Beile Ratut Das schwarze Buch der Gier

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Inhaltsangabe zu „Das schwarze Buch der Gier“ von Beile Ratut

Der Debütroman von Beile Ratut ist ein Wirbelsturm, unerschrocken und von schillernder Kraft. Eine zutiefst ehrliche Geschichte über die finsteren Irrgänge des Menschen, endgültig und zärtlich, vehement und erschütternd - vom der ersten bis zur letzten Seite. So zeitlos wie meisterhaft verdichtet erzählt Ratut die Geschichte von Alba Schleyer, deren älterer Bruder an ihrem sechsten Geburtstag spurlos verschwindet. Von der anschließenden Sprachlosigkeit der Familie und der Reise der erwachsenen Alba durch diese Welt. Von ihrer unermüdlichen Suche und von dem Unaussprechlichen, das in der Harmlosigkeit der Menschen flimmert. Ratut gelingt mit dieser verblüffenden Geschichte, was heute kaum einem Autor gelingt: Vor dem Hintergrund der Ausweglosigkeit des Menschen die Sehnsucht nach einer alle Zeiten überdauernden Antwort zu wecken.

Düster & traurig zugleich, Ratut's Debüt...

— dreamlady66

Verstörend und schön zugleich

— Lilith79

Über die Gefangenschaft in der eigenen Geschichte

— tob82

Wahnsinnig guter Schreibstil, nur geeignet für Leute die mit Gewalt umgehen können.

— elodie_k

Erschreckend und Faszinierend zugleich .Ein Buch das einen so schnell nicht wieder losläßt .

— jawolf35

die wucht von worten gegen die gier nach macht, gewalt und unterdrückung

— Buecherspiegel

Habe es gerade ein zweites Mal gelesen, und ich muss sagen wieder ein intensives Erlebnis. Anders, abgrundtief, nachdenklich stimmend.

— schneideralarm

So unerwartet ergreifend. Dieses Debüt geht unter die Haut und so schnell nicht mehr aus dem Kopf Grandios und unbeschreiblich beeindrückend

— Floh

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  • Düster & traurig zugleich, Ratut's Debüt...

    Das schwarze Buch der Gier

    dreamlady66

    14. January 2017 um 00:37

    (Klappentext übernommen) Der Debütroman von Beile Ratut ist ein Wirbelsturm, unerschrocken und von schillernder Kraft. Eine zutiefst ehrliche Geschichte über die finsteren Irrgänge des Menschen, endgültig und zärtlich, vehement und erschütternd - vom der ersten bis zur letzten Seite. So zeitlos wie meisterhaft verdichtet erzählt Ratut die Geschichte von Alba Schleyer, deren älterer Bruder an ihrem sechsten Geburtstag spurlos verschwindet. Von der anschließenden Sprachlosigkeit der Familie und der Reise der erwachsenen Alba durch diese Welt. Von ihrer unermüdlichen Suche und von dem Unaussprechlichen, das in der Harmlosigkeit der Menschen flimmert. Ratut gelingt mit dieser verblüffenden Geschichte, was heute kaum einem Autor gelingt: Vor dem Hintergrund der Ausweglosigkeit des Menschen die Sehnsucht nach einer alle Zeiten überdauernden Antwort zu wecken. Zur Autorin: Beile Ratut ist Finnin und schreibt in deutscher Sprache. Sie studierte Wirtschaftswissenschaften, Literatur und Skandinavistik in Finnland und in Deutschland. Sie wohnte lange Zeit in der Nähe von Frankfurt am Main. Heute lebt sie mit ihrer Familie in Joutsa, Finnland. Schreibstil/Fazit: DANKE an den Ruhland Verlag für die Möglichkeit & Zusendung dieses wunderbaren gebundenen Buches mit 24 Kapiteln sowie 287 Seiten in einer angenehmen Schriftgrösse. Dies ist & bleibt kein Mainstream - es ist ein Roman durch sämtliche Gefühlswelten! Man braucht fast Nerven wie Drahtseile :) Abartig, böse, geheimnisvoll, gierig, schaurig, schwarz & düster - einfach total anders, aber, das macht es ja gerade aus....man muss sich mit dem (faszinierenden) Schreibstil der Autorin erst vertraut machen, der einen nach & nach trotz der oft traurigen Passagen in seinen Bann zieht & schwer loslässt. Achtung Soggefahr...ein Werk des Nachdenkens und der Poesie, wenn man sich darauf einlassen mag!

