Beatriz Chadour-Sampson

 5 Sterne bei 3 Bewertungen

Lebenslauf

Beatriz Chadour-Sampson ist eine international tätige Schmuckhistorikerin, Autorin und Dozentin. Sie lebt in England.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Beatriz Chadour-Sampson

Neue Rezensionen zu Beatriz Chadour-Sampson

Zeiten und Länder

Zwar gibt es Schmuck schon bedeutend länger als seit 7000 Jahren, aber die Sammlung des Museums für Angewandte Kunst verfügt dennoch über einen bemerkenswerten Bestand an hochwertigen Schmuckstücken aus vielen Epochen. Die aktuell in Köln laufende Ausstellung zeigt einen repräsentativen Querschnitt von fast 400 Werken, mit einem starken Fokus auf Zentraleuropa, also Deutschland und Benelux. Interessant sind die verschiedenen Aspekte, unter denen die Ausstellungsmacher die Stücke gruppiert haben, denn sie zeigen, wie Schmuck seine Rolle im Lauf der Zeit immer wieder geändert hat. Er reflektiert gesellschaftliche Zugehörigkeit, persönliche Einstellung, Macht, aber auch Bildung, Stilwandel und nicht zuletzt technologische Möglichkeiten. Die in der Antike entwickelte Granulationstechnik war z. B. über Jahrhunderte in Vergessenheit geraten, bis sie um 1920 in Deutschland experimentell wiederentdeckt wurde und heute ein besonderer Sammlungsschwerpunkt des MAKK ist. 

 

Schmuckdesigner haben zu allen Zeiten versucht, neuartige Materialien zu verarbeiten, auch das zeigt die Ausstellung (und der Katalog) sehr eindrucksvoll. Aluminium war einmal kostbarer als Gold, andere Materialien fanden Verwendung, nicht weil sie (möglicherweise nur temporär) wertvoll sind, sondern weil sie neue Konstruktionstechniken ermöglichen, neue Farb- und Formeffekte, oder schlichtweg den Schmuck demokratisieren, indem sie Luxus erschwinglich machten. Das begann im 19. Jahrhundert mit dem dünnen „Schaumgold“ und setzte sich in den Zwanzigerjahren mit dem Einsatz von frühen Kunststoffen und preiswerten, aber attraktiven Schmucksteinen fort. Der Trend hält bis heute an, auch wenn die Korrelation preiswerte Materialien = preiswerter Schmuck nicht mehr unbedingt gilt. 

 

Allen Objekten im Katalog ist gemeinsam, dass sie Handarbeit sind und in das Luxus-Sortiment fallen. Es gibt hier keine CNC-gefrästen Karkassen und auch keinen 3D Druck. Das wird sicher noch kommen, aber Museen tun sich oft etwas schwer, wenn Technik auf Kunst trifft. Der von der Museumsdirektorin betonte Fokus der „Nachhaltigkeit“ in der Sammlung erscheint mir hingegen nachträglich aufgesetzt, um einem woken Zeitgeist zu huldigen. Bei Industrieunternehmen nennt man so etwas „Greenwashing“, denn ein paar Schmuckstücke aus Schlackeabfällen machen noch lange keine nachhaltige Sammlung, aber das Wort verhindert zumindest einen schreienden Mob vor den Türen. 

 

Die Fotos im Katalog sind hervorragend und zeigen Details, die man in der Vitrine aufgrund ihrer Feinheit kaum erkennen kann. Jedes Stück wird mit seinem Schöpfer (soweit bekannt), Datierung, verwendeten Materialien und ggf. auch Verarbeitungstechniken vorgestellt. Auch der kulturgeschichtliche Hintergrund, wie Tragekonventionen, stilgeschichtliche Einordnung oder der Zeitgeist der Epoche (z. B. Erinnerungskultur) wird in den Beschreibungen kurz beleuchtet. Die Vielfalt ist enorm, nur beschränkt durch den bewussten Sammlungsschwerpunkt auf Zentraleuropa. 

 

Ein umfangreicher und exzellent illustrierter Ausstellungskatalog, buchtechnisch sehr schön verarbeitet und auf festem, matten Papier gedruckt. Informativ und vielfältig.

