Beate Lakotta

 4,7 Sterne bei 12 Bewertungen

Lebenslauf von Beate Lakotta

Beate Lakotta, geboren 1965, ist Redakteurin im Wissenschaftsressort des SPIEGEL. Für die 2003 im SPIEGEL veröffentlichte Reportage "Noch mal leben vor dem Tod" wurde sie - gemeinsam mit Walter Schels - mit dem Hansel-Mieth-Preis ausgezeichnet.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Beate Lakotta

Cover des Buches Noch mal leben vor dem Tod (ISBN: 9783421058379)

Noch mal leben vor dem Tod

 (9)
Erschienen am 07.09.2004
Cover des Buches Demenz (ISBN: 9783442157570)

Demenz

 (3)
Erschienen am 15.04.2013
Cover des Buches Hände (ISBN: 9783100025470)

Hände

 (0)
Erschienen am 27.10.2016
Cover des Buches Noch mal Leben vor dem Tod (ISBN: 9783936186987)

Noch mal Leben vor dem Tod

 (0)
Erschienen am 13.10.2005

Neue Rezensionen zu Beate Lakotta

Cover des Buches Noch mal leben vor dem Tod (ISBN: 9783421058379)
K

Rezension zu "Noch mal leben vor dem Tod" von Beate Lakotta

tief beeindruckend und berührend
katze102vor 6 Monaten

Die Reakteurin Beate Lakotta und der Fotograf Walter Schels haben mehrere Hospize in Hamburg und Berlin über einen längeren Zeitraum besucht, dort Kontakt zu Sterbenden gesucht.

Sowohl die Gespräche, die geführt wurden als auch die ausgesprochen ästethischen Schwarz-Weiß-Fotos der Sterbenden, die bei Kontaktaufnahme und kurz nach dem Tod aufgenommen wurden, berühren und geben die Möglichkeit, ein Tabuthema von einer anderen Seite kennenzulernen. Man liest über den Gesprächspartnern wichtige Gedanken, Geschehnisse, was sie in ihrer letzten Lebenszeit bewegt und wie sie Frieden mit sich, ihrem Leben und auch ihrem Tod machen, wobei jedes Portrait stets sehr empathisch und pietätvoll beschrieben wird. Die begleitende Zeit betrug meistens einen Monat, manchmal auch fast ein Vierteljahr. 

Gerade in der Hospizarbeit wird sehr auf Gespräche, Begleitung und Betreuung und die Akzeptanz des Todes gelegt; mir haben die hier gegebenen Einblicke zu einem anderen Gesamtbild zu diesem Thema verholfen, dass in der Regel im Familienkreis doch eher ausgeschwiegen wird. Nicht nur um einen anderen Umgang mit Kranken und Sterbenden leben zu können, sondern auch um für sich selber finde ich die Auseinandersezung mit dem Tod und dem Leben davor sehr wichtig und dieses respektvolle und einfühlsame Buch ausgesprochen hilfreich.

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Cover des Buches Noch mal leben vor dem Tod (ISBN: 9783421058379)
Miss-Tarantulas-Netzwerks avatar

Rezension zu "Noch mal leben vor dem Tod" von Beate Lakotta

Die bereits verstorbenen Menschen haben mich immer noch positiv beeinflusst.
Miss-Tarantulas-Netzwerkvor einem Jahr

🕷 Cover 🕷
Ein besagtes Portrait, von dem auch schon im Klappentext die Rede ist und welches ebenfalls im Buch zu finden ist, ziert die Vorderseite des Buches. In Verbindung mit dem Titel des Buch erfährt man schnell was genau wir sehen. Es strahlt Ruhe aus und ist gleichzeitig aufwühlend. Selbstverständlich passt das Bild zum Inhalt des Buches und gibt diesem außerdem eine intensive Ausstrahlung.

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🕷 Aufbau & Schreibstil 🕷
~ Wechsel zwischen Erzähler und Ich-Erzähler Perspektive (kursiv) ~

Kapitel
Das Buch ist in 24 Kapitel unterteilt (+ Vorwort, Dank, ausgewählte Literatur).
Dabei werden diese nicht, wie sonst üblich, mit Zahlen eröffnet, sondern mit den entsprechenden Namen der verstorbenen. Außerdem sind weitere Daten, wie Geburtsdatum, Alter, Aufnahme des ersten und letzten Portraits und Ort des Hospiz. Je nach dem, welche Menschen die Autoren begleiten durften oder wenn ein Mensch mitteilungsbedürftiger war, kann das Kapitel mal länger, mal kürzer ausfallen.

Atmosphäre
Die Atmosphäre, beim Lesen des Buch, ist dem Thema entsprechend angepasst. Manchmal löst es Trauer aus oder auch Bedauern und dann geben die Zeilen wieder Hoffnung und Frieden.

Schreibstil
Der Schreibstil ist sachlich.
Oftmals werden die Worte von den Sterbenden direkt wiedergegeben und der Schreibstil ist dementsprechend individuell.

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🕷 Mein Fazit & Bewertung 🕷
Lange betrachtete ich die Portraits und dachte nach. Frieden? Erlösung? Vielleicht sogar ein Lächeln auf den Lippen? Wie sieht der Tod aus? Alles um mich herum wurde still. Kein Geräusch drang mehr an mein Ohr. Keine anderen Gedanken in meinem Kopf. All dies schien nicht mehr länger von Bedeutung zu sein. Im den Augen der portraitieren ist so viel zu lesen und später ist alles fort. Die Muskeln sind erschlaff, das Leben ist aus dem Körper gewichen. Ich versuche auf den Bildern den genauen Unterschied zu erkennen und bilden mir ein, dass auch dem vorigen Bild deutlich die Seele des Menschen zu erkennen ist. Dann ist sie fort. Für immer?

Wir begleiten die Sterbenden und erfahren ihre Lebensgeschichten. Was haben sie bereut, was hätten sie anders gemacht? Was haben sie  genossen? 

Viele sterbende Menschen beschäftigte eine Frage: warum ich? Eine Frage, die mich wiederum erwachen ließ. Es gibt keine genaue Ankündigung, keine genaue Zeitspanne, keine Antwort auf diese Frage. Es kann jederzeit einfach so zu Ende gehen. Bewusster, ließ mich das Buch zurück. Bewusst jeden Tag erleben, um am Sterbebett nichts zu bereuen. Bewusst für mich selbst zu leben und nicht für andere. All dies wurde bei mir mithilfe des Buches ausgelöst.

Sterben gehört zum Leben dazu, wie das Atmen. Nur weil man es verdrängt, wird man nicht unsterblich. Wenn es dann soweit ist, so zeigt das Buch auf aus, ist es zu spät. Dieses Buch bricht endlich das Thema sterben und enttabuisiert es. Sterben ist, auch wenn es ein Ende benötigt, vielleicht nicht das eine Ende. Vielleicht gibt es mehr? 

Als ich in dem Buch las, kamen viele Gefühle in mir hoch. Es ist wundervoll, was dieses Buch in einem auslöst und vor allem, was für eine andere Änderung es mit sich bringt. Denn auch wenn die genannten Menschen nun verstorben sind, so haben sie doch noch Einfluss auf mein Leben genommen. 

Dieses Buch ist eines meiner Jahreshighlights. Es nimmt Ängste, gibt Hoffnung und regt zum Nachdenken, nein sogar zum Handeln an. Deshalb ganz klar 5 von 5 Spinnen. 

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Cover des Buches Demenz (ISBN: 9783421044877)
W

Rezension zu "Demenz" von Annette Bruhns

Rezension zu "Demenz" von Annette Bruhns
WinfriedStanzickvor 11 Jahren

So wie früher die verschiedenen schlussendlich immer zum Tod führenden Krebserkrankungen in unserer Gesellschaft tabuisiert waren (ich erinnere mich etwa an eine Bestattung, die ich als junger Pfarrer Anfang der achtziger Jahre zu leiten hatte und bei der ich wörtlich von Krebs sprach, was einen kleineren Aufstand im Dorf nach sich zog), so geht die Gesellschaft mittlerweile mit den immer mehr zunehmenden Demenzerkrankungen wie etwa Alzheimer um.

Alle haben höllische Angst davor. Die davon betroffen sind, reden, so lange sie es noch könnten, nicht darüber, und später setzen die pflegenden Angehörigen jenes, dem stummen Vergessen verwandte Schweigen fort. Erst wenige Schriftsteller haben sich an das Thema gewagt. Unvergessen das umstrittene Buch von Tilman Jens über seinen demenzkranken berühmten Vater Walter Jens. Zuletzt hat die englische Schriftstellerin Samantha Harvey in einem in ihrem Heimatland preisgekrönten, hierzulande aber leider wenig beachteten Romandebüt mit dem Titel „Tage der Verwilderung“ (DVA 2010) sich auf eine literarische, stellenweise poetische Weise mit dem Phänomen beschäftigt und ist damit der menschlichen Seite des stillen Vergessens sehr nahe gekommen.

Das vorliegende Buch will informieren. Es ist ein Sachbuch, für jeden verständlich geschrieben und in vier Hauptteile gegliedert:
Zunächst wird informiert über die Volkskrankheit Alzheimer, wie man sie erkennen kann und in welchen Stadien sie verläuft. Der zweite Teil widmet sich den Patienten und dem „Leben mit Demenz“. Dann geht es um die Angehörigen „ die Helden des Alltags“. Das Kapitel über die „Profis: Ärzte, Pfleger, Forscher“ gibt einen profunden Einblick in deren Arbeit, ihre Probleme und wissenschaftlichen Hoffnungen.

Im letzten, politisch wichtigsten Kapitel geht es um die Gesellschaft , um die „Aufgaben für alle“, denn die durch die alternde Gesellschaft in den nächsten Jahrzehnten dramatisch zunehmenden Demenzkrankheiten stellen unsere Gesellschaft vor heute schier unlösbar anmutende Probleme. Und das betrifft nicht nur die ungelöste Frage der Finanzierung der Pflege all dieser hilfsbedürftigen Menschen, sondern dieses große Problem hält unserer Gesellschaft den Spiegel vor und stellt sie vor die Frage, wie solidarisch sie ist. Wir brauchen ein Verständnis von der Menschenwürde dieser ins Vergessen gesunkenen Menschen die nach wie vor eine Seele haben, fühlen können etc.

Unsere Gesellschaft darf diese Menschen und die, die sie pflegen nicht allein lassen. Alle Bestrebungen, schon heute Vorsorge zu treffen für die Zukunft müssen unterstützt werden und dürfen nicht, wie das aktuell geschieht, durch interessegebundenes politisches Hickhack behindert werden.

Ein wichtiges, durch viele unterschiedliche und oft persönlich gefärbte Beiträge aufgelockertes Buch.

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