Bei Ling Der Freiheit geopfert

(6)

Lovelybooks Bewertung

  • 4 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 3 Rezensionen
(2)
(3)
(1)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Der Freiheit geopfert“ von Bei Ling

Der Schrifsteller Liu Xiaobo steht seit mehr als zwei Jahrzehnten für den gewaltfreien Kampf chinesischer Intellektueller gegen die Unterdrückung des Volkes und für mehr Menschenrechte in China. Seinen Einsatz für mehr geistige und gesellschaftliche Unabhängigkeit in der Volksrepublik hat Liu Xiabo mit seiner Freiheit bezahlt. Er sitzt in einem Gefängnis, 500 Kilometer von seinem Zuhause in Peking entfernt. Der chinesische Dissident und Präsident den PEN-Clubs unabhängiger Schriftsteller in China wurde zu elf Jahren Haft verurteilt: Der Vorwurf: Untergrabung der Staatsgewalt. Am 10. Dezember 2010 erhält der Kämpfer für Menschenrechte den Friedensnobelpreis.

Stöbern in Biografie

Der Lukas Rieger Code

Lukas Rieger über seinen Aufstieg leider weniger über sein Leben - keine Biografie

blaues-herzblatt

Nachtlichter

Amy Die raue Schönheit des Nordens wird lebendig

Buecherfreundinimnorden

Gegen alle Regeln

Bewegend - eine Geschichte von Liebe und Verlust!

SophLovesBooks

Ich bin mal eben wieder tot

Kein Ratgeber,aber fantastisch geschrieben. Ich selber hatte zum Glück bisher nie mit Panikattacken zu tun,aber mein bester Freund.

Rahel1102

Ich liebe das Leben viel zu sehr

Hier hat mir besonders der sarkastische, aber doch zeitweise fast poetische Schreibstil sehr gefallen.

AmyJBrown

Embrace

Sowohl als Buch als auch als Film echt beeindruckend! Kann Embrace jedem empfehlen :)

Kiwi33

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Rezension zu "Der Freiheit geopfert" von Bei Ling

    Der Freiheit geopfert

    WinfriedStanzick

    20. December 2011 um 15:04

    Zehn Jahre schon lebt der Autor des vorliegenden Buches im Exil, meist in Taiwan. Bei Ling hat mit Lui Xiaobo, dem diesjährigen Träger des Friedensnobelpreises, den er nicht entgegennehmen durfte, weil er im Gefängnis sitzt, über zwanzig Jahre lang sehr eng zusammengearbeitet. Aus diesem Grund ist die Biographie, die er nun über ihn geschrieben hat, lange bevor Lui Xiaobo den Preis erhielt, von sehr intimer Kenntnis und großem Detailreichtum. Bei Ling zeichnet den Dissidenten als einen radikalen, auch radikal selbstkritischen Intellektuellen. Wenn man in diesem Buch liest, versteht man, warum die chinesische Führung vor diesem aufrechten Mann eine solche Angst hat, dass sie selbst ihre internationalen Beziehungen aufs Spiel setzt, um ihn mundtot zu halten. Doch wie Lui Xiaobo selbst ist auch sein Biograph davon überzeugt, und das scheint auf jeder Seite dieser Biographie durch, dass sich seine Überzeugungen letzten Endes durchsetzen werden in China: „Für kurze Zeit haben sie den Kampf gewonnen, doch auf lange Sicht hat der Nobelpreis der Demokratiebewegung einen enormen Aufschub gegeben.“ Wenn nur die westlichen Ländern aus wirtschaftlichen Interessen nicht wieder klein beigeben.

