Benedict Wells Becks letzter Sommer

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Inhaltsangabe zu „Becks letzter Sommer“ von Benedict Wells

Beck ist nicht zu beneiden. Mit der Musikerkarriere wurde es nichts, sein sicherer Job als Lehrer ödet ihn an, und sein Liebesleben ist ein Desaster. Da entdeckt er in seiner Klasse ein unglaubliches Musikalent: Rauli Kantas aus Litauen. Als Manager des rätselhaften Jungen will er es noch mal wissen, doch er ahnt nicht, worauf er sich da einlässt. Ein tragikomischer Roman über verpasste Chancen und alte Träume, über die Liebe, Bob Dylan und einen Road Trip nach Istanbul. Ein magischer Sommer, in dem noch einmal alles möglich scheint.

Absolut großes Kino! Ein wahres Glanzstück!

— TeleTabi1

Nervige Charaktere, knödeliger Stil, mir erschließt sich der Wells-Hype nach diesem Buch nicht

— ichundelaine

Man will sich mit Beck ins Auto setzen und den Fahrtwind Richtung Irgendwo spüren! Bob Dylan fährt auch mit! :)

— Chiara92

Zynisch, scharfsinnig und wunderschön.

— BellaBender

Ein unkonventioneller Road Trip der etwas andere Art ... Wells hat eine tolle Stimme

— Leila_James

Ein musikalischer Roadtrip, von Musik bestimmt. Das Ende hat mich leider nicht überzeugt.

— boergerwelt

mal schwermütig, mal irre komisch, mal absurd, immer authentisch - Roman über Kunst, Liebe, Freundschaft, eben über alles was zählt

— BrittaRoeder

Drei Musiker, drei verschiedene Versuche, seinen Traum zu leben und drei verschiedene Ergebnisse - ein literarisches Roadmovie

— gudrunheller

Das Leben schreibt wohl wirklich immer die besten Geschichten... Benedict Wells ist der Beweis dafür, dass gute Literatur noch existiert!

— Rpunkt99

Hat mir wirklich sehr gut gefallen. Bitte NICHT den Film ansehen, dort fehlen ganz wichtige Inhalte aus dem Film.

— Ein LovelyBooks-Nutzer

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  • Tolle Charaktere und ein wahnsinnig schöner Schreibstil

    Becks letzter Sommer

    Steffi0703

    30. September 2017 um 15:35

    Inhalt: Der siebenunddreißigjährige Robert Beck ist von seinem Job als Deutsch- und Musiklehrer an einem Münchner Gymnasium mehr als angeödet. Eigentlich hat er von einer Musikerkarriere geträumt, die aber leider recht früh gescheitert ist. Doch dann entdeckt er in einer seiner Klassen ein unglaubliches Musiktalent: den siebzehnjährigen Litauer Rauli Kantas aus der 11b. Als sein Manager wagt er nochmal einen Versuch um seinen alten Traum zu verwirklichen. Doch das ist gar nicht so einfach, da auch andere Raulis Talent erkannt haben und um ihn werben. Zur gleichen Zeit bittet ihn sein einzig verbliebener Freund Charlie, ein siebenundzwanzigjähriger Deutschafrikaner mit Flugangst, mit ihm in seinem gelben VW zu seiner todkranken Mutter nach Istanbul zu fahren. Da sowieso gerade die Sommerferien begonnen haben und Beck die Reise gerade Recht kommt um vor seinen Liebesproblemen davonzulaufen, willigt er schließlich ein. Auch Rauli ist mit von der Partie, da er nochmal so richtig Spaß haben will, bevor der Ernst des Lebens losgeht. So beginnt ein turbulentes Abenteuer für die Drei. Meine Meinung: Wieder einmal war ich von Benedict Wells tiefgründigem, melancholischem und nachdenklichem Schreibstil beeindruckt. Dieses Buch ist das dritte, das ich von ihm gelesen habe und in allen drei Büchern habe ich mir so viele Textstellen markiert - einfach weil ich sie so schön und auf den Punkt getroffen fand, dass ich sie mir einprägen und immer mal wieder durchlesen möchte. Die Geschichte von Becks letztem Sommer, also dem Sommer, in dem er "das letzte Mal richtig gefühlt" hat, war turbulent und voller Abenteuer. Ein Sommer, in dem viel passiert ist und in dem Beck zu sich gefunden hat. Trotzdem muss ich zugeben, dass das Buch zwischenzeitlich ein paar Längen hatte und ich manchmal das Gefühl hatte, die Geschichte plätschert ein wenig vor sich hin. Es war zwar nie langweilig, aber dieses ultimative Fesselnde hat mir ein bisschen gefehlt.Die Charaktere haben mich aber allesamt überzeugt und vor allem den Protagonisten Beck mochte ich sehr, auch wenn er nicht gerade der Sympathischste ist. Gerade die Ecken und Kanten haben ihn für mich interessant und irgendwie auch echt gemacht. Aus Rauli wird man nicht recht schlau und er bleibt einem bis zum Schluss ein Rätsel, aber genau das macht seinen Reiz aus. Charlie, Becks hypochondrischer Freund, war ebenfalls ein Charakter mit vielen Eigenheiten, den ich aber auch absolut gern hatte.Wenn man den Klappentext liest, denkt man vielleicht, es handelt sich um eine locker-leichte Sommergeschichte, doch da täuscht man sich. Es gibt zwar viele lustige Textstellen, aber mindestens genauso viele tragische, tiefsinnige Momente, die einen etwas bedrückt zurücklassen. Mich hat das Buch auf jeden Fall sehr nachdenklich gestimmt und mir wieder bewusst gemacht, dass man nur dieses eine Leben hat und sich vielleicht auch mal etwas trauen sollte, auch wenn man nicht weiß, wie es ausgeht. 

