Beka Adamaschwili

 4.5 Sterne bei 10 Bewertungen
Autor von Bestseller.

Alle Bücher von Beka Adamaschwili

Beka AdamaschwiliBestseller
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Bestseller
Bestseller
 (11)
Erschienen am 11.10.2017

Neue Rezensionen zu Beka Adamaschwili

Neu
-Leselust-s avatar

Rezension zu "Bestseller" von Beka Adamaschwili

Absolute Empfehlung für alle Literaturbegeisterten
-Leselust-vor 7 Monaten

Kurzmeinung:
Ein großartiges Buch. Es vereint intelligenten Witz, Rätselspaß und Literaturliebe. Definitiv eine absolute Empfehlung für alle Literaturbegeisterten. Da verzeiht man auch die kleinen Längen im Mittelteil sehr gern.


Meine Meinung:
Das Buch beginnt schon mit einem absolut genialen Einstieg. Ich habe mich sofort in den intelligenten Witz verliebt. Schon die Widmung ist genial und zur Wahl der einleitenden Zitate kann man dem Autor nur gratulieren. Schon auf den ersten Seiten entdeckt man die Ironie, mit dem der Autor die Literatur und den Literaturbetrieb auf die Schippe nimmt. Zum Beispiel mit dem eben erwähnten eingehenden Zitat ">>.<< Ulysses".
In zahlreichen Fußnoten macht sich Adamaschwili über den Literaturbetrieb lustig. Zum Beispiel eben über die Praxis der gewollt tiefgründigen Zitate am Buchanfang. Das wirkt aber überhaupt nicht frech oder arrogant, sondern ist einfach wirklich witzig.

Der Autor beschreibt sehr selbstironisch den Literaturbetrieb und schickt seinen Protagonisten, den Schriftsteller Pierre, nach seinem Selbstmord in die Literatenhölle, wo er viele bekannte (tote) Schriftsteller trifft und einige Abenteuer erlebt. Von "Ruhe in Frieden" keine Spur.

Neben sehr viel Witz bietet das Buch auch eine ordentliche Portion Spannung, wenn nämlich der Protagonist in der Literatenhölle zusammen Sir Arthur Conan Doyle diverse literarische Rätsel lösen muss und auf einer Art Schnitzeljagd durch die Unterwelt jagt.
In einem zweiten Handlungsstrang ist ein treuer Fan von Pierre über dessen Tod am Boden zerstört und auch sie versucht ein Rätsel zu lösen, welches ihr Pierre in seinen Büchern hinterlassen hat.

Doch was mich an dem Buch so begeistert hat ist eigentlich nicht die Handlung, sondern der Humor.
Der manchmal unterschwellige, oft sarkastische Witz trifft einfach genau meinen Geschmack und schon ab den ersten Seiten musste ich oft schmunzeln.
Manch ein Witz entgeht einem, wenn man die Literaten und ihre Werke nicht kennt, aber viel wird auch in den äußerst amüsanten Fußnoten erklärt.
Definitiv eine absolute Empfehlung für alle Literaturbegeisterten. Da verzeiht man auch die kleinen Längen im Mittelteil sehr gern.


Fazit:
Ein großartiges Buch voller intelligentem Witz, Charme und vor allem viel Bezug zu Literatur. Für alle Bibliophilen ein absolutes Muss. Auch eine ordentliche Portion Spannung steckt in diesem Roman und für alle, die Spaß am Miträsteln und lösen kniffliger Aufgaben haben, ist dieses Buch genau das richtige.

Kommentieren0
64
Teilen
miss_mesmerizeds avatar

Rezension zu "Bestseller" von Beka Adamaschwili

Beka Adamaschwili - Bestseller
miss_mesmerizedvor einem Jahr

Pierre Sonnage ist ein mäßig erfolgreicher Autor. Er weiß, dass um seine Aura zu vergrößern, ein großes Ereignis erforderlich ist. Suizid erscheint ihm eine passable Lösung und der 33. Geburtstag ein passender Termin. Nach reiflicher Überlegung, welche Art des Selbstmords die erstrebte Wirkung erzielen könnte, beschließt er, sich in Dubai von einem Hochhaus zu stürzen. Als er wieder zu sich kommt, ist er jedoch weder gerettet in einem Krankenhaus noch im Himmel, sondern direkt in der Literaturhölle gelandet. Dort wird jeder gemäß seiner literarischen Sünden bestraft, d.h. er wird dieselben Qualen erleben müssen, die er auch seinen Lesern zufügte. Doch immerhin ist er in bester Gesellschaft: Camus, Beckett, Saint-Exupéry, Hemingway, Poe, Conan Doyle - you name it. Pierres erste Aufgabe ist das Lösen einen Rätsels, das jedoch deutlich kniffliger gestaltet ist, als zunächst geahnt. Aber die illustre Runde der Literaturhölle kann ihm sicher hilfreich zur Seite stehen.

Beka Adamaschwili hat einen unglaublich unterhaltsamen Roman geschrieben, der Kennern der klassischen Literatur eine große Freude bereitet. Nicht nur das Auftreten unzähliger Größen der Schriftstellerwelt ist per se schon spannend, vor allem lebt das Buch durch die kleinen Anspielungen, die der Autor en passant einzufügen weiß, bspw. wenn er Camus‘ illustre Vereinigung vorstellt:

In den Club traten Schriftsteller ein, die sich im Stillen, von der Welt unbeachtet, umgebracht hatten und deren Selbstmord als natürlicher Tod eingestuft worden war. Vorsitzender war Albert Camus. Er hasste es wie die Pest, wenn sich Fremde im Club sehen ließen.

Bisweilen gibt es auch deutlich weniger subtile Anspielungen, wie etwa das Wettbüro „MacBet“, das von keinem geringeren als William Shakespeare persönlich geleitet wird.

Zur Unterhaltung gibt es in dieser Hölle einen einzigen Fernsehsender: BBC - Big Brother’s Channel, dessen erfolgreichste Show nach folgendem Schema abläuft:

Jeder konnte sich einen Schriftsteller aussuchen, den er überwachen wollte, und im Fernseher liefen dann automatisch Ausschnitte aus dessen Leben. Anders ausgedrückt war es der erste Fernsehsender überhaupt, der seinen Zuschauern selbst zuschaute und gegebenenfalls die Zuschauer wiederum anderen Zuschauern zeigte.

Pierre arbeitet sich gemeinsam mit Arthur Conan Doyle durch sein Rätsel und die Handlung, wird dabei jedoch auch immer vom Autor begleitet, der kontinuierlich nebenbei mit Einschüben kommentiert:

Hier entschuldigt sich der Autor für den Gebrauch eines so sinnlosen Phraseologismus wie »er hatte einen Geistesblitz«, rechtfertigt dies aber damit, dass Pierre das für die Fortsetzung der Geschichte benötigte Passwort partout nicht ohne Hilfe herausfinden sollte. Auch standen dem Autor nicht genug Zeilen zur Verfügung.

Dem Autor selbst unterlaufen gelegentlich jedoch auch böse Fehler:

»Woher kommt denn das Telefon?«, fragte Claude verwundert. »Ich hatte noch nie eins …«
[Hier schlägt sich der Autor an die Stirn, und ihm fällt ein, dass er vergessen hat, das vor Kurzem ausgedachte Telefon wieder wegzudenken, deshalb verlässt er, von seinem unverantwortlichen Verhalten beschämt, schnellstens das Zimmer und lässt im Herausgehen noch die Gardine herunter – für alle Fälle.]

Neben der Handlung rund im Pierre Sonnage in der Hölle findet sich jedoch noch eine weitere einer gewissen Lucy, mit der Pierre einst noch lebendig korrespondierte und die nun die beiden Realitäten langsam vermischt.

Ein Roman mit mehreren Ebenen, viel Wortwitz und cleveren Anspielungen - ein herrliches Spiel mit Literatur, um Literatur und über Literatur. Alles nicht ganz ernst zu nehmen und dadurch ein amüsantes Zwischenspiel, das einem in der Masse der Neuerscheinungen leicht durchgehen könnte.  

Kommentieren0
2
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Community-Statistik

in 11 Bibliotheken

auf 2 Wunschlisten

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks