Belinda Bauer Was tot ist

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Inhaltsangabe zu „Was tot ist“ von Belinda Bauer

„Die Toten können nicht zu uns sprechen“, hatte Professor Madoc gesagt. Eine glatte Lüge. Denn der Leichnam, den Patrick Fort im Anatomie-Kurs vor sich auf dem Tisch liegen hat, versucht ihm eine ganze Menge mitzuteilen. Dabei ist das Leben für den autistischen Patrick schon rätselhaft genug – auch ohne einen möglichen Mordfall aufklären zu müssen. Ein Verbrechen, an das sonst niemand glaubt. Und während Patrick akribisch versucht, hinter das Geheimnis des Toten zu kommen, gerät er selbst ins Fadenkreuz und in ein Netz aus Lügen in seinem engsten Umfeld ...

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  • Was tot ist

    Was tot ist
    Thrillertante

    Thrillertante

    10. April 2015 um 08:09

    Seit Patricks Vater bei einem Autounfall gestorben ist und er das alles als siebenjähriger Junge mit ansehen musste, fragt sich der Junge, der am Asperger-Syndrom leidet, wo sein Vater nun hin ist. Patrick gibt sich nicht damit zufrieden, dass sein Vater nun einfach weg ist und ist seitdem besessen vom Tod. Er möchte rausbekommen, was mit der Seele geschieht wenn jemand stirbt und bekommt tatsächlich einen Platz im Anatomiekurs der Universität. Dort entdeckt er bei einer Leiche, dass der Mann nicht an dem gestorben ist, was angegeben ist und ist sich sicher, dass dieser ermordet wurde. Nun versucht Patrick herauszubekommen wer den Mann getötet hat und begibt sich dadurch selber in Gefahr... Belinda Bauer hat mit Patrick einen hochinteressanten Charakter erschaffen und gibt dem Leser ein wenig Einblick in das Leben eines Authisten. Patrick ist ein liebenswerter Protagonist, mit dem ich mich aber erstmal anfreunden musste. Patrick hat nur noch seine Mutter. Ich habe mich manchmal wirklich erschrocken, wie die Mutter von Patrick denkt, dass sie dem Jungen die Schuld am Tod seines Vaters gibt und dass Patrick das einfach so hinnimmt. Patrick versteht Emotionen wie Freude und Traurigkeit nicht und kann sie somit auch nicht nachempfinden. Der zweite Protagonist, Sam Galen, ist nicht weniger interessant. Der Mann liegt nach einem Unfall im Wachkoma. Man weiß ja nicht so genau was diese Patienten mitbekommen. Was wäre aber wenn Sam Galen das meiste was um ihn rum geschieht ganz genau wahrnehmen könnte, ihm aber die Fähigkeit sich bemerkbar zu machen fehlt? Was wäre, wenn dieser Mann einen Mord mitbekommen würde und selber Angst hat getötet zu werden? Ein Horror sondergleichen, wenn man es ganz genau weiß, sich aber nicht mitteilen kann. Gruselige Vorstellung... "Was tot ist" ist für mich ein Psychothriller der komplett anderen Art. Ein ungewöhnliches Buch, mit der Idee einen jungen Mann der am Asperger-Syndrom leidet ermitteln zu lassen, an seinen Gedanken, die für ihn alle logisch sind, teilhaben zu lassen. Ich habe Patrick gerne auf der Suche nach der Wahrheit begleitet und Seite für Seite ist er mich mehr ans Herz gewachsen. Der Psychothriller ist nicht reisserisch oder über die Maßen brutal, allerdings sind die Abschnitte, in denen Menschen seziert werden nicht ganz ohne aber trotzdem hochinteressant. Man bekommt Einblicke wie die verschiedenen Studenten mit verstorbenen Personen umgehen. Manche respektvoll, bei anderen hatte ich das Gefühl, dass sie tote Menschen ganz einfach nur als Sache sehen. Vielleicht braucht man ja diese Einstellung, wenn man diesen Beruf ergreifen möchte. Ich kann es mir nicht wirklich vorstellen. Fazit: Ich bin bei diesem Buch ein bisschen hin-und hergerissen. Ein Authist als Hauptperson und Ermittler ist ungewöhnlich und so ganz anders als die Thriller, die ich sonst so lese. Ich fand die Story sehr interessant und fast noch mehr hat mich die Erzählweise des Menschen im Wachkoma mitgerissen. Wer anspruchsvolle Psychothriller mag und sich mit dem Hauptcharakter anfreunden kann und versucht ihn zu verstehen, wird "Was tot ist" mögen, allerdings muss man sich hier darauf einlassen können, dass dieser Psychothriller ganz anders ist. Ein ruhiger, sehr interessanter Thriller aber nicht unbedingt ein Pageturner.

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  • Wunderbar geschriebene Spannung ohne Banalitäten

    Was tot ist
    Karen_Nieberg

    Karen_Nieberg

    08. March 2015 um 18:03

    Der Roman ist zum einen sprachlich schön geschrieben, in einem sehr angenehmen Stil, der auf Banalitäten verzichtet und dem mit wenigen Zeilen eine wunderbare Charakterisierung einer Person gelingt. Zum anderen schafft er interessante Figuren, denen man gerne folgt - auch wenn sie dann doch manchmal überraschend kurz nur auftauchen (oder spät). Mit diesem Hinweis auch ein kleiner Kritikpunkt: ein wenig verwirrt fühlte ich mich als Leser manchmal, was nun die Frage nach den Protagonisten anging. Auch die Einführung einer neuen Person erst gegen Ende, die jedoch wesentlich zur Lösung (oder zum Abhaken dieses Plots) beiträgt, ließ mich kurz mal die Stirn runzeln. Im ähnlichen Sinne fand ich den Subplot, der das Ende beherrscht, zwar an sich eine sehr schöne Idee, aber ih hätte das am Ende nicht noch einmal so actionmäßig dramatisiert gebraucht. Kürzer und stiller wäre auch gut gewesen. Ich würde den Roman "Was tot ist" auch nicht unbedingt als Psychothriller kategorisieren, aber das soll keine Kritik am Werk an sich sein. Ein Hinweis: Für empfindliche Mägen (Obduktionen!) nicht unbedingt geeignet, aber ich finde, dass die Autorin diese Gratwanderung im Anatomiesaal wunderbar gelungen ist, sprachlich wie auch inhaltlich, und auch bei diesen Szenen hat die Lektüre viel Spaß gemacht.

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  • Ein Psychothriller, der den Namen verdient hat!

    Was tot ist
    locke61

    locke61

    Allein schon bei der Vorstellung gelähmt in einem Bett zu liegen, unfähig zu sprechen und zu wissen das ein Mörder auf der Station unterwegs ist, bekomme ich eine Panikattacke. Was mich fasziniert hat, ist Patricks Hartnäckigkeit dieses Rätsel zu lösen, obwohl er aus seinem Umfeld keine Hilfe bekommt. Sam: ein Familienvater im mittleren Alter, fällt nach einem schweren Autounfall ins Koma. Als er zum ersten Mal nach mehreren Monaten in der neurologischen Intensivstation seine Umgebung wahrnimmt, sieht er wie eine Person in Arztkleidung den Patienten neben ihm ermordet. Patrick: ein junger Mann, der einen mehrwöchigen Anatomiekurs im Sektionssaal der Cardiff University antritt. Sein Vater starb bei einem Unfall, als Patrick noch ein kleiner Junge war. Seid dieser Zeit interessiert sich Patrick nur noch für den Tod und alles was damit zu tun hat. Ihn beherrscht ab jetzt nur eine Frage: „An was ist Nr. 19 gestorben?“ Ungelöste Rätsel sind für ihn eine Herausforderung, denn Patrick Fort leidet unter dem Asperger-Syndrom. Eine faszinierende Geschichte, jeder Abschnitt endet mit einem Cliffhanger. Man ist gezwungen weiterzulesen. Schließlich will man erstens wissen wie es mit Sam weitergeht aber auch Patrick's Familiengeschichte macht neugierig. Und dann sind da noch ein paar andere Personen die den berühmten roten Faden weiterziehen. Einen Stern Abzug bekommt die Geschichte weil für mich so manche Frage offen bleibt. Doch ich möchte nicht zuviel verraten.

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    • 5
    dicketilla

    dicketilla

    26. September 2014 um 09:13
  • Die Einbahnstraßentür zwischen Leben und Tod

    Was tot ist
    MikkaG

    MikkaG

    03. September 2014 um 16:10

    Was dieses Buch für mich so großartig macht, ist Patrick, um den sich der Großteil der Geschichte dreht. Er hat das Asperger-Syndrom, eine Form von Autismus. Er kann nicht nachempfinden, was andere Menschen fühlen - es fällt ihm sogar schwer zu unterscheiden, ob jemand wütend ist oder traurig oder gleichgültig. Er kann nicht abschätzen, wie seineWorte auf andere wirken. Er weiß nicht, woran er erkennen soll, ob ihn jemand mag oder nicht, oder warum ihn das überhaupt interessieren sollte. Er kann es nicht ertragen, wenn ihn jemand anfasst. Der einzige Mensch, der ihm jemals wirklich etwas bedeutet hat, war sein Vater, und der ist tot. Warum? "Deinetwegen! Deinetwegen!", hat die Mutter damals geheult. Er war 7 Jahre alt, und jeder sprach darüber, wie traurig es sei, dass er seinen Vater verloren habe. Aber verlorene Dinge kann man wiederfinden, oder nicht? Sie sind ja nicht weg, nur... Woanders. Versteckt. Und seitdem ist Patrick besessen vom Tod. Oder eher vom Übergang zwischen Leben und Tod. Er will wissen, wohin die Seele geht, wenn sie den Körper verlässt, und diese Suche nach Antworten bestimmt sein Leben. In den Anatomie-Kurs der Universität hat er es nur über die Behindertenquote geschafft, obwohl er intelligent und geschickt ist, aber er hofft, hier endlich die Antworten zu finden. Sie vielleicht in den Windungen des Gehirns zu entdecken, oder den blutigen Kammern des Herzens. Das große Kunststück, das Belinda Bauer hier gelingt, ist, dass der Leser mit Patrick mitfühlen, mitleiden und mithoffen kann, auch wenn er selber diese Gefühle nicht versteht. Dass er ein komplexer, glaubwürdiger, liebenswerter Charakter ist, der nicht darauf reduziert wird, dass er das Asperger-Syndrom hat. Er ist ein Mensch, und auf seine Art ein Mensch mit Gefühlen und Hoffnungen. Der Mordfall, den er zufällig an einer Kleinigkeit erkennt, verändert für ihn alles. Seine Suche ist auf einmal zweitrangig. Er hat ein Ziel, und für dieses Ziel springt er sogar über seinen Schatten und versucht, mit Menschen zu kommunizieren, sie zu verstehen und ihnen zu helfen. Und es ist großartig, dabei zuzusehen, wie er an diesem Ziel wächst - wobei die Autorin dennoch realistisch bleibt, was seine Möglichkeiten und sein Verhalten betrifft. Etwa die Hälfte der Handlung wird aus Sicht eines anderen Charakters beschrieben: Sam Galen, der gerade aus dem Koma erwacht ist und hilflos lallend und so gut wie bewegungslos in der Komastation liegt - wo eine Frau an seinem Bett sitzt, die behauptet, seine Ehefrau zu sein, aber das kann nicht sein...? Auch Sam wurde mir schnell sympathisch und ich habe sehr mit ihm mitgelitten. Das Geschehen rund um Sam und die Geschichte von Patrick scheinen erstmal nichts miteinander zu tun zu haben, aber natürlich passen die Puzzleteilchen am Schluss doch zusammen. Auch die anderen Charaktere sind gut geschrieben und überzeugend, von der verbitterten Mutter, die in ihrem Sohn meist nur eine Last sieht, über Patricks Mitstudenten, die widerwillig lernen müssen, mit ihm umzugehen, bis zu dem absolut großartigen kleinen Polizisten, der nie einen großen Fall hatte. Nur auf die selbstsüchtige Krankenschwester, die in den Komapatienten nur eklige Fleischklumpen sieht, die ihr unnötig Arbeit machen, hätte ich gut verzichten können... Eine Liebesgeschichte sucht man in diesem Buch natürlich vergeblich, aber die vorsichtige Freundschaft zwischen Patrick und seiner Mitstudentin Meg fand ich rührender und bewegender, als es eine Liebesgeschichte hätte sein können. Die Geschichte blieb für mich von der ersten bis zur letzten Seite spannend - nicht nur, weil ich wissen wollte, wer der Mörder ist und warum er gemordet hat, sondern weil ich sehen wollte, wohin diese Reise Patrick und Sam führt. Die Autorin schaffte es dabei immer wieder, mich mit unerwarteten Wendungen zu überraschen! Das Ende habe ich definitiv nicht kommen sehen - und vor allem nicht das Ende nach dem Ende, das alles über den Haufen wirft, was man zu wissen glaubte. Auch der Schreibstil hat mich voll überzeugt! Er ist packend und spannend und schafft es ohne Melodrama, sowohl die schwierige mentale Welt von Patrick als auch die klaustrophobische Verzweiflung von Sam einzufangen. Fazit: Ein Thriller mit Tiefgang und einem ungewöhnlichen Helden, der auf der Suche nach dem Geheimnis des Todes ein Stück weit das Leben entdeckt. Ich fand das sehr spannend, unterhaltsam und bewegend!

