Die Töchter des Roten Flusses

von Beate Rösler 
4,5 Sterne bei39 Bewertungen
Die Töchter des Roten Flusses
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Spannende vietnamesisch-deutsche Familiengeschichte aus der Perspektive zweier Generationen

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Eine tiefbewegende Familiengeschichte, die mich sehr berührte!

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Inhaltsangabe zu "Die Töchter des Roten Flusses"

Zwischen uns die halbe Welt

Nach dem Tod ihrer Stiefmutter findet Tuyet Briefe ihrer Mutter aus Vietnam. Wollte sie den Kontakt zu ihrer Tochter also doch nicht abbrechen? Auf der Suche nach Antworten reist Tuyet von Frankfurt nach Hanoi, der Stadt am Roten Fluss, wo sie die junge Linh kennenlernt und tief in die fremde Exotik ihrer Heimat eintaucht. Als sie eines Tages Linhs Mutter kennenlernt, die als Vertragsarbeiterin in der ehemaligen DDR gelebt hatte, ist Tuyet ihrer Vergangenheit plötzlich näher, als sie ahnt …

Exotisch und farbenprächtig: Ein bewegendes Familienepos zwischen Deutschland und Vietnam

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783746632704
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:592 Seiten
Verlag:Aufbau TB
Erscheinungsdatum:19.01.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    Beliss avatar
    Belisvor einem Jahr
    Ergreifende Such nach eigenen Wurzeln


    Eine Suche die ungeheuerliche Geschichte aus der eigenen Familie zutage bringt. Kann Liebe über Grenzen und Zeiten hinweg bestehen?
    Welcher Weg war oder ist der richtige? Andere Länder, andere Sitten, unruhige Zeiten....
    Die Erzählung fesselt mich durch unterschiedliche Gefühle, in zwei Zeitebenen geschrieben und reale Vergangenheit mit eingeflochten. Ich kann mir sehr gut vorstellen es könnte so gewesen sein.
    Um der Spannung nichts vorwegzunehmen möchte ich den Inhalt nicht beschreiben. 
    Für Fans von Familiengeheimnissen, vietnam-deutscher Geschichte nur zu empfehlen. Ich war begeistert.

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    Kelticas avatar
    Kelticavor einem Jahr
    Kurzmeinung: Eine tiefbewegende Familiengeschichte, die mich sehr berührte!
    Eine tiefbewegende Familiengeschichte, die mich sehr berührte!

    Die Töchter des Roten Flusses
    Inhalt:
    Zwischen uns die halbe Welt

    Nach dem Tod ihrer Stiefmutter findet Tuyet Briefe ihrer Mutter aus Vietnam. Wollte sie den Kontakt zu ihrer Tochter also doch nicht abbrechen? Auf der Suche nach Antworten reist Tuyet von Frankfurt nach Hanoi, der Stadt am Roten Fluss, wo sie die junge Linh kennenlernt und tief in die fremde Exotik ihrer Heimat eintaucht. Als sie eines Tages Linhs Mutter kennenlernt, die als Vertragsarbeiterin in der ehemaligen DDR gelebt hatte, ist Tuyet ihrer Vergangenheit plötzlich näher, als sie ahnt …

    Exotisch und farbenprächtig: Ein bewegendes Familienepos zwischen Deutschland und Vietnam.

    Die Autorin:
    Beate Rösler lebt zurzeit in Hanoi, wo ihr neuer Roman "Die Töchter des Roten Flusses" entstand. Zuvor arbeitete sie als Deutschlehrerin am Goethe-Institut in Frankfurt am Main. Ihre Lieblingsstadt bleibt Berlin, wo sie romanische Sprachen studierte und als Übersetzerin tätig war. 2005 zog sie mit ihrem Mann und ihrer Tochter nach Neu Deli und begeisterte dort vier Jahre lang indische Studentinnen und Studenten für die deutsche Sprache. Das Leben in Indien und Berlin inspirierten sie zu ihrem Debutroman "Die Reise des Elefantengottes", der 2014 ebenfalls beim Aufbau Verlag erschien.

