Beate Maly Die Zeichenkünstlerin von Wien

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Inhaltsangabe zu „Die Zeichenkünstlerin von Wien“ von Beate Maly

Wien 1421. Die junge Jüdin Sarah Isserlein soll einen strengen Rabbi heiraten, dabei würde sie viel lieber den ganzen Tag zeichnen und malen. Da sieht der Steinmetz Mathias Rock, der am Bau des Stephansdoms mitarbeitet, eine ihrer Zeichnungen und bittet sie heimlich um Hilfe bei einem Entwurf. Trotz der Gefahr, sowohl Juden als auch Christen gegen sich aufzubringen, kann Sarah nicht widerstehen.

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  • Die Zeichenkünstlerin von Wien

    Die Zeichenkünstlerin von Wien

    Wolfhound

    04. May 2014 um 12:11

    Sarah Isserlein ist eine junge Jüdin. Sie lebt in Wien. Es ist Anfang des 15. Jahrhundert. In Wien gibt es ein Judenviertel, welches diese nur ganz selten verlassen, und junge Mädchen schon gar nicht. Nun soll Sarah den zukünftigen Rabbi der Judengemeinde, Aaron, heiraten. Daraus kann sie sich auch nicht winden, denn Aaron sollte eigentlich Sarahs ältere Schwester Judith heiraten, doch diese entschied sich für die Liebe zu einem Christen und gegen das Leben in der jüdischen Gemeinde. Leider ist Sarahs größte Leidenschaft das Zeichnen und so vernachlässigt sie ihre häuslichen Pflichten um in jeder Minute zeichnen zu können. Aaron stellt ihr aber die Bedingung, dass sie, wenn sie verheiratet sind, sofort aufhört mit dem Zeichnen und auch Sarahs Vater begrüßt diese Bedingung. Da David aber eigentlich stolz auf seine zeichnende Tochter ist, geht er eines Tages mit ihr im christlichen Wien zu einem Bildhauer. Dieser Herr Mathes Rockh soll Sarah eine Truhe fertigen für die Aussteuer. Er ist begeistert von den Entwürfen und würde den Zeichner gerne persönlich kennen lernen. Somit ist die erste Begegnung Sarahs mit Mathes schlagartig beendet. Da David als Jude einen Judenhut tragen muss, damit jeder Bürger Wiens ihn auch als solchen erkennt, sind er und Sarah ein sehr leichtes Ziel für einen Angriff, der auch prompt nach Verlassen von Mathes' Werkstatt erfolgt. So beginnen sich die Schicksale von Sarah Isserlein und Mathes Rockh zu verweben. In einer schweren Zeit, in der Juden bis auf den Tod verfolgt werden und Liebe schwerlich über alle Grenzen hinaus eine Chance hat. Beate Maly schafft es, schon von der ersten Seite an, ein leidenschaftliches Bild der Menschen im Wien des frühen 15. Jahrhunderts zu zeichnen. Dabei erzählt sie ungeschönt die Vorkommnisse der Judenverfolgung, aber auch die aufkeimenden Triebe einer jungen Liebe. Ich war fasziniert von der klaren Beschreibung der Charaktere, die mir klar und deutlich vor Augen standen, ebenso wie von den Schrecken, die auch damals schon, eigentlich grundlos, anderen Menschen, Mitmenschen, angetan wurden.  

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  • Judenverfolgung im 15. Jahrhundert

    Die Zeichenkünstlerin von Wien

    Krimifee86

    11. April 2014 um 13:14

    Inhalt: Wien 1421. Die junge Jüdin Sarah Isserlein soll einen strengen Rabbi heiraten, dabei würde sie viel lieber den ganzen Tag zeichnen und malen. Da sieht der Steinmetz Mathias Rock, der am Bau des Stephansdoms mitarbeitet, eine ihrer Zeichnungen und bittet sie heimlich um Hilfe bei einem Entwurf. Trotz der Gefahr, sowohl Juden als auch Christen gegen sich aufzubringen, kann Sarah nicht widerstehen. Cover: Das Cover ist für mich nicht allzu ansprechend. Das liegt daran, dass die darauf abgebildete Dame in meinen Augen einfach schlecht gezeichnet ist. Ich weiß, dass es dem Bild von Frauen im 15. Jahrhundert entspricht und dass man damals auch so gemalt hat, aber mir gefällt es einfach nicht. Unter den zahllosen anderen historischen Romanen, wäre mir dieser in der Buchhandlung nicht sonderlich aufgefallen. Schreibstil: Der Schreibstil gefällt mir total gut, zumal man sich in alle Charaktere sehr gut hineinversetzen kann. Schön fand ich vor allem dabei, dass so viele unterschiedliche Charaktere gezeichnet werden. Da sind die Kinder, da ist Sarah, Mathias, Judith. Aber auch Personen wie Rachel und Aaron sind toll dargestellt und zwar auch so, dass einem Aaron am Ende sogar sympathisch wird. Mit anderen Worten: Es gibt (außer für mich Rachel) keine Charaktere, die nur gut oder nur schlecht sind. Alle haben ihre guten und ihre schlechten Eigenschaften und das macht das Ganze für mich realistisch. Die Story: Sehr gut und sehr spannend, zumal (ist ja bei historischen Romanen häufiger so), das Ganze auch auf realistischen Geschehnissen beruht. Ich muss ja ehrlich sagen, dass mir das Thema Judenverfolgung noch immer ein wenig zum Hals heraushängt. Damit möchte ich das, was vor allem im zweiten Weltkrieg geschehen ist, nicht klein reden – auf keinen Fall - , aber man hat das Thema in der Schule so ausführlich behandelt, dass ich es auch irgendwann nicht mehr hören konnte. Dennoch war es sehr spannend, das Thema mal in einem anderen zeitlichen Kontext beleuchtet zu sehen. Außerdem unter dem Aspekt Christen gegen Juden. Das hat mir wirklich gut gefallen. Genauso gut gefallen (wenn auch etwas offensichtlich) war die darin eingebundene Geschichte um Sarah und Mathias. Wirklich schön, wirklich gelungen. Fazit: Ein wirklich gutes Buch, das ich nur empfehlen kann. Ich gebe einen Punkt Abzug, weil es mir am Anfang zu sehr um die Geschichte zwischen Sarah und Mathias geht, was ich als ein wenig langweilig empfunden habe. Danach entwickelte sich die Geschichte aber immer mehr und es wurde richtig spannend und dramatisch. Das hat mir gut gefallen. Auch der Aufbau auf realistischen Ereignissen war gut dargestellt. Alles in allem vier Punkte.

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  • Zwischen Glaube und Liebe

    Die Zeichenkünstlerin von Wien

    Nurija

    02. March 2014 um 20:16

    Die junge Jüdin Sarah Isserlein wächst im 15. Jahrhundert in Wien auf. Dort lebt sie zusammen mit ihrem Vater in Judenviertel, das durch eine Mauer vom christlichen Teil der Stadt liegt. Im Judenviertel lebt außerdem Sarahs Bruder, der Medicus und Leiter des Hospitals mit seiner Familie. Sarah zeichent für ihr Leben gern. Aber so groß ihr zeichnerisches Talent auch ist, so klein ist auch das Hauswirtschaftliche. Was sie auch anfängt misslingt. Das bringt ihr nicht nur die gringschätzung ihrer SChwägerin, sonder auch die des Vaters ein. Im austausch der Erfüllung eines ihrer Größten wünsche- eine selbstentworfene Truhe- verlangt er von ihr das Zeichenen aufzugeben. Dies liegt auch im Interesse ihres Verlobten, den Srah eigentlich gar nicht heiraten will. Als ihr Vater die Truhe bei dem jungen christlichen Steinmetz Mathes Rockh inAuftrag gibt, erkennt dieser sofort Sarahs Talent und bittet sie heimlich um Hilfe für die Taufkrone an der er arbeitet. Zögernd willigt Sarah ein. Und während aus der Hilfe zwischen Sarah und Mathes mehr entsteht, spitz sich die Lage für die Juden in Wien zusehends zu. Der Herzog hat nicht genug Geld um den Krieg, den Ausbau  seiner Hofburgund den Bau des Stephansdoms zu finanzieren. ein sündenbock muss her, zudem einer der Geld hat. Und an dem Punkt beginnt die Hetzjadg auf die Juden, bei der auch Sarah und ihre Familie ins Visier der Inqusisition geraten.   Beate Maly hat mit ihrem Roman ein lebhaftes Bild Wiens der 20 Jahre im 15. Jahrhundert geschaffen. Durch ihre Erzählweie wird die Stimmung der einzelnen Bevölkerungsschichten sehr deutlich dargestellt und man kann sich sehr gut in einzelnen Personen hineinversetzen. Sympathiem und Antipatien sind schnell ausgemacht. Durch gutes recherchieren gelingt es ihr dem Leser das jüdische und christliche Leben mit all seinen Traditionen näher zu bringen udn die Unterschiede der Religionen zu verdeutlichen. Aber auch das alltägliche und politische Leben wird verdeutlicht. So lebten die Juden abgeschottet von den Christen und mussten in der Öffentlichkeit demütigende Hüte tragen, die sie als Juden auswiesen. Wer nach der Sperrstunde am Tor zum Judenviertel auftauchte musste die Nacht im christlichen Teil der Stadt verbringen und riskierte so, Beschimpfungen,Demütigungen und Prügel. Die Juden waren Sündenbock für alles und es wird nochmal verdeutlicht, dass es nicht erst im dritten Reich zu Verfolgung, Verleumdung und Massenmord an Juden kam. Eingebunden in das sehr gut dargestellte mittelalterliche Leben ist die Liebesgeschichte von Sarah und Mathes, die aber keines wegs zu kitschig, sondern sehr real dargestellt ist. Sie zeigt alle Höhen und Tiefen und auch die religiösen und traditionellen Hintergründe die es zu überwinden galt. Einziger Kritikpunkt an dem Buch war für mich ist der ausgang der Geschichte für die"sympathischen" Hauptpersonen. Wobei ich hier auch nicht zuviel verraten möchte.