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  • Die Suche nach der Einbahntür

    Was tot ist
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    25. August 2014 um 12:11

    Die Suche nach der Einbahntür Von Beginn an gelingt es Belinda Bauer, den Leser in ihre Geschichte, zu ihren Personen hin, in diese Personen ein stückweit zumindest mit hinein zu ziehen. Eine Geschichte, die sie in der ersten Hälfte des Buches aus zwei Perspektiven heraus erzählt, von denen erst langsam deutlich wird, wie eng diese zusammenhängen. Sam Galen hat einen schweren Autounfall. Tracy ist Krankenschwester auf eine Station für Komapatienten, nimmt ihre Aufgabe aber kaum wirklich an, sondern ist mehr damit beschäftigt, einen männlichen Angehörigen von ihren Reizen zu überzeugen. Patrick leidet unter dem Asperger-Syndrom . Wobei, für ihn ist er selbst eigentlich ganz normal, nur die Welt ist so ungeordnet und komisch. So trifft der Begriff „leiden unter“ viel eher auf seine Mutter zu. Vor allem, weil Patricks Vater tot ist. Autounfall. Vor den Augen des Jungen. Dieses Geschehen lässt Patrick keine Ruhe. Wohin gehen die Toten? Was ist das für eine „Einbahnstraßen-Tür“, die den Lebenden verschlossen bleibt? Wo ist diese zu finden? Logisch, dass sich Patrick, hochbegabt in mancherlei Hinsicht, der Anatomie zuwendet. „Es interessierte ihn nicht, wie Menschen funktionieren. Ihn interessierte nur, was passierte, wenn sie aufhören zu funktionieren“. Dort, auf dem Tisch, liegt eine Leiche zu Studienzwecken bereit, deren Todesursache sich einfach nicht zeigen will, so sehr die Nachwuchsmediziner auch Schicht für Schicht abtragen. Bis Patrick eine Eingebung hat. Die mit Sam Galen zu tun haben wird. Der im zweiten Erzählstrang zu Beginn langsam wieder zu sich kommt. Auf dieser Koma Station. Wie nun Belinda Bauer den Leser mit hineinnimmt, einerseits in diese Sichtweise der Welt aus dem Inneren des Asperger heraus und andererseits intensiv die Empfindungen, die Ohnmacht, das Erleben des Koma-Patienten vor Augen führt, das liest sich ganz hervorragend sehr treffend bis hin zur atmosphärisch dichten Beklemmung, die sich in Sam Galen mehr und mehr steigern wird. „Sie zu töten ist keine Sünde. Sie am Leben zu halten ist Sünde“. Ein Satz, der späterhin vieles erklären wird und ein Geschehen, dessen Ahnung den Leser von Beginn an begleitet und für starke Spannung sorgt. Perspektiven, die Bauer Schritt für Schritt miteinander verwebt und so am Ende ein stimmiges Gesamtbild vorlegt. „Er hatte es satt, verwirrt zu sein. Wegen allem“. Und wird Klarheit finden. Auch was das Geschehen um den Unfall seines Vaters angeht. Spannend, emotional intensiv, in sich stimmig und logisch aufgebaut, ein hervorragender Thriller.

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