Beile Ratut Nachhall

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Inhaltsangabe zu „Nachhall“ von Beile Ratut

In ihrem zweiten Roman führt uns Beile Ratut nicht nur an die Grenzen ihrer Heldin, sondern auch an die Grenzen der menschlichen Existenz. Sprachgewaltig deckt sie die Täuschungen durch falsche Stimmen auf und zeigt, dass die alles entscheidende Frage ist, auf welche Stimme wir hören.

Espen Barthelemy, Tochter eines einflussreichen Politikers, hat inmitten einer scheinbar erneuerten, aber innerlich zerberstenden Welt eine Reise angetreten, auf die sie alles setzt und die an der Grenzstation bei einer fremden Stadt ungeplant unterbrochen wird. Um an ihr Ziel zu gelangen, muss sie sich dem Stimmengewirr der Welt stellen und, im Zerbrechen der Sprache, ihre Stimme und damit die eigene Geschichte finden.

Ratut erschließt dem Leser mit ihrer eindringlichen und bildhaften Sprache den zaghaften und doch unbeugsamen Überlebenskampf ihrer Heldin, ihr Ringen um Zugehörigkeit und Würde und ihre unermüdliche Suche nach einer Stimme, der sie sich bedingungslos und ungeschützt preisgeben kann.

Ein kompromissloses Buch über die Einflüsterungen, die die aufgeweckte Siebenjährige in den zerstörerischen Bann eines pädophilen Nietzsche-Anhängers lockten, Stimmen, die immer um uns und in uns sind und die jene zersetzen, die sie nicht mehr von den Stimmen, die uns ins Leben rufen, zu unterscheiden wissen.

Wenn man das Buch zu Ende gelesen hat und zur Seite legt, hallt es einem in jedem Fall im Kopf nach.

— winterdream

Wunderschöner von Emotionen getragener Schreibstil trifft auf eine bewegende, nachdenklich stimmende Geschichte

— Buchgeborene

verstörend

— Buecherspiegel

Nach "Das schwarze Buch der Gier" eine wie ich finde gelungene Weiterentwicklung. Tiefgehend, poetisch und herausfordernd.

— petriboy

Dieses merkwürdige Buch ist genauso merkwürdig wie das Leben. Anspruchsvoll, poetisch, schmerzlich. Und am Ende steht eine Befreiung.

— GerdFroemel

Diese besondere Sprachkunst der Autorin Beile Ratut sollte man gelesen haben um die volle Kraft zu spüren. WOW!

— Floh

Sprachgewaltiger und anspruchsvoller Roman, der Konzentration benötigt und einen nachdenklich stimmt. Schönes Werk :)

— Ein LovelyBooks-Nutzer

Sprachgewaltig, aber nicht einfach zu verstehen!

— mabuerele

Konnte leider keinen richtigen Zugang zu dem Buch finden.

— esposa1969

Aus meiner Sicht ein starkes Buch, das seine Kraft weiter entfaltet, wenn man es bereits gelesen hat. Ein Buch, das unglaublich viel umfasst

— Guuna

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  • Anspruchsvoll und sprachgewaltig

    Nachhall

    Lyca

    09. October 2017 um 12:49

    „Man sagte, es sei Recht. Doch Espen sah Unrecht. Man erklärte ihr, es sei Stärke, doch sie sah die Unfähigkeit nachzugeben. Man erzählte, es sei Liebe, doch sie sah nur Verachtung.“ Handlung: Espen Barthelemy ist auf der Reise zum Haus der Freude und muss in einer fremden Stadt halt machen um auf einen Transport zu warten, der sie zu ihrem Ziel bringen würde. Sie versucht sich im Hintergrund zu halten und anzupassen, doch macht es ihr die Gesellschaft nicht so leicht. Es fällt ihr schwer dazuzugehören, denn ihr hat nie jemand beigebracht wie die Regeln für die Zugehörigkeit lauten. In dieser Stadt macht sie viele Bekanntschaften mit Menschen, die sich nicht dafür interessieren was Espen zu sagen hat sondern ihr eher ihre eigene Meinung aufdrücken möchten. Als ihr durch ein Verfahren auch noch verboten wird die Stadt zu verlassen, bleibt die Frage ob Espen ihre Vergangenheit überwinden kann und ihre Stimme wiederfindet. Und natürlich ob es einen Ausweg aus der Situation gibt.  Meine Meinung: Dieser Roman ist keinesfalls eine leichte Lektüre, die man einfach zwischendurch lesen könnte. Man benötigt viel Konzentration um verstehen zu können und selbst dann ist es in einigen Abschnitten zumindest mir schwer gefallen. Beile Ratut ist mit ‚Nachhall’ solch ein sprachgewaltiges Buch gelungen, wie ich es schon länger nicht erlebt habe. Man kann hier ganz viel selber herein interpretieren, was mir absolut gefällt, denn so animiert die Autorin ihre Leser auch zum Nach- und vor allem Mitdenken an. Die Botschaft von diesem Roman steckt zwischen den Zeilen, man darf nur nicht während der ersten 100 Seiten aufhören zu lesen, denn das ist mit Abstand der schwerste Abschnitt. Nachdem ich damit fertig war, fiel es mir einfacher das Ganze zu verstehen.Espen ist eine kluge, empfindsame, labile und vor allem eine absolut liebe und sympathische Person, die nicht so recht weiß, wo ihr Platz in diesem Leben ist und die durch andere Menschen nur zu leicht beeinflusst werden kann. Zwischendurch bekommt man auch einen Blick in ihre Vergangenheit, so erlebt man einige Szenen als sie eine Siebenjährige ist, die verdeutlichen weshalb Espen so ist wie sie ist. Von Eltern nicht beachtet worden, von anderen Kindern ausgegrenzt, hat sie eine Art Liebe nur bei einem erwachsenem Mann erfahren, der sie missbraucht hat. All das Verdrängte kommt zum Vorschein und sie versucht es zu verarbeiten und zu sich selbst zu finden. Es reicht nicht mehr nur auf das zu hören was andere zu sagen haben, sie möchte auch endlich angehört werden. Doch zuerst muss Espen sich von ihren Schuldgefühlen befreien und verstehen, dass wahre Liebe nicht so ist, wie sie es bis jetzt kennengelernt hat. Es bedeutet nicht immer nur zu geben um auch im Gegenzug etwas zurück zu bekommen. „Espen musste etwas Schlimmes gemacht haben, dass Mutter sie vergessen hat. Natürlich hat sie etwas Unentschuldbares getan, wie sonst könnte diese wunderschöne Frau ihr Kind missachten.“ Beim lesen bekommt man aus ihrer Sicht einen guten Einblick in unsere Gesellschaft, was ziemlich erschreckend ist, weil es einfach der Wahrheit entspricht. Wie immer geht es um Macht, ob in der Politik, Beziehung oder Freundschaft. Um Manipulation und außerdem um Zugehörigkeit, denn wer sich nicht an die Regeln hält, wird ausgestoßen, auch wenn man sagt man würde jeden so annehmen wie er ist.Zwischen den normalen Kapiteln gibt es auch welche mit der Überschrift ‚Die Stimme’, die einen nachdenklich stimmen. Es ist manchmal schwer zu beurteilen von wem die Stimmen stammen, doch waren die kurzen Texte zum Teil wirklich bewegend und abwechslungsreich. Es gibt nun mal viele Stimmen, auf die man hören könnte, doch sollte man für sich selber entscheiden ob man es auch möchte. „Schrei nicht gegen die Welt, suche nicht bei Menschen. Suche meine Stimme, suche mich. Und ich werde dir geben. Kein Mann kann dir deine Unversehrtheit wiederbringen, kein Mensch dich heilen. Wenn du aus deinem blinden Blick emportaumelst und ihn bittest, erfährst du, dass er dir nichts geben kann.“ Es ist schön und emotional Espen zu begleiten, zusehen wie sie sich entwickelt und sich trotz der vielen Tiefschläge und Enttäuschungen wieder ins Leben kämpft. Fazit: Ein besonderes Buch, das weit weg von der üblichen Masse steht. Anspruchs - und niveauvoll, berührend, sprachgewaltig und tiefgründig.Werde mir noch gewiss den ersten Roman der Autorin zulegen.

