Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten

von Becky Chambers 
4,3 Sterne bei116 Bewertungen
Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (100):
LillianMcCarthys avatar

Ganz große Liebe! Ich liebe dieses Buch.

Kritisch (3):
MSBGs avatar

Interessantes Wordbuilding, Charaktere mit Potential – doch nichts passiert. Das Buch könnte mit jedem Kapitel aufhören.

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Inhaltsangabe zu "Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten"

Willkommen an Bord der Wayfarer! Becky Chambers hat mit ›Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten‹ eine zutiefst optimistische Space Opera geschrieben, die uns den Glauben an die Science Fiction (im Besonderen) und an die Menschheit (im Allgemeinen) zurückgibt. Als die junge Marsianerin Rosemary Harper auf der Wayfarer anheuert, wird sie von äußerst gemischten Gefühlen heimgesucht – der ramponierte Raumkreuzer hat schon bessere Zeiten gesehen, und der Job scheint reine Routine: Wurmlöcher durchs Weltall zu bohren, um Verbindungswege zwischen weit entfernten Galaxien anzulegen, ist auf den ersten Blick alles andere als glamourös. Die Crewmitglieder, mit denen sie nun auf engstem Raum zusammenlebt, gehören den unterschiedlichsten galaktischen Spezies an. Da gibt es die Pilotin Sissix, ein freundliches und polyamoröses reptilienähnliches Wesen, den Mechaniker Jenks, der in die KI des Raumschiffs verliebt ist, und den weisen und gütigen Dr. Chef, der einer aussterbenden Spezies angehört. Doch dann nimmt Kapitän Ashby den ebenso profitablen wie riskanten Auftrag an, einen Raumtunnel zu einem weit entfernten Planeten anzulegen, auf dem die kriegerische Rasse der Toremi lebt. Für Rosemary verwandelt sich die Flucht vor der eigenen Vergangenheit in das größte Abenteuer ihres Lebens.›Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten‹ wurde für zahlreiche Preise nominiert, u.a. für den Kitschies Award, den Baileys Women’s Prize for Fiction und den Arthur C. Clarke Award.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783596035687
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:544 Seiten
Verlag:FISCHER Tor
Erscheinungsdatum:27.10.2016
Teil 1 der Reihe "Wayfarer"

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Rezensionen und Bewertungen

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    MSBGs avatar
    MSBGvor einem Monat
    Kurzmeinung: Interessantes Wordbuilding, Charaktere mit Potential – doch nichts passiert. Das Buch könnte mit jedem Kapitel aufhören.
    Safari auf dem Ponyhof

    Dieses Buch lässt mich wirklich zwiespältig zurück. Ich habe es mir  – wie vielleicht viele andere – aufgrund des Titels gekauft. Und der ist wirklich großartig! Die lange Reise zu einem kleinen zornigen Planeten – dafür gibt es fünf Sterne. Leider muss ich nach der Lektüre sagen, dass die Reise wirklich sehr, sehr lang ist und der Lohn dafür in der Tat wirklich klein.


    Dabei betreibt die Autorin ein sehr interessantes World Building. Man merkt, wie viel Herzblut in diesem Universum steckt, das wirklich tolle Ansätze zu bieten hat. Es ist immer noch erfrischend, Science Fiction zu lesen, in der die Menschen nicht die entscheidende Spezies des Universums sind. Eigentlich sind sie nicht mehr als eine Fußnote, durch die Geschichte zersplittert, ohne Erde (die gründlich ruiniert wurde) und immerhin so weit gekommen, dass die generell Pazifisten sind. Keine Sternenflotte, kein galaktischer Bürgerkrieg – das macht tatsächlich Spaß.

    Auch die anderen Spezies und Kulturen sind sehr gut durchdacht. Und woran ich wenig herumzumeckern habe, ist die Crew der Wayfarer, die einem mit ihren Marotten und Eigenheiten schnell ans Herz wächst.

    Ja, Frau Chambers ist in der von ihr geschaffenen Welt Zuhause und liebt sie. Und das wird dem Buch auf der Länge der Lektüre zum Verhängnis.

    Die lange Reise zu einem kleinen zornigen Planeten ist vor allem Sightseeing. Eine Safari, bei der man nichts befürchten muss. Und dieser eklatante Mangel an Spannung macht die Lektüre sehr, sehr lang. Alles ist auf Harmonie und ein gutes Ende ausgelegt. Mögliche Bedrohungen und aufkommende Konflikte wirken wie pflichtschuldig eingebaut, werden aber meistens noch innerhalb des Kapitels aufgelöst. Am Ende wird alles gut, alle haben Verständnis und für alles gibt es eine Lösung.

    Das ist natürlich ein erstrebenswerter Ansatz für ein gesellschaftliches Miteinander, der Dramaturgie nimmt es jedoch die Brisanz. Bei den übergeordneten Handlungsfäden führt dies zu einer antiklimatischen Verpuffung, wenn über das Buch hinweg aufgebaute Konflikt(potential)e innerhalb weniger Absätze abgeschlossen werden. Haken dahinter, erledigt. Besonders ernüchternd ist dies im ›Finale‹ des Buches, wenn der titelgebende kleine zornige Planet endlich erreicht wird.

