Bartels Dominik Bruderkuss

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  • Rezension zu "Bruderkuss"

    Bruderkuss
    ElkeK

    ElkeK

    26. January 2017 um 05:57

    Inhaltsangabe: Paolo Wagner, ein selbsternannter Wanderer, kehrt nach über 10 Jahren in seinen Geburtsort Bad Langensalza zurück. Seiner erster Weg führt zum Friedhof, wo seine Schwester Katrin begraben liegt. 1988 wurde sie im Alter von nur 18 Jahren bei einem vermeintlichen Fluchtversuch aus der damaligen DDR an der Grenze in den Rücken erschossen. Am Friedhof hat Paolo eine seltsame Begegnung mit einer alten Frau, die immer wieder im gebrochenem Deutsch so etwas wie „Versprechen“ flüstert. Diese Begegnung veranlasst Paolo dazu, sich die genauen Umstände von Katrins Tod anzusehen. Bei seinen Eltern angekommen, holt ihn die Vergangenheit ein. Seine Kindheitserinnerungen, seine Eindrücke und seine heutige Sichtweise der Dinge stellen alles auf einen Prüftstand. Sein Freund Sven aus Kindheitstagen hilft ihm bei den Erinnerungen. Doch wenn er das Thema Katrin anspricht, stößt er auf widersprüchliche Aussagen, wenn nicht gar Schweigen. Seine Eltern haben den Tod ihrer Tochter noch immer nicht verkraftet. Getrieben von Schuldgefühlen und seinem Bedürfnis nach der Wahrheit um Katrins Tod begibt er sich auf eine Reise quer durch Deutschland. Er trifft auf ehemalige Stasi-Angehörige und Grenz-Soldaten und dabei ist es immer fraglich, ob er dem Geheimnis um Katrins Tod tatsächlich auf die Spur kommt. Mein Fazit: Dieses Buch ist ein Zeugnis der innerdeutschen Geschichte. Der Autor hat seine eigenen Erinnerungen und Lebenserfahrungen mit einfließen lassen, das spürt man sehr schnell. Sehr detailliert wird die damalige Zeit beschrieben, kurz vor der Wende. Die ständige Kontrolle der Stasi, die Demütigungen und das Mißtrauen, selbst den besten Freunden gegenüber. Sehr deutlich wird auch bewußt, wie sehr so etwas die eigene Familie erschüttern kann, das es im Grunde besser ist, wenn man schweigt, als die unangenehme Wahrheit auszusprechen. Paolo Wagner hat eine sehr starke Persönlichkeit. Es ist ein selbsternannter Wanderer, den die innere Unruhe treibt und andere Menschen zufällig ein kleines Stück des Weges begleitet mit unbekanntem Ziel. Er verarbeitet auf der Reise die Schuldgefühle gegenüber seiner Schwester, die er zwar geliebt aber nie wirklich gekannt hat. Auch hadert er ständig mit sich selbst, da er doch ihre Intimsphäre respektieren möchte, doch seinen Wunsch nach der Wahrheit dem höher stellt. Das Buch hat mich nachdenklich zurück gelassen und ich würde es in ein paar Jahren wieder lesen. Es hat mich erschüttert, wie sehr die Stasi ihre Mitmenschen kontrollierten und manipulierten und das alles im Namen der Staats-Sicherheit. Wie ich diese Kontrolle überstanden hätte, möchte ich mir gar nicht ausmalen. Mir persönlich hätte es mehr als nur zu schaffen gemacht. In der ersten Hälfte gibt es einige Abschnitte, die meines Erachtens nach etwas zu langgezogen sind. Aber ansonsten ist dieses Buch Seite um Seite lesenswert. Trotz des „schweren“ Themas gab es auch einige humorvolle Aspekte und ich konnte mich mit Paolo sehr gut identifizieren. Dieses Buch bekommt 4,5 von 5 Sternchen. Anmerkung: Die Rezension stammt aus April 2009.

