Beate Teresa Hanika Das Marillenmädchen

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Inhaltsangabe zu „Das Marillenmädchen“ von Beate Teresa Hanika

Welche Erinnerungen sind es, die ein Leben bestimmen? »Sie schmeckte nach Rauch und dem verbrannten Boden des Topfes und gleichzeitig süß, diese Marmelade, sodass man nur einen Löffel nehmen wollte und dann war es auch genug. Genug Erinnerung, genug, dass mein Herz aufgewühlt wurde und schneller schlug, als gut für mich war.« Ein Marillenbaum in einem alten Wiener Garten. Seit ihrer Kindheit in den 1940er Jahren kocht Elisabetta jeden Sommer Marmelade ein. Und jedes Mal, wenn sie ein Glas aus dem alten Kellerregal in die Hand nimmt, es öffnet und den süßen Duft einatmet, erinnert sie sich an ihr Leben, an ihre in Dachau ermordete Familie, an ihre große Liebe Franz, an ihre Tochter Esther und ihre Enkelin Rahel. Elisabetta lebt zurückgezogen in ihrer Welt mit den Stimmen der Vergangenheit. Als die Tänzerin Pola bei ihr zur Untermiete einzieht, reißen die alten Wunden auf.

Berührend ♥

— Wildpony

Der Inhalt berührt, Sprache und Stil gehen leider komplett an mir vorbei

— TochterAlice

Eine leise Geschichte, die durch ihrem poetischen Schreibstil berührt. Die fließend ineinander übergehenden Zeitebenen verwirren leider seh

— tinstamp

Keine leichte Kost, aber wunderschön geschrieben und mit einer super interessanten Geschichte!

— TeleTabi1

Ein berührendes Buch, das noch lange nachwirkt.

— Bibliomarie

Eine berührende Geschichte, die einen sehr nachdenklich macht.

— Gina1627

Keine Sommerlektüre für zwischendurch, sondern ein Buch mit viel Tiefgang

— X-tine

Die Geschichte einer schicksalhaften Freundschaft und einer späten Versöhnung - sprachlich überzeugend, inhaltlich schwächelnd.

— TiliaSalix

tiefgründig und emotional

— Gartenkobold

Verlust, Trauer und Erinnerung verpackt in fast poetischer Sprache: die Geschichte einer Überlebenden. Unbedingt lesenswert!

— TinaLiest

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  • Das Marillenmädchen

    Das Marillenmädchen

    Fantasie_und_Träumerei

    03. August 2017 um 14:37

    Ich mag die Bücher der sympathischen Autorin Beate Teresa Hanika sehr. Ihre Schreibe gleicht einem Seelenstreicheln. Tiefgründig, kraftvoll und fein, poetisch zugleich. Völlig gleich, in welchem Genre sie sich bewegt oder für welches Zielpublikum sie schreibt - mich berührt sie immer.Mit Elisabetta und Pola hat Hanika zwei sehr eigenwillige Protagonistinnen konzipiert. Beide tragen eine schwere Last. Die eine die des Überlebens, die andere die des anders seins. Beide sind Opfer des Kriegs, der lange nachhallt. Schuld und Wut verbleiben über mehrere Generationen in den Familien. Alle sind auf der Suche nach Vergebung, nach der Möglichkeit der Verarbeitung, die gar nicht so einfach ist, denn zunächst einmal muss man sie erkennen und verstehen, dass sie auferlegt wurde, ohne, dass man sie verdient hat.Der Lebensweg von Pola ist eng mit dem Elisabettas verknüpft. Ist es Schicksal oder sind es die Geister der Vergangenheit, die dafür gesorgt haben, dass sich diese beiden Frauen über den Weg laufen. In ihrem Miteinander finden sie Heilung von all den Schmerzen, die ihnen in ihrem bisherigen Leben zugefügt wurden. Sie verstehen. Einander. Sich selbst. Die Träume, die sie quälen."Das Marillenmädchen" ist ein wunderbares Buch, bewegend und mit diesem gewissen Unterton, der zeigt, dass eine starke Frau über starke Frauen schreibt. 

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  • Zu jedem Jahr eine Erinnerung und ein Glas Marillenmarmelade