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  • Christen und Juden in Wien

    Die Zeichenkünstlerin von Wien

    carpe

    28. February 2014 um 23:26

    Wien 1421. Die junge Jüdin Sarah Isserlein soll einen strengen Rabbi heiraten, dabei würde sie viel lieber den ganzen Tag zeichnen und malen. Da sieht der Steinmetz Mathias Rockh, der am Bau des Stephansdoms mitarbeitet, eine ihrer Zeichnungen und bittet sie heimlich um Hilfe bei einem Entwurf. Trotz der Gefahr, sowohl Juden als auch Christen gegen sich aufzubringen, kann Sarah nicht widerstehen. Ein wunderschöner historischer Roman, der die Klüfte der Religionen im 15.Jahrhundert sehr gut beschreibt. Der Leser bekommt einen tollen Einblick in das Leben der Christen und Juden in Wien um 1421. Die Charaktere werden gut beschrieben und man erkennt sehr schnell, wer "gut" und wer "böse" ist. Der Schreibstil von Beate Maly ist sehr gut und flüssig, ich habe keine Längen im Buch finden können. Der Leser kann sich sehr gut und schnell in alle Personen hineinversetzen und leidet vor allem mit sympathischen Charakteren mit. Die unsympathischen habe ich regelrecht verflucht. Das Vorgehen der Christen mit den Juden ist teilweise richtig anschaulich beschrieben, so dass ich nicht nur einmal schwer schlucken musste. Das Buch hat auf alle Fälle das gehalten, was ich mir davon versprochen hatte, wenn es meine Erwartungen nicht gar übertroffen hat. Mich hat es schwer beeindruckt und es bekommt einen Platz in meinem Favoriten-Regal. Und auf jedem Fall werde ich bei meinem nächsten Wien-Besuch den Stephansdom nochmal einen Besuch abstatten und ihn mir ganz sicher mit anderen Augen betrachten.