    Fazit:
    Dieses Buch öffnet Horizonte und weitet den Blick, für ein Land das man nur aus den Nachrichten oder Büchern kennt! Beim Lesen entstehen erschütternde Bilder von den erlittenen Grausamkeiten des Vietnamkrieges und man erfährt von den Schwierigkeiten der DDR-Vietnamesen, die fern ihrer Heimat lebten, um Vietnam später wiederaufzubauen. Mit Tuyet lief ich durch Hanoi, auf der Suche nach ihrer leiblichen Mutter. Habe mit ihr gelitten und gehofft!
    Ein wirklich gelungener Familienroman, der zwischen zwei Welten spielt.

    Kommentare: 1
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    ChattysBuecherblogs avatar
    ChattysBuecherblogvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein Buch, das zu Herzen geht.
    Mein Lesetip

    Aus der Bluse, die Hanh gewaschen hatte, tropfte noch Wasser, dennoch wagte sie es nicht, den Stoff fester auszuwringen.
    (1. Satz - Seite 5)

    Mein Leseeindruck [Achtung Spoiler]:
    Auch in diesem Fall beschreibe ich das Buch wieder von außen nach innen.

    Ein Cover in dem die Augen verweilen können. Dieses waren meine ersten Gedanken, als ich das Buch in die Hand nahm. Stimmige, sanfte Farben, die eine gewisse Harmonie ausstrahlen. Sie haben etwas beruhigendes, zeigen aber auch eine gewisse Art von Dynamik.

    Nach einem wirklich packenden Prolog mit Handlung in Vietnam, beginnt die Geschichte in Frankfurt a.M. 2015.

    Der Zeitsprung ist so gewaltig, da die Szenen vom Fliegerangriff des Prolog noch sehr präsent waren und mich emotional getroffen hatten. Nun wieder zu einem normalen Leben im Hier und Jetzt zu landen, war ein bisschen schwierig.

    Aber auch 2015 geht es dramatisch weiter. Nämlich in dem Tuyets Mutter stirbt und ihr ein schwarzes Kästchen zurück lässt. Ein Kästchen voller Erinnerungen, aber auch Fragen.

    Die Autorin zeichnet sich durch einen sehr gefühlvollen Schreibstil aus. Egal ob Protagonisten, das Umfeld oder das Geschehen, stets hatte ich den Eindruck, hautnah dabei zu sein. Jede beschriebene Gefühlsregung konnte ich nachvollziehen. Selbst die Geräusche z.B. des herannahenden Kampffliegers ließen mich mitlaufen, zusammenzucken, oder gaben mir das Gefühl live dabei zu sein.

    Fazit:

    Ein toller Roman, der einfach zu Herzen geht.

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    Rosenmadls avatar
    Rosenmadlvor einem Jahr
    Ein Roman fürs Herz

    Inhalt:
    Nach dem Tod ihrer Stiefmutter ist Tuyet zunächst erschüttert. Doch findet sie wenig später Briefe ihrer leiblichen Mutter aus Vietnam und empfindet auf einmal Missmut und Hass gegenüber der Frau, die sie groß gezogen hat. Weswegen nur hat sie die Briefe an ihren Vater zurückgehalten? 
    Auf der Suche nach Antworten reist Tuyet von Frankfurt aus nach Hanoi, der Stadt am Roten Fluss. Hier lernt sie Linh kennen und ist plötzlich ihrer leiblichen Mutter näher denn je, näher als sie es erahnen kann. 