    Mehr
  • Rezension zu "Der Freiheit geopfert" von Bei Ling

    Der Freiheit geopfert

    philine

    26. February 2011 um 16:51

    Ich wollte herausfinden, wer dieser chinesische Nobelpreisträger ist und suchte nach Texten von ihm. Da stieß ich auf die Biographie, geschrieben Freundes Bei Ling. Es ist auch das einzige deutsche Buch über ihn. Seine eigenen Texte gibt es bis jetzt nur sehr teuer im Internet, in Japan oder Taiwan. China ist ein Land, in dem sehr viel schief läuft: Polizeigewalt, Hausarreste, Arbeitslager ohne gerichtlichen Beschluss, seit Jahrzehnten keine demokratischen Erfahrungen, Gewaltmonopol, Willkür, Korruption, Strafen für freie Meinungsäußerung (Verbote von kontrarevolutionären Publikationen (von Zeitungen bis Fernsehen, Verfolgung der Verantwortlichen), Überwachung, Militärgewalt gegen Aufständische, Folter, Erschießungen, Nichteinhaltung der eigenen Verfassung, fehlende Transparenz,… stehen teilweise an der Tagesordnung. Das Buch ist recht chronologisch aufgebaut. Es beginnt mit Liu Xiaobo als Student, der also solcher die chinesische Literatur kritisiert, da sie politisch beeinflusst sei und sich nicht weiterentwickle. Viele Studenten hörten ihm zu oder beteiligten sich und so begann er, der Regierung ein Dorn im Auge zu sein. Berühmt ist Xiaobo für seinen wesentlichen Beitrag zum friedlichen Abzug der Protestierenden vom Tian’anmen Platz 1989: Hunderttausende Studenten und Professoren belagerten den Platz des Himmlischen Friedens und führten gemeinsam einen Hungerstreik durch, mit der Forderung nach Menschenrechten und Demokratie in China. Schließlich drohte die Regierung mit dem gewaltvollen Einsatz des Militärs, wenn das nicht sofort aufhören würde. Liu Xiaobo und weitere „Drahtzieher“ führten Gespräche mit den Regierungsbeauftragten, hielten Reden an die Streikenden und konnten sie von einem sofortigen Abzug überzeugen (der nach demokratischer Abstimmung beschlossen wurde!). Es ist in letzter Sekunde gelungen und somit wurde niemand verletzt oder getötet. Liu Xiaobo kam schon mehrmals in Gefängnis. Dass er den Abzug vom Tian’anmen Platz organisiert hat, wurde ihm von der Regierung hoch angerechnet. Weil er ein Geständnis ablegte (was er aber im Nachhinein stark bereut), wurde er bevorzugt behandelt. Schockierend ist, dass Xiaobos Frau nicht einmal seinen Aufenthaltsort während der Gefangennahme erfahren durfte. Der Autor Bei Ling war lange im Ausland (in den USA), hat sich dort literarisch engagiert, Autoren auf China aufmerksam gemacht und blieb nah am Geschehen. Eine Rückreise nach China hätte (und hat) für ihn als Dissident Überwachung, Verfolgung und Gefangennahme bedeutet. Er gründete schließlich mit der Unterstützung von Liu Xiaobo in China den PEN-Club für Schriftsteller, der international anerkannt wurde. Im Jahr 2008 verfassten und unterschrieben Liu Xiaobo und 300 Intellektuelle Chinas die „Charta 08“ (in Anlehnung an die tschechische Charta 77). Sie sollte am 10. Dezember veröffentlicht werden – ein weiterer starker Schlag für die Regierung. Wegen der ständigen Beobachtung durch die Staatssicherheit wurde Xiaobo jedoch in der Nacht von 8. auf 9. verhaftet. Daraufhin stellten andere die Charta 08 schnell ins Internet. Sie sammelten weitere 10000 Unterschriften aus vielen Ländern der Welt, auch aus Deutschland. Auszüge aus der Charta 08: 1. Änderung der Verfassung 2. Gewaltenteilung 3. Verfassungsgemäße Verankerung der Demokratie 4. Unabhängigkeit der Justiz 6. Garantie der Menschenrechte 7. […] Wahlen 10. Versammlungsfreiheit 11. Freiheit der Meinungsäußerung 12. Recht auf Bildung Ein Satz, der sehr viel aussagt (s. 137): „Wir haben lieber zehn verschiedene Engel, die einander kontrollieren, als einen allmächtigen Engel.“ 2010 wurde Liu Xiaobo zu 11 Jahren Haft verurteilt und konnte somit den im verliehenen Friedensnobelpreis nicht entgegennehmen. Der Grund: „Volksverhetzung zum Umsturz der Staatsgewalt“. Auch seine Frau, die selber politisch nicht aktiv ist, durfte nicht nach Oslo fahren. Liu Xiaobo hält sich fest an der Liebe zu seiner Frau Liu Xia. Der Preis gilt nicht nur ihm, sondern allen, die sich friedlich für ein demokratisches China mit Menschenrechten eingesetzt haben und einsetzen, vor allem jenen, die 1989 am Tian’anmen Platz dabei waren und auch deren mitleidenden Familien. Traurig ist, dass der politische Druck aus dem Ausland kontinuierlich nachlässt, weil sich die Länder Anteile an Chinas wirtschaftlichem Fortschritt versprechen. Wenn man dieses Buch liest, bekommt man einen sehr tiefen Einblick in die politische Situation Chinas. Es wird klar, wie wichtig Menschenrechte sind und warum man sie jederzeit wertschätzen, umsetzten und verteidigen sollte. Und es zeigt auch, warum Menschen im Kommunismus unfrei sind und wie viel Demokratie überhaupt bedeutet. Etwas, das man leicht vergisst, wenn es einen so selbstverständlich umgibt… Bei Ling hat anlässlich der Nobelpreis-Auszeichnung sehr schnell sehr gut recherchiert und ein übersichtliches, aufklärendes, interessantes sowie schockierendes Buch geschrieben, das ein Brücke für uns Leute bildet, die nicht dabei sind.