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  • Die Zeichenkünstlerin

    Die Zeichenkünstlerin von Wien

    maxibiene

    10. July 2013 um 23:04

    Anstelle ihrer Schwester Judith soll Sarah, die junge und zeichnerisch talentierte Frau die Ehe mit dem jüdischen Geldverleiher Aaron Blümlein eingehen. Nur so sieht Sarah´s  Vater, David Isserlein, die Schande, die die ältere Schwester über ihre Familie gebracht hat, zu schmälern. Judith hat sich der Liebe wegen gegen das Judentum entschieden und sich dem Glauben abgewandt um die Ehe mit einem Christen einzugehen. Zurück blieb Aaron, dem Judith versprochen war. Obwohl die Hochzeit von Sarah und dem angehenden Rabbiner Aaron immer näher rückt, hegt Sarah noch immer keine Gefühle für ihren Bräutigam. Hingegen flattern nur so die Schmetterlinge, wenn sie sich in der Nähe des Christen und Steinbildhauers Mathes Rockh aufhält. Mathes sieht in Sarah nicht nur die Frau, die erliebt, sondern auch das zeichnerische Talent, das sie nicht ausleben darf. Zeitgleich beginnt in Wien eine Hetzjagd auf die Juden, um an deren Geld zu kommen, und nicht nur den anstehenden Krieg mit den Hussiten finanzieren zu können sondern auch den aufwändigen Bau des Stephansdoms. Dabei geraten hauptsächlich die Geldverleiher, insbesondere Familie Isserlein in das Visier des herzögischen Mobbs.   Beate Maly hat mit ihrem Roman, das Leben in Wien Anfang des 15.Jahrhunderts dargestellt und durch ihre hervorragenden Recherchen viel Glaubwürdigkeit und Spannung in die Handlung gebracht. Wieder einmal hat sie sich einem Thema gewidmet, dass durch die unterschiedlichen Konfessionen geprägt ist. Zum einen zeigt sie das christliche und zum anderen das jüdische Leben auf und stellt auch oftmals Vergleiche hinsichtlich ihrer Regeln an. Gerade die Juden galten als die Reichen der Stadt, die angeblich den Christen das Geld aus den Taschen zogen. So war es für den Herzog ein Einfaches gewesen, ihnen die Schuld für die leeren Kassen in Wien zu geben. Mit der Hetzjagd auf die Juden, die gedemütigt, ausgesetzt, gefoltert, verbrannt oder einfach nur getötet worden sind, wurden sie auch zum Sündenbock für alle Verfehlungen der Christen. In diesem Meer von Wahnsinn und allerlei Schreckenstaten gab es auch Schönes, wie die sich anbahnende und eigentlich verbotene Liebe zwischen Sarah und Mathes oder auch kleinere Begebenheiten, die in dem ganzen Drama glücklich endeten. Beate Maly hat wieder einmal mit einer beeindruckenden Geschichte aufgewartet, die mich voll fasziniert hat.

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  • Eine verbotene Liebe zur Zeit der Judenverfolgung im Wien des Jahres 1421

    Die Zeichenkünstlerin von Wien

    LEXI

    19. May 2013 um 00:28

    Die Protagonistin Sarah Isserlein lebt mit ihrem Vater David, einem wohlhabenden Geldverleiher, in der Kleeblattgasse im jüdischen Viertel von Wien. Seit vor etwa einem Jahr ihre Mutter Elza am Fieber starb, ist die junge Jüdin, die weder nähen, noch kochen kann, alleine für den Haushalt ihres Vaters zuständig, dessen immer stärker werdene Verwirrungszustände dem Mädchen Sorgen bereiten. Sarahs große Leidenschaft, das Zeichnen, wird von ihrem Vater durch den Kauf von teurem Zeichenmaterial gefördert. David Isserleins zweite Tochter Judith verliebte sich in den Steinmetzmeister Richard und trotzte ihrer arrangierten Verlobung mit dem Rabbiner Aaron Blümlein. Judith wurde aufgrund der Tatsache, dass Richard dem christlichen Glauben angehört, von ihrem Vater verstoßen und lebte mit ihrem Ehemann und den beiden Söhnen Jonas und Josef in Straßburg. Als „Wiedergutmachung“ und um die Vereinigung der Familien Isserlein und Blümlein doch noch zu einem positiven Ausgang zu verhelfen, wurde kurzerhand Sarah, die jüngere Schwester, dem verschmähten Bräutigam versprochen. Aaron, ein selbstgefälliger Mann und der zukünftige Rabbiner der jüdischen Gemeinde, ist regelrecht angewidert von Sarahs Zeichenkünsten und verbietet ihr ihre große Leidenschaft vehement. Zudem untersagt er ihr ihr auch strikt, ihre Schwester Judith jemals wieder zu sehen. Dieses Verbot trifft Sarah umso härter, als Richard Klayndl mit seiner schwangeren Ehefrau Judith und den beiden Söhnen wieder nach Wien zurückkehrt und bei seinem Bruder Alfred einzieht. David Isserleins einziger Sohn Elias studierte in Salerno Medizin und leitet nun als Medicus der jüdischen Gemeinde das Hospital neben der Synagoge. Seine unglückliche Ehe mit Rachel ist von Streit und Zwietracht dominiert, sein Lebensmittelpunkt und seine ganze Freude ist seine neunjährige Tochter Miriam, die er über alles liebt. Durch die Suche nach einem begabten Künstler, der ihre Hochzeitstruhe nach ihrem eigenen Entwurf schnitzen soll, lernt Sarah in Begleitung ihres Vaters den Steinmetzmeister Mathes Rockh kennen. Der junge Steinhauer sieht in Sarah nicht nur eine begehrenswerte Frau, sondern auch eine bewunderte Künstlerin. Er achtet ihre Zeichenkunst so hoch, dass er die durch den Kanzler Herzog Albrechts beauftragte Taufkrone und das dazu gehörende Taufbecken nach Sarahs Zeichnungen vollenden möchte. Die zu jener Zeit bei Christen sowie auch bei Juden gängige Meinung, dass Frauen keine Künstlerinnen sein können und sich ausschließlich um das Wohl ihrer Familien zu kümmern haben, erschwert die gemeinsame Arbeit der beiden an dem Kunstwerk. Die Autorin erzählt die Geschichte einer verbotenen Liebe zwischen einer Jüdin und einem Christen zur Zeit des grausamen Vernichtungsfeldzugs gegen die Juden im Jahre 1421 durch Herzog Albrecht. Beate Maly beeindruckte mich mit der eindrucksvoll und lebendig dargestellten Lebenssituation der Menschen dieser Zeit, mit gut ausgearbeiteten Charakteren und der interessanten Familiengeschichte der Isserleins und der Blümleins. Auch der historische Hintergrund wirkte außerordentlich gut recherchiert und die Verkündigung Herzog Albrechts, der alle Juden Wiens als sein Eigentum erklärt, ihr Viertel sperren und ihnen ihren gesamten Besitz abnehmen ließ, endete mit der Vertreibung, der Folterung und der Ermordung von etwa neunhundert Juden in Wien. Ein hervorragend geschriebener Roman mit bedrückendem historischem Hintergrund.