    Das Marillenmädchen

    KerstinTh

    09. April 2017 um 14:29

    Elisabetta Shapiro ist Jüdin und lebt in ihrem alten Familienhaus in Wien. Ihre Familie wurde in den 40er Jahren deportiert. Elisabetta hatte Glück und entkam. Da das Haus für Elisabetta allein zu groß ist hat sie wechselnde Untermieter. Die sogenannte „Russin“ ist ausgezogen, dafür wohnt nun die „Deutsche“, eine Tänzerin am Wiener Staatsballett, im oberen Teil des Hauses. Während des Romans schwelgt Elisabetta in Erinnerungen und genießt dabei ihre selbstgemachte Marillenmarmelade. Jedes Jahr kocht sie Marmeladen aus den Marillen, die an dem Baum vor dem Haus wachsen. Um der Einsamkeit zu entgehen redet Elisabetta in Gedanken – manchmal auch in echt – mit ihren Schwestern Judith und Rahel. „Das Marillenmädchen“ ist ein Roman über die Liebe und Freiheit. Er ist geprägt von Elisabettas und Polas Erinnerungen an die Vergangenheit. Leider ist es für den Leser sehr verwirrend wo er sich gerade auf der Zeitleiste befindet. Erzählt Elisabetta gerade von der Gegenwart oder befindet sie sich gedanklich in der Vergangenheit? Sehr verwirrend ist auch, dass nicht nur Elisabettas verstorbene Schwester Rahel heißt, sondern auch ihre Enkeltochter. Dieser Roman wirkt sehr philosophisch oder gar poetisch. Mir hat eine feste Handlung gefehlt. Nachdem man das Buch gelesen hat versteht man zwar einige Dinge und Zusammenhänge, die man während dem Lesen nicht verstanden hat. Allerdings muss man sehr viel zwischen den Zeilen lesen. Ich muss gestehen, wäre es ein dickeres Buch gewesen, hätte ich es wahrscheinlich abgebrochen. Aufgrund der großen Verwirrung, die bei mir während dem Lesen aufkam kann ich diesem Roman nur gute drei von fünf Sternen geben.

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  • Es duftet nach Marillen...

    Das Marillenmädchen

    Kristall86

    26. March 2017 um 10:38

    Eine wunderschöne und auch traurige Geschichte zugleich. Bewegend, rührend, ergreifend und ich habe sofort Lust bekommen mir einen Marillenbaum für meinen Garten zu wünschen.

  • Leserunde zu "Das Marillenmädchen" von Beate Teresa Hanika

    Das Marillenmädchen

    BeateHanika

    Ich möchte Euch ganz herzlich zur Leserunde zum "Marillenmädchen" einladen. Es ist mein erstes Buch für Erwachsene und ich bin schon sehr gespannt auf Eure Reaktionen.Zum BuchIm "Marillenmädchen" verschlingen drei Handlungsstränge miteinander. Elisabetta, eine alte jüdische Frau, die seit ihrer Kindheit alleine in Wien lebt, trifft auf Pola, eine junge deutsche Tänzerin. Die beiden Frauen nähern sich zögernd aneinander an, dabei erfährt man von Elisabettas Jugend während des zweiten Weltkrieges und von Pola, die in der rechtsextremen Szene groß geworden ist.Wie könnt Ihr gewinnenIch würde gerne wissen, welche Marmelade Eure Lieblingsmarmelade ist und welche Erinnerungen ihr Geschmack in Euch wachruft.Ich werde selbst bei der Leserunde dabei sein und alle Eure Fragen beantworten. Die Gewinner sollten eine Rezension verfassen und auf den üblichen Portalen und eigenen Blogs online stellen.Ich freue mich auf Euch! Eure Beate Teresa Hanika

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  • Das Marillenmädchen

    Das Marillenmädchen

    Wildpony

    18. January 2017 um 10:54

    Das Marillenmädchen  -  Beate Teresa Hanika Kurzbeschreibung Amazon: »Sie schmeckte nach Rauch und dem verbrannten Boden des Topfes und gleichzeitig süß, diese Marmelade, sodass man nur einen Löffel nehmen wollte und dann war es auch genug. Genug Erinnerung, genug, dass mein Herz aufgewühlt wurde und schneller schlug, als gut für mich war.« Ein Marillenbaum in einem alten Wiener Garten. Seit ihrer Kindheit in den 1940er Jahren kocht Elisabetta jeden Sommer Marmelade ein. Und jedes Mal, wenn sie ein Glas aus dem alten Kellerregal in die Hand nimmt, es öffnet und den süßen Duft einatmet, erinnert sie sich an ihr Leben, an ihre in Dachau ermordete Familie, an ihre große Liebe Franz, an ihre Tochter Esther und ihre Enkelin Rahel. Elisabetta lebt zurückgezogen in ihrer Welt mit den Stimmen der Vergangenheit. Als die Tänzerin Pola bei ihr zur Untermiete einzieht, reißen die alten Wunden auf. Mein Leseeindruck: Für mich ein ergreifendes Buch, für das man die nötige Lesezeit braucht und in das man sich ganz fallen lassen muss. Hier ist alles sehr tief greifend und man kann es nicht einfach nur weg lesen. Denn dieses Buch berührt und der Wechsel zwischen den Zeitebenen muss man auch auf sich wirken lassen. Elisabetta ist eine Frau mit viel Gefühl und ihre Gedanken finden immer wieder Raum in der Vergangenheit. Hier ist die Tänzerin Pola das komplette Gegenteil und durch die Annäherung an Elisabetta macht es diese Tiefe in dem Buch aus. Auch Pola hatte es nicht einfach und so ist diese Geschichte ein Wechsel zwischen Traurigkeit in der Vergangenheit und ein Lichtblick für die Zukunft. Fazit: Das Buch hat mir sehr gut gefallen und ich kann es auch jedem interessierten Leser nur sehr empfehlen. Aber man braucht auch das richtige Gefühl für dieses Buch und die sensiblen Erinnerungen an die Vergangenheit. Für das Buch vergebe ich gerne 4 Sterne und ein Lob an die Autorin diese Story in so gefühlvolle Worte gepackt zu haben.  

