Bastien Vivès

 4.1 Sterne bei 33 Bewertungen
Autor von Polina, Eine Schwester und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Bastien Vivès

Bastien Vivès, geboren 1984 in Frankreich, studierte Grafik und Animation an der École des Gobelins. Bereits in jungen Jahren kann der Zeichner auf ein umfangreiches und stetig wachsendes Œuvre zurückblicken. Dabei bestechen seine Arbeiten wie „In meinen Augen“, „Amitié étroite“ oder „Für das Imperium“ durch eine enorme stilistische Bandbreite auf hohem Niveau. Für „Der Geschmack von Chlor“ ist Bastien Vivès 2009 auf dem Comic-Festival in Angoulême mit dem Essentiel Révélation, dem Preis für den Besten Nachwuchskünstler, ausgezeichnet worden. Bastien Vivès lebt und arbeitet in Paris.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Bastien Vivès

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Cover des Buches Eine Schwester (ISBN: 9783956401442)

Eine Schwester

 (7)
Erschienen am 31.03.2018
Cover des Buches Polina (ISBN: 9783956400810)

Polina

 (8)
Erschienen am 01.03.2016
Cover des Buches In meinen Augen (ISBN: 9783941099586)

In meinen Augen

 (5)
Erschienen am 01.10.2010
Cover des Buches Der Geschmack von Chlor (ISBN: 9783941099487)

Der Geschmack von Chlor

 (5)
Erschienen am 01.05.2010
Cover des Buches Die Bluse (ISBN: 9783956401855)

Die Bluse

 (4)
Erschienen am 20.05.2019
Cover des Buches Olympia (ISBN: 9783956401060)

Olympia

 (1)
Erschienen am 01.06.2017
Cover des Buches LastMan 1 (ISBN: 9783956400100)

LastMan 1

 (1)
Erschienen am 01.11.2014
Cover des Buches Die große Odaliske (ISBN: 9783943143430)

Die große Odaliske

 (1)
Erschienen am 01.05.2013

Neue Rezensionen zu Bastien Vivès

Neu

Rezension zu "Die Bluse" von Bastien Vivès

Meine Rezension zu "Die Bluse" von Bastien Vivès
Belladonnavor einem Jahr

Meine Meinung

Der Comic »Die Bluse« von Bastien Vivés ist mir gleich ins Auge gesprungen und hat mich durch die Thematik angesprochen. Der französische Künstler erzählt in seinem Werk die Geschichte einer jungen Frau, die sich selbst erst durch eine kleine Wende in ihrem Leben besser kennen lernt, ihre Lust austestet und ihre Fähigkeiten bewusst wahrnimmt.

Die Literaturstudentin Séverine führte ein eingefahrenes, gar langweiliges, Leben mit ihrem Freund Thomas der ihr nur wenig Aufmerksamkeit schenkt und am liebsten Zeit mit seinen Freunden beim Spielen und Serien schauen verbringt. Als sich Séverine eine Seidenbluse ausleiht verändert das nicht nur ihre eigene Wahrnehmung von sich, sondern auch die Menschen um sie herum betrachten die junge Frau plötzlich in einem völlig veränderten Licht.

Bastien Vivès hat also durchaus eine interessante und spannende Grundidee herangezogen, mich aber leider mit der Umsetzung nicht ganz überzeugen können. Es ist spannend zu betrachten, wie ein feines Kleidungsstück urplötzlich aus einer schüchternen und zurückhaltenden Persönlichkeit einen ganz anderen Menschen macht. Der Rollenwechsel hat schon etwas von einer Superheldin, die sich ihr Outfit überstreift und alleine durch die veränderte Kleidung ganz anders auftritt und ihre Kräfte nach außen hin bewusst zeigen kann.

Ich hätte mir allerdings sehr gewünscht das die Kraft des Female Empowerment sich auch in den Gefühlen der Protagonisten findet. Zu der Gedankenwelt von Séverine bekommt der Leser allerdings keinen Zugang gewährt und somit bleiben ihre Gefühle zu ihrer rasanten Entwicklung weithin im Dunkeln. Sicherlich hätte es der Handlung gutgetan, wenn der Autor dies etwas mehr herausgearbeitet hätte.

Sehr gut gefallen hat mir der unglaublich befreite Umgang mit der weiblichen Lust. Nachdem Séverine in der edlen Seidenbluse steckt geht sie ohne jede Bedenklichkeiten mit ihrer Sexualität um, probiert aus und entdeckt eine ganz neue Seite an sich. Manche Szenen mögen etwas überspitzt dargestellt sein und doch kommt die Botschaft genau durch diese Überspitzung deutlich an.