    Meine Meinung: 
    Ich fand es wunderbar in eine Welt abtauchen zu können, die ich noch nicht kannte. Denn man lernt unheimlich viel über Vietnam und deren Kultur kennen. Wie es damals war als Vietnam im Krieg stand und wie heutzutage das Leben dort verläuft. Wenn man als Autorin es fertig bringt einen Leser in seine Welt zu ziehen, dann hat man schon vieles geschafft. Auch die bildlichen Abläufe, die beim Lesen entstehen halte ich persönlich für ein großes Talent. 
    Obwohl die Namen der Protagonisten schon oftmals schwierig zu merken waren, denn ich habe sehr viel verwechselt, hat mich keineswegs die Geschichte enttäuschen können. 
    Warmherzig erzählt mit viel Gefühl, Traurigkeit aber auch Gemeinschaftsgefühl habe ich die vielen Stunden des Lesens genossen. Tuyet fand ich großartig, auch wenn mich erst ihre Art zu Anfang der Geschichte genervt hatte, aber sie wurde im Laufe dessen immer herzlicher, gefühlvoller und eine zart gereifte Frau. Ich hätte nur zu gerne noch gewusst wie es mit ihr und Alexander genau weitergehen würde, denn hiervon war nicht mehr ganz klar die Rede. 
    Auch die Sprünge in die Vergangenheit und dann wieder in die Gegenwart haben mir sehr gefallen, denn ich bevorzuge generell dieses Genre. Man muss aber gerade dabei auf einiges achten und das hat Beate Rösler meisterhaft vollbracht. 

    Fazit:
    Ein wundervoller, zarter, gefühlvoller Familienroman über die Zeit in Vietnam und deren Kultur. Über eine junge Frau die ihre Karriere doch lieber der Familie widmet und so ihren eigenen Weg, den sie gehen möchte, findet. Über ein großes Geheimnis, dass man gerne erkunden möchte und über eine Geschichte, die einem mitten ins Herz treffen kann. Für mich ein wahres Lesevergnügen und deswegen vergebe ich zu gerne 

    4,5 Sterne ! 

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    monerls avatar
    monerlvor 2 Jahren
    Ein rundum schönes und berührendes Buch

    Bisher sind mir sehr selten Geschichten aus dem asiatischen Raum über den Weg gelaufen, umso mehr war ich auf diese Geschichte hier gespannt, die mir Vietnam und auch die DDR etwas näher bringen konnte. 

    Durch die zwei Handlungsstränge, bestehend aus der Gegenwart mit Tuyets Suche nach ihren Wurzeln und ihrer leiblichen Mutter und aus den wiederkehrenden und erklärenden Rückblicken in die Vergangenheit von Phongh und Hanh, konnte ich tief in das Buch eintauchen. 

    Von Frankfurt am Main geht´s ab nach Hanoi. Die Stimmungen und Bilder der Städte werden von Beate Rösler sprachlich sehr gut eingefangen. Ich kenne Frankfurt, da ich schon seit 10 Jahren neben dran wohne und konnte mir Tuyet im deutschen Alltag sehr gut vorstellen. Selbst, als dann Hanoi in den Erzähl-Fokus rückte, war mir diese fremde, laute und bunte Stadt immer bildhaft vor Augen. Das ist eine der Stärken der Autorin. Sie schreibt ein Kino für den Kopf. Nicht zu ausschweifend und doch so sprachlich klar, eröffnet sie dem Leser eine gewaltige Kulisse, die man trotz der fremden Stätten, immer leicht vor dem inneren Auge hat. 

    Gekonnt wird dem Leser ein Teil des Vietnamkrieges und das Leid der Menschen damals näher gebracht. Durch Tuyet fühlte ich mich ebenso als Tourist, der wichtige Denkmäler Hanois und den geschichtlichen Hintergrund gemeinsam mit ihr entdeckt. Für mich persönlich war dieser von wahren Tatsachen gespickter Rahmen gut ausgewogen und sehr schön in den Roman eingeflochten. 