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  • Ein literarischer Genuss

    Das Marillenmädchen

    dubh

    01. January 2017 um 18:03

    Elisabetta Shapiro lebt in Wien - eine alte Dame mit einem fast ebenso alten Marillenbaum im Garten und reichlich Marmeladegläsern im Keller. Jedes Jahr seit ihrer Kindheit in den 1940ern kocht Elisabetta diese Marmelade aus den Früchten des Marillenbaumes hinter dem Haus. Selbst wenn die Ernte schlecht ausfällt und sie nur ein Glas füllen kann...Wenn sie ein Glas öffnet und den köstlichen Duft einatmet, kommen die Erinnerungen an ihre Familie und an ihre große Liebe zurück.Erinnerungen, die bis heute schmerzen und der traumatisierten Elisabetta einiges abverlangen. Und dann zieht in ihr Haus, in die Wohnung über ihr, eine junge Deutsche ein - Pola. Auch sie hat mit ihren Erinnerungen zu kämpfen, die allerdings deutlich jüngerer Natur sind.Und so wechselt die Geschichte zwischen den beiden Frauen und ihren Leben, die auf eine Art und Weise miteinander verbunden sind, die es zu ergründen gilt.Die Untermieterin reißt unwissentlich alte Wunden auf und bringt Elisabettas Familiengeschichte ans Licht - eine Geschichte, die vom Zweiten Weltkrieg bis in die Gegenwart reicht...Zugegebenermaßen musste ich mich auf die Geschichte sehr konzentrieren und habe nicht nur einmal festgestellt, dass ich einen freien Kopf brauche, wenn ich die Zusammenhänge und Hintergründe des Romans begreifen wollte. Aber sobald ich mich komplett auf die Handlung einlassen konnte, habe ich "Das Marillenmädchen" einfach nur sehr gerne gelesen. Es ist kein einfaches Buch, nein, aber es hat unglaublich viel Gefühl für seine Figuren und vermittelt nicht selten subtil ihre Zusammenhänge.Aber das noch Bemerkenswertere ist in meinen Augen die Sprache der Autorin, die mich regelrecht gefangen hat. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich zuletzt ein so poetisches, hoch literarisches Buch gelesen habe, dass sich derart einfühlsam mit einem solch schmerzhaften Thema befasst hat.Ich gestehe, dass ich die Autorin gerne an der ein oder anderen Stelle befragt hätte - zum Beispiel, warum sie die Geschichte so geschrieben hat, wie sie nun mal ist; nach ihrer Intention; danach, was sie bei ihren Lesern bewirken möchte. Und zu letzt, wie sie auf diese Geschichte gekommen ist - ob es gar eine Vorlage dafür gibt.Fazit: Ein wunderbares Buch, das seinen Raum und vielleicht die richtige Zeit braucht, um sich komplett entfalten zu können.

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  • Ein Baum der Erinnerungen

    Das Marillenmädchen

    buecherwurm1310

    30. December 2016 um 17:43

    Der Marillenbaum im Garten bringt seit eh und je Beständigkeit in Elisabettas Leben. Seine Früchte – mal mehr, mal weniger – verarbeitet sie zu Marmelade, die in sorgsam etikettierten Gläsern im Keller aufgehoben werden. Seit ihre Schwester und ihre Eltern in den vierziger Jahren abgeholt und nach Dachau gebracht wurden, kocht sie ihre Marillenmarmelade und sie erinnert sich dabei an ihre Familie, an ihre Liebe Franz und an die Tochter Esther und die Enkelin Rahel. Obwohl Elisabetta eine Russin als Untermieterin hat, lebt sie zurückgezogen und meidet Kontakte. Dann ist die Russin plötzlich nicht mehr da und stattdessen ist die Tänzerin Pola eingezogen. Der Schreibstil ist ungewöhnlich und nicht einfach zu lesen, aber auch ein wenig poetisch. Am Anfang ist es nicht einfach, die Zusammenhänge zu erkennen. Dass es zwei Rahels gab, trägt mir zur Verwirrung bei. Die unterschiedlichen Zeitebenen erleben wir in Gedanken der Protagonistinnen. Elisabettas Gedanken flattern hin und her, so dass es etwas verschwommen anmutet, wirr wie die Gedanken einer einsamen alten Frau. Ihre Schwestern Rahel und Judith sind in ihren Gedanken sehr real. Rahel wirkt sehr erzieherisch, während Judith nachsichtig ist. So lernen wir so nach und nach Elisabettas Leben kennen, das einen sehr berührt. Aber auch wenn sie um ihre Lieben trauert, lässt sie Verbitterung und Hass doch nicht an sich herankommen. Pola hat auch keine einfache Vergangenheit, aber sie hat eine Freundschaft erlebt, die tiefer nicht sein konnte. Sie schleicht sich in Elisabettas Leben und ist einfach da. Die beiden nähern sich zaghaft und dann erkennt man, dass ihre Geschichten zusammenhängen. Es ist eine traurige Geschichte, aus der aber auch manchmal ein wenig trockener Humor hervorblitzt. So gibt es in dieser jüdischen Familie ein Schildkröte, die den Namen Hitler erhält. Aber es ist auch eine Geschichte, die Hoffnung gibt und Versöhnung zulässt. Nach anfänglichen Schwierigkeiten hat mich das Buch immer mehr gepackt. Ein außergewöhnliches Buch, auf das man sich einlassen muss.  

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  • Eine Jüdin überlebt den Zweiten Weltkrieg

    Das Marillenmädchen

    TochterAlice

    27. December 2016 um 17:59

    Der Marillenbaum in Elisabettas Garten und die Marmelade, die sie aus seinen Früchten kocht - zwei Konstanten, die sich durch ihr Leben ziehen, weshalb ihr Vorratskeller Gläser mit Jahreszahlen beherbergt, die einem Weinkeller Konkurrenz machen könntenJa, die Jüdin Elisabetta hat den Zweiten Weltkrieg überlebt und das, ohne Wien zu verlassen! Da muss doch mehr als Zufall im Spiel sein? Ist es auch, aber bis man es erfasst, hat man mehrere Leben gelebt bzw. diese erlesen, zumal die Romanhandlung auf zwei Zeitebenen spielt, die es nicht gerade einfacher machen, die Zusammenhänge zu erfassen..Zumindest für mich nicht, die ich schon durch den auf mich außerordentlich komplex wirkenden Stil ordentlich ins Straucheln geraten bin und mich mit dem Buch trotz des anrührenden Inhalts bis zum Schluss nicht anfreunden konnte. Nein, es ist definitiv nicht meine Sprache, die die Autorin spricht, auch wenn es sicher eine sehr anspruchsvolle und poetische ist und ich es mir selbst anzukreiden habe, dass ich damit nicht zurecht komme. Wenn der Inhalt nicht - zumindest teilweise - ausgesprochen eindringlich gewesen wäre, wäre dieses Buch sogar komplett an mir vorbeigegangen. Nun, Bücher sind wie Menschen: man kann nicht mit jedem. Und dieses ist eines, das für andere Leser als für mich gedacht ist!

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  • Ein Marillenbaum und Erinnerungen

    Das Marillenmädchen

    Pelikanchen

    26. December 2016 um 23:33

    Elisabetta kocht seit ihrer Kindheit in den 1940er Jahren jeden Sommer Marmelade ein und jedes mal wenn sie ein Glas davon in die Hand nimmt und den süßen Duft einatmet, erinnert sie sich an ihr Leben und an ihre Familie die in Dachau ermordet wurde.In diesem Buch steckt wohl so viel Poesie, mit der ich leider nichts anfangen konnte. Es gibt diese Bücher die einen einfach nicht mit sich reißen, obwohl viele wirklich begeistert sind. Leider ging es mir mit diesem Buch so, den ich konnte Elisabettas Erinnerungen die wirklich sehr wirr sind, nicht oft folgen. wenn ich das Buch nicht in einer Leserunde gelesen hätte, wäre der Inhalt wirklich total an mir vorbei gerauscht. Es gibt in dieser Geschichte für mich schon mal eine Rahel zu viel, den es gibt eine in der Vergangenheit und eine in der Gegenwart und Beate Teresa Hanika hat die Vergangenheit und die Gegenwart so in den Erinnerungen von Elisabetta verwebt, das ich es nicht geschafft habe, die Geschichte wirklich zu verstehen. Der Text war zwar flüssig zu lesen, aber die Sprache und eben diese ganzen wirren Erinnerungen machten mir es nicht leicht, das Buch überhaupt zu ende zu lesen. So vieles habe ich nicht verstanden, was andere in der Leserunde wohl zwischen den Zeilen lesen konnten und an mir einfach vorbei ist.   