    Zusammen mit den vielen, nicht immer geschickt eingewobenen Erklärungen entsteht der Eindruck, dass die Dramaturgie letztlich nur Kulisse ist. Eigentlich möchte Frau Chambers uns ihren Kosmos zeigen. Es hat mehr von einer in einer episodenhaften Narration verpackten Weltbeschreibung als von einem Roman.

    So blieb bei mir am Ende der Gefühl zurück, dass das Buch ebenso gut noch fünf weitere Kapitel vor sich hätte hin plätschern wie zu jedem beliebigen vorherigen Kapitel hätte enden können. Und macht das Buch sehr belanglos.

    Positiv in Erinnerung bleiben sympathische Figuren, gut durchdachte Weltkonzepte und ein brillanter Titel. Eine spannungsarme, belanglose Dramaturgie, ein mitunter zu erklärerischer Schreibstil, die schnelle Gewissheit, dass niemandem etwas Schlimmes widerfahren wird, und ein wirklich ernüchternder Abschluss drücken das Buch für mich noch unter den Durchschnitt.

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    susiunis avatar
    susiunivor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Viel besser als erwartet. Die bunte Raumschiffbesatzung hat mich bestens unterhalten.
    Auf Entdeckungsreise mit der Wayfarer

    Ich gebe zu anfangs war ich sehr skeptisch. Auf den ersten Seiten fühlte ich mich überfordert: zu viele schräge Figuren und zu viele Fremdworte. Zum Glück bin ich dran geblieben, denn Becky Chambers ist es perfekt gelungen, mich seicht in das Wayfarer Universum einzuführen.  Der Leser lernt gemeinsam mit Rosemary die Besatzung kennen und lieben. Und da man dafür über 500 Seiten Zeit hat, klären sich auch all die fremden Worte mit der Zeit.

    Besonders gut hat mir gefallen, dass das Buch nicht auf den obligaten Gut-gegen-Böse-Kampf hinausläuft, bei dem über viele Seiten alles in die Luft fliegt. Das Ende war kurzzseitig spekatkulär und hinreichend dramatisch.

    Fazit: Ich freue mich auf Band 2 und bin gespannt, ob dieser mit ähnlichem Tempo, Feingefühl und Unterhaltung auffahren kann.


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    o_paperworm_os avatar
    o_paperworm_ovor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Ein Buch mit wirklich tollen Charakteren in einem interessanten Setting, leider hat es mir aber etwas an Spannung gefehlt.
    Ganz gut, wenn man sich drauf einlässt

    Am Anfang war ich sehr begeistert von dem Buch, das Setting ist kreativ und gut durchdacht. Vor allem die Charaktere sind sehr überzeugend. Die Crew der Wayfarer könnte unterschiedlicher nicht sein. Vor allem die Hintergründe der verschiedenen Spezies sind sehr interessant und die Dialoge der Charaktere machen Spaß und sind lustig zu lesen. Leider bleibt die Hauptstory an sich dabei ein bisschen auf der Strecke. So habe ich für das Buch sehr lange gebraucht, da mich die Geschichte einfach nicht so richtig gepackt hat. Die meiste Zeit ist die Crew nur auf der Wayfarer unterwegs und ab und an, passiert mal was, aber das löst sich meistens schnell wieder auf. Es könnte meiner Meinung nach etwas spannender und dramatischer sein. Insgesamt ist es aber dennoch ein ganz gutes Buch, wenn man sich darauf einlässt, dass es etwas ruhiger ist und welches durch seine Charaktere und das gut durchdachte Setting überzeugt.


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    Mali133s avatar
    Mali133vor 5 Monaten
    Eine interessante Reise durchs Weltall mit einer unglaublichen Crew

    "Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten" ist ein Roman von Becky Chambers und ist erstmals 2016 im Fischer Tor Verlag erschienen.

    Inhalt:
    Die junge Rosemary Harper möchte ihrer Vergangenheit entfliehen und heuert auf der Wayfarer an. Ein Tunnelerschiff, welches sich darauf spezialisiert hat Wurmlöcher durchs All zu bohren. Diese dienen dazu entfernte Galaxien miteinander zu verbinden. Auf dem Raumschiff lebt Rosemary nun mit den Crewmitgliedern auf engstem Raum. Es handelt sich um Angehörige der unterschiedlichsten galaktischen Spezies. Zu diesen gehören unter anderem die Piloten Sissix, ein reptilienähnliches Wesen, welches nur unter extremer Wärme arbeiten kann da sich sonst ihr Organismus abschaltet. Der Mechaniker Jenks ist ein kleinwüchsiger, liebenswürdiger Kerl und hat sich über die Jahre in die KI Lovey des Schiffes verliebt. Außerdem ist auch noch Dr. Koch mit an Bord, dessen Art vom Aussterben bedroht ist. Er ist wie sein Name es schon verrät als Arzt und Koch auf dem Schiff tätig.
    Als Kapitän Ashby einen lukrativen Auftrag angeboten bekommt, einen Raumtunnel zu einem fernen Planeten der kriegerischen Toremi zu bohren, nimmt er diesen an da die Crew das Geld sehr gut gebrauchen kann. Doch die Reise wird dadurch zu einem ungeahnten Abenteuer auf den verschiedensten Planeten und teils unglaublichen Vorkomnissen. So hatte sich Rosemary ihre Flucht sicher nicht vorgestellt.

    Fazit:
    Dieses Buch wollte ich schon seit einiger Zeit lesen und bin nun endlich dazu gekommen. Bis auf ein paar kleinere Kritikpunkte hat es mir gut gefallen.
    Die Gestaltung des Covers finde ich sehr gelungen. Es ist eine Person abgebildet, bei welcher es sich wohl um Rosemary handelt, die auf einem Planeten steht. Über ihr ist das Weltall mit seinen verschiedenen Planeten und Sternen. Die Farben sind relativ dunkel gehalten, da es im All auch eher dunkel ist, was im Buch auch erwähnt wird. Trotzdem fällt einem das Cover ins Auge und es beschreibt sehr schön den Inhalt des Buches.
    Den Schreibstil der Autorin fand ich sehr flüssig zu lesen. Trotz der vielen eher ungewöhnlichen Namen, Rassen und Ausdrücke hatte ich keinerlei Probleme alles zu verstehen. Die Autorin hat es geschafft eine wunderschöne, spannende neue Welt zu schaffen und den Leser dorthin zu entführen. Die Zusammenhänge der Welt werden zwar nicht erklärt, aber das hat mich nicht so gestört. Dafür werden die Charaktere detailliert beschrieben und auch auf die Orte, zu denen die Crew reist, wird ausführlich eingegangen. Es ist als würde die Welt zum Leben erwachen.
    Das Buch ist in einzelne Kapitel unterteilt. Diese waren für meinen Geschmack teilweise ein bisschen zu lang. Geschrieben ist die Geschichte eher aus der Sicht eines Erzählers, wobei trotzdem auf die Gedanken und Gefühle der einzelnen Charaktere eingegangen wird.
    Die Geschichte spielt ganz klar in einer Fantasy-Sci-Fi-Umgebung und hat mich im entferntesten Sinne an "Per Anhalter durch die Galaxis" erinnert. Es gibt viele unbekannte Orte und Spezies zu entdecken und die Reise der Crew läuft alles andere als nach Plan ab. Es gibt Spannung, Freundschaft, Intrigen, Romantik und noch so vieles mehr. Rosemarys Rolle hatte ich mir in der Handlung ein wenig größer vorgestellt. Nach dem Anfang, der erzählt wie Rosemary aufs Schiff kommt, ist es eher so dass aus der Sicht der ganzen Crew erzählt wird und Rosemary ein wenig in den Hintergrund gerät. Das war zwar etwas schade, aber auch nicht weiter schlimm.
    Insgesamt hat mir das Buch trotz der Kritikpunkte gut gefallen und wer sich für Bücher dieser Art interessiert, sollte dieses auf jeden Fall auch lesen. Ich werde zumindest sicher auch den zweiten Teil lesen, wenn auch nicht sofort.

    Von mir gibt es eine Leseempfehlung und 4 von 5 Sternen!

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    Herbstlaubs avatar
    Herbstlaubvor 5 Monaten
    phantbest Tag 3

    #phantbest Tag 3 – Dein aktuelles Phantastikbuch

    Zur Zeit lese ich »Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten« von Becky Chambers.
    Es ist ein Sci-F-Roman (und bevor jetzt jemand wild auf das Wort »Phantastik« deutet – Phantastik ist für mich das »Obergenre«, das alle phantastischen »Untergenres« in sich vereint. Eben die Fantasy, die Sci-Fi, Mystery, Grusel, etc…  ), der sich mit den Abenteuern der Crew eines kleinen, ramponierten Weltraumkreuzers, der »Wayfarer« beschäftigt.
    Ich bin auf den letzten Seiten des Buches und fast sicher, dass es sich um den Auftakt einer Reihe handelt. Hier schlummert so viel ungenutztes Potenzial, dass es eindeutig noch mehr Geschichten aus diesem Universum geben kann. Darf. Soll. Muss!

    Wer mich kennt, weiß, ich bin ein großer »Firefly«-Fan. Und genau dieses Gefühl, das schon Joss Whedons TV-Serie in mir auslöste, schafft auch dieses Buch. Ich liebe diese Crew! So verschieden sie sind (nicht nur charakterlich, sie gehören auch unterschiedlichen, detailliert entwickelten Spezies an), so liebenswert sind sie, jeder auf seine Weise. Ihre Hintergrundgeschichten sind bunt, aufregend, mal traurig oder illegal. Ihre Reise ist lang und birgt sogar für die alten Weltraumhasen viel Unbekanntes. Reichlich Action sucht man in diesem Roman vergebens, er ist sehr leise und baut auf den Charakteren und ihrem Miteinander auf.
    Die Welten, ihre Allianzen und deren Entwicklung, die Einordnung der menschlichen Spezies als eine im Vergleich zu vielen anderen eher minderbegabte, hässliche (und stinkende :D ) Rasse sind überzeugend und spannend. Ich mag die klugen Gedanken, die Wut, Hass und Kriegstreiberei aus evolutionären und patriotischen Gesichtspunkten beleuchten. Obwohl viele Problematiken im zwischenspezieschen Zusammenleben angesprochen werden, ist der Grundton der Geschichte immer positiv.
    Rundum: tolles Buch =)


    PS: Das mit der Reihe hat sich ja mittlerweile bestätigt ;)

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    TamiraSs avatar
    TamiraSvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Eine äußerst vorhersehbare Geschichte - Überraschungen sucht man hier leider vergeblich
    Eine wirklich lange Reise zu einem ... wohin eigentlich?