    Eine weitere Stärke der Autorin sehe ich in der Zeichnung und Entwicklung ihrer Charaktere. Der Zwiespalt der eigenen Wünsche und des geforderten Handels der Figuren sind hervorragend ausgearbeitet. Sie entwickeln sich und handeln entsprechend der jeweiligen Situation und Problembewältigung. Ganz klar wird das am Ende der Geschichte, wenn alle Geheimnisse aufgedeckt sind und die Tragweite manch früherer Handlungen ins Licht treten. Es gibt hier nie ausschließlich Gut und Böse und Beate Rösler hat es verstanden ihre Figuren so handeln zu lassen, wie wir selbst es wahrscheinlich, steckten wir in ihrer Haut, auch so gemacht hätten. An einigen Stellen war ich emotional über das jeweilige Schicksal sehr berührt, das sich so nach und nach herauskristallisiert hat. 
    Konnte ich zu Anfang über Tuyet nur meinen Kopf schütteln, hatte ich sie gen Ende hin respektiert. Fühlte ich mich erst mit Phong verbunden, konnte mich im Laufe der Geschichte Hanh für sich einnehmen. Jede Zeit, jede Entscheidung drehte die Schicksalsscheibe und damit die Konsequenzen, die in der Zukunft noch viele andere Menschen tragen mussten. 

    Am Schluss ist alles rund und fügt sich in den Rahmen. Alles wird offen gelegt, wenn auch einiges nur dem Leser. Nicht alle waren vom Glück gesegnet, doch kann manches Unglück auch Gutes hervorbringen, das mich insbesondere mit Tiens Schicksal versöhnt hat. Selbst das Verbleiben des kleinen, aus Holz geschnitzten Drachen wird aufgeklärt, was mir sehr gefallen hat.

    Fazit:
    Dieses Buch öffnet Horizonte und weitet den Blick! Es bringt einem ein Land nahe, das man überwiegend aus den Nachrichten und der Landkarte kennt. Es beschreibt ein Familienschicksal, das weite Folgen hat und zeigt auf, dass alles gut werden kann, obwohl es nicht der gerade und der leichteste Weg war. Die Wahrheit hat viele Gesichter und es lohnt sich fast immer nach ihr zu streben! Eine Buch, in dem die Geschehnisse aus der Vergangenheit und die in der Gegenwart gleich spannend sind.

    Ich freue mich sehr, dass ich dieses wirklich informative, sehr intensive und berührende Buch gelesen habe. Es zählt zu meinen Lesehighlights 2017!
    _______________________________________________________________
    https://monerls-bunte-welt.blogspot.de/2017/03/buchvorstellung-die-tochter-des-roten.html


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    buffy9004s avatar
    buffy9004vor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Für alle Leser, die ein Interesse an Familiengeschichten, -geheimnissen und exotischen Ländern haben
    Für alle Leser, die ein Interesse an Familiengeschichten, -geheimnissen und exotischen Ländern haben

