Ben Atkins Stadt der Ertrinkenden

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Inhaltsangabe zu „Stadt der Ertrinkenden“ von Ben Atkins

In einer Stadt voller Betrug und Lügen ist es schwer, die Wahrheit zu entdecken. Noch schwerer jedoch zu enscheiden, was richtig und was falsch ist. In einer einzigen Nacht gerät der Traum des Alkoholschmugglers Fontana ins Wanken, eskaliert eine nächtliche Odyssee zu der Frage, wem er überhaupt noch vertrauen kann. Die Geschichte der Prohibition in den USA, eine Zeit der sozialen und politischen Heuchelei. Ein Mid-Century-Noir voller schräger Charaktere und mit einem wortkargen Protagonisten.

Ein sehr gelungenes Debüt-Atkins war bei Beginn erst 15 Jahre alt. Mit 17 hat er es vollendet. Hut ab.

— zbaubf

Noir-Krimi über die Weltwirtschaftskrise und die Prohibition. Starke Atmosphäre und schillernde Figuren.

— Gulan

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  • Eine Reise durch die Nacht

    Stadt der Ertrinkenden

    Havers

    03. June 2015 um 17:43

    Der erste Thriller von Ben Atkins „Stadt der Ertrinkenden“ sorgt für einiges Aufsehen, ist der Autor bei Veröffentlichung doch gerade einmal zwanzig Jahre jung. Orientiert hat er sich an den Großen des Genres, Chandler und Hammett – aber wenn man sich diesen Erstling genauer anschaut, sind im weitesten Sinne auch Anleihen bei James Joyce‘ Jahrhundertroman „Ulysses“ zu erkennen. Hier wie dort erstreckt sich der Handlungszeitraum über einen Tag/eine Nacht, in der der Protagonist seinen Streifzug durch die Stadt unternimmt. 1932, das Ende der Prohibition ist mit der Wahl von Franklin D. Roosevelt zum US-Präsidenten eingeläutet. Diejenigen, die in den zurückliegenden Jahren mit dem Schmuggel und Verkauf des verbotenen Alkohols gute Geschäfte  gemacht haben, tun gut daran, die Erträge zusammenzuhalten und sich rechtzeitig nach neuen Einnahmequellen umzusehen. Die Wirtschaft liegt am Boden, und nicht nur die Leute aus dem Milieu, sondern auch Polizisten und Politiker freuen sich über das Zubrot, das sie durch Bestechungsgelder aus diesen illegalen Transaktionen erhalten. Nur allzu gierig sollte niemand werden. Über Massimo Fontanas Geschäft hält der Mafioso Saverino schützend die Hand. Umso mehr verwundert es Fontana, als er erfährt, dass ein Transport überfallen wurde. Wer wagt es, sich nicht nur mit ihm, sondern auch mit der Mafia anzulegen? Fontana hat eine Nacht Zeit, um diese Frage zu beantworten, denn sonst geht es ihm ans Leder. Und so begibt er sich auf die Suche nach den Drahtziehern, die ihn zwangsläufig auch in die Unterwelt führt. Für ihn nicht der sicherste Ort, denn er ist zwar ein Krimineller, aber sehr moralisch im altmodischen Sinn. Einer, der zu seinem Wort steht, rohe Gewalt verabscheut und niemals einen Freund verraten würde. Ein ehrenhafter Ganove, der sich am Ende dieser Nacht von einigen Idealen verabschieden muss? Die Erwartungen, die ich an diesen Thriller hatte, waren hoch, gerade weil er allenthalben gelobt wurde – und teilweise wurden sie erfüllt. Die atmosphärischen Schilderungen scheinen gelungen, denn genauso stellt man sich eine amerikanische Großstadt in den dreißiger Jahren vor. Aber sind diese Vorstellungen nicht geprägt durch die Bilder, die man aus diversen Filmen, die in dieser Zeit spielen, parat hat? Die Beschreibungen bieten zumindest nichts Neues, nichts Überraschendes. Interessant ist die Verdichtung der Handlung auf eine einzige Nacht. Solange im Verlauf eine Vorwärtsbewegung festzustellen ist, ist dem Autor das Interesse des Lesers sicher. Problematisch wird es in der Tat, wenn er à la Joyce versucht, den „stream of consciousness“ einzusetzen und sich in die Gedankenwelt seines Protagonisten begibt. Wenn Atkins dessen Gedanken, Reflexionen und Assoziationen auf Papier bringt, bremst es zum einen die Handlung aus, zum anderen fordert es geradezu zum Überblättern auf. Ben Atkins Debüt „Stadt der Ertrinkenden“ ist kein Meisterwerk, zeigt aber gute Ansätze, die durchaus ausbaufähig sind – der Autor ist ja noch jung. Man darf gespannt sein!

