Ich weiß nicht, was ich wollen soll

von Bas Kast 
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Ich weiß nicht, was ich wollen soll
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„Wer die Wahl hat, hat die Qual“ – dieses Sprichwort kennen sicher die meisten. Mir geht es zuweilen so, dass die Auswahl mich überfordert.

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Inhaltsangabe zu "Ich weiß nicht, was ich wollen soll"

'Ein unterhaltsamer Entwurf zu der Frage, warum wir es uns oft so unnötig schwer machen'

Gehirn und Geist

Wir haben alle Chancen der Welt, wir können leben mit wem wir wollen, wo wir wollen und wie wir wollen, wir können unseren Neigungen nachgehen und an der Erfüllung unserer Wünsche arbeiten – aber warum tun sich viele von uns so schwer mit der Liebe und dem Leben? Ist es „nur“ das Luxus-Problem einer bestimmten Generation, die mit sich und ihren Lebensentwürfen hadert, oder steckt mehr dahinter?

Der Bestsellerautor Bas Kast fügt zusammen, was unterschiedlichste wissenschaftliche Disziplinen – wie Psychologie, Hirnforschung, Politik- und Wirtschaftswissenschaften – zur Qual der Wahl und unserer rasenden Wohlstandsgesellschaft herausgefunden haben. Denn erstmals lassen sich die Fragen nach Glück und Zufriedenheit empirisch beantworten. Ein Buch voller überraschender Analysen und Einsichten über uns und den Zustand der Welt, in der wir leben.

'Bas Kasts Buch liest man mit Gewinn.'

Hamburger Abendblatt

'Gegen den zunehmenden Schwindel im Kopf.'

Philosophie Magazin

'Kurzweilig und unter Einflechtung vieler empirischer Studienergebnisse.'

Deutschlandradio Kultur

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783596191925
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:288 Seiten
Verlag:FISCHER Taschenbuch
Erscheinungsdatum:25.04.2013

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    peedees avatar
    peedeevor 9 Monaten
    Kurzmeinung: „Wer die Wahl hat, hat die Qual“ – dieses Sprichwort kennen sicher die meisten. Mir geht es zuweilen so, dass die Auswahl mich überfordert.
    Zu viel Auswahl in der Multioptionsgesellschaft

    „Wer die Wahl hat, hat die Qual“ – dieses Sprichwort kennen sicher die meisten. Mir geht es zuweilen so, dass die Auswahl mich überfordert. Bas Kast, der Psychologie und Biologie studiert hat, begibt sich auf die Suche nach Antworten und zieht dabei wissenschaftliche Studien zu Rate.

    Erster Eindruck: Das Cover ist durch den langen (und witzigen) Buchtitel, gefolgt von einem noch längeren Untertitel und der Grafik, die einem U-Bahn-Netzplan ähnelt, sehr auffällig – gefällt mir gut. Im Buch hat es viele Statistiken, Grafiken und Fotos.

    Als ich den Buchtitel das erste Mal gelesen habe, dachte ich, dass der Autor offenbar meine Gedanken lesen kann! Mir geht es öfters so, dass ich mich in meinem Privatleben schwer tue, mich zu entscheiden. Im geschäftlichen Umfeld habe ich da jedoch überhaupt keine Probleme. Ich war gespannt, ob ich mich nach der Lektüre des Buches besser entscheiden könnte.

    Das Buch teilt sich in die folgenden Teile:
    - 1. „Das Freiheitsparadox“
    - 2. „Das Wohlstandsparadox“
    - 3. „Wir rastlosen Stadtneurotiker“
    - Epilog: „Wo das Glück zu finden ist“

    Es hat etliche sehr interessante Studien oder sonstige Aussagen – hier ein paar meiner Highlights:

    Aus Teil 1
    - „Das Regenbogenphänomen“: Man könnte annehmen, je mehr Auswahl man hat, desto zufriedener wird man. Das stimmt jedoch nicht. Wer gar keine Auswahl hat, muss sich damit zufriedengeben, was er kriegt. Wer eine kleine Auswahl hat, ist schon zufriedener, da er selbst entscheiden kann. Doch wenn die Auswahl zu gross wird, nimmt die Zufriedenheit wieder ab (somit gibt es eben eine Regenbogenkurve).
    - Wenn man sich für etwas entscheidet, entscheidet man sich gleichzeitig gegen etwas anderes.
    - „Perfektionismus, der erfolgreich und unglücklich macht.“

