Barry McCrea Die Poeten der Nacht

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Inhaltsangabe zu „Die Poeten der Nacht“ von Barry McCrea

Willkommen im Club der Literati Entdecken Sie einen großen irischen Erzähler: Barry McCrea Lesensgefährlich: Barry McCrea hat einen fulminanten Roman über den geheimnisvollen Kosmos der Worte geschrieben. Sein Held wird Mitglied im rätselhaften Club der Literati und betritt eine nachtdunkle Welt der Erotik und der Weisheit - es wird ein Spiel auf Leben und Tod. Als Niall Lenihan sein Studium im altehrwürdigen Trinity College zu Dublin antritt, ändert sich sein Leben auf magische Weise. Er trifft Studenten, die des Nachts in alten Büchern lesen, als ginge es um ihre Seele. Es sind "Literati", Angehörige eines verborgenen Ordens, die einem alten Kult frönen: Mit Hilfe von "Sortes", schicksalsschweren Textstellen aus alten Büchern, sind sie der Zukunft und dem Mysterium des Lebens auf der Spur. Niall verfällt den Literati und den Sortes. Zu spät merkt er, dass sie sein Leben gefährden. Spannend und abenteuerlich, kunstvoll und verführerisch: Barry McCrea hat einen ungewöhnlichen Roman über das Lesen und die Literatur geschrieben. Mit diesem brillanten Buch reiht er sich in die Gilde der großen irischen Autoren ein.

Die Idee ist originell und auch sonst lässt sich das Buch ganz gut lesen. Am Ende hat sich dann aber alles wiederholt und wurde langweilig.

— -Lesemaus-
-Lesemaus-

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    Die Poeten der Nacht
    -Lesemaus-

    -Lesemaus-

    08. November 2013 um 18:40

    Als Niall sein literaturwissenschaftliches Studium beim Trinity College in Dublin beginnt, ahnt er noch nicht, welch aufregende aber auch zermürbende Zeit auf ihn wartet. In dieser großen Stadt hat er endlich den Mut, seine Homosexualität auszuleben, findet neue Freunde und genießt den Freiraum des Studiums. Selbstverständlich zählen hierzu auch etliche Studentenpartys, die meist bis in die Morgenstunden andauern. Eines solchen Morgens bekommt er mit, wie zwei Studenten anhand Büchern Fragen beantworten. Nach anfänglichem Zögern, weihen Sarah und John ihn ein und eröffnen ihm die gefährliche Welt der "Sortes", welche Antworten auf jegliche Fragen des Lebens liefern sollen. Mit der Zeit ist er jedoch nicht mehr in der Lage, sich auf das große Ganze zu konzentrieren, sondern zerstückelt jeden Text, der ihm in die Finger kommt, ja sogar jedes Gespräch, in einzelne Abschnitte, welche er anschließend interpretiert. Dies geht so weit, dass er sein Studium, seine Freunde und auch seine Familie vernachlässigt. Sein Leben wird nun durch die "Sortes" und anstrengende Zeremonien mit Sarah und John bestimmt. Fazit: An sich gefällt mir diese originelle Idee. Leider wiederholt sich am Ende des Buches die ganze Thematik von Neuem und ich hatte nicht mehr große Freude am Weiterlesen. Zwei, drei Kapitel weniger und das Buch wäre schön abgerundet gewesen, so zieht es sich allerdings hin und der Schluss wird regelrecht langweilig.

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  • Rezension zu "Die Poeten der Nacht" von Barry McCrea

