Becks letzter Sommer

von Benedict Wells 
4,2 Sterne bei339 Bewertungen
Becks letzter Sommer
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (268):
Annina_Safrans avatar

Grandioses Buch, schneller Erzählstil, man mag es nicht weglegen!

Kritisch (12):
ichundelaines avatar

Nervige Charaktere, knödeliger Stil, mir erschließt sich der Wells-Hype nach diesem Buch nicht

Alle 339 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Becks letzter Sommer"

Beck ist nicht zu beneiden. Mit der Musikerkarriere wurde es nichts, sein sicherer Job als Lehrer ödet ihn an, und sein Liebesleben ist ein Desaster. Da entdeckt er in seiner Klasse ein unglaubliches Musikalent: Rauli Kantas aus Litauen. Als Manager des rätselhaften Jungen will er es noch mal wissen, doch er ahnt nicht, worauf er sich da einlässt. Ein tragikomischer Roman über verpasste Chancen und alte Träume, über die Liebe, Bob Dylan und einen Road Trip nach Istanbul. Ein magischer Sommer, in dem noch einmal alles möglich scheint.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783257240221
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:464 Seiten
Verlag:Diogenes
Erscheinungsdatum:24.11.2009
Das aktuelle Hörbuch ist am 26.08.2015 bei Diogenes Verlag AG erschienen.

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Rezensionen und Bewertungen

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    Steffi0703s avatar
    Steffi0703vor einem Jahr
    Tolle Charaktere und ein wahnsinnig schöner Schreibstil

    Inhalt: Der siebenunddreißigjährige Robert Beck ist von seinem Job als Deutsch- und Musiklehrer an einem Münchner Gymnasium mehr als angeödet. Eigentlich hat er von einer Musikerkarriere geträumt, die aber leider recht früh gescheitert ist. Doch dann entdeckt er in einer seiner Klassen ein unglaubliches Musiktalent: den siebzehnjährigen Litauer Rauli Kantas aus der 11b. Als sein Manager wagt er nochmal einen Versuch um seinen alten Traum zu verwirklichen. Doch das ist gar nicht so einfach, da auch andere Raulis Talent erkannt haben und um ihn werben. Zur gleichen Zeit bittet ihn sein einzig verbliebener Freund Charlie, ein siebenundzwanzigjähriger Deutschafrikaner mit Flugangst, mit ihm in seinem gelben VW zu seiner todkranken Mutter nach Istanbul zu fahren. Da sowieso gerade die Sommerferien begonnen haben und Beck die Reise gerade Recht kommt um vor seinen Liebesproblemen davonzulaufen, willigt er schließlich ein. Auch Rauli ist mit von der Partie, da er nochmal so richtig Spaß haben will, bevor der Ernst des Lebens losgeht. So beginnt ein turbulentes Abenteuer für die Drei.

