Barney Norris Hier treffen sich fünf Flüsse

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Inhaltsangabe zu „Hier treffen sich fünf Flüsse“ von Barney Norris

In Salisbury, einer Kleinstadt südwestlich von London, in der sich fünf Flüsse kreuzen, kommt es zu einem Autounfall. Ein Mann fährt eine Frau auf einem Motorrad an – und drei Menschen sehen zu. Fünf Schicksale kollidieren. Diese fünf Personen erzählen: von dem Unfall, ihrer Stadt und den Kämpfen, die sie mit dem Leben ausfechten müssen. Eine Floristin, ein Schuljunge, ein verwitweter Farmer, die Frau eines Offiziers im Afghanistan-Einsatz, ein Nachtwächter – sie alle sind Einsame wie Suchende, die sich angesichts des Unfalls ihren eigenen, ganz privaten Katastrophen stellen müssen. Der junge Brite Barney Norris schafft Figuren, die einem mit ihrer Trauer und ihren Ängsten gefährlich nahe kommen. Die Dramen des Alltags überführt er in einen dichten, sprachmächtigen Roman. Dieser besondere und hochintelligent komponierte Text beschäftigt sich mit den großen und kleinen Tragödien unseres Lebens und ist bei aller Emotionalität nie pathetisch. ›Hier treffen sich fünf Flüsse‹ zeigt, dass Barney Norris zu den wichtigsten Stimmen seiner Generation zählt.

Eigentlich eher sich überschneidende Kurzgeschichten als ein Roman. Sehr schöne Sprache, aber nicht ganz rund. Letztes Kapitel überflüssig.

— hannipalanni

Eine Ansammlung von sehr bemühten Dramen. Das macht auch ein schöner Schreibstil nicht erträglich.

— sursulapitschi

Flach, geschwätzig und kitschig. Schade anfänglich sehr poetisch.

— thursdaynext

Ein kreativer Autor und sein Debütroman - nicht schlecht und besser als so mancher Kritiker behauptet.

— Nespavanje

Beeindruckendes Debüt, mit leichter Schwäche, die wegen der großartigen Sprache und deren Wandlungsfähigkeit zu vernachlässigen ist. LESEN!

— Bri

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  • Barney Norris | HIER TREFFEN SICH FÜNF FLÜSSE

    Hier treffen sich fünf Flüsse

    Bookster_HRO

    27. September 2017 um 08:04

    INHALT: Im beschaulichen Salisbury, einer Kleinstadt im Süden Englands, fließen fünf Flüsse ineinander, und es sind die Schicksale fünf unterschiedlicher Menschen, deren Wege sich eines Abends in Salisbury kreuzen. Rita, die alternde Blumenhändlerin, deren Leben in Scherben liegt; der junge Sam, der in einem Gefühlschaos lebt, weil er zum ersten Mal die Liebe entdeckt während sein Vater im Sterben liegt; George, der Bauer, der gerade seine Frau verloren hat; Alison, die als Theaterschauspielerin Erfolge feiert, während sie an ihrer Einsamkeit fast vergeht; und Liam, der Nachtwächter, der nach irgendeinem Sinn in seinem Leben sucht. Diese fünf Menschen kennen sich – gemäß den Regeln der Kleinstadt – nur entfernt, werden aber, als George Rita bei einem Unfall überfährt und die anderen drei Zeugen werden, zu einer Gemeinschaft, bei der jeder an einem Punkt steht an dem sein Leben eine Wendung nehmen kann. FORM: Barney Norris (*1987) hat einen klug komponierten Episodenroman vorgelegt, in dem er sich für jede Figur ein Kapitel Zeit nimmt. Alle Protagonisten sind Ich-Erzähler, die Erzählweisen jedoch wechseln – während Sam seine innersten Wünsche und Ängste in Märchen und Fabeln ausdrückt, springt George zwischen Lebensbeichte und Polizeiverhör hin und her; bei Alison sind es dagegen Tagebucheinträge, denen wir als Leser folgen. So weit, so gut – ich mag Romane mit verflochtenen Geschichten und tragfesten Fundamenten, aber… So clever die Konstruktion hier auch sein mag, das schriftstellerische Können Norris‘ konnte mich nicht überzeugen. Der ganze Roman ist einfach zu gleichbleibend, es fehlen die unterschiedlichen Töne. Die fünf Charaktere kommen aus den unterschiedlichsten Schichten der Gesellschaft, aber der Teenie Sam spricht genauso blasiert und geschwollen wie Theaterdiva Alison oder Treckerfahrer George vom Land. Da bleibt die Authentizität leider etwas auf der Strecke. Die einzige, die aus der Reihe fällt, ist Rita gleich zu Beginn, die – wohl aufgrund ihrer Vergangenheit – einen etwas rauheren Ton an den Tag legt. Ansonsten sind die Sätze oft verkrampft lang und manchmal auffällig holprig, was vielleicht auch an der Übersetzung liegt. Hier eines von vielen Beispielen, die mir wirklich unangenehm aufgefallen sind: Ich erinnere mich, dass, als ich Valerie das erste Mal mitnahm, um sie meinen Eltern vorzustellen, sie, als ich sie abholte, meinte, sie sei derart nervös, am liebsten wäre sie krank. (Seite 180) Um mal bei den Flüssen zu bleiben: Das fließt einfach nicht. Auch die ewig auf einem hohen Level gehaltene Melancholie wurde mir irgendwann zuviel. Alle klagen und jammern und quälen sich durch die über 300 Seiten, und obwohl ich mich auch gerne mal anrühren lasse, war mir das dann doch zu dauerhaft und vor allem zu gewollt tragisch. FAZIT: Bis zu einem gewissen Punkt hat mich der Roman mitgenommen – ich war erfreut über die Idee und gespannt auf die Umsetzung. Der Genickbruch kam spätestens bei Alisons schwafeligem Tagebuch, ab da an war ich raus. Gut konstruiert mit schmerzhaften Abzügen in der B-Note – Schade. Drei Sterne. *** Diese und viele weitere Rezensionen könnt Ihr in meinem Blog Bookster HRO nachlesen. Ich freue mich über Euren Besuch ***

