Beile Ratut Welt unter Sechs

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Inhaltsangabe zu „Welt unter Sechs“ von Beile Ratut

„Manchmal will er innehalten, im Trotz des treulosen Mannes die Weisheit freien.“ So steht der Mann in der Welt. Unbehaust und verirrt. Hartherzig und tändelnd. Wie kann er heil werden? Wie kann er entdecken, wer er wirklich ist? Drei Erzählungen von Beile Ratut: von Männern, die fehlgehen, zerbrechen und sich auf die Suche machen nach ihrer Bestimmung als Mann, als Liebender, als Vater. In bestechender Sprache, poetisch und eindringlich erzählt Ratut von zerstörerischen Irrtümern und der Weigerung, dem sanften Ruf zu folgen, von Anmaßung, Zorn und Ausflüchten, aber auch vom Wiederfinden des Paradieses, von Versöhnung, Überwindung und Gnade. Ein zeitloser Band über die herausragende Rolle des Mannes in dieser Welt. „Mannsein, das war seine Formel der Unterwerfung, das war die Aufforderung zur Täuschung. Mannsein, das war das Missgönnen des Empfindens, das war irregeleitete Gier und vergoldete Verächtlichkeit. Mannsein, das war etwas, das man erringen musste, doch er hatte nur eine Täuschung errungen.“

Es handelt sich um drei geschichten

— Missi1984
Missi1984

Philosophisches Buch über den Fluch der Männlichkeit. Sehr poetisch, sehr anspruchsvoll.

— Makollatur
Makollatur

Sehr poetisches, ruhiges Buch !

— marpije
marpije

Ein Schreibstil wie aus einer anderen Welt! Kein Mainstream, aber absolut lesenswert.

— Yogine
Yogine

Drei tiefgründige Geschichten, die sich erst nach und nach erschließen!

— mabuerele
mabuerele

Ein Buch das einen erschüttert und sich Fragen lässt: Wie sieht es in den anderen aus? Fühlen sie genauso?

— angel1843
angel1843

Hammer! Brutal ehrlich, schonungslos. Und die Männer finden ihren Weg ins Licht!

— iecere
iecere

Wie findet ein Mann seinen Weg? In dem er fällt und zum Aufstehen gezwungen wird? am Ende durch sich selbst?

— Buecherspiegel
Buecherspiegel

teilweise erschütternd, aber lesenswert.

— Archimedes
Archimedes

Erschütternd und provozierend!

— abetterway
abetterway

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  • Sehr schwer zu verstehen

    Welt unter Sechs
    Missi1984

    Missi1984

    05. July 2016 um 14:45

    Drei Geschichten von Drei Männer, 2 Ehe Paare die sich nicht verstehen weil jeder in seine eigene Welt lebt er lebt für Bücher und Schriften und sie lebt für ihren Garten, Blumen, Kräuter. Ein Kind ist verschwunden der Vater Lebt mit starken Schuld Gefühle. Ein Mann der für Frauen und Gefühle lebt. Männer Welt voll mit Sehnsüchte mit großen Zweifeln, die Erinnerungen, auch die Frauen sind dabei aber nur neben, die sind nur "Zugabe" zu den erzählenden Männer. Die Schreibweise ist eher sehr schwer, ich hatte meine Probleme damit. Alle drei Geschichten haben düstere Klima, alle drei Männer erschein klein und verloren, die suchen nach Antworten , die bieten fast um Entschuldigung. Das Buch braucht Zeit, Man muss erst nachdenken und sich Gedanken machen, sonst versteht man die Mönner Welt nicht

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  • Philosophisch, aktuell, anspruchsvoll

    Welt unter Sechs
    Makollatur

    Makollatur

    30. June 2016 um 14:44

    Die finnische Autorin Beile Ratut liefert mit Welt unter Sechs einen Erzählband mit drei Geschichten. Zentrales Motiv ist dabei jedesmal der Fluch der Männlichkeit, dem sich die Hauptpersonen, alles Männer, ausgesetzt sehen. Allen gleich ist, dass sie objektiv als Siegertypen gelten, die auf ihrem jeweiligen Gebiet Spitzenpositionen einnehmen. Doch fehlt es ihnen an Sensibilität und Empfindsamkeit, um die Schwierigkeiten in Bezug auf ihre Partner oder Kinder zu überwinden. Jede der Figuren ist gekennzeichnet durch eine extreme Ambivalenz, die durch das Nichtwissen um den moderaten Umgang mit den Anforderungen des Mannseins einhergeht. Innerlich zerrissen, treiben sie ihre Handlungen nicht selten zu weit und verletzen dabei vor allem jene Menschen, die ihnen am nächsten stehen. Ratut ist ein bemerkenswertes Porträt gelungen, dass die Frage nach der Wertigkeit von Gefühlen aufwirft und den Leser zum Denken und Reflektieren anreizt. Einzig vorzuwerfen ist der Autorin, dass sich die Geschichten stark ähneln, insbesondere in Bezug auf die Hauptpersonen und ihre familiären Situationen. Zwar besitzt Ratut die Gabe, mithilfe ihrer enormen Sprachgewalt und eines großartigen Stils den Leser zu bannen, dafür gerät die Handlungsebene leider beliebig. Dennoch ist dieses Buch auf jeden Fall empfehlenswert, spiegelt es doch die Problematik des Mannseins in unserer heutigen Zeit wider, in der die Grenzen traditioneller Geschlechterbilder zunehmend aufgeweicht werden.

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  • Buchverlosung zu "Welt unter Sechs" von Beile Ratut

    Welt unter Sechs
    Literaturtest

    Literaturtest

    Liebe Lovelybooks-LeserInnen und Leser,wir verlosen 7 Printexemplare von "Welt unter Sechs" von Beile Ratut. Die Bewerbungsfrist endet am 31.Mai.Drei Erzählungen von Beile Ratut: von Männern, die fehlgehen, zerbrechen und sich auf die Suche machen nach ihrer Bestimmung als Mann, als Liebender, als Vater. In bestechender Sprache, poetisch und eindringlich erzählt Ratut von zerstörerischen Irrtümern und der Weigerung, dem sanften Ruf zu folgen, von Anmaßung, Zorn und Ausflüchten, aber auch vom Wiederfinden des Paradieses, von Versöhnung, Überwindung und Gnade. Ein zeitloser Band über die herausragende Rolle des Mannes in dieser Welt. Wir wünschen euch viel Glück!

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    • 32
  • Welt unter Sechs...3 Erzählungen einer Finnin!

    Welt unter Sechs
    dreamlady66

    dreamlady66

    14. June 2016 um 22:38

    (Inhalt übernommen) „Manchmal will er innehalten, im Trotz des treulosen Mannes die Weisheit freien.“ So steht der Mann in der Welt. Unbehaust und verirrt. Hartherzig und tändelnd. Wie kann er heil werden? Wie kann er entdecken, wer er wirklich ist? Drei Erzählungen von Beile Ratut: von Männern, die fehlgehen, zerbrechen und sich auf die Suche machen nach ihrer Bestimmung als Mann, als Liebender, als Vater. In bestechender Sprache, poetisch und eindringlich erzählt Ratut von zerstörerischen Irrtümern und der Weigerung, dem sanften Ruf zu folgen, von Anmaßung, Zorn und Ausflüchten, aber auch vom Wiederfinden des Paradieses, von Versöhnung, Überwindung und Gnade. Ein zeitloser Band über die herausragende Rolle des Mannes in dieser Welt. „Mannsein, das war seine Formel der Unterwerfung, das war die Aufforderung zur Täuschung. Mannsein, das war das Missgönnen des Empfindens, das war irregeleitete Gier und vergoldete Verächtlichkeit. Mannsein, das war etwas, das man erringen musste, doch er hatte nur eine Täuschung errungen.“ Autorin Beile Ratut ist Finnin und schreibt in deutscher Sprache. Sie studierte Wirtschaftswissenschaften, Literatur und Skandinavistik in Finnland und in Deutschland. Sie lebte lange Zeit in der Nähe von Frankfurt am Main. Heute lebt sie mit ihrer Familie in Joutsa, Finnland. ************************* Schreibstil/Allgemeines Zuerst einmal bedanke ich mich bei Literaturtest für die Möglichkeit & Zusendung dieses wunderbaren gebundenen Buches mit 3 Erzählungen über Männer - in verschiedenen Gefühls- und Lebenslagen - in sehr poetischer Schreibweise der etwas anderen Art & Weise. Dies ist & bleibt kein Mainstream - ist ein Buch der Muße, der Gedanken, des Verinnerlichens...auch des Nachdenkens und erinnerte mich schon auch teilweise an die Schreibweise von Märchen, so gefühlvoll verpackt, fast zerbrechlich & armselig zugleich teilweise sogar bemitleidenswert. Eine Reise durch sämtliche Gefühlswelten! In Summe schon recht harter Tobak, den es da zu verarbeiten galt bzw. das hatte ich so vom Klappentext her nicht (wirklich) erwartet und war für mich auch durchgehend recht schwierig zu verstehen & zu begreifen gar dem Inhalt vollständig zu folgen. Hierfür braucht man Zeit, Ausdauer aber auch Kraft, das andere Geschlecht vollständig zu verstehen & zu begreifen!

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  • Sehr poetisches, ruhiges Buch

    Welt unter Sechs
    marpije

    marpije

    11. June 2016 um 15:21

    Inhalt von diese Buch sind drei Erzählungen welche beschreiben drei Männer: -ein Pfarrer welche kann nicht seine Ehefrau verstehen , er lebt in eigenem Welt mit Bücher und Schriften und sie lebt in eigenem Welt welche dreht sich um ihre Garten, Blumen, Kräuter , zwei Menschen welche sich fremd sind, -ein Vater welche hat große Schuldgefühle seit seinen Sohn verschwunden ist, -ein alte Mann welche schaut auf seine bisherige Leben, seine Frauen und seine Gefühle. Das ist Welt, Männer Welt voll mit Sehnsüchte , mit großen Zweifeln, die Geheimnissen , die Erinnerungen, auch die Frauen sind dabei aber nur neben, die sind nur "Zugabe" zu den erzählenden Männer. Die Schreibweise ist eher schwer, poetisch, für einige Seite habe ich mehr Zeit gebraucht bis das Text war zu mir eingedrungen, bestimmt diese Buch ist nicht für jeder, das kann normalen Roman. Alle drei Geschichten haben düstere Klima, alle drei Männer erschein klein und verloren, die suchen nach Antworten , die bieten fast um Entschuldigung. Das Buch braucht Zeit, jede Seite muss gelesen sein und über Inhalt muss der Leser nachdenken, sonst wird der Männer Welt nicht verstanden.

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  • Leserunde zu "Welt unter Sechs" von Beile Ratut

    Welt unter Sechs
    Ruhland_Verlag

    Ruhland_Verlag

    Hallo Ihr Lieben und alle Fans von Beile Ratut, heute möchten wir euch zu einer neuen Leserunde einladen, zum neuen Buch von Beile Ratut, einem Band mit Erzählungen, der am 01. Oktober 2015 erscheint: WELT UNTER SECHS. Der Debütroman von Beile Ratut, „Das schwarze Buch der Gier“, landete auf Anhieb 2014 als Kandidat auf der Hotlist der unabhängigen Verlage. Nun legt Ratut mit „Welt unter Sechs“ einen Erzählband vor. Das „Verschwinden des Maskulinen“ beschäftigte Ratut schon in einem Essay für die „Tagespost“ (http://www.kath.net/news/50740). Das Thema ist nach wie vor aktuell in einer Zeit, in der Geschlechterrollen auseinanderbrechen und damit auch Identitäten verloren gehen. In den drei Erzählungen – Das Schandmal, Heilige Nacht, Flut – schreibt Ratut über den Mann auf der Suche nach seiner Bestimmung als Mann, Vater, Liebender – und von seinem Gebrochensein. Sie erzählen von der Unfähigkeit, sich zu spüren, und einem möglichen Weg hin zu seiner Identität, erzählen von Gewalt, Kälte, Übergriffen – und der Kraft der Liebe. Sie erzählen von der Macht des Mannes und wie er diese missbrauchen kann.  Zitat: „Manchmal will er innehalten, im Trotz des treulosen Mannes die Weisheit freien.“ So steht der Mann in der Welt. Unbehaust und verirrt. Hartherzig und tändelnd. Wie kann er heil werden? Wie kann er entdecken, wer er wirklich ist? Klappentext: Drei Erzählungen von Beile Ratut: von Männern, die fehlgehen, zerbrechen und sich auf die Suche machen nach ihrer Bestimmung als Mann, als Liebender, als Vater. In bestechender Sprache, poetisch und eindringlich erzählt Ratut von zerstörerischen Irrtümern und der Weigerung, dem sanften Ruf zu folgen, von Anmaßung, Zorn und Ausflüchten, aber auch vom Wiederfinden des Paradieses, von Versöhnung, Überwindung und Gnade. Ein zeitloser Band über die herausragende Rolle des Mannes in dieser Welt. Noch ein Zitat: „Mannsein, das war seine Formel der Unterwerfung, das war die Aufforderung zur Täuschung. Mannsein, das war das Missgönnen des Empfindens, das war irregeleitete Gier und vergoldete Verächtlichkeit. Mannsein, das war etwas, das man erringen musste, doch er hatte nur eine Täuschung errungen.“ Ihr kennt die Regeln. Bewerbungen bitte nur, wenn ihr mitlesen und mitdiskutieren wollt und anschließend eure Rezis auf lovelybooks und die üblichen Portale stellt. Ansonsten drohen Haftstrafen von mindestens dreieinhalb Jahren sowie Schokoladenentzug, meine Lieben ... Wir freuen uns auf euch und eure Bewerbung und all eure Gedanken! Euer Nikodemus PS. Wer mitlesen wird, entscheidet dieses Mal das Los. 

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    • 94
    Yogine

    Yogine

    30. May 2016 um 08:07
    Beitrag einblenden
    Guuna schreibt Ich finde aber gerade Flut irgendwie ruhig und heilsam zu lesen und war überrascht (auch ich hatte die anderen beiden Bücher der Autorin gelesen. Ich finde, sie schreibt über Männer, wie viele ...

    Diese Meinung teile ich. "Flut" gefällt mir am besten von den drei Geschichten. Sie hat mich sprachlich mehr erreicht als bei den anderen Geschichten. Für mich ist diese Geschichte mehr aus dem ...

  • Beeindruckende Geschichten

    Welt unter Sechs
    mabuerele

    mabuerele

    „...Sie heiratete mich, weil sie wusste, dass sie in einer unvollkommenen und verkommenen Welt lebte, in der es Liebe nur gibt, wenn man vergeben und empfangen, träumen und hoffen kann...“ Das Buch enthält drei Geschichten der Autorin. Jede Erzählung zeichnet sich durch ein eigenes Thema aus. Und doch ist ihnen eines gemeinsam. Immer geht es um Männer, die sich in Grenzsituationen ihres Lebens befinden. Ganz unterschiedlich ist ebenfalls das Verhalten der Frauen an ihrer Seite. In der ersten Geschichte steht ein Pfarrer im Mittelpunkt. Die Frau an seiner Seite schätzt er wenig, da sie im Wissen nicht mit ihn mithalten kann. Um seine geistigen Herausforderungen zu bedienen, trifft er sich mit Männern. Dann aber trifft ihn eine schwere Krankheit. Die sogenannten Freunde will er nicht sehen. Die Liebe und Treue seiner Frau aber findet Wege zu seiner Heilung. In der zweiten Geschichte verlässt ein Junge sein Elternhaus. Schuld ist der Vater. Fast unbeeindruckt reagiert die Mutter auf den Verlust des Kindes. Er aber macht sich auf die Suche, auf die Suche nach einem Jungen, dessen Sensibilität er immer verkannt hat. Er wollte seinen Sohn zum Mann machen und hat dabei alle Grenzen überschritten. Die letzte Geschichte unterscheidet sich schon dadurch, dass ein Ich-Erzähler auf sein Leben zurückblickt, ein Leben, dass ihn aus der Welt der Reichen und Schönen herauskatapultiert in die Welt der Straße. Die Frau, die ihn liebte, wie er war mit all seinen Fehlern, hat er durch eigene Schuld verloren. Er hat einem Freund mehr geglaubt als seiner Frau. Obiges Zitat stammt aus dieser Erzählung. Der Inhalt des Buches ist aber nur eine Seite. Beeindruckend ist das sprachliche Vermögen des Autorin. Mit ihren Worten dringt sie tief in die Psyche ihrer Protagonisten, in Bereiche von Schuld und Reue. Und genau das hat mich am Buch gefesselt. Die Autorin führt ihre Protagonisten zur Selbsterkenntnis, indem sie ihr Leben reflektieren. Es gibt Sätze, die in die Abgründe der Seele führen. Daneben steht die normale Beschreibung des Lebensablaufs. Emotionen füllen die Zeilen, sei es Hass und Eigensucht oder stille Liebe und Duldsamkeit. Das Buch ist eine Abfolge von Bildern. Doch es ist nicht leicht zu lesen. Man muss sich auf die Gewalt der Sprache einlassen. Ein Stück Abstand ist notwendig, um nicht bei der Schuld stehen zu bleiben, sondern den Weg zur Selbsterkenntnis zu folgen. Das Cover ist fast unscheinbar. Und doch ist das Farbspiel ein Bild der Zerrissenheit. Das Buch hat mir sehr gut gefallen.

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    • 5
    KruemelGizmo

    KruemelGizmo

    06. February 2016 um 19:01
  • Männer, die ihre Launen an Frauen auslassen

    Welt unter Sechs
    frenzelchen90

    frenzelchen90

    10. January 2016 um 18:25

    Auf 174 Seiten erzählt die finnische Autorin Beile Ratut in 3 voneinander unabhängigen Geschichten über Männer, die sich nicht ganz klar über ihre eigene Identität und ihrer Rolle im Leben sind. Meine Meinung: Ich habe mich mit dem Lesen des Buches sehr schwer getan. Der Schreibstil der Autorin ist sehr gewöhnungsbedürftig und verlangt seine Zeit, bis man sich eingelesen hat. Der direkte und harte Schreibstil ist mit Sicherheit nicht für jedermann geeignet. Ich finde, man muss schon ein wenig Fan der Autorin sein, um alles zu verstehen. Für meine Begriffe sind alle männlichen Hauptpersonen der einzelnen Geschichten schlichtweg frauenfeindlich und egoistisch. Mein Fazit: Leider trifft das Buch meinen persönlichen Geschmack nicht und scheint nur für Leser geeignet, die einen direkten und harten Schreibstil bevorzugen.

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  • Der Kampf mit sich Selbst, dem Glauben und vielem mehr

    Welt unter Sechs
    angel1843

    angel1843

    29. November 2015 um 19:16

    In Welt unter Sechs kämpfen drei Männer um Macht, Anerkennung und mit der Verzweiflung ihrer Taten. Im Abschnitt „Das Schandmal“ muss sich Mathei sich als Pfarrer mit der Frage herumplagen ob seine Frau ihn denn überhaupt liebt oder ihn vor Jahren nur verzaubert hat. Ebenso plagt er sich mit den Gemeindemitgliedern die überhaupt nicht verstehen was er predigt. Er selbst jedoch ist auch nicht überzeugt von seinen Worten, bis zu jenem Tag als er einen hässlichen Ausschlag bekommt. Von diesem Augenblick an, bekommt der sonst so selbstbewusste Mann einen Dämpfer verpasst. Er verkriecht sich immer mehr und lässt niemanden an sich heran bis auf seine Frau. Langsam lernt er was es bedeutet die Verantwortung auch mal abzugeben und sich einer anderen Person anzuvertrauen. Er erholt sich und gemeinsam mit seiner Frau startet er in ein neues Leben… In dem Abschnitt „Heilige Nacht“ lernen wir Heinrich kennen, der beschuldigt wird seinem Sohn etwas Unvorstellbares angetan zu haben. Die Polizei und alle anderen denken er hätte seinen Sohn getötet und ihn irgendwo im Wald verscharrt. Heinrich versteht dies nicht und blickt während er darüber nachdenkt an seine eigene Kindheit zurück. Mit diesem Blick zurück erfährt der Leser, das Heinrich keine leichte Kindheit hatte und diese nun auch auf seinen Sohn, der seiner Meinung nach zu kränklich ist - also ein Muttersöhnchen ist, wie man liest - überträgt. Am Ende der Geschichte macht sich Heinrich auf den Weg seinen Sohn zu suchen… Im dritten und letzten Abschnitt „Die Flut“ lernen wir einen Mann kennen der an vielem zweifelt. Er kämpft neben den Erinnerungen der vergangenen Zeiten auch mit der Einsamkeit. Nach dem Tod seiner Frau merkt er erst was sie ihm sagen wollte. Das sie wirklich missbraucht wurde und das er den Täter noch in Schutz genommen hatte. Erst sehr viel später wird ihm bewusst was er damit angerichtet hatte… Beile Ratut hat mit „Welt unter Sechs“ erstmals ein Werk veröffentlicht, das zeigt welch tiefe Abgründe in jedem von uns stecken. Sie zeigt anhand von drei unterschiedlichen Männern was es bedeutet mit sich, seiner Umgebung und seinem Glauben zu kämpfen. Die drei Männer in ihren Erzählungen kämpfen unter anderem mit der Vergangenheit, der Gegenwart und ihrer (möglichen) Zukunft. Es wird beschrieben was es bedeutet aus ihrer Sicht gottesfürchtig zu sein, was richtig und falsch ist. Keiner von ihnen lenkt anfangs ein, sondern verfolgt seinen eingeschlagenen Weg weiter, bis es fast zu spät ist. In letzter Minute erkennen alle drei Männer was wirklich wichtig ist, und was es bedeutet ein Mann (Mensch) zu sein. Es ist nicht leicht für sie aber richtig sich noch ihrem eigenen Glauben und Gott zu vertrauen… Diese Erzählungen behandeln unter ganz ungewöhnlichen Perspektiven das menschlichen Dasein und den Glauben an sich und auch Gott. Da ich hier davon ausgehe das es sich mehr um Selbstfindung und religiösen Glauben handelt ist der Schreibstil der Autorin sehr gut gewählt. Für einen Leser der keine Verbindung zu den Religionen hat, also sich in keiner Weise damit auseinander gesetzt hat, ist es etwas schwer zu verstehen, aber auch empfehlenswert, weil man sieht wie es in einem aussieht. Sein wir doch ehrlich: Wer gibt schon zu was in einem so vor sich geht? Keiner! Daher finde ich dieses Buch sehr aufschlussreich, aber auch ein wenig schwierig, denn die Erzählungen haben auch so ihre gewissen Verständnisschwierigkeiten, die man mit dem ersten Lesen bekommt. Bei einem zweiten und vielleicht auch dritten Mal Lesen ist das Verständnis dann etwas leichter… Da ich nicht zu viel über dieses Buch schreiben möchte höre ich an dieser Stelle auf und empfehle jedem der der ein bisschen was von Psychologie und Glaubensfragen was versteht diese Erzählungen zu lesen und darüber mit anderen - gegebenenfalls mit dem eigenen Partner - darüber zu reden und sich ein Bild von seinem Gegenüber dadurch zu verschaffen. Fazit: Die Autorin hat in ihren Erzählungen von „Welt unter Sechs“ sehr viel auf die psychologischen Aspekte des Mannes zurückgegriffen und sehr gut veranschaulicht was in ihnen vorgeht, sie bewegt, etc.; aber auch was passiert wenn man seinen Gedanken nachgeht. Es ist ein Buch das nicht leicht zu verstehen ist, aber das jeder lesen sollte, der unter anderem auch Verständnis für Glaubensfragen und Zweifel an diesen hat. Oder aber schon immer wissen wollte: Wie sieht es bei meinem Partner aus? Sieht und fühlt er genauso wie Mathei und Co.?

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  • toller Stil, Plot knapp am Klischee vorbei

    Welt unter Sechs
    Eva-Maria_Obermann

    Eva-Maria_Obermann

    28. November 2015 um 22:25

    Die drei Erzählungen der Autorin handeln von Männern, die gestrandet sind. Nicht wortwörtlich, sondern viel mehr metaphorisch, gestrandet in ihrem Leben, dass sie nicht mehr begreifen, dessen Herr sie nicht mehr sind. Sie sehen sich zwischen ihren Ehefrauen und Kindern, ihren Berufen und Freunden und suchen ihren Platz, obgleich sie alle nicht mehr jung sind. Ihre eigene Männlichkeit stellen sie infrage, indem sie ihre Welt infrage stellen. Der Ehemann, der eine geradezu kafkaeske Verwandlung mitmacht und sich selbst nicht mehr erkennt. Er zweifelt an sich und überträgt diesen Zweifel auf seine Ehefrau, die er nicht verstehen kann, weil sie seiner Welt so fremd scheint. Erst ihre Dominanz kann ihm sein Selbst, seine Männlichkeit wiedererkennen lassen und ihn nicht nur zu sich selbst, sondern auch zu ihr zurückführen. Oder der Vater, dessen engelgleicher Sohn verschwunden ist, und der in sich ein schuldvolles Geheimnis trägt. Weil er den „verweichlichten“ Jungen zum Mann machen wollte, ihn retten wollte und dessen Selbst nicht in sein Bild vom Mannsein einordnen konnte, tut er etwas, was selbst ungesagt bleibt und dessen Schrecklichkeit nur erahnt werden kann. Erst die Frage nach der eigenen Position in dieser Männlichkeitsdebatte lässt ihn seinen Fehler einsehen – zu spät zwar, aber erkennbar. Und der Suchende, der ewig sich selbst und seinen Platz sucht, der weder wirklich Ehemann sein kann, noch Vater, und es auch nicht will. Zuletzt lebt er mit der Erinnerung seiner Fehler und allem, was hätte sein können, im Wissen, was er verloren hat. Die dritte Geschichte finde ich persönlich am Schwächsten. In der Ich-Perspektive geschrieben entsteht für mich wenig Identifikationsfläche und die Erzählerfigur verblasst. Auch die Handlung selbst finde ich weniger stark, als die vorangegangenen. Die erste Geschichte dagegen pendelt zwischen einer kühlen Beschreibung und einer lebhaften Liebesgeschichte, gerade so, dass Spannung erzeugt wird, aber keine erschlagende. Die Suche nach sich selbst, die erst im Finden des Anderen Erfolg hat, ist hier wundervoll erzählt, die dazugehörige Wandlung des Protagonisten und die stille Natürlichkeit der Frau ist beinahe schon an eine weibliche Naturmythologie geknüpft. Kultur gegen Natur, Kopf gegen Herz, ein scheinbarer Kampf, der doch so einfach zu lösen ist. Bewegend auch die zweite Geschichte, die des Vaters, dessen Sohn ihm zu wenig männlich vorkommt. Das dunkle Geheimnis wird in Wellen aufgedeckt und kreist mit wiederholenden Formeln durch die Geschichte. Allen Erzählungen gleich ist dabei die Verknüpfung von eigenen Erlebnissen der Protagonisten und ihren Handlungen. Die Wiederholung der Taten der Väter beispielsweise, das Zugehörigkeitsgefühl zum Männerbund der Freunde, das über die Verbundenheit zur Frau hinaus geht. Und immer wieder die Suche nach dem eigenen Platz und das Erkennen, dass genormte Werte im Wandel stehen und alte Regeln nicht mehr gelten. Etwas fragwürdig bleibt für mich, dass eine Autorin hier versucht, die Empfindungen von älteren Männern einzufangen und dabei am Rande des Klischees agiert. Der gelungene Stil und die tiefgreifenden Charaktere vertrösten darüber hinweg, dass die Figuren zu Beginn der Erzählungen sehr eindimensional sind und sich erst durch den Verlauf entfalten können. Vielleicht finde ich auch darum die letzte Geschichte am schwächsten. Der Ich-Erzähler ist bereits geläutet und steht quasi abseits seiner eigenen Fehler, was den Wandlungsgedanken in den Hintergrund setzt. Ein interessantes Buch, dass die Suche nach der Männlichkeit zwar nicht mit neuen Motiven ergänzt, aber durch drei gelungene Erzählungen es schafft die Vielseitigkeit dieser Suche aufzugreifen.

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  • Welt unter sechs

    Welt unter Sechs
    jackdeck

    jackdeck

    10. November 2015 um 07:54

    In bestechender Sprache, poetisch und eindringlich erzählt Ratut  in ihrem nunmehr dritten Roman von zerstörerischen Irrtümern und der Weigerung, dem sanften Ruf zu folgen, von Anmaßung, Zorn und Ausflüchten, aber auch vom Wiederfinden des Paradieses, von Versöhnung, Überwindung und Gnade. Nach zwei grandiosen Romanen, die weit über unsere heutige Perspektive des "normalen Lebens" hinausweisen, fokussiert die Autorin in der Erzählung - auf den ersten Blick - die Perspektive. Das Thema ist auf das maskuline Prinzip fokussiert: Drei Männerschicksale aus dem "Erfolgsmilieu" unserer Gesellschaft, die alle - um es vorsichtig auszudrücken - ziemlich schief gelaufen sind. Das Buch ist bestechend durch die besondere Schreibkunst der Autorin, sicherlich durch die Härte nicht für Jedermann, wenn man sich darauf einlässt wird man mit toller Lyrik belohnt.

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  • Psychologisch, moralisch und emotional! Eine schwere Thematik in intensiver Ausarbeitung.

    Welt unter Sechs
    Floh

    Floh

    Mit ihrem dritten Roman wechselt die finnische Ausnahmeautorin Beile Ratut die Fronten. Ging es in ihren ersten beiden Werken „Das schwarze Buch der Gier“ und „Nachhall“ vordergründig um besondere Frauen als Charaktere, so hat sie hier in ihrem dritten Werk „Welt unter sechs“ ein Buch erschaffen, welches mit drei ganz eindringlichen und beklemmenden Erzählungen, in denen es sich um drei unterschiedliche Männer mit ihren Charakterstudien und Handlungen geht. Mit diesem Roman erschafft die Autorin Beile Ratut ein Buch, ein Mahnmal, welches wirklich sehr intensiv erscheint und trotz der kurzen Geschichten jeweils enormes Potential auslebt und sehr zum Nachdenken und Sinnieren anregt. In „Welt unter sechs“ taucht die Autorin je in eine ganz verfahrene Beziehungskonstellation ein und eröffnet den Lesern einzigartige Psychogramme und betreibt enorme Charakterstudien, die keinen Leser kalt und unberührt lassen können. Dieses Buch schlägt ein wie eine Bombe und wirkt lange und sehr intensiv nach… Beile Ratut hat eine Sprachmelodie, die lange in meinem Kopf nachklingt und einen sehr bewegenden, melodramatischen und tiefgründigen, jedoch auch mit Psychologie und Botschaft geprägten Roman sonderbar untermalt. Erschienen im Ruhland Verlag (http://www.ruhland-verlag.de/) Inhalt: "„Manchmal will er innehalten, im Trotz des treulosen Mannes die Weisheit freien.“ So steht der Mann in der Welt. Unbehaust und verirrt. Hartherzig und tändelnd. Wie kann er heil werden? Wie kann er entdecken, wer er wirklich ist? Drei Erzählungen von Beile Ratut: von Männern, die fehlgehen, zerbrechen und sich auf die Suche machen nach ihrer Bestimmung als Mann, als Liebender, als Vater. In bestechender Sprache, poetisch und eindringlich erzählt Ratut von zerstörerischen Irrtümern und der Weigerung, dem sanften Ruf zu folgen, von Anmaßung, Zorn und Ausflüchten, aber auch vom Wiederfinden des Paradieses, von Versöhnung, Überwindung und Gnade. Ein zeitloser Band über die herausragende Rolle des Mannes in dieser Welt. „Mannsein, das war seine Formel der Unterwerfung, das war die Aufforderung zur Täuschung. Mannsein, das war das Missgönnen des Empfindens, das war irregeleitete Gier und vergoldete Verächtlichkeit. Mannsein, das war etwas, das man erringen musste, doch er hatte nur eine Täuschung errungen.“" Handlung: Drei Geschichten. Drei Männer. Drei Mannsbilder. Drei Ansichten. Drei Konstellationen. Drei Schuldige. In diesem neuen Werk erleben wir drei unterschiedliche Anthologien. Unter den jeweiligen Überschriften „Das Schandmal“, „Heilige Nacht“ und „Flut“ befasst sich die Autorin mit ganz unterschiedlich geprägten Charakteren der Männerwelt, die jeder für sich eine Last geschultert haben. Hier stehen alle drei Protagonisten in einem ganz besonderen Verhältnis zueinander. Sie alle haben ein zerrüttetes Verhältnis, zu sich, zu ihren Frauen, zu ihren Eltern oder auch zu den eigenen Kindern. Liebe, Hass, Hassliebe. Die Ehe herrscht voller Gewalt, Misstrauen und Demütigungen. Es geht um Krankheit, Respekt, Zuwendung, Akzeptanz und Schuldfragen. Frauen, die unter und mit ihren Männern leiden, doch sie scheinen sich nicht zu wehren. Sie geben sich die Schuld an all den Eskapaden und sehen sich als Opfer dieser schmerzlichen Ehe. Der Mann sieht das wiederum ganz anders. Die Situationen der Drei eskalieren und die Beziehungen nehmen eine ungeahnte Wendung an und werfen ein ganz unerwartetes Licht auf die Charaktere und durchleuchten die Situationen, Handlungen und später den Sinneswandel und die Erkenntnis nochmals ganz neu und von ganz anderen Gesichtspunkten aus. Gesellschaftskritisch, provozierend, psychologisch und sehr eindringlich werden Probleme der heutigen Zeit und einer ungleichen Ehe und Zusammenleben aufgegriffen. Es geht um Gewalt, Unterdrückung, Courage und einer Flucht vor sich selbst und einer auferlegten Schuld. Eine Reise nach einem neuen Anker und neuem Halt und die Frage, wie und ob ein Mensch lieben kann?!. Wichtige und schwerwiegende Themen werden in diesem Roman mit Facetten und Zügen tiefster moralischer und emotionaler Knackpunkte aufgegriffen und in den Gedanken und Zeichnungen von Beile Ratuts Erzählungen des Seelenlebens reflektiert. Thriller? Krimi? Gesellschaftsroman? Psychodrama? Irgendwie ist dieses Buch alles von allem, außer langatmig ist es nicht! Dafür unheimlich schwer und lastend. Schreibstil: Auch in ihrem dritten Werk schreibt die Autorin wirklich kein leichtes Buch. Sie ist einfach eine Ausnahmeautorin, in dessen Worten man sich verlieren muss, um all die Sinne und Botschaften daraus aufnehmen zu können. Inzwischen weiß ich ob die Feder dieser besonderen Autorin und habe sofort an ein „Nachhausekommen“ gedacht, als ich die ersten Zeilen las. Meines Erachtens nach ist die Geschichte vor allem eines: Richtig gut geschrieben. Aber zweitens sind mir die Thematik und der Kern der jeweiligen Geschichte einfach zu hart. Da hilft mir auch der lobenswerte Schreibstil nicht weiter, da er die Handlung so intensiv und provozierend darlegt, dass es mich Beklommen und Verstört macht. Mit der Autorin Beile Ratut erlebt man wie gewohnt schriftstellerisches Geschick und grandiose Einzigartigkeit von der ersten Seite an! Ihr unverkennbarer Stil und die intensiven Sätze besitzen eine ganz einzigartige Note, an die man sich als Neuleser sicherlich erst gewöhnen muss und als Kenner dieser Autorin schon schätzen gelernt hat. Beile Ratut zeigt ihren Lesern wieder einmal ein offenes Bild gesellschaftlicher und philosophischer Gedanken und die Auswirkungen des impulsiven Handelns und Tuns. Auf eindringlicher Weise sehr tiefgründig, erschreckend, verstörend, beklemmend, provokativ und psychologisch gewürzt und mit einer Emotionsgewalt, die die Haut und Sinnesorgane benetzt. Lesen mit jeder Faser, wenn man das Geschehen auf sich wirken lässt oder lassen kann. Die Autorin Ratut hat eine Art, die sicherlich nicht jedem direkt zugänglich ist, man sollte es als neugieriger Leser ruhig versuchen und wird vielleicht mit einem unvergesslich polarisierenden Roman belohnt. Die finnische Autorin Beile Ratut hat Talent und Wiedererkennungswert, und offenbart ein ganz intensives Seelenleben und jeweils eine ganz schwierige Beziehungskonstellation mit erschreckendem Ausgang und Wendung. Dieses Buch ist thematisch und schrifstellerisch keine leichte Kost! Wer neuartige und noch nie dagewesene Sprachmelodien liebt, der wird hier in "Nachhall", genau wie in dem Debütroman "Das schwarze Buch der Gier" reich beschenkt, und findet auch diese eindringliche Art vor allem in ihrem neuen Werk „Welt unter sechs“ ganz intensiv wieder. Gehobene Sprache und erstaunlicher Intellekt. Charaktere: Die Hauptprotagonisten in diesen drei Psychodramen / Anthologien sind natürlich, wie es der Klapptext bereits beschreibt, Männer. Hier hat die Autorin in drei sehr eindringlichen Geschichten von drei Männern berichtet, die in einer beschatteten Ehe leben und auf der Suche nach Sinnfragen und Antworten sind. Auf den ersten Blick erscheinen uns die Frauen und Kinder als Opfer. Doch hinter diesen Charakterstudien steckt weit mehr. Sehr moralisch und emotional. Beim Lesen war ich stets erschüttert ob diese Einstellungen und Weltanschauungen. Besonders die Frage von Mattei und seiner Krankheit als Schandmal. Oder Heinrich und seine Beziehung zu seinem eigenen Sohn. Hier spielen weitere Einflüsse wie Kindheitserfahrungen, die eigenen Eltern oder Erziehungsmuster eine große Rolle. Bis die Dinge jeweils in den Geschichten der drei Männer eskalieren und wir Leser langsam erkennen, dass in den Frauenbildern nicht das übliche Frauenopfer steckt, sondern ein Zusammenwirken mehrerer Faktoren die Charaktere formt, so wie sie sind und werden. Diese Offenbarungen regen zum Nachdenken an. Stets versucht der Leser die Handlungen und Taten zu verstehen. Doch ich muss sagen, dass ich ihre Denkweisen und ihren Stand kaum nachvollziehen kann. Was treibt diese Männer an? Wie sieht es in ihnen aus? Warum brauchen sie dieses Leben? Fragen über Fragen… Die Autorin hat wirklich eindringliche Psychogramme erschaffen, so wird jeder Leser zum Hobbypsychologe und wird sich fragen: Warum? Ich bin wirklich mitgerissen und hin und her gerissen. Mir war die Wirkung leider etwas zu stark. Hier fühlte ich mich einfach zu beklemmt und kann diese Dinge einfach kaum verstehen. Es verstört mich, von solchen gebrochenen Menschen zu lesen. Schauplätze: Die einzelnen Schauplätze sind auf wenige Kulissen beschränkt. Im Fokus stehen hier das Leben und die Familien der drei Männer mit ihren Geschichten. Die kreisenden Gedanken und Weltanschauungen. Und deren Art sich mitzuteilen und das Leben zu reflektieren. Auch der Leser begibt sich, dank der detaillierten und sehr nah differenzierten Formulierungen der Autorin Beile Ratut zusammen mit den Geschichten in das Leben der drei Protagonisten. Von erschreckend, verstörend, beklemmend, faszinierend, bis traurig, melancholisch, poetisch und gefühlvoll zu dramatisch, befangen und befreit. Beile Ratut hat ein Händchen für bildhafte Darstellung. Der Autorin gelingt es in ihrem Roman den Faden nie zu verlieren und gekonnt Nebenschauplätze einzuweben und doch wieder am eigentlichen Geschehen weiterzuerzählen. Meinung: ...reicht von absolut erschüttert, völlig beklommen, sehr provoziert bis zwiespältig und sehr überfordert. Ja, das Buch hat mich überfordert! Die Autorin Beile Ratut hat einen tollen und einzigartigen Stil, keine Frage. Dieses Buch ist thematisch ein schwieriges Werk. Man wird es dennoch bewundern und sehr darüber nachdenken. Ich wollte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen und die Charaktere einfach versuchen zu verstehen. Damit war ich leider dann doch überfordert, denn verstehen kann ich diese Tragik nicht. Die kurzen Handlungen und eindringlichen Sätze gehen sehr nahe und lassen sich sehr intensiv aber unkompliziert lesen. Ich könnte dieses Buch ohne Wenn und Aber wirklich sehr empfehlen, wenn man etwas von menschlicher Psychologie und abnormen Verhalten versteht. Mit Beile Ratut hat man eine Autorin gefunden, die mit einer Novität glänzt und mit einer sehr eigenen und einzigartigen Note sehr überrascht und reizt. Ihre Idee zum Buch ist etwas ganz außergewöhnlich und nahezu speziell. Hier gibt es Kernaussagen und Sinnfragen: Aggression erzeugt Aggression, ständige Demütigung erzeugt Amokläufer, Kasteien erzeugt Gier und Lust, Überforderung erzeugt Mütter, die ihre Kinder manipulieren, Minderwertigkeitsgefühl erzeugt Gewalt und Cholerik ... Die Welt ist voll davon. Die Welt unter sechs. Das Verhalten der Männer ist natürlich unsäglich. Trotzdem aber scheinbar verständlich und psycho-logisch. Diese Akzeptanz fällt mir beim Lesen sehr schwer. Solche verstörenden Geschichten setzen mir da sehr zu. Aber doch muss ich sagen, dass mir gerade an diesem Roman gefällt, dass die Unmöglichkeit, einschränkungsfrei Partei zu ergreifen sehr überraschend ausgearbeitet ist. Ein sehr erwachsenes Buch mit großen Ambivalenzen - welches das Gleiche auch von seinen Lesern fordert. Mann oder Frau, das ist ganz egal. Chapeau vor diesem reifen, vielschichtigen Roman! Cover / Buch: Das Cover gefällt mir leider nicht, hier war es der Klapptext, der mich einen zweiten Blick auf das Buch werfen lassen hat. Das Buch ist absolut hochwertig und sehr schön verarbeitet. Das Schriftbild ist sehr angenehm. Die Autorin: "Beile Ratut, geboren 1972, ist Finnin und schreibt in deutscher Sprache. Sie studierte Wirtschaftswissenschaften, Literatur und Skandinavistik in Finnland und in Deutschland. Sie lebte viele Jahre mit ihrer Familie in der Nähe von Frankfurt am Main, heute lebt sie in Joutsa, Finnland. Von ihr sind bereits die Romane Das schwarze Buch der Gier und Nachhall erschienen." Fazit: Es ist sicherlich kein einfaches Werk. Ein Buch mit einer erschütternden Thematik und viel Stoff zum Nachdenken und Verstehen. WOW. Psychologie und Gedanken… Leider fühlte ich hier für mich eine gewisse Überforderung in der Schwere der Kost.

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  • Wenn ein tiefer Fall die einzige Rettung für einen Mann sein kann, um sich selbst zu erkennen

    Welt unter Sechs
    Buecherspiegel

    Buecherspiegel

    29. October 2015 um 20:52

    Die Erzählungen von Beile Ratut in ihrem Band "Welt unter Sechs" schildern mithilfe ihres eindringlichen Schreibstil das Leben dreier Männer. Wobei der unterschwellig fühlbare Horror mit leisen, vorsichtigen Schritten beim Leser eiskalte Schauer über den Rücken fließen lässt. Allen gemein ist, dass sie sich einreden gute, verlässliche Männer zu sein, die sich nichts zu Schulden kommen lassen, das alles, was sie tun, ihre Richtigkeit hat. Und doch: in der ersten Geschichte sieht der Ehemann nicht den Wert seiner Frau, möchte sie klein machen, klein fühlen lassen, denn er ist es schließlich, der mit seinem Intellekt über ihr steht. Dass er aber seine "Mutter" geheiratet hat, will oder kann er nicht sehen, obwohl er doch immer wieder gedanklich daran erinnert wird. Er muss erst körperlich und seelisch so schlimm leiden, bis buchstäblich nichts mehr geht, und sich so fallen lassen, bis er erkennt, was seine Frau ihm wirklich bedeutet. Bei den nun folgenden Seiten werden wir mit einem Vater konfrontiert, der sich, bevor er überhaupt daran denkt Vater zu werden, sich komplizierte Mechanismen ausdenkt, um mit einer Frau zusammenzukommen, ohne dass seine Karriere darunter leidet. Keine Frau genügt ihm, im Gegenteil, es wundert ihn, was Frauen in ihm suchen und glauben zu finden. Erfüllen kann er dieses Trugbild jedoch nicht. Ist er doch von einem überaus strengen Vater groß gezogen worden, der ihn von seiner lieben Mutter hinweg führt, in ein Internat, das auch der Vater einst besucht hat. In diesem Sinne beeinflusst heiratet er spät und bekommt einen Sohn, der, von engelsgleicher Statur, zarter Stimme und einfühlsam ist. Selbstverständlich will er ihn, so wie sein Vater auch, zu einem Mann heranwachsen sehen, zeigt ihm, was das heißt. Doch eines Tages ist sein Sohn verschwunden, taucht nicht mehr auf. Und obwohl er immer wieder betont, das er nichts falsch gemacht haben kann, spürt man anhand des Schreibstils der Autorin nur zu deutlich, dass das Unterbewusstsein ihres Protagonisten ihm sehr wohl überdeutlich zeigt, so ist es nicht! Und hier schleicht der Horror Seite für Seite tiefer ins Bewusstsein der Leser ein. Die letzte Erzählung ist Sprachgewaltig im wahrsten Sinne des Wortes. Auch hier lesen wir, wie sehr die Kindheit zweier Jungs stark vom Verhalten des Vaters geprägt wird, obwohl auch eine starke, liebende Mutter im Hintergrund wirkt. Sogar väterliche Freunde, die während der Abwesenheit des in der Fremde arbeitenden Vaters auf die Kinder achten, können nicht verhindern was passiert. Der Ältere stirbt aufgrund der Armut der Eltern, der Jüngere flieht, sobald er alt genug ist. Und vergisst in den folgenden Jahren was es heißt, auch seine liebende, seine gute Seite zu pflegen, wie er es von der Mutter vorgelebt bekam. So endet der frauenverschlingende, arrogante und auch sehr erfolgreiche Kerl letztendlich auf der Straße und sinniert als alter Mann über seine Vergangenheit. Wenn die vorhergehenden Geschichten erschauern ließen, so entsetzen einem hier die menschenverachtenden Handlungen des Mannes, der viel zu spät erkennt, was er hätte anders machen können, seine dunkle Seite hätte überwinden müssen, um ein gutes Leben zu führen. Muss ein Mann erst tief stürzen um dies zu erkennen? Das vermag ich aus den, für mich sogar warnenden, Worten von Beile Ratut erkennen. Ein philosophisch, Gleichnissen ähnelnden, starkes Werk, zum Nachdenken anregend.

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  • Das etwas andere Buch, aber durchaus lesenswert.

    Welt unter Sechs
    Archimedes

    Archimedes

    Welt unter Sechs, ein Buch mit drei Erzählungen " Das Schandmal" " Heilige Nacht" und " die Flut" von Beile Ratut, erschienen im Ruhland Verlag. Die Autorin Beile Ratut schildert in drei Erzählungen von verschiedenen Männertypen. Meist handelt es sich um eine unglückliche Beziehung zwischen Mann und Frau, wobei der Mann die dominante Rolle zu übernehmen scheint. Die Erzählungen sind nicht einfach zu lesen, sie gehen einem unter die Haut. Man braucht Zeit, um das Geschriebene zu verarbeiten. Es ist ein durchaus lesenswertes Buch.

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  • Welt unter Sechs

    Welt unter Sechs
    abetterway

    abetterway

    Inhalt: "„Manchmal will er innehalten, im Trotz des treulosen Mannes die Weisheit freien.“ So steht der Mann in der Welt. Unbehaust und verirrt. Hartherzig und tändelnd. Wie kann er heil werden? Wie kann er entdecken, wer er wirklich ist? Drei Erzählungen von Beile Ratut: von Männern, die fehlgehen, zerbrechen und sich auf die Suche machen nach ihrer Bestimmung als Mann, als Liebender, als Vater. In bestechender Sprache, poetisch und eindringlich erzählt Ratut von zerstörerischen Irrtümern und der Weigerung, dem sanften Ruf zu folgen, von Anmaßung, Zorn und Ausflüchten, aber auch vom Wiederfinden des Paradieses, von Versöhnung, Überwindung und Gnade. Ein zeitloser Band über die herausragende Rolle des Mannes in dieser Welt. „Mannsein, das war seine Formel der Unterwerfung, das war die Aufforderung zur Täuschung. Mannsein, das war das Missgönnen des Empfindens, das war irregeleitete Gier und vergoldete Verächtlichkeit. Mannsein, das war etwas, das man erringen musste, doch er hatte nur eine Täuschung errungen" Meinung: Das ist das erste Buch der Autorin, deswegen war ich auch wegen der Handlung und des harten Schreibstils ein wenig erschüttert. Die Themen waren nicht zum lachen und ich konnte den Handlungen außer der Verzweiflung und Angst nicht viel spüren. Ich war mit dem Buch und der absluten Direktheit überfordert. Wem empfehle ich das Buch? Menschen die mit einer sehr direkten Schreibweise und der Wahrheit ohne beschönigungen gut leben können. Fazit: Ich glaube ich muss das Buch nach einem Abstand nochmal lesen, vielleicht verstehe ich es dann ganz. Momentan hat es mich etwas überfordert.

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