Bastian Asdonk Mitten im Land

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Inhaltsangabe zu „Mitten im Land“ von Bastian Asdonk

Als der namenlose Erzähler sein hektisches Leben in der Stadt aufgibt und in ein abgelegenes Haus an einem Waldsee zieht, ist er frohen Mutes: Er möchte sein eigenes Obst und Gemüse anbauen und seine Tage endlich wieder selbstbestimmt und im Einklang mit der Natur verbringen. Doch schon nach kurzer Zeit in der Provinz verdichten sich die Zeichen, dass das Idyll eine gefährliche Schattenseite hat. Mitten im Land ist ein mutiger Beitrag zur Rechtsruck-Debatte und ein nüchterner Roman darüber, wie Modernisierungsverweigerung zu alten Denkmustern führen kann.

Spitzendebüt - Bastian Asdonks erster Roman “Mitten im Land” ist auch eine Farbenlehre.

— jamal_tuschick
jamal_tuschick

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  • Interessant, wenn auch teils etwas langatmig

    Mitten im Land
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    23. September 2016 um 14:10

    Interessant, wenn auch teils etwas langatmigEs sind eine ganze Reihe hochaktueller, „moderner“ Themen, die Asdok in diesem Debüt anklingen lässt.Der Stress, das Burn-Out, die Sehnsucht nach Ruhe, Entschleunigung und Idylle einerseits. Das etwas tapsige „sich Annähern“ an das andere Geschlecht, in dem deutlich wird, dass Leichtigkeit und Konversationsstärke nicht unbedingt zu den automatisierten Eigenschaften von Menschen im digitalen Zeitalter gehören. Der „braune Sumpf“ mitten im und mitten auf dem Land. Das Erleben von „Anders Sein“ und der Umgang damit, ebenfalls „mitten im Land“ und, zudem, inmitten der Gegenwart mit seinen scharfen Bruchkanten zwischen dem Leben in den Metropolen und in den „Einöden“.Denn einsam liegt dieses Dorf. Nicht sonderlich schön sind die Gebäude, kein „Vorzeigedorf“. Trist, entleert von vielen jungen Menschen, Leben taucht nur auf Dorffesten auf, dann aber sichtbar, laut und, auch, gewalttätig.Und dann kommt da dieser Mann. Mitgenommen vom hektischen Leben im modernen Getriebe. Hat spontan das fast herrschaftlich wirkende Haus gekauft. Und wird doch vom ersten Tag im neuen Heim angegangen. Vom Land, zunächst. Allergien, Pollen, Intensität, Dunkelheit, fremde Geräusche, kaum Internetempfang und dazu die Idee, in Richtung Selbstversorger sich zu entwickeln.Einsam. Eine Stille, Leere, eine Kontaktlosigkeit, die tief drückt und die sich auch durch den ein oder anderen Kontakt im Dorf nicht wesentlich mildert.Wie auch, wenn durchaus merkwürdige Menschen im Umfeld leben. Wenn auf einem Dorffest die „Schwarzgekleideten“ den Metzger gründlich aufmischen. Wenn diese auch dem Ich-Erzähler einen nachhaltigen Besuch abstatten. Nachdem dieser es „gewagt“ hat, sich mit einer Kassiererin des Supermarktes näher bekannt zu machen.Mit der Folge, dass plötzlich aus der Rückzugs-Idylle eine Festung gestaltet wird.Wobei es durchaus anregend, interessant und spannend zu lesen ist, neben der inneren Entwicklung der Hauptperson, wie Asdonk sich dem Denken und Handeln der „Aktivistengruppe“ im Dorf, eher am rechten Rand verankert, sich im zweiten Teil des Romans auch mit Empathie und Verständnis annähert. Wie er nicht verteufelt (auch wenn es Phasen der Spannung und Bedrohung im Buch gibt), sondern aufdeckt, was Entwicklungslinien für ein solches Handeln sind.Dass er dabei im Stil (gerade zu Anfang) teilweise sehr langatmig bestimmte Handlungen beschreibt (jeder Schritt des Putzvorgangs, des Kochens wird einzeln in eher trockener Form beschrieben) , bis das Buch Fahrt aufnimmt, führt allerdings zur Neigung, manche Abschnitte und Seiten einfach zu überschlagen. Ebenso, wie das Ende doch allzu sehr romantisierend daherkommt. Andererseits aber durchaus nicht fern von einer denkbaren Realität von Gruppen von „Aussteigern“ sich befindet.Alles in allem ein im Gesamten gut lesbarer Roman mit sehr detailreichem Blick, einer unterschwellig gehörigen Portion Kritik am modernen, hektischen Leben und einer sehr gut beobachteten und getroffenen Suche nach Alternativen. Die nicht wirklich einfach zu finden sind, wenn man sich selbst überall mit hinnimmt.Mit einem ebenso klaren Blick auf die Tristesse des modernen Lebens am „Puls der Zeit“ zwischen beruflichem Druck und hektischer Freizeitsucht auf der einen und öder Langeweile ohne großartige Perspektive auf der anderen, der ländlichen Seite des Lebens.