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  • Odyssee durch die Nacht.

    Stadt der Ertrinkenden

    Gulan

    „Die Zwanziger: Wie konnte all das nur auf einer Illusion beruhen? Auf etwas, das es gar nicht gab? Ich besaß ein wirkliches Automobil. Ich besaß wirkliche Kleidung. Ich konnte sie mit meinen Händen befühlen, oder?“ Er schloss die Augen. „Wolle, Cordsamt, Baumwolle. Ich bewohnte ein wirkliches Apartment mit festen Wänden und Möbeln. Ich bezahlte Miete, es kostete mich wirkliches Geld. Es war teuer, aber ich zahlte stets pünktlich, Woche für Woche. Auch wenn es schwer war, tat ich alles, was ich tun musste, und mehr, denn das Geld, mit dem ich bezahlte, war wirklich. Wie konnte das alles zunichte werden durch einen – einen Kunstfehler der Banken?“ (S.124) Ein Abend im November 1932, in irgendeiner amerikanischen Großstadt: Ich-Erzähler Fontana, Teilhaber eines lukrativen Alkoholschmuggelunternehmens, ist nach einer Europareise erst seit kurzem wieder in den Staaten. Ein Abendessen mit Damenbegleitung muss er relativ schnell beenden, denn sein Freund und Geschäftspartner Luca bittet ihn um einen Gefallen: Er soll die Oktober-Abrechnungen im Büro suchen und mitbringen. Doch Fontana findet keine Abrechnungen und als er in Lucas Apartment kommt, ist dieser spurlos verschwunden. So langsam kommt ihm der Verdacht, dass während seiner Abwesenheit etwas gründlich schiefgegangen sein muss. Fontana beginnt eine nächtliche Odyssee durch den korrupten und kriminellen Großstadtsumpf. „Stadt der Ertrinkenden“ ist das Debüt des neuseeländischen Autors Ben Atkins. Er begann diesen Kriminalroman im Noir-Stil erstaunlicherweise bereits im zarten Alter von fünfzehn Jahren. Fünf Jahre später wurde der Roman veröffentlicht. Atkins schildert lediglich die Ereignisse einer einzigen Nacht und schafft es dennoch in einem ansprechenden, fast poetischen Stil die Atmosphäre einer rohen und trostlosen Zeit einzufangen. Die Weltwirtschaftskrise hat nun schon seit drei Jahren die Gesellschaft im eisernen Griff. Die Armut ist längst Massenphänomen. Doch auch in der Krise gibt es natürlich Gewinner. Das organisierte Verbrechen hat die amerikanischen Großstädte fest im Griff. Die Gier nach Macht und Geld lockt ganz verschiedene Gestalten an: Kapitalisten, Kriminelle, Kommunisten und Faschisten – und die Grenzen verschwimmen. Die Prohibition treibt die Menschen in die illegalen Flüsterkneipen, die Speakeasys. In den dunklen Spelunken wird billiger Fusel gereicht, in den exklusiven Clubs Dom Perignon. Doch ein Ende der guten Geschäfte mit Alkohol ist absehbar: Franklin D. Roosevelt tritt bald das Präsidentenamt an, da muss man mittelfristig die Geschäfte diversifizieren. In dieser Gemengelage zieht Fontana los, um seinen Laden wieder auf Vordermann zu bringen. Er ist intelligent und smart, aber gleichzeitig wortkarg. Er trauert seiner Liebe nach und wird von Alpträumen heimgesucht. „Fonty“ ist noch einer der letzten ehrenhaften Gangster, nimmt aus Prinzip keine Waffe mit. Im Laufe der Nacht trifft er eine Menge merkwürdiger und schillernder Personen. Manche betrügen ihn, manche benutzen ihn, manche halten ihre Hand schützend über ihn und manche helfen ihm. Nur fällt ihm in diesem Dickicht oft erst spät auf, wer es gut mit ihm meint und wer nicht. Insgesamt ist die „Stadt der Ertrinkenden“ ein atmosphärisch sehr dichter Noir-Krimi (wobei manche Aspekte mich ins Grübeln bringen, ob das Buch überhaupt noch ein Noir ist). Der Krimiplot erreicht für mich nicht ganz das hohe Niveau der Figuren und des Settings, aber nichtsdestotrotz ist der Roman ein wirklich vielversprechendes Debüt.

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    • 10

    NiWa

    18. April 2015 um 15:51
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