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  • Von vergangenen Träumen und neuen Chancen

    Becks letzter Sommer

    Chiara92

    23. August 2017 um 09:23

    Beck ist mit mitte 30 dort angekommen, wo er eigentlich nie sein wollte. Festgefahren als Musiklehrer anstatt als Musiker durch die Welt zu touren. Der sonderliche Schüler scheint sein großes Los zu sein, das Ruder nochmal rumzureissen und zumindestens als Manager seine Träume zu verwirklichen. Dieses Buch sprüht nur so vor ehrlichem Witz, aufregenden Situationen und mitreißenden Gesprächen. Man will sich mit ins Auto setzen und den Fahrtwind Richtung Irgendwo spüren. Ganz toll: Jedes Kapitel beginnt mit einem Bob Dylan Song den man sich vorm Lesen unbedingt anhören sollte.

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  • Ein Roman über verpasste Chancen und die Ungerechtigkeit des Lebens

    Becks letzter Sommer

    BellaBender

    13. July 2017 um 15:15

    "Becks letzter Sommer" ist für mich der schönste Roman über gescheiterte Lebenskonzepte und unerfüllte Träume. Ein zwar kaltschnäuziger, aber auf eigenartige Weise trotzdem sympathischer Protagonist quält sich nach dem Rauswurf aus seiner Band durch die eintönige Lehrerexistenz, bis er in seinem Schüler Rauli Kantas ein musikalisches Genie erkennt. Beck ist vierzig und hat sich schon fast aufgegeben, während Rauli noch alles vor sich hat. Geht es Beck wirklich um Förderung oder sieht er in seinem Schüler nur sich selbst? Und da wäre noch Lara – eine Frau, mit der er keine Zukunft hat. Doch gerade für sie entwickelt er aufrichtige Gefühle...

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  • Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017

    Warum Lesen glücklich macht

    GrOtEsQuE

    Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017 Achtung - es handelt sich nicht um eine Leserunde sondern eine Challenge zum SUB-Abbau!!! Es werden keine Bücher verlost. Ich habe es nur als Leserunde erstellt, damit das Ganze etwas übersichtlicher wird.Ich möchte mich 2017 mehr dem SUB-Abbau widmen, daher habe ich mir überlegt eine Challenge zu erstellen. Die Regeln möchte ich so einfach wie möglich halten - es soll ja auch Spaß machen und nicht in Stress ausarten.Es wird jeden Monat ein anderes Motto geben. Für die zum Monatsmotto passenden Bücher, gibt es jeweils einen Extrapunkt. Das Monatsmotto werde ich immer Ende des Vormonats im entsprechenden Unterthema bekannt geben. Den Extrapunkt kann man mehrmals im Monat sammeln, wenn man genügend passende Bücher für das Motto hat.Jeder der mitmachen möchte, postet bitte im Unterthema Sammelbeiträge seinen Sammelbeitrag. Ich werde dann jeden Monat hier im Startbeitrag die Punkte aktualisieren. Bei den einzelnen Sammelbeiträgen ist mir eigentlich nur wichtig, dass in der ersten Zeile die Gesamtpunktzahl steht, ansonsten kann jeder seinen Beitrag so gestalten wie er möchte - entweder nur die Punkte aufschreiben oder auch das gelesene Buch benennen.Man kann jederzeit noch einsteigen - einfach einen Sammelbeitrag posten und los gehts!!! Rezensionen sind keine Pflicht. Es gelten alle Bücher, die in 2017 beendet werden, man kann also ruhig auch die in 2016 angefangen erst in 2017 beenden. Die Punkteverteilung sieht wie folgt aus: Für jedes gelesene Buch gibt es einen Punkt. Für jedes gelesene Buch, was vor 2017 auf dem SUB gelandet ist, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 400 Seiten hat, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 600 Seiten hat, gibt es zwei Extrapunkte. Für jedes gelesene Buch, was zum Monatsmotto passt, gibt es einen Extrapunkt. Für Comics und Mangas werden nur die Hälfte der Punkte vergeben. Hörbucher zählen auch. Bei den Extrapunkten für die Seiten einfach an dem "echten" Buch orientieren. Wenn es sich um die gekürzte Fassung des Hörbuchs handelt, dann ein dreiviertel der Seiten. (Also mal angenommen das Buch hat 400 Seiten und du hast die gekürzte Fassung des Hörbuchs, zählt es nur für 300 Seiten, also kein Extrapunkt.) Bereits früher gelesene Bücher zählen auch, aber hier gibt es den vor-2017-auf-dem-SUB-gelandet-Punkt nicht, da die Bücher ja nicht mehr zum SUB gehören. Im besten Fall kann man also 5 Punkte pro Buch erhalten. Wer noch Fragen hat, kann sie im Unterthema für Fragen stellen. Nun hoffe ich auf eine rege Teilnahme und wünsch uns schon mal viel Spaß :-) Teilnehmer --- Gesamtpunktzahl --- zuletzt aktualisiert 24.09.2017: _Jassi                                           ---  77 Punkte AmberStClair                             ---   69 Punkte (Gesamtpunkte angeben) Arachn0phobiA                         ---   239 Punkte Astell                                           ---    9 Punkte BeeLu                                         ---   92 Punkte Bellis-Perennis                          ---  646 Punkte Beust                                          ---   302 Punkte Bibliomania                               ---   201 Punkte Buecherkaetzchen                   ---   48 Punkte Buchgespenst                         ---  397,5 Punkte ChattysBuecherblog                --- 253 Punkte Buchperlenblog (CherryGraphics)  ---   130,5 Punkte Code-between-lines                ---  136 Punkte eilatan123                                 ---   53 Punkte Eldfaxi                                       ---   52 Punkte Farbwirbel                                ---   46 Punkte fasersprosse                            ---    35 PunkteFrau-Aragorn                           ---   168 Punkte Frenx51                                     ---  82 Punkte glanzente                                  ---   82 Punkte GrOtEsQuE                               ---   78 Punkte hannelore259                          ---   78 Punkte hannipalanni                           ---   157 Punkte Hortensia13                             ---   130 Punkte Igelchen                                    ---   25 Punkte Igelmanu66                              ---  178 Punkte janaka                                       ---   118 Punkte Janina84                                   ---    95 Punkte jasaju2012                               ---   20 Punkte jenvo82                                    ---   122 Punkte kalestra                                    ---   33 Punkte katha_strophe                        ---   53 Punkte Kattii                                         ---   78 Punkte Katykate                                  ---   110 Punkte Kerdie                                      ---   239 Punkte Kleine1984                              ---   142 Punkte Kuhni77                                   ---   114 Punkte KymLuca                                  ---   103 Punkte LadyMoonlight2012               ---   29 Punkte LadySamira090162                ---   259 Punkte Larii_Mausi                              ---    63 PunkteLeif_Inselmann                       ---   40,5 Punkteleseratte89                               ---   50 Punkte Leseratz_8                                ---   18 Punktelisam                                          ---   226 Punkte louella2209                            ---   69 Punkte lyydja                                       ---   92 Punkte mareike91                              ---    47 Punkte MissSnorkfraeulein                  ---  44 Punkte MissSternchen                          ---  55 Punkte mistellor                                   ---   181 Punkte Mone97                                    ---   55 Punktenaevia                                        ---   17 Punktenatti_Lesemaus                        ---  131 Punkte Nelebooks                               ---  235 Punkte niknak                                       ----  285 Punkte nordfrau                                   ---   97 Punkte PMelittaM                                 ---   213 Punkte PollyMaundrell                         ---   34 Punkte Pucki60                                        --- 37 Punkte QueenSize                                 ---   115 Punkte readergirl                                   ---    5 Punkte Readrat                                      ---   67 Punkte SaintGermain                            ---   139 Punkte samea                                           --- 65 PunkteSandkuchen                              ---   205 Punkteschadow_dragon81                  ---   92 Punkte Schmiesen                                  ---   178 Punkte Schokoloko29                            ---   35 Punkte Somaya                                     ---   279 Punkte SomeBody                                ---   178,5 Punkte Sommerleser                           ---   198 Punkte StefanieFreigericht                  ---   213,5 Punkte tlow                                            ---   149 Punkte Veritas666                                 ---   117 Punkteverruecktnachbuechern         ---   61 Punktevielleser18                                 ---   131 Punkte Vucha                                         ---   151 Punkte Wermoeve                                 ---   17 Punkte widder1987                               ---   69 Punkte Wolly                                          ---   179 Punkte Yolande                                       --   171 Punkte

