Beate Schaefer

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Weiße Nelken für Elise

Weiße Nelken für Elise

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Erschienen am 02.06.2016
Schwarze Taube / Black Pigeon

Schwarze Taube / Black Pigeon

 (2)
Erschienen am 29.08.2008
Nausikaas Liebhaber

Nausikaas Liebhaber

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Erschienen am 20.10.2017
Iulia oder Die Bacchantische Nacht

Iulia oder Die Bacchantische Nacht

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Erschienen am 07.01.2013
Elise und Walter

Elise und Walter

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Erschienen am 12.08.2014

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Rezension zu "Weiße Nelken für Elise" von Beate Schaefer

Rezension zu "Weiße Nelken für Elise" von Beate Schaefer
WinfriedStanzickvor 6 Jahren

Dieses Buch von Beate Schäfer, die sich schon durch etliche eigene Romane und als Übersetzerin einen Namen gemacht hat, ist nicht nur ihr bisher persönlichstes, sondern wohl auch das, mit dem sie sich am längsten beschäftigt und gekämpft hat.

Denn ähnlich wie die französische Schriftstellerin Delphine de Vigan in dem gerade erschienenen, sehr empfehlenswerten Buch „Das Lächeln meiner Mutter“ durchbricht Beate Schäfer ein Tabu, das ihre Familie lange sozusagen in Gefangenschaft hielt. Geht es bei de Vigan um das Schicksal der eigenen Mutter, schreibt Beate Schäfer über ihre Großmutter und ihren Großvater.

Ihre Großmutter Elise, so findet Schäfer heraus, war eine Prostituierte und ihr Großvater Walter ihr Geliebter und Zuhälter. Beide werden 1940 von der SS verhaftet. Während Elise in ein Wehrmachtsbordell gesteckt wird, wird Walter als „Berufskrimineller“ in das KZ Dachau gebracht und dort 1942 ermordet.

Beate Schäfer gelingt es mit ihrem Buch nicht nur das Leben ihrer Großmutter als einer außergewöhnlichen Frau zu rekonstruieren und den unbekannten Großvater zu rehabilitieren. Mit ihren Nachforschungen hat sie es auch geschafft, sozusagen ein „Sittengemälde“ der NS-Zeit und der Nachkriegszeit zu malen.

Was mich aber am meisten berührt hat (ähnlich wie bei dem Buch von de Vigan) ist die Art und Weise, wie sie als Schriftstellerin immer wieder Rechenschaft ablegt über ihr Tun und den Leser teilhaben lässt an der schwierigen Aufgabe, ein Familiengeheimnis zu brechen und es öffentlich zu machen.

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Rezension zu "Schwarze Taube / Black Pigeon" von Beate Schaefer

Rezension zu "Schwarze Taube / Black Pigeon" von Beate Schaefer
sabistebvor 8 Jahren

Tier im Jahre 382 nach Christus. Marcia ist die gefeierte Diva des Trierer Theaters. Die Männerwelt liegt ihr zu Füßen, sie hat alles, was ihr Herz begehrt. Einen reichen Gönner der ihr Haus und Sklaven stellt, Geld, einen Beruf den sie liebt und den Applaus des Publikums. Nur eines fehlt Marcia, die Liebe, die wahre Liebe, die sie noch nie kennengelernt hat und daher eigentlich auch nicht vermisst.
Als Marcia eines Tages in der Menschenmenge einen bestimmten Mann sieht ist es um sie geschehen. Es ist Liebe auf den ersten Blick und sie muss unbedingt herausfinden wer er ist. Dieser Mann, der ihr Herz berührte ist Britto, der Bischof von Trier, der seinem Gott die ewige Treue und Keuschheit geschworen hat. Marcia jedoch, eine Altgläubige, setzt alles daran das Herz dieses Mannes zu gewinnen. Britto ist hin und her gerissen zwischen seiner Liebe zu Marcia und seinem Gott und entscheidet sich zunächst für seinen Gott und meidet Marcia so gut es ihm möglich ist, denn diese beginnt seine Gottesdienste zu besuchen, und ihn sogar in seinem Palast aufzusuchen. In seiner seelischen Not flüchtet er sich zu einem Einsiedler und sucht bei diesem Rat.
Marcia bleibt vorerst nichts anderes übrig, als ihr altes Leben weiterzuführen, welches ihr immer schaler und leerer erscheint. Ihr Liebhaber reizt sie nicht mehr, sie erkennt, dass sie älter wird und sie beginnt sich einsam und allein zu fühlen. Als ihr Gönner stirbt und sie ihr Haus aufgeben muss, ist das der Anfang vom Ende. Ihr Stern beginnt zu sinken. Zum ersten Mal muss sie die Rolle der Mutter und nicht mehr der verführerischen jungen Frau spielen. Das Geld wird immer knapper und dann stirbt sie auch noch fast durch eine tückische Krankheit. Während alle alten Freunde sie in dieser Zeit fliehen halten nur wenige zu ihr: Britto und die Christen. In ihrer schwersten Stunde muss sie sich entscheiden zwischen ihrem alten Leben oder ihrem Seelenheil und der Liebe zu Britto.

Beate Schaefer erzählt die Lebensgeschichte einer alternden Diva in einer Zeit, in welcher der alte Glaube und das Christentum noch Seite an Seite existieren. Durch ihren Beruf hat Marcia keine Wahl, sie darf nicht Christin werden, denn dann müsste sie ihrem Beruf aufgeben, denn zur damaligen Zeit dürfen Christen keine Schauspieler sein, ganz im Gegenteil, Schauspielern war es später sogar verboten Christen zu werden.
Die Autorin schreibt aus der Sicht der Altgläubigen, die dem Christentum misstrauisch und ablehnend gegenüberstehen. Besonders beliebt sind damals Theaterstücke, die das Christentum durch den Kakao ziehen mit Dialogen wie "Friede sei mit euch!...Du uns auch!"(S. 8 ) und in denen die Priester als eher dümmliche Lustmolche dargestellt werden. Andererseits werden die Christen als eher freudlose Vereinigung dargestellt, die der Meinung ist, dass das Lachen vom Teufel komme (S. 56), die nicht ins Theater dürfen und nur auf den Weltuntergang warten. Dies jedoch wird durch ihre Nächstenliebe wieder ausgeglichen, so schickt auch Marcia eine gefallene Kollegin zu den Christen, damit diese sich ihrer annehmen, und ihn ihrer schwersten Stunde steht ihr eine Christin bei. Jedoch nutzen die Christen diese schwerste Stunde auch aus, indem sie Marcia, als sie im Sterben liegt, taufen um ihre Seele zu retten. Durch die Gnade Gottes wieder genesen ist sie danach jedoch ihres Erwerbs und ihrer Lebensgrundlage beraubt.
Aber auch die Scheinheiligkeit und der Wunderglaube werden auf ironische Weise von Beate Schaefer beleuchtet:

"Vor zwei Nächten ist das Haus, das du kaufen wolltest, bis auf die Grundmauern niedergebrannt", berichtete der Sekretär triumphierend. "Es ist kein As mehr wert. Der Eigentümer hat sich aufgrund des wunderbaren Geschehens zum Christentum bekehrt und will nun selbst dem Heiligen Laurentius eine Portikus an der Stelle bauen, an der sein Haus stand."
"Ehre sei Gott in der Höhe"; rief Bischof Britto. "Oh, Herr, dein Wirken ist voller Gnade für uns arme Sünder."
"Amen", ergänzte der Sekretär. "So hat der Heilige, der auf dem Eisenrost verbrannte, durch Feuer kundgetan, dass er Anspruch auf jenen Grund und Boden erhebt."
"So ist es", bestätigte der Bischof und wandte sich ab [...]
"Ich will nicht verschweigen, dass der Nachbar, dessen angrenzendes Haus bei dem Brand Schaden erlitten hat, dreist behauptet, es seien nachte mehrere dunkle Gestalten um das Gebäude geschlichen, und kurz darauf, seinen Flammen aus dem Fenster geschlagen. [...] Befragt konnte er nichts beweisen." (S. 126)

Ebenfalls geht die Autorin auf Gemeinsamkeiten zwischen dem Mithraskult und dem frühen Christentum ein. So lernen die Mithrasschüler "So ist Gott; wir sind Teil Gottes, seine Engel." (S. 178 )

Die Grundlage für diesen fesselnden Roman lieferte erstaunlicherweise eine Heiligengeschichte. Und zwar die Sage um die Heilige Pelagia, eine Schauspielerin aus Antiochia, die sich in den dortigen Bischof verliebt und Mönch wird.
Die Autorin spielt mit der Frage, ob das Christentum, welches für Gleichheit und Brüderlichkeit eintrat, für eine bürgerrechtslose Schauspielerin, die nicht heiraten durfte, die ihren Beruf nicht wechseln durfte und die nicht mehr war war als eine billige Hure eine wirkliche Alternative gewesen wäre.
Mit Marcia hat sie Beate Schaefer eine faszinierende und schillernde Persönlichkeit geschaffen. Unvergleichlich schön und tragisch romantisch schließt das Buch mit einem für mich unvergesslichen Schlusssatz "Für ihn, nur für ihn trat sie noch einmal auf, er war ihr Publikum, die Lichtung im Wald ihre letzte Bühne, die Vögel der Venus ihr schönstes Kleid."

Auch dieses Buch ist wieder ausgestattet mit einem ausfühlichen Glossar, einem passenden Lesezeichen und natürlich auch mit einer Teilnahmekarte für das Zabern Gewinnspiel, das in allen historischen Romanen bisher enthalten war und bei dem man ein Wochenende in Berlin für 2 Personen oder Bücher aus dem Zabern Verlag gewinnen kann.

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