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  • Rezension zu "Die Zeichenkünstlerin von Wien" von Beate Maly

    Die Zeichenkünstlerin von Wien

    anyways

    19. September 2011 um 18:20

    Seit Jahren sind die Schicksale des Christen Rockh und der jüdischen Familie Isserlein durch ein unsichtbares Band miteinander verbunden. Davon weiß Sarah Isserlein freilich nichts, als sie das erste Mal den Steinmetz Mathes Rockh begegnet. Denn eigentlich soll dieser ihr, nach ihrem eigenen Entwurf, eine Hochzeitstruhe anfertigen. Mathes ist von Sarahs Talent so begeistert, dass er sie zu überreden versucht, ihm bei der Zeichnung für das Taufbecken, an dem er gerade arbeitet, zu helfen. Geschmeichelt ob soviel Lob und Anerkennung willigt sie nach einigem Zaudern ein. Da sie bald heiraten wird und weder ihr Verlobter noch ihr Vater viel von Sarahs Zeichenkunst halten ist es umso schöner in Mathes einen Bewunderer ihrer Kunst gefunden zu haben. Und irgendwann stellt sich fataler Weise auch das Gefühl von Schmetterlingen im Bauch ein. Aber eine Verbindung zwischen diesen Beiden scheint unmöglich auch und gerade weil die Juden und ihr Vermögen für den Krieg gegen die Hussiten geopfert werden sollen. Ein sehr spannender und geschichtlich interessanter Roman, der sich bis auf ein paar kleine schriftstellerischen Freiheiten auch an historische Fakten hält. Beate Maly erzählt uns ihre Version der Geschichte der Judenvertreibungen und Judenhinrichtungen im Wien des 15. Jahrhunderts. Der eigentliche Auslöser dieser so grauenvollen Bluttat ist bis heute nicht eindeutig geklärt aber so wie er hier im Buch beschrieben wird ist es höchstwahrscheinlich auch geschehen. Die Autorin orientiert sich hier an den wahrscheinlichsten Auslöser- Geld. Deutlich schildert sie die Unterschiede zwischen Juden und Christen in der damaligen Zeit. Selbst die Ausbildung zum Arzt ist für beide Religionen extrem unterschiedlich. Während die Juden schon erste anatomische Kenntnisse und chirurgische Feinheiten durch das sezieren von Leichen erhalten haben und einige sehr nützliche Dinge der Hygiene beherrschen, ist dies bei den Christen noch lange nicht der Fall. Eine wundervolle Liebesgeschichte die selbst so unterschiedliche Religionszugehörigkeit überwindet, ein einfühlsamer, detailverliebter und auch spannender Schreibstil runden das Ganze ab.