    Tuyet ist Ende zwanzig und eine erfolgreiche Anwältin in Frankfurt. Wie ihr Name schon vermuten lässt, ist sie vietnamesischer Abstammung.Nach dem Krebstod ihrer deutschen Stiefmutter, findet Tuyet Briefe ihrer leiblichen Mutter aus Vietnam an ihren Vater. Da sie jahrelang in dem Glauben gelebt hat, ihre Mutter hätte den Kontakt zu ihrem Mann und ihrer Tochter abgebrochen, ist der Inhalt der Briefe ein Schock für Tuyet. Die Erkenntnis, der Verlust und die Suche nach Antworten lassen ihr keine Ruhe mehr. Mit ihrem Freund reist sie zum Erholen nach Hanoi - und um ihre Wurzeln zu finden.Überraschend steht sie ihrer älteren Schwester gegenüber, die jedoch überhaupt keinen Kontakt zu ihr möchte. Sie gibt Tuyet an der ganzen Situation die Schuld und verweigert dieser jegliche Auskunft über den Verbleib ihrer beider Mutter.Dennoch bleibt Tuyet - nun alleine - in Hanoi und lernt die junge Linh kennen. Ihre Freundin entpuppt sich bald als Schlüssel zu allen Antworten...Beate Rösler hat hier in der Tat ein interessantes, exotisches Werk geschaffen. Auf der einen Seite taucht der Leser in die Vergangenheit und Gegenwart Vietnams ein. Hanoi zeigt sich von seiner schönsten Seite für Touristen - exotisch, faszinierend und lebendig. Im krassen Gegensatz steht der Einblick in die Vergangenheit in der Zeit des Vietnam Kriegs. Die Autorin bietet aber auch einen Rückblick in die Geschichte Deutschlands - speziell der DDR - mit den Leiharbeiterin aus Südostasien.Ich habe einige Zeit mit mir gehadert, wie ich die Rezension verfassen soll. Die Handlung an sich war spannend und fesselnd, besonders die letzten zweihundert Seiten flogen nur so dahin, weil ich unbedingt wissen wollte, wie das Buch ausgeht und die Geschichte sich auflöst.Zudem habe ich die wirklich sehr detaillierten Beschreibungen der Stadt und des Landes selbst genossen. Jedoch ist dort auch mein Kritikpunkt. Manchmal waren es mir schlicht zu viele Einzelheiten, die dargestellt wurden, beziehungsweise an einigen Stellen wirkte die Handlung damit fast überladen. Zwischendurch zogen sich die Seiten und es fühlte sich für mich persönlich sehr langatmig an, gerade zu Beginn des Buches.Auch Protagonistin Tuyet machte mir manchmal das Leben und Lesen schwer. Ich konnte einige Male ihrer Gefühle und ihr Verhalten nachvollziehen, andere widerum leider gar nicht. Dies machte sie für meine Wenigkeit unsympathisch, doch gegen Ende konnte sie meine Meinung über sich und ihren Charakter noch einmal verbessern.Insgesamt bekommt man als Leser durch verschiedene Erzählperspektiven einen rundum guten Überblick über die verschiedenen Dreh- und Angelpunkte der "Töchter des roten Flusses", somit ist es ein unterhaltender, historischer Roman für alle Leser, die ein Interesse an Familiengeschichten, -geheimnissen und exotischen Ländern haben.

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    Sirenes avatar
    Sirenevor 2 Jahren
    Packende und interessante Familiengeschichte!

    "Die Maschine der Vietnam Airlines befand sich bereits im Ladenanflug auf Hanoi, und noch immer blickte Tuyet auf eine vom Morgendunst verschleierte Bergkette. Keineswegs hatte sie den Eindruck, in wenigen Augenblicken in einer Sieben-Millionen-Stadt zu landen." - S. 96

    Kennt ihr Bücher die einen wirklich ins Herz kriechen? So nenne ich das mal.
    In "Töchter des Roten Flusses" geht es um die Geschichte einer getrennten Familie und deren Wege, dabei beginnt alles mit Tuyet, die ohne es zu wissen, sich selber suchen muss.

    Auf der Suche nach ihrer Mutter findet sie sich in einer ganz anderen Welt wieder und man merkt schnell, wie gut die Autorin hier recherchiert hat.
    Sehr eindrucksvoll und deutlich schafft sie es die beiden Welten zu beschreiben und auch die Charaktere wirken einfach authentisch.
    Außerdem lebt die Geschichte durch ihre bewegenden  Zeitsprünge in die Vergangenheit und Gegenwart, wobei sie mehr als nur die Geschichte der Familie mitnimmt, sondern auch viel über die damaligen Situation und Auswirkungen einem näher bringt.
    So las ich den Roman einerseits mit schweren, bangen und hoffnungsvollen Herzen und anderseits mit großen Interesse für die damalige Zeit und für die Kultur. 