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  • Buchverlosung zu "Nachhall" von Beile Ratut

    Nachhall

    Literaturtest

    Liebe Lovelybooks-LeserInnen und Leser,wir verlosen 4 Printexemplare des Romans "Nachhall" von Beile Ratut. Die Bewerbungsfrist endet am 31. Mai.In ihrem zweiten Roman führt uns Beile Ratut nicht nur an die Grenzen ihrer Heldin, sondern auch an die Grenzen der menschlichen Existenz. Sprachgewaltig deckt sie die Täuschungen durch falsche Stimmen auf und zeigt, dass die alles entscheidende Frage ist, auf welche Stimme wir hören. Espen Barthelemy, Tochter eines einflussreichen Politikers, hat inmitten einer scheinbar erneuerten, aber innerlich zerberstenden Welt eine Reise angetreten, auf die sie alles setzt und die an der Grenzstation bei einer fremden Stadt ungeplant unterbrochen wird. Um an ihr Ziel zu gelangen, muss sie sich dem Stimmengewirr der Welt stellen und, im Zerbrechen der Sprache, ihre Stimme und damit die eigene Geschichte finden. Wir wünschen euch viel Glück!

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  • Leserunde zu "Nachhall" von Beile Ratut

    Nachhall

    Ruhland_Verlag

    Hallo meine Lieben,  heute wollen wir eine neue Leserunde starten, zu dem zweiten soeben bei uns erschienenen Roman von Beile Ratut: "NACHHALL". Im Anschluss an ihren polarisierenden Debütroman "Das schwarze Buch der Gier" legt sie nun ein Buch vor, das uns in die Innenwelt einer um ihr Leben kämpfenden jungen Frau führt. Eigenartig, sperrig, leidenschaftlich und mutig. Wir sind gespannt auf eure Leserstimmen dazu! Hier ein wenig über den Inhalt: Espen Barthelemy ist auf der Suche – auf der Suche nach Wahrheit. Sie hat sich auf eine Reise begeben, zum Haus der Freude, einem sagenumwobenen Ort im Norden. Es ist der Wunsch nach Erlösung, der sie treibt. Sprachgewaltig thematisiert die gebürtige Finnin Beile Ratut in ihrem zweiten Roman „Nachhall“ die innere Zerrissenheit einer jungen Frau, die in ihrer Kindheit Opfer sexuellen und emotionalen Missbrauchs wurde. Die radikale Innenperspektive im Roman ermöglicht eine intensive Auseinandersetzung mit den psychischen Aspekten von Verdrängung, Konfrontation und Heilung. Espen hat die schmerzhafte Erinnerung ihres sexuellen Kindesmissbrauchs verdrängt. Gleichzeitig spürt sie, dass ihre innere Qual ein Zeichen ist. Sie folgt ihrem Gefühl und versucht, das Unterdrückte zurück an die Oberfläche ihres Bewusstseins zu holen. Doch die Suche gestaltet sich als schwierig – viele Widerstände erschweren ihren Weg und die Heilung. Auf ihrer Reise begegnet sie unterschiedlichen Menschen, die auf sie einreden und versuchen, sie von ihrem Bestreben abzuhalten. Die Gesellschaft, in der sie lebt, glaubt nicht an das Haus der Freude, an Würde und Zugehörigkeit, an Erlösung und Gemeinschaft. Sie ist in Ideologie und Schein erstarrt. Leseproben gibt es hier: http://www.beile-ratut.de/leseproben/ Bewerbt euch, wenn ihr außergewöhnliche Bücher, philosophische und psychologische Themen und das Leben liebt. Bitte beachtet vor der Bewerbung folgende Punkte: 1.      Nach Eintreffen solltet ihr das Buch mit der Leserunde lesen, die Abschnitte hier in der Leserunde kommentieren und nach dem Lesen zeitnah eure Rezension verfassen. 2.      Die Links zu der Rezension schreibt ihr hier hinein. Die Rezension veröffentlicht ihr auf mindestens einer weiteren Plattform, den Link dazu schreibt ihr ebenfalls hier hinein. 3.      Die Rezension sollte sich an folgenden Leitlinien orientieren: http://www.lovelybooks.de/Leitfaden_Rezensionen.pdf 4.      Bitte sagt bei Problemen oder Verzögerungen Bescheid. Wenn ihr mitmachen wollt, bewerbt euch bitte bis zum 21.09.2014. Gerne könnt ihr uns bei eurer Bewerbung etwas darüber schreiben, warum ihr dieses Buch gerne lesen wollt! Wer ohne Verlosung mitlesen möchte, kann dies natürlich auch sehr gerne tun. Dr. Nikodemus Naum Ruhland Verlag  

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    • 161
  • Ergreifendes Buch