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  • Das schwarze Buch der Gier

    Das schwarze Buch der Gier

    jasimaus123

    06. January 2017 um 11:26

    In dem Buch geht es um Alba, die mit jungen Jahren mit dem Verlust ihres Bruders Samuel konfrontiert ist, da dieser in ein fremdes Auto steigt. Alba kann mit dem schmerzlichen Ereignis nicht abschließen und quält sich ihr Leben lang damit. Gut gefallen hat mir die Einsicht in Albas Gefühlswelt. Die Autorin hat sehr sensibel, aber gleichzeitig auch sehr schmerzlich beschrieben wie sich der Verlust für das junge Mädchen und schließlich auch die erwachsene Frau anfühlt. Das machte das Lesen für mich nicht sehr einfach, da ich emotional sehr betroffen von den Geschehnissen war. Trotzdem wollte ich das Buch nicht aus der Hand legen, da die Geschichte mich sehr fesselte und in ihren Bann zog. Ich bin aber froh, dass das Buch schließlich ein gutes Ende genommen hat, da nicht nur Alba, sondern auch ich, die Leserin, es nach all der Traurigkeit gebraucht habe. Einen Stern ziehe ich jedoch ab, da mir, besonders im Mittelteil, auffiel das Gedanken immer wieder wiederholt wurden und so zog sich die Geschichte hier ein wenig, schließlich ist Alba ein interessanter Charakter über den man mehr erfahren möchte und nicht immer nur das Gleiche. Ansonsten war es aber, wie schon gesagt, spannend und ohne Frage sehr zermürbend und traurig. FAZIT:Ein trauriges Buch, das mich sehr betroffen gemacht hat. Auch wenn es mir gut gefallen hat, weiß ich nicht ob ich es weiterempfehlen würde, da der Inhalt doch sehr heftig ist. Ich vergebe vier Sterne.

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  • Die traurige und grausame Welt des Verlustes

    Das schwarze Buch der Gier

    Cors9

    05. January 2017 um 11:47

    Das schwarze Buch der Gier. Ich gebe zu, Anfangs konnte ich mir kaum etwas unter diesem Titel vorstellen. Gier ist ein Begriff, der ein heftiges Verlangen beschreibt, aber Verlangen wonach? Das Cover verrät zwar auch nicht viel, doch die dunklen Wassermassen scheinen den einsamen Jungen zu verschlingen, erschrocken hält er seine Hände ans Gesicht, Schilf drängt sich nach oben durch die Flut, der Himmel scheint mehr Unheil zu bringen. Dieses Cover und die Neugier nach dem Inhalt brachten mich dazu, dieses Buch auszuwählen. Laut Einbandrückseite geht es um die junge Frau Alba, die ihren älteren Bruder mit sechs Jahren verliert und wie sie mit diesem Schicksalsschlag als erwachsene Frau umgeht. Die Autorin schafft mit ihrer Art zu schreiben ein Bild von der Gefühlswelt Albas, manche Dinge sind klar und detailliert, da fliegt mal ein gelb schillernder Vogel und hier eine Spinne, die sich in der Dunkelheit den rosigen Fingern nähert. Doch andere Dinge bleiben im vollkommenen Nebel: Namen, Menschen, Begegnungen, der Alltag. Manchmal irritiert es, ich als Leser würde gerne wissen, wo befindet sie sich, mit wem, wie kam sie dazu? Doch man muss sich daran gewöhnen, dass das alles nebensächlich ist, weil es nur um Albas kleine Welt geht, in der nur manche Begegnungen eine Rolle spielen und der Ort, an dem sie sich befindet, nichts an ihren Gefühlen ändert. Auch ist es interessant wie auch erschreckend, wie sich Alba entwickelt. Der Verlust und die Ungewissheit treiben sie fast um den Verstand. Sie vertieft sich so sehr in die Welt der Grausamkeiten und der Gier, schneidet sich Zeitungsartikel aus und liest über brutalste Vergewaltigungsmöglichkeiten, sieht nur noch das Schlechte in den Menschen, kann sich nicht binden und möchte es doch irgendwie. Man wird als Leser in ihre Welt eingeführt, mit all ihren Gedanken, den Obszönitäten, die anderen widerfahren, eine dunkle und einsame Welt. Empfehlen kann ich dieses Buch nur bedingt. Hier lässt man sich auf die Traurigkeit eines Menschen ein, der sich sehr oft in die Vorstellungen hineinsteigert, was für Grausamkeiten ihrem Bruder passiert sein könnten. Und diese sind genauestens beschrieben. Manche Sachen hätte man auch umschreiben können ohne, dass es abgemildert wirkt. Die Autorin schafft es jedenfalls sehr gut, einen Menschen darzustellen, der das Wichtigste in seinem Leben verliert, Stück für Stück daran zerbricht und nur noch ein Schatten seiner selbst ist. Hier eine Passage, die meiner Meinung nach das Buch ganz gut beschreibt: „Mein Herz stürzte in die Finsternis. Meine Seele labte sich an Mutlosigkeit, mein Leib zechte Bedrückung. Mit aller Macht dirigierte mich das Böse. Ich ließ es zu.“

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  • „Das schwarze Buch der Gier“ von Beile Ratut