    In dem Buch finden sich einige vietnamesische Begriffe wieder und die Kulisse wird sehr bildgewaltig beschrieben, ohne dass viel zu viele Beschreibungen verwendet werden, konnte ich leicht in die Welt abtauchen und dem Roman in vollen Zügen genießen.
    Außerdem erschienen mir die Charaktere sehr real, auch ihre Beweggründe und im ganzen ist der Schreibstil flüssig und angenehm zu lesen.

    Am Ende enthält das Buch noch einen Anhang mit Historischen Hintergründen, ein Namensregister und Erklärungen für die verschiedene vietnamesischen  Anreden der Familienmitglieder und Übersetzungen einzelner Wörter.

    "Sie genoss den Klang der optimistischen Stimmen, die hier lauter klangen als die der Trauernden. Hahns Augen brannten nicht mehr, statt nach Leichen roch es nach Reis und Tee, und schließlich war sie wieder bereits, zu glauben, dass sie schon bald ein besseres Vietnam erleben würde." - S. 172

    "Die Töchter des Roten Flusses" von Beate Rösler ist ein sehr lebhafter und faszinierender Roman über eine Familie und greift interessante historische Fakten auf, die, die Autorin sehr leicht mit ihren Figuren verwebt.
    Ein bewegender und packender Roman, der bestimmt bei vielen Anklang findet!

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    tardys avatar
    tardyvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Einfach lesenswert!
    Die Töchter des roten Flusses

    Die junge Frankfurter Anwältin Tuyet findet nach dem Tod ihrer Stiefmutter ein Bündel ungeöffneter Briefe. Sie sind von ihrer leiblichen Mutter Hanh, zu der sie keinen Kontakt mehr hat. Phong, ihr Vater, kam als junger Mann in die DDR, um dort Medizin zu studieren. Hanh und er kannten sich noch aus Vietnam und hatten zur Zeit des Vietnamkrieges dort bereits erste zarte Bande geknüpft. Um ihm nahe zu sein verdingt sie sich als Leiharbeiterin in der DDR. Ihre Sehnsucht nach Vietnam ist jedoch zu stark und sie fährt mit der älteren Tochter Tien nach Hause, immer in der Hoffnung, dass Phong mit Tuyet, die krank ist und in der DDR bessere Behandlungsmöglichkeiten hat, auch eines Tages in die Heimat zurückfährt.

    Beate Rösler hat ein wunderbares Buch geschaffen. Farbenprächtig und detailliert beschreibt sie auf der einen Seite die lebendige Atmosphäre des heutigen Vietnams. Als Leser ist man sofort mitten drin im Gewimmel Hanois, hört das Geknatter der Motorräder, spürt die gnadenlose Hitze und atmet die exotischen Düfte der vielen Straßenküchen ein. Im zweiten Handlungsstrang, der in der Vergangenheit spielt, spürt man die vielen Entbehrungen und Schrecken des Krieges, eine sicherlich bedrückende und düstere Zeit, in der Hanh und Phong auf dem Land ohne ihre Eltern zwar relativ sicher aufwachsen, aber dennoch nicht richtig glücklich sind. Diese Zeit hat die Beiden sicher geprägt, aber wo Hanh sich Geborgenheit und eine Familie wünscht, strebt Phong nach Freiheit und Unabhängigkeit und genau dieser Unterschied sorgt auch dafür, dass eine gemeinsame Zukunft nicht möglich ist. Bereits in der DDR beginnt er das erste Mal zu erahnen, was das Leben für Möglichkeiten haben kann und spätestens nach dem Mauerfall ist seine Entscheidung klar. Hanh dagegen will in Vietnam leben und hofft darauf, dass er wieder zu ihr zurückkommt. Tuyet, die auf der Suche nach ihren Wurzeln ist kommt Stück für Stück und durch teils unglaubliche Zufälle ihrer Vergangenheit nahe. Das Buch ist ein bildgewaltiger, gut recherchierter Familienroman, der deutlich zeigt, dass man besser klare Worte spricht und nicht alles verschweigen sollte. Die Verwendung von vietnamesischen Ausdrücken gibt dem Buch  noch mehrAuthentizität, man merkt, dass die Autorin in Hanoi lebt. Man erfährt viel über diese faszinierende Kultur und taucht tief ein in die deutsch-vietnamesische Geschichte. Von mir gibt es fünf Sterne und eine klare Leseempfehlung.

