Ben Becker

 4,4 Sterne bei 45 Bewertungen

Lebenslauf von Ben Becker

Ben Becker zählt zu den bekanntesten deutschen Schauspielern. Für seine Filme und Bühnenauftritte wurde er mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Grimme-Preis der Goldenen Kamera. Mit seinem Bühnenstück «Die Bibel – eine gesprochene Symphonie» füllte er monatelang die Hallen der großen deutschen Städte. Im Oktober 2011 erscheint Ben Beckers Biografie "Na und, ich tanze".

Alle Bücher von Ben Becker

Cover des Buches Na und, ich tanze (ISBN: 9783426275368)

Na und, ich tanze

 (11)
Erschienen am 04.10.2011
Cover des Buches Bruno oder Der Junge mit den grünen Haaren (ISBN: 9783499215032)

Bruno oder Der Junge mit den grünen Haaren

 (11)
Erschienen am 01.10.2009
Cover des Buches 1337: GAME OVER (ISBN: 9781092958608)

1337: GAME OVER

 (3)
Erschienen am 07.04.2019
Cover des Buches Tagebuch eines Zombies (ISBN: 9781521822272)

Tagebuch eines Zombies

 (3)
Erschienen am 15.09.2017
Cover des Buches Cyborg Memories (ISBN: B07T8K6W64)

Cyborg Memories

 (2)
Erschienen am 20.06.2019
Cover des Buches »Die Jahre von dir zu mir« (ISBN: 9783518464687)

»Die Jahre von dir zu mir«

 (2)
Erschienen am 09.09.2013
Cover des Buches Am Ende der Zeiten: Der letzte Stern (ISBN: 9781539528531)

Am Ende der Zeiten: Der letzte Stern

 (1)
Erschienen am 28.10.2016

Neue Rezensionen zu Ben Becker

Cover des Buches Blutsbrüder (ISBN: 9783839812945)Wortklaubers avatar

Rezension zu "Blutsbrüder" von Ernst Haffner

Harte Lebenswirklichkeit in der Weimarer Republik
Wortklaubervor 6 Monaten

Ein Mann, der in seinem Leben ein einziges Buch geschrieben hat; ein Buch, das in einer Auflage von 5.000 erscheint und wenig beachtet, wenn auch gelobt, wird, ein Buch, das man ein Jahr später zusammen mit anderen „missliebigen“ Büchern öffentlich verbrennt. Als jener Mann Jahre später in eine Behörde zitiert wird, verliert sich seine Spur. Niemand weiß, was mit ihm passiert ist – oder: Sollte es jemand wissen, ist er nicht damit hausieren gegangen. Kein Foto ist von diesem Mann überliefert, man weiß nur, dass er einige Jahre in Berlin gemeldet war und als Journalist gearbeitet hat, vielleicht auch als Sozialarbeiter. Und dass er eben dieses eine Buch geschrieben hat. Der Mann hieß Ernst Haffner, sein Buch (der Autor selbst bezeichnete es als Sammlung von Reportagen), 1932 im Verlag von Bruno Cassierer veröffentlicht, „Jugend auf der Landstraße Berlin“, oder, in der Wiederveröffentlichung schlicht „Blutsbrüder“.

 

Ludwig, Willi, Johnny und einige Jungen mehr, sind die Protagonisten dieses Romans. Sie verbringen ihre Tage in Kneipen, auf der Suche nach Arbeit oder illegalen Gelegenheiten, sich ein paar Mark zu verdienen, prügeln sich und saufen, verkaufen ihre Kleidung für ein paar Groschen direkt vom Leib und sich selbst als Stricher, kaufen ihrerseits Sex bei Huren, leben von Tag zu Tag, immer auf der Hut – vor der Polizei, Vätern - so vorhanden bzw. noch an ihren Söhnen interessiert – oder Mitgliedern rivalisierender Banden, hoffen auf einen trockenen Platz für die Nacht. Cliquen heißen diese Zusammenschlüsse, die ihnen Schutz und Familienersatz sind, die Anführer dieser Cliquen sind die Bullen. Wer seinen 21. Geburtstag feiert, wähnt sich aus dem Schneider: Fürsorge und Erziehungsheim ade!

 

Haffner erzählt die Geschicke der Jungen im Stil der damals so genannten Neuen Sachlichkeit. Hart, direkt, lakonisch, treffende Beobachtungen, die sich manchmal in pointierten Nebensätzen verstecken.

Frauen kommen in diesem Buch nur in Statistenrollen vor: als Cliquenliebsche, jugendliche Delinquentin, Prostituierte, Verkäuferinnen, Zigarettenmädchen, Konfitürentantchen, Schlafwirtin, Stenotypistin vor Gericht. Romantische Beziehungen existieren nicht, bestenfalls erkaufte Liebesdienste. Der Alltag dieser Jungen lässt keinen Platz für Romantik.

Ein Sumpf ist das, in dem sich diese Jungen im Berlin der Weimarer Republik zwischen Alexanderplatz und Schlesischem Bahnhof bewegen; der oft beschworene Glamour des gerade vergangenen Jahrzehnts, der “Goldenen Zwanziger Jahre“, so sie denn jemals so „golden“ waren, kommt hier nicht vor. Hier zählt die harte Lebenswirklichkeit junger Männer, die der Staat in dieser Zeit allzu gerne in Erziehungsheime sperrt, einer Generation, die zu parieren hatte, wenn es denn sein musste, mit Gewalt.

 

Es ist von einer traurigen Plausibilität, dass man einen Mann wie Haffner, dessen Buch schon im Vorgängerstaat nicht gerade mit offenen Armen empfangen wurde, wie wohl in einer Demokratie erscheinen durfte, im Nationalsozialismus nicht unbehelligt dulden wollte. Nachdem man Haffner vor die Reichsschrifttumskammer zitiert hatte, verliert sich seine Spur, heißt es. War da niemand, der nach dem nicht einmal Vierzigjährigen gefragt hat, könnte man meinen? Oder war es schlicht nicht opportun, zu fragen? Man möchte im Rückblick vielleicht gern glauben, dass Ernst Haffner sich abgesetzt hat. Die sog. „Vagabundenbewegung“ findet in „Blutsbrüder“ einen Widerhall – Willi flieht aus einer Erziehungsanstalt im Rheinland und gelangt als „Blinder“ auf den Achsen eines D-Zugs von Köln nach Berlin. Und er schreibt von einem Mann, der seiner Zimmerwirtin nur ein schmutziges Hemd und seine Papiere hinterlassen hat. Da man offenbar jedoch nie wieder von Ernst Haffner gehört hat (sein jüdischer Verleger starb 1941 im Exil, nachdem Teile seiner Familie nach England emigriert waren), auch nicht, nachdem der Wind sich gedreht hatte, ist diese Möglichkeit vielleicht nicht ausgeschlossen, aber wahrscheinlich – leider – unwahrscheinlich.

 

PS: Das Hörbuch ist von Ben Becker treffend eingelesen worden, der damit auch auf Lesetour war.

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Cover des Buches Cyborg Memories (ISBN: B07T8K6W64)Dekandas avatar

Rezension zu "Cyborg Memories" von Ben Becker

Kurz und eindringlich
Dekandavor einem Jahr

Eine kurze Geschichte erzählt in knappen, eindringlichen Bildern.
Sie reduziert die verloren geglaubte Menschlichkeit auf einen einzigen Satz. Interessant zu lesen und ... seltsam irgendwie, aber dabei sehr gut.

Kommentare: 12
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Cover des Buches 1337: GAME OVER (ISBN: 9781092958608)AbigailRooks avatar

Rezension zu "1337: GAME OVER" von Ben Becker

Spannende und tiefgründige Unterhaltung der etwas anderen Art
AbigailRookvor einem Jahr

"1337:Game Over" ist die erste Geschichte, die ich von Ben Becker (nicht der Schauspieler!) gelesen habe. Das Cover hätte mich ehrlich gesagt abgeschreckt, wenn ich nicht eine Leseempfehlung eines Freundes bekommen hätte. Ich bin ihm dafür dankbar, denn das Werk entpuppte sich als super spannend, teilweise tiefgründig, und vor allem erfrischend anders.

In ferner Zukunft leben die Menschen hauptsächlich in einer virtuellen Spielewelt. Die Realität ist jedoch zu einem dystopischen Einheitsbrei geworden: überall identische Wohntürme mit spartanisch ausgestatteten Apartments, die von einer Simulationsliege dominiert werden, in denen die Menschen den ganzen Tag liegen, um über Neuralkonnektoren nahezu komplett mit der virtuellen Welt zu verschmelzen. Das Ganze erinnert ein bisschen an die Matrix-Filme, unterscheidet sich von diesen aber wohltuend. Denn es gibt keine finsteren Außerirdischen, die die Menschen als Energielieferanten ausbeuten, sondern Androiden (sogenannte Servants), die sich um das leibliche Wohl kümmern und Form und Verhalten des Wunschpartners ihres Menschen annehmen. 

Die Story beginnt mit der Verbannung des Hauptprotagonisten Razor aus der Spielewelt für sage und schreibe 24h. Auf seiner Suche nach einem öffentlichen Viewport, über den er die Spiele mitverfolgen kann - denn nichts Anderes interessiert ihn - stolpert er durch die Gegend, trifft auf einen Gefährten seines Spieleclans, den er (wie die meisten anderen auch) noch nie im echten Leben getroffen hat und lässt sich auf eine Mutprobe ein: ein Foto seines realen, fettwanstigen und ungepflegten Ichs in die Spielewelt zu schicken. Diese Ungeheuerlichkeit löst letztlich eine Kettenreaktion aus, die das ganze System in ihren Grundfesten erschüttern wird. Aber lest selbst!

Ich war auf jeden Fall völlig fasziniert von dem ungewöhnlichen Blick, den uns der Autor gewährt. Die virtuelle Spielewelt und die Realität verschwimmen zunehmend. Der Leser wird in eine Art Quest gesaugt, die einem Adventure-Spiel ähnelt. Überall lauern Gefahren, jeder kann Freund oder Feind sein, und der Endgegner ist mehr als nur eine Spielfigur.

Der zweite Teil der Geschichte verliert leider etwas im Vergleich zum genialen Anfang. Der Fokus auf die Charaktere verschwimmt, die Handlung wird zu actionlastig und es schleichen sich auch zunehmend Tipp- und Grammatikfehler ein. Auch stilistisch gibt es noch Überarbeitungspotential. So werden viel zu viele unnötige und oft auch noch durch Adverbien "verschandelte" Redeeinleitungen benutzt, Sätze zu häufig mit Partizipien begonnen und Wörter zu oft wiederholt. 

Wenn ich mir etwas wünschen dürfte, wäre es eine lektorierte Neuauflage mit einer konsequenteren philosophischen Tiefe. Die Story gibt es her! Der Autor hat mich auf jeden Fall auf seine anderen Werke neugierig gemacht. Er kann erzählen, und er hat auch etwas zu erzählen, das weit über reine Unterhaltung hinausgeht.

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Zusätzliche Informationen

Ben Becker wurde am 18. Dezember 1964 in Bremen (Deutschland) geboren.

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