    Das schwarze Buch der Gier

    nancyhett

    Der Debütroman der finnischen Autorin Beile Ratut, erschienen im September 2013 Ruhland Verlag. Klappentext: So zeitlos wie meisterhaft verdichtet erzählt Ratut die Geschichte von Alba Schleyer, deren älterer Bruder an ihrem sechsten Geburtstag spurlos verschwindet. Von der anschließenden Sprachlosigkeit der Familie und der Reise der erwachsenen Alba durch diese Welt. Von ihrer unermüdlichen Suche und von dem Unaussprechlichen, das in der Harmlosigkeit der Menschen flimmert.Ratut gelingt mit dieser verblüffenden Geschichte, was heute kaum einem Autor gelingt: Vor dem Hintergrund der Ausweglosigkeit des Menschen die Sehnsucht nach einer alle Zeiten überdauernden Antwort zu wecken. Meine Meinung: Für mich eine verworrene, teils abstruse Geschichte einer Frau, die seit der Entführung ihres Bruders im Kindesalter an einer psychischen Störung litt. Als Kind habe ich sie noch bedauert, da sie von ihren Eltern und ihrem Umfeld keine Hilfe bekam, später im Erwachsenenalter, war mir die Hauptprotagonistin nur noch unsympathisch. Der Schreibstil der Autorin war für mich sehr langatmig und manchmal auch zu ausschweifend, sodass ich des Öfteren dazu geneigt war, das Buch einfach zur Seite zu legen. Ständige Wiederholungen von schon mehrfach erwähnten empfand ich zuletzt einfach nur noch als nervtötend. Leider konnte ich auch absolut nicht nachvollziehen, was die Autorin mit ihrer Geschichte eigentlich wirklich aussagen wollte. Alle Menschen sind „böse“? Nur Alba nicht? Immer wiederkehrende sehr detaillierte beschriebene Sexualverbrechen der Menschheitsgeschichte schienen der Autorin sehr am Herzen zu liegen, nur war mir nicht ganz klar, was das mit eigentlichen Geschehnissen dieser Geschichte zu tun haben sollte. Alba wusste nicht, was mit ihrem Bruder wirklich geschah, sie war erst 6 Jahre alt, als er spurlos verschwand. Meinen Geschmack traf dieses Buch überhaupt nicht, aber zum Glück sind die Geschmäcker ja verschieden. Mein Fazit: Geschmackssache!

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    • 3
  • Über die Zerstörungskraft der Ungewissheit

    Das schwarze Buch der Gier

    Lilith79

    26. December 2016 um 23:03

    "Das Schwarze Buch der Gier" wird aus Sicht von Alba erzählt, einer Frau, die im Alter von 6 Jahren ihren großen Bruder verlor. Bis zu ihrem 6. Geburtstag verlebte Alba eine einfache, aber recht sorglose und behütete Kindheit irgendwo auf dem Land, sie bewunderte ihren größeren Bruder Samuel und fühlte sich von ihren Eltern beschützt und geliebt. An ihrem 6. Geburtstag passiert das Unfassbare, ihr Bruder geht zum Spielen aus dem Haus und kommt nicht wieder. Zuletzt beobachtete sein Freund wie er mit einem Autofahrer sprach. Seitdem ist Samuel spurlos verschwunden und in Albas Elternhaus zieht die Sprachlosigkeit ein. Ihr Vater, schon immer eher ruhig, wird noch schweigsamer. Ihre Mutter stürzt sich in Arbeit und Routine. Alba bleibt ruhig, unauffällig und blass, eine Außenseiterin, gut in der Schule, aber ohne wirklichen Kontakt zu anderen Menschen. Das Buch spielt teilweise in Albas Kindheit und erzählt in Rückblicken von der Zeit als ihr Bruder verschwand und ihrer Schulzeit danach. Der größte Teil des Buches aber handelt von der erwachsenen Alba und ihrem Versuch einen Platz im Leben zu finden und Kontakte zu ihren Mitmenschen oder zu Männern aufzubauen. Dabei steht immer das Verschwinden ihres Bruders im Weg und ihr Denken wird immer mehr beherrscht von der Frage was ihrem Bruder wohl geschehen ist , wer ihn gestohlen hat und was mit ihm passiert ist. Immer mehr beschäftigt sie sich gedanklich mit den Abgründen der Menschen und der Menschheit, mit Gier, Grausamkeit und dem was aus ihrer Sicht hinter der Fassade der Zivilisation jederzeit lauert, so lange bis sie selbst ganz von Angst und Misstrauen dominiert ist. Das Buch ist in einem sehr ruhigen, etwas schwermütigen Tonfall geschrieben und ist oft trotz der teilweise sehr verstörenden Texte geradezu poetisch. Mir hat es sehr gut gefallen, es hat nicht viel Handlung, aber die Fragen die aufgeworfen werden, entwickeln eine gewaltige Wucht, am Ende gibt es auch etwas Hoffnung, trotzdem ist es jetzt natürlich nicht unbedingt ein Buch, das man unbeschränkt weiterempfehlen kann. Jedem der auch mal etwas lesen möchte und kann, das nicht immer einfach zu ertragen ist, sollte hier aber auf jeden Fall zugreifen, denn die Autoren ist sehr talentiert.