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    buecherwurm1310s avatar
    buecherwurm1310vor 2 Jahren
    Auf der Suche nach den Wurzeln

    Tuyet ist 29 Jahre alt und eine erfolgreiche Anwältin. Ihre Mutter ist mit ihrer Schwester nach Vietnam zurückgegangen, als Tuyet noch sehr klein war. Daher ist sie bei ihrem vietnamesischen Vater Phong und ihrer Stiefmutter Marina aufgewachsen. Als Ihre Stiefmutter stirbt, vermacht sie Tuyet einen Stapel Briefe ihrer leiblichen Mutter. Dadurch ergibt sich ein vollkommen neues Bild der Vergangenheit. Daher macht sich Tuyet auf nach Hanoi, um ihre Mutter zu finden und damit ihre eigenen Wurzeln.

    Der Schreibstil lässt sich sehr angenehm lesen. Die Geschichte ist wirklich exotisch und farbenprächtig. Man erhält einen guten Einblick in das doch so anderen Leben in Vietnam und erfährt, wie grausam der Krieg dort damals war. Zwischendurch gibt es immer wieder Rückblenden, die zeigen, warum Hanh mit Tien nach Vietnam zurückgingen, während Phong geblieben ist. Man erfährt einiges über die Lebensbedingungen der vietnamesischen Vertragsarbeiter in der ehemaligen DDR.

    Aber es gibt ziemlich viele Zufälle in dieser Geschichte, die zwar die Story voran brachten, aber nicht immer so überzeugend wirkten.

    Dass Tuyet durch die Briefe verunsichert wird, ist verständlich, denn vieles von dem, was sie bisher für die Realität gehalten hat, wird über den Haufen geworfen. Natürlich muss sie versuchen, das alles aufzuarbeiten, um wieder Boden unter die Füße zu bekommen. Selbstverständlich wird das ihr fremde Land und alles was sie herausfindet, sie auch verändern. Aber oft reagiert sie über. Daher reist ihr Freund Alexander, der sie begleitet hat, auch bald wieder zurück nach Deutschland.

    Ihre Schwester Tien ist nicht besonders erfreut darüber, dass Tuyet auftaucht. Aber wenn man ihr bisheriges Leben kennenlernt, hat man Verständnis für ihre Reaktion. In Hanoi lernt Tuyet die sympathische Linh kennen, die sie mit nach Hause zu ihrer Mutter nimmt.

    Mir hat diese Familiengeschichte, die auf zwei Kontinenten spielt, gut gefallen.

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    jawolf35s avatar
    jawolf35vor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Emotional,spannend und mitreißend ,ein Roman der einen ab der ersten Seite fesselt und einen entführt in ein Vietnam zu Kriegszeitund heute
    Spannende und emotionale Familiengeschichte

    " Die Töchter des roten Flusses" ist eins dieser Bücher das einen von Anfang an gefangen hält und wo man einfach immer weiter lesen mag .


    Eine Familiengeschichte die auf zwei Kontinenten spielt und voller Emotionen ist ,die einst jeder ihren eigenen Weg gingen und doch durch viele Umwege wieder zusammenfinden .


