Ben Everding

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Rezension zu "Wir müssen die Mühle unseres Vaters verkaufen" von Ben Everding

Die Bedeutung der Mühle in der Literaturgeschichte
Alexfischervor 5 Jahren


Von Kafka über Goethe bis zu Brecht hat dieses Buch so einiges zu bieten. Die für verloren gehaltenen Stücke wurden nun vom Autor Ben Everding höchstpersönlich wieder ausgegraben. Er beweist mit dieser Sammlung nicht nur welch großen Einfluss die Bedeutung „der Mühle“ auf die Literaturgeschichte besitzt, sondern auch wie wunderbar witzig Frank Kafka, Karl Krass und Heinrich van Goethe sein können.
Everding schreibt auf unvergleichlich parodistische Art längst vergessene Geschichten über Kafkas Georg oder doch eher Gregor, der irgendwann einfach keine Lust mehr auf das Mühlen hat, einem schwäbelnden Rentner, der sich über die Vorteile von Freundschaft und Alkohol auslässt und eine bezaubernde Mühlenversion von Goethes hingedichteter Geschichte über den Teufel und die Liebe.
Jeder, der sich je mit Literaturklassikern beschäftigt hat und, ich wage zu behaupten, dass einige damit gequält wurden, wird dieses literarische Kunststück voller Belustigung verschlingen. Everding ahmt, als wäre es ein Kinderspiel, Handlungen und Schreibstile der ganz Großen nach und führt den Leser über den Sturm und Drang und Expressionismus bis zum epischen Theater einmal quer durch die Literaturgeschichte.
Glücklicherweise ist diese ironisch-literarische Darbietung aber nicht nur lesbar, sondern auch als Live-Aufnahme auf der beigelegten CD anzuhören.

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Rezension zu "Wir müssen die Mühle unseres Vaters verkaufen" von Ben Everding

Klassiker der Mühlenliteratur
carcarocarolinevor 5 Jahren

Bei „Wir müssen die Mühle unseres Vaters verkaufen“ handelt es sich um einen literarischen Kanon, der von Ben Everding höchstpersönlich zusammengetragen wurde. Das verbindende Element der gesammelten Texte ist die Mühle, welche scheinbar immer und immer wieder ihren Weg in die Werke großer Schriftsteller fand. Zu lesen sind Texte von Berühmtheiten wie Kafka, Brecht, Goethe oder sogar Hemingway und die Mühle wird abwechselnd als Metapher, Symbol oder als Existenzberechtigung benutzt.

Steigt man ahnungslos in die Lektüre ein, so ist die Verwunderung nach ein paar Geschichten aus dem Buch groß, dass es doch tatsächlich so viele Texte zum Thema Mühle gibt. Achtet man allerdings irgendwann auf die kompletten Namen der Autoren, so verwandelt sich die Verwunderung schnell in Belustigung. Zugegeben, der aufmerksame Leser stutzt vielleicht schon nach der ersten Geschichte von einem gewissen „Frank“ Kafka, doch ändert diese Erkenntnis nichts am Vergnügen, welches man beim Lesen der Geschichten hat.

Everding imitiert nach Lust und Laune mal die Charaktere, mal die Handlung, mal den Schreibstil der literarischen Klassiker. Eine Grenze zwischen Parodie und Hommage kann dabei nicht gezogen werden, da meistens genau die übertriebenen Stellen und Stile das Markenzeichen für die entsprechenden Autoren waren und diese in den Texten die größten Lacher bringen. Everding trifft punktgenau jede Eigenheit der Autoren, was zum einen zeigt, wie banal und wiederkehrend manche Stilmittel sind und zum andern, was für ein Multitalent Ben Everding selbst ist.

Besonders empfehlenswert ist außerdem die beiliegende CD mit dem kompletten Bühnenprogramm von „Wir müssen die Mühle unseres Vaters verkaufen“. Everding beherrscht nicht nur die verschiedenen Schreibstile, seine teilweise live eingespielten Interpretationen der Texte übertreffen die Komik der Geschichten sogar noch. Sehr hoher Unterhaltungsfaktor!

Literarisch betrachtet ist das Buch ein Pastiche; ein Werk also, das ganz offenkundig einen oder auch mehrere Autoren nachahmt. In der trockenen Theorie hat das viel mit Intertextualität, Parodie oder Hommage zu tun. In der Praxis, und im Fall von „Wir müssen die Mühle unseres Vaters verkaufen“, hat das vor allem mit grandioser Unterhaltung und einem Geniestreich zu tun.

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