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  • Über die Gefangenschaft in der eigenen Geschichte

    Das schwarze Buch der Gier

    tob82

    15. December 2016 um 12:10

    Ich habe "Das schwarze Buch der Gier" als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen. Beile Ratut ist eine finnische Autorin, die wohl längere Zeit in der Nähe von Frankfurt am Main gelebt hat. Das Buch wurde in deutsch verfasst und ist keine Übersetzung.Im Buch erzählt eine Frau namens Alba ihre Lebensgeschichte. Als sie sechs Jahre alt war, wurde ihr zwei Jahre älterer Bruder entführt und konnte nie wiedergefunden werden. Dies wurde zum zentralen prägenden Erlebnis ihres Lebens. In der Familie wurde das Thema nie besprochen und verarbeitet. Ihre Mutter machte aus Albas Sicht einfach weiter wie bisher. Albas Versuche, ein Gespräch dazu zu initieren, wurden immer wieder abgeblockt. Einige Jahre später starb dann auch ihr Vater. Er wurde bei einer Wanderung vom Blitz erschlagen. Aufgrund der angespannten Situation mit ihrer Mutter zieht Alba direkt nach dem Abitur von zu Hause aus, studiert, und arbeitet schließlich als Mathematikerin bei einer Versicherung. Sie nimmt sich selbst nur als Beobachterin des Lebens wahr und ist von der sexuellen Gier der Menschen abgestoßen. Ihre Gedanken kreisen immer wieder um ihren Bruder und um vermeintliche und befürchtete Szenarien seines Schicksals.Insgesamt war die Lektüre eine sehr zwiespältige Angelegenheit für mich. Der Roman ist nicht unterhaltsam. Das will er sicher auch nicht sein. Viele Stellen sind intensiv und dabei meistens abstoßend. So gibt es Abschnitte, die aus einer Aneinanderreihung von sexueller Gewalt in der Menschheitsgeschichte bestehen. An einer Stelle wird Alba von "Klassenkameradinnen" mit Fantasie-Vergewaltigungsszenen ihres Bruders gefoltert.Viele Gedanken und Motive werden sehr häufig wiederholt. Das wirkte auf mich teilweise langatmig und zermürbend. Richtige Entwicklung gibt es erst gegen Ende (und das quasi durch eine Deus Ex Machina-Person). Natürlich zeigen diese Denk- und Gefühlskreise auch die "Gefangenschaft" Albas in ihrer "eigenen Geschichte". Die Frage nach der Abhängigkeit von und Anhaftung an unsere eigene Geschichte auf der Suche nach einem eigenen Weg im Leben ist damit ein zentraler Aspekt der Geschichte. An einigen Stellen im Text finden sich dazu sehr schöne Passagen, an manchen Stellen scheint es mir ein schmaler Grat zwischen Kitsch und Tiefe. Ich bin mir nicht sicher, ob ich das Buch noch einmal zur Hand nehmen werde.

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  • Eine echte Empfehlung

    Das schwarze Buch der Gier

    elodie_k

    14. December 2016 um 12:11

    Ich habe dieses Buch vom Ruhland Verlag zur Verfügung gestellt. Die Geschichte handelt von Alba an deren sechsten Geburtstag ihr ältere Bruder Samuel verschwindet. Gleichzeitig laufen noch weitere Familiendramen und die Eltern verarbeiten den Verlust des Sohnes, indem sie den Vorfall ignorieren und sich Alba gegenüber kalt und "geheimnisvoll" benehmen. Dieser Vorfall beeinflusst Albas späteres Leben; sie kann kaum mit anderen Menschen umgehen und ist von Verbrechen und Gier "besessen", sie sieht nur das Böse im Menschen. Gegen Ende begegnet sie einem Mann, der seinen Träumen gefolgt ist...Der Schreibstil ist unglaublich mitreissend und bildlich. Das Motiv des Bruders zieht sich durch die Geschichte und reisst den Leser mit. Spannend ist, dass das Buch nicht chronologisch verfasst ist, sondern in der Perspektive der aufwachsenden, der jungen Frau und der älteren Alba geschrieben ist. Man beobachtet die Entwicklung die sie während ihrem Leben durchmacht. Es werden sehr viele Gewaltszenen beschrieben, ihre Besessenheit mit der Gier wird detailliert mit Ereignissen verglichen, was dem Buch einen etwas bitteren Beigeschmack gibt (obwohl dieser Aspekt natürlich zu der Geschichte gehört). Auf jeden Fall eine Empfehlung meinerseits, jedoch nur für die Menschen mit starken Nerven, die etwas Gewalt und Paranoia aushalten können. 

