Bastian Obermayer

 4.4 Sterne bei 26 Bewertungen
Autor von Die Ibiza-Affäre, Panama Papers und weiteren Büchern.
Autorenbild von Bastian Obermayer (©)

Lebenslauf von Bastian Obermayer

Bastian Obermayer, geboren 1977 in Rosenheim, studierte Politik, Geschichte und Amerikanistik und absolvierte die Deutsche Journalistenschule in München. Er schrieb als freier Journalist für "SZ-Magazin", "Neon", "Süddeutsche Zeitung", "Frankfurter Rundschau" und andere Medien, seit Februar 2008 arbeitet er als Redakteur beim "SZ-Magazin". Er erhielt für seine Reportagen diverse Auszeichnungen, u.a. den Theodor-Wolff-Preis 2009.

Alle Bücher von Bastian Obermayer

Cover des Buches Die Ibiza-Affäre9783462054071

Die Ibiza-Affäre

 (13)
Erschienen am 22.08.2019
Cover des Buches Panama Papers9783462050028

Panama Papers

 (10)
Erschienen am 06.04.2016
Cover des Buches Bruder, was hast du getan?9783462043402

Bruder, was hast du getan?

 (2)
Erschienen am 15.09.2011
Cover des Buches Gott ist gelb9783499629112

Gott ist gelb

 (2)
Erschienen am 23.04.2014
Cover des Buches Vom Glück geträumt9783499628696

Vom Glück geträumt

 (1)
Erschienen am 27.03.2015
Cover des Buches Panama Papers9783785754368

Panama Papers

 (1)
Erschienen am 13.05.2016

Neue Rezensionen zu Bastian Obermayer

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Rezension zu "Die Ibiza-Affäre" von Bastian Obermayer

Korrupt sind immer nur die anderen
Bellis-Perennisvor 8 Monaten

Die beiden Investigativ-Journalisten der „Süddeutschen Zeitung“ (SZ) Frederik Obermaier und Bastian Obermayer erhalten höchst brisante Daten zugespielt. Diese werden die türkis/blaue österreichische Bundesregierung implodieren lassen. 

Wie die beiden Journalisten zu diesem Material kommen, liest sich wie ein Agenten-Thriller. Erst nach und nach erhalten sie Einblick in das Datenmaterial. Davor sind geheime Treffen und Telefonate auf abhörsicheren Leitungen und immer wieder die Frage nach der Echtheit. Dann weiße Bildschirme nach dem Hochladen der Videos - erst das Betrachten mit einer speziellen Brille ermöglicht das Erfassen des ganzen Ausmaßes der Brisanz. Man beginnt eine Kooperation mit dem deutschen Magazin „Spiegel“ und dem österreichischen „Falter“.  

Eine der unumstößlichen Prämissen der SZ ist, niemals für Informationen zu bezahlen und keinesfalls die Quelle(n) preiszugeben. Um die Authentizität der Informationen zu beweisen, werden Forensiker bemüht, die an Hand eines Ohrmuschelvergleiches von Strache und Gudenus beweisen, dass es sich bei den gefilmten Personen tatsächlich um die beiden Politiker handelt und nicht um Schauspieler.  

Das Buch enthält quasi zwei „Handlungsstränge“: Der eine, die Story, wie Obermaier und Obermayer die Videodateien erhalten und der andere die transkribierten Mitschnitte der Gespräche. 

Hintergrund ist das millionenschwere Investment einer angeblich steinreichen russischen Oligarchin, die ihr Vermögen in Österreich anlegen möchte. Natürlich nicht aus Nächstenliebe, sondern mit entsprechender Rendite. 

Rückblick in das Jahr 2017:  

Eine Villa auf Ibiza: Strache, Gudenus, dessen Frau Tatjana, die vorgebliche Oligarchin sowie ein Übersetzer sitzen in geselliger Runde beisammen. Die Atmosphäre ist bestens. Wodka und Energy Drinks fließen in Strömen. Strache entwickelt allerlei Machtfantasien, wie er Österreich verändern will. So spricht er über den Entzug staatliche Aufträge an eine bestimmte Baufirma im Raum, genauso wie über den Verkauf der „Kronen Zeitung“, jener Auflagen stärksten Zeitung Österreichs, die bislang eher zu Gunsten von Strache & Co. geschrieben hat.