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  • Bittersüße Marillen

    Das Marillenmädchen

    SABO

    24. December 2016 um 01:42

    Beate Teresa Hanika - Das Marillenmädchen - btbWien,1940 und JetztDie Familie Shapiro lebt im Wien, der 40jahre. Drei Schwestern und ein Haus mit Garten, in dem ein Marillenbaum steht. Das tut er heute noch undzwischen seinen gelben Früchten hängt eine bittersüße Geschichte, die uns Elisabetta, als junges Mädchen und als alte Frau erzählt.Rahel, Judith und Elisabetta, so haben der Arzt und die Opernsängerin ihre Töchter genannt.Elisabetta jedoch, schimpft sich selbst "Kobold", da ihre Schwestern mit Schönheit und Anmut überschüttet wurden, sie selbst ist ein drahtiges Energiebündel mit struppigen Haaren.Manchmal tut es weh, wenn die Jungs sich hinter dem Zaunloch streiten, nur um einen Blick auf die sonnenbadenden Schwestern zu erhaschen. Leider ist auch Franz, der Nachbarsjunge dabei, mit dem sie sich schon den ganzen Sommer um die Wette neckt und prügelt, die beiden gehen nicht zimperlich miteinander um. Elisabetta verliebt sich in Franz.Während eines Fliegeralarms, fasst sich Franz ein Herz und packt Elisabetta. Im Schutz der Dunkelheit küsst er sie solange, bis die Sirene schweigt.Eines Nachmittags muß Elisabetta mitansehen, wie Soldaten in glänzenden Stiefeln, ihre gesamte Familie festnehmen, sie kommen nie zurück.Nun ist sie alt und denkt an das Glas Marillenmarmelade, das ihre Mutter damals mit Arsen verfeinerte. Für den Notfall..Eine junge Tänzerin bewohnt eine Kammer in dem Shapiro-Haus und sorgt für frischen Wind in Elisabettas grauen Gedanken. Das Mädchen kann eine ganz andere Geschichte erzählen und so unwahrscheinlich es klingt, es hat sich ein Netz über beider Schicksale gelegt. Elisabetta wird von ihren Schwestern heimgesucht, deren Geister erzählen ihr alles, was in Dachau geschah. Rahels ruheloser Hass zermürbt sie, doch der kleine Kobold von damals, möchte Vergebung.Allein von der schönen Sprache her, liebe ich dieses Buch, heiß und innig.Es ist keine Poesie, die das Hirn zuklebt und verknotet, jeder Satz ergibt ein klares Bild im Kopfkino. Aber das ganz Besondere an dem Buch ist:★ Es ist witzig, wütend, zynisch, ironisch, ja sogar romantisch.★ Es ist zur gleichen Zeit gefühlsgeladen, wie emotionslos und gleichmütig. ★ Es kommt eine Harmonie auf, die man guten Gewissens gar nicht wahrhaben will.★ Es sollte grausam und vernichtend sein, aber da, lässt uns Elisabettas eigentümliche Art und ihr Entschluss, nicht mehr hassen zu wollen, außen vor.Die Autorin ist sich bewusst, dass es genügend verantwortungsvolle Leser gibt, die nicht immer eine eiskalte Hand erwarten, die nach ihnen greift, dass sie trotzdem verstehen, ihre Erkenntnisse gerecht verwalten. Feine Töne verlieren nicht an Schärfe, nur weil sie "leise" sind. So konnte ich mich auf diese wunderbare Geschichte konzentrieren und erst am Schluss, gestattete ich mir ein paar Tränen, weil es traurig und schön zugleich war.Ich bin begeistert! Bitte mehr davon!

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  • Gläser voller Erinnerungen

    Das Marillenmädchen

    Rabentochter

    08. November 2016 um 20:36

    Es ist zauberhaft wie die Protagonisten Elisabetta sich an die Jahre ihrer Kindheit und Jugend zurückerinnert, wenn sie ein entsprechendes Glas aus dem Regal nimmt. Auf diese Weise wird der Leser Stück für Stück in Elisabettas Geschichte eingeführt, lernt sie, ihre Schwestern und Franz kennen. Dabei springt die Erzählung zwischen den Zeiten und auch zwischen den Figuren, denn neben Elisabettas Leben wird auch das Polas erzählt. Beide Lebensstränge führen – wie sollte es anders sein – irgendwann zusammen. Deutsche und Jüdin treffen aufeinander und lernen sich kennen. Viel mehr möchte ich zum Inhalt an sich auch nicht verraten, es würde zu weit führen und die Spannung, sowie manche Entdeckung vorweg nehmen. Elisabettas Schwestern begleiten sie über die Jahre hinweg und wirken dabei wie Engelchen und Teufelchen, was allerdings am Anfang etwas verwirrend war. Der Schreibstil ist wundervoll, luftig, leicht, aber nicht so einfach gehalten, dass er einem langweilig wird. Die Autorin schafft es, mit ihren Worten Elisabettas Jugend auferstehen zu lassen und zugleich das Thema Judenverfolgung und Neonazis offensichtlich aber dennoch nicht zu präsent darzustellen. Die einzelnen Geschichten verweben sich immer mehr und führen letztendlich zu einer gemeinsamen, die einen mit einem bittersüßen Geschmack auf der Zunge zurücklässt – ähnlich wie angebrannte Marillenmarmelade. Fazit: Ein unbedingt lesenswertes Buch, das verzaubert, bestürzt und auch zum Schmunzeln bringt, denn wo findet man in einem jüdischen Haushalt sonst eine Schildkröte mit Namen Hitler?

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  • Ein eindringlicher Roman - mit poetischer Intensität und höchst literarisch