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  • Becks letzter Sommer

    Becks letzter Sommer

    ErinaSchnabu

    05. March 2017 um 16:41

    Benedict Wells – Ein junger Autor, der, laut Aussagen der Besprechungen, den Geist seiner Altersgenossen, seiner Generation widergibt, ein Schriftsteller, der es versteht, unterhaltsame Geschichten mit klugen Gedanken über das Leben zu verbinden. Deshalb musste ich mir einen „Wells“ anschaffen, um zu überprüfen, ob es stimmt. Schon bevor ich ihn las, verfiel ich ins Wells-Fieber. Ich kaufte mir „Spinner“, weil ich mir das Buch so sehr wünschte und „Becks letzter Sommer“, weil ich es für ca. 3 Euro als Mängelexemplar fand. Meine Erwartungen an ihn und seine Werke waren und sind sehr hoch. Nach „Becks letzter Sommer“ ist meine Begeisterung zumindest ein wenig abgeflaut.InhaltRobert Beck ist Ende dreißig und Lehrer an einem Gymnasium für Deutsch und Musik. Er befindet sich in einer Midlife-Crisis und trauert seiner verpassten Musikkarriere nach und beneidet jeden um alles, so auch seinen besten deutschafrikanischen Freund, der zwar ein Hypochonder ist, aber regelmäßig Frauen abschleppt und Spaß am Leben hat.In einem Café lernt Beck die junge Kellnerin Lara kennen und beginnt eine Affäre mit ihr. Lara hat sich für ein Studium an einer Modeschule in Rom beworben, was Beck scheinbar nichts ausmacht: Er kann ohnehin nicht lange mit einer Frau zusammen sein und ist eher der Typ für lockere Verbindungen.Einer seiner Schüler, der jungenhafte Rauli Kantas aus Litauen, entpuppt sich als musikalisches Wunderkind und Beck nimmt sich seiner an, er will ihn als sein Manager groß herausbringen und beginnt, Songs für ihn zu schreiben. Beck organisiert eine Release-Party für Rauli, auf der er Becks geschriebene Songs spielt. Jedoch sind es nicht diese, die das Publikum begeistern, sondern seine eigenen komponierten Stücke, die er immer mal zwischendurch auf gelbe Notizzettel gekritzelt hat. Becks ehemaliger Bandkollege, der ihn damals schon aus der Band schmiss, bietet Rauli einen Musikvertrag bei Sony BMG an. Beck wäre damit jedoch als Manager raus und so verheimlicht er Rauli vorerst, dass ihm ein Vertrag bei einem Major-Label angeboten wurde.Charlie, der mittlerweile in eine Psychiatrie eingewiesen wurde, bricht aus dieser aus und will seine in der Türkei lebende Mutter besuchen. Beck und Rauli begleiten ihn und nehmen aufgrund Charlies Flugangst das Auto, mit dem sie durch Ungarn, Rumänien und Bulgarien bis nach Istanbul fahren. Erzählt wird diese Geschichte vom Schriftsteller Ben, der Becks ehemaliger Schüler ist und ihn für seinen Roman um Gespräche und Interviews bittet.MeinungSchon zu Beginn hatte ich das Gefühl, Bendict Wells hat ein Buch geschrieben, das verfilmt werden soll. Die Charaktere, der Handlungsablauf und die Dialoge weisen Klischees und Merkmale deutscher Filmästhetik auf, dass ich das Gefühl hatte, das Buch wurde zu einem Film geschrieben anstatt anders herum. Mittlerweile wurde der Roman auch verfilmt und ich kann mir sehr gut vorstellen, wie er denn ist.Beck ist an sich ein ziemlich unsympathischer Charakter. Ich hatte kaum Mitleid mit ihm und kein Verständnis für seine Situation, was vor allem an seiner Art und Weise liegt, wie er mit Problemen und Situationen umgeht. Jedoch muss ein Protagonist keineswegs gut sein, um den Roman gut zu finden. Besonders interessant fand ich aber Charlie und Rauli. Auch sie waren, wie viele andere Dinge in diesem Roman, Stereotype, wie man sie in modernen deutschen Kinofilmen finden würde, jedoch haben beide eine verschrobene Art an sich, die sie liebenswert macht, sodass man über die stereotypen Züge hinweg sehen kann. Stellenweise ist die Handlung vorhersehbar und an einigen Stellen unausgereift. Es passieren Dinge, die nicht weiter aufgeklärt werden, sondern im Raum stehen bleiben. Diese Geschehnisse haben aber keinen richtigen Sinn, stehen also nicht symbolartig für etwas, was für die Interpretation wichtig wäre. Warum zum Beispiel ist es wichtig zu erwähnen, dass Beck auf seine minderjährige Schülerin abfährt und sie im Laufe der Geschichte küsst? Es gibt aber noch weitere Fragen, die Wells in mir zurück ließ. Auch die Hinführung zum Abenteuer war etwas lang. Ich war der Meinung, dass der Roadmovie-Abschnitt den Kern der Geschichte ausmacht, sein Höhepunkt ist. Dieser Kern war jedoch sehr klein, im Vergleich zum Rest des Buches. Die Abschnitte schienen teilweise auch nicht logisch miteinander verknüpft. Es war keine steigende Handlung erkennbar, die zum Höhe- beziehungsweise Wendepunkt führt.Wells‘ Schreibstil ist klar, seine Sprache simpel aber nicht trivial. Er hat, meiner Meinung nach, ein besonderes Händchen dafür, tiefgründige Gedanken über das Leben, über den Menschen, über Sinn und Unsinn der Dinge zu Papier zu bringen. Das letzte Drittel des Romans weist einen solchen Tiefgang auf und hat mir daher besonders gut gefallen. Viele andere Dinge kamen mir jedoch so vor, als schreibe er von ihnen, obwohl er keine Ahnung davon hat. Man hat gespürt, dass Wells zum Zeitpunkt der Entstehung dieses Romans noch sehr jung war und eine Geschichte schrieb, in der er kaum eigene Lebenserfahrungen einfließen ließ oder lassen konnte. Etwas merkwürdig war auch die Erzählperspektive. Der Schriftsteller Ben erzählt die Geschichte von Beck und meldet sich manchmal in der Ich-Perspektive zu Wort. Jedoch relativ spät, was ziemlich überraschend kommt. Diesen Einschnitt fand ich ganz interessant. Jedoch fand ich es komisch, dass ein Ich-Erzähler die Geschichte von Beck in der auktorialen Erzählperspektive schreibt. Er kann nunmal nicht in ihn hinein sehen. Würde dieser Ich-Erzähler im Roman nicht existieren, wäre die auktoriale Erzählperspektive völlig okay, da der eigentliche Schriftsteller, hier Benedict Wells, ja beim Lesen in den Hintergrund tritt und somit unsichtbar ist. Ein Merkmal des auktorialen Erzählers ist, dass er allwissend ist, sich aber außerhalb der erzählten Wirklichkeit befindet. Hier ist dem nicht so. Der auktoriale Erzähler ist gleichzeitig eine Figur im Roman, wenn auch in der Rahmenhandlung, was auf mich nicht stimmig wirkte.Und ich frage mich, ob es nur mir aufgefallen ist: Bestehen Parallelen zwischen Wells‘ „Becks letzter Sommer“ und Herrndorfs „Tschick“? Schon schnell hatte ich das Gefühl, dass sich die Romane ähnelten: Sprachlich aber auch charakterlich. Tschick wie auch Rauli sind Eigenbrötler aus einem anderen Land, die mit einem vermeintlichen Versager Freundschaft schließen. Rauli wie auch Maik aus „Tschick“ sind unsterbliche in die beliebte Klassenkameradin verliebt, die jedoch Körbe verteilt. In beiden Romanen geht es ums Reisen ins Unbekannte mit dem Auto. Auf der Reise stoßen beide auf Hindernisse, die es zu überwinden gilt, auf Erfahrungen mit Frauen und gefährliche Abenteuer. Und nicht zuletzt gibt es in „Becks letzter Sommer“ eine Pension die „Tchik“ heißt, benannt nach ihrem schrulligen Inhaber. „Becks letzter Sommer“ erschien 2008. „Tschick“ im Jahre 2010. Wurde Herrndorf von Wells inspiriert oder ist es ein bloßer Zufall?Alles in Allem fand ich den Roman trotzdem sehr unterhaltsam und bin gespannt auf Wells weitere Werke. Ich bin überzeugt davon, dass er sich in und durch seine weiteren Romane weiter entwickelt hat und Älter geworden ist. Mein nächster Wells wird Spinner sein, mit dem ich mich womöglich besser identifizieren kann.

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  • Roadtrip

    Becks letzter Sommer

    Daphne1962

    12. January 2017 um 17:11

    Robert Beck ist ein Enddreißiger und lebt in München. Dort ist er als Deutschlehrer tätig und begnet dem Schüler Rauli Kantas. Ein Junge aus Litauen, der mit seinem Vater und Bruder lebt. Aber sein Beruf war es nicht immer gewesen. Zuvor war Beck mal Musiker in einer Band. Allerdings zum großen Erfolg hat es dann doch gefehlt. Streitereien untereinander führten dann zum Rauswurf. Übrig geblieben von damals ist allerdings nur der Schlagzeuger, ein durchgeknallter deutschafrikanischer Freund mit Namen Charlie. Dieser schwebt ständig am Rande von Wahnsinn und Drogenabsturz, immer mit einem Bein in der Psychatrie sozusagen. Eines Tages entdeckt Beck bei seinem Schüler Rauli ein Talent. Er spielt Gitarre. Von nun an nimmt er den Jungen unter seine Fittiche und merkt, er hat ein Goldstück unter so vielen Münzen sozusagen herausgefunden. Sogleich bemerkt er, was er nicht geschafft hat im Leben, das könnte er mit Rauli erreichen. Ihn fördern und auf den Weg zu einer großen Karriere bringen. Alles natürlich nicht selbstlos. Er ist in gewisser Hinsicht sogar neidisch auf den Jungen. Nur ist Rauli nicht form- und lenkbar. Mit einer leichten und lockeren Art schreibt der Autor seine Bücher. Auch in diesem Roman geht der Autor wieder auf eine abenteuerliche Reise mit den Protagonisten. Es wird die Reise ihres Lebens und führt über Osteuropa bis nach Istanbul. Bemängelnmuss ich allerdings die Länge der Geschichte. Die hätte man kürzer halten können. Es gab zu viele Wiederholungen und Ausschweifungen. Freu mich dennoch auf das nächste Buch in der Reihe.

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  • Von Lebensträumen und dem Versuch ihrer Verwirklichung

    Becks letzter Sommer

    gudrunheller

    06. January 2017 um 09:18

    Im Mittelpunkt der Geschichte steht Robert Beck, früher aktiver Musiker in einer Band, der mittlerweile allerdings alle Ambitionen aufgegeben hat und sich mit dem Alltag eines Lebens als Lehrer abgefunden hat. Er erwartet nicht mehr allzu viel vom Leben und das Leben bietet ihm auch nicht mehr viel. Seinem ehemaligen Bandkollegen Charlie geht es nicht viel anders, nur dass er noch nicht mal den Halt durch ein einigermaßen geregeltes Berufsleben gefunden hat. Doch im Sommer 99 ist auf einmal alles anders. Beck lernt den musikalisch hoch begabten Schüler Rauli kennen und noch einmal brechen alle seine Hoffnungen wieder hervor, es als Musiker "zu schaffen". Das Leben nimmt plötzlich Tempo auf und wirbelt seinen Alltag völlig durcheinander. Beck verliebt sich ernsthaft und zusammen mit Charlie und Rauli begibt er sich auf den Trip seines Lebens, an dessen Ende für alle drei nichts mehr so sein wird wie zuvor. Ein buntes, wildes Roadmovie über Träume und den Versuch, sie zu verwirklichen. Und wie von Zauberhand taucht immer wieder Bob Dylan auf als Sinnbild für den Kampf, die eigene Musik, den eigenen Traum zu leben. Besonders berührend für mich als Bob Dylan Fan natürlich die Szene, in der Beck ihm im Traum begegnet, ohne dass Beck weiß, um wen es sich handelt und in der ihm Dylan einige Weisheiten seines Lebens mit auf den Weg gibt. Und zum Schluss gibt es auch noch ein kleines Happy-End... Ein Buch, das nachdenklich macht und uns mahnt, unsere Träume nicht zu vergessen und um sie zu kämpfen, mögen wir sie vielleicht auch nicht verwirklichen können. Und zum Schluss noch ein Zitat aus dem Buch: "Wer ist der glücklichere Künstler? Der, der es nie probiert hat? Oder der, der es versucht hat und gescheitert ist?" Besser als mit dieser Textstelle kann man das Thema des Buchs wohl nicht umschreiben.

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  • Ein Lehrer, ein Schüler und die Melodie des Lebens

    Becks letzter Sommer

    Bibliomania

    09. November 2016 um 21:42

    Robert Beck ist 37 Jahre alt und Lehrer an einer Münchener Schule. Eigentlich hatte er Musiker werden wollen, aber nie den Durchbruch geschafft. Sein Job ist ihm zuwider, aber er sorgt dafür, dass er sich hipp anziehen kann, ein schönes Auto fährt und an sein Feierabendbier kommt. Er ist Single und sein einziger Freund ist ein Deutschafrikaner, der sein Leben hauptsächlich in Vulgärsprache verbringt. Doch das Blatt wendet sich als Beck das Musiktalent eines litauischen Schülers erkennt und anfängt diesen zu unterstützen. Benedict Wells Debüt war ein gutes Buch und ein guter Einstieg. Wells' Stil wird deutlich und macht auch Lust auf mehr. Schade, dass ich sein aktuellstes Buch zuerst gelesen habe, so habe ich das bisher beste Werk zuerst gelesen. Aber dieses Roadmovie, dieses auf und ab und die Skurrilität der Figuren haben mich von Anfang an erfreut. Ein gutes Buch, nur waren die Nachfolger besser!

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  • "Becks letzter Sommer" von Benedict Wells

    Becks letzter Sommer

    dot

    28. September 2016 um 13:44

    Im Roman "Becks letzter Sommer" von Benedict Wells geht es um Robert Beck, einem Deutsch- und Musiklehrer, der mit Ende 30 mit seinem Leben nicht ganz zufrieden ist. Charlie, Becks bester und einziger Freund macht ebenfalls eine schwierige Zeit durch, was Beck allerdings nicht sonderlich mitfühlen lässt. Als er das musikalische Ausnahmetalent Rauli Kanters entdeckt, hat er Großes mit ihm vor - auch wenn Rauli seinen Abschluss wohl nicht schaffen wird. [...] "Becks letzter Sommer" ist ein erfrischende und spannende Geschichte über die Liebe zur Musik und zum Leben, die sehr authentisch wie aus dem Leben gegriffen wirkt.

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  • Über den Wunsch seine Träume zu leben

    Becks letzter Sommer

    Das_Leseleben

    14. September 2016 um 16:27

    Nachdem mir der neuste Roman von Benedict Wells ‚Vom Ende der Einsamkeit‘ so gut gefallen hat, wollte ich einfach nur noch mehr von ihm lesen. Aus diesem Grund griff ich zu einem seiner ersten Werke. ‚Becks letzter Sommer‘ hat in der nicht neu überarbeiteten Version, im Taschentuchformat 464 Seiten und ist im November 2009 im Diogenes Verlag erschienen. Inhalt: Beck ist Musiklehrer, mit einer gescheiterten Musikkarriere. Er ist mit seinem Leben sehr unzufrieden. Dies scheint sich zu ändern als er in seiner Klasse Rauli Kartas entdeckt, ein wahres Musikgenie und ein echter Textkünstler. Beck entschließt sich dazu sich den Jungen anzunehmen, um so vielleicht doch noch einen Fuss in das Musikbusiness zu bekommen. Es folgen viele große und kleine Lügen und ein irrer Roadtrip nach Istanbul. Meine Meinung: Trotz das der Roman einer der Ersten ist, welcher der Autor veröffentlicht hat merkt man ihm schon das Können an. Besonders wenn man sich die Figuren ansieht. Alle Figuren sind absolut 3D gezeichnet und haben ihre Ecken und Kanten. Robert Beck selber ist ein Typ, den man in Berlin (oder München) in einer Kneipe treffen könnte. Ein sehr sympathischer Typ. Rauli hingegen ist der mysteriöse Teenager, bei dem man nie ganz weiß ist es nun wahr was der Junge erzählt oder nicht. Als Leser hatte ich das Gefühl Rauli nicht so ganz greifen zu können, immer wenn ich dachte jetzt habe ich das Kind durchschaut, dann passiert eine unvorhersehbare neue Wendung. Auch alle anderen Figuren sind einfach sehr gut eingefangen. Wells kann einfach Figuren zum Leben erwecken. So das auch die Geschichte sehr ungewöhnlich wird. Trotzdem hat mir der Aufbau nicht ganz so zugesagt. Dieser ist an Tape angelehnt, mit Klappentext, Unterteilung in verschiedene Tracks und noch einen Bonustrack. Verschiedene Erzählperspektiven, welche sehr oft wechseln, größtenteils wird Beck Geschichte aus der Sicht eines allwissenden Erzählers berichtet. Dann schaltet sich jedoch ab und zu ein Erzähler, welcher aus der Ich-Perspektive erzählt und dabei auch den Leser anspricht. Dieser Erzähler unterzeichnet mit Ben, ob sich Benedict Wells damit selber in seinen Roman geschrieben hat? Und der dritte Erzählstil sind sehr kurze Dialoge, welche den Text unterbrechen. Alle diese Wechsel erinnern mich stellenweise an eine Art Schreibübung oder an ein Sich-Ausprobieren und störten so meinen Lesefluss etwas. Völlig gestört hat mich der Bonustrack, dieser war für meinen Geschmack überflüssig. ‚Becks letzter Sommer‘ verbindet, trotz seiner Kritikpunkte, großartige Figuren mit einer absolut eigenwilligen Handlung. Wer ‚Vincent‘ von Joey Goebel gelesen und gemocht hat, der muss ‚Becks letzter Sommer‘ lesen. Einfach eine tolle Geschichte über den Wunsch seine Träume nicht aufgeben zu müssen. Ich freue mich schon auf meinen nächsten Wells.

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  • Gute Geschichte mit Schwächen am Ende

    Becks letzter Sommer

    BiancaBerlin

    01. September 2016 um 22:50

    Ein Buch, das ich wirklich sehr gern gelesen habe. Die Geschichte und die Figuren sind sehr gut aufgesetzt, die Handlung hat einen ziemlichen Drive mit interessanten Wendungen und zahlreichen absurd-skurilen Aspekten. Das Erstaunliche und damit auch wirklich sehr Besondere ist in meinen Augen, dass die Geschichte dabei niemals albern wird. Ganz im Gegenteil: Aus vielen Zeilen spricht eine enorme Lebensklugheit, so dass ich mich mehr als einmal von dem jungen Alter des Autoren überzeugen musste. Alles in allem ein Buch ganz nach meinem Geschmack: literarisch gut gemacht, durchaus mit Anspruch und sehr unterhaltsam. Einziger Minuspunkt ist für mich das letzte Viertel des Romans. Da nehmen Spannung, Drive und Relevanz sehr ab und lassen die ansonsten gute Geschichte eher fahl aussehen. Ich denke, eine Straffung des Textes oder eine nur leicht veränderte Konstruktion des Endes hätten da Wunder bewirkt. 

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  • Gelungener Debütroman

    Becks letzter Sommer

    elfenpetra

    25. August 2016 um 10:26

    Eine wirklich schräge Geschichte, wie sie nur das Leben schreibt, mit spannenden Charakteren. Ein liebeskranker Lehrer in der Midlifecrisis, sein psychich angeschlagener deutschafrikanischer Freund Charlie und ein schräges musikalisches Wunderkind aus Litauen ergeben einen durchaus lesenswerten Roadmovie mit viel Humor aber auch Tragik. Wells Talent für Sprache und Dialoge ist unumstritten, ein echt gutes Buch!

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  • Tragikomischer Selbstverwirklichungstrip

    Becks letzter Sommer

    tausend_leben

    20. July 2016 um 17:37

    "Sie sind hier, weil Sie keine Entscheidungen treffen. Und das ist schlecht. Denn wenn Sie es nicht tun, dann tut's das Leben für Sie. Und das Leben trifft oft die schlechteren Entscheidungen."Robert Beck steckt in einer Art Midlifecrisis. Er ist Ende 30 - und statt gefeierter Rockstar ist er gelangweilter Lehrer geworden. Beck sträubt sich gegen feste Bindungen, sein kaltschnäuziger Vater ist tot und seine Mutter möchte er nicht einmal mehr zur Beerdigung sehen. Die einzige emotionale Konstante in seinem Leben ist sein deutschafrikanischer, psychisch labiler und hypochondrischer Freund Charlie, mit dem er abends um die Häuser zieht.Doch dann trifft Beck auf zwei Menschen, die sein Leben für immer verändern sollen. Lara - die Frau, die eigentlich gar nicht sein Typ ist und trotzdem die erste, mit der Beck vielleicht länger als drei Monate zusammen sein möchte. Und sein Schüler Rauli Kantas, musikalisches Ausnahmetalent. Plötzlich schöpft Beck Hoffnung, dass sein Leben vielleicht doch kein Ende in der Mittelmäßigkeit finden muss, dass er noch immer groß rauskommen kann - und nimmt den geheimnisvollen Rauli unter seine Fittiche. Mit sehr viel Eigennutz und einer gehörigen Portion Neid macht Beck sich daran, Rauli zu einer großen Musikerkarriere zu verhelfen. Doch der junge Litauer kämpft gegen seine eigenen Dämonen - und bald ist ganz und gar nicht mehr klar, wer hier eigentlich wen instrumentalisiert."Wie einfach und kompliziert es ist. Ich brauche nur vier oder fünf Tasten in der richtigen Reihenfolge zu spielen, und schon hab ich einen Welterfolg. Auf der anderen Seite ist es viel wahrscheinlicher, dass ich mein Leben lang die falschen Tasten in der falschen Reihenfolge spielen werde."Als sein Kumpel Charlie dann auch noch einen psychischen Zusammenbruch erleidet und seine Beziehung zu Lara in den Sternen steht, findet sich Beck plötzlich wieder auf einem verrückten Roadtrip quer durch Europa - von München bis nach Istanbul - und konfrontiert mit der Frage, was er eigentlich mit seinem Leben anfangen möchte."Vielleicht gewinnen Sie ja auch gar nichts dabei. Nur eines steht fest: Wenn Sie es nicht tun, verlieren Sie."Nachdem ich 'Vom Ende der Einsamkeit' verschlungen und zu meinem neuen Lieblingsbuch erkoren hatte, war natürlich klar, dass ich mir auch die vorherigen Werke von Benedict Wells zulegen musste. 'Becks letzter Sommer' ist sein Debütroman und als solchen fand ich ihn schon ziemlich beeindruckend. Der Autor hat einfach ein grundlegendes Talent für Sprache und Dialoge - und auch ein Talent, fundamentale Fragen und Ängste des Lebens einzupflechten - ohne seine Leser emotional zu überfrachten."Stell dir vor", sagte sie. "Vierundneunzig Jahre alt. Das muss ein tolles Gefühl sein." "Nein", sagte Beck. "Ich glaube, das ist ein ganz beschissenes Gefühl. {...} Du bist einsam, alle um dich herum sind tot, für neue Freunde bist du zu alt. Dir tut alles weh. Du gehst abends ins Bett, siehst noch fern, dann legst du deine Brille auf den Nachtisch und knipst das Licht aus. Und du weißt, dass du am nächsten Morgen vielleicht nicht mehr aufwachst. {...} Und es gibt keinen Ausweg, keinen Vertrag, den man verlängern kann. Deine Zeit ist um."Was Benedict Wells in 'Vom Ende der Einsamkeit' in Perfektion gelungen ist, findet sich hier andeutungsweise. Jedoch muss ich bekennen, dass mich das Buch und seine Charaktere nicht so gepackt haben wie im neuesten Werk. Das wäre aber für einen Debütroman auch ziemlich viel verlangt - zumal meine Messlatte nach 'Vom Ende der Einsamkeit' wohl auch recht hoch lag. Schade fand ich, dass die besuchten Städte während des Road Trips nur am Rande erwähnt werden und nicht wirklich atmosphärisch rüber kommen.Die wesentlichen Themen des Lebens scheinen Wells zu beschäftigen. So geht es auch in diesem Buch um Ängste und Einsamkeit, um Freundschaft und Liebe, um Verlust und die Angst vorm Tod, um Talent, Mut und Selbstverwirklichung."Auf einmal hielt er es nicht mehr aus. Er stand ruckartig auf, wollte irgendwas tun, irgendwas verändern. Seine Fäuste waren geballt. Da war so viel Wille.Eine Weile stand er einfach nur so da und wollte.Dann setzte er sich wieder hin und sah fern."'Becks letzter Sommer' ist ein tragikomischer Roman über unerfüllte und erfüllte Träume, über Freundschaft und Neid, über die Liebe, die Musik und das Leben an sich - schräg, humorvoll und scharfsinnig. Ich vergebe 4 Sterne.Über den Autor"Benedict Wells wurde 1984 in München geboren. Im Alter von sechs Jahren begann seine Reise durch drei bayerische Internate. Nach dem Abitur 2003 zog er nach Berlin. Dort entschied er sich gegen ein Studium und widmete sich dem Schreiben. Seinen Lebensunterhalt bestritt er mit diversen Nebenjobs. Sein vielbeachtetes Debüt ›Becks letzter Sommer‹ erschien 2008, wurde mit dem Bayerischen Kunstförderpreis ausgezeichnet und 2015 fürs Kino verfilmt. Sein dritter Roman ›Fast genial‹ stand monatelang auf der Bestsellerliste. Nach Jahren in Barcelona lebt Wells inzwischen wieder in Berlin."

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  • Ein Lehrer auf der Strasse des Lebens

    Becks letzter Sommer

    awogfli

    15. July 2016 um 06:46

    Ein sehr guter Debutroman diese rasante kleine Geschichte, bevölkert mit kuriosen Charaktären, sehr liebevoll beschrieben, die gerade so viel durchgeknallt sind, dass sie noch glaubwürdig sind und die Story dadurch enorm vorantreiben. Manchmal vor allem während der Türkeireise hat der Autor aber etwas zuviel in die Kiste mit den Zufallsereignissen und Klischees gegriffen, was den Roman dann doch ein bisschen zu abgedreht und unrealistisch werden läßt. Das sind aber noch gar nicht die beiden Kleinigkeiten, die mich dann wirklich richtig gestört haben. Der erste Stilgriff, sich selbst als Autor als Figur in die Geschichte einzubringen, hat mir in diesem Roman gar nicht gefallen. Das ist so wie wenn der Plot bei einer Autobahnfahrt in Deutschland ohne Tempolimit bei 240 Sachen plötzlich eine Vollbremsung machen würde. In anderen Romanen, in denen die Geschwindigkeit nicht so rasant ist, würde mich dies nicht stören, aber hier knalle ich ohne Airbag quasi auf das Lenkrad oder hänge nach Luft japsend und gewürgt in den Sicherheitsgurten. Dieses stilistische Mittel zieht auch gleich den meiner Meinung nach zweiten Fehler nach sich: Der vom Autor konzipierte "reale Beck" will nichts über die Trennung von seiner Freundin erzählen und deshalb schreibt auch die Figur des Autors aus Respekt vor seinen Wünschen nichts darüber. ABER ICH WILL ES WISSEN!!! - Verdammt nochmal! Da frage ich mich dann schon, ob der Autor mir als Leserin nicht den Vorzug geben müsste. (auch wenn er sich nur irgendwas "einfallen" ließe ist ja alles Fiktion :-). Das ist so wie die unsägliche Marotte von einigen Menschen, die eine Geschichte anfangen, sich in Andeutungen ergehen und dann doch nicht damit rausrücken - das nervt mich wahnsinnig! Alles in allem sind das aber Kleinigkeiten, die sich über relativ wenige Seiten ziehen, und deshalb hinterließ dieses Debut bei mir einen sehr positiven Gesamteindruck. Auch die Botschaft, die Wells dem Leser schlussendlich vermitteln will, ist angekommen und hat mir ausnehmend gut gefallen Fazit: Absolut lesenswert!

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  • Sex, Drugs and Rock'n'Roll

    Becks letzter Sommer

    Schmitzorek

    12. May 2016 um 22:36

    Robert Beck, Lehrer für Musik und Deutsch, geht auf die 40 zu, Single, liebt Musik. Seinen Job liebt er weniger. Man macht ihn halt, um zu leben. Die immerzu nur lockeren Affären machen ihn auch nicht gerade glücklich. Sein einziger, sein bester Freund Charlie, bekommt sein Leben noch weniger auf die Reihe als er selbst und er geht Beck nicht selten ziemlich auf die Nerven. Aber trinken kann man mit ihm. Als Beck nach Unterrichtsschluss einmal einen einsamen und gepiesackten Schüler beiseite nimmt und diesen auf seiner Stratocaster spielen lässt, sieht Beck wie sein Leben eine großartige Wendung nehmen könnte. Der Junge, Rauli, spielt auf der Gitarre wie ein Halbgott. Die Melodien fließen einfach so aus ihm heraus, wie er selbst sagt. Für Beck leuchtet die Zukunft im Musikhimmel mit diesem Talent in rosarot. Er wird diesen Jungen managen und zu Weltruhm bringen, so der Plan. Doch wie es mit Plänen so ist, sie gehen nicht immer auf. Als Beck, Charlie und Rauli irgendwann auf dem Weg zu Charlies Mutter nach Istanbul sind und von schießenden Drogenbaronen verfolgt werden und Charlie sogar ein Finger abhakt wird, bekommt Beck eine Idee davon, dass nicht wirklich alles nach Plan läuft. --- Ein tiefgehender, musikliebender und aberwitziger Roman über unerfüllte Existenzen, die erste wahre Liebe, bitteres Scheitern, tiefe Enttäuschungen, unerwarteten Erfolg und unverwüstliche Freundschaft. Benedict Wells' Debütroman hat ihn nicht umsonst berühmt gemacht und wurde ebenfalls nicht umsonst verfilmt. Er zeichnet die Facetten menschlichen Lebens wunderbar fein und mit einer guten Portion Humor nach - und unterlegt sie sogar noch mit Musik. Er kennt den fast 40-jährigen Beck genauso gut wie den 17-jährigen Rauli oder die 28-jährige Lara. Kein Charakter wirkt aufgesetzt oder kreiert, sondern echt und aus dem Leben genommen. Ebenso deren Geschichten. Auch wenn bestimmt nicht jeder "Normalo" einen Roadtrip nach Istanbul unternimmt, Drogen schmuggelt und dabei einen Revolver im Handschuhfach liegen hat. Für Musikliebhaber. Für (unzufriedene) Lehrer. Für 25-40 Jährige. Für Menschen, die Geschichten aus dem Leben lieben. Für Leute, die gerne beim Lesen lachen. Für Männer wie Frauen.

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