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  • Rezension zu "Bruderkuss" von Bartels Dominik

    Bruderkuss
    Bokmask

    Bokmask

    08. August 2009 um 00:29

    Autor: Bartels, Dominik Titel: Bruderkuss Verlag: BlauLicht Verlag Erschienen: 2009 / 01 Seiten: 261 ISBN-10: 3941552007 ISBN-13: 978-3941552005 Cover: PB Preis: 14,90 € [b]Inhaltsangabe:[/b] [quote] Nach mehr als zehn Jahren kehrt Paolo Wagner in seine Geburtsstadt Bad Langensalza zurück. Es ist auch die Rückkehr an den Ort eines schrecklichen Verbrechens. Wenige Monate vor dem Mauerfall wird seine damals 18 jährige Schwester Katrin an der innerdeutschen Grenze erschossen aufgefunden. Niemand kann sich erklären, unter welchen Umständen das Mädchen in die streng bewachte Zone gelangt war. Keiner glaubt ernsthaft daran, dass Katrin die DDR verlassen wollte. Doch das Ministerium für Staatssicherheit brandmarkt die junge Frau nach ihrem Tod als Republikflüchtling, verhaftet den Vater wegen angeblicher Mitwisserschaft und setzt die gesamte Familie mit perfidesten Methoden unter einen enormen psychischen Druck. Als die Strategie des Geheimdienstes schließlich aufgeht, interessiert sich zunächst niemand mehr für die offensichtlichen Ungereimtheiten dieses Todesfalls. Paolos Suche nach der Wahrheit beginnt mit einer mysteriösen Begegnung… [/quote]Quelle: Klappentext des Buches [b]Meine Meinung[/b] Dieses Buch habe ich mit einer sehr hohen Erwartungshaltung in die Hand genommen, da mich das erste Buch von Dominik Bartels schlichtweg begeistert hat. Ich kann vorwegnehmen, dass mich Dominik Bartels auch mit diesem Werk wieder fesseln konnte. Leider ist dieses Buch mit den Maßen 22 X 14 cm wieder etwas unhandlich. Es ist jedoch sehr gut lesbar gedruckt. Der Preis von 14,90 € stößt bei mir allerdings schon an meine Schmerzgrenze. Wie der Klappentext schon verrät, kehrt Paolo nach langer Abwesenheit aus dem Ausland in seine Geburtstadt zurück und beantragt nach einiger Zeit Akteneinsicht in die Stasiakte seiner Schwester, wenn denn eine existiert. Aber er wird auf eine Geduldsprobe gestellt, bis endlich Antwort vom Amt kommt. Es stellte sich heraus, dass wirklich eine Akte existiert und Paolo geht mit sehr gemischten Gefühlen dort hin um Einsicht zu nehmen. Erst denkt Paolo, dass er kein Recht habe so tief in die Bereiche seiner Schwester einzutauchen, aber was er dann in dieser Akte zu lesen bekommt, auch wenn diese sehr unvollständig war, macht ihn einfach nur wütend. Und somit beginnt für Paolo eine Reise die er wohl am liebsten nicht angetreten hätte. Aber nun gab es kein Zurück mehr für Paolo, der die Lügen über seine Schwester nicht auf sich beruhen lassen will. Der Autor hat wieder einen Schreibstil dem ich mich nicht entziehen konnte. Mit jedem Satz stand ich mitten in der Geschichte und habe Paolo bei seiner Odyssee begleitet. Seine Gedanken und seine seelische Verfassung wurden regelrecht plastisch. Ich habe mit Paolo getrauert, habe seine Wut gefühlt und konnte seine Ohnmacht spüren. Eine so feinfühlig geschriebene Geschichte habe ich schon lange nicht mehr gelesen. Das Buch aus der Hand zu legen glich einer Strafe. Mit jedem Kapitel lernt man Paolo und seine Familie besser kennen, bis man denkt diese Familie wirklich gekannt zu haben. Mit jedem Schritt den Paolo weiter kommt bei seiner Suche werden einem diese undenkbaren Machenschaften der Staatssicherheit klarer. Mir wollte fast der Atem stocken. Aber auch diese Kleingeistigkeit der Mitmenschen in der unmittelbaren Umgebung der Familie, die alles für bare Münze nehmen was ihnen die Stasi vorlügt und damit systematisch eine Familie zerstören will. Schonungslos beschreibt der Autor die Einschüchterung der Menschen, die in diesem Fall eine wahrheitsgetreue Schilderung der Dinge in ihren Berichten geschrieben haben, bis es dann so war wie die Stasi es gerne hätte. Auch an Drohungen um Leben und Familie wurde nicht gespart. Dieses Ministerium wusste sehr genau wie es das bekommt, was es gerne hätte. Dieses Buch werde ich so schnell nicht wieder vergessen. Dominik Bartels hat es mir wieder gezeigt, dass er für mich zu den ganz großen Schriftstellern gehört. Dieses Buch bekommt 5 Sterne von 5 von mir

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