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  • Rezension zu "Die Zeichenkünstlerin von Wien" von Beate Maly

    Die Zeichenkünstlerin von Wien

    Julz

    18. December 2010 um 13:46

    ,Die Zeichenkünsterlin von Wien' von Beate Maly erzählt die Geschichte von der Jüdin Sarah, die für ihr Leben gern zeichnet, was jedoch ihr Vater missbiligt. Ihr Vater wünscht, dass sie den Rabbi Aaron heiratet, aber sie schafft es nicht den Haushalt nach seinen Wünschen zu führen. Als sie den christlichen Steinmetz Mathes Rockh kennenlernt, beginnt sie mit ihm heimlich zu arbeiten und ihre Liebe zu ihm zu entdecken, aber beide wissen, dass die Liebe zwischen ihnen verboten ist und dass sie keine Zukunft haben wird. Dann werden die Zeiten für die Juden noch schwieriger, sie werden gejagt und ausgenommen. Sarah fühlt sich hilflos und allein, aber sie muss versuchen, aus dieser Situation wieder heile herauszukommen. Beate Maly hat eine einfühlsame Geschichte geschrieben, in die sich der Leser hineinversetzt und die Geschehenisse mit der Protagonistin erlebt.

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  • Rezension zu "Die Zeichenkünstlerin von Wien" von Beate Maly

    Die Zeichenkünstlerin von Wien

    FoxisBuecherschrank

    18. September 2010 um 14:37

    Sehr schöner Roman über Wien im 15. Jahrhundert.

    3 Tage gebraucht.

  • Rezension zu "Die Zeichenkünstlerin von Wien" von Beate Maly

    Die Zeichenkünstlerin von Wien

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    17. August 2010 um 21:17

    Die junge Jüdin Sarah Isserlein wächst im 15. Jahrhundert in Wien auf. Dort lebt sie zusammen mit ihrem Vater in Judenviertel, das durch eine Mauer vom christlichen Teil der Stadt liegt. Im Judenviertel lebt außerdem Sarahs Bruder, der Medicus und Leiter des Hospitals mit seiner Familie. Sarah zeichent für ihr Leben gern. Aber so groß ihr zeichnerisches Talent auch ist, so klein ist auch das Hauswirtschaftliche. Was sie auch anfängt misslingt. Das bringt ihr nicht nur die gringschätzung ihrer SChwägerin, sonder auch die des Vaters ein. Im austausch der Erfüllung eines ihrer Größten wünsche- eine selbstentworfene Truhe- verlangt er von ihr das Zeichenen aufzugeben. Dies liegt auch im Interesse ihres Verlobten, den Srah eigentlich gar nicht heiraten will. Als ihr Vater die Truhe bei dem jungen christlichen Steinmetz Mathes Rockh inAuftrag gibt, erkennt dieser sofort Sarahs Talent und bittet sie heimlich um Hilfe für die Taufkrone an der er arbeitet. Zögernd willigt Sarah ein. Und während aus der Hilfe zwischen Sarah und Mathes mehr entsteht, spitz sich die Lage für die Juden in Wien zusehends zu. Der Herzog hat nicht genug Geld um den Krieg, den Ausbau seiner Hofburgund den Bau des Stephansdoms zu finanzieren. ein sündenbock muss her, zudem einer der Geld hat. Und an dem Punkt beginnt die Hetzjadg auf die Juden, bei der auch Sarah und ihre Familie ins Visier der Inqusisition geraten. Beate Maly hat mit ihrem Roman ein lebhaftes Bild Wiens der 20 Jahre im 15. Jahrhundert geschaffen. Durch ihre Erzählweie wird die Stimmung der einzelnen Bevölkerungsschichten sehr deutlich dargestellt und man kann sich sehr gut in einzelnen Personen hineinversetzen. Sympathiem und Antipatien sind schnell ausgemacht. Durch gutes recherchieren gelingt es ihr dem Leser das jüdische und christliche Leben mit all seinen Traditionen näher zu bringen udn die Unterschiede der Religionen zu verdeutlichen. Aber auch das alltägliche und politische Leben wird verdeutlicht. So lebten die Juden abgeschottet von den Christen und mussten in der Öffentlichkeit demütigende Hüte tragen, die sie als Juden auswiesen. Wer nach der Sperrstunde am Tor zum Judenviertel auftauchte musste die Nacht im christlichen Teil der Stadt verbringen und riskierte so, Beschimpfungen,Demütigungen und Prügel. Die Juden waren Sündenbock für alles und es wird nochmal verdeutlicht, dass es nicht erst im dritten Reich zu Verfolgung, Verleumdung und Massenmord an Juden kam. Eingebunden in das sehr gut dargestellte mittelalterliche Leben ist die Liebesgeschichte von Sarah und Mathes, die aber keines wegs zu kitschig, sondern sehr real dargestellt ist. Sie zeigt alle Höhen und Tiefen und auch die religiösen und traditionellen Hintergründe die es zu überwinden galt. Einziger Kritikpunkt an dem Buch war für mich ist der ausgang der Geschichte für die"sympathischen" Hauptpersonen. Wobei ich hier auch nicht zuviel verraten möchte.