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  • Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017

    Warum Lesen glücklich macht

    GrOtEsQuE

    Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017 Achtung - es handelt sich nicht um eine Leserunde sondern eine Challenge zum SUB-Abbau!!! Es werden keine Bücher verlost. Ich habe es nur als Leserunde erstellt, damit das Ganze etwas übersichtlicher wird.Ich möchte mich 2017 mehr dem SUB-Abbau widmen, daher habe ich mir überlegt eine Challenge zu erstellen. Die Regeln möchte ich so einfach wie möglich halten - es soll ja auch Spaß machen und nicht in Stress ausarten.Es wird jeden Monat ein anderes Motto geben. Für die zum Monatsmotto passenden Bücher, gibt es jeweils einen Extrapunkt. Das Monatsmotto werde ich immer Ende des Vormonats im entsprechenden Unterthema bekannt geben. Den Extrapunkt kann man mehrmals im Monat sammeln, wenn man genügend passende Bücher für das Motto hat.Jeder der mitmachen möchte, postet bitte im Unterthema Sammelbeiträge seinen Sammelbeitrag. Ich werde dann jeden Monat hier im Startbeitrag die Punkte aktualisieren. Bei den einzelnen Sammelbeiträgen ist mir eigentlich nur wichtig, dass in der ersten Zeile die Gesamtpunktzahl steht, ansonsten kann jeder seinen Beitrag so gestalten wie er möchte - entweder nur die Punkte aufschreiben oder auch das gelesene Buch benennen.Man kann jederzeit noch einsteigen - einfach einen Sammelbeitrag posten und los gehts!!! Rezensionen sind keine Pflicht. Es gelten alle Bücher, die in 2017 beendet werden, man kann also ruhig auch die in 2016 angefangen erst in 2017 beenden. Die Punkteverteilung sieht wie folgt aus: Für jedes gelesene Buch gibt es einen Punkt. Für jedes gelesene Buch, was vor 2017 auf dem SUB gelandet ist, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 400 Seiten hat, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 600 Seiten hat, gibt es zwei Extrapunkte. Für jedes gelesene Buch, was zum Monatsmotto passt, gibt es einen Extrapunkt. Für Comics und Mangas werden nur die Hälfte der Punkte vergeben. Hörbucher zählen auch. Bei den Extrapunkten für die Seiten einfach an dem "echten" Buch orientieren. Wenn es sich um die gekürzte Fassung des Hörbuchs handelt, dann ein dreiviertel der Seiten. (Also mal angenommen das Buch hat 400 Seiten und du hast die gekürzte Fassung des Hörbuchs, zählt es nur für 300 Seiten, also kein Extrapunkt.) Bereits früher gelesene Bücher zählen auch, aber hier gibt es den vor-2017-auf-dem-SUB-gelandet-Punkt nicht, da die Bücher ja nicht mehr zum SUB gehören. Im besten Fall kann man also 5 Punkte pro Buch erhalten. Wer noch Fragen hat, kann sie im Unterthema für Fragen stellen. Nun hoffe ich auf eine rege Teilnahme und wünsch uns schon mal viel Spaß :-) Teilnehmer --- Gesamtpunktzahl --- zuletzt aktualisiert 24.09.2017: _Jassi                                           ---  77 Punkte AmberStClair                             ---   69 Punkte (Gesamtpunkte angeben) Arachn0phobiA                         ---   239 Punkte Astell                                           ---    9 Punkte BeeLu                                         ---   92 Punkte Bellis-Perennis                          ---  646 Punkte Beust                                          ---   302 Punkte Bibliomania                               ---   201 Punkte Buecherkaetzchen                   ---   48 Punkte Buchgespenst                         ---  397,5 Punkte ChattysBuecherblog                --- 253 Punkte Buchperlenblog (CherryGraphics)  ---   130,5 Punkte Code-between-lines                ---  136 Punkte eilatan123                                 ---   53 Punkte Eldfaxi                                       ---   52 Punkte Farbwirbel                                ---   46 Punkte fasersprosse                            ---    35 PunkteFrau-Aragorn                           ---   168 Punkte Frenx51                                     ---  82 Punkte glanzente                                  ---   82 Punkte GrOtEsQuE                               ---   78 Punkte hannelore259                          ---   78 Punkte hannipalanni                           ---   157 Punkte Hortensia13                             ---   130 Punkte Igelchen                                    ---   25 Punkte Igelmanu66                              ---  178 Punkte janaka                                       ---   118 Punkte Janina84                                   ---    95 Punkte jasaju2012                               ---   20 Punkte jenvo82                                    ---   122 Punkte kalestra                                    ---   33 Punkte katha_strophe                        ---   53 Punkte Kattii                                         ---   78 Punkte Katykate                                  ---   110 Punkte Kerdie                                      ---   239 Punkte Kleine1984                              ---   142 Punkte Kuhni77                                   ---   114 Punkte KymLuca                                  ---   103 Punkte LadyMoonlight2012               ---   29 Punkte LadySamira090162                ---   259 Punkte Larii_Mausi                              ---    63 PunkteLeif_Inselmann                       ---   40,5 Punkteleseratte89                               ---   50 Punkte Leseratz_8                                ---   18 Punktelisam                                          ---   226 Punkte louella2209                            ---   69 Punkte lyydja                                       ---   92 Punkte mareike91                              ---    47 Punkte MissSnorkfraeulein                  ---  44 Punkte MissSternchen                          ---  55 Punkte mistellor                                   ---   181 Punkte Mone97                                    ---   55 Punktenaevia                                        ---   17 Punktenatti_Lesemaus                        ---  131 Punkte Nelebooks                               ---  235 Punkte niknak                                       ----  285 Punkte nordfrau                                   ---   97 Punkte PMelittaM                                 ---   213 Punkte PollyMaundrell                         ---   34 Punkte Pucki60                                        --- 37 Punkte QueenSize                                 ---   115 Punkte readergirl                                   ---    5 Punkte Readrat                                      ---   67 Punkte SaintGermain                            ---   139 Punkte samea                                           --- 65 PunkteSandkuchen                              ---   205 Punkteschadow_dragon81                  ---   92 Punkte Schmiesen                                  ---   178 Punkte Schokoloko29                            ---   35 Punkte Somaya                                     ---   279 Punkte SomeBody                                ---   178,5 Punkte Sommerleser                           ---   198 Punkte StefanieFreigericht                  ---   213,5 Punkte tlow                                            ---   149 Punkte Veritas666                                 ---   117 Punkteverruecktnachbuechern         ---   61 Punktevielleser18                                 ---   131 Punkte Vucha                                         ---   151 Punkte Wermoeve                                 ---   17 Punkte widder1987                               ---   69 Punkte Wolly                                          ---   179 Punkte Yolande                                       --   171 Punkte

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    • 2384
  • Sehr bewegend und nachdenklich

    Hier treffen sich fünf Flüsse

    leserattebremen

    30. June 2017 um 14:24

    Ein Verkehrsunfall in der kleinen Stadt Salisbury in England verbindet die Leben von fünf Menschen miteinander. Sie sind alle völlig verschieden und haben unterschiedliche Leben, Träume und Vorstellungen und obwohl sie sich dessen selbst gar nicht bewusst sind, sind sie verbunden durch diesen Moment, in dem der Autofahrer den Motoroller trifft und die Fahrerin schwer verletzt wird. Fünf Flüsse kreuzen sich in Salisbury wie die Leben dieser fünf Menschen, in einem zentralen Punkt, bevor sie wieder auseinanderdriften, ohne die anderen wirklich zu bemerken. Barney Norris hat ein wunderbares und feinsinniges Buch geschrieben über die Zufälligkeiten des Lebens und unbewusste Verbindungen zwischen den Menschen, die man selber nicht wahrnimmt, mit denen man dennoch untrennbar verbunden ist. Ein winziger Moment, nur wenige Sekunden, verändern ihr Leben, mal mehr und mal weniger, doch auf jeden Fall haben sie Einfluss. Rund um diese Sekunden drehen sich die fünf Geschichten, die ansonsten völlig für sich alleine stehen und Ausschnitte aus dem Leben der Personen schildern, die sehr eingehend beschrieben sind und einem unweigerlich nahegehen. Norris erzählt mit einem großartigen Blick für Momente und Gefühle und die Geschichten sind kleine, einzelne Erzählungen die einen nicht wieder loslassen. Als Ganzes schafft er so ein großartiges Buch, das einen bewegt und gleichzeitig sehr nachdenklich stimmt. Mich hat Barney Norris Roman „Hier treffen sich fünf Flüsse” begeistert, sowohl die Struktur als auch den durchdachten Einsatz von Sprache und Form fand ich großartig. Dieser Roman hebt sich positiv von vielen anderen Büchern ab und bleibt einfach in Erinnerung. Genauso wie die fünf Personen, die man dort kennen gelernt hat. 

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  • Einfühlsam und bewegend

    Hier treffen sich fünf Flüsse

    raven1711

    01. June 2017 um 09:17

    Klappentext:Eine Floristin, die nebenbei ein bisschen dealt, ein Junge, der sich das erste Mal verliebt, während sein Vater im Sterben liegt, ein verwitweter Farmer, eine Laienschauspielerin und ein Nachtwächter: fünf Menschen, deren Schicksale kollidieren, als es in Salisbury, einer Kleinstadt südwestlich von London, zu einem Autounfall kommt. Angesichts dieses Ereignisses stellen sie sich den großen und kleinen Tragödien ihres Lebens. Barney Norris versammelt hier Figuren, die einem mit ihrer Trauer und ihren Ängsten gefährlich nahe kommen, und verwebt ihre Stimmen zu einem bewegenden Roman, der lange nachwirkt.Meinung:Episodengeschichten faszinieren mich. Man lernt unterschiedliche Menschen und Leben kennen, die durch unterschiedlichste Ereignisse und Konstelationen miteinander verknüpft sind, was sich dem Leser nach und nach entfaltet. Hier sind es 5 Menschen, die jeder für sich unterschiedlich sind und auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben. Da wäre Rita, die Floristin, die ein unstetes Leben geführt hat und nebenbei dealt. Da ist der 15-jährige Sam, der sich zum ersten Mal verliebt, gerade als sein Vater schwer erkrankt. Da trauert der alte Landwirt um den Verlust seiner Frau und die Soldatengattin verliert sich in ihrer Einsamkeit. Und da ist der Nachtwächter, der an den Ort seiner Kindheit zurück gekehrt ist, um zu sehen, ob das Leben hier noch etwas für ihn bereit hält. All diese Figuren verbindet ein tragischer Unfall, dessen Hintergründe sich nach und nach aufklären.Ich muss zugeben, die ersten paar Seiten waren ein wenig gewöhnungsbedürftig, denn man darf als Leser direkt die Floristin Rita kennen lernen. Da Rita in der Ich-Perspektive erzählt und einen sehr verrohten Wortschatz hat, fühlte ich mich erst etwas überrumpelt. Doch schnell entfaltete sich eine Faszination für Rita und ihre Geschichte. Und der Roman nahm mich mehr und mehr in seinen Bann. Denn nicht nur Ritas Geschichte berührte mich, auch die Geschichten der anderen Protagonisten gingen mir Nahe. Einzig der Nachtwächter Liam konnte mich nicht ganz so packen, hat er doch nicht ganz so viel zu erzählen und darf den Abschluss des Romans einläuten. Hier hat man dann leider ein wenig den Eindruck, dass der Autor versucht hat, möglichst alle offenen Fragen auf möglichst wenigen Seiten zu beantworten. So bekommt das Ende des Romans leider etwas Gehetztes und wirkt dadurch nicht mehr ganz so rund, wie die ersten 300 Seiten dieses Werks.Trotzdem hat mir dieser Roman mit seiner Vielzahl an Themen, wie Verlust, Trauer und Angst, sowie der berührende und fesselnde Schreibstil, übersetzt von Johann Christoph Maass, sehr gut gefallen. Barney Norris zeichnet ein schönes Bild über die Stadt Salisbury, seine Figuren und Szenen. Die einzelnen Schicksale sind schön und gekonnt miteinander verknüpft, so das gerade das Zusammensetzen der einzelnen Ereignisse und Schicksale mit dafür sorgt, dass man das Buch nicht aus der Hand legen möchte. Fazit:Hier treffen sich fünf Flüsse wäre fast zu einem Lesehighlight für mich geworden, wäre das Ende und vor allem der letzte Protagonist etwas anders ausgearbeitet gewesen. Doch nichtsdestotrotz hat das Buch eine tolle, einfühlsame Geschichte mit Charakteren, die mich tief bewegt haben.Von mir gibt es 4,5 von 5 Punkten.Vielen Dank an den DuMont Buchverlag für das Rezensionsexemplar.  