    Das Marillenmädchen

    Damaris

    07. November 2016 um 14:04

    Beate Teresa Hanika schreibt sehr erfolgreich Jugendbücher. Diesen ist ein ganz besonderer Stil zueigen, und sie berühren mit aktuellen Themen, viel Schmerz und einem Feingefühl, dass man aus jeder Zeile herauslesen kann. "Das Marillenmädchen" ist der erste Erwachsenenroman der Autorin. Die Geschichte handelt von quälenden Erinnerungen, besonderen Freundschaften und der Fähigkeit zu verzeihen, aber niemals zu vergessen.Eine alte Frau erinnert sich an ihre Kindheit und ihr Leben als Jüdin im Wien des Zweiten Weltkriegs, und hat heute noch mit den Folgen des Schmerzes zu kämpfen - so könnte man die Geschichte in einem Satz zusammenfassen. Diese Art von Geschichten sind wichtig, hinterlassen bei vielen Lesern jedoch ein Bedürfnis des Wegsehens oder der Übersättigung. "Das Marillenmädchen" positioniert sich anders. Das Buch hat einen großen Mittelpunkt, nämlich einen alten Marillenbaum, bzw. die Marmelade, die von seinen Früchten gemacht wird. Das sich jährlich wiederholende Marmeladekochen gibt einer traumatisierten Frau den benötigten Halt, ist Erinnerung und Trost gleichermaßen.Die Geschichte thematisiert nicht nur das Schicksal zweier Frauen und ihre Verbindung zueinander, sie ist auch eine Familiengeschichte, die im Zweiten Weltkrieg beginnt und deren Ausläufer sich bis ins Heute erstrecken. Abwechselnd geht es um Elisabetta, ihre Erfahrungen, aber auch ihr jetziges Leben, und um Pola, die bei Elisabetta zur Untermiete wohnt und selbst einer Erinnerung hinterher jagt, bzw. ihre jüngste Vergangenheit verarbeiten muss. Dass die Schicksale beider Frauen miteinander verbunden sind, realisiert man als Leser recht schnell. Das Wie ist anfangs noch sehr vage und erst nach einiger Zeit komplett zu erfassen.Kann man sich später erinnern an das, was man gedacht hat, als man jung war? Pola nahm sich vor, sich zu erinnern. Keinen einzigen Gedanken zu vergessen, kein Bild zu verscheuchen, vor allem die glücklichen Bilder nicht, und dies war fast ein glückliches Bild. - S. 22/23Die Geschichte ist hervorragend zusammengesetzt und recherchiert, sehr poetisch interpretiert. Sie serviert dem Leser nicht alles auf dem Silbertablett, ist manchmal sogar subjektiv. Mit ruhiger Eindringlichkeit und unterschwelliger Dramatik erlebt man den Roman bis zum Ende, und kann dann alle Fäden miteinander verknüpfen. Dadurch nimmt man die Geschichte sehr intensiv war, wird sich vielleicht erst im Nachhinein bewusst, wie tiefgründig man diese erlebt hat.Am Ende steht nicht nur die Frage im Raum, wie viel Schmerz ein Mensch ertragen kann, man hat sogar das dringende Bedürfnis, sich vor den Protagonisten der Geschichte zu verneigen. Sie bleiben im Gedächtnis und wirken noch lange nach.Das persönliche Fazit"Das Marillenmädchen" ist für mich ein Roman auf höchstem Niveau. Das Buch setzt ein bekanntes, historisches Thema in einen metaphorischen Kontext, der nicht nur sehr tief geht, sondern sich bis in die Gegenwart fortsetzt. Ich bin immer noch überrascht, wie stark mir die Geschichte nachhängt, und mich beim Verfassen dieser Worte rührt. Die Protagonisten sind unglaublich authentisch, leben mit schmerzvollen Erinnerungen in einem herausfordernden Jetzt. Die Autorin schreibt perfekt, mit poetischer Intensität und überaus literarisch. 5 Sterne!

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  • Der Lebensbaum

    Das Marillenmädchen

    Dreamworx

    05. November 2016 um 16:15

    Bereits seit ihrer Kindheit lebt die alte Elisabetta Shapiro in einem alten Haus in Wien, wo im Garten ein Marillenbaum steht, den ihr Vater gepflanzt hat und von dessen Früchten ihre Mutter Marmelade machte, die auch heute noch eine Versuchung ist, da Elisabetta die Tradition des Marmeladekochens übernommen hat. Die Marmelade weckt Erinnerungen in Elisabetta und umhüllt sie wie eine warme Decke. Während des 2. Weltkrieges blieb nur sie von ihrer jüdischen Familie übrig und konnte der Deportation nach Dachau entkommen. Um nicht ganz in ihrer Einsamkeit und in Gedanken an die Vergangenheit zu versinken, vermietet Elisabetta Zimmer. Als eine junge deutsche Tänzerin namens Pola bei ihr einzieht, begegnet ihr Elisabetta aufgrund ihrer eigenen Familiengeschichte zuerst mit Ablehnung. Doch mit zaghaften Schritten lernen sich die beiden unterschiedlichen Frauen kennenlernen und schon bald zeigen sich mehr Gemeinsamkeiten zwischen ihnen, als sie gedacht hätten. Beate Teresa Hanika hat mit ihrem Buch „Das Marillenmädchen“ einen wunderschönen, gefühlvollen Roman vorgelegt, dem der Zauber der Vergangenheit und der Gegenwart innewohnt und diese auf wunderbare Weise miteinander verbindet. Der Schreibstil ist poetisch, teilweise melancholisch und anrührend, die Autorin bedient sich einer bildgewaltigen Sprache, die vor dem inneren Auge des Lesers einen Film ablaufen lässt. Die Geschichte ist in zwei Handlungsstränge unterteilt, der eine erzählt von Elisabetta und ihren Erinnerungen, der andere schildert das Leben von Pola. Sehr geschickt versteht es die Autorin, beide Stränge miteinander zu verflechten und dem Leser mit behutsamer Hand die ganze Trauer und die schmerzhaften Erinnerungen zu vermitteln. Stück für Stück entblättert Beate Teresa Hanika die ganze Geschichte und wirbt um Vergebung und einen Neuanfang ohne Altlasten.Die Charaktere sind sehr liebevoll ausgearbeitet und wirken aufgrund ihrer Eigenheiten sehr authentisch und lebensecht. Elisabetta hat in ihrem Leben schon so viel durchgemacht und einmal zu oft Abschied nehmen müssen, so dass sie nun eher zurückgezogen lebt und etwas schrullig und unnahbar wirkt. Sie lebt in ihrer Vergangenheit, hält leise Zwiegespräche mit ihren Schwestern. Elisabetta hält ihre Familie und ihre Lieben in Gedanken am Leben und zehrt davon, um nicht von ihrer Einsamkeit verschlungen zu werden. Die junge Pola stammt aus München und war mit Elisabettas Enkelin Rahel eng befreundet, verdankt ihr sogar zum Teil ihre Ballettkarriere. Pola ist ebenfalls eher zurückhaltend, trägt sie doch eine Schuld mit sich herum, deren Offenbarung sie fürchtet. Auch die Protagonisten, die die Vergangenheit Elisabettas füllen sowie in Polas Leben eine Rolle spielen, sind sehr intensiv ausgearbeitet und unterstützen diese doch so bittersüße und melancholische Stimmung des Romans.„Das Marillenmädchen“ ist ein sehr gelungenes Buch über ein einsames Leben in der Vergangenheit, dem Aufarbeiten von schlimmen Erfahrungen und dem Vorausschauen auf ein glücklicheres Leben. Es geht um Verzeihen und das Handausstrecken, um die Seele zu erleichtern und endlich Frieden zu finden. Alle, die sich vor anspruchsvollen Büchern nicht scheuen, werden hier auf wunderbare Weise unterhalten und einiges mit in den eigenen Alltag nehmen. Ein Roman, den man nicht so schnell vergisst. Absolute Leseempfehlung.  