    Die Poeten der Nacht
    angelinagoescultural

    angelinagoescultural

    02. October 2011 um 20:38

    niall hat eines der beiden beckett-stipendien ergattert, mittels dessen er ein studium an der universität in dublin aufnehmen kann. alles läßt sich gut an, schnell schließt er freundschaft mit der anderen stipendiatin fionnuala und ausgelassen genießen sie die neugewonnene freiheit. am morgen einer der fröhlichen studentenparties beobachtet er fiorella und zwei andere studenten bei einem merkwürdigen spiel: sie stellen eine frage in den raum und nehmen zu deren beantwortung ein buch aus dem regal, schlagen dieses an einer willkürlichen seite auf und finden dort die antwort. sortes nennt sich diese methode, welche schon die alten römer zur voraussage der zukunft anwandten. niall ist fasziniert von diesem spiel und sucht in der kommenden zeit mehr und mehr die nähe dieser beiden anderen studenten – sarah und john- die ihn aber eigentlich nicht bei ihren ritualen dabei haben wollen. scheinbar jedoch geben die bücher ihnen einen anderen auftrag und widerwillig beziehen sie niall mehr und mehr in ihre nächtlichen lesungen ein, dies jedoch offenbar entgegen der anweisung der ihnen innerhalb der sekte pour mieux vivre übergeordneten person. allabendlich weiß niall sarah und john mit hilfe der bücher irgendwo in dublin aufzuspüren, anschließend lesen sie sich in trance und vernachlässigen ihr alltägliches leben mehr und mehr. niall geht nicht mehr in die vorlesungen und vermeidet nach und nach jeden kontakt mit seinen mitstudenten. einzig ins george, dublins bekannteste schwulenkneipe, treibt es ihn ziemlich oft für schnellen sex, denn obwohl er seiner umgebung seine sexuelle orientierung weiterhin verschweigt, kann er diese sich selbst gegenüber mittlerweile eingestehen und ausleben, manchmal expliziter als es dem leser lieb sein dürfte. immer weiter entfernen die drei sich von aller normalität und sind bald nicht mehr in der lage, ein selbstbestimmtes leben zu führen, in dem sie anstehende entscheidungen eigenständig, sprich ohne die anweisungen der bücher, treffen können. sie schlafen nicht mehr und stellen ihr gesamtes leben in den dienst der sortes. bis niall der situation eines tages nicht mehr gewachsen ist, er zusammenbricht und bei der mutter eines schulfreundes hilfe sucht. im anschluß verbringt er einige wochen der rekonvaleszenz bei seinen eltern und mittels eines attests, welches ihm eine depression bescheinigt, gelingt es ein platzen des stipendiums zu verhindern und niall wieder in den unialltag einzugliedern. dann gibts aber doch noch einen rückfall und die bücher führen niall auf der suche nach sarah und john nach paris, dann aber kurz vor knapp doch wieder gesund nach hause. wenn ichs recht verstanden habe, das ende war recht kryptisch. war mir dann allerdings auch ziemlich wurscht, denn ca. ab der hälfte konnte ich sowieso nur noch scannen und die sache schnell zu einem ende bringen, sonst wäre ich wohl einer schlafapnoe erlegen. die idee war gut und hätte potential gehabt, welches aber leider keineswegs genutzt wurde. es erschließt sich mir überhaupt nicht, warum niall den ihn offenbar kaum ertragen könnenden beiden anderen wie ein kleiner pudel hinterherläuft und den sinn und zweck der nächtlichen sitzungen habe ich auch nicht verstanden. die drei tragen sich dort wie die irren und bis zum umfallen ihre texte vor, dem leser werden die offenen fragen der drei jedoch nicht mitgeteilt und demzufolge bekommt er auch keine antworten. oder dient das ganze spektakel nur der spirituellen verbindungsschaffung mit den anderen sektenmitgliedern? und was hat es denn nun mit der sekte pour mieux vivre tatsächlich auf sich? und was treibt sarah und john an, diesen hokuspokus wie ferngesteuert mitzumachen? fragen über fragen, mit denen der leser am ende ratlos und genervt zurückgelassen wird und sich die lektüre dieses textes daher von vorneherein ersparen sollte.

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  • Rezension zu "Die Poeten der Nacht" von Barry McCrea

    Die Poeten der Nacht
    Muchbers

    Muchbers

    18. July 2010 um 20:00

    Der Klappentext verspricht einiges - und im Grunde zu viel. "Nett", denkt sich der Buchliebhaber. Schließlich geht es wieder um Bücher im Buch. Doch leider hat man sich zu früh gefreut. Von der ersten Seite bis zur letzten sitzt man wie auf heißen Kohlen. Und das nicht, weil es so furchtbar spannend ist, sondern vor allem deswegen, weil man darauf wartet, dass endlich mal etwas spannendes passiert. Doch das tut es nicht. Auch das Ende des Buches bleibt ein mageres dahinplätschern. Und sobald man die letzte Seite erreicht hat, fühlt man sich irgendwie enttäuscht und auf irgendeine Art verraten. Die Poeten der Nacht, ein geheimer Buchclub in Dublin, der in dem Buch nie wirklich etabliert wird und schon gar nicht an Identität gewinnt. Schade. Es ist eine nette Idee und es lässt sich ansonsten gut weglesen... nur bleibt die Handlung leider gesichtslos.

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  • Rezension zu "Die Poeten der Nacht" von Barry McCrea

    Die Poeten der Nacht
    patchogreen

    patchogreen

    14. July 2010 um 18:47

    Ehrlicherweise weiss ich nicht so ganz genau, was ich zu diesem Buch denken soll. Der Vergleich McCreas mit Joyce scheint mir ein wenig weit hergeholt. Die an sich so geheimnisvoll beleumundete Geschichte des Literaturstudenten Niall Lenihan, der zunehmend in den Dunstkreis eines ominösen Buchkultes gerät liest sich für mich eher wie die Geschichte eines unschlüssigen Jungen, der sich unter dem Einfluss psychopathologischer Techniken am Rande einer schizoaffektiven Psychose bewegt. Ziellosigkeit, Verlust des gewohnten Umfeldes, Umdeutung der eigenen Person auch in sexueller Hinsicht, Verlust alter Definitionsgrundlagen, also eine vollkommene Entwurzelung von allem Vertrauten führen zu einem Ichverlust, der sich durch die wahnhaft anmutendenBedeutungssetzungen von "pour mieux vivre" zunehmend als schizophrene Symptomatik demaskiert. Am Ende die Loslösung durch den gänzlich unbeeindruckten und in seiner Zielorientierung als Leitfigur erlebten Keith...den "Kulturbanausen"... Unterm Strich eine interessante Studie, eine etwas wirre Coming-of-age Geschichte, aber für mich nicht der grosse literarische Schlag, der den Vergleich mit Ulysses verdient hätte.

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  • Rezension zu "Die Poeten der Nacht" von Barry McCrea

    Die Poeten der Nacht
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    17. February 2010 um 19:44

    Als ich dieses Buch im Buchladen meines Vertrauens gefunden habe, habe ich mich über den Standort gewundert: Es stand bei den Krimis und war das letzte seiner Art. Vielleicht eine Vorausdeutung, was mich erwartete? Vorausdeutung ist aber ein gutes Stichwort, denn "Die Poeten der Nacht" dreht sich um den Dubliner Literaturstudenten Niall, der in die geheimnisvolle Welt eines jahrhundertealten Buchclubs eingeweiht wird. Das Thema faszinierte mich und so wanderte dieses Buch in meinen Bücherschrank. Zunächst fesselte mich das Werk auch, doch fiel mir ziemlich schnell auf, dass ich mit den Figuren von John und Sarah nicht wirklich warm werden konnte. Wahrscheinlich war dies auch gar nicht beabsichtigt, denn beide Figuren scheinen in ihrer eigenen Welt gefangen zu sein – dieser Eindruck wurde auch bis zum Ende hin beibehalten. Niall hingegen fand ich eigentlich recht sympathisch, auch wenn mir die homosexuellen Andeutungen und expliziten Äußerungen etwas zu häufig aufgefallen sind. Ich habe irgendwann aufgehört, Worte wie „Homos“, „schwul“ andere zu zählen und habe diese auch nach einer Weile einfach überlesen. Muss man denn den Leser alle paar Seiten daran erinnern, dass der Hauptprotagonist homosexuell ist? Ich glaube, so schnell vergisst man das nicht. Die Liebesnächte mit seiner Bekanntschaft Chris waren nur angedeutet, ebenso wie Nialls vorherige Ausflüge mit anderen Männern, was ich wirklich positiv bewerten kann. Ab der Mitte des Buches hätte ich diesem beinahe wirklich nur 2 Sterne verliehen, muss jedoch einen weiteren für die letzten beiden Kapitel hinzufügen, da diese mir wirklich besonders gut gefallen haben. Auch wenn das Ende wirkt, als hätte der Autor auf den letzten Seiten aufgrund von Seitenzahlbegrenzung seitens des Lektorats kürzen müssen. Sprich: es ist zu abrupt und lässt den Leser wie vor einer zugeschlagenen Haustüre stehen. Was passiert nun mit Sarah und John? Werden sie in Italien endlich fündig? Fragen, die offen bleiben und in mir die Vorahnung erwecken, dass Barry McCrea eventuell einen Fortgang der Geschichte plant. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass „Die Poeten der Nacht“ ein weiteres solides, jedoch nicht überragendes Werk über die Welt der Literatur ist.

