Beatrice von Weizsäcker Ist da jemand?

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Inhaltsangabe zu „Ist da jemand?“ von Beatrice von Weizsäcker

Es sind die uralten Fragen, die die Menschen immer wieder von neuem umtreiben. Beatrice von Weizsäcker führt sie weiter: Gibt es überhaupt einen Gott? Kann es ihn geben? Warum gibt es den Menschen, das Universum und nicht nichts? Die Autorin nimmt ihren Glauben unter die Lupe, bedenkt anhand der Bibel, was Glauben ausmacht und ebenso was der Glaube aus den Menschen macht. Brauchen wir den christlichen Gott, die Handlungsanweisungen der Kirchen, die Vorstellungen von Sünden und Schuld, vom ewigen Leben? Sie, die Kirchentagschristin, die Bibelarbeiterin, hat zwar keine einfachen Antworten parat. Aber sie weiß auch, dass ohne Zweifel der Glaube nicht bestehen kann.

Kritische, sehr individuelle Betrachtungen der Autorin zu religiösen Fragen

— Klusi
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  • Ist da jemand? Gott und meine Zweifel

    Ist da jemand?
    Klusi

    Klusi

    09. June 2014 um 14:10

    In diesem, ihrem neuesten Buch, äußert sich die Autorin zu ihrem persönlichen Standpunkt in Glaubensfragen. Sie macht es sich nicht einfach, wenn es um religiöse Themen geht. Ihre Sichtweise ist einerseits geradlinig, aber viele ihrer Erkenntnisse hat sie erst nach mühevollen Umwegen errungen. Was in der Bibel steht, ist von Menschenhand geschrieben, und mit Vorsicht zu genießen, denn man muss berücksichtigen, dass die Menschen damals ein völlig anderes Weltbild hatten, das mit dem heutigen Wissen oft kaum noch übereinstimmt, und dementsprechend haben sie auch ihre Schriften verfasst. So enthält die Heilige Schrift nicht Gottes Wort, sondern die Worte von Menschen, die damals gelebt haben. Genauso verhält es sich mit der Kirche und ihren Regeln. Auch dieses Gefüge stammt von Menschenhand, und nicht alles, was im Namen der Religion geschah oder geschieht, ist zugleich auch Gottes Wille. Manch einer mag diese Sichtweise für provokativ halten, aber es ist nun mal eine Tatsache. Mit ihrer Sicht der Dinge spricht mir Frau von Weizsäcker aus dem Herzen. Auch wenn ich nicht all ihre Gedanken und Überlegungen für mich annehmen kann, so stimme ich ihr in vielen Dingen zu. Glauben ist eben etwas sehr Individuelles, und jeder muss sich seinen eigenen Weg suchen. Hierzu liefert die Autorin eine Fülle von Denkanstößen. Sie zweifelt und hinterfragt, und doch glaubt sie, denn ihrer Meinung nach ist ein Glaube ohne Zweifel nicht zu haben. Das ist tröstlich, denn man ist nicht gleich ein Ungläubiger oder ein schlechter Christ, nur weil man nicht allem zustimmt, was in der Bibel steht oder was die Kirche sagt. Manches war mir fast zu ausgiebig behandelt, einige Themen für mein Empfinden regelrecht zerpflückt, und die Gedanken drehen sich im Kreis. Aber auch dieses „Umkreisen“ eines Themas sagt mir letztendlich, dass der Geist nicht zur Ruhe kommt, weil es eben auf viele menschliche Fragen keine erschöpfende Antwort geben kann. Für mich persönlich war das Buch eine Bereicherung. Ich habe neue Erkenntnisse für mich gewonnen und andere bestätigt gefunden. Auch wenn ich während des Lesens im Geist häufig widersprochen habe, so konnte ich doch einige Gedankenwege mit der Autorin gemeinsam gehen. Sinn des Buches ist ja nicht, zu allem „Ja und Amen“ zu sagen, sondern es sollte jeden aufrütteln und dazu anregen, sich selbst Gedanken zu machen und einen eigenen Weg im „Religionsdschungel“ oder „Glaubenslabyrinth“ zu finden.