    Aus Teil 2
    Hier werden die Amischen beschrieben, die sich seit Jahrhunderten hartnäckig gegen die Modernisierung wehren. Da mich die Amischen sehr faszinieren und ich auch schon einiges über sie gelesen habe, war dieser Vergleich der Gesellschaft von Individuen, die die Maximierung von Wirtschaftswachstum anstrebt, mit derjenigen der Amischen, die die Gemeinschaft pflegt und Profitgier ablehnt, sehr interessant.

    Aus Teil 3
    „Der moderne Mensch: Frei, wohlhabend – und gestresst.“ Diese Aussage ist schon bezeichnend: eigentlich geht es uns materiell gut, aber wir tendieren zur Unzufriedenheit.

    Epilog
    Am besten gefallen hat mir hier „Schluss mit dem ewigen Ich-könnte-doch – lieber ausprobieren“. Mir geht es oft so, dass ich das Für und Wider abwäge, aber mich dann nicht entscheide. Dann gärt weiterhin die Idee vor sich hin. Ich würde eben besser zur Tat schreiten und etwas ausprobieren. Vielleicht ist die Idee nichts für mich, aber dann ist die innere Unruhe „eigentlich sollte ich“ weg.

    Wäre dieses Buch ein Roman, wären die 288 Seiten im Nu ausgelesen. Ein Sachbuch liest sich jedoch nicht so schnell und ich habe mir auch bewusst Zeit dafür genommen. Die wissenschaftlichen Studien sind für Laien sehr gut erklärt, so dass die Lektüre auch eine gute Unterhaltung war. Das Buch war nicht ein Ratgeber, wie ich ursprünglich erwartet hatte, sondern wirklich ein Sachbuch, das viele wissenschaftliche Studien erläutert und dadurch aufzeigt, wieso so viele Menschen das gleiche Problem haben. Insofern ist das ja ein tröstlicher Gedanke, dass es anderen auch so geht. Von mir gibt es 4 Sterne.

    Kommentare: 1
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    Dubhes avatar
    Dubhevor 6 Jahren
    Rezension zu "Ich weiß nicht, was ich wollen soll" von Bas Kast

    Was ist Glück?
    Ist es materieller Besitz? Gesundheit?
    Sachen, die man nicht kaufen kann?
    Und was genau ist Unglück?
    Warum verlieren wir immer mehr an Lebensfreude?
    Diesen und noch mehr Fragen stellt sich der Autor in diesem Buch und versucht sie mit seinen Recherchen zu beantworten.
    .
    Es geht eigentlich darum, warum wir seit Jahrzehnten immer unglücklicher werden.
    Eine ganz alltägliche Situation: Wir stehen im Supermarkt vor einem Teeregal und möchten gerne einen Früchtetee nehmen. Zuvor haben wir noch nicht oft Tee getrunken und haben auch dementsprechend wenig Erfahrung, was uns schmeckt und was nicht.
    Und dann stehen wir vor diesem riesigen Regal, in dem es sicher über 50 verschiedene Sorten Früchtetee gibt, auch von verschiedenen Marken.
    Und wie sollen wir uns da entscheiden können?
    Dieses Buch hat mir nur bestätigt, was ich schon länger weiß: Wir sind alle mit dem großen Sortiment übersättigt.
    Klar, wer will schon eine kleine Auswahl oder gar keine Auswahl haben? Aber nach und nach können wir uns bei einer zu großen Auswahl nicht mehr entscheiden und das Resultat ist, wenn dem so in mehreren Bereichen unseres Lebens ist, dass wir einfach nur mehr müde werden.
    Warum müssen wir uns immer entscheiden, wenn es am Ende doch vielleicht falsch ist?
    Eine gute Frage, aber wenn wenn es nicht genügend Auswahl gibt, dann bleibt die Kundschaft aus.
    Was ist aus der heutigen Welt geworden?
    Überangebot, wo man hinsieht, mit resignierten Menschen, die einfach keine Lust mehr haben.
    Uns fehlt der Pepp.
    Doch leider kann das Buch nur leider das Problem nennen, aber keine nennenswerte Lösung.