    Meine Meinung: Wieder einmal war ich von Benedict Wells tiefgründigem, melancholischem und nachdenklichem Schreibstil beeindruckt. Dieses Buch ist das dritte, das ich von ihm gelesen habe und in allen drei Büchern habe ich mir so viele Textstellen markiert - einfach weil ich sie so schön und auf den Punkt getroffen fand, dass ich sie mir einprägen und immer mal wieder durchlesen möchte.
    Die Geschichte von Becks letztem Sommer, also dem Sommer, in dem er "das letzte Mal richtig gefühlt" hat, war turbulent und voller Abenteuer. Ein Sommer, in dem viel passiert ist und in dem Beck zu sich gefunden hat. Trotzdem muss ich zugeben, dass das Buch zwischenzeitlich ein paar Längen hatte und ich manchmal das Gefühl hatte, die Geschichte plätschert ein wenig vor sich hin. Es war zwar nie langweilig, aber dieses ultimative Fesselnde hat mir ein bisschen gefehlt.
    Die Charaktere haben mich aber allesamt überzeugt und vor allem den Protagonisten Beck mochte ich sehr, auch wenn er nicht gerade der Sympathischste ist. Gerade die Ecken und Kanten haben ihn für mich interessant und irgendwie auch echt gemacht. Aus Rauli wird man nicht recht schlau und er bleibt einem bis zum Schluss ein Rätsel, aber genau das macht seinen Reiz aus. Charlie, Becks hypochondrischer Freund, war ebenfalls ein Charakter mit vielen Eigenheiten, den ich aber auch absolut gern hatte.
    Wenn man den Klappentext liest, denkt man vielleicht, es handelt sich um eine locker-leichte Sommergeschichte, doch da täuscht man sich. Es gibt zwar viele lustige Textstellen, aber mindestens genauso viele tragische, tiefsinnige Momente, die einen etwas bedrückt zurücklassen. Mich hat das Buch auf jeden Fall sehr nachdenklich gestimmt und mir wieder bewusst gemacht, dass man nur dieses eine Leben hat und sich vielleicht auch mal etwas trauen sollte, auch wenn man nicht weiß, wie es ausgeht. 

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    Chiara92s avatar
    Chiara92vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Man will sich mit Beck ins Auto setzen und den Fahrtwind Richtung Irgendwo spüren! Bob Dylan fährt auch mit! :)
    Von vergangenen Träumen und neuen Chancen

    Beck ist mit mitte 30 dort angekommen, wo er eigentlich nie sein wollte. Festgefahren als Musiklehrer anstatt als Musiker durch die Welt zu touren. Der sonderliche Schüler scheint sein großes Los zu sein, das Ruder nochmal rumzureissen und zumindestens als Manager seine Träume zu verwirklichen.
    Dieses Buch sprüht nur so vor ehrlichem Witz, aufregenden Situationen und mitreißenden Gesprächen. Man will sich mit ins Auto setzen und den Fahrtwind Richtung Irgendwo spüren.

    Ganz toll: Jedes Kapitel beginnt mit einem Bob Dylan Song den man sich vorm Lesen unbedingt anhören sollte.

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    BellaBenders avatar
    BellaBendervor einem Jahr
    Kurzmeinung: Zynisch, scharfsinnig und wunderschön.
    Ein Roman über verpasste Chancen und die Ungerechtigkeit des Lebens

    "Becks letzter Sommer" ist für mich der schönste Roman über gescheiterte Lebenskonzepte und unerfüllte Träume. Ein zwar kaltschnäuziger, aber auf eigenartige Weise trotzdem sympathischer Protagonist quält sich nach dem Rauswurf aus seiner Band durch die eintönige Lehrerexistenz, bis er in seinem Schüler Rauli Kantas ein musikalisches Genie erkennt. Beck ist vierzig und hat sich schon fast aufgegeben, während Rauli noch alles vor sich hat. Geht es Beck wirklich um Förderung oder sieht er in seinem Schüler nur sich selbst? Und da wäre noch Lara – eine Frau, mit der er keine Zukunft hat. Doch gerade für sie entwickelt er aufrichtige Gefühle...

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    ErinaSchnabus avatar
    ErinaSchnabuvor 2 Jahren
    Becks letzter Sommer

    Benedict Wells – Ein junger Autor, der, laut Aussagen der Besprechungen, den Geist seiner Altersgenossen, seiner Generation widergibt, ein Schriftsteller, der es versteht, unterhaltsame Geschichten mit klugen Gedanken über das Leben zu verbinden.
    Deshalb musste ich mir einen „Wells“ anschaffen, um zu überprüfen, ob es stimmt. Schon bevor ich ihn las, verfiel ich ins Wells-Fieber. Ich kaufte mir „Spinner“, weil ich mir das Buch so sehr wünschte und „Becks letzter Sommer“, weil ich es für ca. 3 Euro als Mängelexemplar fand. Meine Erwartungen an ihn und seine Werke waren und sind sehr hoch. Nach „Becks letzter Sommer“ ist meine Begeisterung zumindest ein wenig abgeflaut.

