Ben Becker , Fred Sellin Na und, ich tanze

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Inhaltsangabe zu „Na und, ich tanze“ von Ben Becker

Ben Becker ist der Rockstar unter den deutschen Schauspielern und als Enfant terrible so berüchtigt wie beliebt. Der eigenwillige Künstler hat eine beispiellos vielseitige Karriere gemacht: Am Theater brillierte er im klassischen Rollenfach von Shakespeare bis Genet, aber ebenso als Franz Biberkopf in "Berlin Alexanderplatz", in "Endstation Sehnsucht" oder als Tod im Salzburger "Jedermann". Seine zahlreichen Kino- und Fernsehfilme, darunter "Comedian Harmonists", "Schlafes Bruder", "Sass" oder "Ein ganz gewöhnlicher Jude", haben ihn berühmt gemacht. Mit der Band Zero Tolerance und Platten wie "Und lautlos fliegt der Kopf weg" feierte er auch als Musiker Erfolge, und seine gigantische Bibel-Performance wurde von Tausenden bejubelt. Seine unverwechselbare Stimme – "so finster und kratzig, so voller Pathos, sie allein ist ein Ereignis" ("Die Zeit") – wirkt magnetisch, er weiß um seinen bad boy-Sexappeal, und er liebt die Provokation. Und doch überrascht Ben Becker sein Publikum immer wieder, mit eigenen Theaterprojekten, Hörbüchern, impulsiven Lyrik-Lesungen, mit zärtlichen Kinderbüchern und gelegentlich auch mit öffentlichen Auftritten, bei denen sein Temperament mit ihm durchgeht. In "Na und, ich tanze" erzählt er, was bisher geschah: wo er herkommt, wie er wurde, der er ist – und was ihn antreibt. Seine unbändige Lebensgier und seine großen Erfolge bieten den anekdotenreichen und packenden Stoff für eine Lebensgeschichte, die Spuren hinterlassen hat. Denn, so Ben Becker: "Was man nicht macht, passiert nicht."

Hat mir sehr gut gefallen: ein Rundum-Einblick in sein bewegtes Leben und er kommt ehrlich rüber. Ich mag ihn, er hat was von Ungezähmtheit.

— Ein LovelyBooks-Nutzer
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  • Rezension zu "Na und, ich tanze" von Ben Becker

    Na und, ich tanze
    bogi

    bogi

    22. April 2012 um 13:17

    Ich glaube man kann Ben Becker mögen oder man findet ihn furchtbar. Er ist wohl alles andere als ein mainstream Künstler. Ich gehöre eindeutig zur Fan-Fraktion. Deswegen und wegen der Aufmachung (u. a. eindrucksvoll und reich bebildert) hab ich mich für das Buch entschieden. Da es mir denn doch ein Tick zu teuer war, halt als Kompromiss die Ebook-Variante. Becker beschreibt in autobiographischer Art sein bisheriges Leben. Da er Teil einer grösseren Schauspielerfamilie ist, ein Stück weit wie man es sich vorstellt. Er ist rebellisch, laut, schrill, ein bisschen verrückt aber letztlich, so finde ich, eben auch genial. So bekommt man den fast permanenten Zoff mit seinem leiblichen Vater und Schauspieler Rolf Becker mit, dem Ben Becker aber in respektvoller Zuneigung verbunden ist. Demgegenüber das eher kumpelhafte Verhältnis zu seinem Stiefvater und Schauspieler Otto Sander. Das mag natürlich daran liegen, dass Sander ihm viel eher wesensverwandt ist als Rolf Becker. Er schildert einige sehr eindrucksvolle Sequenzen seines Schauspielerdaseins. Hier ist mir vor allem sein Engagement bei den Salzburger Festspielen in Erinnerung geblieben. Voll ins Becker Klischee passen natürlich die Kapitel seiner Arbeit als Sänger und Bandmitglied bzw. Punk. In diesem Fall natürlich weil diese Klischees fast eins zu eins zutreffen. Zwei Wesensmerkmale, die ich als Spiesser eher seltsam aber eben auch absolut zu Becker passend finde sind sein doch recht laxer Umgang und völlig normaler Verbrauch von weichen Drogen. Und hier ist wohl vor allem Haschisch gemeint. Auch eher skuril mutet sein immer wieder splitternackt in der Gegend rumspringen an. Aber ohne solche Macken wäre Ben Becker eben nicht er selbst. Der Künstler rückt im Buch auch seinen spektakulären Zusammenbruch vor einigen Jahren ins rechte Licht. Dies war wohl eher einem versehentlichen ziemlich fahrlässigen "Unfall" geschuldet. Ganz sicher nicht Lebensmüdigkeit, dramatischer Drogenabhängigkeit oder sonstiger skandalwürdigen Umständen. In fast schon bewegender Art und Weise widmet sich Becker seinen Beziehungen und hier vor allem im letzten Kapitel seiner Tochter. Hier schreibt ein sehr verantwortungsvoller und liebevoller Vater und kein rebellisch durchgeknallter Heini. Ben Becker ist eben eine recht vielschichtige Persönlichkeit. Insgesamt ein Buch, das ich mit dem grössten Vergnügen gelesen habe. Auch oder gerade weil es in einem voll zu Becker passenden leicht schnoddrigem, in jedem Fall aber unprätentiösen Stil geschrieben ist. 100 % empfehlenswert, so finde ich, für alle die generell etwas mit Becker anfangen können. Diejenigen werden dann aber auch begeistert sein. Alle anderen werden das Buch sowieso links liegen lassen.