Strache und Gudenus wissen nicht, dass diese illustre Gesprächsrunde von mehreren Kameras gefilmt wird. 

Als dann die breite Öffentlichkeit am 17. Mai 2019 in einem mehrere Minuten langen Video erfährt, welche Pläne der damalige Vizekanzler Heinz-Christian Strache und sein Parteifreund Johann Gudenus mit österreichischen Unternehmen bzw. mit dem ganzen Land vorhaben, ist Feuer am Dach. 

Die Betroffenen sprechen von Fake-News, Fälschung und besonders Strache sieht sich als Opfer einer Verleumdung. Korrupt sind immer nur die anderen.  

Österreichs Bundespräsident Alexander van der Bellen spricht deutliche Worte: 

„Ich möchte das in aller Deutlichkeit sagen:
So sind wir nicht!
So ist Österreich einfach nicht!“
 

Und Bundeskanzler Kurz beendet die Koalition mit der FPÖ.

Trotzdem kann man über das Sittenbild der politischen Parteien im allgemeinen und dem Unrechtsbewusstsein in jener Partei, die sich als „Partei des kleinen Mannes“ ein Image einer „sauberen“ Partei auf die Fahnen geheftet hat, im Besonderen, nicht hinweg sehen.  

„Ein unsauberer Law-and-order-Mann - das funktioniert nicht.“ (S.75).

Fazit: 

Dieses Buch ist ein Plädoyer für die Pressefreiheit, die in mehreren europäischen Staaten, bedroht ist. Für die Aufdeckung des Ibiza-Skandals verdienen die beiden Journalisten und ihr Buch 5 Sterne.


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Rezension zu "Die Ibiza-Affäre" von Bastian Obermayer

Innenansicht eines Skandals!
ulrikerabevor 9 Monaten

Sommer 2017 auf Ibiza. Der damalige Spitzenkandidat der Freiheitlichen Partei Österreichs, Heinz Christian Strache, sowie sein Parteifreund Johann Gudenus treffen in einer luxuriösen Villa auf eine vermeintliche russische Oligarchennichte. Die angeblich steinreiche Russin will ihr Geld anlegen, in Österreich, will eventuell die Kronen-Zeitung (die auflagenstärkste Zeitung Österreichs) kaufen, will die FPÖ unterstützen. Sie will wissen: Was bekomme ich dafür?

Bei reichlich Alkohol und Energy Drinks stellt Strache Staatsaufträge in Aussicht, prahlt mit Großspendern, erklärt Österreich, schwadroniert übers Leben an der (kommenden) Macht. Was die beiden Politiker nicht wissen: Sie werden dabei gefilmt. Als am 17. Mai 2019 Ausschnitte der Viedeoaufnahmen veröffentlicht wurden, löste dies eine veritable Regierungskrise in Österreich aus.

Das stundenlange Videomaterial wird nach und nach den investigativen Journalisten der Süddeutschen Zeitung, Frederik Obermaier und Bastian Obermayer zur Verfügung gestellt. Das Buch „Die Ibiza-Affäre“, das die beiden Journalisten nun herausgebracht haben ist das Protokoll, nicht nur dieser einen skandalträchtigen Nacht, sondern auch der spektakulären Recherche der Journalisten. Geheime Treffen an verlassenen Orten, GPS Koordinaten, weiße Bildschirme auf der einen Seite. Die Prämisse, nichts für Informationen zu bezahlen, absoluter Quellenschutz und akribische Nachforschungen über die Authentizität des Materials auf der anderen. Das Projekt nimmt ungeahnte Dimensionen an. Obermaier und Obermayer kooperieren mit Journalisten des Spiegels und des österreichischen Wochenblattes „Falter“.

„Die Presse soll den Regierten dienen, nicht den Regierenden..." Der Satz steht in einem Urteil des Obersten Gerichtshofs der Vereinigten Staaten vom 30. Juni 1971, ist unumstößlich und muss überall gelten.

Die „Ibiza-Affäre“ zeichnet nicht nur ein Sittenbild über Überheblichkeit und Unrechtsbewusstsein im Niemandsland zwischen Legalität und Korruption, sondern es ist auch ein Plädoyer für die Pressfreiheit.

