Ben Lerner

 3,6 Sterne bei 69 Bewertungen
Autor von Die Topeka Schule, 22:04 und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Ben Lerner

Ben Lerner wurde 1979 in Topeka, Kansas, geboren. Als Schüler war er US-Meister im Debattieren. Lerner ist der Autor von zwei international gefeierten Romanen – Abschied von Atocha und 22:04 –, drei Gedichtbänden, dem Essay Warum hassen wir die Lyrik sowie verschiedenen kollaborativen Arbeiten, u. a. zusammen mit Thomas Demand und Alexander Kluge. Lerner hat zahlreiche Preise und Auszeichnungen erhalten, u. a. das Guggenheim Fellowship und das MacArthur Fellowship. Er ist Professor für Literatur am Brooklyn College und lebt mit seiner Frau und den beiden kleinen Töchtern in New York City.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

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Neu erschienen am 18.04.2021 als Hardcover bei Suhrkamp.
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Warum hassen wir die Lyrik?

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Alle Bücher von Ben Lerner

Cover des Buches Die Topeka Schule (ISBN: 9783518471814)

Die Topeka Schule

 (63)
Erscheint am 21.11.2021
Cover des Buches 22:04 (ISBN: 9783498039431)

22:04

 (2)
Erschienen am 22.01.2016
Cover des Buches Abschied von Atocha (ISBN: 9783499269196)

Abschied von Atocha

 (1)
Erschienen am 27.02.2015
Cover des Buches No Art (ISBN: 9783518429914)

No Art

 (0)
Erschienen am 18.04.2021
Cover des Buches Warum hassen wir die Lyrik? (ISBN: 9783518127681)

Warum hassen wir die Lyrik?

 (0)
Erschienen am 18.04.2021
Cover des Buches Warum hassen wir die Lyrik? (ISBN: 9783644054813)

Warum hassen wir die Lyrik?

 (0)
Erschienen am 13.05.2016
Cover des Buches 10:04 (ISBN: 9781847088932)

10:04

 (1)
Erschienen am 02.07.2015

Neue Rezensionen zu Ben Lerner

Cover des Buches Die Topeka Schule (ISBN: 9783518429495)W

Rezension zu "Die Topeka Schule" von Ben Lerner

Sprachliche Meisterleistung
wortzaubervor 2 Monaten

Ganz große Belletristik!


Ben Lerner erzählt eine Familiengeschichte und malt mit ihr ein Sittengemälde der USA der 90er. Der Blickwinkel liegt auf Adam, aus dessen Perspektive die Geschichte erzählt wird. Aber auch auf der seiner beiden Eltern. Adam Gordon besucht die Highschool in den USA. Er ist Sohn eines Psychologenpaars. Seine große Leidenschaft ist das Debattieren und die Lyrik. Ihn zieht dir die Aufgabe an, möglichst viele Argumente sprachen kompakt in der möglichst kürzesten Zeit im Rahmen der Highschool Debatte vorzutragen. Die Geschichte setzt sich aus einer Aneinanderreihung von Perspektivwechseln geprägten Bruchstücke, die als Gleichung für die Sprache stehen.


Sprachlich eine Meisterleistung. Ein forderndes aber auch sehr belohnendes Buch. Die Übersetzung aus dem englischen ist äußerst gelungen.

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Cover des Buches Die Topeka Schule (ISBN: 9783518429495)ulrikerabes avatar

Rezension zu "Die Topeka Schule" von Ben Lerner

Faden verloren?
ulrikerabevor 3 Monaten

Eine gut situierte Familie im amerikanischen Mittleren Westen. Die Geschichte beginnt in der Mitte der 90er Jahre. Die Eltern, Jonathan und Jane Gordon, sind beide in einer psychiatrischen Einrichtung tätig. Adam, der Sohn ist ein cooler Typ mit einem begnadeten Talent für Rhetorik. Als sich Adam mit Darren anfreundet, ohne zu wissen, dass dieser ein Patient seines Vaters ist, hat dies tragische Folgen.

Ben Lerners Roman Die Topeka Schule ist ein höchst komplexer Roman, der um einige wichtige Themen kreist und einiges an Gesellschaftskritik in sich birgt. Die vordergründig privilegierte Familie leidet an einer komplizierten Familiengeschichte. Jane, die auch als Autorin eines feministischen Buches reüssiert, versucht den Missbrauch durch den Vater zu bewältigen. Ihr Mann Jonathan begeht Ehebruch und der talentierte Redner Adam versinkt in Sprachlosigkeit. Dieser Familie gegenübersteht Darren, der gemobbte Außenseiter mit kognitiven Defiziten.

