Bele Freudenberg

 4.4 Sterne bei 20 Bewertungen
Bele Freudenberg

Lebenslauf von Bele Freudenberg

Die Kurzversion: Geboren noch gerade im Jahrzehnt der Schlaghose, bin ich meiner Stadt Hamburg seit Jahrzehnten treu ergeben, noch mehr, seit Mann und Kinder mein Leben hier durcheinanderbringen. Nach längerem Aufenthalt in der Welt der Wissenschaft - ich liebe Bibliotheksstaub - bin ich heute genau da, wo ich sein will: An meinem Schreibtisch, neben mir ein schöner Kaffee, im Hintergrund Kinderlärm und unter meinen Händen klappernde Tasten. Die Langversion: Schon als Kind musste ich in jeder Kirche die Steinmauern anfassen und wollte genau wissen, wie alt sie waren. Je älter desto aufregender. Als mir meine Tante zum 9. Geburtstag ein schönes Kinderbuch schenken wollte und mit mir in die Buchhandlung ging, blieb ich am Ständer mit den historischen Sachbüchern hängen. Obwohl sie mich sanft in Richtung der Romane drängte, verließen wir den Laden mit einer - in meinen Augen - äußerst informativen Abhandlung über das Leben einer Kaufmannsfamilie im Jahr 1700. Es ist nicht so, dass ich Romane verschmähte. Seit ich lesen konnte, las ich. Zwischen meinem 6. und 20. Lebensjahr war das so ungefähr alles, was sich aufklappen ließ. Vieles hat sich seitdem verändert, - Telefonbücher lese ich nicht mehr so oft - eins ist geblieben: Meine Liebe zur Geschichte. Die hat mich an die Uni gebracht und in die Wissenschaft. Geschrieben habe ich dort viel, aber alles hatte Fußnoten und die Menschen, die mir überall in den alten Büchern begegneten, durfte ich nicht so lebendig machen, wie sie es verdient hätten. Beim Studium in Edinburgh zupften mir vergangene Zeiten dann an jeder Straßenecke am Ärmel und ließen sich einfach nicht mehr abschütteln. Die ersten kleinen Geschichten entstanden und ich merkte, wie sehr diese Art des Schreibens zu mir passte. Trotzdem sollte es noch eine ganze Doktorarbeit lang dauern, bis ich endlich begriff, dass ich für meine Leser und für mich Vergangenheit in fühlbare Geschichte verwandeln muss, um wirklich glücklich zu sein.

Alle Bücher von Bele Freudenberg

Im Feuer der Freiheit

Im Feuer der Freiheit

 (21)
Erschienen am 26.07.2017
Irarum Nutrix

Irarum Nutrix

 (0)
Erschienen am 07.05.2014

Neue Rezensionen zu Bele Freudenberg

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Rezension zu "Im Feuer der Freiheit" von Bele Freudenberg

Die Rebellische Fanny
Ariettavor 9 Monaten


Meine Meinung :
Zur Autorin:
Bele Freudenberg hat mit ihrem Debütroman, einen Historischen Liebesroman vor großem Historischen Hintergrund geschrieben. Die Bestbesetzung Hamburgs 1813 durch die Franzosen, mit all den widrigen Umständen, die Hoffnung das die Dänen ihnen zur Hilfe eilen und dann die Befreiung durch die Russen.
Der Sprach und Schreibstil sind recht flüssig und auch gut lesbar, die historische Begriffe sind korrekt wiedergegeben und auch die französischen Spracheinflüsse und das typische norddeutsche Dialekt. Der Plot ist gut aufgebaut fiktives ist mit wahren historischen Hintergrund gut verwoben, das logische Handeln von Fanny war irgendwie nicht Zeitgemäß, es wirkte für ihren Stand etwas übertrieben. Der Spanngasaufbau war am Anfang etwas zäh und steigerte sich erst zum Ende hin.
Die einzelnen Charaktere sind gut herausgearbeitet, besonders die hitzköpfige Fanny, die am liebsten mit dem Kopf durch die Wand gehen würde und überhaupt nicht in das damalige Frauenbild passt, sie wirkt sehr rebellisch. Ihre Freundin Caro dagegen ist das genaue Gegenteil .
Sehr bereichernd fand ich den kleinen quirligen und gewitzten Jakob. Georg Aversloh ist ein Attraktiver und ernster Mann mit einem dunklen Geheimnis der oft sehr mystisch wirkte. All den Figuren hat sie leben eingehaucht. Die Historische Authentizität Hamburgs um 1813 ist sehr real und glaubhaft beschrieben, eine Stadt die von den Franzosen besetzt ist, eine Bevölkerung die in Angst und Schrecken lebt durch die Soldaten. Auch die Rolle der Frau zur damaligen Zeit ist gut wiedergegeben.

Zum Inhalt:
Fanny hat ihre Eltern verloren und wird von ihrem Onkel einem reichen Hamburger Kaufmann großgezogen, mit Unterstützung durch die englische Gouvernante. Fanny ist eine liebenswerte Person, aber auch ein Wirbelwind, sie interessiert sich für Frauenrechte. Eine junge Frau, die sich nicht in das enge Frauenbild der damaligen Zeit rein pressen lassen will.Sie will beweisen das sie als Frau auch etwas Leisten kann, anstatt nur Handarbeit. Ihre Freundin Caro, ist das genaue gegen teil, die sich durch Fanny in manches Abenteuer reißen lässt, das nicht immer gut ausgeht, und sie in Gefahr bringt. Mit an ihrer Seite der kleine Gassenjunge Jakob, der über alles Bescheid zu wissen scheint. Als ihr Onkel stirbt, scheint es ihr Ende mit dem sorglosen Leben, ausgerechnet den Attraktiven Gutsbesitzer und aus der Armee ausgeschiedenen Georg Aversloh als Vormund vor die Nase gesetzt. Der sie schon aus manchen Schlamassel gerettet hat. Ausgerechnet diesem Mann umgibt ein sehr dunkles und mysteriöses Geheimnis. Dies möchte Fanny unbedingt aufdecken, und bringt sich, die anderen und ihn dabei in Gefahr. Ihre Beziehung gleicht wie Katz und Hund, er hält sie für naiv und rebellisch, sie um lauert ihn wegen dem Geheimnis das ihn umgibt. Wie heißt es so schön, was sich liebt das neckt sich. All das passiert in der Stadt Hamburg, einer Welt die in einem großen politischen Umbruch ist, sie sind von den Franzosen besetzt, fühlen sich gegängelt und unterdrückt. Die Menschen hoffen das Dänemark ihnen Truppen schickt um sie von den Franzosen zu befreien. Da erscheinen die Russen auf der Bildfläche um ihnen helfen zu wollen, aber dieser Oberst Friedrich von Tetternborn führt anderes im Schilde, den er möchte seine Persönlichen Interessen vertreten, den nur diese hat er im Blick. In diesen Strudel des Umbruchs geraten Fanny und Georg.

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Rezension zu "Im Feuer der Freiheit" von Bele Freudenberg

"Downton Abbey" in Hamburg 1813
astamicvor 10 Monaten

Ernsthaft, der Roman von Bele Freudenberg hat bei mir die gleichen Begeisterungsstürme wie die TV Serie: "Downton Abbey" ausgelöst. Wenn nicht sogar noch mehr! Denn ... wenn schon das geschriebene Wort so lebendig erscheint, dass man einzieht in die alte Alsterstadt "Hamburg" und an dem Leben der Menschen und ihren Sorgen teilnimmt, als wären es die eigenen, dann hat die Autorin einen gepackt - mit Haut und Haaren.

Bele Freudenberg hat nicht nur meisterlich recherchiert und mich als Hamburgerin durch das Leben vor 200 Jahren geführt, als wenn ich mitten drin im Geschehen wäre. Sie hat obendrein spannend und dramatisch geschrieben, sodass ich kaum noch ihr Buch zuklappen wollte. Ich habe mit den Menschen dort gelacht und geweint ... gebangt und getrauert ... und geliebt!

Am Ende ... nachdem mir Fanny und Alvesloh so sehr ans Herz gewachsen sind, sitze ich nun ratlos hier und vermisse sie. Eigentlich vermisse ich alle Charaktere schmerzlich. Ich hoffe, dass es eine Fortsetzung geben wird. Auch wenn das Ende es nicht zwingend nötig macht.

Trotzdem will/muss ich unbedingt erfahren, wie es um meine Lieblinge steht. Was aus Tibby, Carolin und auch Jakob wurde? Wie die Liebesgeschichte zwischen Fanny und Alvesloh weitergeht in der schweren Zeit der französischen Besatzung.

ES MUSS einfach weitergehen! !!!

Eigentlich lese ich sehr selten historischen Romane. Die TV Serie Downton Abbey war sozusagen einer meiner ersten Ausrutscher.

Na ja, nicht ganz, ich habe seinerzeit auch Ken Follett: "Die Säulen der Erde" und Noah Gordon: "Der Medicus" gelesen.

Mir wurde damals klar, wie schwer es sein muss, als historische/r Autor/in die jeweiligen Zeiten und die Sprache so rüberzubringen, dass es lesbar und fließend wird. Hier ist das alles mehr als gelungen. Und wenn ich schon mal dabei bin, es gibt wenige Autoren, die so wunderbare eigenständige Bilder im Kopf des Lesers zaubern können, wie Bele Freudenberg. Die Geschichten schreiben, die den Leser so emotional durchrütteln, wie hier geschehen ...

Ihr seht schon, ich kriege mich kaum ein vor Begeisterung. Lest selbst. Ich kann es nur wärmsten empfehlen!

Und wenn ihr damit durch seid, dann schreiben wir einem Sammelbrief an die Autorin, damit sie schnellstens weiter schreibt! Versprochen?!

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yellowdogs avatar

Rezension zu "Im Feuer der Freiheit" von Bele Freudenberg

Hamburger Franzosenzeit
yellowdogvor einem Jahr

Bele Freudenberg schafft es in ihrem ersten historischen Roman "Im Feuer der Freiheit" eine Liebesgeschichte und einen historischen Inhalt gleichwertig zu vermitteln. Das ist geschickt gemacht. Der Roman ist gut lesbar und besitzt mit der jungen Fanny Breedenbek  eine lebhafte Hauptfigur, die in Hamburg 1813 die Zeit der napoleonischen Kriege miterlebt. Eine Zeit der Unsicherheit, die schließlich die Besetzung durch die Franzosen zeigt.Aus heutiger Zeit sehr interessant. Ein weiteres wichtiges Thema ist die Rolle der Frau in dieser Zeit. Fanny klagt nicht zu Unrecht, dass sie als junge Frau nicht aktiv werden kann. Zum einen stehen ihr Informationen oder Möglichkeiten kaum zur Verfügung, andererseits wird ihr Einsatz auch nicht gewünscht. Man kann ihren Zorn gut verstehen. Als junge Dame aus gutem Haus ist sie nach Tod ihres Onkels Mündel von Georg von Alvesloh, in dessen Vergangenheit es in Geheimnis gibt. Die Liebesgeschichte zwischen Fanny und Alvesloh gestaltet sich mit den üblichen Versatzstücken, aber doch recht unkitschig, glaubwüridg und mit viel Wortwitz.
Es gibt auch noch ein paar Nebenfiguren, die mit viel sympathie geschildert werden, zum Beispiel der Straßenjunge Jakob, Fannys leichtsinnige Freundin Caro, Miss Tibby und Johann.   
Bele Freudenberg ist eine gute Neuentdeckung im Genre des historischen Roman.

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Gespräche aus der Community

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Liebe Leserinnen und Leser,

wer hat Lust, mit mir ins Hamburg des Jahres 1813 abzutauchen?

Ganz herzlich möchte ich Euch zu einer Leserunde zu meinem Debüt einladen! „Im Feuer der Freiheit“ ist ein historischer Roman mit Liebesgeschichte – und ich freue mich, wenn ihr Euch gleichermaßen für diese beiden Genres begeistern könnt!

Worum es geht:
Nicht nur für Hamburg brechen 1813 schwierige Zeiten an. Die neunzehnjährige Fanny Breedenbek ist fassungslos, als ihr todkranker Onkel den geheimnisvollen, nüchternen Georg von Alvesloh als ihren Vormund bestimmt – ganz besonders, weil sie für diesen vor Jahren schon schwärmte und bitter zurückgewiesen wurde. Nun soll sie all ihre Träume von Unabhängigkeit und Emanzipation dem rationalen Gemüt des Majors opfern? Kann sie ihm tatsächlich vertrauen, obwohl sich um seine Vergangenheit düstere Erzählungen ranken?

Hamburg wird zum politischen Spielball der Großmächte: Während die Franzosen eine immerwährende Bedrohung darstellen und die Hansestadt um Rettung durch Dänemark bangt, ahnt Fanny nicht, dass eine ganz andere Gefahr bereits innerhalb der Stadtmauern lauert. Sie trifft eine folgenschwere Entscheidung, verstrickt in Intrigen wider jede Vernunft – und bald hängt nicht nur Hamburgs Schicksal, sondern ihre eigene Zukunft davon ab.

Mein Verlag stellt 15 Printexemplare zur Verfügung und ich freue mich sehr, wenn Interessierte in den Lostopf hüpfen. Einfach die Frage beantworten:

Hättet ihr gerne mal in einer anderen Zeit gelebt? (Wenn ja, in welcher?)

Ich bin gespannt auf eure Bewerbungen und Eure Antworten und natürlich nehme ich an der Leserunde teil!

Ach, ja: Bitte aktiv mitplaudern und Eure Rezensionen dann hier bei Lovelybooks und möglichst vielen anderen Portalen posten!
Zur Leserunde

Zusätzliche Informationen

Bele Freudenberg wurde am 25. Januar 1978 in Hamburg (Deutschland) geboren.

Bele Freudenberg im Netz:

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in 28 Bibliotheken

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