Das Cover hat es mir angetan. Verwendet wurden die klassischen Farben für Thriller und Kriminalromane. Am unteren Rand befindet sich ein schmaler weißer Streifen, in den ganz viele rote Tropfen hinein laufen. Darüber befindet sich eine Art See, der ganz und gar nach blutigem Wasser aussieht. Am Ufer kann man in schwarz ein paar Bäume erkennen. Über der ganzen Szene hängen graue Wolken, die nach Unwetter aus sehen. Mir gefällt die Aufmachung des Covers sehr gut, allerdings ergibt sich aus dem Cover für mich keinerlei Zusammenhang mit dem Inhalt der Geschichte.
Dies ist eins der wenigen Bücher, bei denen das Cover sofort mit mir spricht, doch der Inhalt eher schwer zu lesen ist. Der Klappentext lässt hoffen auf einen spannenden Fall mit einem speziellen Ermittler, der irgendwie in den Fall selbst verwickelt ist. Streng genommen war genau das meine Erwartung und die Geschichte könnte auch dies erfüllen, wenn da nicht das große Aber wäre.
Der Kriminalhauptkommissar war mir von Anfang an unsympathisch. Er wird von allen nur Richter genannt und betitelt sich selbst als „Der Richter“. Ich musste da sofort an einen Sänger denken, der ähnlich in der dritten Person von sich spricht und ebenfalls ein sehr unsympathisches Auftreten an den Tag legt. Damit fanden der Kriminalfall und ich nur schwer zusammen. Immer wieder musste ich das Buch zur Seite legen, weil ich den Kommissar einfach nicht ertragen konnte. Sein Team war da schon etwas angenehmer. Vor allem die Ermittlerin Michaela Zielinsky hat ihre Sache gut gemacht und sorgte dafür, dass ich das Buch nicht entnervt zur Seite gelegt habe.
Der Schreibstil ist speziell. Die Fakten werden nüchtern und trocken aneinander gereiht. Die Sätze sind zum Teil sehr kurz und so ist der Lesefluss immer wieder ein wenig abgehakt. Wobei diese Form der Erzählung sehr gut zu dem skurrilen und bizarren Verhalten von Richter passt. Damit wird seine kauzige Gestalt gut unterstützt. Die Kapitel sind ähnlich wie die Sätze kurz gehalten. So konnte ich beim Lesen sehr gut kleine Pausen einlegen, um weiter den anstrengenden Ermittler ertragen zu können. Meine Neugierde hat am Ende gesiegt und ließ mich das Buch bis zum Schluss lesen. Das Ende ist schlüssig und lässt keine Fragen zurück.
Ich mag nur ungern eine Leseempfehlung für das Buch aussprechen. Durch den unsympathischen Richter kam bei mir einfach kein Lesefluss auf. Auch wenn das Thema und der Fall an sich super spannend sind, hat mich doch das durchtriebene Gebaren des Kriminalhauptkommissars einfach gestört.



