Barney Norris

 3,7 Sterne bei 46 Bewertungen
Autor von Die Jahre ohne uns, Hier treffen sich fünf Flüsse und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Barney Norris

Barney Norris wurde 1987 geboren. Seine Theaterstücke ›Visitors‹ und ›Eventide‹ wurden mit mehreren Preisen ausgezeichnet, zuletzt adaptierte er Kazuo Ishiguros ›Was vom Tage übrigblieb‹ für die Bühne. Sein Debütroman ›Hier treffen sich fünf Flüsse‹ (DuMont 2017) war ein Times-Bestseller und stand auf der Shortlist für den British Book Award. ›Die Jahre ohne uns‹ ist sein dritter Roman.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Die Jahre ohne uns (ISBN: 9783832181130)

Die Jahre ohne uns

 (26)
Neu erschienen am 12.02.2021 als Hardcover bei DuMont Buchverlag.
Cover des Buches Die Jahre ohne uns: Roman (ISBN: B08NMM6DRY)

Die Jahre ohne uns: Roman

Neu erschienen am 12.02.2021 als E-Book bei DuMont Buchverlag GmbH.

Alle Bücher von Barney Norris

Cover des Buches Die Jahre ohne uns (ISBN: 9783832181130)

Die Jahre ohne uns

 (26)
Erschienen am 12.02.2021
Cover des Buches Hier treffen sich fünf Flüsse (ISBN: 9783832164485)

Hier treffen sich fünf Flüsse

 (20)
Erschienen am 16.04.2018
Cover des Buches Die Jahre ohne uns: Roman (ISBN: B08NMM6DRY)

Die Jahre ohne uns: Roman

 (0)
Erschienen am 12.02.2021
Cover des Buches Visitors (ISBN: 9781783196036)

Visitors

 (0)
Erschienen am 07.07.2014

Neue Rezensionen zu Barney Norris

Cover des Buches Die Jahre ohne uns (ISBN: 9783832181130)Buecherschmauss avatar

Rezension zu "Die Jahre ohne uns" von Barney Norris

Überraschend
Buecherschmausvor einem Monat

2017 erschien Das Debüt des britischen Autors Barney Norris: Hier treffen sich fünf Flüsse. Mich hatte die multiperspektivische Erzählung über fünf Menschen rund um das alte Städtchen Salisbury sehr für sich eingenommen. Es war klar, dass ich den nächsten Roman des britischen Autors auch lesen möchte. Diesmal verblüfft Barney Norris seine Leser:innen mit Die Jahre ohne  nun ganz gehörig.

Die Geschichte beginnt ruhig mit dem Monolog einer älteren Frau. Sie erzählt von einem halbwegs gescheiterten Leben. Zumindest ihre Träume sind gescheitert. Denn als junge Frau gelang es ihr, ihrer kleinstädtischen Heimat an die Open University und nach London zu entkommen. Pläne für ein Buchprojekt, das als eine Art Enzyklopädie all die Dinge benennt, für die es sich zu leben lohnt, werden allerdings nie verwirklicht.

„Ich wollte etwas für Menschen tun, die vergessen haben, dass es auf der Welt, auch wenn sie ein furchtbarer und schrecklicher Ort zum Leben ist, von Dingen wimmelt, an die zu erinnern sich lohnt.“

Man spürt nach nur wenigen Sätzen, dass die Ich-Erzählerin von einem heftigen Lebensüberdruss und einer Depression geplagt wird. Das Schöne, für das sich zu leben lohnt, findet sie selbst in ihrem liebevoll umhegten Garten. Menschen spielen in ihrem Alltag kaum eine Rolle. Ihre Geschichte ist geprägt von Verlusterfahrungen. Da ist als erste die des eines Tages verschwundenen Vaters. Wohin er verschwunden ist, ob er überhaupt noch lebt, erfahren sie und ihre Mutter nicht. Angedeutet wird zumindest, dass auch bei ihm eine depressive Veranlagung bestanden haben könnte. Den zweiten großen Verlust erlitt sie, als ihr Mann sie eines Tages verließ, so wie der Vater plötzlich verschwand.

„Beinahe siebzig Jahre voller Träume, die kamen und gingen, immer weitere Geburtstage, die sich kriechend nähern, während ich unaufhaltsam zu der alten Frau werde, die zu werden ich niemals gedacht hatte.“

Seitdem hat sie sich mit unterschiedlichen Jobs durchgeschlagen, zuletzt an der Infotheke eines Supermarktes. Nun hat sie das Rentenalter erreicht, pflegt ihren Garten und fährt regelmäßig zu ihren Therapiesitzungen ins Green Lane Hospital. Auf einer dieser Fahrten macht sie Halt an einer Hotelbar. Wir haben uns in der melancholischen Erzählung einer alten Frau über ihre geplatzten Träume und enttäuschten Hoffnungen eingerichtet und ahnen was nun kommt – der Klappentext verrät es -: Sie trifft einen älteren Herrn und die beiden kommen ins Gespräch.

Mit der Geschichte des Mannes rüttelt Barney Norris die Leser:innen von Die Jahre ohne uns aber gehörig durch. Sie ist so völlig anders als erwartet. Und aus der gedämpften Alltagsgeschichte einer älteren, depressiven Dame entwickelt sich eine rasante, abenteuerliche Erzählung, von der ich gar nicht viel erzählen möchte. Ich bin zumindest froh, dass ich die allzu auskunftsfreudige Radiobesprechung des Romans erst nach dem Lesen gehört habe. Sonst hätte ich mich um einiges an Lesefreude gebracht.

Denn Freude macht die Lektüre. Und sie lässt der Leser:in genügend Freiraum, um das Erzählte auf ihre Weise zu interpretieren. Als Geschichte einer psychische versehrten, alten Frau, als Märchen, als Fantasie, als Erfindung eines reumütigen Mannes. Und am Ende entdeckt man, dass Barney Norris von Beginn an Motive versteckt hat, die später im Text eine Bedeutung erlangen.

„Eine traumgleiche, gewundene Geschichte“ nennt die Schriftstellerkollegin A.L.Kennedy das Buch. Das stimmt. Sie erzählt von Einsamkeit, falsch getroffenen Entscheidungen, Verlusten, Reue, Trauer. Und sie erzählt vom Geschichtenerzählen und von der daraus erwachsenden Hoffnung. Wieder ein schönes Buch des erst 33jährigen Barney Norris, der hier mit verblüffender Empathie das Leben von zwei alten Menschen erzählt.

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Cover des Buches Die Jahre ohne uns (ISBN: 9783832181130)Buecherwurm1973s avatar

Rezension zu "Die Jahre ohne uns" von Barney Norris

Modernes Märchen
Buecherwurm1973vor 2 Monaten

Der Klappentext machte mich neugierig. Zwei ältere Menschen treffen sich an einer Hotelbar. Er ist Schauspieler und sucht nach einer Person. Etwas klischeehaft, aber es hat mich gekriegt. Jedoch beginnt der Roman ganz anders. Wir begegnen einer Frau, die über ihr Leben sinniert. Eigentlich wollte sie immer Enzyklopädie schreiben. Daher hat sie zeitlebens Wörter gesammelt. Sie scheint nicht wirklich ein glückliches Leben gelebt zu haben. Sie bricht auf zur ihrer Stunde mit dem Therapeuten. Auf dem Heimweg kehrt in einer Bar ein, wo sie den Mann aus dem Klappentext trifft. Er erzählt ihr, dass er quasi ein Zeitreisender sei. Bis dahin habe ich im Geiste alle paar Seiten gesagt, ich breche das Buch ab. Einen kurzen Moment hat mich das Buch gekriegt, aber die Auflösung hat mich dann wieder enttäuscht.

Mich hat das märchenhafte Buch nicht gekriegt. Es plätschert vor sich hin, ohne das wirklich etwas passiert. An der Hotelbar gibt es einen kurzen Moment, wo man aufhorcht. Ich weiss nicht so recht, was der Autor mit diesem Buch sagen will.  

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Cover des Buches Die Jahre ohne uns (ISBN: 9783832181130)_

Rezension zu "Die Jahre ohne uns" von Barney Norris

Eine ungewöhnliche Geschichte
_leserin_vor 2 Monaten

Der Roman ist in drei Teile geteilt: aus der Sicht einer ca 60-jährigen Frau, aus der Sicht eines ca gleichaltrigen Mannes und dem Ende.

 

Zu Beginn erzählt die Frau aus ihrem Leben. Vom Verschwinden ihres Vaters und vom Wunsch eine Enzyklopädie anzulegen.

 

Im zweiten Teil erzählt der Mann. Er erzählt, was ihm alles in seinem Leben widerfahren ist. Irgendwo hab ich gelesen, dass dies an die Geschichte von Alice im Wunderland erinnert: ständig verschwindet das Leben und es taucht irgendwo anders auf. Immer wieder erzählt er, dass er eigentlich nur zurück zu seiner Frau möchte, sie jedoch nicht finden kann.

 

Und hier weiß ich nicht so recht, was ich davon halten soll: einerseits liest es sich ganz interessant, andererseits weiß ich nicht, warum diese Art des Erzählens gewählt wurde. Das Ende hat mich dann wieder versöhnt.

 

So ganz überzeugen konnte mich der Roman insgesamt nicht, weil mir der Aufbau nicht so gefallen hat und doch hatte die Geschichte etwas, was mir dann doch gefallen hat – also so gemischte Gefühle

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Gespräche aus der Community

Im Rahmen dieser Aktion suchen wir 25 Leser*innen, die Lust haben, den neuen Roman von Barney Norris, »Die Jahre ohne uns«, vorab zu lesen und ihn per Erscheinungstermin am 12.02. zu rezensieren.

Hallo zusammen!

Im Rahmen dieser Aktion suchen wir 25 Leser*innen, die Lust haben, den neuen Roman von Barney Norris, »Die Jahre ohne uns«, vorab zu lesen und ihn per Erscheinungstermin am 12.02. zu rezensieren.

Barney Norris' Debütroman, »Hier treffen sich fünf Flüsse« (DuMont 2017), war ein Sunday-Times-Bestseller und stand auf der Shortlist für den British Book Award.

Für seinen neuen Roman hat er folgende Geschichte entworfen:
Durch Zufall treffen sie sich, in einer Hotelbar in einer kleinen englischen Stadt: ein Mann und eine Frau in ihren Sechzigern, zwei Fremde, die einander ihre Geschichten erzählen. Sie ist einsam, ihr Leben ist voller unerfüllter Träume, ihre Tage verlaufen stets gleich, einzig bei der Arbeit im Garten findet sie zu sich. Er ist ehemaliger Schauspieler, und seine Geschichte ist die einer endlosen Suche nach jemandem, den er verloren hat. Seit Jahrzehnten führt er ein haltloses Leben im Dazwischen: Wann immer er eine Tür öffnet, droht er, in eine neue Existenz hineinkatapultiert zu werden. Hunderte Leben hat er berührt, niemand ist ihm geblieben. Doch diese Begegnung wird sie beide verändern – und einen Neuanfang bedeuten.
»Die Jahre ohne uns« wirft Fragen auf, die uns alle beschäftigen: Warum verletzen wir die Menschen, die wir lieben? Wie machen wir unseren Frieden mit den Entscheidungen, die wir bereuen? Und was passiert, wenn wir die Geister der Vergangenheit wieder in unser Leben lassen? Barney Norris ist ein fesselnder Roman über Liebe, Verlust und die einzigartige Kraft des Geschichtenerzählens gelungen.

Zum Ablauf:
Die Bewerbung ist per Kommentar im entsprechenden Thread möglich. Die Bewerbungsfrist endet am 27.01. um 23:59 Uhr. Der Versand erfolgt am 29.01., sofern uns eure Adressdaten bis dahin vorliegen.

Wenn ihr mitlesen möchtet, dann verratet uns doch bitte, was euch an der Lektüre reizt.

Wir drücken die Daumen. Herzliche Grüße aus Köln
 Eure DuMonts


151 BeiträgeVerlosung beendet

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