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  • Rezension zu "Na und, ich tanze" von Ben Becker

    Na und, ich tanze
    Ailis

    Ailis

    15. November 2011 um 13:27

    Ben Becker wird oft als Rüpel bezeichnet, doch das gefällt ihm gar nicht. Denn Rüpel sind böse und so empfindet er sich nicht. Er will seinen Spaß haben, aber weh tun soll das niemandem, außer vielleicht von Fall zu Fall ihm selbst. Andere nennen ihn ein Enfant terrible und damit kann er schon viel mehr anfangen, denn als schreckliches Kind kann man ihn durchaus sehen. Und das scheint mir nach der Lektüre seiner Autobiographie auch die Quintessenz seines Lebens zu sein: er will nicht erwachsen werden, will nicht zu sehr in der Realität leben. Ben Becker lebt seinen Traum, denn er lebt die Kunst: ein bisschen Musik, ein bisschen Theater und ab und zu mal einen Film. Er weiß auch, dass solch ein Leben der reinste Luxus ist für einen Menschen wie ihn und er genießt diesen Luxus in vollen Zügen. Und so erzählt er in diesem Buch von seinem Leben, von seiner Kindheit, die ihn für immer prägen sollte, und seiner wilden Jugend, von der man glauben könnte, sie hält bis heute an. Er beschreibt, wie er zur Schauspielerei kam, welche Steine in seinem Weg lagen und wie er sie beseitigt hat. Er verschweigt scheinbar nichts, geht auch mit seinem Drogen- und Alkoholkonsum sehr ehrlich um, aber mich beschlich relativ oft das Gefühl, dass er da dennoch sehr viel runterspielt und beschönigt. Auch seine Liebe zur Nacktheit auf der Bühne macht aus mir sicher keinen zukünftigen Zuschauer seiner Kunst und dennoch habe ich diese Autobiographie regelrecht verschlungen, denn Ben Becker ist ein großartiger Erzähler. Und das muss er auch sein, denn seine Einstellung zum Leben deckt sich größtenteils nicht mit dem, wie ich mein Leben zu meistern pflege, aber er macht einfach deutlich, dass das alles nur für ihn gilt und er keinen Anspruch auf richtig oder falsch erhebt. Er erzählt einfach, wie er lebt und mit den Chancen und Katastrophen, die das Leben für uns alle bereithält, umspringt. Dabei wird deutlich: ich würde wohl das meiste anders machen und dennoch geht von seinem Weg eine gewisse Faszination aus. Ben Becker schert sich nicht darum, was die Gesellschaft als Norm vorgibt, er macht sein Ding - und genau das zeigt auch sein Buch. Zwischen Ben Becker und mir gibt es kaum Schnittflächen und doch war ich fast schon ein bisschen traurig, als ich die letzte Seite erreichte - ich hätte ihm noch sehr lange zuhören können! Und sehr wahrscheinlich ist diese Andersartigkeit auch genau der Grund für meine Faszination, denn spannender ist es allemal, wenn man mal über den eigenen Tellerrand gucken darf.