Der Inhalt des Videos ist, zumindest in Österreich,  hinlänglich bekannt. Darauf möchte ich auch gar nicht näher eingehen, will aber mit den Worten des Österreichischen Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen abschließen:

„Ich möchte das in aller Deutlichkeit sagen:
So sind wir nicht!
So ist Österreich einfach nicht!“

 

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H

Rezension zu "Panama Papers" von Bastian Obermayer

erschreckend, verstörend, unbedingt lesen!
HorstErnstvor 4 Jahren

Das Buch ist eine gleichermaßen erhellende wie erschreckende und verstörende Lektüre. Dass Leute Geld verstecken wollen, Identitäten dazu und obendrein dunkle Machenschaften zudecken, man weiß es und man ärgert sich darüber. Dass es aber so einfach ist, dass so viele dabei sind bei diesen respektlosen Machenschaften, das sollte jeder und jede lesen und s und dass damit Abermilliarden an Geldern für bessere Zwecke verloren gehen.

Exemplarisch folgende Zitate (ohne Seitenzahlen da sich diese auf einem Tolino Lesegerät je nach Schriftgröße ändern, wenn man mit den Verlagsschriften liest:

„Wer ein noch stärker ausgeprägtes Anonymisierungsbedürfnis verspürt, kann auf Wunsch bei Mossack Fonseca neben den Scheindirektoren auch jederzeit Scheinanteilseigner, nominee shareholder, buchen. Das sind Menschen oder Briefkastenfirmen, die quasi treuhänderisch die Aktien halten.

„Natürlich wird nicht in jedem Fall Beihilfe zur Steuerhinterziehung geleistet – aber doch, wie wir sehen werden, in sehr vielen. Auch staatliche Banken helfen Kunden, den Staat zu betrügen.“

„Der Rohstoff, von dem Firmen wie Mossack Fonseca leben, ist die Verschwiegenheit, und dafür bezahlen nicht nur, aber eben auch, Terroristen, Waffenschieber, Diktatoren eine Menge Geld.Sanktionen stoßen bei Briefkastenfirmen schnell an ihre Grenzen: Sanktionierte Personen können sich relativ einfach dahinter verstecken.“

„Wir haben also einen weiteren Staatschef in unseren Daten. Nach den Spuren, die zu Assad, Putin und den Kirchners führen, zum isländischen Premierminister und zum ehemaligen nicaraguanischen Präsidenten Arnoldo »Fat Man« Alemán, nun also die Ukraine.Mittlerweile lohnt es sich, die Fälle in einen speziell benannten Ordner zu sortieren: »Staatschefs«."

„Die Schmerzgrenzen von Mossack Fonseca sind erstaunlich niedrig. Der Kundin mit dem Alias »Tochter« empfehlen sie sogar, den Referenzbrief zu einer Überweisung in die Schweiz auf Mossfon auszustellen, denn Mossack Fonseca »ist eine Anwaltskanzlei. So sollte nicht der Anschein oder der Gedanke aufkommen, dass Sie Geld außer Landes« bringen. Mossfon hilft also, eine Fassade aufzubauen. Und verspricht, dass »wir irgendwie versuchen, Compliance zu vermeiden«.

„In den Mossfon-Memos der jüngsten Jahre finden sich auch immer wieder leicht deprimierte Notizen über Banken, die kaum mehr Schwarzgeld verwalteten und deswegen als Kunden nicht mehr infrage kämen."

„400 Journalisten aus mehr als 80 Ländern daran arbeiten, dass wir Spuren dutzender Staatschefs in den Daten gefunden haben, dazu Spuren zu Skandalen in so ziemlich jedem Land der Welt, zur FIFA und ihrem Präsidenten, zur UEFA und ihrem Präsidenten, verschiedenen Mafia-Organisatioen, Hisbollah, al-Qaida, dem ukrainischen Präsidenten, dem isländischen Premier (der vor Kurzem auch noch zum isländischen »Geschäftsmann des Jahres« gekürt wurde – zusammen mit jenem Finanzminister, den wir auch in den Daten gefunden haben) – und: zu Wladimir Putin“.

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