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    W
    WinfriedStanzickvor 6 Jahren
    Rezension zu "Ich weiß nicht, was ich wollen soll" von Bas Kast

    „Warum wir uns so schwer entscheiden können und wo das Glück zu finden ist“. Darauf verspricht das vorliegende Buch des Autor Bas Kast Antworten zu geben. Mit seinen beiden ebenfalls bei S. Fischer erschienenen Büchern “Die Liebe und wie sich Leidenschaft erklärt“ und „Wie der Bauch dem Kopf beim Denken hilft. Die Kraft der Intuition“ hatte er sich schon als profunder Kenner der jeweiligen wissenschaftlichen Forschungsstände gezeigt. Mehr noch aber als ein überzeugender Übersetzer oft überraschender Einsichten in eine verständliche Sprache und vor allen Dingen in konkrete Lebenssituationen der Menschen.

    Mit dem neuen Buch bearbeitet er ein Thema, das aktuell von vielen Autoren behandelt wird, ein Thema, das, so kann man annehmen, in den nächsten Jahren noch an Aktualität zunehmen wird, einfach deshalb, weil immer mehr Menschen darunter leiden.

    „Ich weiß nicht, was ich wollen soll“ – noch nie in der Menschheitsgeschichte hatten die Menschen so viele mögliche Optionen. Nicht nur in den Supermärkten wird das auf eine verwirrende Art deutlich, sondern auch in Beziehungen und ganzen Lebensentwürfen hat man immer die Wahl. Und viele Menschen können sich nicht entscheiden. Immer hadern sie mit dem Gedanken, ob es nicht noch eine bessere Alternative gegeben hätte. Das ist meiner Meinung einer der Ursachen für das stumme Unglück vieler unfreiwilliger Singles.

    Es gibt immer unzählige Möglichkeiten, unter denen wir wählen können, so viele, dass wir entscheidungsunfähig oft lieber gar nichts tun. So etwas wie eine reifende Entwicklung, die davon lebt, dass man Fehler macht und daraus lernt, anstatt ungenutzten Chancen hinterher zutrauern, ist so nicht möglich.

    Genauso wenig ist es möglich, ein kritisches politisches Bewusstsein zu entwickeln bei der Fülle von Informationen, die da auf uns einprasseln.

    Und obwohl die Menschen soviel Wohlstand haben wie nie zuvor, sind sie in zunehmendem Masse unzufrieden, fühlen sich gehetzt, sind in einer schon krankhaften Weise rastlos ( das heißt ohne Rast, sie ruhen nicht mehr, weil sie vor der Stille Angst haben, die sie dann mit sich selbst konfrontiert) und leiden in immer größerer Zahl unter seelischer Erschöpfung bis hin zu schweren Depressionen. Junge Menschen, die noch gar nicht viel gearbeitet, ausgehalten oder durchgemacht haben, brennen aus und werden krank, oft über eine sehr lange Zeit.

    Warum ist das so? Warum gelingt es vielen Menschen nicht, das selbstbestimmte Leben zu führen, das sie sich erträumen? Warum können sie auf ihre rastlosen Suche nach dem Glück es dennoch nicht finden ?

    Bas Kast befragt die unterschiedlichen Wissenschaften nach ihren Antworten auf diese Fragen und kommt zu überraschenden Erkenntnissen.

    Die Überschriften im Epilog des Buches sagen deutlich aus, worum es geht:

    • Raus dem Hamsterrad, rein ins Leben
    • Geld oder Liebe?
    • Schluss mit dem ewigen Ich- könnte- doch- lieber- ausprobieren
    • Vom Immer-Schneller und Immer-Mehr zum klugen Verzicht

    Roland Düringer hat gerade in dem Buch „Das Ende der Wut“ gesagt:
    „Ich bin jetzt nicht mehr wütend. Ich habe beschlossen, das System zu verlassen und meinen eigenen Weg zu gehen.“ Natürlich klingt das naiv, denn ohne die Strukturen des Systems hätte er bald nichts mehr zu Essen. Doch man muss näher hinschauen, was er meint.