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  • Fünf Flüsse - Fünf Geschichten

    Hier treffen sich fünf Flüsse

    Nespavanje

    26. May 2017 um 12:32

    In diesen Roman gibt es fünf Erzähler - eine einsame Blumenhändlerin, einen Schuljungen, einen Landwirt und einen Wachmann - allesamt haben sie etwas gemeinsam - dass Leben quält sie und alle sind auf der Suche, dass Beste aus ihrer Situation zu machen. Und alle kreuzen sich durch einen Verkehrsunfall in Salisbury. Mir hat dieser solide und anspruchsvolle Debütroman - trotz seiner Längen gut gefallen. Die komplexe Geschichte wird durch die nicht gewöhnliche Struktur gut unterstrichen. Einen sehr ähnlichen Aufbau - und etwas ausgereifter in der Erzählung war Alain Claude Sulzers Roman - Aus den Fugen. Hier enden aber auch schon die Gemeinsamkeiten, denn Inhaltlich gehen beide sehr konträre Wege. Bei dem Einen dreht sich alles um einen Verkehrsunfall und beim Anderen um einen Pianisten der seine Karriere aufgibt. Die Protagonisten sind unterschiedlich gut gezeichnet - manche scheinen realistischer zu sein und manche eben nicht. In diesem bunten Reigen hat mir Rita, die drogenverkaufende Floristin, am besten gefallen. Sam, der Schuljunge, hatte auch seine Reize wobei er mir ein bisschen zu altklug daher gekommen ist - wahrscheinlich lag es daran, dass sich Barney Norris selbst in diese Figur gezeichnet hat. In einer Literatursendung wurde nun dem frischgebackenen Autor und überaus erfolgreichem Dramatiker - selbst Claus Peymann hat, als er in jener zu Gast war gemeint, dass er nach der Lektüre sofort mit dem Autor telefoniert hat und nun ein Stück von ihm sehen möchte, vorgeworfen mit Lebensweisheiten à la Paulo-Coelho-Kitsch umsich zuwerfen. Das ist von konstruktiver Kritik sehr weit entfernt und diese diskreditierenden Aussagen, disqualifizieren den Kritiker als eifersüchtigen Möchtegernschreiberling. Hoffentlich bleibt - Hier kreuzen sich fünf Flüsse - nicht der einzige Ausflug des Autors in das Land der Literatur. Kreativ genug wäre er.

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    • 2
  • Dem Gesang des Lebens lauschen