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  • Rezension zu "Die Zeichenkünstlerin von Wien" von Beate Maly

    Die Zeichenkünstlerin von Wien

    goat

    08. July 2010 um 02:32

    Wien im Jahre 1421: Als die Wege der jungen Sarah Isserlein und des Steinmetzes Mathes Rockh sich kreuzen, sind Probleme vorprogrammiert, denn eine Beziehung zwischen Juden und Christen in dieser Zeit ist undenkbar. Zudem ist Sarah bereits dem jungen Rabbi Aaron versprochen, der es gar nicht gerne sieht, dass Sarah ihre Zeit mit zeichnen verschwendet, anstatt der Hausarbeit nachzugehen. Als das Geld für den Dombau knapp wird, beschließen Herzog Albrecht und sein Kanzler, dieses bei den Juden einzutreiben. Der Hass wird so weit geschürt, dass die Juden ausgeplündert, ins Gefängnis gesteckt und ermordet werden. Hier zeigt sich, wer Sarah wirklich liebt. Aber hat ihre Liebe auch eine Zukunft? Beate Maly hat einen sehr einfühlsamen und zugleich spannenden Roman geschrieben. Die fiktiven Elemente sind sehr gut mit den einwandfrei recherchierten historischen Fakten verwoben worden. Ihre Figuren waren mir gleich sehr sympathisch und der Unterschied zwischen den Juden und den Christen wurde sehr deutlich dargestellt. Der Autorin ist es gelungen, mich mit jeder geschriebenen Seite zu fesseln. Dieser Roman ist auch hervorragend für Einsteiger in dieses Genre geeignet und bekommt somit von mir fünf Sterne. Dieses ist der zweite Roman der Autorin. Der erste erschien 2008 im Ullstein Verlag und heißt "Die Hebamme von Wien".

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  • Rezension zu "Die Zeichenkünstlerin von Wien" von Beate Maly

    Die Zeichenkünstlerin von Wien

    Ani

    05. July 2010 um 15:05

    Wien im Jahre 1421 Die junge Jüdin Sarah Isserlein führt ihrem Vater, dem Geldverleiher David Isserlein, den Haushalt. Besonders talentiert ist sie in diesem Bereich nicht, denn ihre Koch- und Backkünste lassen stark zu wünschen übrig. Sarahs Begabung ist das Zeichnen. Jede freie Minute verbringt sie damit. Ihre Zeichnungen sind wahre Meisterwerke. Doch schon bald wird Sarah ihre Lieblingsbeschäftigung aufgeben müssen, denn das Zeichnen und Malen ist den Männern vorbehalten. Sarahs zukünftiger Ehemann, ein angesehener Rabbi, wird auf keinen Fall dulden, dass Sarah weiterhin dieser sinnlosen Beschäftigung nachgeht. Um etwas guten Willen zu zeigen, erlaubt der Rabbi Sarah, einen Entwurf für ihre Aussteuertruhe zu zeichnen und diese dann von einem Handwerker anfertigen zu lassen. Mit dem fertigen Entwurf suchen David und Sarah Isserlein den Steinmetz Mathes Rockh auf. Dieser ist für seine hervorragenden Arbeiten bekannt. Er ahnt schnell, wer die Truhe gezeichnet hat und ist von von der jungen Frau und ihrem Talent beeindruckt. Heimlich bittet er sie um Unterstützung bei einem seiner Entwürfe. Denn Mathes soll die Taufkrone für den Stephansdom fertigen. Sarah ist sich bewusst, welche Gefahren das Angebot birgt. Sie kann nur hoffen, dass niemand entdeckt, dass eine jüdische Frau an einer christlichen Taufkrone arbeitet. Doch bald überschlagen sich die Ereignisse, denn Herzog Albrecht und sein Kanzler benötigen dringend Geld. Deshalb beginnt eine Hetzjagd auf die Juden.... Meine Meinung Beate Malys Roman entführt den Leser in das historische Wien. Durch die detaillierten, aber keinesfalls langatmigen, Beschreibungen der damaligen Sitten und Gebräuche, gelingt es ihr eine lebendige Hintergrundkulisse für die Protagonisten zu erschaffen. Sie verdeutlicht die Abgrenzung zwischen den Juden und den Christen. Denn die Juden lebten damals nicht mitten unter den christlichen Bürgern der Stadt, sondern in einem streng abgeteilten Judenviertel. Das Tor zu diesem Viertel wurde zur Sperrstunde verschlossen und erst wieder am nächsten Morgen geöffnet. Durch die Jüdin Sarah erfährt man einiges aus dem ganz normalen Alltagsleben zur damaligen Zeit. Auch die Vorbereitungen, die zu den jüdischen Festtagen getroffen werden mussten und die Festtage selbst, werden beschrieben. Einen Einblick in das Leben im christlichen Teil der Stadt erhält man durch den angesehenen Steinmetz Mathes Rockh. Durch ihn erfährt man von der Hierachie in den Handwerkszünften und dem geschäftigen Treiben beim Bau des Stephansdoms. Die Unterschiede zwischen den beiden Religionen werden dem Leser noch einmal vor Augen geführt. Ausserdem beschreibt die Autorin mit welchen Übergriffen Juden rechnen mussten, wenn sie sich in das christliche Viertel der Stadt wagten. Die beiden Hauptprotagonisten, Sarah und Mathes, wirken sympathisch. Sarahs Bemühungen im Haushalt lassen sie sehr lebendig wirken. Es fällt leicht, sich die verschiedenen Persönlichkeiten vorzustellen und ihre Handlungen nachzuvollziehen. Die Liebesgeschichte zwischen Sarah und Mathes wirkt nicht zu überladen oder übertrieben romantisch. Sie lässt genug Raum für den historischen Anteil dieser Erzählung und die Intrigen der Bösewichte, die in diesem Schmöker natürlich auch nicht fehlen dürfen. Der Schreibstil ist flüssig, sodass man mühelos in die Handlung eintauchen und ihr problemlos folgen kann. Einige schicksalhafte Wendungen wirken zwar vorhersehbar, doch das trübt das Lesevergnügen nur geringfügig. Insgesamt gesehen hat mir dieser historische Roman gut gefallen, da man in das Geschehen eintauchen und den Alltag beim Lesen vergessen konnte. Obwohl ich diesen Roman innerhalb kürzester Zeit durchgelesen habe, vergebe ich "nur" drei von fünf Bewertungssternen. Für mich persönlich hatten die Protagonisten manchmal einfach etwas zu viel Glück und ausserdem erschienen mir einige Wendungen zu vorhersehbar. Dennoch habe ich mich gut beim Lesen unterhalten und kann diesen lebendig geschriebenen Roman gerne weiterempfehlen.