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    • 4
  • Ein Buch mit Tiefgang welches noch lange nachhallen wird

    Das schwarze Buch der Gier

    jawolf35

    12. December 2016 um 20:56

    Selten bin ich sprachlos nach dem Lesen eines Buches ,doch dieses hat es geschafft . Ein wahres Meisterwerk das ich hinter dem schlichten Cover nicht erwartet hatte . Eine Geschichte die einen in den Bann zieht ,einen erschreckt , abstößt aber gleicherweise fasziniert . Ich weiß nicht wie ich es beschreiben soll . Hier hat es die Autorin geschafft dem Leser die komplette Bandbreite der Gefühle miterleben zu lassen ,angefangen über Angst , Hilflosichkeit ,Taubheit bis hin zu rasender Wut,Verzweiflung und letztendlich Heilung und Erlösung . Zum Inhalt : Alba ist 6 Jahre alt ,als ihr Bruder an ihrem Geburtstag spurlos verschwindet . Entführt ,mißhandelt ,getötet ? , niemand weiß es und niemand spricht mit ihr . Über die Jahre üben sich ihre Eltern im Verdrängen und Vergessen ,als hätte es ihn nie gegeben . Nur Alba gelingt dies nicht ,sie kann und will nicht vergessen und so wird sie auch Jahre später von Albträumen geplagt und der ständigen Frage was mit ihrem Bruder geschehen sein mag ..... Zum Buch Auf 287 Seiten wird hier in 24 Kapiteln die Geschichte Albas erzählt . Der Schreibstil ist flüssig zu lesen aber so ganz anders als die meisten Bücher mit extremen Tiefgang der den Leser vollends in die Geschichte rein zieht . Ich glaube ich war noch nie so gefangen von einem Buch obwohl es mich stellenweise regelrecht abgestoßen hat konnte ich nicht aufhören zu lesen. Jedem sollte bewusst sein das das Thema keine leichte Lektüre ist und oft der Ton auch rauh daherkommt jedoch um dann erstaunlich samt fortzuführen . Meine Meinung . Das Buch hat mich wirklich überrascht und ich kann es wirklich nur empfehlen ,von mir ganz klare 5+ Sterne

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  • Wie lange zehrt die Ungewissheit?

    Das schwarze Buch der Gier

    itwt69

    02. April 2015 um 15:46

    An Albas 6.Geburtstag verschwindet ihr Bruder spurlos - für immer. Niemand spricht mit ihr oder kann es ihr erklären. So traumatisiert, schleppt sie sich todtraurig und ohne jedes Ziel durch das Leben, viele Jahre lang. Sie malt sich aus, was durch die Gier der Menschen mit ihrem Bruder geschehen sein mag, ohne es zu erfahren. Erst die wundersame Zusammenkunft mit ihrer Tante kann sie von ihrem Schmerz erlösen. Die Aneinanderreihung von Scheußlichkeiten, zu der Menschen fähig sind, ist kaum zu ertragen, durch das versöhnliche Ende wird der Gesamteindruck jedoch verbessert. Dennoch für mich kein überdurchschnittlich gutes Buch.

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  • die böse macht der gier

    Das schwarze Buch der Gier

    Buecherspiegel

    15. February 2015 um 19:09

    Wie erkläre ich einem kleinen Mädchen das Verschwinden ihres Bruders? Wenn weder Mutter noch Vater, die Tante oder Polizisten dem Mädchen es sagen, erklären, noch nicht einmal den Versuch unternehmen es wahrzunehmen, was passiert dann mit diesem Kind? Was fühlt es, denkt es, wie handelt es? Beile Ratut gibt diesem Kind in ihrem Erstlingsroman „Das schwarze Buch der Gier“ eine Stimme, um den Erwachsenen, den Älteren begreiflich zu machen, da passiert etwas, was nicht wieder gut zu machen ist, wenn diese Fragen der Betroffenen nicht nachgegangen wird. Aber auch die Familie, die keine oder kaum Hilfe annimmt, nicht reden, ihrer Trauer und ihren Ängsten keinen Raum geben will, zerbricht in dieser scheinbaren Idylle. Beile Ratuts Worte haben eine Wucht, die einen fassungslos zurücklässt, obwohl doch offensichtlich ist, was tagtäglich an Gewalttaten Kindern gegenüber angetan werden. In dem Roman wächst Alba, das kleine Mädchen, in einer Umgebung auf, in der Fragen nicht erlaubt sind, zumindest gibt es keine Antworten. Was ist mit ihrem Bruder geschehen? Warum hat es keine Freunde, keine gemeinsamen Nachmittage mit den Klassenkameradinnen? Alba wird zu einem stillen, gehorsamen Kind, das dennoch innerlich zerrissen ist zwischen ihren Fragen und Ängsten. Und bleibt dabei allein. Stille, sich unsichtbar machen, bloß nicht auffallen, das ist eine der wenigen Möglichkeiten, die Alba sieht, damit das Böse sie nicht auch noch findet. Und in diesem Klima wird sie älter. Als die Mutter auch nach mehrfachem, sogar gebrüllten Nachfragen keine Antworten geben kann, verlässt sie zwar den Ort, aber es ändert sich nichts. Unfähig, irgendwelche Bindungen einzugehen, oder enge Freundschaften zu schließen, lebt sie lieber in Büchern und Zeitungsartikeln, immer auch und immer wieder auf der Suche nach ihrem Bruder. Verfolgt von Stimmen, unerklärlichen Vorfällen, missverstanden von Männern, die in ihr etwas sehen, was sie nicht begreift, versucht sie ihr Leben in den Griff zu bekommen. Als sie durch einen Anrufer mit Mordphantasien in Berührung kommt, kann sie nicht anders, als sich mit Literatur über Grausamkeiten zu beschäftigen. Ist ihr Bruder einem Kinderschänder begegnet? Was hat er ihm angetan? Die Autorin findet deutliche Worte für die Praktiken, für die vermeintlichen Geschehnisse. Denn wirklich wissen, nein, Alba weiß im Grunde nichts. Wird sie durch die Beschäftigung mit Gewaltphantasien selbst zur Täterin? Gier. Nichts weiter als das Streben nach Macht. Einer Macht, die immer über vermeintlich Schwächere herrschen will. Mit brutalen Mechanismen nicht bedenkend, dass der Gierige nicht nur mit Gewalt einem anderen Menschen Schaden zufügt, sondern auch seinen Angehörigen. Dass diese Gewalt in das Leben eines kleinen Mädchens eingreift und bis ins hohe Alter wirkt. Für mich ein außerordentlicher Einstand einer Autorin, von der wir hoffentlich noch sehr viel zu lesen bekommen werden.      