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  • Ein Glas Marillenmarmelade

    Das Marillenmädchen

    tinstamp

    05. November 2016 um 10:41

    Dies ist mein erstes Buch der Autorin Beate Teresa Hanika. Mit "Das Marillenmädchen" hat sie einen sehr eindringlichen, für mich aber auch teilweise etwas verwirrenden Roman geschrieben. Der Leser begibt sich gemeinsam mit unserer Hauptprotagagonistin Elisabetta auf eine Zeitreise - zurück in die Zeit kurz vor dem Zweiten Weltkrieg, und zu ihren beiden Schwestern Judith und Rahel.Aber auch der Marillenbaum in ihrem Garten in Wien, der von Elisabettas Vater gepflanzt wurde, als sie noch ein Kind war, steht im Zentrum dieser melancholischen Geschichte. Dieser begleitet den Leser wie ein roter Faden durch den Roman. Im Laufe der Jahre werden alle Ereignisse aus Elisabettas Leben in Verbindung mit der Marillenernte und dem Einkochen von Marmelade gebracht. Jedes Glas steht für eines oder mehrere Erlebnisse aus ihrem Leben, was ich sehr gelungen fand.Elisabetta, die jüngste von drei Schwestern, kämpft schon ihr ganzes Leben lang mit Schuldgefühlen, weil sie als Einzige der Familie den Holocost überlebte. Sie spricht mit ihren im KZ Dachau verstorbenen Schwestern Rahel und Judith, die sie weiterhin durch ihr Leben begleiten. Im großen Haus in Wien, in dem sie lebt, fühlt sie sich sehr einsam. Deshalb vermietet Elisabetta die im Obergeschoß leerstehenden Räume. Dort zieht nach einer Russin eine junge deutsche Tänzerin ein. Elisabetta wird schmerzlich an ihre Vergangenheit erinnert. An ihr schlimmstes Jahr, 1944, als ihre Familie abgeholt und ins Konzentrationslager gebracht wurde und sie alleine zurück blieb. Oder an Franz, ihre große Liebe, der nur Augen für ihre Schwester Rahel hatte. Doch Pola, die junge Deutsche, und die jüdische alte Dame kommen sich langsam ein bisschen näher und Elisabetta ahnt nicht, welches Geheimnis Pola in sich trägt....Die Geschichte ist sehr leise und man verbringt viel Zeit mit Elisabetta unter dem Schatten des Marillenbaumes oder in ihrer Küche beim Einkochen der Früchte. Dabei spricht sie mit ihren toten Schwestern, bekommt Besuch von Franz, denkt an ihre Schildkröte Hitler und teilt mehr und mehr ihre Erinnerungen mit der jungen Deutschen.Ganz identifizieren konnte ich mich nicht mit den Protagonisten und obwohl mich die Geschichte berührte, fehlte mir das gewisse Etwas für die Höchstbewertung. Leider hatte ich auch im Verlauf der Geschichte meine Probleme den Faden nicht zu verlieren, denn die Übergänge der verschiedenen Zeitebenen waren verlaufend und nicht gekenntzeichnet. Dadurch muss man wirklich sehr genau aufpassen, in welcher Zeit man sich gerade befindet. Ich lese sehr viele Romane mit verschiedenen Zeitebenen, doch hier war anfangs vieles für mich sehr verwirrend. So dauerte es einige Zeit, bis ich feststellte, dass es zwei Rahels gab - eine aus der Vergangenheit und eine aus der Gegenwart. Das finde ich nicht gut gelöst, auch falls es Absicht war, zwei gleiche Namen zu verwenden. Erst am Ende ergänzen sich die beiden Erzählstränge und runden das Gesamtbild ab.Die Geschichte fordert einiges an Aufmerksamkeit und man sollte konzentriert lesen!Schreibstil:Die Autorin bedient sich einer sehr poetische Sprache. Man muss sich Zeit nehmen für diese einfühlsame Geschichte, denn es verstecken sich viele Andeutungen und Erklärungen hinter den Zeilen. Einige Fragen bleiben offen und lassen etwas Spielraum für eigene Gedanken.Die Unterschiede zwischen den Zeitebenen hätte ich mir besser herausgearbeitet gewünscht, denn so verwirrte mich die fließenden Übergänge anfangs doch sehr.Fazit:Eine leise Geschichte, die durch ihrem poetischen Schreibstil glänzt und berührt. Jedoch verwirrten mich die fließend ineinander übergehenden Zeitebenen und Erzählperspektiven, die nicht markiert wurden. Man muss sehr konzentriert lesen und hier hätte ich mir eine kleine Angabe zu Zeit/Ort bzw. zum Jahr gewünscht. Ein besonderer Roman, der mich aber trotzdem ein bisschen distanziert zurücklässt.