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  • Braungrüne Ideenhochzeit

    Mitten im Land
    jamal_tuschick

    jamal_tuschick

    08. September 2016 um 18:03

    Die Sogwirkung dieses Romans ist enorm. Ich las ihn auf einem Beifahrersitz ohne die geringste Aufmerksamkeit für das Verkehrsgeschehen in unter drei Stunden. Ich war so gebannt, dass ich als Zeuge eines Beinahunfalls ausschied und die schlussendliche Eingabe der Zielstraße als Navigationsgehilfe verweigerte. “Mitten im Land” bringt den Leser vom Kurs seiner zivilen Erwartungen ab. Ein Mann räumt seinen Schreibtisch in der Stadt und bezieht auf dem Land ein Haus, das zufällig auf die Liste seiner Sehnsüchte geraten ist. Was folgt, erzählte zuletzt Juli Zeh breit in “Unterleuten”. Asdonk bringt das Grauen kompakt. Er hält sich mit den Regenbögen am Rand der Katastrophe nie länger auf. Einem gemächlichen, von bäurischen Freiübungen angereicherten, irgendwie auch angeheiterten Start folgt ein Dragsterfinish. Asdonks aus dem Vertrauten ins Unvertraute stolpernder Erzähler bringt das Haus in Ordnung, er übt Gemüseanbau und Fernsehverzicht. Er fährt sich herunter und findet leicht Ersatz für städtische Anreize am Rand eines Dorfes, das sich anschickt national befreite Zone zu werden - in einem Modus ländlicher Normalität. Die Abkopplung von der Gesellschaft wirkt wie ein Gesellschaftsspiel. Der Bürgermeister nimmt jeden in den Arm, der von den Gassenhauern vor Ort die Gemeindeordnung handfest erklärt bekommen hat. Die Polizeidienststelle ist unterbesetzt, die Beamten sind überfordert. Der Landkreis erstrahlt in Einigkeit. Eine Agitatorin ordnet “aggressives Gebären” an, um die deutsche Art zu erhalten. Eine Schwangere rückt wie eine prämierte Kuh zum Vorbild auf. Der Erzähler lernt dazu, aber nicht schnell genug. Einiges biegt ihm sein Nachbar Franz bei, ein Wunder der Autarkie, geschieden - und geschlagen mit einem Sohn, der viel zu stark ist für einen sonstwo sich verlierenden Geist. Der Erzähler macht eine Supermarktverkäuferin an, die ihm verträumt ins Unterholz folgt und unterwegs frei von jeder Absicht an einer Kette der Gewalt zieht. Die Gewalt überzieht den Erzähler, der sich in einer plausiblen Version umgehend verziehen müsste. Er hat da nichts verloren, wo er den belagerten Siedler markiert. Aber er rückt nicht ab. Das ist nicht zu verstehen, warum er sich verschanzt, bewaffnet, eingräbt. Anstatt abzufahren. Adonk liefert die Koordinaten des permanenten Ausnahmezustands in einer Geländespielvariante. Der Erzähler verhält sich wie ein hinter feindlichen Linien gelandeter Pilot. Das Wischtelefon zeigt sich balkenlos im Wald. Spitzentechnologie war gestern. Heute wieder Gaskocher. Der Erzähler verspricht sich Hilfe von biodynamisch-kommunardischen Landwirten. Ein Verein der Friedfertigkeit und Sorgfalt nimmt ihn auf und erscheint zuerst wie ein natürliches Bollwerk vor den faschistischen Verfolgern des Flüchtlings. Noch wehen die Schleier der Verblendung. Den von Asdonk beklemmend dargestellten braungrünen Zusammenhang bestätigt der Lebenslauf des Grünengründers mit SA-Vergangenheit Baldur Springmann.** https://de.wikipedia.org/wiki/Baldur_Springmann

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