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  • Ein erschütternde mutiges und ergreifendes Buch

    Das schwarze Buch der Gier

    Guuna

    Ich habe die Geschichte von Alba, die an ihrem sechstem Geburtstag ihren älteren Bruder Samuel verliert, vor mehr als einem Monat gelesen. Sie hat mich jedoch nicht losgelassen, und so muss ich nun doch eine Rezension schreiben, was mir eigentlich nicht so liegt. Samuel verschwindet wie gesagt und taucht nie wieder auf. Niemand weiß, was mit ihm passiert ist. Und weil das niemand weiß, fängt Alba nun an, immer mehr zu grübeln, was mit ihm passiert sein könnte. Sie stellt die Welt um sich herum immer radikaler in Frage. Dinge, die anderen menschen völlig normal vorkommen, sind für sie plötzlich nicht mehr normal. Das verschwinden Samuels führt dazu, dass Alba eine Sensibilität für die Welt, vor allem für die Dinge, die nur unterschwellig da sind, die nicht thematisiert werden, entwickelt, die erschütternd ist. Phasenweise ist es wie dämonisch. Sie ist wie besessen. Und fast geht sie daran zugrunde, doch dann wendet sie sich "dem Licht" zu. Ganz dezent ist das angedeutet, wie sie erlöst wird von ihren Schmerzen. Dieses Buch hat nicht nur ein wirklich brennendes Thema, es zeigt nicht bloss die Probleme in der Welt, es zeigt auf völlig unnervende Art auch die Lösung. Die möchte ich hier aber nicht verraten, und ich denke, viele Leser werden es gar nicht bemerken, so unspektakulär kommt es daher. In diesem Sinne ist es ein völlig herausstechendes Buch mit hammerartigen Dialogen und Szenen, das den Leser vor unlösbaren Fragen stellt und doch eine Antwort parat hat, für die Leser, die auch Antworten haben wollen. Natürlich sind manche Szenen sehr grausam, und mir blieb der Atem weg, aber die Welt ist so. Warum machen wir uns da so viel vor. In Deutschland verschwinden jährlich Tausende Kinder. Die werden nicht irgendwo im Spieleparadies sitzen und Eis essen. Und es gibt so viele physische und psychische Grausamkeit. Vor dem Hintergrund des Verschwindens des Bruders derart auf den Zustand der Welt und des menschen einzugehen fand ich einfach unerhört spannend und ergreifend. Alba ist so ein eigener Mensch, und doch habe ich mit ihr mitgefiebert. Ich kann verstehen, dass sich manche Leser da ausklinken, da das Buch absolut quer ist. Wie Alba sagt: Ihre Geschichte ist madig sie stört und irritiert. Aber wenn man sich darauf einlässt so wie man sich eigentlich auf jeden Menschen einlassen sollte, dann ist dieses Buch ein Erlebnis. Absolut empfehlenswert also!

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    • 3
  • Das schwarze Buch der Gier

