»Der Morgen bricht an, aber etwas fühlt sich falsch an.«
Alles, was man beim ersten Satz nicht machen sollte, macht der Autor und senkt damit auf der ersten Seite meine Erwartungen.
Am Anfang ist alles still und ruhig. Die Brüder werden von der Stille irritiert. Ihnen wird der Stromausfall klar und nach einem Blick aus dem Fenster, sehen sie eine ruhige Straße vor sich mit einem Mann, der die Straße hinunterhumpelt, und die Brüder sind sich sofort einig: Die Welt steht kurz vor dem Zusammenbruch. Keine Ahnung, wie sie draufkommen. Das erklärt der Autor nicht, aber ich vermute, der Autor hat es seinen beiden Protagonisten das vorher verklickert.
Sobald die Brüder hinaustreten, brennt die Welt. Überall ist Chaos und die Leute ringen miteinander für Lebensmittel. Die beiden Brüder sind dabei genau für so eine Situation vorbereitet. Sie haben ihre Waffen, ihre Tasche und der Tank ihres Wagens ist auch voll. Auch wenn ich so eine Vorbereitung vorgetroffen hätte, ich wäre trotz allem überrascht oder überwältigt davon. Schlussendlich brennt die Welt. Stattdessen analysieren die beiden den Weltuntergang und ordnen gleich die Verrückten als Zombies ein. Ja, klar.
Stell dir vor, du siehst einen Wahnsinnigen auf der Straße, der jemanden attackiert und ihn beißt und ihm ein Stück vom Körper wegreißt. Würdest du gleich hinsehen und sagen: Eindeutig ein Zombie? Oder jemand beißt einer Person in den Hals und saugt an der Wunde. Würdest du gleich davon ausgehen, das wäre ein Vampir? Oder stellt dir vor, jemand gräbt eine Leiche aus, um ihn zu essen. Gehst du dann von einem Ghul aus? Bist du so blöd?
So eine Wahrheit wird einem nicht schlagartig klar. Man sortiert es nicht gleich in eine Gruppe und lebt damit. Nein, man geht zuerst davon aus, dass die Person eindeutig verrückt ist und man lieber die Polizei rufen sollte. Aber nicht diese Brüder. Die kennen das aus Dokumentarfilmen wie THE WALKING DEAD oder 28 DAYS LATER. Die wissen, was sie erwartet.
Also sei nicht so: Siehst du jemanden auf der Straße, der eine andere Person brutal absticht, könnte es sich durchaus um Bigfoot in Kleidern handeln oder einem Vampir, dem noch keine Zähne gewachsen sind.
Wenn man die beiden Idioten mal kurz ignoriert und sich nur auf das Buch konzentriert, dann merkt man gleich, dass das Buch keinen Spannungsbogen besitzt. Da passiert das Unsagbare und der Autor beschreibt es mit der Präzision eines Senilen, der versucht, einen laufenden Film zu beschreiben. Keine Atmosphäre, keine Stimmung, keine Bilder. Keine Leidenschaft und keine Begeisterung. Der Autor schreibt eindeutig mit dem Ziel, nebenbei etwas Kleingeld zu verdienen. Was für ein Schrott!