Der Autor gibt den Gordons in unterschiedlicher Perspektive eine Stimme. Für Adam steht eine Erzählstimme in der dritten Person zur Verfügung, die Eltern erzählen jeweils aus der Ich-Haltung, sprechen Adam oft direkt an. In kursiv geschriebenen Einschüben erfahren wir von Darren. Nicht nur am Cover des Buches steht bedrohlich ein Unwetter bevor. 

„...aber er war geradezu besessen von Tornados und sagte, er würde seine Kraft dazu verwenden, einen Tornado zu machen…“

Es fiel mir überhaupt nicht leicht diesem Buch zu folgen. Ich kann gar nicht sagen, dass ich den „Faden verloren“ hätte, denn es gibt keinen richtigen roten Faden, keinen chronologischen Handlungsverlauf. Oft gibt es mitten in einem Absatz einen gedanklichen Vorgriff auf Geschehnisse, die da kommen werden.

„Wir kreisten über JFK und warteten auf die Landeerlaubnis; die Verzögerung war wetterbedingt; wir befanden uns in den Ausläufern eines Unwetters, in starken Turbulenzen.“

So wie die kreisenden Flugzeuge ziehen die Gedanken Schleife um Schleife dahin, oft ohne für mich erkennbaren Zusammenhang. Thematisch war da sehr viel drinnen, aber die Macht der Sprache – um die es in diesem Buch auch sehr stark ging - war hier leider nicht mit mir.

Kommentare: 18
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Cover des Buches Die Topeka Schule (ISBN: 9783518429495)mapefues avatar

Rezension zu "Die Topeka Schule" von Ben Lerner

Geschichte einer Familie um die Jahrtausendwende, in Kansas.
mapefuevor 6 Monaten

Geschichte einer Familie um die Jahrtausendwende, in Kansas.

Der Autor Ben Lerner, geboren in Topeka, Kansas, war wie sein Hauptprotagonist Adam Gordon Mitglied eines Debattierteams an der Topeka High-School. Bei diesen Schülerdebatten geht es um das Zerpflücken der Argumente des gegnerischen Teams, ins Finale zu kommen und natürlich zu siegen. Wer am besten Schnellsen (schnell lesen) und am schnellsten Sprechen kann hat die besten Chancen. Rhetorik als Statussymbol.

Adams Eltern, Mutter Jane und Vater Jonathan sind beide in einer psychiatrischen Einrichtung tätig. Für Lerner eignet sich dieses Umfeld am besten zu Analyse der tiefen Spaltung der amerikanischen Gesellschaft: Eine Krise der Rhetorik und eine Krise der Männlichkeit.

Wenn auch nicht immer leicht zu lesen und das Weiterlesen einige Überwindung kostet, kann man nachvollziehen, dass Lerners Roman wahre Begeisterungsstürme ausgelöst hat. Textpassage wie diese entschädigen für manche Konfusion: „Das Gegenteil einer trivialen Wahrheit ist einfach falsch. Das Gegenteil einer großen Wahrheit ist auch wahr. Es ist entweder August, oder es ist nicht August. Leben ist Schmerz, das ist wahr; je profunder die Aussage, desto umkehrbarer.“

Den roten Faden verliert man manchmal und es schwierig ist der Handlung zu folgen, wechseln die Kapitel nicht chronologisch und man weiß gar nicht, worum es wirklich geht. Die sehr dichte Schreibweise erfordert ein sehr konzentriertes Lesen.

Lerner schreibt diese Familiengeschichte nicht für die vernachlässigte weiße Schicht US-Amerikaner, die sich nicht auf dieses Debattierniveau schwingen kann oder will, sondern für die intellektuelle Literaturelite Amerikas.

Das Umschlagfoto am Cover kommt von The Wichita Eagle, der größten Tageszeitung aus Wichita, Kansas und zeigt den Hesston Tornado von 13. März 1990, knappe 60 km nördlich von Wichita Tornado. Die Stärke des Hesston Tornado wurde mit F5 auf der 12teiligen Fujita-Skala bewertet.

Mit Lerner habe ich das fiktiven Lerner Airfield auf der South Base des ehemaligen Militärgeländes Wendover Airfield, Utah als Drehort aus „Con Air” assoziiert. 

 

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