Ben Brooks Nachts werden wir erwachsen

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Inhaltsangabe zu „Nachts werden wir erwachsen“ von Ben Brooks

Die britische Literatur hat ein neues Wunderkind: Ben Brooks ist 19 und das ist sein vierter Roman. Und wie es sich für einen 19-Jährigen gehört, hält er nicht viel von Kompromissen. Mit radikaler Komik porträtiert er eine Jugend, die zwischen Internetpornographie und Psychotherapie, zwischen Facebook-Chat und Hippie-Eltern um ihren eigenen Platz in der Welt ringt. Wenn etwas gut gelaufen ist, heißt das, ich hatte Sex, war betrunken und habe von einer Droge so viel genommen, dass alle Wirkungen auftraten, die ich in Sozialkunde gelernt habe." Soweit läuft alles gut in Jaspers 17-jährigem Leben. Wären da nicht all die To-do-Listen von seiner Mutter, die seine Tagesabläufe perfektionieren sollen, der mysteriöse Selbstmord einer Mitschülerin und der One-Night-Stand mit der pummeligen Abby Hall, der äußerst unangenehme Folgen hat. Jasper schwebt ständig zwischen Luftleere und Sinnsuche. Reif- ja. Übertrieben clever- ja. Unverschämt - ja. Spaß - immer. Nachts werden wir erwachsen ist flüssiges Gold" (Observer).

Ein Coming-of-Age-Roman, der wunderbar herrlich aus dem Rahmen fällt und definitiv nicht mit Salingers Werk vergleichbar ist.

— Nespavanje
Nespavanje

Spannend, fesselnd und aufregend. Kann ich nur weiterempfehlen

— zimtus
zimtus

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  • Definitiv kein Salinger

    Nachts werden wir erwachsen
    Nespavanje

    Nespavanje

    Der 17 jährige Jasper lebt mit seiner Mutter und seinem Stiefvater in einer kleinen Stadt in England. Seine einzigen Bemühungen gelten seiner Mitschülerin Georgia Treely die er gerne flachlegen möchte, und der Bemühung seinen Stiefvater des Mordes zu überführen. Zwischendurch hat er Sex mit anderen Mädchen und Frauen, nimmt exzessiv Drogen und leidet unter Schlaflosigkeit. Während solcher Nächte treibt er sich liebend gern in Sexchats rum.   Ben Brooks ist so etwas wie ein Ausnahmetalent unter den Schriftstellern. 1992 in England geboren, hat er bis heute bereits sechs Romane geschrieben und "Nachts werden wir erwachsen" ist sein vierter, aber sein erster Roman der auf Deutsch erschienen ist. Diese Erzählung ist ein typischer Coming of Age Roman und der eine oder andere Leser wird vielleicht geneigt sein, diese Erzählung mit Salingers Werk zu vergleichen. Ich finde den Fänger im Roggen antiquiert und ein wenig überholt, aber Ben Brooks legt es  sogar auf eine Gegenüberstellung an, denn in diesem Werk vergleicht sich der Hauptprotagonist selbst mit Holden Caufield(=Protagonist in Salingers Buch), allerdings hält er sich selbst für draufgängerischer und attraktiver. Ich finde so einen direkten Vergleich, und noch dazu einen der vom Autor selbst injiziert wurde ein wenig heikel denn man könnte dem Schriftsteller nun Effekthascherei vorwerfen. Aber schließlich darf man Ben Brooks und den meistens Schriftstellern, zumindest ein bisschen, Hochmut und großes Selbstbewusstsein zugestehen.   Sein Erzählstil ist durchwachsen und ein bisschen gewöhnungsbedürftig. Seine kurzen Sätze sind pointiert und wie sollte es auch anders sein, eine sehr lebhafte, teils ordinäre bildliche Sprache rundet seine Erzählung ab und dadurch wirkt sie auch sehr authentisch. Auf alle Fälle geht er nicht nach Schema F vor, wenn er von Jasper erzählt und das war mir ganz sympathisch.  Dass der Inhalt polarisiert ist nicht von der Hand zu weisen, aber das Werk jetzt einseitig zu betrachten und ihm womöglich das Verherrlichen von Drogen und einen exzessiven Lebenswandel vorzuwerfen wäre ein bisschen vorschnell verurteilt. Denn auch in diesem Werk gibt es, wenn auch teilweise nur angedeutet, eben jene Schwere des Lebens, die man auch als Jugendlicher tragen kann oder muss. Und schließlich gab es zu jeder Zeit, ich erinnere mich da an den Film Kids der die Jugendkultur der 90er ähnlich schockierend porträtierte, Strömungen die auf die meisten Menschen erschreckend wirkte. An wen richtet sich nun das Buch? An Jugendliche die sich manchmal mit dem Protagonisten ein wenig identifizieren können oder vielleicht doch an Erwachsene die manchmal mit Wehmut an eine unbeschwerte aber auch an die mentale Unreife der  Jugend zurückdenken? Ich glaube, dass  beide an diesem einzigartigen Werk  Gefallen finden können. Mir hat es auf alle Fälle sehr gut gefallen und Ben Brooks Romane werden auch in Zukunft den Weg in mein Bücherregal finden.