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  • Rezension zu "Ist da jemand?" von Beatrice von Weizsäcker

    Ist da jemand?
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    23. October 2012 um 12:44

    Die Berufung in das Präsidium des Deutschen Evangelischen Kirchentags und den fast gleichzeitigen frühen Tod ihres Bruders nimmt die promovierte Juristin und freie Autorin Beatrice von Weizsäcker zum Anlass, über ihren christlichen Glauben und ihre Zweifel nachzudenken. In einer Sprache, die man versteht und mit Beispielen und Fragen, die viele Menschen, die glauben, sich auch schon gestellt haben, aber ohne eine (er)lösende Antwort geblieben sind, stellt die Autorin ihren eigenen Glauben auf den Prüfstand. Sie schlägt die Bibel immer wieder auf und beschreibt, was sie dort über den Glauben findet. Braucht man ihn heute noch? Braucht man einen Gott, braucht man die Verlautbarungen der Kirchen, die dogmatischen Vorstellungen von Sünde etwa und Schuld, aber auch die Verheißungen von der Erlösung und Vergebung? Sie hat ihre zweifelnden Fragen und ihre glaubenden Antwortversuche in insgesamt sieben Kapitel unterteilt: • Vom Glauben • Von Grundlagen: Bibel und Kirche • Von Angst und Mut • Vom Segen • Vom Handeln: Im Leben • Von der Verantwortung vor der Welt • Das Herz All ihre tastenden Glaubensversuche, ihre Fragen und Antworten münden in ein ganz persönliches Glaubensbekenntnis, einem wunderbaren Text, in dem sich, wie ich glaube, viele am Glauben und an der Kirche zweifelnde und verzweifelnde Menschen wiederfinden können und das deshalb auch hier in voller Länge zitiert sei: „Ich glaube an Gott – Der nicht allmächtig ist im Sinne von Herrschaft, der nicht verzeiht, weil er nicht verdammt, der nicht richtet, weil er gar nicht erst prüft. Sondern an Gott – Der uns so nimmt, wie wir sind; Der immer da ist, wenn wir da sind; Der uns behütet, Tag und Nacht; Auch an den Tagen, an denen wir spotten; Und in den Nächten, wenn der Albtraum uns packt; der immer bei uns ist, auch wenn wir zweifeln. Ich glaube an einen Gott für alle, ob sie nun Christen heißen oder nicht. Ich glaube an Jesus- Als Aktivisten in Sachen Gott; dessen Wort mir Ansporn, dessen Taten mir Vorbild, dessen Werte mir wichtig sind, auch wenn Nichtchristen für sie streiten. Zu dem man beten kann, aber nicht muss. Denn an einen personalen Gott glaube ich nicht. Ich glaube an den Heiligen Geist- Wenn er Gemeinschaftsgeist ist und das Gewissen. An eine Kirche, die nicht einengt und mir nicht vorschreibt, was ich glauben muss. An das Priestertum aller Gläubigen, das auch Nichtgetaufte mitumfasst. An „Gemeinschaft der Heiligen“ glaube ich nicht, denn wer kann schon sagen, wer heilig ist. An die „Gemeinschaft der Seligen“ aber glaube ich. Denn alle sind selig. Ich glaube an Christen, die nicht spalten, sondern zusammenstehen – auch in der Not. Die barmherzig sind und sich einsetzen, so wie Jesus es einst tat. Ich glaube an Menschen – Als Aktivisten in Sachen Welt, ob sie nun glauben oder nicht. Ich glaube an Menschen, die Verantwortung nicht scheuen. Weil die Antwort auf ihr Leben die Verantwortung mitumfasst. Ob sie sich Christen nennen oder anders, ist mir letztlich einerlei. An die Auferstehung glaube ich nicht, denn das ist doch seltsam, aber an das Dableiben, auch im Tod. Ich glaube nicht an einen Tod, der uns trennt, sondern das Beieinanderbleiben, jederzeit. Ich glaube an die Ewigkeit. Und die ist schon da. So habe ich Kraft. Mehr als ich habe. Ich glaube gern an meinen Gott. Amen.“ Sicher hätte ich manches anders formuliert, manches nicht weggelassen (zum Beispiel eine Aussage über die Vergebung der Sünden). Dennoch: aus meiner persönlichen und beruflichen Erfahrung weiß ich um die Notwendigkeit und den Trost und Mut eigener Glaubensaussagen. Viele Menschen, auch durchaus solche, die sonntags im Gottesdienst singen und beten, fragen sich verzweifelt, ob da jemand ist. Und vor allen Dingen, ob da jemand da ist für mich und mein Leben. All diesen Menschen kann dieses Buch Mut machen, ihre Fragen und Zweifel ernst zu nehmen und sich auf den Weg zu machen zu einer Neubegründung und Neuformulierung ihres verkrümmten Glaubens und Lebens.

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