    Inhalt
    Robert Beck ist Ende dreißig und Lehrer an einem Gymnasium für Deutsch und Musik. Er befindet sich in einer Midlife-Crisis und trauert seiner verpassten Musikkarriere nach und beneidet jeden um alles, so auch seinen besten deutschafrikanischen Freund, der zwar ein Hypochonder ist, aber regelmäßig Frauen abschleppt und Spaß am Leben hat.
    In einem Café lernt Beck die junge Kellnerin Lara kennen und beginnt eine Affäre mit ihr. Lara hat sich für ein Studium an einer Modeschule in Rom beworben, was Beck scheinbar nichts ausmacht: Er kann ohnehin nicht lange mit einer Frau zusammen sein und ist eher der Typ für lockere Verbindungen.
    Einer seiner Schüler, der jungenhafte Rauli Kantas aus Litauen, entpuppt sich als musikalisches Wunderkind und Beck nimmt sich seiner an, er will ihn als sein Manager groß herausbringen und beginnt, Songs für ihn zu schreiben. Beck organisiert eine Release-Party für Rauli, auf der er Becks geschriebene Songs spielt. Jedoch sind es nicht diese, die das Publikum begeistern, sondern seine eigenen komponierten Stücke, die er immer mal zwischendurch auf gelbe Notizzettel gekritzelt hat.
    Becks ehemaliger Bandkollege, der ihn damals schon aus der Band schmiss, bietet Rauli einen Musikvertrag bei Sony BMG an. Beck wäre damit jedoch als Manager raus und so verheimlicht er Rauli vorerst, dass ihm ein Vertrag bei einem Major-Label angeboten wurde.
    Charlie, der mittlerweile in eine Psychiatrie eingewiesen wurde, bricht aus dieser aus und will seine in der Türkei lebende Mutter besuchen. Beck und Rauli begleiten ihn und nehmen aufgrund Charlies Flugangst das Auto, mit dem sie durch Ungarn, Rumänien und Bulgarien bis nach Istanbul fahren. Erzählt wird diese Geschichte vom Schriftsteller Ben, der Becks ehemaliger Schüler ist und ihn für seinen Roman um Gespräche und Interviews bittet.