    Wer etwa zwingt einen, sich den täglichen Schwung von Informationen aus den Medien zu holen, die einen nur verwirren? Wer etwa zwingt einen, bestimmte Sachen zu kaufen, anzuziehen, zu hören und zu essen? Wer zwingt mich, mich freiwillig zu verschulden, nur weil ich dies oder das „haben“ will?
    Wer zwingt mich, permanent „online“ zu sein? Wer zwingt mich, den Kontakt mit meiner Umwelt zu unterbrechen, in dem ich mir Lautsprecher ins Ohr stecke und nichts mehr sonst wahrnehme?

    Ich weise in diesem Zusammenhang gerne auf das gerade erschienene Buch des Philosophen Christop Türcke hin, der unsere Gesellschaft als eine „Aufmerksamkeitsdefizitkultur“ beschreibt, und dabei die verhängnisvolle Wirkung elektronischen Medien auf Kinder beschreibt. In meiner Rezension zu diesem Buch resümierte ich:
    „Die permanente Erreichbarkeit, das permanente Online-Sein, dieser unsägliche Druck, den die elektronischen Medien ausüben – wir müssen uns um unserer Kinder willen davon befreien. Das ist wahrer und zeitgemäßer Widerstand gegen eine Entwicklung, die die über Jahrtausende gewachsenen Grundlagen unserer Kultur zu zerstören droht.“

    Ich glaube, dass hier auch der Schlüssel zu der Frage liegt, die Bas Kast stellt. „Ich weiß nicht was ich wollen soll.“

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    N
    Niels101vor 6 Jahren
    Rezension zu "Ich weiß nicht, was ich wollen soll" von Bas Kast

    Seit nunmehr 10 Jahren beschäftigt sich der Psychologe und Autor Bas Kast mit psychologischen Themen, sowohl in zahlreichen (Fach-)Artikeln als auch in seinen Büchern. Das jetztige Buch ist umfangreich recherchiert und liest sich, wie immer bei Kast, sehr angenehm (man könnte den Schreibstil mit Alain de Bottons Büchern vergleichen). Nach den Themen Gehirn, Liebe, Intuition nun also das Glück, spezifischer: das Glück in der modernen, hochindustrialisierten Gesellschaft. Woher stammt unsere Unzufriedenheit? Woher diese Unruhe in uns und in unserer Gesellschaft? Kasts zentrale Frage lautet, ob es - analog zu körperlichen Zivilisationskrankheiten wie Übergewicht und Diabetes - auch Zivilisationskrankheiten der Psyche gibt, in Form von Angst, Depressionen und Burn-out. Und was könnte man dagegen unternehmen? Wie sorgt man dafür, dass im Lärm der Welt die eigene Stimme noch zu hören ist? Dass man sich nicht vollständig in das erschöpfende Statusrennen verliert und am Ende nicht mehr das Leben lebt, das man eigentlich leben wollte? Beim Lesen von "Ich weiß nicht, was ich wollen soll" wurde mir erstmals richtig klar, dass es durchaus Gründe und Ursachen für ein gewisses "Unbehagen mit der Moderne" gibt, in der Ruhe und Muße mißachtet werden, wo nur Leistung und Geld wirklich zählen, wo es hauptsächlich um "Fortschritt, Fortschritt, Fortschritt!" geht, aber nicht mehr ganz so klar ist, was Fortschritt eigentlich heißt (materieller? psychischer?). Es ist heilsam, von dieser Bruttoinlandsprodukt-Denke ein Stückweit wegzukommen, hin zu einer Bruttosozialglück-Denke, wo der Mensch mit all seinen Bedürfnissen im Mittelpunkt steht!

