Bastian Kresser

 4.5 Sterne bei 2 Bewertungen
Autor von Die andere Seite, Piet und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Bastian Kresser

Cover des Buches Die andere Seite9783992002320

Die andere Seite

 (2)
Erschienen am 01.03.2019
Cover des Buches Ohnedich9783902534767

Ohnedich

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Erschienen am 01.03.2013
Cover des Buches Piet9783990390740

Piet

 (0)
Erschienen am 01.03.2016

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K

Rezension zu "Die andere Seite" von Bastian Kresser

Alles hat seine zwei Seiten.
kvelvor einem Jahr

Inhalt, gemäß Verlagshomepage:
Gute Menschen, die Böses tun. Böse Menschen, die Gutes tun. Wie weit ist man für das Wohl seiner Familie bereit zu gehen? In einer Zeit, in der Mauern und Zäune errichtet werden, verschwimmen gleichzeitig die Grenzen der Moral.

Bastian Kresser erzählt sieben miteinander verbundene Geschichten, verwoben in einen zutiefst bewegenden Roman über die unterschiedlichen Blickwinkel unserer Gesellschaft. Es geht etwa um einen spanischen Familienvater, der mit dem Verkauf von Stacheldraht Geld verdient, an dem sprichwörtlich Blut klebt, um eine ambitionierte Journalistin, die ihre Chance auf Berühmtheit erkennt, sich Flüchtlingen anschließt und dabei ihr Leben riskiert, oder um einen libyschen Fischer, der für ein besseres Leben seiner Familie zum Schlepper wird. Auf manchmal amüsante, manchmal ironische, manchmal tragische Weise zeigt Bastian Kresser auf, dass eine Kategorisierung der Welt in Gut und Böse so nicht möglich ist.


„Kann die Geschichte eines Menschen in Zeiten der Globalisierung noch ein Bild einer Gesellschaft entwerfen? Wir sind nicht mehr eine Gesellschaft, sondern viele in einer. Bastian Kresser erzählt aus sieben Leben aus sieben Gesellschaften, sein Roman macht uns zu Weltbürgern. Auf der letzten Seite habe ich mich als solcher gefühlt.“ Michael Köhlmeier


Meine Meinung:

Die Grundidee und den Aufbau der Erzählung finde ich sehr gut; und die Umsetzung dieser Punkte ist dem Autor sehr gut gelungen.
In den einzelnen Geschichten trifft man somit immer wieder auf Bekannte aus einem vorherigen Kapitel; und somit kann man mitverfolgen wie sich diejenige Person weiterentwickelt hat oder wie es ihr ergangen ist.
Man merkt es dem Roman auch an, dass sich der Autor im Vorfeld sehr viele Gedanken über Ursachen und Wirkung gemacht hat; auch erschließt er für den Leser schlüssig welches Schicksal oder welcher Lebensabschnitt welche Veränderungen z.B. der Persönlichkeit oder Ansichten eines Menschen nach sich ziehen können.

→ Ich möchte hier gar nicht näher auf Details eingehen oder meine Einschätzung anhand von Beispielen erläutern, um keine Inhalte vorweg zu nehmen.


Das Buch bietet somit einen etwas anderen Blickwinkel auf Geschehnisse, Reaktionen und Taten von Personen.


Der Sprachstil ist gut und der Roman lässt sich angenehm lesen.

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Rezension zu "Die andere Seite" von Bastian Kresser

Ein schmerzhaftes Buch
lesefreude_bookvor einem Jahr

Die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen zunehmen. Da helfen Zäune und Mauern auch nichts. Gute Menschen tun Böses und böse Menschen tun Gutes. Die Zeiten wo eine Kategorisierung in Gut und Böse funktioniert hat, sind lange vorbei. Wenn es diese denn jemals gegeben hat.

Selten, vermutlich noch nie, hat mich ein Buch derartig mitgenommen. Meine Weltanschauungen derartig in Frage gestellt und an meinen Grundfesten gerüttelt. Wie aus dem Nichts kommend, mussten sich mir nahestehende Personen meine Hilflosigkeit und den Schmerz anhören. Dass dies lediglich durch das Lesen eines Buches ausgelöst wurde, ließ sie erstaunt zurück.

Die sieben Schicksale in Bastian Kressers Buch sind mehr oder weniger lose miteinander verbunden. Jede Geschichte stellt zudem unabhängig für sich ein Meisterwerk dar. Der Autor schafft es, dass man als Leser für jeden der sieben zumindest Verständnis hat. Man kann nachvollziehen, wie es so kommen konnte und warum die Personen so handeln wie sie eben handeln. Dass man dabei bei weitem nicht alles gut heißt, ist ein anderes Thema.

Beispielsweise zeigt Bastian Kresser in der Geschichte von Helmut Schneider, wie Radikalisierung funktioniert. Die Pensionierung hat Helmut in ein tiefes Loch gestürzt. Seiner alltäglichen Aufgabe beraubt, weiß er plötzlich nicht mehr was er mit all der neugewonnen Zeit anfangen soll. Den Computern noch nie sonderlich zugetan, lässt er sich widerwillig doch von seiner Tochter in die unendlichen Weiten des Internets einführen. Schon bald stößt er auf Gleichgesinnte, die seine Ängste mit ihm teilen. Getrieben von Geltungssucht und Anerkennung übertrumpfen sich seine Aussagen immer wieder und lenken seine Denkweise in eine gefährliche Richtung.

Als krassen Gegenpart begleiten wir in einem weiteren Kapitel Levin, Helmuts Schwiegersohn in spe. Er ist in Deutschland geboren. Seine Eltern sind aus Syrien. Der geschäftstüchtige junge Mann erkennt bald, dass die Flüchtlingswelle seine Chance auf Ruhm, Ehre und Reichtum ist.

Zwei konträr angesiedelte Personen, deren innersten Beweggründe letzten Endes gar nicht so verschieden sind. Denn die große Frage „Wie weit bin ich bereit für ein besseres Leben zu gehen?“ zielt ganz deutlich auf den wahren Painpoint. Warum tun wir was wir tun? Und geht es am Ende des Tages nicht immer nur um den eigenen, persönlichen Vorteil?

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