    Meinung
    Schon zu Beginn hatte ich das Gefühl, Bendict Wells hat ein Buch geschrieben, das verfilmt werden soll. Die Charaktere, der Handlungsablauf und die Dialoge weisen Klischees und Merkmale deutscher Filmästhetik auf, dass ich das Gefühl hatte, das Buch wurde zu einem Film geschrieben anstatt anders herum. Mittlerweile wurde der Roman auch verfilmt und ich kann mir sehr gut vorstellen, wie er denn ist.
    Beck ist an sich ein ziemlich unsympathischer Charakter. Ich hatte kaum Mitleid mit ihm und kein Verständnis für seine Situation, was vor allem an seiner Art und Weise liegt, wie er mit Problemen und Situationen umgeht. Jedoch muss ein Protagonist keineswegs gut sein, um den Roman gut zu finden.
    Besonders interessant fand ich aber Charlie und Rauli. Auch sie waren, wie viele andere Dinge in diesem Roman, Stereotype, wie man sie in modernen deutschen Kinofilmen finden würde, jedoch haben beide eine verschrobene Art an sich, die sie liebenswert macht, sodass man über die stereotypen Züge hinweg sehen kann. Stellenweise ist die Handlung vorhersehbar und an einigen Stellen unausgereift. Es passieren Dinge, die nicht weiter aufgeklärt werden, sondern im Raum stehen bleiben. Diese Geschehnisse haben aber keinen richtigen Sinn, stehen also nicht symbolartig für etwas, was für die Interpretation wichtig wäre. Warum zum Beispiel ist es wichtig zu erwähnen, dass Beck auf seine minderjährige Schülerin abfährt und sie im Laufe der Geschichte küsst? Es gibt aber noch weitere Fragen, die Wells in mir zurück ließ. Auch die Hinführung zum Abenteuer war etwas lang. Ich war der Meinung, dass der Roadmovie-Abschnitt den Kern der Geschichte ausmacht, sein Höhepunkt ist. Dieser Kern war jedoch sehr klein, im Vergleich zum Rest des Buches. Die Abschnitte schienen teilweise auch nicht logisch miteinander verknüpft. Es war keine steigende Handlung erkennbar, die zum Höhe- beziehungsweise Wendepunkt führt.
    Wells‘ Schreibstil ist klar, seine Sprache simpel aber nicht trivial. Er hat, meiner Meinung nach, ein besonderes Händchen dafür, tiefgründige Gedanken über das Leben, über den Menschen, über Sinn und Unsinn der Dinge zu Papier zu bringen. Das letzte Drittel des Romans weist einen solchen Tiefgang auf und hat mir daher besonders gut gefallen. Viele andere Dinge kamen mir jedoch so vor, als schreibe er von ihnen, obwohl er keine Ahnung davon hat. Man hat gespürt, dass Wells zum Zeitpunkt der Entstehung dieses Romans noch sehr jung war und eine Geschichte schrieb, in der er kaum eigene Lebenserfahrungen einfließen ließ oder lassen konnte. Etwas merkwürdig war auch die Erzählperspektive. Der Schriftsteller Ben erzählt die Geschichte von Beck und meldet sich manchmal in der Ich-Perspektive zu Wort. Jedoch relativ spät, was ziemlich überraschend kommt. Diesen Einschnitt fand ich ganz interessant. Jedoch fand ich es komisch, dass ein Ich-Erzähler die Geschichte von Beck in der auktorialen Erzählperspektive schreibt. Er kann nunmal nicht in ihn hinein sehen. Würde dieser Ich-Erzähler im Roman nicht existieren, wäre die auktoriale Erzählperspektive völlig okay, da der eigentliche Schriftsteller, hier Benedict Wells, ja beim Lesen in den Hintergrund tritt und somit unsichtbar ist. Ein Merkmal des auktorialen Erzählers ist, dass er allwissend ist, sich aber außerhalb der erzählten Wirklichkeit befindet. Hier ist dem nicht so. Der auktoriale Erzähler ist gleichzeitig eine Figur im Roman, wenn auch in der Rahmenhandlung, was auf mich nicht stimmig wirkte.

    Und ich frage mich, ob es nur mir aufgefallen ist: Bestehen Parallelen zwischen Wells‘ „Becks letzter Sommer“ und Herrndorfs „Tschick“? Schon schnell hatte ich das Gefühl, dass sich die Romane ähnelten: Sprachlich aber auch charakterlich. Tschick wie auch Rauli sind Eigenbrötler aus einem anderen Land, die mit einem vermeintlichen Versager Freundschaft schließen. Rauli wie auch Maik aus „Tschick“ sind unsterbliche in die beliebte Klassenkameradin verliebt, die jedoch Körbe verteilt. In beiden Romanen geht es ums Reisen ins Unbekannte mit dem Auto. Auf der Reise stoßen beide auf Hindernisse, die es zu überwinden gilt, auf Erfahrungen mit Frauen und gefährliche Abenteuer. Und nicht zuletzt gibt es in „Becks letzter Sommer“ eine Pension die „Tchik“ heißt, benannt nach ihrem schrulligen Inhaber. „Becks letzter Sommer“ erschien 2008. „Tschick“ im Jahre 2010. Wurde Herrndorf von Wells inspiriert oder ist es ein bloßer Zufall?


    Alles in Allem fand ich den Roman trotzdem sehr unterhaltsam und bin gespannt auf Wells weitere Werke. Ich bin überzeugt davon, dass er sich in und durch seine weiteren Romane weiter entwickelt hat und Älter geworden ist. Mein nächster Wells wird Spinner sein, mit dem ich mich womöglich besser identifizieren kann.


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    Daphne1962s avatar
    Daphne1962vor 2 Jahren
    Roadtrip


    Robert Beck ist ein Enddreißiger und lebt in München. Dort ist er als Deutschlehrer tätig und begnet dem Schüler Rauli Kantas. Ein Junge aus Litauen, der mit seinem Vater und Bruder lebt. Aber sein Beruf war es nicht immer gewesen. Zuvor war Beck mal Musiker in einer Band. Allerdings zum großen Erfolg hat es dann doch gefehlt. Streitereien untereinander führten dann zum Rauswurf. Übrig geblieben von damals ist allerdings nur der Schlagzeuger, ein durchgeknallter deutschafrikanischer Freund mit Namen Charlie. Dieser schwebt ständig am Rande von Wahnsinn und Drogenabsturz, immer mit einem Bein in der Psychatrie sozusagen.

    Eines Tages entdeckt Beck bei seinem Schüler Rauli ein Talent. Er spielt Gitarre. Von nun an nimmt er den Jungen unter seine Fittiche und merkt, er hat ein Goldstück unter so vielen Münzen sozusagen herausgefunden. Sogleich bemerkt er, was er nicht geschafft hat im Leben, das könnte er mit Rauli erreichen. Ihn fördern und auf den Weg zu einer großen Karriere bringen. Alles natürlich nicht selbstlos.
    Er ist in gewisser Hinsicht sogar neidisch auf den Jungen. Nur ist Rauli nicht form- und lenkbar.

    Mit einer leichten und lockeren Art schreibt der Autor seine Bücher. Auch in diesem Roman geht der Autor wieder auf eine abenteuerliche Reise mit den Protagonisten. Es wird die Reise ihres Lebens und führt über Osteuropa bis nach Istanbul. Bemängeln
    muss ich allerdings die Länge der Geschichte. Die hätte man kürzer halten können. Es gab zu viele Wiederholungen und Ausschweifungen. Freu mich dennoch auf das nächste Buch in der Reihe.

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    gudrunhellervor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Drei Musiker, drei verschiedene Versuche, seinen Traum zu leben und drei verschiedene Ergebnisse - ein literarisches Roadmovie
    Von Lebensträumen und dem Versuch ihrer Verwirklichung

    Im Mittelpunkt der Geschichte steht Robert Beck, früher aktiver Musiker in einer Band, der mittlerweile allerdings alle Ambitionen aufgegeben hat und sich mit dem Alltag eines Lebens als Lehrer abgefunden hat. Er erwartet nicht mehr allzu viel vom Leben und das Leben bietet ihm auch nicht mehr viel. Seinem ehemaligen Bandkollegen Charlie geht es nicht viel anders, nur dass er noch nicht mal den Halt durch ein einigermaßen geregeltes Berufsleben gefunden hat. Doch im Sommer 99 ist auf einmal alles anders. Beck lernt den musikalisch hoch begabten Schüler Rauli kennen und noch einmal brechen alle seine Hoffnungen wieder hervor, es als Musiker "zu schaffen". Das Leben nimmt plötzlich Tempo auf und wirbelt seinen Alltag völlig durcheinander. Beck verliebt sich ernsthaft und zusammen mit Charlie und Rauli begibt er sich auf den Trip seines Lebens, an dessen Ende für alle drei nichts mehr so sein wird wie zuvor.
    Ein buntes, wildes Roadmovie über Träume und den Versuch, sie zu verwirklichen. Und wie von Zauberhand taucht immer wieder Bob Dylan auf als Sinnbild für den Kampf, die eigene Musik, den eigenen Traum zu leben. Besonders berührend für mich als Bob Dylan Fan natürlich die Szene, in der Beck ihm im Traum begegnet, ohne dass Beck weiß, um wen es sich handelt und in der ihm Dylan einige Weisheiten seines Lebens mit auf den Weg gibt.
    Und zum Schluss gibt es auch noch ein kleines Happy-End...
    Ein Buch, das nachdenklich macht und uns mahnt, unsere Träume nicht zu vergessen und um sie zu kämpfen, mögen wir sie vielleicht auch nicht verwirklichen können.
    Und zum Schluss noch ein Zitat aus dem Buch:
    "Wer ist der glücklichere Künstler? Der, der es nie probiert hat? Oder der, der es versucht hat und gescheitert ist?"
    Besser als mit dieser Textstelle kann man das Thema des Buchs wohl nicht umschreiben.


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    Bibliomanias avatar
    Bibliomaniavor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Jessas!:D
    Ein Lehrer, ein Schüler und die Melodie des Lebens

    Robert Beck ist 37 Jahre alt und Lehrer an einer Münchener Schule. Eigentlich hatte er Musiker werden wollen, aber nie den Durchbruch geschafft. Sein Job ist ihm zuwider, aber er sorgt dafür, dass er sich hipp anziehen kann, ein schönes Auto fährt und an sein Feierabendbier kommt. Er ist Single und sein einziger Freund ist ein Deutschafrikaner, der sein Leben hauptsächlich in Vulgärsprache verbringt. Doch das Blatt wendet sich als Beck das Musiktalent eines litauischen Schülers erkennt und anfängt diesen zu unterstützen.

    Benedict Wells Debüt war ein gutes Buch und ein guter Einstieg. Wells' Stil wird deutlich und macht auch Lust auf mehr. Schade, dass ich sein aktuellstes Buch zuerst gelesen habe, so habe ich das bisher beste Werk zuerst gelesen. Aber dieses Roadmovie, dieses auf und ab und die Skurrilität der Figuren haben mich von Anfang an erfreut. Ein gutes Buch, nur waren die Nachfolger besser!

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    dots avatar
    dotvor 2 Jahren
    "Becks letzter Sommer" von Benedict Wells

    Im Roman "Becks letzter Sommer" von Benedict Wells geht es um Robert Beck, einem Deutsch- und Musiklehrer, der mit Ende 30 mit seinem Leben nicht ganz zufrieden ist. Charlie, Becks bester und einziger Freund macht ebenfalls eine schwierige Zeit durch, was Beck allerdings nicht sonderlich mitfühlen lässt. Als er das musikalische Ausnahmetalent Rauli Kanters entdeckt, hat er Großes mit ihm vor - auch wenn Rauli seinen Abschluss wohl nicht schaffen wird. [...]


    "Becks letzter Sommer" ist ein erfrischende und spannende Geschichte über die Liebe zur Musik und zum Leben, die sehr authentisch wie aus dem Leben gegriffen wirkt.

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    Das_Leselebens avatar
    Das_Leselebenvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Gelungener Roman, mit deutlichen Schwächen
    Über den Wunsch seine Träume zu leben

    Nachdem mir der neuste Roman von Benedict Wells ‚Vom Ende der Einsamkeit‘ so gut gefallen hat, wollte ich einfach nur noch mehr von ihm lesen. Aus diesem Grund griff ich zu einem seiner ersten Werke. ‚Becks letzter Sommer‘ hat in der nicht neu überarbeiteten Version, im Taschentuchformat 464 Seiten und ist im November 2009 im Diogenes Verlag erschienen.


    Inhalt:
    Beck ist Musiklehrer, mit einer gescheiterten Musikkarriere. Er ist mit seinem Leben sehr unzufrieden. Dies scheint sich zu ändern als er in seiner Klasse Rauli Kartas entdeckt, ein wahres Musikgenie und ein echter Textkünstler. Beck entschließt sich dazu sich den Jungen anzunehmen, um so vielleicht doch noch einen Fuss in das Musikbusiness zu bekommen. Es folgen viele große und kleine Lügen und ein irrer Roadtrip nach Istanbul.