Die Zeichnungen Vivès passen in ihrer Schlichtheit und dem minimalistischen Stil, der nur das wesentliche preisgibt, sehr gut zur Story. Die Darstellung von Séverines Gefühlen in ihrer Mimik ist meist nur in feinen Nuancen angedeutet und überlässt es so oftmals dem Leser, welche Gedanken wohl in ihrem Kopf vorgehen mögen.

Fazit

In diesem Comic steckt sehr viel Potenzial, dass durch die stilistisch ansprechenden Zeichnungen des Künstlers hervorsticht. Von der Umsetzung des Themas hätte ich mir jedoch ein bisschen mehr Tiefgang bezüglich der Gedanken und Gefühle gewünscht.

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© Bellas Wonderworld; Rezension vom 10.08.2019

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Rezension zu "Eine Schwester" von Bastien Vivès

Muss man lesen, wenn man 13 ist! (und älter...)
Gwhynwhyfarvor 2 Jahren

Antoine ist Dreizehn, fährt in den Sommerferien wie jedes Jahr mit der Familie an den gleichen Ort ans Meer. Mit dabei ist der kleine Bruder Titi, neun Jahre alt, der auch gleich am Strand Ärger mit einem Familienclan bekommt. Der große Bruder Antoine ist ziemlich machtlos. Mamas Freundin hatte eine Fehlgeburt und ihr geht es nicht gut. Am Morgen wacht Antoine auf und da liegt dieses Mädchen! Die Tochter von Mamas Freundin: Hélène. Mama hat die beiden gebeten zu kommen. Hélène ist sechzehn, kein Kind mehr. Ihr ist langweilig, sie spielt den ganzen Tag auf ihrem Handy und sie raucht heimlich. Die drei Kinder haben ein gemeinsames Hobby: zeichnen.

Es entwickelt sich eine Freundschaft zwischen dem »Kind« Antoine und der »fast erwachsenen« Hélène. Zigaretten, Alkohol, Sex ... Antoine lernt, er ist kein Kind mehr. Zu den Großen fühlt er sich aber auch nicht zugehörig. Innerhalb der Jugendlichen ist er der Außenseiter, der Kleine, Hélène ist umschwärmt. Titi ist der treue Verbündete der beiden. Titi ist süß und er ist nervig. Antoine erscheint am Anfang schüchtern, kann anfangs dem kleinen Bruder nicht am Strand beiseitestehen, weglaufen ist die bessere Lösung. Weder ist er ein Schlägertyp, noch so dumm, sich mit einer ganzen Meute anzulegen. Was haben Hélène und Antoine miteinander zu schaffen? Zunächst wohnen sie zwangsmäßig in einer Hausgemeinschaft für die Ferien. Hélène beobachtet Antoine, wie besorgt er um seinen Bruder ist, wie verantwortungsvoll er ist, wie vernünftig. Und sie verführt ihn, zu einer Zigarette, zu einer Flasche Wein, die sie den Erwachsenen geklaut hat. Antoine ist süß, schüchtern, unerfahren, ein Kumpel, die Dorfjugendlichen wollen Hélène gleich an die Wäsche. So erwachsen ist sie auch wieder nicht … Die Situation der letzten Seiten haben mich voll für das Buch und die Figuren eingenommen. Ein feiner Rundumschlag aus dem Leben zweier Teenies auf dem schwierigen Weg ins Erwachsenenseins. Ein Sommer voller Erlebnisse, Verführungen, Stolperfallen. Was ist Mut? Mutig ist vielleicht derjenige, der seinen Ängsten nachgibt.

Die Zeichnungen arbeiten mit Reduktion und Klarheit. Schwarz-weiß-grau. Die Figuren sind oft gesichtslos, der Hintergrund manchmal schlicht schwarz oder weiß, Reduktion auf Körpersprache. Die Körperhaltung sagt viel aus über das Gefühlsleben der Protagonisten, ein Zeichner, der beobachten kann. Dann wieder sind Gesichter zu sehen, deren Ausdruck alles zusammenfasst, Räume und Landschaften, die Atmosphäre schaffen. Eine wundervolle Grafiknovelle für den Sommer. Bestens geeignet als Sommerlektüre für lesefaule Jugendliche und natürlich für alle Fans von Grafiknovellen. Jugendliche auf dem Weg ins Erwachsenenleben werden sich hier zu hundert Prozent wiederfinden. Mit viel Fingerspitzengefühl gezeichnet, eine Story die mitnimmt, die unsere Gesellschaft widerspiegelt, durchdachte Dialoge, empathisch, wirklichkeitsnah. 