Cover des Buches Die Macht der Liebe: Juwelen für die Ewigkeit (ISBN: 9783836921695)
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Rezension zu "Die Macht der Liebe: Juwelen für die Ewigkeit" von Beatriz Chadour-Sampson

Ein LovelyBooks-Nutzer
Für die Liebe gemacht

Klappentext:

„Liebe, Romantik und Brautwerbung sind ebenso universell wie die wertvollen Juwelen, die sie inspirieren. Diese Objekte versinnbildlichen tiefe Gefühle für eine geliebte Person und ewige Verbundenheit. Dieser Band präsentiert außergewöhnliche Schmuckstücke von der Antike bis heute, die ein Sinnbild für innige Zuneigung sind. Bemerkenswert dabei sind die Fantasie und Kunstfertigkeit der Juweliere, die einzigartige Pretiosen erschufen. Eine Augenweide!“


Als gelernter Juwelier geht mir hier in diesem Buch das Herz auf. Wie im Klappentext bereits ausführlich beschrieben, geht es hier um Schmuckstücke rund um die Liebe. Ja, dieses Buch ist eine Augenweide, aber nicht nur wegen des Schmucks, sondern auch wegen seiner ausgezeichneten Ausführung. Dieses Buch mutet fasst einem Kunstkatalog an und zeigt durch seine brillanten Fotos nicht nur den Schmuck selbst, sondern auch in äußerst angenehmer Form deren Beschreibung und die Hintergründe dazu. Wem hier nicht das Herz aufgeht, ist selber schuld. Das Buch hat eine recht opulente Größe und das ist hervorragend gewählt um die Fotos in ihrer besten Qualität zu zeigen und zu bestaunen. Zu empfehlen ist, dieses „Schmuckstück“ auf einem Lesepult mit ausreichender Beleuchtung zu genießen - nur so hat man den besten Überblick. Ich vergebe sehr gern 5 von 5 Sterne!

Cover des Buches Die Macht der Liebe: Juwelen für die Ewigkeit (ISBN: 9783836921695)
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Rezension zu "Die Macht der Liebe: Juwelen für die Ewigkeit" von Beatriz Chadour-Sampson

Ein LovelyBooks-Nutzer
"Nimm den Ring, mein Herz, für viele Jahre" (S. 20)

Schmuckstücke stehen von je her als untrennbares Zeichen für Liebe, Romantik und Zuneigung. Sie sind Ausdruck der tiefen Gefühle, die die Tragenden füreinander empfinden und zeigen die innige Verbundenheit ihrer Herzen.

"Die Macht der Liebe: Juwelen für die Ewigkeit" ist ein eindrucksvoller Geschichts- & Bildband, der die Geschichte der Versinnbildlichung der Liebe von der Antike bis heute mit wirkungsvoll in Szene gesetzten Schmuckstücken aufzeigt, erstaunliche Zusammenhänge von Bräuchen und Sitten von einst bis in die Moderne aufdeckt und die Schmuckwelt im Wandel der Zeiten imposant und effektvoll präsentiert.

Ehesymbole von einst (Amulette, Gürtelschnallen, Ringe) und heute dürfen ihre ganze Pracht in exzellenten Farbaufnahmen entfalten und ermöglichen so eine aufregen Zeitreise, die nicht nur romantischen, sondern auch historischen Charakter hat.

Die heute sehr beliebten Liebesschlösser haben ihren Ursprung im Mittelalter, das Herz gilt von je her als Symbol der Liebe und findet sich so über die Jahrhunderte in den Schmuckstücken wieder. Auch die Gravur im Inneren des Eherings geht weit in die Geschichte zurück und ist Ausdruck tiefer Zuneigung und ewiger Liebe. Auch wird gerne die Blumensprache als Ausdruck innerer Verbundenheit genutzt und ist so, früher wie heute, Überbringer von Botschaften, die nicht für Jedermann/frau bestimmt sind.

Ein spektakulärer und gleichzeitig aufschlussreicher Spaziergang durch die romantischen Liebeserklärungen im Verlauf der Zeit, der mit Geschichten rund um Antike, Königshäuser und Prominenten sehr gut unterhält und die Liebe in all ihren Facetten- und das im wahrsten Sinne das Wortes - zeigt.

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