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  • Rezension zu "Die Zeichenkünstlerin von Wien" von Beate Maly

    Die Zeichenkünstlerin von Wien

    Tanzmaus

    30. June 2010 um 20:00

    In ihrem zweiten Buch beschreibt Beate Maly die Geschichte der Jüdin Sarah und des Steinmetz Mathias. Im Wien des 15. Jahrhhunderts stoßen die beiden Welten aufeinander und ehe sie es sich versehen, hängen sie voneinander ab. Beate Maly schafft es mit ihrer lebendigen und farbigen Erzählweise den Leser regelrecht an das Buch zu fesseln. Die rund 460 Seiten sind viel zu schnell vorbei. Nebst der historischen Geschichte, wird auch der Konflikt zwischen Christen und Juden deutlich. Der Leser leidet mit Sarah und ihrer Familie mit. Sehr empfehlenswert und natürlich hoffe ich - wie schon beim ersten Buch - auf weitere Werke der Autorin.

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  • Rezension zu "Die Zeichenkünstlerin von Wien" von Beate Maly

    Die Zeichenkünstlerin von Wien

    Kayalinchen

    30. June 2010 um 16:19

    Liebe auf Umwegen Ein wirklich tolles Werk, das Beate Maly geschaffen hat. Es erzählt von dem jüdischen und christlichen Teil von Wien, spiegelt das Leben der Familien in dieser Zeit wieder. Sie erzählt von mehreren Familien gleichzeitig, die zum Ende des Buches auf die eine oder andere Weise zueinander finden. Am meisten hat mich die Kerngeschichte um Sarah Isserlein und Mathes Rockh fasziniert, wie es die beiden, trotz unterschiedlicher Religion, geschafft haben, zueinander zu finden. Die vielen Umwege die sie gehen mussten und sich trotz aller Widrigkeiten gefunden haben. Der historische Teil hält sich angenehm zurück, was mir persönlich gut gefallen hat, man weiß um was es geht, aber es steht nicht im Vordergrund. Ich freue mich, dass ich dieses Werk lesen dürfte und es kommt sicher als ein Geschenk einmal wieder in meine Hände.

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