    Zugegeben, ich bin denkbar eine der Personen, die am wenigsten auf die Zielgruppe zutreffen, auf die dieser Roman, wahrscheinlich, abzielt:
    - Ich lese so gut wie keine Science-Fiction, sondern, wenn, nur Zukunftsvisionen und kann mir Raumfahrt-Geschichten kaum etwas anfangen,
    - Herr der Ringe gewinnt immer gegenüber Star Wars,
    - ich habe keine Ahnung von Technik (heimlich erkläre ich das Internet als Zauberwerk und wie das Telefon funktioniert? Keine Ahnung ...)
    - und ich liebe unperfekte und, manchmal, auch fiese und egeoistische Charaktere.

    Ich persönlich hatte kein Problem damit, dass mir die Autorin die Technik dieser Welten nicht erklärt - das hätte mich nur gelangweilt und verstanden hätte ich es sowieso nicht, da mache ich mir nichts vor. Ich nehme solche Dinge als Leser als Tatsache hin, schließlich akzeptiere ich auch Zauberei, Geistererscheinungen und Vampire - da wäre es doch unfair, würde ich von SF-Storys mehr erwarten. 

    Was ich jedoch nicht akzeptiere, sind unglaublich vorhersehbare "Plot-Twists" und Charaktere, die ausschließlich liebenswert und tolerant sind und selbst die, die angeblich nicht tolerant sind, trotzdem letztendlich tolerant reagieren. 

    Aber von Anfang.

    In der Geschichte folgen wir der sehr kleinen Crew der Wayfarer, einem Raumschiff, das Tunnel durch den Raum bohrt, damit andere Schiffe schneller von einem Ort zum anderen kommen. Die Crew der Wayfarer besteht aus vielen unterschiedlichen Rassen - es sind Menschen an Bord, humanoide Echsenwesen, affenähnliche Wesen, usw. Der bunt zusammen gewürfelte Haufen hat mir gefallen und gerade die unterschiedlichen Hintergründe sollten ja eigentlich für Spannungen sorgen. Tja, sollten ...
    Die Wayfarer erhält den wichtigen Auftrag, einen Planeten, dessen sehr kriegerische Rasse neu in die GU (ich habe leider vergessen, was genau GU heißt, aber es handelt sich dabei um etwas ähnliches wie die Europäische Union, jedoch eben, nun ja, in der Galaxie ...) aufgenommen wurde. Warum ausgerechnet dieses kleine Schiff, einen so wichtigen Auftrag erhält? Nun ja, keine Ahnung, denn bisher waren sie offenbar noch nie an großen Aufträgen beteiligt. (Aber manchmal habe ich mich auch gefragt, wieso ausgerechnet Frodo den Ring nach Mordor bringen muss, aber mich auch damit abgefunden.) 
    Die Wichtigkeit davon wird auch noch von der GU betont: es soll schnell und bestmöglich von statten gehen.
    Umso seltsamer fand ich, dass unsere Crew andauernd Halt macht. Kein Wunder, dass es ein so langer Weg sein soll, wenn sie dauernd Verwandte besuchen, während sie sich bereits auf dem bezahlten Trip zu dem "zornigen Planeten" befinden. Offenbar scheint aber auch die GU von all dem nichts besonderes beeindruckt zu sein - man hört von ihr auf jeden Fall während der Reise nichts dazu. Die Wayfarer kann tun und lassen, was sie will.
    Das ist Kritikpunkt 1: Nicht nachvollziehbar.

    Während die Geschichte durch eben viele dieser Päuschen wirklich langsam vorangeht, kommen wir zu Punkt 2 - und dieser störte mich wirklich enorm.
    Die Charaktere.
    Die Charaktere, alle zusammen, sind - auch wenn der eine oder andere vielleicht eine harte Schalte hat - innen so weich und liebenswert wie Karamell-Toffees. Jeder zeigt vollkommen unrealistisches Verständnis für jede Situation.
    Aufkommende Reibungspunkte, von denen der Leser erwartet, dass endlich mal ein kleines Feuer entsteht, werden im Keim erstickt. Nach wenigen Sätzen der Konfrontation weht ein Wind der Toleranz und des Verständnisses durch die Seiten, dass ich nur den Kopf schütteln konnte. Wie kann es sein, dass bei einer Gruppe von 9 oder 10 Leuten sich keiner mal streitet? Ich meine, richtig streitet? Und wenn sie es tun, ist fünf Seiten später davon keine Rede mehr.