    Hier treffen sich fünf Flüsse

    Bri

    19. May 2017 um 10:11

    Salisbury - oder auch New Sarum - entwickelte sich als Stadt rund um einen Kathedralenbau, wie es klassischer nicht sein könnte. Schon Ken Follett hat dieses Beispiel in seinem Mega-Bestseller Die Säulen der Erde verarbeitet. Doch dort, wo die Kathedrale heute steht, stand sie nicht immer. Nachdem der erste Bau einer Kathedrale in Old Sarum abgebrannt war, baute man das Gotteshaus zwar zunächst an derselben Stelle wieder auf, doch da Old Sarum ursprünglich eine Garnison war und somit zwangsweise viel Militär beherbergte, das sich nicht optimal mit dem Klerus verstand, suchte der Bischof einen neuen Standort. Und so wurde die Kathedrale versetzt. Wie der neue Standort tatsächlich gefunden wurde ist nicht verbrieft. Doch Geschichten sind es, die uns Menschen fast genauso lebenswichtig erscheinen, wie die Luft zum Atmen. Und so bildete sich um diese Leerstelle die Legende des Bischofs, der mit Pfeil und Bogen den neuen Standort seiner Kathedrale bestimmen wollte."Er war natürlich von der gleichen Großspurigkeit befallen, welche die meisten Männer lähmt. Als er den Pfeil abschoss, schob sich wie ihn daran zu erinnern, dass nicht er über die Welt zu einen Füssen zu bestimmen habe, nie hatte und auch nie haben werde, ein weißer Hirsch zwischen Pfeilspitze und Boden, und der Bischof beobachtete, vielleicht geknickt, sicherlich aber gebannt, wie der Pfeil in dessen Lende eindrang. Das entsetzte Tier lief noch fast fünf Kilometer weiter, bevor es mitten in einer Talaue verendete, südlich von Old Sarum, dort, wo jene fünf Flüsse sich trafen.Nirgendwo wäre das Bauen beschwerlicher gewesen."Die Stelle an der der Hirsch starb und somit der Pfeil den neuen Standort markierte, hätte ungünstiger nicht sein können, wollte man dort ein großes Gebäude errichten. Zumal die Kathedrale den mit 123 Meter höchsten Kirchturm Englands bekommen sollte. Aber wenn Menschen sich etwas in den Kopf gesetzt haben, lassen sie sich häufig durch nichts mehr von ihrem Vorhaben abbringen. Und so steht die Kathedrale von Salisbury heute dort, wo fünf Flüsse zu einem werden."Die Kathedrale von Salisbury ist das schönste Gebäude, das ich kenne. Damit meine ich gar nicht so sehr ihr Aussehen. Gebäude sind nicht aufgrund ihrer Formgebung oder Strukturen schön, der Ziegel oder Steine, aus denen sie bestehen. Wodurch sie bestechen, das sind die Ideen, die Träume und Sehnsüchte, die sie einschließen."In ihrem Schatten ereignet sich ein Unfall, der zwei Menschen ganz direkt, drei weitere nur insofern betrifft, dass sie dem Ereignis beiwohnen. Diese fünf Menschen lernen wir in Barney Norris Debutroman Hier treffen sich fünf Flüsse näher kennen und nach und nach wird klar, dass dieses Aufeinandertreffen der fünf Lebensflüsse nicht das erste ist ...Barney Norris ist ein Meister der Konzeption. Wie die Kathedrale von Old Sarum in New Sarum neu aufgebaut wurde, so erstellt Norris ein Gedankengebäude, dessen Zentrum die Idee der Verbundenheit darstellt. Die Idee setzt er um, indem er uns Leser die Punkte, an denen sich die fünf Beteiligten bereits trafen, früher erkennen lässt, als es die Protagonisten selbst tun. Das macht Spaß, das ist geschickt. Sprachlich beginnt er bestechend, dem Bau einer Kathedrale entsprechend, nur um die Schönheit die man sich gerade eben erlesen hat, durch die alltägliche Härte und Schnoddrigkeit einer Frau zu ersetzen, die ihr Leben nicht auf Rosen gebettet verbrachte, obwohl sie letztendlich mit Blumen und Gras handelt. Ersteres öffentlich, zweiteres