Ben Goldacre

 4.4 Sterne bei 16 Bewertungen
Autor von Die Wissenschaftslüge, Die Pharma-Lüge und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Ben Goldacre

Die Wissenschaftslüge

Die Wissenschaftslüge

 (9)
Erschienen am 01.02.2010
Die Pharma-Lüge

Die Pharma-Lüge

 (2)
Erschienen am 15.08.2013
Bad Science

Bad Science

 (2)
Erschienen am 12.10.2010
Bad Pharma

Bad Pharma

 (1)
Erschienen am 08.01.2013
Bad Science Paperback

Bad Science Paperback

 (0)
Erschienen am 01.01.2009
Bad Science

Bad Science

 (1)
Erschienen am 04.01.2012

Neue Rezensionen zu Ben Goldacre

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M

Rezension zu "Die Pharma-Lüge" von Ben Goldacre

Eine ungeschminkte Betrachtung
michael_lehmann-papevor 5 Jahren


 

„Trotz der vielen Reformen im Gesundheitssektor: Es ist alles im Kern, wie es immer war, auch wenn man uns weismachen will, dass die Missstände überwunden und Geschichte sind.“

 

Missstände, die Ben Goldacre zum Thema seines Buches macht, allerdings nicht einfach in polemischer Form und nicht mit der Absicht, die Pharmaindustrie „auszutilgen“. Eher kann man Goldacre als einen konstruktiven Kritiker betrachten, der die Pharmaindustrie gerne in guter Weise an der Seite der Menschen wüsste (ohne dass dabei kein Geld mehr verdient werden würde, dieses unternehmerische Ziel behält Goldacre durchaus mit im Blick).

 

Aber, so könnte man sagen, nicht auf dem gängigen Weg, der sich in weiten Teilen nicht vor den Augen der Menschen abspielt und sich, wenn überhaupt ein Statement zu erhaschen ist, hinter komplexer Sprache und für Laien unverständliche Erläuterungen verbirgt.

 

Hier hat das Buch eine seiner großen Stärken. Goldacre als Mediziner versteht es, in sehr verständlicher Form, dem Leser vor Augen zu führen, dass es der und in der Pharmaindustrie reinweg ums Geschäft geht. Das Wohl der Menschen, der Patienten spielt da nur eine Nebenrolle. Neue Medikamente, neue „Goldgruben“, das alles unterstützt durch wohlklingende Forschungsergebnisse, vielfach Lüge, wie Goldacre sorgfältig recherchiert und in vielen seiner Darstellungen nachprüfbar darlegt.

 

Das alles unter der Prämisse Goldacres, „dass eine bessere Medizin erreicht werden kann – wenn wir nur wollen“. Und damit den Duktus seines Buches bereits vorgibt. Dass nämlich eine „gute Medizin“ durch die aktuelle Form der Arbeit und des Verhaltens der Pharmaindustrie nicht gegeben ist. Und das nicht nur in Ausnahmen nicht, sondern fast als „Geschäftsmodell“, wie Goldacre nicht müde wird, an vielfachen Beispielen zu belegen.

 

„Warum zwingen uns einerseits die Gesetze, uns anzuschnallen, nicht passiv zu rauchen ......... und warum kümmern sie sich andererseits so wenig um unsere Sicherheit, wenn wir Medikamente einnehmen“? Hinter dieser Frage verbirgt sich der eigentliche Adressat Goldacres (neben dem „normalen“ Bürger und Leser). Gesetzliche Regelungen sind es, die er vermisst und die der Pharmaindustrie weitgehend freie Hand lassen für ihr „schmutziges Spiel“ mit der Gesundheit im Dienste der Rendite.

 

Ärzte beeinflussen, Studien manipulieren, den Nutzen übertreiben, Nebenwirkungen glattweg verschweigen oder mit einer passenden Studie „aus dem Weg räumen“, dieses System der Pharmaindustrie prangert Goldacre an und führt auf den knapp 450 Seiten des Buches mannigfaltige, konkrete Beispiele auf, aus denen er die zu Grunde legende Linie und Haltung ableitet und beschreibt. Wobei Goldacre ebenso den Finger in die Wunde der Rendite legt und durchaus auch Verständnis (nicht für die Handlungen, aber die Haltung) bekundet. Da Pharmaunternehmen keine karitativen Einrichtungen sind, sondern in der Mehrzahl Aktiengesellschaften, wird die einseitig rein wirtschaftliche Ausrichtung verständlich (wenn auch nicht in ihren Folgen tolerierbar). Nur ein klarer, gesetzlicher Rahmen bietet hier in den Augen Goldacres einen „Weg aus der Krise“. Vor allem eine Trennung von Pharmaindustrie und Studienbeauftragung. Es kann ja nicht sein, dass die Durchführung von Studien just von jenen Firmen verantwortlich durchgeführt wird, die ein hohes wirtschaftliches Interesse an Ergebnissen der Studien in eine ihnen genehme Richtung haben.