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    Sandra251

    Sandra251

    07. May 2015 um 18:36
  • Jasper und sein Leben

    Nachts werden wir erwachsen
    viviann_

    viviann_

    26. September 2014 um 19:25

    Inhalt: Chatten, Drogen nehmen, Partys feiern und Mädchen aufreißen, so verbringt der 17-jährige Jasper seine Zeit in der englischen Provinz. Vollkommen angstfrei porträtiert Brooks eine hedonistische Jugend, die zwischen Internetpornografie und Psychotherapie, zwischen Facebook-Chat und Hippie-Eltern um ihren eigenen Platz in der Welt ringt. Meinung: Brooks Schreibstil in Verbindung mit dieser Geschichte hat mir sehr gefallen. Ein wirklich lustiges Buch, was vielleicht etwas übertrieben von der heutigen Jugend erzählt. Einige Charaktere besaßen Tiefe andere widerum eher weniger. Trotzdem war die Erzählung über Jaspers Leben, was einen manchmal jubeln ein anderes Mal aber den Kopf schütteln lies, witzig geschrieben und seine Erlebnisse waren manchmal vielleicht ansatzweise unrealistisch aber dennoch gelungen amüsant. Dennoch muss ich sagen, dass ich mich am Anfang ersteinmal mit Jasper und seiner Denkweise anfreunden musste. Am Anfang dachte ich, dass er wirklich viel jünger zu sein schien, als er eigentlich sein sollte, da ich so eine Sichtweise eines Protagonisten noch fast nie gelesen hatte. Die leichte Naivität hat mich an manchen Stellen an 'Das also ist mein Leben' erinnert, aber es dauerte nicht lange bis ich dachte, dass ich Jasper liebend gerne einmal im echten Leben begegnen würde. Er wurde mir mit der Zeit symphatischer und ich konnte seine Sichtweisen nachvollziehen. Ben Brooks hat außerdem die Stellen, an welchen Jasper und seine Freunde high waren, so gut geschildert, dass ich mir wirklich vorstellen konnte, wie es sich anfühlt auf gewissen Drogen zu sein. Fazit: Ich konnte einige Parallelen zwischen der Serie 'Skins' und diesem Buch ziehen und bin mir sicher, dass Menschen, die Skins mögen, auch dieses Buch gefallen wird. Es ist absolut kein Buch für jeden, aber ich kann es nur allen Jugendlichen empfehlen. Wenn man sich an Brooks Schreibstil gewöhnt (welchen ich eigentlich total toll finde), lässt sich das Buch sehr gut lesen, da es flüssig geschrieben ist. Das Buch bringt einen meiner Meinung nach wirklich zum Lachen, wenn man den Humor gut findet, was bei mir der Fall war. Ich war positiv überrascht, allerdings ist es kein 5 Sterne Buch für mich, da mir persönlich etwas gefehlt hat. Trotzdem ein gutes Buch, was auf jeden Fall lesenswert ist und sich 4 Sterne redlich verdient hat.

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  • Harter Stoff über die Jugend

    Nachts werden wir erwachsen
    sabrinacremer

    sabrinacremer

    03. July 2013 um 13:48

    “Solange Ping die Drogen für morgen bekommt und die richtigen Leute vorbeikommen, wird die Party super. Super heißt, ich hatte Sex, war betrunken und habe von einer Droge so viel genommen, dass alle Wirkungen auftraten, die ich bei Mr. Gates in Sozialkunde gelernt habe…” (Seite 20) Jasper ist 17 Jahre alt und lebt in einer englischen Provinz. Neben der Schule tut er das, was andere Jugendliche in seinem Umfeld auch tun: chatten, saufen, Drogen nehmen, Parties feiern und sexuell aktiv sein. Zusammen mit seiner besten Freundin Tenaya hat er vor einiger Zeit, mehr oder weniger versehentlich, eine Katze getötet. Seitdem hat er regelmäßige Therapiesitzungen. “Sie wirft mir eine Jeans vom Boden zu. Ich nehme das volle Kondom, das daran klebt, ab und steige rein. Die Jeans sieht aus, als könnte sie einem Mädchen gehören. Alles egal. No Future! (Seite 48) Harter Stoff, den der 19-jährige Autor Ben Brooks dem Leser hier liefert. Schonungslos und ohne verblümte Umschreibungen schildert er hier die Jugend, wie man sie sich wohl teilweise heute vorstellt. Man könnte auch sagen: treffend formuliert. Jasper mag den neuen Freund seiner Mutter nicht. Er steht auf seine Mitschülerin Georgia, hat es ihr aber noch nicht gesagt. Stattdessen schmiedet er einen Plan, wie er sie auf einer Party “rumkriegen” kann. Bis dahin tut er, was er immer tut: er schaut sich Pornos an, onaniert häufig, besucht Parties und trinkt dort gerne und viel, nimmt Drogen, hängt mit seinen Freunden ab, und hat Sex mit anderen Mädchen. Ach ja, zur Schule muss er auch noch. “Ich bin nur jung und ein bisschen ängstlich.” (Seite 152) Der Autor nimmt hier kein Blatt vor den Mund. In völlig zur Geschichte passender Sprache geht es hier um ficken, Schwänze, Sex und Drogen. Das macht das Buch authentisch. Das Wort “abgefuckt” geisterte mir mehrmals durch den Kopf. Darf ich das in einer Rezension eigentlich benutzen??? So wird man als Leser mit auf die Reise durch die Nacht genommen und erfährt auf den 272 Seiten, wie die Jugendlichen erwachsen werden. Was manchmal sehr unter der Gürtellinie ist. Und ich kann dich beruhigen Mama: bei mir war das nicht so! Das Buch ist in 3 Teile unterteilt, jeder Teil in angenehm kurze Kapitel. Social Media spielt eine große Rolle, so wie für die Jugendlichen im realen Leben auch. Der Ton der Jugendlichen ist manchmal rau. Doch eins wird deutlich: diese Jugend hat Angst vor der Zukunft. Ist das wirklich so heutzutage? “Ich frage mich, wer sich zuerst geschlagen geben wird: Pings Schwanz oder Anas Jungfräulichkeit. Mädchen denken, ihre Jungfräulichkeit sei ein Figürchen aus Glas und unbezahlbar. Was sie wirklich ist, sind drei Minuten Peinlichkeit, gefolgt von wachsender Enttäuschung, gefolgt von der Frage ‘Woran denkst du?’” (Seite 136/137) “Nachts werden wir erwachsen” ist schonungslos, stellenweise melancholisch, erschreckend undverstörend. Es ist kein Buch für jedermann. Doch mich hat es sehr gut unterhalten. Deshalb gibt es von mir 4 Herzen! bookwives.wordpress.com

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  • Schwarzer Humor

    Nachts werden wir erwachsen
    keepcalmandcarryon

    keepcalmandcarryon

    25. April 2013 um 08:01

    Ein wenig wie "Das also ist mein Leben", nur etwas härter. Schwarzer Humor gemischt mit jugendlicher Naivität. Ich mags.

  • Rezension zu "Nachts werden wir erwachsen" von Ben Brooks

    Nachts werden wir erwachsen
    Weeklywonderworld

    Weeklywonderworld

    12. September 2012 um 16:08

    "Wunderschön und Komplex"-DACED & CONFUSED FAZIT: Ich habe dieses Buch zum Glück aus der Bücherei ausgeliehen, denn wenn ich es getauscht oder gekauft hätte, dann hätte ich mich sehr darüber geärgert. Ich habe nur den ersten Kapitel gelesen und ein bisschen durchgeblättert und konnte nur denken, was für ein zusammengewürfelter Mist. Absolut unspannend, unlogisch, lästig und Grotesk kam mir diese Story vor und ich muss auch sagen, nach dem ersten Kapitel wurde mir sogar übel, dass ist mir bei einem Buch auch noch nie passiert. Mir fehlen die Worte, um dieses Buch irgendwie noch beschreiben zu können, doch ich denke ich habe genug gesagt. Ich würde es niemandem weiterempfehlen!!!!!