    Das schwarze Buch der Gier

    Tiffi20001

    24. March 2014 um 13:28

    Klappentext: Der Debütroman von Beile Ratut ist ein Wirbelsturm, unerschrocken und von schillernder Kraft. Eine zutiefst ehrliche Geschichte über die finsteren Irrgänge des Menschen, endgültig und zärtlich, vehement und erschütternd - vom der ersten bis zur letzten Seite. So zeitlos wie meisterhaft verdichtet erzählt Ratut die Geschichte von Alba Schleyer, deren älterer Bruder an ihrem sechsten Geburtstag spurlos verschwindet. Von der anschließenden Sprachlosigkeit der Familie und der Reise der erwachsenen Alba durch diese Welt. Von ihrer unermüdlichen Suche und von dem Unaussprechlichen, das in der Harmlosigkeit der Menschen flimmert. Ratut gelingt mit dieser verblüffenden Geschichte, was heute kaum einem Autor gelingt: Vor dem Hintergrund der Ausweglosigkeit des Menschen die Sehnsucht nach einer alle Zeiten überdauernden Antwort zu wecken. Buchgestaltung: Das Cover zeigt neben dem roten Titel „Das schwarze Buch der Gier“ eine Person und ist in dunklen grau-grün Tönen gehalten. Das Cover gefällt mir sehr, obwohl ich es schwierig finde, die einzelnen Elemente zu deuten, wodurch das Cover jedoch sehr geheimnisvoll wirkt und neugierig macht. Dies wird durch den Titel noch verstärkt, den ich ebenfalls sehr gelungen finde. Der Klappentext ist passend und alles in allem gesehen macht die Buchgestaltung Lust auf das Buch. Eigene Meinung: Die Handlung mit mehreren Erzählzeiten finde ich sehr gelungen. Sie ist von Anfang an spannend und konnte mich durch das gesamte Buch hindurch fesseln. Besonders die Grundthematik finde ich toll und diese wurde im Buch auch sehr gut umgesetzt. Die Charaktere vor allem Alba waren mir sehr sympathisch und ich konnte mich relativ schnell in ihre Lage hineinversetzen und mit ihr mitfühlen. Die Nebencharaktere erhielten auch genügend Raum um eine wichtige Rolle zu spielen. Die Sprache war für mich persönlich anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, doch konnte mich im Buchverlauf überzeugen und ich fand sie sehr angenehm zu lesen. Fazit: Ein Roman mit einer tollen Grundidee, den ich absolut empfehlen kann. Autor: Beile Ratut, geboren 1972, ist Finnin und schreibt in deutscher Sprache. Sie studierte Wirtschaftswissenschaften, Literatur und Skandinavistik in Finnland und in Deutschland. Sie lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Frankfurt am Main. Allgemeine Infos: Titel: Das schwarze Buch der Gier Autor: Beile Ratut Verlag: Ruhland Seitenzahl: 287 Preis: 19,80 EUR ISBN: 978-3885091028

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  • Wie sich Abgründe auftun können

    Das schwarze Buch der Gier

    daskleinebuechercafé

    18. December 2013 um 12:46

    So zeitlos wie meisterhaft verdichtet erzählt Ratut die Geschichte von Alba Schleyer, deren älterer Bruder an ihrem sechsten Geburtstag spurlos verschwindet. Von der anschließenden Sprachlosigkeit der Familie und der Reise der erwachsenen Alba durch diese Welt. Von ihrer unermüdlichen Suche und von dem Unaussprechlichen, das in der Harmlosigkeit der Menschen flimmert…..  Alba lebt mit ihrer Familie in einer ländlichen Idylle, bis an ihrem sechsten Geburtstag ihr Bruder nicht mehr wiederkommt. Er ist weg, einfach weg! Sie steht nun ganz alleine da, denn ihre Eltern vergessen in ihrem Schmerz Alba ganz und gar. Die Familie existiert nicht mehr, sie geht auseinander. Das Mädchen muss alleine das Gesehen verarbeiten und das Schweigen der Eltern ertragen. So passiert es, dass sie sich in ihre eigene Welt zurückzieht, die mehr und mehr deprimierender wird. Aus dem einst so glücklichen und lachenden Kind wächst eine misstrauische, ängstliche und sehr verschlossene Frau heran. Sie schafft es nicht mehr sich auf einen Mann einzulassen, obwohl sie sich wärme, Nähe und Geborgenheit wünscht. Alba erzählt IHRE Geschichte und die ist nicht immer leicht für uns zu lesen. Es ist schwer in Worte zufassen was dem Leser geboten wird, Spannung, Grausamkeiten, wir werden emotional mitgerissen und machen uns (hoffentlich) sehr viele Gedanken. Das Gelesene muss auch verarbeitet werden. Dem Leser wird die Realität vor Augen gehalten, die nicht gerne wahrgenommen wird. Es ist einfacher die Augen zu verschließen.  Als ich das Buch bekam war ich krank (nicht von dem Buch) und konnte es nicht lesen, die Kost war einfach zu schwer. Ich bin froh, dass ich jetzt diese Geschichte gelesen habe und werde auch noch sehr lange darüber nachdenken.  Der Debütroman von Beile Ratut ist ein Wirbelsturm, unerschrocken und von schillernder Kraft. Eine zutiefst ehrliche Geschichte über die finsteren Irrgänge des Menschen, endgültig und zärtlich, vehement und erschütternd - von der ersten bis zur letzten Seite. Quelle Ruland Verlag   Dem ist nichts hinzuzufügen!    http://www.ruhland-verlag.de/programm-1/ratut-das-schwarze-buch-der-gier/

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  • Das schwarze Buch der Gier