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  • Rezension zu "Na und, ich tanze" von Ben Becker

    Na und, ich tanze
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    09. November 2011 um 12:56

    Bericht aus einem prallen Leben Mitten im Leben steht er, Ben Becker, mit seinen 46 Jahren. Eigentlich kein Lebensalter, in dem in der Regel eine Biographie bereits zwingend notwendig wird. Wenn man andererseits den beruflichen und privaten Weg des Schauspielers Ben Becker ein stückweit mitverfolgt hat, dann macht es durchaus fast schon Sinn, jetzt bereits einen Einblick in dieses prall gefüllte Leben des Schauspielers zu geben. Denn weder in seiner beruflichen Leidenschaft (und der Vielzahl seiner bisherigen Arbeiten und Projekte) als auch in seinem privaten, persönlichen Bereich hat Ben Becker allzu viel ausgelassen. Einer, der sich hereinstürzt, der mit hoher Geschwindigkeit und Leidenschaft und Tiefe arbeitet und lebt, der hat durchaus das ein oder andere Erhellende zu erzählen. Eindringliche Rollen, Skandale, harte Abstürze, all das stand in diesem Leben bereits an. „Na und, ich tanze“ ist Beckers Antwort auf die vielfachen Darstellungen seiner Person und seiner (vor allem) privaten Seiten in den Medien und der Öffentlichkeit. Ein „zurecht rücken“ und „klarstellen“ soll das Buch sein, da Becker den starken Eindruck hat, das sein öffentlich geprägtes Bild nicht seiner wahren Person entspricht. Ein Buch, das er mit „dem Tod“ beginnt, fast zu erwarten bei einem, der grundlegend jemand ist, der „gegen den Strich“ bürstet (ob er will oder nicht). Natürlich zunächst nur eine Rolle, dieser Tod, aber schon die ersten Seiten verraten viel über das Selbstbild Beckers, dass durchaus flüssig und interessant in diesem Buch transportiert wird. „Den Tod spielt man nicht mal eben so runter, jedenfalls ich nicht“. Einer, der „dem Tod“ durchaus ins Auge schon geblickt hat, 2007 bei seinem massiven Zusammenbruch. Ein Zusammenbruch, der ebenso im Buch geschildert wird, wie generell das Exzessive, Auslotende, Hineingehende ins Leben. Alles darf das Leben und die Arbeit sein, zerreißend, berührend, aufregend, nur eines nicht, langweilig. Soweit könnte man die Lebenshaltung Beckers zusammenfassen, die er über die knapp 490 Seiten des Buches transportiert und mit vielen Fotografien illustriert. Fotografien übrigens, die durchaus treffend das geschriebene Wort ins Bild zu setzen vermögen. Eines der Bilder zeigt den dandyhaft, ordentlich gekleideten Becker mit gezähmter Frisur, einer, der vom äußern Anschein wirkt wie ein gesetzter und beruhigter Bürger, wenn da nicht die tränengeschminkten Wangen wären und dieser intensive, umschattete Blick. Ein Bild eines Menschen, der einerseits ankommen will, vielleicht gar bürgerliche Ruhe sucht und dennoch immer wieder von Natur aus ausbrechen muss, auch auf Kosten der eigenen Befindlichkeit und des eigenen Umfeldes (was ebenfalls dem Buch abzulesen ist). „Vielleicht spürt man sogar so was wie Sehnsucht nach einem geregelten, bürgerlichen Leben. Man stellt die spießigsten Sachen an und betrügt sich doch nur selbst. Denn tief drinnen ist man immer noch der andere.“ Dass Becker diesen „anderen“ hegt und pflegt, dass ein gutes Stück Stolz und Selbstverliebtheit, ein durchaus auch Hegen des Rufes als „Enfant terrible“ in den Zeilen zum Ausdruck kommt, dass war fast selbstverständlich zu erwarten und, das bedarf es sicherlich auch, eine Vielzahl von Rollen mit solcher Intensität und persönlicher Dichte auf die Bühnen und in die Silmezu bringen, wie Becker es bereits getan hat. Nicht nur seine „Bibellesung“, eigentlich alle Arbeiten, die Becker abgeliefert hat, sprechen eine Sprache in diese Richtung. Arbeiten und Erlebnisse, die er im Buch ausbreitet, in seiner ihm eigenen, äußerst lockeren Redweise, in denen immer wieder deutlich wird und mitschwingt, dass Becker letztendlich trotz der Seite der Sehnsucht nach Ruhe und einem Lebensrahmen sich (zumindest zur Zeit) immer wieder doch für den anderen, den aufregenden, den intensiven, den „sich hineinstürzenden“ Weg entscheiden wird. Noch. Denn eines ist ebenfalls diesem Buch abzuspüren. Dass da einer ins Nachdenken geraten ist. Sich durchaus den Fragen nach dem „immer Kind bleiben wollen“ stellt und beginnt, auch andere, gereifte Richtungen des Lebens in sich zu spüren. Man darf gespannt sei auf die weitere Entwicklung der Person Ben Becker in seiner Arbeit und seinem Leben, einen guten Einblick in seinen Weg bis heute gibt dieses Buch allemal und ist durchaus lesenswert als Zeugnis eines „leidenschaftlich Lebenden“.

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