natürlich, weil strafbar, nur im Geheimen. Ihr Leben fiel früh auseinander und sie selbst hat sich wohl nie so recht davon erholt.Neben der Gras dealenden Floristin lernen wir Sam kennen. Ein Teenager, der mehr als nur eine Sache mit sich trägt. Frisch verliebt, versucht er sich an Lyrik. Sein Vater, der ihm als Familienmitglied am nächsten steht ist eher schweigsam, aber anwesend. Unglücklicherweise aber ist er schwer erkrankt. Auch wenn er versucht, sich die Schwere seiner Krebserkrankung nicht anmerken zu lassen, ist klar, dass Sam seinen Vater verlieren wird. Er schwankt zwischen Glücksgefühlen und schlechtem Gewissen und das ist gerade für einen Teenager nicht einfach.Ebenso wie Sam seinen Vater gehen lassen muss, geht es einem Farmer aus der Gegend, dessen Frau kürzlich verstarb. Hier erfahren wir, wie die beiden sich kennen lernten und ihr Leben miteinander verbrachten. Ein Einschnitt, der schwer zu verkraften ist und alles verändern wird. Die vierte Person, die in diesen Unfall mehr oder weniger "verwickelt" ist, die Frau eines Soldaten, der sich im Feld befindet. Der gemeinsame Sohn besucht ein Internat und so fristet sie ihre Tage zwischen Beruf, Laienschauspiel und Tagebuch. Und dann gibt es noch den Turmwächter. Er, der alles aus der Höhe sieht, den Überblick hat, jedoch nicht auf sein eigenes Leben behalten kann, verwebt die Lebenswege der Protagonisten und füllt die Leerstellen, gerade so wie die Leserschaft es schon getan hat.Jede dieser Stimmen ist ganz eigen. Einer habe ich besonders gerne gelauscht, eine brachte mich fast dazu, das Buch zur Seite zu legen. Aber so ist das eben: Manchmal muss man auch etwas aushalten können. Die Stärke dieses außergewöhnlichen Debutromans liegt für mich tatsächlich in der hintergründigen Verknüpfung der einzelnen Leben. Wie bei einem bunten Stoff stechen hie und da die einzelnen farbigen Fäden heraus, verbinden sich an manchen Stellen an einem Punkt und schaffen damit einen Blickfang, nur um auseinander zu gehen und später vielleicht wieder zusammen zu finden. Sprachlich beginnt das Buch ungemein schön und poetisch, die einzelnen Stimmen aber bringen große Variation mit sich. Aber Vielfalt ist es, die unsere Geschichten prägt und so ist es auch weiter nicht verwunderlich, dass die Wahrnehmung des eigenen Lebens häufig stark von der Außenwahrnehmung abweicht.Barney Norris hat sich in Hier treffen sich fünf Flüsse einer wunderbaren und wie ich meine, wahren Idee angenommen. Kitsch, der ihm im letzten literarischen Quartett vorgeworfen wurde, konnte ich nicht finden, was daran liegen mag, dass ich alles im Zusammenhang betrachtet und nicht einzelne Sätze zerpflückt habe. Denn: Ein Ganzes ist doch immer viel mehr als seine Einzelteile."Im Schatten des Bauwerks erblühte Leben, eine Stadt, die man zunächst New Sarum nannte, bis sie schließlich unter dem Namen Salisbury bekannt wurde. Ereignisse von historischer Tragweite blitzten in den Straßen auf, Paare fanden sich, heirateten und wurden zusammen alt, es gab gute Ernten oder sie blieben aus, Falken nisteten im Turm, und wegen der Erfindung des Flugzeugs musste immer eine Glühbirne in der Turmspitze brennen, weshalb hin und wieder jemand hinaufklettern und sie auswechseln musste. [...] Und immer war der Gesang zu hören. Fünf Flüsse flossen ineinander, und um das zu feiern, sang die Erde aus voller Kehle, eine Musik, die sich in den Kleinigkeiten des Alltäglichen versteckte, in den Schritten der Tausenden von Bewohnern, dem Klingeln der Registrierkassen, dem hoch aufragenden Traum des Turms."

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  • Hier treffen sich fünf Leben

    Hier treffen sich fünf Flüsse

    Buecherschmaus

    28. April 2017 um 12:36

    Vier Flüsse fließen rund um Salisbury in den River Avon. Es ist eine uralte Landschaft hier im „grünen Süden Englands“. Unweit wurden vor mehr als 4000 Jahren die hölzernen und steinernen Kultstätten von Woodhenge und Stonehenge errichtet, wurde Old Sarum zu einer der bedeutendsten Städte der Angelsachsen, nachdem schon die keltischen Druiden und Römer hier siedelten. Im Mittelalter wurde Salisbury, New Sarum, rund um die neuerbaute, prächtige Kathedrale ein bedeutender Mittelpunkt.Im Eingangskapitel von „Hier treffen sich fünf Flüsse“ wird der „Gesang der Erde“ beschworen, der hier zu hören sei, an diesem geschichtssatten Ort. Es ist eine Art Prolog, erst am Ende werden wir den jungen Mann, der ihn spricht, näher kennenlernen. Für ihn ist die offene Landschaft und die Erhabenheit der Kathedrale etwas, dass „uns auffordert, stehen zu bleiben und nachzudenken. Und von uns verlangt, den Blick von uns selbst abzuwenden.“„Hierin liegt die Bedeutung dieser kleinen Stadt, wo der Turm hoch in den Himmel ragt, wo Flüsse und Geschichten sich verweben und Lebenswege einander kreuzen.“Es sind fünf Lebenswege, die sich im Buch kreuzen. Der erste könnte nicht krasser im Gegensatz sein zu dem elegischen Prolog. Es ist Rita, bald 60 und Inhaberin eines kleinen Blumenstands auf dem Markt, Teilzeit-Drogendealerin und vom Leben völlig desillusioniert. In schwierigen Verhältnissen aufgewachsen, vom Freund schwanger sitzen gelassen, in Alkohol- und Drogensucht abgerutscht, in unzähligen Männergeschichten etwas wie Zuneigung und Geborgenheit vergeblich suchend. Auch ihr Sohn lehnt jeden Kontakt mit ihr seit langem ab. Mit unbändiger Wut und Kratzbürstigkeit wehrt sie sich gegen die Zumutungen der Welt und merkt doch, dass sie sich selbst am meisten im Weg steht, von allen Möglichkeiten scheinbar immer die schlechteste wählt. Aber sie kann nicht anders. Sie erzählt laut, vulgär, verbittert. Sie ist es, die letztendlich die fünf Menschen, um die es im Buch geht, wenn auch nur für einen Augenblick, so doch verbindet. Sie wird auf einer verzweifelten Fahrt auf ihrem Moped Opfer eines schweren Verkehrsunfalls.Der alte Farmer, George Street, Fahrer des Unfallwagens, ist einer der anderen Personen, die zu Wort kommen. Er hat am Morgen seine geliebte Frau nach langer schwerer Krankheit verloren, ist noch ganz betäubt von dem Verlust, sieht nicht das Zweirad das ihm die Vorfahrt nimmt. Zwei Zeugen, ein 15jähriger Junge und eine Frau mittleren Alters werden ebenso Zeugen des Unfalls wie der Erzähler aus dem Prolog, der nach einer schmerzhaften Trennung aus London in seinen Heimatort zurückgekommen ist und als Nachtwächter auf Old Sarum viel Zeit zum Nachdenken hat. Auch die anderen beiden tragen ihre Probleme mit sich herum. Sam, der Junge, verliebt sich gerade in dem Moment zum ersten Mal, als sein Vater im Sterben liegt. Er ist hin und her gerissen zwischen seinen Gefühlen und dem schlechten Gewissen, dass er seinem geliebten Vater gegenüber hat. Die Frau wiederum leidet unter der Abwesenheit ihres Mannes, der als Soldat in Afghanistan stationiert ist, und ihren Ängsten um ihn, genauso wie um die Loslösung ihres pubertierenden Sohns, der seit Kurzem ins Internat geht. Trost in ihrem einsamen Dasein, „auf Abruf“, ist einzig das Theater, in dem sie, einst angehende Schauspielerin, als Platzanweiserin arbeitet und eine Laienspielgruppe, in der sie die „Ophelia“ spielt. Hier, in der liebevollen Beschreibung des Theatermilieus, spürt man die Herkunft des Autors Barney Norris. Er ist erfolgreicher Dramaturg. Man spürt es aber auch daran, wie sehr er sich bemüht, den Figuren je eigene, überzeugende Stimmen zu verleihen. Das gelingt meistenteils gut. Rita flucht und schmeißt mit vulgären Begriffen um sich, Sam ist überschwänglich und verträumt (seinen Abschnitt unterbrechen kleine „Es war einmal“ Abschnitte), George ist zutiefst traurig und niedergeschlagen (seine Reflexionen werden wiederum von den Fragen während des Verhörs unterbrochen, dem er sich nach dem Unfall unterziehen muss). Die Frau schließlich erzählt uns anhand ihrer Tagebucheintragungen. Das klingt ziemlich konstruiert und ist es tatsächlich auch. Trotzdem wächst alles zu einer wunderbaren Geschichte zusammen. So wie wir nach und nach erkennen, dass die Figuren auch abseits des Unfallgeschehens in der ein oder anderen Form miteinander verbunden waren, verweben sich auch die Geschichten dieser ganz „gewöhnlichen Menschen“ zu einem Buch über das Leben, die Frage, wie wir zu denen wurden, die wir sind, über die Entscheidungen, die jeder immer wieder treffen muss, die Weggabelungen, die sich bieten, das Vergehen der Zeit, die verpassten Chancen, die Möglichkeit oder aber auch Unmöglichkeit zu einem Neuanfang. Es ist aber auch ein Buch über Identität und Heimat, voll mit den großen Gefühlen, Liebe, Verlust, Trauer, Wut, Würde und Widerstandsfähigkeit, also auch voller Pathos, aber zum Glück auch ohne jeden Kitsch. Norris schreibt dicht und klar. Voller Mitgefühl und Empathie schafft er komplexe Figuren voller Menschlichkeit. Trotz der großen Melancholie, die über dem Buch und den Personen liegt, ist es aber kein schweres Buch, sondern immer eine große Freude, zu lesen. Es ist Barney Norris Debüt. Ich denke, auf sein nächstes Buch darf man gespannt sein.

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