Ein großer Tag, an dem fast nichts passierte

von Beatrice Alemagna 
5,0 Sterne bei1 Bewertungen
Ein großer Tag, an dem fast nichts passierte
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Inhaltsangabe zu "Ein großer Tag, an dem fast nichts passierte"

Alles ist langweilig! Die Ferienhütte, der Regen, die Mama. Und dann darf man noch nicht mal Computer spielen. Da bleibt nur die Flucht nach draußen, wo der blöde Regen bis unter die Kapuze weht. Doch nach einer Weile ziehen die Elemente das Kind mehr und mehr in ihren Bann und eröffnen eine nie gekannte, zauberhafte Welt. In wunderschönen Bildern erschafft Beatrice Alemagna eine Naturszenerie, die die Sonne auf der Haut und den Regen auf der Zunge spüren lässt.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783407823816
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:46 Seiten
Verlag:Julius Beltz GmbH & Co. KG
Erscheinungsdatum:10.07.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    Brigitte_Wallingers avatar
    Brigitte_Wallingervor 9 Tagen
    Zauberhaftes Bilderbuch, sehr empfehlenswert!

    Zielgruppe: Kinder von 4 – 8 Jahren

    46 Seiten, gebundene Ausgabe um € 14,95

    Themen des vielfach preisgekrönten Buches: Langeweile, Computerspiele, Natur, Abenteuer, Herbst, Trauer, Familie, neonorangene Lebensfreude

    Dieses geniale Kinderbuch wurde mir von unserer engagierten Gemeindebibliothekarin Anni empfohlen: Vielen Dank für diesen Tipp! Das Buch ist eine herausragende Kombination aus wunderschönen Illustrationen, spannender sowie poetischer Geschichte und pädagogisch wertvollem Inhalt. Ich kann Euch diesen Schatz nur wärmstens weiterempfehlen! Auf so eine funkelnde Bilderbuchperle trifft man ganz, ganz selten. ♥

    Zum Inhalt: Ein Mädchen bezieht mit ihrer Mutter das angestammte Ferienhäuschen. Die Gegend ist trist, regnerisch, langweilig. Beide Figuren sind traurig (ich vermute, dass der Vater verstorben ist). Während sich die Mutter still ihrer Arbeit am Laptop widmet, tötet das Mädchen Marsmännchen auf ihrem Minicomputer und denkt an die schönen Dinge, die ihr ihr Vater früher draußen gezeigt hat.

    Als ihr die Mutter das Spiel aus der Hand reißt und sie tadelt, weil sie erneut einen ganzen Tag lang mit Nichtstun vergeudet, holt sich das Kind heimlich den Minicomputer zurück und verlässt das Haus. Draußen wird sie von Matsch, strömendem Regen, Wind und der „Langeweile der ganzen Welt“ in Empfang genommen. Um das elektronische Gerät vor dem Regen zu schützen, steckt sie es in die Manteltasche. Das Mädchen läuft einen Hügel hinunter und sieht in einem Teich Steine, die sie an die Marsmännchenköpfe erinnern. Sie springt auf sie, und der Minicomputer plumpst dabei ins Wasser: „Das war das Schlimmste, was auf der Welt passieren konnte.“ – Oder vielleicht in Wirklichkeit das Beste? Plötzlich auftauchende Riesenschnecken sprechen nun mit ihr, ein Pilzmeer erinnert sie an Großvaters Keller, in dem ihr Lieblingsspielzeug lagert, sie greift nach Schätzen in der Walderde. Plötzlich reißt der Himmel auf, Lichtstrahlen und ein Regenbogen erhellen die Welt, sie atmet tief ein, klettert, unterhält sich mit Tieren und trinkt wie sie, springt herum. „Warum hatte ich das noch nie zuvor gemacht?“, wundert sie sich.

    Zurück im Haus, sieht das Kind in den Spiegel und entdeckt ihren lächelnden Vater darin. Ihre Mutter verlässt den Arbeitsplatz und widmet sich der Tochter, die ihr eigentlich von ihrem wundersamen Abenteuer berichten möchte. Doch dann sitzen sie nur zusammen in der Küche bei einer Tasse heißer Schokolade und schauen sich an, ohne Worte. Sie spüren „diesem magischen, unglaublichen Tag voller Nichts“ nach.

    Was für eine großartige, poetische Geschichte, komprimiert auf 46 Bilderbuchseiten: Ich bin total begeistert!

    Nicht nur die Geschichte, sondern auch die Illustrationen sind herausragend. Die anfangs in Herbsttönen gehaltenen, zauberhaften Bilder vermitteln die vom Kind verspürte Langeweile auf wunderbare Weise. Nur die neonorangene Regenjacke der Ich-Erzählerin sticht heraus. Es wird sofort klar, dass diese Jacke ein großes Abenteuer verheißt. Später werden die Bilder heller und heller. Man sieht, wie die traurige Stimmung abflaut und ein Hoffnungsschimmer Mutter und Tochter erleuchtet. Als die Tochter heimkehrt, fallen der Mutter neonorangene Blumen neben ihrem Laptop auf, die zu Buchbeginn noch grau waren.

    Dass das Kinderbuch aus der Ich-Perspektive des Mädchens erzählt wird, ist grandios! Damit, dass die Mutter nörgelt, weil man schon wieder vor dem PC hängt oder an Playstation, Nintendo und Handy herumdrückt, kann sich heutzutage ja fast jedes Kind identifizieren. Sicherlich vermittelt dieser Kunstgriff den Kids auch die Erkenntnis, dass die Natur abenteuerlicher ist als Computerspiele :-).

    Aus pädagogischer Sicht ist dieses Buch wunderbar dazu geeignet, Depression und Tod zu besprechen, oder auch einfach nur, um Kindern bewusst zu machen, dass Naturabenteuer auf sie warten, wenn sie Nintendo, Playstation & Co. den Rücken kehren. Sie müssen ja nicht gleich das ganze Computerzeug im Fischteich versenken….

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