    Zum Inhalt .
    Tuyet ist eine junge  erfolgreiche Anwältin in Deutschland .
    Als Tochter eines vietnamesischen Arztes der einst in die DDR kam und einer deutschen Ziehmutter wächst sie unbeschwert auf .
    Doch dann stirbt ihre "Mutter" und weißt ihr einen Weg zu versteckten Briefen ihrer leiblichen Mutter die Tuyet und ihrer Vater damals verließ, um mit ihrer ältesten Tochter nach Hanoi zurückzukehren und dort alles für die Heimkehr Tuyets und ihres Vaters vorzubereiten .
    Voller Fragen reist sie nach Hanoi um dort Antworten zu finden ,doch dies ist schwerer als erwartet ,ihre Schwester will von ihr nichts wissen und die Mutter ist unauffindbar und außerdem stellt alles das auch noch Tuyets Beziehung auf die Probe und sie fängt an über ihr bisheriges Leben nachzudenken ,mit einigen unerwarteten Entscheidungen .


    Zum Buch 


    Das Buch spielt in einer Zeitspanne zwichen 1970 und 2016 .
    Es startet mit der Geschichte der Eltern Tuyets die sich in Vietnam bereits als Kinder in einem Schutzdorf für Kinder kennenlernen ,einer Zeit in der der Krieg wütet und die Amerikaner tagtäglich Luftangriffe fliegen .
    Ab dann wird abwechselnd in der Zeit gesprungen.
    Wir erfahren vieles aus dem Leben Tuyets um dann wieder Einblicke in den Werdegang ihrer Eltern zu erfahren  .
    Der Schreibstil ist einfach und flüssig lesbar ,die Geschichte hat ein sehr mitreißendes Storyboard das durch die authentische Schreibweise der Autorin ein spannendes und fast bildliches Lese vergnügen bietet.


    Meine Meinung .
    Ein wirklich rundum gelungenes Buch welches einen abwechselnd in das Vietnam von damals und heute eintauchen lässt.
    Voller Angst ,Schrecken und Hoffnung zu damaliger Zeit und einen heutigen bunten und geschäftigen Vietnam .
    Mir mich ein ganz toller Roman den ich nur empfehlen kann .

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    aufbauverlags avatar

    Zwischen uns die halbe Welt

    Nach dem Tod ihrer Stiefmutter findet Tuyet Briefe ihrer Mutter aus Vietnam. Wollte sie den Kontakt zu ihrer Tochter also doch nicht abbrechen? Auf der Suche nach Antworten reist Tuyet von Frankfurt nach Hanoi, der Stadt am Roten Fluss, wo sie die junge Linh kennenlernt und tief in die fremde Exotik ihrer Heimat eintaucht. Als sie eines Tages Linhs Mutter kennenlernt, die als Vertragsarbeiterin in der ehemaligen DDR gelebt hatte, ist Tuyet ihrer Vergangenheit plötzlich näher, als sie ahnt …

    Exotisch und farbenprächtig: Ein bewegendes Familienepos zwischen Deutschland und Vietnam

    Hier zur Leseprobe: http://www.aufbau-verlag.de/media/Upload/leseproben/9783746632704.pdf

    Mehr zu »Die Töchter des Roten Flusses« unter http://www.aufbau-verlag.de/die-tochter-des-roten-flusses.html

    Wir laden euch zur virtuellen Leserunde nach Vietnam ein und möchten euch die Gelegenheit geben, auf den Spuren von Tuyet und ihrer Stiefmutter zu wandeln. 

    Leserunde mit Autorin Beate Rösler

    Beate Rösler, geboren 1968 in Essen, studierte romanische Sprachen in Berlin und arbeitet heute als Deutschlehrerin am Goethe-Institut in Frankfurt/Main. Seit 2014 lebt sie mit ihrem Mann und ihrer Tochter in Hanoi. Im Aufbau Taschenbuch ist bisher ihr Roman „Die Reise des Elefantengottes“ erschienen.

    Beate Rösler wird ab dem 9. Januar an der Leserunde teilnehmen und für eure Frage zur Verfügung stehen, die ihr dann im Unterthema "Fragen an die Autorin" stellen könnt.

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