Beile Ratut

 4.2 Sterne bei 107 Bewertungen
Autorin von Das schwarze Buch der Gier, Nachhall und weiteren Büchern.
Beile Ratut

Lebenslauf von Beile Ratut

Beile Ratut, geboren 1972, ist Finnin und schreibt in deutscher Sprache. Sie studierte Wirtschaftswissenschaften, Literatur und Skandinavistik in Finnland und in Deutschland. Sie lebt lange Zeit in der Nähe von Frankfurt am Main. Heute lebt sie mit ihrer Familie in Joutsa, Finnland.

Neue Bücher

Herr Israel und die Königsschlange

Erscheint am 01.01.2019 als Hardcover bei Ruhland.

Alle Bücher von Beile Ratut

Das schwarze Buch der Gier

Das schwarze Buch der Gier

 (54)
Erschienen am 04.09.2013
Nachhall

Nachhall

 (25)
Erschienen am 01.09.2014
Welt unter Sechs

Welt unter Sechs

 (22)
Erschienen am 01.10.2015
Kompendium des Übermenschen

Kompendium des Übermenschen

 (6)
Erschienen am 14.08.2017
Herr Israel und die Königsschlange

Herr Israel und die Königsschlange

 (0)
Erschienen am 01.01.2019

Neue Rezensionen zu Beile Ratut

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Phyrias avatar

Rezension zu "Nachhall" von Beile Ratut

Anspruchsvolle Lektüre
Phyriavor 8 Monaten

„Man sagte, es sei Recht. Doch Espen sah Unrecht. Man erklärte ihr, es sei Stärke, doch sie sah die Unfähigkeit nachzugeben. Man erzählte, es sei Liebe, doch sie sah nur Verachtung.“ 

Handlung:

Espen Barthelemy ist auf der Reise zum Haus der Freude und muss in einer fremden Stadt halt machen um auf einen Transport zu warten, der sie zu ihrem Ziel bringen würde. Sie versucht sich im Hintergrund zu halten und anzupassen, doch macht es ihr die Gesellschaft nicht so leicht. Es fällt ihr schwer dazuzugehören, denn ihr hat nie jemand beigebracht wie die Regeln für die Zugehörigkeit lauten. In dieser Stadt macht sie viele Bekanntschaften mit Menschen, die sich nicht dafür interessieren was Espen zu sagen hat sondern ihr eher ihre eigene Meinung aufdrücken möchten. Als ihr durch ein Verfahren auch noch verboten wird die Stadt zu verlassen, bleibt die Frage ob Espen ihre Vergangenheit überwinden kann und ihre Stimme wiederfindet. Und natürlich ob es einen Ausweg aus der Situation gibt.
 

Meine Meinung:

Dieser Roman ist keinesfalls eine leichte Lektüre, die man einfach zwischendurch lesen könnte. Man benötigt viel Konzentration um verstehen zu können und selbst dann ist es in einigen Abschnitten zumindest mir schwer gefallen. Beile Ratut ist mit ‚Nachhall’ solch ein sprachgewaltiges Buch gelungen, wie ich es schon länger nicht erlebt habe. Man kann hier ganz viel selber herein interpretieren, was mir absolut gefällt, denn so animiert die Autorin ihre Leser auch zum Nach- und vor allem Mitdenken an. Die Botschaft von diesem Roman steckt zwischen den Zeilen, man darf nur nicht während der ersten 100 Seiten aufhören zu lesen, denn das ist mit Abstand der schwerste Abschnitt. Nachdem ich damit fertig war, fiel es mir einfacher das Ganze zu verstehen.
Espen ist eine kluge, empfindsame, labile und vor allem eine absolut liebe und sympathische Person, die nicht so recht weiß, wo ihr Platz in diesem Leben ist und die durch andere Menschen nur zu leicht beeinflusst werden kann. Zwischendurch bekommt man auch einen Blick in ihre Vergangenheit, so erlebt man einige Szenen als sie eine Siebenjährige ist, die verdeutlichen weshalb Espen so ist wie sie ist. Von Eltern nicht beachtet worden, von anderen Kindern ausgegrenzt, hat sie eine Art Liebe nur bei einem erwachsenem Mann erfahren, der sie missbraucht hat. All das Verdrängte kommt zum Vorschein und sie versucht es zu verarbeiten und zu sich selbst zu finden. Es reicht nicht mehr nur auf das zu hören was andere zu sagen haben, sie möchte auch endlich angehört werden. Doch zuerst muss Espen sich von ihren Schuldgefühlen befreien und verstehen, dass wahre Liebe nicht so ist, wie sie es bis jetzt kennengelernt hat. Es bedeutet nicht immer nur zu geben um auch im Gegenzug etwas zurück zu bekommen.