    Das schwarze Buch der Gier

    Blaustern

    25. November 2013 um 20:52

    Sechs Jahre alt ist Alba, als ihr geliebter älterer Bruder vom Spielen nicht mehr nach Hause kehrt. Die große Suche beginnt nach ihm, doch auch die Polizei kann ihn nie ausfindig machen. Die Hoffnung wird dennoch nicht aufgegeben, Samuel lebend wiederzusehen, aber es vergeht ein Tag nach dem anderen ohne ihn. Das Leben hat sich seitdem grundlegend geändert. Die Familie zerbricht daran, und Albas glückliche Kindheit ist vorbei. Niemand nimmt Notiz von ihr und hilft ihr bei all ihren ebenfalls so dringlichen Fragen. Die kindliche Seele verkraftet es nicht, und so zieht sie sich immer mehr in sich zurück. Niemand mehr kann sie aus ihren deprimierten Gedanken herausholen, und eine Gleichgültigkeit gegenüber ihrer Umwelt macht sich in ihr immer breiter. Sie misstraut allen Menschen und ist auch nicht mehr in der Lage, eine Beziehung zu dem anderen Geschlecht aufzubauen. Dabei wünscht sie es sich doch sehnlichst.  Alba erzählt hier ihre erschütternde Geschichte mit der ehrlichen Charakterisierung und der Bewertung ihrer eigenen Person. Dabei erzählt sie mal aus ihren Mädchenjahren, mal aus den Jahren Anfang zwanzig und später als vierzigjährige. Das Buch wird nicht durch reichliche Handlung bestimmt, sondern vielmehr geht es hier um Albas Persönlichkeit, die früh an von Angst geprägt ist. Man blickt ständig in ihre Seele und somit in die Abgründe, die einem sehr nahe gehen. Dabei lernt man Alba von Grund auf und sehr einschneidend kennen. In all ihrer Verzweiflung strahlt die Geschichte eine sehr bedrückende Stimmung aus und lässt einem nachdenklich zurück und oftmals das Buch für eine Weile beiseitelegen. Auch die schonungslose Aufzählung all der verbrechenausübenden Personen ist bestürzend. Nach dem Zuklappen des Deckels geht einem dieses Buch noch lange nicht aus dem Kopf.  

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  • Alba oder die Gier des Menschen

    Das schwarze Buch der Gier

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    20. November 2013 um 19:58

    *INHALT* Es ist Albas sechster Geburtstag, als ihr älterer Bruder nicht wieder nach Hause kommt. Er stieg zu einem Mann ins Auto und verschwindet daraufhin spurlos. Er taucht nie wieder auf und auch eine Leiche wird nie gefunden. Alba hat niemanden, an den sie sich mit ihrer Trauer wenden kann, und schafft es nicht, dieses Trauma zu verarbeiten. Auch als erwachsene Frau versinkt sie immer mehr in einer Welt aus Trauer und Schmerz, sie wirkt regelrecht besessen und stürzt sich immer tiefer in Literatur und Geschichten, die Abgründe menschlicher Grausamkeit aufzeigen. Erst in späteren Jahren macht sie ein Erlebnis, das ihr hilft, ihr Trauma anzugehen und sie beginnen lässt, es zu verarbeiten. *MEINE MEINUNG* Das Buch machte einen absolut tollen Eindruck auf mich; Das Cover ist sehr interessant, der Titel versprach viel und auch der Klappentext hat mich neugierig gemacht. Doch leider konnte mich der Inhalt nicht ganz überzeugen. Fühlte ich anfangs noch mit Alba mit und bedauerte sie ob ihrer schlimmen Erfahrung, und der Tatsache, dass ihre Eltern sie damit allein ließen. Doch ihr Verhalten wurde für mich immer unverständlicher, je älter sie wurde. Sie scheint sich in Selbstmitleid zu suhlen, sie beschäftigt sich nur noch mit Schmerz und Leiden, doch damit kann sie sich nicht helfen, das Erlebte dadurch nicht verarbeiten. Stattdessen steht sie noch immer im Schatten ihres Bruders, wähnt sich unsichtbar und von niemandem bemerkt. Doch sie ändert auch nichts daran. Stattdessen dreht sie sich immer wieder im Kreis, teilweise im gleichen Wortlaut, und wenn sie hinten angekommen ist, fängt sie vorne wieder an. Sie wirkt ein wenig wie eine Außenstehende in ihrem eigenen Leben, die sich durch andere fremdbestimmen lässt, aber selbst wenig aktiv unternimmt. Die spätere Wendung, die sie in die richtige Richtung dreht, und ihr hilft, all das zu verarbeiten, findet zu spät und für meinen Geschmack unter zu skurrilen Umständen statt. Außerdem finde ich es wenig glaubwürdig, dass sie - nachdem sie vier Jahrzehnte ihres Lebens in diesem Schmerz gesteckt hat - so einfach selbst daraus entkommen kann. Den Schreibstil der Debütautorin finde ich interessant, doch ich habe relativ lange gebraucht, bis ich mich eingelesen hatte, und wirklich fesseln konnte sie mich leider nicht. Fazit: Eine interessante Handlung, doch hat die Umsetzung nicht ganz meinen Geschmack getroffen. Trotzdem ist es ein wichtiger Gedankenanstoß, ein wichtiges Thema und ich bewundere den Mut, das Tabu anzugehen.

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