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  • Rezension zu "Nachts werden wir erwachsen" von Ben Brooks

    Nachts werden wir erwachsen
    Lesegenuss

    Lesegenuss

    17. May 2012 um 10:41

    Der 1992 geborene Autor Ben Brooks hat mit „Nachts werden wir erwachsen“ sein inzwischen viertes Buch veröffentlicht, wobei dies sein erstes in deutscher Übersetzung ist. „Grow Up“, der englische Titel erschien 2011, wobei man hier doch sehr erstaunt ist über das junge Alter. Und darum geht es auch in „Nachts werden wir erwachsen“, sei es die Sprache der Jugend, ihre Perspektiven, das Miteinander, das Leben sowieso. Die Welt des Internet, der social networks, emotionslos, ertragener Schulunterricht, Partys, Drugs, Sex. „Nachts werden wir erwachsen“ ist ein Roman, entweder findet man sofort den Zugang zur Handlung, oder gibt dem Buch eine zweite Chance, es zu lesen. In Anbetracht und Blick auf die Jugend von heute, die nicht allgemein alle über einen Kamm geschert werden dürfen, zeigt uns der Protagonist Jasper, wie sich sein derzeitiges Leben gestaltet. „Es ist Dienstagnachmitag … Es ist 7:09 Uhr …“ Es scheint eine Art Tagebuch zu sein, eine Aufzeichnung aus dem Leben, Punkt, Komma, … Es geschieht dies, dann wiederum das, im Endeffekt ohne jegliche besonderen Ereignisse, keine großartigen Höhepunkte. Selbstzerstörung zieht sich ebenfalls durch die Handlung, die dargestellte von mir so empfundene Angst der Jugendlichen, dann wiederum kühl und nüchtern, irgendwie kalt, ohne Empfindungen, emotionslos. Entspricht es tatsächlich der Jugend von heute, so wie Ben Brooks sie in „Nachts werden wir erwachsen“ darstellt? In vielen Dingen sicherlich, denn die Unsicherheit und Angst vor der Zukunft, ihren Perspektiven überspielen die Charaktere im Buch. Fazit: „Nachts werden wir erwachsen“ ist sicherlich nicht jedermanns Lektüre. Persönlich habe ich dem Buch nach Leseabbruch eine zweite Chance gegeben und versucht, es nicht aus meiner Sichtweise zu lesen. So komme ich zu dem Ergebnis, dass das Buch keine Leselektüre für jeden ist, aber nach eingehender Betrachtung sollte man nicht daran vorbeigehen, denn die Kritiken auf dem Buchrücken sprechen für das Buch. Buchrücken: „Erzählt auf brillante, wahnsinnig komische Weise von der Jugend im 21. Jahrhundert.“ THE TIMES „Wunderschön und komplex.“ DAZED & CONFUSED

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  • Rezension zu "Nachts werden wir erwachsen" von Ben Brooks

    Nachts werden wir erwachsen
    Fantasie_und_Träumerei

    Fantasie_und_Träumerei

    13. May 2012 um 17:11

    „Wenn etwas super gelaufen ist, heißt das, ich hatte Sex, war betrunken und habe von einer Droge so viel genommen, dass alle Wirkungen auftraten, die ich in Sozialkunde gelernt habe.“ Soweit läuft alles super in Jaspers 17-jährigem Leben. Wären da nicht all die To-do-Listen von seiner Mutter, die seine Tagesabläufe perfektionieren sollen, der mysteriöse Selbstmord einer Mitschülerin und der One-Night-Stand mit der pummeligen abby Hall, der äußerst unangenehme Folgen hat ... Jasper schwebt ständig zwischen Luftleere und Sinnsuche. Übertrieben clever – ja. Unverschämt – ja. Spaß – immer. ZUM AUTOR: (Quelle: Berlin Verlag) Ben Brooks, geboren 1992, lebt in London. „Nachts werden wir erwachsen“ ist sein vierter Roman, und der erste, der auf Deutsch erscheint. EIGENE MEINUNG: Ich weiß gar nicht so genau, wo ich anfangen soll, so kontrovers sind meine Gedanken zu „Nachts werden wir erwachsen“, dem schon vierten Roman eines noch sehr jungen Autors, der es versteht zu polarisieren. Kommen wir zunächst einmal zum positiven: Die Schreibe des Autors. Ausgereift, abwechslungsreich und authentisch, ohne dabei „zu jugendlich“ zu wirken, schreibt Ben Brooks eine Geschichte über einen Teenager, der gerade dabei ist sein Leben zu verkorksen. Der Autor ist erst 3 Jahre älter als sein Protagonist Jasper und schon so was wie ein „alter Hase“ im Buchbusiness, denn dies ist bereits sein vierter Roman. Er versteht es seine Leser sowohl sprachlich, als auch inhaltlich zu schockieren. Gefesselt habe ich die ersten Seiten des Buches verschlungen. Dann jedoch habe ich begonnen mich zu fragen, worauf der Autor eigentlich hinaus will. Protagonist Jasper, - mir persönlich sehr unsympathisch -, tut nichts anderes in seinem Leben als zu saufen, Drogen zu nehmen, an Sex zu denken und andere zu verarschen. Allen voran Keith, den Lebensgefährten seiner Mutter, den er eigentlich für einen Mörder hält. Das alles sieht er als eine Art Selbstversuch für seinen Roman, der so was wie ein Porträt seines jugendlichen Lebens werden soll. Selbstverständlich trägt der Protagonist einen anderen Namen und die Geschichte soll eigentlich auch fiktiv wirken, wird jedoch sehr viel authentischer, wenn Jasper und seine Hauptfigur Erlebnisse teilen. „Erzählt auf brillante, wahnsinnig komische Weise von der Jugend im 21. Jahrhundert“ so lautet ein Zitat der „The Times“, das man auf der Rückseite des Buches lesen kann. Was daran witzig sein soll, wenn ein Jugendlicher ständig Drogen nimmt, um Spaß haben zu können, Mädchen Drogen einflößt, damit sie mit ihm schlafen, weil er irgendwie ein Faible für Vergewaltigungsszenen hat oder ein Mädchen sich umbringt, weil ein Masturbationsvideo von ihr im Internet kursiert, das weiß ich nicht so genau. Vielleicht habe ich den tieferen Sinn der Geschichte nicht verstanden, aber wenn das unsere heutige Jugend sein soll, auf diese Weise Trieb gesteuert, Menschen verachtend und gelangweilt, dann Gute Nacht Marie. Ich bin mir auch nicht sicher, ob Jugendliche Bücher lesen sollten, die Taten wie die der Hauptfiguren in „Nachts werden wir erwachsen“ doch irgendwie verherrlichen. Wenigstens empfindet Jasper noch Mitgefühl für seine beste Freundin Tenaya, die sich durch Schnitte in ihre Arme selbst verletzt, und die einzig sympathische Figur in diesem Roman ist. Der Rest der Jungs ist einfach nur nervig und irgendwann hab ich Wörter wie „Fotze“ oder „Hoden“ dann auch oft genug gelesen. Was ich dennoch positiv anrechnen muss ist, wie Ben Brooks ironisch kritisch im Buch einfließen lässt wie einfach es ist für Jugendliche an Drogen oder Alkohol zu konsumieren. Ganz zu schweigen von Pornografie, die durch Internet für jeden frei zugänglich ist. FAZIT: „Nachts werden wir erwachsen“ ist das Buch eines jungen Autors, der durch eine gute Schreibe zu begeistern weiß und mit dem Inhalt seines Romans definitiv polarisiert. Die Geschichte an sich, in der junge Menschen kaum Achtung voreinander haben und ihre Zeit hauptsächlich mit Drogen, Alkohol und sexuellen Gelüsten verbringt, hat mich jedoch eher abgeschreckt als angezogen und ich hoffe, dass die Aussage, dass Brooks mit seinem Roman die Jugend des 21. Jahrhunderts porträtiert, übertrieben ist und nicht zu trifft.

