Unnützes Glossar - Autor hat wenig Expertise
Da ist er nun: ein Wälzer von 448 Seiten, bei dem das gesamte letzte Drittel des Buches ein Nachschlagewerk („Glossar“) zu allen möglichen Nahrungsergänzungsmitteln sein soll. Nur ist die Recherche so oberflächlich, dass jede kostenfreie KI und selbst Google tiefere Inhalte liefern würden. Es wurden weder Studien intensiver ausgewertet noch irgendein echter Mehrwert geboten. Nehmen wir OPC: Es folgen eine halbe Seite belangloser Text und dann eine persönliche Bewertung. Als würde das ausreichen – und als würde das Urteil von Herrn Kast irgendjemanden interessieren. Und so geht es weiter, Supplement für Supplement. So kann man natürlich auch ein Buch füllen. Ich komme selbst aus der Forschung und bin entsetzt, was große Verlage heute alles durchgehen lassen. In kompletter Selbstüberschätzung – nachdem er sich seit 2024 mit Vitaminen beschäftigt (wegen seines Vaters, wie er selbst schreibt) – meint er nun, den Durchblick für ein Fazit neuester Studien zu haben. Ganz ehrlich: Wenn ein Ernährungswissenschaftler wie Prof. Leitzmann nach 30 Jahren intensiver Auseinandersetzung mit der Forschung ein Fazit zieht, hat das Gewicht. Wenn Herr Kast meint, ein bisschen oberflächliche Recherche reiche für ein Buch, ist das ein trauriges Zeichen – auch sprachlich. Interessant ist auch das SPIEGEL-Bestseller-Logo: Nach nur einer Woche prangte es auf dem Buch. Das geschieht natürlich nicht durch Leserfeedback oder Weiterempfehlungen, sondern weil ein Verlag die Regale füllt, Käufer zugreifen und der Abverkauf es zum Bestseller macht. Qualität ist etwas anderes. Lesen Sie besser etablierte Autoren aus diesem Bereich.
