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  • Rezension zu "Die Poeten der Nacht" von Barry McCrea

    Die Poeten der Nacht
    fruchtsirup311

    fruchtsirup311

    08. January 2010 um 18:05

    Neill, ein Literaturstudent an einer dubliner Uni führte ein Leben eines typischen Junggesellen, der neben dem Studium das Partyleben - und die Vorzüge der Homoszene- in vollen Zügen auskostet. Den Fuß in der Tür zu einem zwar sehr exzessiven, aber verhältnismäßig geordneten Studentenleben begegnet Neill John und Sarah, die umgeben von einer düsteren Aura ihn für eine Welt begeistern, in der Bücher die entscheidene Rolle spielen. Sie werden nach einer alten Wahrsagekunst befragt und geben einem verschlüsselte Antworten. Alles scheint möglich, aber Neill wird zu einem Nachtwesen, schläft nicht, vernachlässigt soziale Beziehungen, wird vollständig in den Bann der Literati gezogen. Er wird mehrmals vor die Wahl gestellt, sich gegen die Literati zu stellen oder sich für sein altes Leben zu entscheiden- unsicher, ob ihm seine Familie, Freunde und Lover seine ständige Abstinenz verzeihen werden. Für meine Verhältnisse habe ich das Buch in einem zügigen Tempo lesen können. Der Autor besticht durch einen schönen Schreibstil, den er allerdings an manchen Stellen unnötig ausschweifend werden lässt- sämtliche Ortschaften, Stadtteile, Straßennamen und Dialekte tragen nur wenig zur Handlung bei und wirken ab einem bestimmten Punkt eher störend. Neills Weg habe ich teilweise mit angehaltenem Atem verfolgt. Gekonnt hat der Autor meiner Meinung nach eine dunkle Vorahnung am Horizont erscheinen lassen, das Ende vom Buch war jedoch sehr enttäuschend. Man hatte das Gefühl, er hätte keine Lust mehr gehabt, zu schreiben. Insgesamt ein Buch, das sein Pulver leider an den falschen Stellen verschossen hat und am Ende blieb der große und mit Spannung ersehnte Knall aus.

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  • Rezension zu "Die Poeten der Nacht" von Barry McCrea

    Die Poeten der Nacht
    emeraldeye

    emeraldeye

    02. September 2008 um 11:51

    Seltsame Geschichte, die uns Barry McCrea da erzählt. Ein junger Mann, Niall, kommt zum Sprachstudium nach Dublin und verfällt einem Kult, dessen Mitglieder sich selbst aus Büchern wahrsagen. An seinem ersten Abend im Studentenwohnheim hört Niall unter seinem Fenster ein altes irisches Volkslied, gesungen von einem Lockenkopf namens Pablo, in den er sich sofort verliebt und der im Verlauf der Geschichte immer wieder in scheinbar ausweglosen Situationen auftauchen und Niall mit kryptischen Aussagen einen Weg weisen wird. Ist dieser Pablo real oder bloß eine homoerotische Fantasie Nialls? Jedenfalls begibt Niall sich auf die Suche nach ihm und begegnet dabei John, für den er ebenfalls Gefühle entwickelt und ihn deshalb immer öfter verfolgt. John gibt schließlich nach und nimmt ihn mit zu Sarah, wo er zum ersten Mal mit den "Sortes" Bekanntschaft macht und ihnen nach der ersten "Seance" rettungslos verfällt. Von da an bestimmen die willkürlich ausgewählten Passagen aus Büchern sein Leben und seine Beziehungen. Er wird süchtig nach den nächtelangen Lese-Sitzungen, die häufig in seltsamen Visionen mit Gesängen ihren Höhepunkt finden und süchtig nach John und Sarah, die für ihn das Tor zu dieser anderen Welt geöffnet haben. Obwohl Niall immer ein Außenseiter bleibt und niemals die ganze Wahrheit erfährt, kann er sich doch dem Sog der "Sortes" nicht entziehen. Er versucht, sich mit sexuellen Abenteuern abzulenken und schafft sogar für eine kurze Zeit, als ihm der Verlust seines Stipendiums droht, den Ausstieg. Aber die Sucht holt ihn wieder ein, und er folgt Sarah und John nach Paris, um dem Wahnsinn, der sein Leben so verändert hat, endlich auf den Grund zu gehen... Wie schon gesagt, eine ziemlich haarsträubende Geschichte, die auch ein bißchen unentschlossen zwischen zwei "Süchten", der nach Büchern und der nach Sex hin und her pendelt. Versucht Niall dem realen Leben (das eben auch einfach mal langweilig ist) zu entkommen? Wonach sucht er und warum? Die Gretchenfrage lautet: Was will uns der Autor mit seiner Geschichte über einen 20-jährigen, der sein Coming-out nicht wirklich schafft, eigentlich sagen? Mir ist es bis zum ziemlich abrupten, und wie ich finde, unlogischen Ende, nicht gelungen, auf diese Frage eine schlüssige Antwort zu finden. Aber vielleicht liegt es daran, dass ich hetero bin... Und obwohl ich mich durchaus als lesesüchtig und magisch interessiert bezeichnen würde und es auch schon Bücher gegeben hat, die eine Offenbarung für mich waren und sind, finde ich es mehr als abstrus, mein Leben von spontan ausgewählten Sätzen aus Büchern leiten zu lassen. Aber vielleicht besitze ich einfach nur nicht genug Fantasie... Und noch eine Frage zum Abschluß: Ist es für diese Geschichte wirklich wichtig, jede irische Figur mit ihrem speziellen Herkunftsort und ihrem speziellen Dialekt zu charakterisieren?