    Meine Meinung:

    Trotz das der Roman einer der Ersten ist, welcher der Autor veröffentlicht hat merkt man ihm schon das Können an. Besonders wenn man sich die Figuren ansieht. Alle Figuren sind absolut 3D gezeichnet und haben ihre Ecken und Kanten. Robert Beck selber ist ein Typ, den man in Berlin (oder München) in einer Kneipe treffen könnte. Ein sehr sympathischer Typ. Rauli hingegen ist der mysteriöse Teenager, bei dem man nie ganz weiß ist es nun wahr was der Junge erzählt oder nicht. Als Leser hatte ich das Gefühl Rauli nicht so ganz greifen zu können, immer wenn ich dachte jetzt habe ich das Kind durchschaut, dann passiert eine unvorhersehbare neue Wendung. Auch alle anderen Figuren sind einfach sehr gut eingefangen. Wells kann einfach Figuren zum Leben erwecken. So das auch die Geschichte sehr ungewöhnlich wird.
    Trotzdem hat mir der Aufbau nicht ganz so zugesagt. Dieser ist an Tape angelehnt, mit Klappentext, Unterteilung in verschiedene Tracks und noch einen Bonustrack.
    Verschiedene Erzählperspektiven, welche sehr oft wechseln, größtenteils wird Beck Geschichte aus der Sicht eines allwissenden Erzählers berichtet. Dann schaltet sich jedoch ab und zu ein Erzähler, welcher aus der Ich-Perspektive erzählt und dabei auch den Leser anspricht. Dieser Erzähler unterzeichnet mit Ben, ob sich Benedict Wells damit selber in seinen Roman geschrieben hat? Und der dritte Erzählstil sind sehr kurze Dialoge, welche den Text unterbrechen.
    Alle diese Wechsel erinnern mich stellenweise an eine Art Schreibübung oder an ein Sich-Ausprobieren und störten so meinen Lesefluss etwas. Völlig gestört hat mich der Bonustrack, dieser war für meinen Geschmack überflüssig.

    ‚Becks letzter Sommer‘ verbindet, trotz seiner Kritikpunkte, großartige Figuren mit einer absolut eigenwilligen Handlung. Wer ‚Vincent‘ von Joey Goebel gelesen und gemocht hat, der muss ‚Becks letzter Sommer‘ lesen. Einfach eine tolle Geschichte über den Wunsch seine Träume nicht aufgeben zu müssen. Ich freue mich schon auf meinen nächsten Wells.


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    B
    BiancaBerlinvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Witzig, rasant und von überraschender Tiefe. Leider wird es zum Ende hin schwach
    Gute Geschichte mit Schwächen am Ende

    Ein Buch, das ich wirklich sehr gern gelesen habe. Die Geschichte und die Figuren sind sehr gut aufgesetzt, die Handlung hat einen ziemlichen Drive mit interessanten Wendungen und zahlreichen absurd-skurilen Aspekten. Das Erstaunliche und damit auch wirklich sehr Besondere ist in meinen Augen, dass die Geschichte dabei niemals albern wird. Ganz im Gegenteil: Aus vielen Zeilen spricht eine enorme Lebensklugheit, so dass ich mich mehr als einmal von dem jungen Alter des Autoren überzeugen musste. Alles in allem ein Buch ganz nach meinem Geschmack: literarisch gut gemacht, durchaus mit Anspruch und sehr unterhaltsam. Einziger Minuspunkt ist für mich das letzte Viertel des Romans. Da nehmen Spannung, Drive und Relevanz sehr ab und lassen die ansonsten gute Geschichte eher fahl aussehen. Ich denke, eine Straffung des Textes oder eine nur leicht veränderte Konstruktion des Endes hätten da Wunder bewirkt. 


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