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  • Rezension zu "Nachts werden wir erwachsen" von Ben Brooks

    Nachts werden wir erwachsen
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    02. March 2012 um 15:02

    Im socielnet- und Lebenstaumel Jasper hat es einerseits nicht einfach und andererseits sehr. Nicht einfach, sich in seinem Leben emotional „vorkommen zu lassen“, dies ist zumindest der Anschein, den er erweckt. Einfach allerdings, da er sich fast völlig auf dieses sein „facebook – party – erlebnis – Leben“ konzentrieren kann. Gut gut, die Stunden mit der Therapeutin (er hat eine Katze getötet. Folgt man ihm, war es Erlösung, folgt man dem Bild der anderen war es zumindest jugendliche Quälerei) waren zunächst lästig, bis er herausbekommen hat, was die Frau hören will und wie er das zu formulieren hat, seitdem verstreichen auch diese Stunden im Geplätscher der Zeit. Zeit, die gefüllt ist mit „Sex and Drugs and Party“. Nebenbei noch mit ein wenig Schwärmen für die momentane Traumfrau, die leider ein wenig zu konservativ in der Haltung ist (zumindest für das Bild, das Jasper von 17jährigen Mädchen hat). Da hilft dann hier der heiße Chat im Internet. Für solche „Aktivitäten“ nutzt Jasper im Übrigen gern die Socken seines Stiefvaters, den er für einen Serienmörder hält (ohne zwingenden Beweis, natürlich). Umgeben von gleichaltrigen Maulhelden, nervtötenden Lehrern und überaus verständnisvollen, sprich meist nur mit sich beschäftigten, Eltern taumeln Jasper und die Seinen eher durch das, was sie Leben nennen (oder was sie an Leben zu finden hoffen), denn dass eine klare Linie der Entwicklung erkennbar wäre. Auch im Stil folgt Brooks eher einem solchen Taumeln, wie eine Aneinanderreihung von Tagebucheintragungen (und dann macht ich dies und dann passierte das und dann machte ich Tee und dann zog ich eine Line und dann, und dann, und dann), scheut auch den Blick auf die Partyleichen und blutrot verfärbte Körperteile nicht, ebenso, wie er lapidar und nebenbei und ohne großes Aufhebens den Sex immer wieder in die Mittelpunkt der Betrachtungen rückt. Sex, der eher klinisch stattfindet, ohne weitergehende Emotionen. Neben all diesen „Erlebnissen“ schält sich bei der Lektüre des Buches ein Hauptthema durchaus erschreckend heraus. Unbeteiligt sind sie, die Protagonisten des Buches. Ob sich auf einer Party jemand einen Finger abschneidet und beim Versuch, das Krankenhaus zu erreichen, die betrunkene Freundin im Graben landet (samt Opfer und Finger) und erst Stunden später sich jemand aufrafft, mal zu helfen. Ob die Clique von gut 20 jungen Leuten von zwei Schlägern angegriffen wird und keiner dem einen hilft, der sich im Schwitzkasten wiederfindet. Ob ein Mädchen auf der Schule Selbstmord begeht, da sie Opfer einer sexuellen Mobbing Attacke wurde, all dies und noch viel mehr streicht einfach so vorbei im Buch, bildet keine emotionalen Zäsuren, vor weniger Höhepunkte. So besteht die Kraft des Buches vor allem darin, den Blick auf eine rein egozentrische, der momentanen und spontanen Lust hingegeben und ansonsten emotional (fast) völlig leeren Jugend zu richten, die sicherlich nicht als unbedingt repräsentativ gelten muss, dennoch aber wohl durchaus nicht realitätsfern geschildert wird. Vor allem in jenen Momenten, die die Unsicherheit, die Angst, die Leere des eigenen Tuns doch durchblitzen lassen. Was die Lektüre erschwert ist der einerseits lapidare Tonfall, der einen durchaus hier und da den Faden verlieren lässt und zudem die doch in Teilen äußerst flachen Charaktere. Nur selten spürt man eine gewisse Entwicklung oder Differenzierung (eine enge Freundin Jaspers, Tenaya, bildet hier eine leichte Ausnahme, nicht nur, weil sie sich ritzt). Das Buch fließt und fließt vor sich hin, bildet leider zu wenige wirkliche Höhepunkte aus, was die innere Beteiligung des Lesers erschwert, zeigt aber schonungslos und in direkter Sprache eine Jugendwelt, die durch die Tage taumelt, die Zeit mit allem füllt, was irgendwie unterhaltsam scheint. Wo es aber darauf ankäme, sich abwendet oder einfach kneift. Nicht nur in äußern Situationen, vor allem eine innere Emotionslosigkeit scheint zumindest diese konkrete Gruppe von Jugendlichen zu kennzeichnen, die Brooks als Autor im Blick hatte. Eine Emotionslosigkeit aus Unsicherheit und Angst heraus, die es durchaus wert ist, auch durch dieses Buch, wahrgenommen zu werden.

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