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  • Die Geister der Vergangenheit

    Das Marillenmädchen

    TeleTabi1

    03. November 2016 um 13:55

    Der Marillenbaum im Garten ihres Wiener Elternhauses ist unweigerlich mit Elisabettas Leben verbunden und zieht sich wie ein roter Faden durch den ganzen Roman. Die Marmelade, die sie seit jeher aus den Marillen kocht und Jahr für Jahr fein säuberlich mit der Jahreszahl versieht und aufbewahrt, ist wie ein Erinnerungsspeicher: Beim Öffnen eines Marmeladenglases strömen mit dem Marillenduft all die Erinnerungen an ihre Familie und ihre Kindheit hervor. Die Gedanken an den Krieg, die Nazizeit und vor allem an das, was ihrer geliebten Familie damals, im Jahr 1944, zugestoßen ist, verfolgen sie ihr Leben lang und mit ihnen die schrecklichen Schuldgefühle, die sie einfach nicht loslassen wollen. Einsam und alleine – nur mit den Stimmen ihrer beiden toten Schwestern im Kopf – fristet Elisabetta ihr Dasein. Sie frägt sich immer wieder, warum sie im Gegensatz zur ihrer Familie von der Deportation ins KZ verschont geblieben ist, und schwelgt in Erinnerungen an ihre damalige Liebe Franz, ihre Tochter Esther und ihre Enkelin Rahel... Bis eines Tages plötzlich die deutsche Tänzerin Pola auftaucht, die zur Untermiete bei ihr einzieht und alles durcheinanderwirbelt. Denn die Schicksale der jungen Tänzerin und der alten Dame sind unausweichlich miteinander verknüpft und finden schließlich über mehrere Generationen hinweg zueinander.In „Das Marillenmädchen“ erzählt Autorin Beate Teresa Hanika die tragische Vergangenheit der Jüdin Elisabetta Shapiro. Die melancholisch-nachdenkliche Grundstimmung des Buches ist sehr passend und lässt von vorne herein viel Unheil vermuten. Diese Spannung wird bis zuletzt aufrechterhalten, indem immer nur stückchenweiße und ganz langsam verraten wird, was geschehen ist und wie das alles zusammenhängt. Dadurch bleibt man als Leser neugierig und mag das Buch überhaupt nicht mehr aus der Hand legen. Die Geschichte ist tiefgründig, emotional und mitreißend, der Schreibstil jedoch ist alles andere als gewöhnlich und nicht gerade einfach. Er lässt vieles offen und unausgesprochen, wodurch viel Raum für eigene Gedanken und Interpretationen bleibt. Außerdem besteht die Geschichte aus zwei sich abwechselnden Erzählsträngen, die erst am Ende zusammengeführt werden und die Geschichte so komplementieren. Der erste Erzählstrang ist der aus der Sicht von Elisabetta, der von der Gegenwart in Wien erzählt und hin und wieder auch in Form von Erinnerungen in ihr Leben aus der Vergangenheit abdriftet. Der zweite Erzählstrang erzählt die Geschichte der jungen Pola aus ihrer Vergangenheit vor sechs Jahren in München. Durch die Vielzahl der unterschiedlichen Zeitebenen und Erzählperspektiven, die unangekündigt und häufig fließend ineinander übergehen, hat das Buch einen sehr eigenwilligen und ungewohnten Aufbau, der vor allem anfangs für einige Verwirrung gesorgt hat. Dennoch gewinnt das Buch dadurch auch einen ganz eigenen Charakter, der mir nach einer kurzen Eingewöhnungsphase – mit der Zeit habe ich gelernt mich in der Geschichte zurechtzufinden – dann doch ganz gut gefallen hat. „Das Marillenmädchen“ ist daher kein Buch zum eben mal schnell „weglesen“, sondern erfordert schon etwas Zeit, Geduld und Muße, um der Geschichte entsprechend folgen zu können und beim Lesen nicht durcheinander zu kommen. Das war für mich anfangs sehr gewöhnungsbedürftig, da ich doch eher zur „Schnellleser-Fraktion“ gehöre, aber als ich dann ein paar Gänge runtergeschaltet habe, hat alles ganz wunderbar geklappt – und sich gelohnt! 

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