation denn aus Überzeugung immer linientreuer wird fällt diese Graphic Novel nicht komplett bei mir durch, bleibt aber nur Mittelmaß.

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  • Der Werdegang einer Frau im 20. Jahrhundert

    Irmina
    PaulTemple

    PaulTemple

    02. February 2016 um 18:55

    Die autobiographisch gefärbte Geschichte über die Protagonistin namens Irmina erzählt deren Lebenslauf zwischen 1934 und 1983. Zunächst nach England ausgewandert und strikt gegen das Naziregime, kehrt sie schließlich aufgrund der finanziellen Situation zurück nach Deutschland und passt sich nach und nach der Diktatur an, gewöhnt sich an Privilegien durch die Heirat mit einem NS-Architekten etc. Einziger Wermutstropfen ist ihr in England zurückgelassener Liebhaber, zu dem der Kontakt schließlich abbricht.... Die düstere Geschichte wird durch die Zeichnungen visuell hervorragend unterstützt. Beispielsweise ist der Aufenthalt in Deutschland fast durchgängig in grauen Farben gehalten, die Tristesse gewinnt hier die Oberhand. Anhand der Beschreibungen wird ein typischer Werdegang einer Frau im NS-Regime wiedergegeben. Mehrmals bieten sich der Protagonistin Möglichkeiten, ihr Leben zu ändern, nicht immer nutzt sie diese zu ihrem Vorteil.  Sehr imposant und definitiv empfehlenswert!

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  • Irmina

    Irmina
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    16. May 2015 um 13:47

    Inspiriert vom Leben ihrer Großmutter erzählt Barbara Yelin mit „Irmina“ die Geschichte einer Frau während des Nationalsozialismus ohne dabei in Klischees zu verfallen. Kurz vor dem zweiten Weltkrieg reist die junge Irmina von Deutschland nach England, um dort an einer Sekretärinnenschule ihre Ausbildung zu beginnen. Sie ist wissensdurstig und abenteuerhungrig und erkundet das fremde Land mit Begeisterung. Auf einer Party lernt sie den dunkelhäutigen Howard kennen, der in Oxford studiert. Sie freunden sich schnell an, vor allem, da sie beide täglich Erfahrungen mit Ausgrenzung machen. Howard aufgrund seiner Hautfarbe und Irmina da sie Deutsche ist. Während sich die Lage in Deutschland zuspitzt, fühlt Irmina sich von Howard, der für seine Abschlussprüfungen lernt, immer mehr vernachlässigt. Als sie schließlich auch noch ihre Unterkunft verliert, kehrt sie zu Howards Entsetzen nach Deutschland zurück… „Irmina“ ist eine Graphic Novel und erzählt die Geschichte der Titelfigur von ihren jungen Jahren bis ins hohe Alter. Der Leser wird zu Beginn direkt in die Geschichte hineingeworfen, begleitet Irmina manchmal durch sehr ausführliche Lebensabschnitte und wird dann wiederum von zeitlichen Schnitten überrascht, die einen fast filmischen Eindruck entstehen lassen. Gleichzeitig ist das Buch in drei große Abschnitte (London, Berlin, Barbados) unterteilt, durch die wiederum die Romanhaftigkeit betont wird. Ein großer Pluspunkt ist die Gestaltung des Buches. Der Hardcovereinband liegt trotz der Größe des Buches gut in der Hand und ist schon an sich ein kleiner Hingucker. Aber auch der Inhalt stimmt. Die Seiten haben eine angemessene Stärke und die Druckqualität ist hervorragend, sodass Barbara Yelins atmosphärische Zeichnungen wunderbar zur Geltung kommen. Die Bilder strahlen unglaublich viel aus. Die Grundstimmung verändert sich von Abschnitt zu Abschnitt durch unterschiedliche Farbmischungen. Besonders bezeichnend dabei ist die Hervorhebung der Farbe Blutrot im zweiten Abschnitt, die die ständig herrschende Bedrohung auch für den Leser spürbar macht. Unterstrichen wird das Ganze noch durch angenehm realistische und gut lesbare Dialoge, sodass der Leser immer weiter in die Geschichte hineingezogen wird. Barbara Yelin behandelt in ihrer Graphic Novel gleich mehrere ernste Themen. Neben dem zweiten Weltkrieg, der Judenverfolgung und Rassismus geht es auch um Emanzipation. Trotzdem schlägt Yelin keinen belehrenden Ton an, sondern präsentiert auf gefühlvolle Weise ein Leben, das tatsächlich so oder so ähnlich stattgefunden haben könnte. Das moralische Urteil bleibt dem Leser überlassen. „Irmina“ ist eine Bereicherung für jedes Bücherregal und bietet inhaltlich als auch künstlerisch viel zu entdecken, sowohl für Jugendliche als auch für Erwachsene.

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