 

Insgesamt ein aufrüttelndes, sehr fachkundiges und klares Buch, das ein wichtiger Schritt hin zum mündigen Bürger gegenüber der Pharmaindustrie darstellt. Es bleibt zu hoffen, dass dieses Buch nicht, wie so viele andere, nur kurzfristig wirkt, sondern gerade an verantwortlichen politischen Stellen Lehren aus dieser überzeugenden Darstellung gezogen werden.

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Rezension zu "Die Wissenschaftslüge" von Ben Goldacre

Rezension zu "Die Wissenschaftslüge" von Ben Goldacre
sabatayn76vor 7 Jahren

Post hoc ergo propter hoc

Inhalt:
Ben Goldacre - Arzt, Medizinjournalist und praktizierender Psychiater - hat ein Buch über schlechte und zweifelhafte Wissenschaft geschrieben, in der er Themen wie Brain Gym, Homöopathie, die Versprechen der Kosmetikindustrie, Placebos, Ernährungsberatung, Antioxidantien und Schulmedizin aufgreift. Dabei bietet er viele Einblicke in den Wissenschaftsalltag, in die Art und Weise des Publizierens sowie in Statistik und in methodologische Ansätze.

Mein Eindruck:
Ich arbeite selbst im Bereich der Forschung und Naturwissenschaften und habe an Goldacres Buch großen Gefallen gefunden, denn ihm gelingt es, den Leser zu unterhalten, ihn häufig zum Lachen zu bringen und ihm dennoch Wissen zu vermitteln.

Goldacres Ausführungen sind fundiert, seine Argumente stichhaltig, seine Beschreibungen auch für Laien leicht verständlich. Wer sich noch gar nicht mit wissenschaftlichen Methoden und den oben erwähnten Themen auseinander gesetzt hat, wird hier viel lernen, Zusammenhänge verstehen und in Zukunft in der Lage sein, gute von schlechter Forschung zu unterscheiden. Doch auch, wenn man sich bereits intensiver mit Homöopathie, alternativen Heilmethoden etc. beschäftigt hat, wird man hier viel Lesens- und Wissenswertes entdecken.

Mein Resümee:
Psychologisch, statistisch-methodisch und wissenschaftlich fundiert. Und nebenbei amüsant und unterhaltsam zu lesen. Empfehlenswert!

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Rezension zu "Die Wissenschaftslüge" von Ben Goldacre

Rezension zu "Die Wissenschaftslüge" von Ben Goldacre
Ein LovelyBooks-Nutzervor 8 Jahren

Die Wissenschaftslüge von Ben Goldacre. Er ist Arzt, Medizinjournalist und praktiziert außerdem als Psychiater.
In diesem Buch beschreibt Hr. Goldacre die Praktiken von Pseudo-Geisteswissenschaften. Von komischen „Gymnastikübungen“ (wie z.B. Brain Gym – Kapitel 2, bei dem durch gezielte Übungen die geistige Leistungsfähigkeit von Schülern erhöht werden sollte, durch aktivieren von ?Hirnknöpfen?) , bis zur Homöopathie, die durch Verdünnung einer Substanz um den Faktor 10 hoch 60 (das muss man sich mal vorstellen) eine Wirkung verspricht. Das habe ich besonders interessant gefunden und gleich mal ein Ideenexperiment durchgeführt. Ist es möglich sich einen homöopathischen Fetzen (Fetzen = österreichisch für Vollrausch) anzutrinken? Das hätte den Vorteil, dass ich, quasi zum Schein betrunken wäre und mir keine Sorgen um Polizeikontrollen machen müsste.
Weiters wird die wissenschaftliche Methode erklärt; die Pharmaindustrie beleuchtet (hier ist zu erwähnen, dass sich die Kosten ein Arzneimittel auf den Markt zu bringen, insgesamt auf ca. 500 Mio. Dollar belaufen, unethisches Verhalten nicht auszuschließen); der Placeboeffekt wird erklärt; der Journalismus/Medien unter die Lupe genommen…
Ein Krankheitsbild hat eine physiologische und eine psychologische Komponente. Mir scheint es, dass die ganzen Wunderheil-Hexenmeister den psychologischen Teil eben auf deren alternativen Heilmethoden übertragen. Der Vorteil bei den komplementären Heilmethoden ist der, dass man sich die Kosten der wissenschaftlichen Überprüfung spart. Esoterische Quacksalber ersparen sich das und machen richtig viel Kohle.
Ein tolles Buch für Laien, wie ich einer bin, die nicht bereit sind jeden Quatsch zu schlucken, der uns in der Werbung dargeboten wird.

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