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    HeikeGvor 7 Jahren
    Rezension zu "Ich weiß nicht, was ich wollen soll" von Bas Kast

    Zu viele Marmeladensorten verderben den Appetit oder Wie die Unruhe in unser Leben trat
    .
    Der moderne Mensch gilt als relativ unabhängig, frei und wohlhabend. Er nagt nicht am Hungertuch, hat ein Dach über dem Kopf und ist im globalen wie auch historischen Vergleich nicht arm dran. Aber: Genau dieser Mensch ist zunehmend gestresst und sein Glücksfaktor auf einer absteigenden Kurve. Warum entwickeln wir inmitten steigenden Reichtums diesen Hang zur Unzufriedenheit? Weshalb dieser latente oder manifeste Stress? Wieso nehmen in den reichen Ländern der westliche Welt Angsterkrankungen, Depressionen, Stress und Burn-out stetig zu? Was ist los mit uns? Was fehlt uns denn im Überfluss?
    .
    Der Wissenschaftsjournalist Bas Kast, selbst ausgebildeter Psychologe und Biologie, nimmt sich in seinem neuesten Buch diesem Paradoxon an. Unter Zuhilfenahme vieler empirischer Studien versucht er sich ein Bild zu machen, "wie wir ticken, was uns antreibt, was uns glücklich stimmt und, umgekehrt, zur Verzweiflung bringt." Eines kristallisiert sich sofort deutlich heraus: Das Problem des modernen Menschen "besteht weniger darin, dass man ihm vorschreibt, wofür er sich entscheiden und was er mit seinem Leben tun soll, sondern eher darin, dass er nicht immer genau weiß, was er wollen soll." Denn, so der Autor, "vielleicht sind wir ja nicht unzufrieden obwohl, sondern weil wir so viele Möglichkeiten haben."
    .
    In drei Kapitel hat er sein Werk gegliedert und plaudert in munterer, anschaulicher Weise, gewürzt mit einer Vielzahl anschaulicher Grafiken, über unsere "Grundübel".
    Problem Nr. 1: Unsere Überflussgesellschaft leidet offensichtlich an einem Zuviel an Freiheit. Der Schweizer Volkswirtschaftler Mathias Binswanger formuliert die Krux so: "Je mehr Optionen zu Verfügung stehen und je besser und attraktiver diese sind, auf umso mehr muss man verzichten, wenn man sich für eine bestimmte Option entscheidet." Absurderweise fühlt sich ein derart überforderter Mensch, obwohl er immer mehr hat, immer ärmer.
    Problem Nr. 2: Wohlstand hat, so schön er ist, auch seine Schattenseiten. Geld macht nicht zwangsläufig glücklich, sondern im wahrsten Sinne des Wortes arm: arm an zwischenmenschlichen Beziehungen bis hin zu sozialer Vereinsamung. Der Mensch erfährt durch die Marktförmigkeit unserer Gesellschaft eine psychische Unter- oder Fehlernährung. Geld oder Wohlstand lockern das Band einer Gemeinschaft nach und nach auf und erzeugen eine Gruppe von Einzelkämpfern.
    Problem Nr. 3 befasst sich mit der Frage wie die Unruhe in unser Leben trat. Bereits Goethe spürte im Zeitalter der beginnenden Industrialisierung diese Lebensbeschleunigung und beschimpfte sie als "veloziferisch", womit er in einem Wort die Schnelligkeit (lateinisch: velocitas) mit dem Teufel (Luzifer) kurzschloss. Ein mediales und freizeitgestalterisches Überangebot sowie die allerorts vorhandene Möglichkeit der Vernetzung erzeugt eine niemals ruhende Dynamik in uns.
    .
    Fazit: Wir haben die chronische Knappheit durch ein chronisches Zuviel ersetzt, womit die "Chronik der Natur aus den Fugen geraten ist", so der Autor. Unser Bruttoglücksprodukt ist im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt gesunken. Bast Kast legt vielfältige Beispiele dar und versucht sich in Lösungsansätzen, die - eigentlich allgemein bekannt - letztendlich immer auf ein "Weniger ist manchmal mehr" hinauslaufen. Vielleicht sollten wir in einer ruhigen Minute... Stunde... über die Privilegien, die wir genießen nachdenken, eingeschlossen das Privileg, sich den einen oder anderen selbstgewählten Verzicht überhaupt leisten zu können. Denn sie stellen etwas äußerst Knappes dar, "was uns ihre Kostbarkeit einmal mehr ins Bewusstsein rücken sollte."

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    J
    jen_booksvor 9 Monaten
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    SagMalvor 2 Jahren
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    Golondrinavor 3 Jahren
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    Pantheonvor 4 Jahren
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    corinnafevor 4 Jahren

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