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  • Rezension zu "Die Poeten der Nacht" von Barry McCrea

    Die Poeten der Nacht
    yoko

    yoko

    09. June 2008 um 21:18

    Ehrlich gesagt, ich weiß nicht, wie ich über das Buch denken soll. Es ist nichts Halbes und nichts Ganzes. Man spielt mit der Sonne und mit dem Mond und weiß am Ende nicht, auf wessen Seite man steht. In dem Buch geht es um einen jungen Mann, der als Stipendiat sein Literaturstudium aufnimmt. Es dauert jedoch nicht lange und Niall kommt von seinem Weg ab, lässt sich von einer geheimen Vereinigung beeinflussen. Zu groß ist Neugier nach John und Sarah, zwei Mitglieder der Literati. Dies ist ein geheimer Club, der ein jahrhundertealtes Spiel betreibt, das ebenso göttlich wie dämonisch ist. Zunächst beginnt es für Niall ganz harmlos, bald jedoch entpuppt es sich als ein gefährliches Unterfangen. Eine Flucht scheint unmöglich und anfangs fällt es dem Leser schwer, dem Ganzen nachzuempfinden. Bald erleben wir Buchstaben nicht nur als irgendwelche Zeichen, die Wörter und einen Sinn ergeben, sondern auch als einen betörenden Rausch, der am Ende nur süchtig machen kann. Das Buch hängt irgendwie die ganze Zeit in der Warteschleife. Niall sucht ständig jemanden, rennt mit müden Augen durch die Straßen und versucht seine Verzweiflung mit Bierflaschen zu betäuben, die ihn dann wiederum, schwer angetrunken, in die Arme junger Männer treiben. Sofern echt, erfährt der Leser hier übrigens einiges über Schwulenclubs in Dublin. Die Sprache ist wunderbar, auch die Gedanken und Gefühle des jungen Mannes, der sich noch nicht zu seinem Schwulsein bekannt hat, ziehen den Leser in den Bann, doch das eigentliche Elementare, um das es hier gehen soll, also der geheime Literaturclub, verliert immer mehr an Glanz, auch deshalb, weil man sich als Leser schwer in den Rausch hineinversetzen kann. Hier fehlt eine Stelle, die dem Ganzen genau den Kick gibt, die solch ein Thema dringend braucht. In der Mitte des Buches habe ich mich auch gefragt, ob ich es zur Seite legen soll. Trotz der Kritik, möchte ich auch nicht unter den Tisch kehren, dass der Autor in seinem ersten Roman wichtige Themen des Menschens anspricht, die einen bewegen: Erwachsenwerden, Jungsein, Selbstfindung, Obsessionen, Sucht. Man merkt schon, dass der Autor mit der Literatur vertraut ist. Er ist 34 Jahre und trägt einen Doktortitel aus dem gleichnamigen Bereich. Ich finde, letztlich hat er versucht, zu viele Themen in seine Geschichte zu stecken und hat dabei das Wesentliche in den Schatten gerückt. Empfehlen würde ich das Buch vor allem jungen Schwulen, weil sie sich hier wiederfinden, insbesondere was die Ängste vor dem Coming Out betreffen und die Selbstfindung.

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