    Nachhall

    winterdream

    13. April 2015 um 15:29

    Inhalt: Espen Barthelemy ist auf der Suche – auf der Suche nach Wahrheit. Sie hat sich auf eine Reise begeben, zum Haus der Freude, einem sagenumwobenen Ort im Norden. Es ist der Wunsch nach Erlösung, der sie treibt. Sprachgewaltig thematisiert die gebürtige Finnin Beile Ratut in ihrem zweiten Roman „Nachhall“ die innere Zerrissenheit einer jungen Frau, die in ihrer Kindheit Opfer sexuellen und emotionalen Missbrauchs wurde. Die radikale Innenperspektive im Roman ermöglicht eine intensive Auseinandersetzung mit den psychischen Aspekten von Verdrängung, Konfrontation und Heilung.   Cover: Das Cover fand ich sehr ansprechend und auch passend zum Buch.   Mein Fazit: Das ist kein Buch, welches man mal eben so liest. Man muss dafür auch ein wenig in der Stimmung sein. Das Buch behandelt das Thema sexueller Kindermissbrauch und in dem Buch wird geschildert, was Espen als „Nachwirkungen“ dazu hat. Ich finde es ist sehr emotional geschrieben und teilweise richtig bedrückend, so dass ich an manchen Stellen das Buch auch einfach mal weglegen musste und tief durchatmen musste. Das Buch ist auf jeden Fall etwas für Anspruchsvolle und nichts für zwischendurch. Es ist ein furchtbares Thema, welches die Autorin aber gut und mit den richtigen Worten umschreibt. Wenn man das Buch zu Ende gelesen hat und zur Seite legt, hallt es einem in jedem Fall im Kopf nach. Den Titel finde ich aufgrund des Themas alleine schon sehr passend gewählt. Ich vergebe hier gerne 4 von 5 Punkten.

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  • Nachhall

    Nachhall

    Blaustern

    20. February 2015 um 12:20

    Die junge Espen Barthelemy ist auf der Flucht. Sie flieht vor ihrer Vergangenheit; sie muss unbedingt einen Weg herausfinden aus diesem ganzen Trauma. Sie will zum Haus der Freude, in dem endlich ihr Leben beginnen soll. Espen ist die Tochter eines bedeutenden Politikers, ein Kind, für das keine Zeit und keine Liebe übrig waren. Die suchte sie schließlich bei einem anderen Herrn, dem sie meinte vertrauen zu können. Doch der nutzte das Kind schamlos aus und verging sich an ihr. Nun irrt sie durch diese fremde Stadt, die und deren Menschen ihr völlig unverständlich sind. Sie kennt sie und ihre Organisation nicht, die Leute billigen sie nicht und der Mann, in den sie sich verliebt, ist sich nur selbst der nächste. Wohin führt sie ihre Suche noch, und wird sie das finden, was sie braucht? Missbrauch. Ein furchtbares Thema, und hier erleben wir die Nachwirkungen, den Schmerz und das Taubheitsgefühl, welches dann empfunden wird. Man fühlt sich ein in die Welt von Espen und kann all diese Gefühle gut nachempfinden, die aus ihrer Vergangenheit entstanden waren. Den Nachhall. Alles erscheint ihr wie im Nebel, und uns ebenfalls, so bildhaft ist die Sprache, so erschütternd und ausdrucksvoll. Dieses Buch liest man nicht nebenbei. Man sollte sich dafür Zeit lassen, um sich voll und ganz darauf einlassen zu können, so wird es ein außergewöhnliches Leseerlebnis. Es ist anspruchsvoll und doch wieder gut zu lesen. Auf jeden Fall regt es sehr zum Nachdenken an und hallt noch lange nach.

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  • Nachhall

    Nachhall

    Buchgeborene

    18. February 2015 um 20:36

    Was für ein Titel. Nachhall. Das ist ein schönes Wort. Dann dieses wunderschöne Cover. Die ersten Worte. Ich bin verliebt. So viele wunderbare Eindrücke, die auf mein hochsensibles Herz einströmen. Aber hier wird in wunderschöner Sprache das taube Gefühl, welches eigentlich furchtbarer Schmerz ist, das man nach Missbrauch empfindet, exakt wiedergegeben. Dieses Buch ist nichts für Jemanden, der sich leicht triggern lässt. Die Lektüre könnte dieses Gefühl verstärken. Die Sprache, in der das Buch geschrieben ist, ist ergreifend, emotional, wunderschön. Leicht zu lesen. Man versetzt sich sofort in die Protagonistin, fühlt ihren Schmerz, fühlt dieses taube Gefühl, dass sie in sich trägt. Es ist die Welt dort draußen die nachhallt, die nur durch einen dichten Schleier wahrgenommen werden kann, Aber auch die Vergangenheit hallt nach. Und am Schluss hallt die Geschichte lange im Leser nach. Das Buch "Nachhall" ist anspruchsvoll, hat Niveau, regt zum Nachdenken an. Das ist keine Lektüre, die man mal eben so nebenbei liest. Dafür ist es zu gehaltvoll, zu intelligent. Man wird dazu angeregt über Missbrauch nachzudenken, sich ein anderes Bild darüber zu machen.

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  • Nachhall

    Nachhall

    Tiffi20001

    11. January 2015 um 18:09

    Klappentext: In ihrem zweiten Roman führt uns Beile Ratut nicht nur an die Grenzen ihrer Heldin, sondern auch an die Grenzen der menschlichen Existenz. Sprachgewaltig deckt sie die Täuschungen durch falsche Stimmen auf und zeigt, dass die alles entscheidende Frage ist, auf welche Stimme wir hören. Espen Barthelemy, Tochter eines einflussreichen Politikers, hat inmitten einer scheinbar erneuerten, aber innerlich zerberstenden Welt eine Reise angetreten, auf die sie alles setzt und die an der Grenzstation bei einer fremden Stadt ungeplant unterbrochen wird. Um an ihr Ziel zu gelangen, muss sie sich dem Stimmengewirr der Welt stellen und, im Zerbrechen der Sprache, ihre Stimme und damit die eigene Geschichte finden. Ratut erschließt dem Leser mit ihrer eindringlichen und bildhaften Sprache den zaghaften und doch unbeugsamen Überlebenskampf ihrer Heldin, ihr Ringen um Zugehörigkeit und Würde und ihre unermüdliche Suche nach einer Stimme, der sie sich bedingungslos und ungeschützt preisgeben kann. Ein kompromissloses Buch über die Einflüsterungen, die die aufgeweckte Siebenjährige in den zerstörerischen Bann eines pädophilen Nietzsche-Anhängers lockten, Stimmen, die immer um uns und in uns sind und die jene zersetzen, die sie nicht mehr von den Stimmen, die uns ins Leben rufen, zu unterscheiden wissen. Buchgestaltung: Das Cover zeigt neben dem Titel „Nachhall“ einen blauen Hintergrund mit einem helleren Rechteck davor. Das Cover gefällt mir generell gesehen ganz gut, da es sehr minimalistisch ist und mich gerade deshalb anspricht. Ich bin aber dennoch der Meinung, dass ein aussagekräftigeres Cover für das Buch besser gewesen wäre, da ich glaube, dass es in der jetzigen Form sehr schnell übersehen werden kann. Ich hätte mir zudem gewünscht, dass man als Leser beim Betrachten sofort einen kurzen Einblick in das Buchgeschehen bekommen hätte. Die Farbgestaltung finde ich dagegen sehr schön und auch der Titel wurde gut ausgewählt, da er ungewöhnlich ist und deshalb neugierig macht. Der Klappentext wurde auch gut ausgewählt, dennoch hätte er etwas kürzer sein können und somit ansprechender beim kurzen überfliegen des Klappentexts. Alles in allem trotzdem ein Buchgestaltung, die durchaus Lust auf das Buch macht. Eigene Meinung: Das Buch konnte mich durchgehend überzeugen. Die Handlung ist spannend und ungewöhnlich und konnte mich gerade deshalb fesseln. Die Geschichte ist auf keinen Fall eine leichte Kost und kann meiner Meinung nach auch nicht nebenbei gelesen werden, wenn man sich aber darauf einlässt kann man ein einzigartiges Buch lesen. Die Figuren konnten mich ebenfalls für sich gewinnen, da sie sehr unterschiedlich sind und diese Individualität auch gut dargestellt wird. Die Thematik des Buches wird durch Handlung und Figuren sehr gut dargestellt und ich konnte mich gut in der Geschichte zu Recht finden. Die Sprache des Buches ist etwas ganz besonderes, da sie tolle Bilder liefert und dennoch sehr flüssig und angenehm zu lesen ist. Fazit: Ein ungewöhnliches Buch mit einer interessanten Thematik, das sehr gut umgesetzt wurde und das ich absolut empfehlen kann. Autor: Beile Ratut, geboren 1972, ist Finnin und schreibt in deutscher Sprache. Sie studierte Wirtschaftswissenschaften, Literatur und Skandinavistik in Finnland und in Deutschland. Sie lebt als Autorin und Übersetzerin mit ihrer Familie in der Nähe von Frankfurt am Main. Nachhall ist ihr zweiter Roman. Allgemeine Infos: Titel: Nachhall Autor: Beile Ratut Verlag: Ruhland Seitenzahl: 485 Preis: 24,80 EUR ISBN: 978-3885091059

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  • wortgewaltiges werk über eine zutiefst an der seele verletzten jungen frau!

    Nachhall

    Buecherspiegel

    26. December 2014 um 18:50

    Ein wahrhaft verstörender Roman, den Beile Ratut da geschaffen hat. „Nachhall“ beginnt mit einem regelrechten Gewittersturm aus Sätzen und  Wörtern, die wie ein Fiebertraum über den Leser herfallen. Viele Seiten lang gibt es kaum Dialoge, und die wenigen sind entweder knapp, gänzlich unerwidert oder es sind Monologe, die der Protagonistin, einer jungen Frau namens Espen, entgegengeschleudert werden. Und wenn dann  eine Dialogfolge kommt, möchte man Espen am liebsten packen und aus der Situation herausziehen. So, wie man sie aus manchem unangenehmen Augenblick retten möchte.  Wir erleben Espen auf der Flucht. Von was? Wohin? Rückblicke auf Espen als junges Mädchen, gerade sieben Jahre alt, die aus bestimmten Gründen  in der Gegenwart spielen, erklären ganz langsam aber mit brutaler Klarheit, warum das Heute in der Vergangenheitsform beschrieben wird. Eltern, die vieles, nur nicht ihre Tochter im Blick haben, ein vermeintlicher Philosoph, der sich doch nur als pädophiler Zerstörer von Kindheitsträumen entpuppt. So irrt Espen nun als junge Frau, ihren Weg zu finden, raus aus dem Trauma der Vergangenheit. Und wir begleiten sie dabei. Die Autorin wählt dabei eine Fülle von Worten die mehr als verblüfft. So, wie sie sich auf die Ebene der Siebenjährigen begibt, die wir auch plötzlich sind, so klein, voller Ideen, Fragen, eigenen kindlichen Lösungen, die es den Erwachsenen nicht im mindesten erklärbar machen kann. Im nächsten Moment sind wir wieder mit der älteren Espen konfrontiert, die kaum reden, handeln, leben kann. Entscheidungen fallen ihr schwer, wir spüren die Last, die Schuldgefühle, die sie vor sich herschiebt wie einen nicht zu überwindenden Berg. Und doch ist sie getrieben, ihr Ziel zu erreichen. Wird sie es? Fazit: Ein Buch voller philosophischer Tiefen, eine Wortfülle, die man selten in einem Werk findet. Verschachtelte Setze, immer wiederkehrende Fragmente, manchmal wie eine Lupe das innerste einer Seele betrachtend und dann wieder von ferne. Die Gefühlsebenen werden wie auf einer Klaviatur bespielt. Ob es Ekel, Entsetzen, Abscheu, Wut, aber auch Freude, Verlangen, Neugier ist. Kein Buch, dass man eben mal am Strand lesen würde, sondern jetzt, in der kalten Jahreszeit.

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  • Zu wenig greifbar

    Nachhall

    Birgit-B

    01. December 2014 um 19:38

    „Nachhall“ handelt von einer jungen Frau namens Espen. In ihrer Kindheit wurde sie sexuell missbraucht und seitdem ist sie traumatisiert. Auf ihrem Weg zum Haus der Freude wird sie plötzlich aufgehalten und sucht Zuflucht. Sie begegnet Menschen, die sie nicht akzeptieren und verliebt ich in einen Mann, der ihr keine echte Liebe zu geben vermag. In die erzählte Wirklichkeit sind Träume und  Erinnerungen aus Espens Kindheit gebunden. Kann sie in dieser Verwirrung und in dem Zustrom von Stimmen ihre eigene Stimme finden und somit sich selbst finden? Dass das vorliegende Werk wohl etwas ganz eigenes und besonderes ist  stand für mich von Anfang an fest. Mit ihrer einzigartig poetischen und bildhaften Sprache lässt uns die Autorin Espens Weg mitverfolgen. Sie kreiert eine wunderbare Welt aus Worten und schafft Szenen mit starker Intensität, jedoch verstrickt sie sich derart in Gedankenkonstrukten, dass das Buch für mich im Allgemeinen  recht mühsam zu lesen war. Das fand ich sehr schade, einerseits war ich von einzelnen Abschnitten sehr gefesselt und berührt, dann waren aber wieder lange Teile, mit denen ich leider kaum etwas anfangen konnte und die mich stutzig machten und verwirrten. Ich hatte damit gerecht, dass das Werk schwierige Kost sein könnte, doch auch mit Mühe und großer Aufmerksamkeit ließ sich der Kontext mancher Kapitel für mich nicht erschließen oder sprach mich nicht besonders an. „Nachhall“ ist also Geschmackssache. Für mich war es leider nicht das richtige Buch.

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  • Am Ende steht Befreiung. Echte.

    Nachhall

    GerdFroemel

    27. November 2014 um 10:13

    Ich habe dieses Buch auf die Bitte eines Freundes aus der Presse gelesen, der ziemlich ratlos war. Dann habe ich mir die Reaktionen auf dieser Plattform angesehen und gesehen, dass so mancher ratlos ist. Dann habe ich mir eine Weile Gedanken gemacht. Ehrenamtlich betreue ich Menschen in psychischen Stresssituationen. Und auch sonst komme ich viel rum und rede mit allen möglichen Leuten. Aus diesem Grund bin ich sehr überrascht, ein Buch zu lesen, das das, was ich ständig vor Augen habe, derart akkurat und künstlerisch abbildet.  Zunächst: Warum bereitet das Buch solche Schwierigkeiten? Es ist natürlich kein Krimi oder Schnulzenroman, den man so nebenher wegliest. Es ist ein Buch mit dem Anspruch, die Realität zu beschreiben und Antworten zu finden.  Die Hauptperson ist eine verletzte Frau. Sie wurde als Kind immer mehr in den Bann eines Erwachsenen gezogen. Er hat sie verführt. So wie auch alle Menschen um sie herum sie eben nur in einer Funktion sahen und noch sehen, hatte sie für diesen Mann auch eben nur eine Funktion. Na, ist das nicht sehr modern? Ist es nicht das, was uns heute gelehrt wird? Das meiste überall herauszuholen für uns? Und dieses nur funktionieren müssen ist es, das die Menschen, so sehe ich es, krank macht. Doch unsere Person will mehr, sie will das wahre Leben. Und macht sich auf die Suche. Die ist verwirrend, beängstigend. Sie begegnet seltsamen Gestalten, und manchmal scheint es, die Stimmen wären in ihr drin.  Aber sie geht ihren Weg und entblößt unsere Welt! Und das ist das Grandiose an diesem Buch! Ich finde es fabelhaft und wünsche ihm noch viele Leser!

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  • Man sollte besondere Literatur lieben, um sich in diesem Roman fallen zu lassen.

    Nachhall

    Floh

    Die Finnin Beile Ratut hat mich vor längerer Zeit mit ihrem Debut "Das schwarze Buch der Gier" schon sehr begeistert. Auch in ihrem zweiten Roman "Nachhall" dürfen wir die ganze Kunst des Schreibens, der Erzählkunst und der Facette der Zeitebenen hautnah miterleben. Ich war sehr gespannt, ob Beile Ratut auch in ihrem zweiten Werk aus den Vollen schöpft, und nun kann ich sagen: Ich habe kaum ein Buch gelesen, dass mich so lange gefangen hielt und zwischen Erstaunen, Mitgefühl und Emotion verhungern lies und mich dann wieder erneut mit Zündstoff fütterte. Denn dieses Buch hat, genau wie sein Vorgänger, einfach das gewisse ETWAS, was dieses Buch einfach zu etwas ganz Besonderen und sehr selten dagewesenen macht. Auf jeden Fall ist "Nachhall" ein ganz kostbares Stück Literatur, welches mich sehr in den Bann gezogen hat und mich nun mit allerlei neuen Eindrücken, viel Wissen und Informationen und vor allem mit viel bewegenden Gefühl zurücklässt! Erschienen im Ruhland Verlag (http://www.ruhland-verlag.de/) Zunächt hervorgehoben: dieses Buch ist keine leichte Kost! Wer neuartige und noch nie dagewesene Sprachmelodien liebt, der wird hier in "Nachhall", genau wie in dem Debütroman "Das schwarze Buch der Gier" reich beschenkt. Wer aber mit Autorin Beile Ratuts Sprachbildern und Stil warm geworden ist, wird sich in ihren Bildern, Darstellungen und in ihrem Talent verlieren, wer keine anspruchsvollen Lektüren mag, der wird mit diesem Roman kein Glück haben. An die Leser, die nicht genug bekommen können von poetischen Bildern, wortgewandten Dialogen, gehobener Sprache und erstaunlichen Intellekt: bitte greift zu diesem Werk und lasst euch verwöhnen mit schicksalhaften Begegnungen und einer komplexen Handlung inmitten der Folgen von körperlichen und sexuellen Misshandlung in der jungen Kindheit durch einen erwachsenen Mann, den Hauptprotagonistin Espen glaubte zu lieben. Inhalt / Beschreibung: "In ihrem zweiten Roman führt uns Beile Ratut nicht nur an die Grenzen ihrer Heldin, sondern auch an die Grenzen der menschlichen Existenz. Sprachgewaltig deckt sie die Täuschungen durch falsche Stimmen auf und zeigt, dass die alles entscheidende Frage ist, auf welche Stimme wir hören. Espen Barthelemy, Tochter eines einflussreichen Politikers, hat inmitten einer scheinbar erneuerten, aber innerlich zerberstenden Welt eine Reise angetreten, auf die sie alles setzt und die an der Grenzstation bei einer fremden Stadt ungeplant unterbrochen wird. Um an ihr Ziel zu gelangen, muss sie sich dem Stimmengewirr der Welt stellen und, im Zerbrechen der Sprache, ihre Stimme und damit die eigene Geschichte finden. Ratut erschließt dem Leser mit ihrer eindringlichen und bildhaften Sprache den zaghaften und doch unbeugsamen Überlebenskampf ihrer Heldin, ihr Ringen um Zugehörigkeit und Würde und ihre unermüdliche Suche nach einer Stimme, der sie sich bedingungslos und ungeschützt preisgeben kann. Ein kompromissloses Buch über die Einflüsterungen, die die aufgeweckte Siebenjährige in den zerstörerischen Bann eines pädophilen Nietzsche-Anhängers lockten, Stimmen, die immer um uns und in uns sind und die jene zersetzen, die sie nicht mehr von den Stimmen, die uns ins Leben rufen, zu unterscheiden wissen." Handlung: Der Roman gliedert sich in unterschiedliche Zeitebenen, in der die Handlungsstränge aufgezeigt werden. Wir erleben die Protagonistin Espen Barthelemy, die sich im Alter von 30 Jahren auf einen Weg zum Haus der Freunde macht, in einer nassen und verregneten Nacht begibt sie sich auf die Reise und muss in einer ihr absolut fremden Stadt eine ungewollte Rast einlegen, denn ihr Weg führt sie gen Norden. Die Rast in dieser Stadt erweist sich schnell als alles andere, als nur ein kurzes Warten auf die weitere Reise. Hier in dieser Stadt entblösst sich ungewollt ein Teil ihrer geschundenen Seele, denn Espen kann und will sich nicht an die Regeln eines gesellschaftlichen Lebens und Umgangs halten. Sie fällt auf, zieht die Aufmerksamkeit und an sogleich wird ihr eine Ausreise aus dieser fremden Stadt verwährt... Espen Barthelemy wird mit ihrer Vergangenheit, mit ihrer Kindheit und mit ihrem seelischen und innerlichen Verlies konfrontiert. Sie stösst auf das ihr unverständliche gesellschaftliche Leben, auf Regeln, Gesetze, Sitte und Moral. Ein Kampf mit sich und ihrer inneren Stimme, die in der Masse der Bürger nicht erhört werden kann. Mit Rückblenden aus Espens Kindheit erleben wir, warum diese junge Erwachsene zu dem geworden ist, wie sie in der Gegenwart ist. Ihr Kampf, ihre Angst, ihr Stellen und ihre Not. Der Rand der Gesellschaft ist Espens zu Hause, in ihrer Kindheit hat sie sich auf einen Mann eingelassen, der ihr das schenken wollte, was sie in ihrem politisch versierten und kalten Elternhaus nie erfahren hat: Liebe! Auch Espens kindliches Herz und Mitgefühl wollte Liebe schenken und empfangen. Ihr Verhängnis und ihr Seelenunheil war, dass dieser man pädophile Triebe auskosten und die kleine Kinderseele und den zarten Körper schänden und für immer zerstören wollte..... So gelangen wir Leser von Espens schlimme und zerstörerische Kindheit in die Gegenwart, die für diese junge gebeutelte Frau nichts als bloße Wahrheit und gesellschaftliches Schauspiel bedeutet. Ein innerer Kampf, dem später eine Heldin entspringt! "Dass es falsche Worte gibt, heißt nicht, dass wir uns dem Wort nicht anvertrauen sollten. Denn Sprache ist nie gewesen, ehe Hinwendung gewesen ist. Und Logos in seinem Ursinn ist nicht in uns, sondern in unserer Hinwendung." Zitat aus dem Buch.Meinung: Wie schon erwähnt, waren meine Erwartungen sehr sehr hoch, da mich auch das Debüt dieser besonderen Autorin sehr überrascht hat. Beile Ratut schreibt sehr offen, verpackt ihr "Draufstoßen" auf die blanke Wahrheit aber in poetisch verwinkelte Botschaften und in einer Sprachkunst die erstaunen lässt. Meine 4,5 Sterne zeugen von Begeisterung, aber dieses Buch wird nicht jeden Geschmack treffen, und man sollte besondere Schreibstile mögen und sich auf etwas Neues einlassen können. Dieses Buch liest man nicht zwischendurch, man muss mit Konzentration und Muße die Seiten wirken lassen, um die volle Symbolik auszukosten. Wem das gelingt, wer Freude daran hat, für den ist diese Literatur ein Goldstück in der gefächerten Buchwelt.  Ausnahmeautorin Beile Ratut zeigt Mut, denn sie hat eine Sprache erschaffen, die der Leser so bestimmt noch nie geboten bekommen hat. Dieses Buch hat Intellekt, Anspruch und viele Farben. Das Lesen ist nicht leicht und die Seiten müssen mit Muße verarbeitet und wirken gelassen werden, dieses Niveau muss der Leser erstmal halten können. Sprachlich gekonnt, und sehr beeindruckend. Keine Frage, aber dennoch konnte ich bis fast zur Mitte nicht ausmachen, wohin mich dieses Buch leiten möchte. Der Kern dieses Buches erschließt sich erst recht spät, daher wankte ich zwischendurch mit dem Gedanken, ob ich wichtige Passagen vielleicht nicht erfasst habe? Dieser Gedanken jedoch bestätigt sich nicht, denn im Laufe der Handlung schließen sich die scheinbaren Lücken. Für die Leser, die durchhalten (und das sollte man trotz Startschwierigkeiten bitte versuchen), offenbart der Roman noch einen ganz besonderen und sehr impulsiven und intensiven Lesegenuß. Es breitet sich ein Gefühl aus, als dass man der Handlung nicht mehr entfliehen kann, man fühlt sich selbst als Gefangene der dramatischen Kindheit der Protagonistin Espen. Eine besondere Kost, die es zu genießen gilt. Der gekonnte Perspektivenwechsel zwischen Damals und Heute und den Ereignissen und den Folgen der "Liebe" von Herrn Kobalt, und die Zeitsprünge zwischen dem Beginn und dem Ende der fröhlichen Kindheit gaben der Lektüre dann immer wieder Klarheiten und Tempo. Zum Glück siegte meine Neugier, denn jetzt bin ich Stolz, dieses Meisterwerk der hohen Schreibkunst und des großen Intellekts gelesen und aber auch genossen zu haben! Trotz der Schwierigkeiten für mich, dem hohen Niveau stand zu halten, bin ich sehr begeistert von dem Buch. Was vor allem an den Beschreibungen und der wortgewandten groben aber auch teils sehr leisen Sprache liegt. Beile Ratut hat eine Poesie in ihrem Schreibstil, welche unvergleichlich und unvergesslich ist. Aber nicht nur Ratuts Art hat mich begeistert, mich hat auch ihre Geschichte, ihre Handlung und die Story sehr bewegt und sinnieren lassen. Zeigt die Autorin wirklich das wahre Antlitz unserer Gesellschaft? Ist das was wir hier lesen, die bittere Realität aus dem Zusammenleben in einer vorgegebenen Bahn? "„Schrei nicht gegen die Welt, suche nicht bei Menschen. Suche meine Stimme, suche mich. Und ich werde dir geben. Kein Mann kann dir deine Unversehrtheit wiederbringen, kein Mensch dich heilen. Wenn du aus deinem blinden Blick emportaumelst und ihn bittest, erfährst du, dass er dir nichts geben kann.“ Zitat aus dem Buch Charaktere: Autorin B. Ratut hat nicht nur die Macht und die Gewalt über die Worte, nein, sie hat auch die Macht, die Eigenschaften und Details der einzelnen Charaktere auszumachen und unglaublich genau einzufangen. Ihre Beweggründe werden dem Leser jedoch erst schrittweise deutlich und klar gemacht. Espen Barthelemy: die fröhliche Tochter eines namenhaften Politikers. Als Kind hat Espen trotz der Gefühlskälte im elterlichen Haus nie ihren Frohsinn und Optimismus verloren. Die damals 7 jährige lernt viele interessante Menschen in ihrem Umfeld kennen, doch dann trifft sie Herrn Kobalt und eine ganz gegensätzliche Beziehung beginnt, die mit der lustgetriebenen Vorstellung des Mannes und der kindlichen Suche nach Wärme nichts gemein hat. Ein Verhängnis, welches Espen bis ins Alter von 30 Jahren begleitet und sie zu einer Gefangenen ihrer Seele macht. Mit Espen hat die Autorin einen sagenhaft polarisierenden und einprägsamen Hauptcharakter, der lange nach Beenden des Buches noch bewegt und im Kopf herumgeistert erschaffen. Die Autorin nennt ihre Protagonistin selbst "Heldin". Herr Kobalt: Er hat schwaches Fleisch, er ist Nietzscheanhänger undhat es sich zur Passion gemacht, seine "Beute" Espen mit dem zu locken, was sie zu Hause nicht erfährt: mit Wärme und Liebe. Nur das seine Wärme und Liebe von Lust und abscheulichen Trieben angefacht wird. Dieser Mann wird mit seinen Trieben und Misshandlungen die Seele eines Kindes für immer beschlagnahmen und sie zu einem gesellschaftlichen Wrck heranwachsen lassen. Das überzeugende bei Beile Ratuts Umsetzung und Darstellung der Protagonisten ist, wie sie einfache kleine Handlungen der Charaktere detailliert beschreibt, bei denen man sich oft selbst ertappt fühlt oder von Ungläubigkeit überrollt wird. So werden diese auf den ersten Blick unbedeutsamen Taten zu großen Schlüsselelementen im Buch. Das ist auch der Grund, wieso das Buch einem so lange im Gedächtnis bleibt und man nach dem "Durchhalten" so stolz und fasziniert ist: Weil man die besonderen Botschaften der Ausnahmeautorin empfängt und versteht, und ihrer Phantasie und Aussage folgen kann! Die überschaubaren Rollen und Nebenrollen verkörpern diese menschlichen Züge sehr genau. Das öffentliche Ansehen lässt die Menschen zu Egoisten werden, kalt, skrupellos, von Gier und Lust getrieben... Aber es gibt auch die wenigen, die die Menschlichkeit nie verloren haben. Die Autorin fängt das damalige Leben und die Situationen in den Jahren der Kindheit bis Heute so gekonnt ein, dass man glaubt Teil der Handlung zu sein. Die Autorin: "Beile Ratut, geboren 1972, ist Finnin und schreibt in deutscher Sprache. Sie studierte Wirtschaftswissenschaften, Literatur und Skandinavistik in Finnland und in Deutschland. Sie lebt als Autorin und Übersetzerin mit ihrer Familie in der Nähe von Frankfurt am Main." Cover: Das Cover mit harmoniert sehr schön mit dem im selben Verlag erschienen Debüt dieser Autorin. Es wirkt schlicht, schattig und mit Lichtrefelexen aus Regentropfen belebt. Es läd zu Assoziationen ein, wenn man den Inhalt kennt. Die Aufmachung ist sehr gelungen, das Buch ist von hoher Qualität, die Kapiteleinteilung und Länge ist sehr angenehm. Das Schriftbild ermöglicht bequemes Lesen. Man muss es einfach lesen. Man sollte sich aber dem Anspruch und der Besonderheit dieses Buches bewusst sein, sonst könnte man falsch verführt worden sein. Fazit: Es gehört für mich ohne Zweifel zu den größten Werken der Literatur! Voller Poesie und Atmosphäre. Wer hinter die Fassade, blickt und beim Lesen durchhält, wird mit einem kleinen Meisterwerk belohnt! Sicherlich kein Buch für Jedermann, man muss besondere Literatur lieben, und sich fallen lassen, und um all die Nuancen aufzuspüren. 4,5 Sterne, die ich respektvoll aufrunde zu 5 Sternen!

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    • 16
  • Eigenartig, erstaunlich, und am Ende siegt das Leben.

    Nachhall

    Guuna

    Nachdem ich das Debüt der Autorin verschlungen habe, musste ich natürlich auch ihr zweites Buch lesen. Und habe es mit einem mulmigen Gefühl getan. Mulmig, weil in diesem Buch nichts ist, wie man es erwartet. Die Hauptperson hat sich auf eine Reise gemacht, auf die Reise zum "Haus der Freude." Erst in der Mitte des Buches kommt heraus, dass es so etwas wie ein mythenhafter Ort ist, zu dem sie will. Sie glaubt daran, dass sie dort Frieden und Erlösung finden wird. Am Anfang des Buches kommt sie in einer Stadt an und wird an der Grenzstation aufgehalten. Also beschließt sie, in dieser Stadt zu bleiben, in der Hoffnung darauf, doch noch ein ganz normales Leben führen zu können, vielleicht mit dem Mann, in den sie sich verguckt hat. Man weiß eigentlich nicht, was mit ihr nicht stimmt. Nach und nach wird es offengelegt. Ihre Kindheit, der ehrgeizige Vater, die depressive Mutter, ein Leben, ohne Bestätigt zu werden. Immer wieder begegnet sie Menschen, die sie mit allem möglichen konfrontieren und ihr ihre Wahrnehmung, ihre Hoffnung und ihr Ziel ausreden wollen. Das erinnert etwas an Kafka, aber ist doch anders, weil es ja viel deutlicher mit ihrer inneren Reise verknüpft ist. Es ist einerseits wie die Menschen, die eine Entwicklung verhindern wollen, weil es ihnen lieber ist, dass man in Abhängigkeiten bleibt, und andererseits wie all die inneren Stimmen, die man so hört, wenn man hadert. Und dann hört sie immer wieder eine Stimme, in Kapiteln, die nur "Die Stimme" heißen. Diese Kapitel haben mich sehr tief berührt und wachsam gemacht im Hinblick auf all die Stimmen, die wie so hören und welche Unterschiede es da gibt! Manche sind gut, und manche wollen uns eigentlich nur kaputt machen und behindern. Ich will hier nicht allzu viel vom Inhalt preisgeben. Auch wenn das Buch manchmal nicht ganz leicht zugänglich ist, so hat mich die Kraft der Sprache und im Rückblick auch das Gesamte überzeugt. Es scheint mir ein Buch zu sein, das unter die Oberfläche unserer Gesellschaft blickt und Dinge ans Licht holt, die wir sonst gar nicht wahrnehmen. Ein echter Gewinn, literarisch und menschlich. Von mir also auch für das zweite Buch die volle Punktzahl!

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    • 2

    Floh

    19. November 2014 um 07:06
  • Espen...

    Nachhall

    esposa1969

    Hallo liebe Leser, auch dieses Buch, welches ich im Rahmen einer LR erhielt, habe ich gerade fertig gelesen: == Nachhall == Autorin: Beile Ratut == Buchbeschreibung: == In ihrem zweiten Roman führt uns Beile Ratut nicht nur an die Grenzen ihrer Heldin, sondern auch an die Grenzen der menschlichen Existenz. Sprachgewaltig deckt sie die Täuschungen durch falsche Stimmen auf und zeigt, dass die alles entscheidende Frage ist, auf welche Stimme wir hören. Espen Barthelemy, Tochter eines einflussreichen Politikers, hat inmitten einer scheinbar erneuerten, aber innerlich zerberstenden Welt eine Reise angetreten, auf die sie alles setzt und die an der Grenzstation bei einer fremden Stadt ungeplant unterbrochen wird. Um an ihr Ziel zu gelangen, muss sie sich dem Stimmengewirr der Welt stellen und, im Zerbrechen der Sprache, ihre Stimme und damit die eigene Geschichte finden. Ratut erschließt dem Leser mit ihrer eindringlichen und bildhaften Sprache den zaghaften und doch unbeugsamen Überlebenskampf ihrer Heldin, ihr Ringen um Zugehörigkeit und Würde und ihre unermüdliche Suche nach einer Stimme, der sie sich bedingungslos und ungeschützt preisgeben kann. Ein kompromissloses Buch über die Einflüsterungen, die die aufgeweckte Siebenjährige in den zerstörerischen Bann eines pädophilen Nietzsche-Anhängers lockten, Stimmen, die immer um uns und in uns sind und die jene zersetzen, die sie nicht mehr von den Stimmen, die uns ins Leben rufen, zu unterscheiden wissen. == Leseeindrücke: == Leider konnte ich über die gesamte Lesedauer keinen rechten Zugang zu dem Inhalt finden. Dafür war mir die Protagonistin Espen überaus sympathisch, was auch der Grund war, dass ich dieses Buch konsequent fertig gelesen habe. Espen Barthelemy befindet sich auf der Flucht. Das Ziel dieser Reise: Sie muss zum Haus der Freude gelangen. In einer ihr fremden Stadt unterbricht sie ihre Reise, wo sich Espen in Lammarck verliebt. Um an ihr Ziel zu gelangen, muss sie sich dem Stimmengewirr der Welt stellen und ihre eigene Geschichte finden... Die Handlung ist schwer zu verstehen und forderte meine vollste Konzentration. Eigentlich hätte ich mir etwas mehr Leichtigkeit bei diesem Roman gewünscht, mir war es zu sprachgewaltig. Oftmals konnte ich den Geschehnissen nicht folgen. Irgendwie ist mir der Schreibstil einerseits angenehm, anderseits aber auch wieder sehr gewöhnungsbedürftig. Zitat: "Espen ging mit dem Wind - Der Wind folgt dem Kind, er weiß wohin das Kind geht." Sehr positiv möchte ich die gut leserliche und angenehm augenfreundlich große Schrift loben. Die Kapitel mit bis zu 31 Seiten, empfinde ich als recht unhandlich lang. Bei Kapitel mit der Überschrift "Die Stimme", sind dann die Seiten nur noch ganz schmal bedruckt und etwa zweiseitig, dann wieder normale Breite, so wechselt das hin und her, was mich etwas verstört hat. Wenn ich ehrlich bin so ganz richtig rein bin ich während des gesamten Lesens nicht ins Geschehen gekommen. Leider konnte mich dieser Roman weder fesseln noch in seinen Bann ziehen. Dennoch vielen Dank, dass ich mitlesen durfte! ©esposa1969

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    • 2
  • Sprachgewaltiger und anspruchsvoller Roman, der bewegt

    Nachhall

    Ein LovelyBooks-Nutzer


    • 2
  • Emotional und Nachdenklich

    Nachhall

    Susi180

    13. November 2014 um 13:35

    Espen Barthelemy, Tochter eines einflussreichen Politikers, hat inmitten einer scheinbar erneuerten, aber innerlich zerberstenden Welt eine Reise angetreten, auf die sie alles setzt und die an der Grenzstation bei einer fremden Stadt ungeplant unterbrochen wird. Um an ihr Ziel zu gelangen, muss sie sich dem Stimmengewirr der Welt stellen und, im Zerbrechen der Sprache, ihre Stimme und damit die eigene Geschichte finden. Die Autorin: Beile Ratut wurde 1972 geboren. Sie ist Finnin schreibt aber in deutscher Sprache. Sie studierte Wirtschaftswissenschaften, Literatur und Skandinavistik in Finnland und in Deutschland. Sie lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Frankfurt am Main. Meine Meinung: Dieses Buch ist nichts für zwischendurch. Auch hier hat die Autorin wieder so emotional und nachdenklich geschrieben, das man sich etwas Zeit nehmen sollte die Geschichte auf sich wirken zu lassen. Und wie der Titel des Buches schon so passend sagt, halt die Geschichte wirklich noch nach. Ich hatte am Anfang einige Probleme in die Geschichte zu finden doch wenn man sich darauf einlässt erschließt sich einem eine wundervolle Reise mit Tiefgang. Die Protagonistin war mir sehr ans Herz gewachsen und ihre Sicht auf die Dinge konnte ich gut nachvollziehen. Es werden auch kritische Blicke gewagt, auf die Gesellschaft und den Umgang mit deinem Mitmenschen. Ein Buch was berührt und nachdenklich stimmt. Ich mag den Schreibstil der Autorin sehr doch sollte man sich wirklich darauf einlassen können. Es sind keine kurzen Sätze oder einfache Sprache sondern die Autorin schafft es in jeden Satz unendlich viel Tiefe zu legen. Mir hat das Buch sehr gefallen. Ich habe mir viel Zeit genommen und es genossen. Ich kann dieses Buch nicht jedem empfehlen. Man sollte den Schreibstil mögen, die Art wie Dinge dargestellt und beschrieben werden. Wenn man aber wirklich in die Geschichte abtaucht ist es ein wundervolles Zusammenspiel zwischen Sprache und Handlung. Ich freue mich schon auf weitere Bücher der Autorin.

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