Bartholomäus Figatowski Der Basilikumdrache

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Inhaltsangabe zu „Der Basilikumdrache“ von Bartholomäus Figatowski

Aus einem längst dicht gemachten Malakow-Turm tritt ein sonderbarer Kumpel heraus, der geradewegs aus dem 19. Jahrhundert teleportiert sein könnte. Die Glückssträhne zweier Möchtegernganoven wird jäh beendet, als sie zu viele ihrer Giftfässer in den Rhein-Herne-Kanal kippen. In den Schächten der Zeche Mont Cenis sind Schweißbrenner und Märchenkenntnisse unabdingbar. Die Safari in einem gigantischen Schaufelradbagger durch das, was einst das »Ruhrgebiet« genannt wurde, beweist, dass der Bergbau immer eine Zukunft hat… In dieser Anthologie wird in elf ganz unterschiedlichen Geschichten die phantastische Seite des Ruhrgebiets aufgeschlagen: von Marika Bergmann, Bettina Forbrich, Susanne Haberland, Achim Hiltrop, Jutta Kieber, Benjamin Nemeth, Regina Schleheck, Renate Schmidt-V., Rainer Schorm, Karla Weigand und Jörg Weigand.
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  • Rezension zu "Der Basilikumdrache" von Bartholomäus Figatowski

    Der Basilikumdrache

    Jare

    27. August 2012 um 19:18

    Der Basilikumdrache! Der Literatur- und Sozialwissenschaftler Bartolomäus Figatowski hatte nach einer Anthologie über Schleswig Holstein die Idee, eine solche für das Ruhrgebiet herauszubringen. Im Blickpunkt sollten phantastische Geschichten aus den Bereichen Fantasy, Horror oder Science Fiction stehen, die allesamt einen Bezug zum Ruhrgebiet haben. Aus über fünfzig Einsendungen musste Figatowski jetzt die Geschichten auswählen, die in diese Anthologie passen. Geschafft haben es elf Kurzgeschichten, die so vielfältig sind, wie die Schauplätze, an denen sie spielen. Den Auftakt bildet die Kurzgeschichte „Der Basilikumdrache“ von Regina Schleheck. In dieser Geschichte begibt sich der Leser mit einem Bergmann unter Tage. Was würde vom Thema her auch besser passen. Und so hat Regina Schleheck eine spannende, runde Geschichte geschrieben, die mit einem augenzwinkernden Ende daherkommt. Gut möglich, dass man nach dieser Geschichte die Brücke zwischen Stadtpark Hochlarmark und der Halde Hoheward mit anderen Augen sehen wird. Nach diesem Auftakt ist man sehr gespannt, was einen noch erwartet. Und es kommt einiges auf den Leser zu: spukende Häuser, Geistererscheinungen, Zeitreisen, Zwangsstörungen. Die Autoren liefern allesamt gute Arbeit, wobei die Geschichten mal spannend, mal humorvoll, mal beklemmend und selten zäh sind. Neben dem titelgebenden Basilikumdrachen waren es vor allem „Am Baldeneysee“ von Susanne Haberland und „Glück auf!“ von Achim Hiltrop, die mir am besten gefallen haben. Ein Lob auch an den Verlag für die gelungene Aufmachung dieser Kurzgeschichtensammlung. Das Buch kommt als grünes Hardcover mit hochwertigem Papier, so dass auch das spätere Blättern darin immer wieder Spaß machen wird. Fazit: „Der Basilikumdrache“ ist nicht nur für Leser aus dem Ruhrpott ein Vergnügen. Die elf Kurzgeschichten wissen allesamt zu gefallen und sind auch stilistisch auf einem wirklich guten Niveau. Wer wissen möchte, warum es sich empfiehlt eine Schweißerbrille neben der Toilette zu haben, bekommt hier die plausible Antwort.

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  • Rezension zu "Der Basilikumdrache" von Bartholomäus Figatowski

    Der Basilikumdrache

    Asmodi

    Wie ungewöhnlich: Horror und Fantasy mit dem Handlungsort Ruhrgebiet. Obwohl, eigentlich ist diese Kombination gar nicht so verblüffend. Welche Stätte könnte besser geeignet sein für unheimliche Geschichten als die Kohle-und-Stahl-Region mit ihren kauzigen Typen, grauschwarzen Halden und ihrer labyrinthischen "Unterwelt". Vielleicht liegt die stiefmütterliche Behandlung des "Potts" im Mythen-und-Märchen-Genre an seiner Jugend. Xanten am Niederrhein, Hameln, Meißen oder Bremen etwa haben wegen ihres Alters ein viel höheres Verklärungs- und Mystifizierungspotenzial. Aber so langsam kommt auch das Ruhrgebiet in die Jahre, und mit zunehmendem Alter verflechtet sich der vorhandene Sagenstoff zu einem fabelhaften Legendengewebe. Mit "Der Basilikumdrache" wurde ein weiterer großer Schritt auf diesem Wege gemacht. Der Anthologieband gibt in elf Geschichten Aufschluss über die fantastische Seite des industriellen Ballungsraums. Als nüchtern und bodenständig abgestempelt, kann es in Dortmund, Recklinghausen, Essen und allen anderen Revierstädten durchaus ganz schön metaphysisch und utopisch hergehen. In den spannenden, oft auch amüsanten Storys stapfen ruhrdeutsch schwatzende Zombies umher, wird ein Basilisk mit Basilikum geneckt, tauchen aus den Stollen und Schächten die absonderlichsten Geschöpfe auf, sorgt das im Straßenverkehr geblitzte Foto eines mutmaßlichen Geistes für einen kuriosen Ehekrach. Voodoo, Zeitreisen, Metamorphosen und psychologische Zwangsstörungen finden als Themen ebenso Eingang ins Buch wie Liebe und Bier. Der Bergbau in der Zukunft wird satirisch-kritisch behandelt, die zunehmende Maschinisierung und ihre Folgen auch. Die in dem Buch versammelte Riege namhafter Autoren und Autorinnen hat ganze Arbeit geleistet. Die Maloche hat sich gelohnt! Der Mix aus Grusel, Fantasy und Science Fiction bietet erstklassige Unterhaltung – nicht bloß für Ruhrgebietler.

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    Angieangelina

    30. January 2012 um 19:53
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