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Rezension zu "Olympia" von Bastien Vivès

Olympia
liberiariumvor 3 Jahren

PLOT
Sam und Alex sind zurück! Die Kunstdiebinnen bekommen in Venedig Ärger mit der Mafia und im gleichen Zuge möchte sich jemand an den jungen Frauen rächen. Sie handeln sich ziemlich viel Ärger ein und sollen das Gemälde Olympia von Manet aus dem Petit Palais stehlen. Allerdings hängt Alex auch immer noch der Vergangenheit und vor allem ihrer verschwundenen Kollegin Carole nach. Sie ist mit dem Kopf nicht ganz bei der Sache, was Sam zum Verzweifeln und die Mädchen vor allem in Gefahr bringt. Können sie unter diesen Umständen überhaupt zusammenhalten?

MEINUNG
Ich habe von dem Titel erstmalig in der Verlagsvorschau von Reprodukt erfahren. Damals wusste ich gar nicht, dass es sich bei Olympia um den zweiten Band von Die große Odaliske handelt. So verschlang ich auch den ersten Comic der Reihe, bevor ich mich an Olympia wagte. Allerdings finde ich, dass man die Titel durchaus auch unabhängig voneinander lesen kann. Im Folgeband wird natürlich die Bindung der Mädchen vertieft und ihre Beziehung zu dem ehemaligen Mitglied der Gruppe, Carole, aufgerollt. Die Cliffhanger aus dem ersten Comic werden endlich gelüftet! Aber prinzipiell wird alles so gut erklärt, dass man auch ruhig direkt zum zweiten Comic greifen kann. 

Weil ich den ersten Band schon herausragend fand, wollte ich natürlich wissen, was das Schicksal für die jungen Kunstdiebinnen bereithalten würde. Olympia war meiner Meinung nach nicht nur spannender als sein Vorgänger, sondern hielt der Comic auch mehr Überraschungen parat. Ich erlebte Momente, in denen ich richtig schockiert auf die Panels sah und meinen Augen nicht trauen wollte. Das war für mich ein ganz besonderes Leseerlebnis, weil ich die Story als absolut unvorhersehbar empfunden habe. 

Es geschehen in diesem Titel viele verrückte Dinge, die dem einen oder anderen Leser möglicherweise auch aufs Gemüt schlagen könnten. Als Action-Comic geht es ziemlich zur Sache! Es wird geschossen, es fließt Blut und es wird viel geflucht. Die Sprache ist auch im Folgeband sehr hart und wird ungeschönt dargestellt, was gut zum Setting passt, mir an manchen Stellen aber etwas zu extrem war. 

Die Geschichte ist so wunderbar erzählt, dass es mir auch jetzt noch einen Schauer über den Rücken jagt. Im zweiten Comic haben die Charaktere mehr Raum, um sich zu entfalten. Man lernt ihre guten und schlechten Seiten kennen, schließt sie ins Herz und will ihnen manchmal auch gern den Kopf abreißen … Diese Mischung macht es einfach! 
Es ist darüber hinaus wunderschön zu sehen, wie die Frauen miteinander agieren. Schließlich ist das, was sie tun, höchst illegal – aber das schert sie in den seltensten Fällen. Die Figuren sind stark und authentisch und man hat ganz schön viel Respekt vor ihnen!
Aber nicht nur die Frauenfiguren erleben ein regelrechtes Hoch im zweiten Teil, auch die Story wird richtig spannend. Sie beginnt noch recht zart, doch schnell wird Dynamik aufgebaut und die ersten Schlagabtausche folgen. Rasant geht es durch die Panels und sorgt für eine perfekte Unterhaltung beim Lesen. 

War beim Lesen des ersten Bands der Zeichenstil noch ungewohnt, war er jetzt im zweiten Comic nichts Neues für mich. Ich freute mich über die fein geschwungenen Linien und den Minimalismus, den man vor allem in den Gesichtern der Figuren erkennt. Auch dieses Mal wurden vor allem die Hintergründe, insbesondere die Museen, detailliert ausgearbeitet, sodass man sich an der Architektur gar nicht sattsehen konnte. Die Farben sind auch in dieser Ausgabe wieder stellenweise pastellig und matt, was mir gut gefiel.

FAZIT
Insgesamt gefiel mir Olympia sogar besser als der erste Band, was an der Entwicklung der Charaktere und dem Fortgang der Geschichte lag. Ich wurde mehrfach richtig überrascht, was mir großartig gefiel! Die Strichsetzung sorgt für eine entsprechende Dynamik bei diesem Action-Comic und die Farben versetzen den Lesenden in die perfekte Atmosphäre. Daher habe ich fünf von fünf möglichen Lesebrillen für Olympiavon Vivès, Ruppert und Mulot aus dem Reprodukt Verlag vergeben! Ich hoffe, es wird auch noch ein dritter Titel der Reihe publiziert!

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