    Mehr
  • Rezension zu "Der Freiheit geopfert" von Bei Ling

    Der Freiheit geopfert

    dzaushang

    10. December 2010 um 22:46

    Anstelle einer Rezension: Liu Xiaobo (劉曉波 ), Auszüge aus der nicht gehaltenen Verteidigungsrede eines Dissidenten ---------------------------------------------------------------------------------------- Ich habe keine Feinde. Weder die Polizisten, die mich überwacht, gefangen genommen und verhört haben, noch die Staatsanwälte, die mich angeklagt, noch die Richter, die mich verurteilt haben, sind meine Feinde. Ich akzeptiere eure Überwachung, euren Arrest, eure Urteile nicht, aber ich respektiere euren Beruf und eure Persönlichkeiten. Der Hass zerfrisst die Weisheit und das Gewissen einer Person. Das Feinddenken kann den Geist einer Nation vergiften, Toleranz und Menschlichkeit zerstören und den Weg zu Fortschritt und Demokratie verstellen. Ich hoffe, in der Lage zu sein, die Feindseligkeit des Regimes mit besten Absichten zu erwidern und Hass mit Liebe zu entschärfen. (…) Ich glaube fest daran, dass die politische Entwicklung Chinas nie haltmachen wird. Und ich bin voller optimistischer Erwartungen, dass eines Tages die Freiheit nach China kommen wird, denn keine Kraft der Welt kann dem menschlichen Drang nach Freiheit Einhalt gebieten. China wird dereinst ein Land sein, in dem Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte an vorderster Stelle stehen. (…) Wenn Sie mich fragen, was meine glücklichste Erfahrung der vergangenen beiden Jahrzehnte gewesen ist, so werde ich antworten, es sei die selbstlose Liebe meiner Ehefrau Liu Xia gewesen. Und selbst wenn ich zu Pulver zermalmt werde, werde ich dich mit meiner Asche umarmen. Mit deiner Liebe werde ich meinem bevorstehenden Prozess mit Ruhe begegnen, ohne meine Entscheidungen zu bedauern und voller Hoffnung für das Morgen. Ich freue mich auf mein Land, das ein Land der freien Meinungsäußerung sein wird, in dem die Sichtweisen aller Bürger gleichbehandelt werden, in dem alle politischen Meinungen öffentlich werden, auf dass der Bürger wählen kann, in dem sich jeder ohne Angst äußern kann und nicht verfolgt wird, weil er Abweichendes von sich gab. Ich hoffe, das letzte Opfer der endlosen chinesischen Literaturinquisition zu sein, und dass danach niemand mehr wegen seiner Meinung eingesperrt wird. Ich gratuliere China, ich gratuliere Liu Xiaobo zum Friedensnobelpreis 2010

    Mehr
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks