Ben Fountain Kurze Begegnungen mit Che Guevara

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Inhaltsangabe zu „Kurze Begegnungen mit Che Guevara“ von Ben Fountain

Fountain führt den Leser an Orte, wo kein Tourist sich hinwagen würde. Seine amerikanischen Landsleute hat es dorthin verschlagen, um zu arbeiten oder um Gutes zu tun. Ein Ornithologe versucht trotz Geiselhaft durch kolumbianische Freiheitskämpfer eine seltene Vogelart zu retten; ein Entwicklungshelfer bemüht sich, Frauen oder auch kostbares Kulturgut vor dem Untergang zu bewahren; die Gattin eines Special-Forces-Offiziers besiegt eine haitianische Voodoo-Göttin, mit der ihr Mann eine nicht eindeutig spirituelle Beziehung unterhält. Verwegene Abenteuer in einem Mix aus Tragik, Gefahr, Aufruhr und Hoffnung, der so charakteristisch ist für Länder im Umbruch. Provozierend und scharfsinnig porträtiert Fountain seine Helden und Heldinnen, niemals lässt er sie im Stich, sondern spannt ihnen bei ihren existenziellen Drahtseilakten ein Netz aus Humor und Freundlichkeit auf.

http://novelero.de/kurze-begegnungen-mit-che-guevara/

— sandro_abbate

Großartige Erzählunen - lest sie!!

— Bri

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    Kurze Begegnungen mit Che Guevara

    Bri

    Um dem eigenen Leben eine Richtung zu geben, gehen viele Menschen weit. Weit im Sinne von Entfernung und weit im Sinne von bis über ihre eigenen Grenzen hinaus. Da ist der ehemalige Golfpro, der sich in Myanmar plötzlich in der Rolle des Golflehrers für Militärgrößen wiederfindet oder der Soldat, der seiner Frau nach einem Einsatz in Haiti von Voodoo-Ritualen mit wunderschönen Göttinnen erzählt, denen er weiter huldigen muss. Oder die Amerikanerin, die in Sierra Leone versucht, die Welt ein bisschen besser zu machen. Die Liste, die Ben Fountain in seinen großartigen Erzählungen über Menschen, die sich dorthin begeben, wohin man normalerweise nicht freiwillig geht, erstellt ist natürlich noch länger, doch soll sie hier nicht komplett wiedergegeben werden. Geschichten, die sich an Orten ereignen, die sich im Ausnahmezustand befinden und zwar so richtig. Korruption, Militärherrschafft, revolutionäre Zustände bilden den Rahmen für Fountains Hauptfiguren. Wie erhält man sich unter solchen Umständen den ungetrübten Blick, den klaren Verstand? Oder ist das gar nicht möglich? Kann man als neutraler Beobachter oder verantwortlicher Angestellter einer sogenannten Nichtregierungsorganisation tatsächlich objektiv bleiben? Offensichtlich nicht. Denn die Menschen, denen man helfen möchte, leiden unter den herrschenden miserablen Lebensumständen, die sie nicht zu verantworten haben. Um nicht allzu tief in den Strudel zu geraten, gibt es Strategien der Vermeidung, wie zum Beispiel, nicht so genaues Hinterfragen der Ereignisse oder auch der eigenen Taten. Manchmal auch verrücktes Verhalten - im positiven Sinn. Ben Fountain schöpft in seinen Erzählungen aus dem Vollem. Dadurch entstehen Geschichten, die in sich so vielschichtig sind wie Romane. Romane in Kurzform. Die Atmosphäre, die er dabei erschafft wird, im Klappentext vollkommen zurecht mit der Kunst eines Graham Greene verglichen. Während man von einer Geschichte in die andere gleitet, reist man ebenso leicht mit den Protagonisten durch die Welt. Und das im Gegensatz zu ihnen völlig gefahrlos - aber nicht, ohne belustigt, tief beeindruckt oder auch erschüttert zurück zu bleiben. Bemerkenswert sind vor allem die Leichtigkeit und der Witz, die in einigen der Erzählungen aufblitzen. Sie mildern bittere Wahrheiten, die dennoch nicht verschwiegen werden ab. Und das ist wahrlich eine Kunst. Die Titel gebende Erzählung Kurze Begegnungen mit Che Guevara wirkt äußerst authentisch, vielleicht sogar autobiographisch, und zeigt die Verbindung der einzelnen Erzählungen über die Reisen in krisengeschüttelte Gebiete. Immer haben die Geschichten auch mit Obrigkeiten zu tun. Wie man sich mit Ihnen arrangiert, sie (aus)nutzt oder außen vorlässt. Die letzte Erzählung Fantasie für elf Finger allerdings bildet eine Ausnahme - wie sie zu den anderen Geschichten steht ist mir noch nicht so ganz klar. Eines jedoch ist mehr als glasklar: Was Fountain hier abgeliefert hat, ist nicht nur gut, es ist brillant, umwerfend, zieht einen in eine komplett andere Zeit und lässt so schnell nicht wieder los. Sicherlich auch wegen der durchweg sehr guten Übersetzungsleistung. Alleine diese Geschichte wäre es wert, das Buch zu erstehen, wären die anderen Erzählungen nicht fast ebenso grandios. Eigentlich bleibt hier nur eines: Ab in die Buchhandlung und zusammen mit Ben Fountain auf Weltreise.

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