„Espen musste etwas Schlimmes gemacht haben, dass Mutter sie vergessen hat. Natürlich hat sie etwas Unentschuldbares getan, wie sonst könnte diese wunderschöne Frau ihr Kind missachten.“


Beim lesen bekommt man aus ihrer Sicht einen guten Einblick in unsere Gesellschaft, was ziemlich erschreckend ist, weil es einfach der Wahrheit entspricht. Wie immer geht es um Macht, ob in der Politik, Beziehung oder Freundschaft. Um Manipulation und außerdem um Zugehörigkeit, denn wer sich nicht an die Regeln hält, wird ausgestoßen, auch wenn man sagt man würde jeden so annehmen wie er ist.
Zwischen den normalen Kapiteln gibt es auch welche mit der Überschrift ‚Die Stimme’, die einen nachdenklich stimmen. Es ist manchmal schwer zu beurteilen von wem die Stimmen stammen, doch waren die kurzen Texte zum Teil wirklich bewegend und abwechslungsreich. Es gibt nun mal viele Stimmen, auf die man hören könnte, doch sollte man für sich selber entscheiden ob man es auch möchte.


„Schrei nicht gegen die Welt, suche nicht bei Menschen. Suche meine Stimme, suche mich. Und ich werde dir geben. Kein Mann kann dir deine Unversehrtheit wiederbringen, kein Mensch dich heilen. Wenn du aus deinem blinden Blick emportaumelst und ihn bittest, erfährst du, dass er dir nichts geben kann.“


Es ist schön und emotional Espen zu begleiten, zusehen wie sie sich entwickelt und sich trotz der vielen Tiefschläge und Enttäuschungen wieder ins Leben kämpft.

Fazit:

Ein besonderes Buch, das weit weg von der üblichen Masse steht. Anspruchs - und niveauvoll, berührend, sprachgewaltig und tiefgründig.
Werde mir noch gewiss den ersten Roman der Autorin zulegen.

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abetterways avatar

Rezension zu "Kompendium des Übermenschen" von Beile Ratut

Kompendium des Übermenschen
abetterwayvor einem Jahr

Inhalt:
"Gibt es eine Antwort auf die Wirren in dieser Welt? Friedrich Nietzsche
sah als Auftrag des Menschen, einen Überwinder-Typus hervorzubringen.
Was aber soll dieser überwinden? In ihrem Essay zeigt Beile Ratut, dass
der Übermensch zwar nach Überwindung strebt – doch es ist nicht die
Überwindung hin zum Leben – es ist die Unterjochung des Lebendigen.

Was für Spuren hinterlässt ein Mensch in dieser Welt? Spuren des
Lebens – oder des Verderbens? Wenn man innehält und sich umschaut, sieht
man: Die Welt in Wirren und in Not, die von Menschen gemachten
Fortschritte haben lediglich ein Flickwerk an Linderung gebracht. Die
Welt scheint den Übermenschen zu brauchen."

Meinung:
Das Cover gefällt mir leider gar nicht und auch irgendwie der Schreistil ist direkt und gerade, ein bisschen zu gerade.
Es werden hier sehr viele Fragen aufgeworfen zum Thema Mensch sein. Eine philosophische Betrachtung.
Ein sehr gewöhnungsbedürftiges Buch auf welches man sich voll einlassen muss.

Fazit:
Ein solides Buch.

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M

Rezension zu "Kompendium des Übermenschen" von Beile Ratut

Der Übermensch und seine Fehler
Mattdervor einem Jahr


Habe das Buch hier gewonnen danke dafür.


Das Buch reget das zu an sein handeln und tunen genau zu überdenken, es schlieret das herablassenden Art und Weiße eigner Menschen nicht gut sind für das miteinander und zu Aggression und Wut gar zu Krieg führen. Ein spannendes Essay über das Mietender. Gut zu lesen.      

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Gespräche aus der Community

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Ruhland_Verlags avatar

Hallo ihr Lieben,

heute starten wir eine neue Leserunde, und zwar zu dem soeben bei uns erschienenen Essay-Band von Beile Ratut: "Kompendium des Übermenschen".

Beile Ratut hat bislang zwei Romane und einen Band mit Erzählungen veröffentlicht, daneben Essays in der "Tagespost".

Zum Inhalt:

Die Welt in Wirren und in Not, sie scheint den Übermenschen zu brauchen. Friedrich Nietzsche sah als Auftrag des Menschen, einen Überwinder-Typus hervorzubringen. Was aber soll dieser überwinden?

Anders als der Philosoph Nietzsche sieht Beile Ratut im Übermenschen nicht Chance, sondern existenzielles Problem. Sie hat ihn beobachtet und sein Verhalten analysiert und zeichnet nun ein Abbild des Übermenschen: eilfertig nach Erfolg und Ehre strebend, geschickt in der Suggestion, doch an echter Begegnung, an wahrer Beziehung, am Eigentlichen des anderen Menschen kalt vorüberhastend.

In ihrem Essay zeigt Beile Ratut, dass der Übermensch zwar nach Überwindung strebt – doch es ist nicht die Überwindung hin zum Leben – es ist die Unterjochung des Lebendigen. Beile Ratuts scharfe Beobachtungen regen an, diesen Übermenschen-Typus zu erkennen im anderen und in sich selbst, sie helfen, ihm in der Mitwelt aus dem Weg zu gehen oder gar ihn in sich selbst zu bewältigen. Ihr Kompendium des Übermenschen ist ein Markstein der Überwindung hin zum Leben.

Bewerbt euch, wenn ihr außergewöhnliche Bücher, philosophische und psychologische Themen und das Leben liebt. Das Buch umfasst etwa 106 Seiten. 

Bitte beachtet vor der Bewerbung folgende Punkte:
1. Nach Eintreffen solltet ihr das Buch mit der Leserunde lesen, die Abschnitte hier in der Leserunde kommentieren und nach dem Lesen zeitnah eure Rezension verfassen.
2. Die Links zu der Rezension schreibt ihr hier hinein. Die Rezension veröffentlicht ihr auf mindestens einer weiteren Plattform, den Link dazu schreibt ihr ebenfalls hier hinein.
3. Die Rezension sollte sich an folgenden Leitlinien orientieren: http://www.lovelybooks.de/Leitfaden_Rezensionen.pdf
4. Bitte sagt bei Problemen oder Verzögerungen Bescheid.

Wenn ihr mitmachen wollt, bewerbt euch bitte bis zum 27.09.2017. Gerne könnt ihr uns bei eurer Bewerbung etwas darüber schreiben, warum ihr dieses Buch gerne lesen wollt!

Wer ohne Verlosung mitlesen möchte, kann dies natürlich auch sehr gerne tun.

Euer Ruhland-Team

abetterways avatar
Letzter Beitrag von  abetterwayvor einem Jahr
Zur Leserunde
Ruhland_Verlags avatar

Wir verlosen 10 Printexemplare des Romans "Das schwarze Buch der Gier" von Beile Ratut. Die Bewerbungsfrist endet am 30. November 2016.

Der Debütroman von Beile Ratut ist ein Wirbelsturm, unerschrocken und von schillernder Kraft. Eine zutiefst ehrliche Geschichte über die finsteren Irrgänge des Menschen, endgültig und zärtlich, vehement und erschütternd - vom der ersten bis zur letzten Seite.

So zeitlos wie meisterhaft verdichtet erzählt Ratut die Geschichte von Alba Schleyer, deren älterer Bruder an ihrem sechsten Geburtstag spurlos verschwindet. Von der anschließenden Sprachlosigkeit der Familie und der Reise der erwachsenen Alba durch diese Welt. Von ihrer unermüdlichen Suche und von dem Unaussprechlichen, das in der Harmlosigkeit der Menschen flimmert.

Ratut gelingt mit dieser verblüffenden Geschichte, was heute kaum einem Autor gelingt: Vor dem Hintergrund der Ausweglosigkeit des Menschen die Sehnsucht nach einer alle Zeiten überdauernden Antwort zu wecken.

Wir wünschen euch viel Glück!

(* Bitte beachtet bei eurer Bewerbung die folgenden Richtlinien:
https://www.lovelybooks.de/info/richtlinien-lr-bv/)
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Literaturtests avatar
Liebe Lovelybooks-LeserInnen und Leser,

wir verlosen 7 Printexemplare von "Welt unter Sechs" von Beile Ratut. Die Bewerbungsfrist endet am 31.Mai.

Drei Erzählungen von Beile Ratut: von Männern, die fehlgehen, zerbrechen und sich auf die Suche machen nach ihrer Bestimmung als Mann, als Liebender, als Vater. In bestechender Sprache, poetisch und eindringlich erzählt Ratut von zerstörerischen Irrtümern und der Weigerung, dem sanften Ruf zu folgen, von Anmaßung, Zorn und Ausflüchten, aber auch vom Wiederfinden des Paradieses, von Versöhnung, Überwindung und Gnade. Ein zeitloser Band über die herausragende Rolle des Mannes in dieser Welt. 

Wir wünschen euch viel Glück!
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