    Kommen wir damit zu Punkt 3: Die Handlung.
    Die Handlung ist entsprechend unspektakulär. Die Wayfarer flieg von Punkt A nach Punkt B, mit einigen Zwischenstopps, und bekommt während des Flugs immer wieder ein paar Probleme, die die Autorin für den Leser unfassbar erwartet platziert.
    - Die Wayfarer wird überfallen (wobei die Piraten natürlich eigentlich nicht böswillig handeln, sondern einfach keine Wahl hatten)
    - Rosemarys Vergangenheit wird ausgegraben
    - Captain Ashby hat eine verbotene oder verpönte Beziehung
    - zwei sich mehr oder weniger hassende Charaktere müssen einander helfen
    Und all dies, jeder Punkt davon, ist wie eine Kurzgeschichte, die mit der eigentlichen Handlung nichts zu tun hat. Es macht für die Geschichte keinen Unterschied, dass Rosemary lügt oder Ashby eine Beziehung hat, die allen Probleme machen könnte. Würde all dies nicht in der Geschichte vorkommen, wäre die Handlung vollkommen identisch verlaufen. So etwas enttäuscht mich als Leser enorm. Denn wieso soll ich davon lesen, wenn es für mich keinen Unterschied macht?
    George R. R. Martin ist das beste Beispiel. In seinen Büchern passiert nichts, das keinen Sinn ergibt oder später nicht noch eine Rolle spielt. Kleine Geschichten im ersten Roman (die Legende von Lyanna und Rhaegar und wie er sie als schönste Frau am Turnier gekürt hat) sind nicht unwichtig und spielen eine Rolle - wenn auch sehr viel später. 
    Was Becky Chambers mit diesen so vorhersehbaren Reaktionen ihrer Charaktere bewirkt und vermutlich wollte ist, den Erwartungen des Leser entsprechen. Ihr kennt das doch sicher: Ihr lest von Charakteren in Büchern und wünscht euch sehnlichst, dass ihnen nichts böses passiert, vielleicht shipped ihr auch bestimmte Personen - doch wenn dann der Autor euren Vorstellungen entspricht, seit ihr enttäuscht. Mir kam es vor, als wollte Chambers, dass der Leser sich freut, weil die Charaktere so reagieren, wie sie es vielleicht in einer perfekten Welt tun sollten - aber nicht in der Realität tun.

    Hach, ich könnte darüber noch stundenlang sprechen (an alle, die die Geschichte gelesen haben: Das Ende und Ohan? Ich meine, bitte ... wer war nicht vollkommen davon überzeugt?). Und ja, ich weiß, dass nicht alle Leser einen Bösewicht wollen, eine Bedrohung, die einen um Charaktere bangen lässt, doch gerade das Fehlen dieser Bedrohung und das Wissen des Lesers, dass die Autorin letztendlich sowieso wieder alles gut werden lässt, nimmt dem Roman so viel Spannung, dass ich mich zwingen musste, weiter zu lesen.

    Trotzdem war das Buch "in Ordnung". Es war nett zu lesen (ja, "nett"), aber ich werde in zwei Wochen sicherlich vergessen haben, wie welcher Charakter heißt und mich in einem Jahr vermutlich gar nicht mehr an die Geschichte erinnern. Zwei Sterne fand ich dann doch zu schlecht (ich fand es nicht so schlecht wie Vier Farben der Magie), aber drei nicht ganz gerechtfertigt. 
    Tja, 2,5 Sterne sind aber eben nicht möglich ...


    FunFact: Das ist jetzt das vierte Buch aus dem Tor-Verlag, das ich gelesen habe und alle fand ich mittelmäßig bis schlecht ... Ich hoffe, das ist keine Vorschau für die noch kommenden Romane und die, die bereits ungelesen in meinem Regal stehen ...

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    Johanna_Jays avatar
    Johanna_Jayvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Mach einen Ausflug auf der Wayfarer und lerne verschiedene Spezies und die Probleme dieses Universums kennen.
    Gelungene Darstellung verschiedenster Persönlichkeiten

    Ashby Sansoto ist Captain eines Raumschiffs, der Wayfarer. Dort spielt sich auch der maßgebliche Teil der Handlung ab. Dabei lernt man verschiedene den Weltraum bewohnende Spezies und ihre Eigenheiten kennen, so wie Konflikte und politische Probleme, die sich genau aus diesen Eigenheiten ergeben.

     

    Die verschiedenen Charaktere und ihre Probleme werden in dem Buch sehr gut dargestellt, so dass man wirklich den Eindruck hat man kennt am Ende all diese Wesen, die die Wayfarer bewohnen. Das macht meiner Meinung nach auch den Charme des Buches aus.

    Ich hatte zugegebener Maßen ein wenig was anderes erwartet, da ich dachte die KI des Raumschiffes und die allgemeine Debatte um Rechte von KIs würde eine größere Rolle spielen, da ja der Folgeband allein von dieser KI handelt. In diesem Buch spielt sie jedoch eine eher untergeordnete Rolle.

     

    Für mich war es ein durchaus gelungenes Buch, etwas Abzug gibt es für wenige langatmige Nebenschauplätze. 

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    kayladawndmmrs avatar
    kayladawndmmrvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Top!!
    Absolut begeistert!

    Ich hab jede Seite dieses Buchs genossen, es war einfach fantastisch. Man schließt die Charaktere so ins Herz und es macht einfach Spaß sie auf ihrer Reise durch diese Welt zu begleiten. Auch ein großes Lob, an all die Kreativität die in dem Buch steckt, es ist toll, sich die ganzen Spezies und ihre Eigenarten vorzustellen. Einfach super :)

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    awogflis avatar
    awogflivor 7 Monaten
    Kein Science in dieser Science-Fiction

    Gleich mal zu Beginn eine Positionsbestimmung meinerseits. Ich lese seit den 80er Jahren Science Fiction und bin ein Fan und Nerd in dieser Community von meiner ersten Stunde an. Ich habe von Lem und den Herberts (Vater und Sohn) nahezu alles verschlungen, von meinem Superstar Philip K. Dick auch sehr viel gelesen, Douglas Adams sowieso, und dann natürlich noch ein bisschen Heinlein und Strugatzki und so weiter ....auch ein paar modernere Autoren habe ich gelesen und  alle filmischen Umsetzungen wurden von mir selbstverständlich inhaliert.

    Insofern bin ich SF-Purist und mir ist die Science in diesem Genre - die ja auch im Namen steht und deshalb ein wesentlicher Bestandteil ist - sehr wichtig. Wir haben früher stundenlang falsche Konzeptionen an Zeitschleifen kritisiert, über mögliche Antriebstheorien diskutiert und die fiktionalen Theorien auf Wisschenschaftlichkeit abgeklopft.

    Deshalb war ich als Frau auch sehr gespannt, was denn die vom Verlag propagierte neue Weiblichkeit in der Science Fiction von Becky Chambers zu bedeuten hätte. Prinzipiell ist es mir sowieso ein Dorn im Auge, dass in manchen Genres so gut wie keine Frauen sichtbar sind.

    Vermeidung von technologischen Erklärungen
    Der neue Stil begann schon mal sehr irritierend. Die Autorin warf völlig inflationär  technologische Ausdrücke unkommentiert die Arena. Als Leserin musste ich mich mit Wörtern und neuen Technologien anfreunden, von denen mir nicht erklärt wurde, wie sie in diesem Roman funktionieren sollten. Wie zum Beispiel der Algenantrieb, die Stasetruhe, die Medbots...

    Zuerst dachte ich mir noch - "Ok gemach Du SCIFI-Nerd, warte mal ab. Die Autorin spielt einfach nicht sofort und vordergründig den Erklärbären für die erwähnten Technologien, die genaue Funktionalität wird dem Leser nach und nach offenbart."

    .... Und dann passierte nichts. Im Gegenteil, weitere Technologien wurden eingeführt und wieder nicht erklärt, wie sich die Autorin das vorstellt. Neben dem verwirrenden Beginn des Roman hat mich am meisten der Umstand gestört, dass in einem plotrelevanten Teil der Raumfaltung - das ist ja das Kerngeschäft der Wayfarer - nicht mal im Ansatz thematisiert wurde, was die Crew hier überhaupt macht. Ok da ich schon genug andere SCIFI gelesen habe und mit den älteren Theorien der Raumfaltung zumindest ganz gut vertraut bin, kann ich mir vieles denken, aber wie zum Beispiel die Käfige zur Stabilisierung des Bohrerlochs fungieren ist mir völlig schleierhaft - oder dienen sie vielleicht als Bojen, damit man sich im Hyperraum nicht verirrt? Keine Ahnung - ganz typisch wie im Rest des Romans - ein paar Begriffe in die Geschichte geworfen, ein paar wissenschaftliche Andeutungen und dann wird wieder drauf gepfiffen.

    Auch hier wird bereits ein bisher fundamentaler Grundsatz des SCIFI-Genres in Frage gestellt. Die Frage ist nämlich, ob technische Erklärungen integraler Bestandteil von guter Sci-Fi Literartur sein müssen oder nicht. Soll die SCFI- komplett zur Fiktion verkommen und die wissenschaftlichen Erklärungen werden ab nun ignoriert und ausgelassen- Hautpsache die Figuren sind nett entwickelt und eine Geschichte wird erzählt?

    Ich sage schon in diesem Bereich nein, denn auch hier und jetzt auf der Erde interessieren mich grad die neuen Elektro- Speicher- und Wasserstofftechnologien. Als halbe Technikerin ist mir ist gar nix wurscht hauptsach die Karre fährt oder der Compi funzt. Ich will wissen wie, und griff und greife auch öfter zum Schraubenschlüssel weil ich die Technik dahinter erforschen will - SEHRRRR SCHLECHT FÜR DIE GEWÄHLEISTUNG BEI APPLE PRODUKTEN!!!

    Das Privatleben der Aliens
    Stattdessen fokussiert sich Frau Chambers sehr intensiv auf die Figurenentwicklung, die einzelnen Alienrassen, deren Taxonomien und biologische Eigenschaften, ihre Gebräuche, wie sie essen, wie sie Sex haben, wie sie kommunizieren, wie ihre Familienverbände strukturiert sind. Also sie  zentriert den Roman auf biologische, soziologische und ethnografische Aspekte der Science Fiction.

    Das ist eigentlich der Punkt, wo sie wirklich frischen Wind in das Genre bringt, ohne es durch einen Tsunami völlig auf den Kopf zu stellen, der mir zudem am besten am Roman gefallen hat. Bei allen wissenschaftlichen Lücken muss gesagt sein: Dieses breite Feld, das mich seit den 80ern in der Science-Fiction umtreibt und das noch nie geklärt wurde, wird hier doch ein bisschen genauer beleuchtet und das hat der Science Fiction auf jeden Fall gefehlt. Ein Mad-Bild zum Krieg der Sterne drückt nämlich sehr deutlich aus, was ich schon immer wissen wollte, mich aber nie getraut habe zu fragen😂

    Ok wie die Aliens auf die Toilette gehen, wurde nicht beschrieben, aber die private Lebensrealität von Aliens wurde sehr genau thematisiert.

    Wissenschaftliche Korrektheit von Analogien und Wendungen im Plot

    Da Becky Chambers ja eh so gut wie nie detaillierte technische Erlärungen abgibt, sondern sich nur in Andeutungen ergeht, wäre die Wahrscheinlichkeit, wissenschaftliche Fehler zu begehen eher gering, aber sebst hier schafft sie es, auf wissenschaftliche Recherche und Korrektheit zu verzichten und kapitale Schnitzer zu produzieren. Das ist sehr ärgerlich. Kann die Vermeidung von Wissenschaftlichkeit im Roman noch als lässlicher Fehler gesehen werden, so sind Analogien und Plotwendungen basierend auf uralten falsifizierten Theorien einfach ein NO-GO im Genre.

    Da sie sich auf biologische Aspekte der Aliens kapriziert, sollte zumindest dieses wissenschaftliche Gebäude ihrer Analogien auf dem letzten Stand der Forschung sein, aber nicht mal das schafft sie. Sie vergleicht eine zweibeinige fleischfressende KALTBLÜTLER-Echse mit einem zweibeinigen Saurier der seit dem Stand der Wissenschaft ab 2005 definitiv als WARMBLÜTLER bestätigt wurde. Außerdem wurde auch impliziert, das 2-beinige Raubsaurier keine Federn hattten. Nun könnte man ja bei der indirekten Konzeption der Figuren einwenden, dass die Figur der Echse so etwas nicht wissen kann, aber eine menschliche Spezialistin für Aliens und Aliengesetze also für Rassen und Taxonomien, die auch ständig in der Datenbank rechcheriert, zieht den Vergleich und das ist Figurenkonzeptionell total unlogisch.

    Ein bisschen Recherche (und mehr als 10 minuten Aufwand ist das nicht) des aktuellen Standes der Wissenschaft würde sowohl für die Autorin als auch für den SCIFI-Verlag absolut notwendig sein. Sogar in Krimis müssen die Autoren auf dem aktuellen Stand der Forensik und der Technik schreiben und demgemäß die aktuellen Entwicklungen permanent recherchieren.

    Mein Lesefreund Marcus hat mir dann auch am Ende noch ziemlich klar vor Augen geführt, dass der Roman auch im Plot bei der Raumfaltung bzw. beim Bewegen des Raumschiffs im Raum und in der Zeit des Universums, am wissenschaftlichen Stand von vor 2005 steckengeblieben ist. Auch hier wurden die neueren Erkenntnisse der Forschung der letzten Jahre einfach ignoriert bwz. uralte, mittlerweile falsifizierte Theorien auf den Plot angewandt. Das wäre nun bei einem Buch von 2000 gar kein Beinbruch, aber die Erstausgabe des Romans wurde 2014 verlegt und das Genre heißt SCIENCE-Fiction.

    Der Plot
    Auch im generellen Plot verstößt der Roman gegen alle Regeln des Genres. Es existiert auf 550 Seiten bis auf ein paar Ausnahmen so gut wie keine ÄKTSCHN was eigentlich doch ganz schön langweilig ist.

    Resumee und Fazit
    Drei fundamentale Regeln und Grundpfeiler des SF-Genres werden hier in diesem Roman auf den Kopf gestellt und ignoriert.
    -  1) Die fehlende Wissenschaftlichkeit im Roman durch Auslassung fast aller Erklärungen (die geht für mich ja noch, denn möglicherweise ist die manische technokratische Fokussierung des Plots im Genre ohnehin zu ausgeprägt, dennoch möchte ich manchmal wissen, wie etwas funktioniert und will mich nicht durch leere technische Worthülsen verwirren lassen)
    -  2) FAKE-Wissenschaftlichkeit durch uralte falsifizierte wissenschaftliche Theorien im Roman (für mich absolut nicht zu tolerieren denn das Genre heißt SCI-Fi und ohne Science führt es sich schon alleine in seiner Existenz ad Absurdum)
    -  3) kaum Action im Plot (für mich sehr langweilig)

    + 4) Demgegenüber steht auf der positiven Seite eine gute und intensive Figurenentwicklung die doch sehr erfrischend in das ansonsten technokratische Genre, das sich bisher wenig mit Figuren und Aliens beschäftigt hat, eingeführt wird.

    Am Ende meiner Bewertung wenn ich die Minuspunkte und Pluspunkte zusammenrechne, stehen 2,5 Sterne in der Bewertung eines sehr mediokren SCI-FI Romans, der einfach mit Gewalt versucht, anders und innovativ zu sein und dabei die fundamentalen Pfeiler des Genres total verloren bzw. sie bedauerlicherweise bewusst ignoriert hat.

    Kommentare: 4
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    Zaliras avatar
    Zaliravor 8 Monaten
    Der Weltraum, unendliche Weiten.

    An Bord der Wayfarer geht der Leser auf eine Reise durch das Universum. Und schon mal vorweg: ich liebe dieses Buch! „Der lange Weg..“ hat mich sehr lang an eine Fernsehserie erinnert. Es gibt einen Haupthandlungsstrang und bis dahin gibt es viele kleine Einzelepisoden. Probleme, die gelöst werden müssen, neue Leute, die man kennen lernt und Abenteuer, die man als Leser miterlebt. Becky Chambers lässt dabei nichts aus und beschreibt mit ganz viel Liebe zum Detail jede Einzelheit, sei es personen- oder umgebungsbezogen.

    „Und überall nichts als Schwärze, Schwärze, Schwärze, voller funkelnder Sterne und farbiger Wolken.“ (S. 538)

    Etwas, das sehr schnell klar wird, sind die vielen unglaublich tollen Charaktere, die beim Lesen so real erscheinen, wie du und ich. Auch wenn man zwar so seine Lieblingsfiguren hat, will man keinen anderen missen. Außerdem gibt es selten Bücher, bei denen Freundschaft wirklich groß geschrieben wird, aber dieses ist eines davor. Und gerade die zwischenmenschliche -auch wenn nicht alle wirklich menschlich sind- Ebene sorgt dafür, dass man das Buch noch viel mehr schätzt. In Bezug auf die geschaffene Welt beziehungsweise das ganze Weltall habe ich großen Respekt vor Becky Chambers, die sich all die verschiedenen Spezies mit ihren Eigenheiten ausgedacht hat. Das Buch sprengt auf gewisse Weise das eigene Vorstellungsvermögen. Allerdings auf eine schöne, inspirierende Art. Auch bezüglich Toleranz kann man in diesem Buch noch einiges lernen und vieles regt auch zum Nachdenken an, Künstliche Intelligenz und andere gesellschaftliche Wertesysteme. Dadurch stehen auch ernste Themen im Fokus. Hat jeder ein Recht zu Leben? Das Buch ist daher eine gelungene Mischung aus Unterhaltung und geistigem Denkanstoß.

    „Gefühle sind relativ. Und im Grunde sind sie alle gleich, selbst wenn sie aus unterschiedlichen Erfahrungen erwachsen und in verschiedenem Ausmaß existieren.“ (S. 286)

    Am Schluss wird es dann noch einmal richtig spannend, wo mir davor vielleicht manchmal ein wenig der Spannungsbogen gefehlt hat, hier habe ich so richtig mitgefiebert. Es passiert so einiges, was mich voll großer Erwartungen auf den nächsten Band warten lässt.

    Ein einzigartig schönes Buch, das selbst so faszinierend ist wie seine Figuren. Eine unglaublich tolle Science-Fiction Geschichte, die alle Fans des Genres begeistert. Ich (als vorwiegender Fantasy-Leser) für meinen Teil hatte sehr viel Spaß mit dem „Langen Weg..“ und freue mich schon sehr auf Becky Chambers nächstes Buch im ‚Wayfarer‘ Universum.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Zaliras avatar
    Im Rahmen der  Top-3-Voting-Challenge wollen wir zusammen "Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten" von Becky Chambers lesen. 

    Offiziell beginnt läuft die Leserunde ab dem 01.01.2018 und geht bis zum Ende des Monats. Rezensieren ist keine Pflicht, aber bei der Challenge erhält man ein Los dafür. 

    Jeder liest mit seinem eigenen Leseexemplar, es gibt kein Buch zu gewinnen! 

    Es kann natürlich jeder mitmachen, der Lust dazu hat, auch wenn er nicht bei der Challenge angemeldet ist. 


    Eine kurze Info, wann ihr mit dem Lesen beginnen wollte, wäre schön, damit man die Leserunde besser abstimmen kann. Viel Spaß beim Lesen!
    Zaliras avatar
    Letzter Beitrag von  Zaliravor 8 Monaten
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    Weitere Informationen zum Buch

    Pressestimmen

    [.] intelligente, unterhaltsame Wohlfühl-SF, die zu keinem Zeitpunkt langweilig wirkt, aber auch nie kitschig oder naiv.

    …es sind ganz klar die Geschichten der Figuren, die dieses Buch tragen und eben auch besonders machen.

    Vereinte Nationen im Weltall - kein unbedingt neuer SF-Aspekt, hier wird er aber auf höchst unterhaltsame Weise in eine neue Space Opera integriert.[…]

    Eine Empfehlung für alle, die auf unterhaltsame Weltraumgeschichten mit Humor, Spannung und auch einer gewissen Ernsthaftigkeit stehen.

    Ein etwas anderer, intelligenterer und vorzüglich übersetzter Roman erwartet den Leser, der einmal außerhalb der gewohnten Pfade unterwegs ist - es lohnt sich!

    Ich hoffe nicht nur auf eine Fortsetzung des Romans, sondern auch darauf, dass wir fremden Kulturen so offen entgegentreten wie die Crew der Wayfarer.

    Was für ein ungewöhnlicher, schöner und unkonventioneller Science-Fiction- Roman, der [.] alles hat, was man von einer modernen Weltraum Oper erwarten kann.

    Kurzum: ›Der lange Weg.‹ ist ganz großes Kopfkino. Wer sich nicht mit auf diese herrliche Reise begibt, verpasst den Weltraum-Trip seines Lebens.

    Vorfreude! So freuen sich unsere Leser auf das Buch

    CherryblossomBookss avatar
    CherryblossomBooksvor 3 Monaten
    Ich freue mich auf das Buch.
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